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Raffiniertes Ego

  • ambi
  • 18. August 2026 um 13:47
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  • ambi
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    18. August 2026
    Buddh. Richtung
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    • 18. August 2026 um 13:47
    • #1

    Einen schönen guten Tag,


    mich würde interessieren wie ihr mit eurem Ego umgeht - ich beschäftige mich schon eine Weile mit den buddhistischen Lehren, mal mehr mal weniger, in letzter Zeit mehr da ich ein ziemliches Problem mit Anhaftung und Loslassen habe. Dann wenn ich denke, losgelassen zu haben und es verstanden zu haben, stehe ich in der Früh auf oder vor dem Einschlafen kommen Gedanken und schon geht es in die andere Richtung. Anfangs kann ich nach einer Zeit wo ich mein Selbst stärker spüre und dann das Ego langsam wieder im Vordergrund ist, meiner Wahrnehmung schwer trauen - ich merke es fühlt sich schwer an aber irgendwie bin ich mir nicht sicher und das Ego sagt mir so in der Art "Nein nein alles gut - du kannst auf mich vertrauen".....

    Manchmal bin ich auch so im Hochmut, dass es schon fast für mich unaushaltbar ist, dann versuche ich in die Akzeptanz zu gehen, das gelingt mir meiner Meinung nach auch (also ich denke dass mein Ego mir das sagt) und schon einige Minuten später ertappe ich mich wieder im hochmütigen Gefühl (das wäre zum Beispiel, dass ich denke, mehr verstanden zu haben als andere oder wenn ich sehr oberflächliche weltliche Menschen treffe, ein Gefühl von "Ich bin besser" da ich mich ja schon getraut habe in viele dunkle Ecken hinzuschauen etc.). Vielleicht kommen die Gedanken halt auch, weil ich zwar in meine dunklen Ecken geschaut habe, viele Schattenseiten aufgedeckt habe, aber ich in der Akzeptanz und Vergebung feststecke - keine Ahnung wie das gelingen soll ...

    Ich weiß das klingt alles andere als gut hier, aber es ist ehrlich und offen und ich möchte mich nicht als besseren Menschen hinstellen, aber natürlich auch nicht als schlechteren. Ich wäre nur sehr gespannt auf nicht wertenden Austausch, falls jemand bereit dazu ist.


    Alles Liebe

    Ambi :dao:

  • Upasaka Dhammavicayo 18. August 2026 um 13:53

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Wetering
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    • 18. August 2026 um 14:41
    • #2

    Hallo Ambi,


    vielleicht hilft das beim Thema Stolz:


    Was kann man gegen das Störgefühl ,,Stolz“ tun?


    Antwort von Lama Ole Nydahl:
    ... Man macht den ausgrenzenden Stolz zu einem umfassenden Stolz, d.h. anstatt zu denken: „Wie toll ich bin“ denkt man „Wie toll sind wir doch alle“. ...

  • biophil
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    • 18. August 2026 um 14:50
    • #3

    Die Kunst ist, dahin zu kommen, wo einen das nicht mehr stört. Was bei dir abläuft sind ja Korrekturen (zu hochmütig, zu dies, zu das), die du selbst vornimmst. Das hat Wirkung über die Zeit und wird dich verändern.

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    • 18. August 2026 um 14:52
    • #4

    Hallo Ambi, herzlich willkommen.


    Mach Dir nicht "son Kopp".

    Daran arbeite ich schon seit zig Jahren. Wichtig ist doch schon mal, dass Du so aufmerksam bist und das erkennst.


    Es geht ja "nur um Dich" :erleichtert:, Du schadest niemanden, wenn Du stolz auf Deine Fortschritte bist. Das gibt Ansporn.


    Der Weg ist weit, aber wird immer leichter. Irgendwann überwiegt das Mitgefühl für Alle und Alles, aber auch für Dich.


    Ich denke, Du bist auf nem guten Weg. Vertrau Dir und Deinem Herzen. Das Ego ist nicht böse, es ist Dein Diener. Das weiß es nur vielleicht noch nicht.;)


    Alles Gute für Dich, und Mitgefühl für all die Egos hier ❤️

    Monika _()_

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    • 18. August 2026 um 14:57
    • #5

    Gier, Hass und Verblendung sind halt tief im Geist verwurzelt und es braucht Geduld auf dem Weg des achtfachen Pfades, der allmählich zu Einsicht und Loslösung führt.

    Mit Metta, mukti.


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    • 18. August 2026 um 15:31
    • #6

    Gedanken und Gefühle kommen und gehen. Manchmal wirken sie stark, manchmal ziehen sie schnell vorbei.


    Das „Ego“ mischt sich ein, indem es bewertet und vergleicht. Es sagt „Ich bin besser“ oder „Ich habe mehr verstanden“, obwohl das nur innere Reaktionen sind.

    Hochmut, Unsicherheit oder Anhaftung sind keine Eigenschaften von dir, sondern Vorstellungen deiner Persönlichkeit (Ego), die auftauchen.


    Akzeptanz bedeutet, wahrzunehmen, was gerade da ist, ohne dagegen anzukämpfen oder zu behaupten das man das ist, was man erkennt.

    Loslassen heißt nicht, dass etwas nie wieder erscheint, sondern dass du es nicht mehr festhältst, also es selbst freilässt, damit es das machen oder sein kann, was es tut oder ist.


    Wenn du erkennst, dass Gedanken und Gefühle keine Identität (Ego) sind, also nicht du selbst. Dass deine Persönlichkeit deine Erscheinung für andere ist und nicht du selbst, schafft Ruhe und Klarheit.

    Wir sind immer nur wir selbst und alles, was wir zeigen, ist nur Ego/Rolle/Reflexionen.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Qualia ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • void
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    Zen
    • 18. August 2026 um 18:16
    • #7
    ambi:

    Anfangs kann ich nach einer Zeit wo ich mein Selbst stärker spüre und dann das Ego langsam wieder im Vordergrund ist, meiner Wahrnehmung schwer trauen - ich merke es fühlt sich schwer an aber irgendwie bin ich mir nicht sicher und das Ego sagt mir so in der Art "Nein nein alles gut - du kannst auf mich vertrauen".....

    Das Konzept eines "Ego" kam auf, weil einige frühe Pioniere des Buddhismus wie z.B D.T. Suzuki es als eine gute Idee empfanden, den Buddhismus in die Sprache der Tiefenpsychologie zu kleiden.


    Das hat damals sicher geholfen, den Buddhismus bei einem gebildeten Publikum anschlußfähig zu machen, aber insgesamt halte ich es für nicht so hilfreich. Weil es in eine Richtung führt, wo man nicht so sehr schaut wie genau bestimmte Selbstkonzepte entstehen, an denen angehaftet wird, sondern man quasi mit ihnen ringt.


    Aber das Ankämpfen gegen ein Selbst hat ja viel mit den Anhaften an ein Selbst zu tun. Man verrennt sich in Kämpfen mit sich selbst. Wenn man dem Wunsch "ich will das" einen Wunsch "ich will den Wunsch nicht haben" dann setzt man ja dem einen Wunsch einen zweiten drauf.

  • pano
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    • 18. August 2026 um 20:33
    • #8
    Wetering:

    Hallo Ambi,


    vielleicht hilft das beim Thema Stolz:


    Was kann man gegen das Störgefühl ,,Stolz“ tun?


    Antwort von Lama Ole Nydahl:
    ... Man macht den ausgrenzenden Stolz zu einem umfassenden Stolz, d.h. anstatt zu denken: „Wie toll ich bin“ denkt man „Wie toll sind wir doch alle“. ...

    Alles anzeigen

    Ein guter Weg für Ole Nydahl sich mit dem eigenen Ego nicht auseinandersetzen….

    Eine gute Übung für ihn wäre gewesen das wir-sind-stolz Gefühl mit einem wir zu üben dass beispielsweise die Afghanen einschließt.

  • Samadhi1876
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    • 19. August 2026 um 07:04
    • KI
    • #9
    ambi:

    keine Ahnung wie das gelingen soll ...

    Das Ganze ist ja ein längerer, schleichender Prozess, und gerade am Anfang schwankt man noch mehr hin und her, als im Laufe der weiteren Übung. Es braucht also auch ganz einfach Geduld, und weiter üben, und nicht die Erwartung, „jetzt müsste ich aber endlich fertig sein“, oder „Perfekt sein“:


    Man ist nie damit fertig, weil jeder Tag anders ist, die Herausforderungen des Lebens täglich ganz neu sind…


    Man entwickelt aber mit der Zeit „ein Werkzeug“ um mit gewissen Dingen im Leben anders umgehen zu können als zuvor. Man hat nun „etwas anderes in der Hand“ als zuvor…


    Ein gewisses gesundes Ego wird im Alltag auch gebraucht, weil man sich um sich selbst in gewissen Dingen kümmern muss, auch von anderen Menschen und Dingen abgrenzen muss. Und umgekehrt darf es nicht zu groß sein, da man sich sonst Zuviel vor anderen Menschen und Dingen verschließt.


    Es geht also auch um die richtige Balance zu finden, inneres Gleichgewicht zu finden. Genauso, wie später nicht allein der Leerheit als auch nicht nur den Phänomenen anzuhaften. Eine Art „mittlerer Weg“ also. Der jeden Tag, ja sogar jeden Augenblick, ganz neu beginnt…



    Zum Begriff Ego an sich:


    KI:


    Das Wort „Ego“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet übersetzt „Ich“. Im allgemeinen Sprachgebrauch meint es das Selbstbewusstsein, die eigene Persönlichkeit oder das innere Selbstbild eines Menschen. Die genaue Bedeutung variiert je nach Fachbereich. [1, 2, 3, 4]

    Psychologie

    • Sigmund Freud: Das Ego (Ich) ist die vermittelnde Instanz zwischen den eigenen Trieben (Es) und den moralischen Ansprüchen der Umwelt (Über-Ich).
    • Selbstbild: Es beschreibt die bewusste Wahrnehmung der eigenen Person, also wie man sich selbst sieht und nach außen darstellt. [1, 2]

    Alltagssprache

    • Stolz und Eitelkeit: Wenn jemand „ein großes Ego“ hat, wirkt die Person oft arrogant, selbstverliebt oder ichbezogen.
    • Selbstwert: Ein gesundes Ego steht für einstehendes Selbstbewusstsein und eine stabile Identität. [1, 2, 3]

    SpiritualitätSpiritualität

    • Illusion: Hier wird das Ego oft als das künstliche, vergängliche Selbstbild verstanden, das den Menschen von seiner wahren Natur trennt. [1]

    Dieser Inhalt wurde ganz oder teilweise mithilfe von KI erstellt.
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    • 19. August 2026 um 07:45
    • #10
    void:

    Das Konzept eines "Ego" kam auf, weil einige frühe Pioniere des Buddhismus wie z.B D.T. Suzuki es als eine gute Idee empfanden, den Buddhismus in die Sprache der Tiefenpsychologie zu kleiden.


    Das hat damals sicher geholfen, den Buddhismus bei einem gebildeten Publikum anschlußfähig zu machen, aber insgesamt halte ich es für nicht so hilfreich. Weil es in eine Richtung führt, wo man nicht so sehr schaut wie genau bestimmte Selbstkonzepte entstehen, an denen angehaftet wird, sondern man quasi mit ihnen ringt.


    Aber das Ankämpfen gegen ein Selbst hat ja viel mit den Anhaften an ein Selbst zu tun. Man verrennt sich in Kämpfen mit sich selbst. Wenn man dem Wunsch "ich will das" einen Wunsch "ich will den Wunsch nicht haben" dann setzt man ja dem einen Wunsch einen zweiten drauf.

    Da ist dann weniger der Begriff selbst das Problem, sondern eher die Gefahr, dass Menschen das Ego als inneren Feind identifizieren und das beliebte Spiel "gutes Ich gegen böses Ich" spielen.


    Ich benutze das Wort eher als Synonym für das "duale Gedöns", das durchschaut werden muss.

    DON'T HATE, MEDITATE.

  • Upasaka Dhammavicayo
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    • 19. August 2026 um 07:46
    • #11

    Hallo Ambi, deine Ehrlichkeit ist selten und wertvoll. Dieses Karussell, das du beschreibst..ich kenne es bis in die kleinsten Verästelungen.


    Das Raffinierte an diesem „Ego“ ist genau dieser Punkt: Es hat die Lehre gelesen. Es weiss, dass es loslassen soll. Es weiss, dass Demut gut ist. Also inszeniert es eine Demut, um sich selbst zu beweisen, wie gut es doch schon loslassen kann. Und dann, beim Einschlafen, fällt die Maske, und die altvertrauten Gedanken kommen zurück. Weil sie nie weg waren, sie haben nur kurz Pause gemacht.


    Du schreibst, der Hochmut sei fast unaushaltbar. Dieses „fast unaushaltbar“ ist der eigentliche Schlüssel. Wenn du mitten im hochmütigen Gefühl bist und denkst „Ich verstehe mehr als andere“, dann spüre in diesem Augenblick in deinen Körper. Da ist vielleicht ein Ziehen in der Brust, eine leichte Wärme im Kopf, ein angespanntes Gefühl. Das ist alles. Der Gedanke selbst ist nur ein Geräusch im Kopf, so vorbeiziehend wie ein Auto auf der Strasse. Das Problem entsteht erst, wenn ein zweiter Gedanke dazukommt: „Dieser Hochmut ist schlecht, ich sollte akzeptieren.“ Dieser zweite Gedanke ist viel giftiger als der erste, weil er dich in einen inneren Kampf verwickelt.


    Du fühlst dich festgefahren in Akzeptanz und Vergebung, weil du diese beiden Dinge als Werkzeuge benutzt, um den Hochmut loszuwerden. Das ist ein Versteck der raffinierten Ich-Bewegung. Echte Akzeptanz nimmt den Hochmut einfach auf, ohne ihn verändern zu wollen. Sie sagt: „Ah, da ist Hochmut. Gut. Da ist er.“ Sie macht kein grosses Ding daraus. Wenn du dem Hochmut erlaubst, einfach da zu sein, ohne ihn zu bekämpfen und ohne ihm zu folgen, verliert er seine Schärfe. Die Scham über den Hochmut ist meist viel schwerer zu ertragen als der Hochmut selbst.


    Du musst nicht aufhören, diese Gedanken zu haben. Das Gehirn spult seit Jahrzehnten diese Bänder ab. Du musst nur aufhören, sie für deine Gedanken zu halten. Sie sind einfach mentale Ereignisse, die auftauchen, weil bestimmte Sinneseindrücke da waren. Ein Gesicht, ein Ton, eine Erinnerung. Sie haben keinen Besitzer.


    Wenn morgens der Gedanke kommt „Vertrau mir, ich bin dein Ego“, dann kannst du ihn ansehen wie eine Wolke, die vorbeizieht. Du musst dieser Stimme nicht glauben, und du musst sie nicht wegdrängen. Du lässt sie einfach reden. Das ist es, was wirklich Vertrauen bedeutet: nicht der Stimme zu vertrauen, die dir sagt, was richtig ist, sondern dem stillen Raum vertrauen, in dem diese Stimme überhaupt erst erscheint. Dieser Raum hat keinen Hochmut und keine Demut. Er ist einfach offen und wach.


    Du musst nicht vergeben, um Vergebung zu üben. Du musst nicht akzeptieren, um Akzeptanz zu erreichen. Du darfst einfach bei dem bleiben, was gerade wirklich da ist. Dem unangenehmen Druck im Magen, der Hitze im Kopf, dem leichten Zittern der Gedanken. Das ist die Wirklichkeit. Der ganze Rest, auch der Gedanke „Ich bin besser“ oder „Ich bin schlechter“, ist nur Etikettierung, die nach ein paar Sekunden verweht.


    Du machst keine Fehler. Dieser ehrliche Blick auf das eigene Hochmutgefühl, dieses Erwischen...das ist schon die Übung. Das ist der Moment, in dem das Licht angeht. Bleib ganz entspannt bei diesem Erwischen, ohne dich zu verurteilen. Das Erwachen geschieht im sanften Gewahrsein dieses ewigen Kommens und Gehens. Alles Liebe zurück an dich.

  • biophil
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    • 19. August 2026 um 09:56
    • #12

    ambi


    Es gibt noch eine schnellere Methode, Hochmut in Demut zu verwandeln. 😉


    Poste hier einfach deine Gedanken so richtig aus dem Hochmut heraus. Zeig uns, wo der Hammer hängt! Wie in jeder gesellschaftlichen Gruppe wirst du in kürzester Zeit auf Gruppenmaß reduziert oder entsorgt.

  • ambi
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    • 19. August 2026 um 09:57
    • #13

    Danke von Herzen für jeden einzelnen Beitrag - sie haben mir sehr weitergeholfen und mich auch auf einige neue Gedanken gebracht.


    Es stimmt, dass ich, sobald Gedanken aufkommen, die mir nicht gefallen, die nicht in mein Bild eines "guten" Menschen passen, gleich mal mit der Peitsche hingehe und sie verjage. Ich halte das Rad am Laufen indem ich zu mir sage, was für ein Mensch ich doch bin, dass das gerade aufkommt. Ich gehe mit mir sehr unsanft um, da ich beim Aufdecken meiner Schattenseiten auch gesehen habe, welche zwischenmenschlichen Dynamiken entstehen können, welche ungelösten Traumata ich meiner Eltern verinnerlicht habe, unbewusst weitergegeben habe, ich wollte nie so sein wie sie und doch musste ich schmerzlich feststellen, dass das Gegenteil zu machen, nicht bedeutet, nicht so zu sein wie sie sondern genau gleich nur andersherum. Ich habe mir nicht erlaubt, dass alles da sein darf, das Licht und die Dunkelheit, ich tue mir auch jetzt noch schwer alles zu akzeptieren daher stehe ich in meinem Kopf mit der Peitsche da und bin dann noch so stolz drauf wenn ich mal keine brauche.


    Was mich noch interessieren würde ist, ob sich jemand von euch mit einer milderen Dissoziation und Ego auseinandergesetzt hat? Ich hab da mal die Diagnose erhalten im Zusammenhang mit einer kPTBS und bin durch den Buddhismus auf die Idee gekommen, dass das ein massiver Widerstand gegen Ego-Anteile ist und war. Aber so ganz kann ich das nicht einordnen, da ich mich, wie beschrieben, an manchen Tagen sehr verbunden zu mir fühle und ich es auch überprüfe ob ich Zugang zu allen Erinnerungen und Erfahrungen habe und das bejahen kann, und dann passiert was kleines und schon zieht sich mein Selbst in sein Schneckenhaus zurück.

    Einmal editiert, zuletzt von ambi (19. August 2026 um 10:08)

  • Samadhi1876
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    • 19. August 2026 um 13:48
    • #14
    ambi:

    Was mich noch interessieren würde ist, ob sich jemand von euch mit einer milderen Dissoziation und Ego auseinandergesetzt hat?

    Der „Witz“ ist, das bei mir durch die Meditation überhaupt erst mal eigene Dissoziationen und Narzissmus und Trauma und PTBS bewusster geworden sind.

    Zuvor hatte ich diverse unerklärliche (auf Grund Dissoziation) Angstzustände in bestimmten Situationen des Lebens (verursacht in der Kindheit). Mein in der Kindheit entstandener Narzissmus war mir selbst auch lange nicht klar (fehlende andere Erinnerungen aus der Kindheit die dazu führten).


    Man hört und liest aktuell viel von Narzissmus. Und im Grunde sind wir auch ständig umgeben von mehr oder weniger großen Narzissten. Und es gibt auch vier verschiedene Formen des Narzissmus. Hier ein aktueller Podcast zum Thema Narzissmus:

    Narzissmus – Warum hungern wir so nach Anerkennung, Thomas Fuchs?
    Narzissten gelten als selbstverliebte Egomanen. Doch der Psychiater und Philosoph Thomas Fuchs widerspricht: Im Kern steckt kein Übermass, sondern ein Mangel –…
    www.srf.ch


    Körper, Geist, und Seele sind immer miteinander verbunden. Wenn man als Kind mit der Zeit immer auf „Alarm“ war, also erhöhte Wachsamkeit auf mögliche Gefahren, wird das irgend wann „chronisch“ wenn man nicht aus diesem „Gefängnis“ sofort raus kann, sondern noch Jahre lang drin bleiben muss, weil Kind, und noch zu unselbständig. Und wenn man dann daraus ist, beruhigt sich das zwar wieder, aber ähnliche alte Situationen können immer neu triggern.


    Za Zen war damals eine große erste Hilfe für mich. Und mein Nervensystem konnte ich dadurch zum ersten Mal besser beruhigen. Aber eine endgültige Lösung war das noch nicht: Weil zu der Zeit die Ursachen und Erinnerungen dafür noch verborgen im Unterbewusstsein lagen.


    Erst als ich wieder Erinnerungen hatte, konnte ich damit auch besser arbeiten. An etwas konkreter arbeiten und versuchen zu heilen. Natürlich auch in Begleitung von erfahrenen Therapeuten.


    Das psychologische Ego bezieht sich meist auf gesunde eigene Autonomie und gesunde Beziehungen mit Menschen an sich. Und zu erkennen woran das Haken kann. Warum sich das nicht so frei entwickeln konnte. Also Leiden aus der Kindheit zu durchschauen.


    Das spirituelle Ego bezieht sich meist noch mal darüber hinaus, bis hin sich mit dem ganzen Universum verbunden zu fühlen, durch Aufheben von Subjekt und Objekt. Durchschauen der Vergänglichkeit. Anhaften an Dingen zu durchschauen. Also ein anderes Leiden zu durchschauen. Und was daran hindert das sich das nicht frei entwickeln kann.


    Beides sind letztendlich ganz natürliche Wege sich zu befreien.


    Ein Kind entwickelt sich normalerweise von selbst in einer gesunden Umgebung. Es fängt automatisch an sich für die Außenwelt zu interessieren. Lernt Automatisch zu laufen. Beziehungen zu anderen Menschen herzustellen. Und lernt auch über eigene Erfahrungen. Aber wenn die Begleitumstände schwierig sind, ist diese Entwicklung schwierig oder wird ständig gestört.


    Und in der spirituellen Entwicklung ist es ähnlich: da gibt es zb die Stille und die Meditation die man sich als Umgebung dafür schaffen muss.


    Wenn wir schlafen verarbeitet das Unterbewusstsein Alltägliches, oder versucht noch ungelöstes altes irgendwie zu verarbeiten, oft auch in Träumen. Und dann wacht man morgens manchmal auch anders auf als man eingeschlafen ist: zb auch manchmal „positiver“ oder „negativer“ als zuvor.


    Aber alles ist ein Prozess. Und man kann auch nichts sofort erzwingen. Alles braucht immer seine Zeit…


    Und ist auch immer unterschiedlich von Person zu Person und dessen ganz eigener Geschichte und möglicher Altlasten…

  • ambi
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    • 19. August 2026 um 14:20
    • #15
    Samadhi1876:


    Aber alles ist ein Prozess. Und man kann auch nichts sofort erzwingen. Alles braucht immer seine Zeit…


    Danke für deine Nachricht - ich werde gleich mal hineinhören!


    Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen... mir wurde auch mit der Zeit bewusst, und das meinte ich auch damit mit eigene Schattenseiten anschauen und Trauma weitergeben, dass mein Inneres nach Sicherheit und Liebe hungert, so wie das Innere meiner Mutter, und das zu erkennen, dass man Menschen benutzt um diese Leere zu füllen und dabei nicht verstehen möchte, dass diese Leere niemals jemand füllen kann, treibt mich momentan ans Ende meiner geistigen Grenzen... Ich weiß dass nur ich mit Mitgefühl und Vergebung diese Leere füllen kann.. oder auch nicht... oder durch was Höheres wenn man sich die Evolution anschaut und wie sehr ein kleines Lebewesen abhängig ist von Mutter und ihrer Sicherheit? Oder sollte ich da überhaupt hinschauen da ja die Vergangenheit Vergangenheit ist und ich mich zu sehr mit ihr beschäftige?


    Einerseits möchte man wachsen und sieht so viel mehr als man sein Leben lang gesehen hat, andererseits, wenn man sich zB über das Thema Narzissmus informieren möchte weil man verstehen möchte, kommen unzählige Videos und Beiträge wie schlecht man doch ist und wie sehr man auf Abstand gehen sollte... und da ist der Punkt wo ich merke, dass ich noch nicht so gefestigt bin und ich Angst vor mir bekomme und wütend auf mich bin...


    Wie gehst du mit dem ganzen um bzw. welche Erfahrungen hast du?

  • Samadhi1876
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    Buddh. Richtung
    • 19. August 2026 um 16:01
    • #16
    ambi:

    Wie gehst du mit dem ganzen um bzw. welche Erfahrungen hast du?

    Das ist eine komplexe Geschichte da es auch verschiedene Schocktrauma gab. Würde wahrscheinlich „mehrere Seiten“ füllen.


    Manches hat sich mit der Zeit von selbst gezeigt was sich besser anfühlt. Auch wie sich imaginäre Liebende fühlende Eltern (bildliche Vorstellung) die hinter einem stehen anfühlen:


    Wie würde sich das jetzt anfühlen?

    Was würde sich anders dadurch anfühlen?


    Es geht vor allem darum den Unterschied zu fühlen und was sich heute besser anfühlt.


    Es gibt dazu auch verschiedene Therapieformen wie systemisches Familienaufstellen, Gestalttherapie, etc.


    Ja klar: das Wort „Narzisst“ ist in der Gesellschaft ja auch meist negativ besetzt. Aber der Podcast und das Buch zu dem Thema sind ganz erhellend und man versteht auch besser was da eigentlich hinter steckt. Und das man sich auch nicht ausgesucht hat „Narzisst“ zu werden, sondern das das meist durch andere oder anderes Äußeres ist entstanden.

    Aber man muss sich letztendlich selbst erkennen. Warum man sich so gefühlt hat oder manchmal immer noch, welche „Bewältigungsstrategien“ man bisher verwendet hat, welche im Grunde weiterhin nur schädlich sind und welche nicht.

    Für Momente kann das auf einen Schlag auch „verschwinden“, wenn Subjekt und Objekt bspw durch Meditation „verschwinden“.


    Weil viele Ängste und Begehren basieren auf Subjekt und Objekt. Eigenen Wertvorstellungen und Ansichten. Auch falschen (manchmal immer noch)

  • Anna-Lyse Dhamma
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    • 19. August 2026 um 18:23
    • #17
    ambi:

    Ich weiß das klingt alles andere als gut hier, aber es ist ehrlich und offen und ich möchte mich nicht als besseren Menschen hinstellen, aber natürlich auch nicht als schlechteren.

    Ich wäre nur sehr gespannt auf nicht wertenden Austausch, falls jemand bereit dazu ist.

    Hallo, liebe ambi , :)

    herzlich willkommen im Buddhaland und danke für deinen Mut zu ehrlicher Offenheit. _()_:rose:

    Das Schöne an diesem Forum ist, u.a., dass man hier Gelegenheit hat, (im Schutz der Anonymität) sein Herz auszuschütten, Fragen zu stellen, Erfahrungen/Erkenntnisse zu teilen... und damit rechnen darf, dass Menschen i.d.R. wohlwollend, nach bestem Wissen und Gewissen, antworten.

    Natürlich kann es auch mal Gegenwind geben oder jemand kriegt einen Beitrag in den falschen Hals, deshalb habe ich mir von Anfang an vorgenommen, alles, was hier geschrieben wird, als Möglichkeit zum Daraus-Lernen zu betrachten.


    Man kann sich ja selbst ziemlich mit Gedanken quälen und irgendwann entsteht schlimmstenfalls der Eindruck des Kontrollverlustes über die Gedanken, d.h., man denkt Dinge, die man gar nicht denken will...


    (Ich hatte vor 26 Jahren die Diagnose "Generalisierte Angststörung" erhalten, weil ich mich - nach einem traumatischen Erlebnis - (katastrophisierender) Angstgedanken und nachfolgenden Angstzuständen, kaum mehr erwehren konnte.)


    Ganz wichtig ist wertfreie Achtsamkeit/Bewusstheit:

    Wenn du dir bewusst bist, dass du ständig am (Dich-Selbst-) Bewerten bist, registrierst du vielleicht auch, wie anstrengend und kräftezehrend sich das auswirkt.

    ambi:

    Anfangs kann ich nach einer Zeit wo ich mein Selbst stärker spüre und dann das Ego langsam wieder im Vordergrund ist, meiner Wahrnehmung schwer trauen - ich merke es fühlt sich schwer an aber irgendwie bin ich mir nicht sicher und das Ego sagt mir so in der Art "Nein nein alles gut - du kannst auf mich vertrauen".....

    Es hört sich so an, als würdest du (permanent?) Dialoge mit deinem "Ego" führen, dem ein (wahres) Selbst zwar gegenübersteht, welches aber - gefühlt - dauernd vom Ego übertönt wird?

    Oder ist es so, dass du bestimmte Gedanken, die du als Ego-generiert bewertest, bewusst von anderen, z.B. altruistischen, Gedanken trennst?

    ambi:

    mich würde interessieren wie ihr mit eurem Ego umgeht

    Als "Ego" betrachte ich die Vorstellung, das Bild, das ich von mir selbst (häufig noch) habe, obwohl mir immer öfter und anhaltender bewusst wird, dass es eben eine (Ich-) Illusion und nicht real ist.

    Kürzlich wurde - von außen - heftig an diesem Bild gerüttelt und es kam Ärger auf, eine Emotion, die ich schon ziemlich lange nicht mehr gefühlt hatte....:x:shock:

    Ein Aufbäumen des - nur scheinbar- geschrumpften Egos, uiuiui...:eek:


    Ich ging innerlich auf Distanz und nahm zunächst einfach nur mit Achtsamkeit wahr, was sich da im Geist abspielte, merkte aber, dass die Gedanken nicht weiterzogen, sondern begannen, sich im Kreis zu drehen...

    Also versuchte ich, durch Reflexion, die Ursachen für das Kränkungsgefühl zu eruieren, eine kleine "Psychoanalyse" vorzunehmen und die Gedanken wieder in eine positivere Richtung zu lenken - gemäß den "4 Anstrengungen":

    Zitat

    A.IV.13 Die vier rechten Kämpfe I - 3. Padhāna Sutta

    Vier rechte Kämpfe (*1) gibt es, ihr Mönche. Welche vier?

    Da erzeugt, ihr Mönche, der Mönch in sich den Willen, nicht aufgestiegene üble, unheilsame Dinge nicht aufsteigen zu lassen;

    er strebt danach, setzt seine Willenskraft ein, spornt seinen Geist an und kämpft darum.


    Er erzeugt in sich den Willen, aufgestiegene üble, unheilsame Dinge zu überwinden;

    er strebt danach, setzt seine Willenskraft ein, spornt seinen Geist an und kämpft darum.


    Er erzeugt in sich den Willen, nicht aufgestiegene heilsame Dinge aufsteigen zu lassen;

    er strebt danach, setzt seine Willenskraft ein, spornt seinen Geist an und kämpft darum.


    Er erzeugt in sich den Willen, aufgestiegene heilsame Dinge zu festigen, nicht schwinden zu lassen, sondern sie zu Wachstum und voller Entfaltung zu bringen; er strebt danach, setzt seine Willenskraft ein, spornt seinen Geist an und kämpft darum.


    https://www.palikanon.com/angutt/a04_011-020.html#a_iv13

    Alles anzeigen

    Kurz:

    Negatives: vermeiden-überwinden,

    Positives: erhalten - entfalten


    ambi:

    Dann wenn ich denke, losgelassen zu haben und es verstanden zu haben, stehe ich in der Früh auf oder vor dem Einschlafen kommen Gedanken und schon geht es in die andere Richtung.

    Ja, diese Hartnäckigkeit "lästiger" Gedanken kenne ich auch...

    Das vermeintliche Loslassen mag manchmal vielleicht nur ein "Lockerlassen" gewesen sein und es braucht noch etwas Zeit, resp. Geduld, bis die Gedanken endgültig davonfliegen...:taube:


    Tatsächlich bewahrheitet sich auch immer wieder:

    Widmet man einer Sache (zu) viel Aufmerksamkeit, wird sie wachsen, sich vergrößern, sich u.U. manifestieren und zunehmend Raum und Zeit beanspruchen.


    "Erkennen - nicht tadeln - ändern" war die Formel der Theravada-Nonne Ayya Khema (1923-1997) im Umgang mit unheilsamen Gedanken,

    ihr ehemaliger Schüler Roland Nyanabodhi empfahl später sein "WAHLprogramm":

    "Wir haben eine Wahl: Wahrnehmen-Annehmen-Heilen- + Loslassen"


    Das "Annehmen" ist dabei die Vorstufe zum Loslassen..;)


    Alles Gute für dich! :sunny::heart::klee::buddha:


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • Hotte
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    • 21. August 2026 um 04:12
    • #18
    ambi:

    Einerseits möchte man wachsen und sieht so viel mehr als man sein Leben lang gesehen hat, andererseits, wenn man sich zB über das Thema Narzissmus informieren möchte weil man verstehen möchte, kommen unzählige Videos und Beiträge wie schlecht man doch ist und wie sehr man auf Abstand gehen sollte... und da ist der Punkt wo ich merke, dass ich noch nicht so gefestigt bin und ich Angst vor mir bekomme und wütend auf mich bin...


    Mir hat die Erkenntnis geholfen, dass mein Problem auf der psychologischen Ebene allein nicht zu lösen ist:


    Das Ich sucht Schutz und Sicherheit. Um dieses Ziel zu erreichen, nutzt es verschiedene Strategien, die sich letztlich alle den Kategorien von Gier (Haben-Wollen) und Hass (Abneigung/Angst) zuordnen lassen. Sich über andere zu stellen (Erhöhung) oder sich anzupassen (Unterordnung) sind solche Strategien.


    Irgendwann im Leben erkennen wir, dass diese Bemühungen nicht wirklich was taugen und allenfalls kurzfristig Erleichterung bringen. Das ist unser Glück, weil wir erst dann aus diesem Hamsterrad aussteigen wollen und nach Alternativen suchen.


    Ich habe diese Alternative im Buddhismus gefunden, weil ich sehe, dass Buddha recht hat: Wir leiden, weil wir glauben, wir müssten mit Hilfe dieser Strategien unser Überleben sichern. Damit sind wir so beschäftigt, dass wir vor lauter Sorge um uns gar nicht merken, dass dieses „Ich“ nur eine Illusion ist.


    Unsere Handlungsweisen auf der Ich-Ebene sind insoweit dann auch egoistisch und erzeugen die Angst, „narzisstisch“ zu sein, aber im Grunde sind sie weder gut noch böse. Sie sind einfach nur ungeeignet, das Problem wirklich zu lösen.

    DON'T HATE, MEDITATE.

  • Samadhi1876
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    • 21. August 2026 um 05:22
    • #19
    Hotte:

    Mir hat die Erkenntnis geholfen, dass mein Problem auf der psychologischen Ebene allein nicht zu lösen ist:

    Das ist auch meine Erfahrung. Irgend wann kommt auch das psychologische Selbst an Seine Grenzen. Im Umgang mit sich selbst und anderen. Der Gesellschaft, globalen Krisen, Kapitalismus, Fragen nach dem Sinn des Lebens, wer war „ich“ bevor ich geboren wurde, wo wird ich sein wenn der Körper zerfallen ist.


    Meditation, bzw. bewusster zu Atmen hilft auch wieder zu entschleunigen, Gedanken und Emotionen besser einfach sein lassen zu können und ihnen nicht sofort folgen zu müssen. Achtsamkeit wieder auf gewisse Dinge zu lenken die vorher verloren gegangen ist.


    Viele Psychotherapien bedienen sich mittlerweile aber auch der Meditation oder Elemente aus dem Zen.


    Zu erkennen und verstehen was einen in der Kindheit verändert hat, etwaige fehlende Liebe Mitgefühl, wann man Opfer von Tätern war, das man selbst nicht Schuld war, Ursachen für verschiedene unerklärliche Ängste zu erkennen und zu heilen, sein psychologisches wahres Selbst zu finden, finde ich allerdings genauso wichtig wie sein spirituelles wahres Selbst zu finden.


    Sonst versteht man sich selbst irgendwie nicht ganz oder nur zur Hälfte oder gar nicht. Man funktioniert nur irgendwie. Aber nicht so wie man eigentlich sein wollte oder besser könnte.

  • JoJu91
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    • 21. August 2026 um 08:45
    • #20
    ambi:

    mich würde interessieren wie ihr mit eurem Ego umgeht

    Das Ego wird zum Problem in dem Maße, in dem es zum Herrscher wird anstatt Diener zu sein.


    Ich bin der Schauspieler, der in diesem Leben seine Rolle spielt.

    Der Regisseur läßt mir beim Spiel meiner Rolle gewisse Freiräume, solange ich meine Rolle gut spiele.


    Die hohe Kunst ist es, meine Rolle in diesem Leben (wieder) zu erkennen, wenn der Kontakt zum Regisseur wieder mal verloren gegangen ist.


    Eine spannende Frage ist:

    Inwieweit hatte ich bei der Festlegung meiner Rolle für dieses Leben ein Mitsprache-Recht ?

    Hat mich der Regisseur vor meiner Rolle gewarnt, und ich wollte sie trotzdem spielen ?

    Welche Rolle möchte ich "im nächsten Leben" spielen ... ?


    :taenzerin::taenzer::cry:

  • ambi
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    • 21. August 2026 um 09:09
    • #21
    Hotte:

    Das Ich sucht Schutz und Sicherheit. Um dieses Ziel zu erreichen, nutzt es verschiedene Strategien, die sich letztlich alle den Kategorien von Gier (Haben-Wollen) und Hass (Abneigung/Angst) zuordnen lassen. Sich über andere zu stellen (Erhöhung) oder sich anzupassen (Unterordnung) sind solche Strategien.


    Hat Angst deiner Meinung nach wirklich mit Hass zu tun? Hass wem oder was gegenüber?

    Angst ist neben dem Hochmut ein ständiger Begleiter - habe auch schon darüber gelesen, dass Angst eine Reaktion des Egos ist, aber ich glaube wahrzunehmen, dass es noch eine andere Angst gibt - und damit meine ich nicht, die Angst, die uns vor gefährlichen Tieren beschützen sollte mit einer Kampf- oder Fluchtreaktion, sondern eine Angst, zum Beispiel vor der inneren Leere, die Leere die vielleicht im Kindesalter nicht gesättigt worden ist - oder ist es alles das gleiche? Die Unterscheidung fällt mir persönlich noch schwer ...

  • ambi
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    • 21. August 2026 um 09:27
    • #22

    Einen besonderen und von Herzen kommendes Danke für eure Nachrichten ❤️ - sie geben mir zum Nachdenken aber auch machen sie momentan etwas mit mir, was ich nicht beschreiben kann und fühle mich nicht bei mir ... eher als würde ich neben mir stehen...

    Samadhi1876:


    Aber alles ist ein Prozess. Und man kann auch nichts sofort erzwingen. Alles braucht immer seine Zeit…


    Ich habe mir das Video angeschaut und es ist wirklich sehr informativ, auch hat es mir kurzzeitig die Möglichkeit gegeben, mehr zu verstehen, andere und mich, es fühlt sich auch genau so an wie beschrieben. Die heutige Zeit macht es einem natürlich nicht besser, aber Social Media etc. nutze ich schon seit Jahren nicht mehr, zwar waren es da die politischen Beiträge, die mir schon vor Beginn des Tages wütend machen ließen aber auch habe ich gemerkt, dass man seine Bestätigung im Außen sucht, nachschaut ob jemand geantwortet hat, den Kontrollzwang hat es auf jeden Fall sehr gefördert und daher habe ich beschlossen, bis ich nicht damit umgehen kann, mich überall abzumelden und zuerst mal daran zu arbeiten. Die Geduld ist neben allem eine sehr große Herausforderung ...


    Anna Panna-Sati:

    Es hört sich so an, als würdest du (permanent?) Dialoge mit deinem "Ego" führen, dem ein (wahres) Selbst zwar gegenübersteht, welches aber - gefühlt - dauernd vom Ego übertönt wird?

    Oder ist es so, dass du bestimmte Gedanken, die du als Ego-generiert bewertest, bewusst von anderen, z.B. altruistischen, Gedanken trennst?


    Hm ... schwer zu sagen ... in letzter Zeit ist es so, dass ich nicht mehr weiß was das Selbst ist und was das Ego... aber ja ich würde es manchmal sogar in 3 Bereiche einteilen, das Selbst, das Ego mit den verschiedenen Masken und dann etwas sehr leeres und schweres welche Worte sind, die ich angenommen und immer wieder wiederhole aus der Kindheit ... wobei wenn ich so darüber nachdenke, wenn ich den narzisstischen Anteil zuhöre, dann sind das Ängste aus der Familie, Meinungen, die ich gehört habe, wo ich mich als Kind immer dagegen gewehrt habe weil es in meinen Augen nicht richtig ist zB über andere zu urteilen, weil ich hier mehr als das oberflächliche sehen konnte und auch den Gedanken hatte "wenn er damit happy ist, dann soll er tun" aber vielleicht bröckelt das Ganze weil ich es mir anschaue... es wird gefühlt stärker, alleine wenn ich mich darüber informiere ... aber wenn ich ruhige Momente habe, und ich gerade mitten im Hamsterrad bin und dann der Gedanke kommt, nachzufragen wer das eigentlich ist, wird es ganz ruhig - da habe ich das Gefühl als würde diese Stimme sich ertappt fühlen und sich sofort wieder zurückziehen - da kommt nichts zurück... schwer zu erklären...


    Ich wünsche euch allen alles alles Liebe :heart:_()_

  • mukti
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    • 21. August 2026 um 09:55
    • #23
    ambi:

    mich würde interessieren wie ihr mit eurem Ego umgeht - ich beschäftige mich schon eine Weile mit den buddhistischen Lehren, mal mehr mal weniger, in letzter Zeit mehr da ich ein ziemliches Problem mit Anhaftung und Loslassen habe.

    Ich beobachte es. Das Ego ist ein Selbstbild, eine Vorstellung. Ich halte mich für diese Person, die in der Vorstellung erscheint und bin sehr daran angehaftet. Wenn ich sie einfach nur beobachte, geschieht die Loslösung.

    Mit Metta, mukti.


  • Hotte
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    • 21. August 2026 um 12:21
    • #24
    ambi:

    Hat Angst deiner Meinung nach wirklich mit Hass zu tun? Hass wem oder was gegenüber?

    Ja, Angst ist die Ursache von Hass. Hass steht allgemein für Abneigung und Widerstand. Diese Abneigung kennen wir in unterschiedlichen Stärken: In leichter Ausprägung geht es um harmlose Vorlieben ("ich mag keinen Knoblauch"), in starker Ausprägung ist es dann eine Abwehrreaktion gegen eine Bedrohung, die entweder von außen (das Haus brennt) oder von innen (innere Leere) kommt.


    ambi:

    Angst ist neben dem Hochmut ein ständiger Begleiter - habe auch schon darüber gelesen, dass Angst eine Reaktion des Egos ist, aber ich glaube wahrzunehmen, dass es noch eine andere Angst gibt - und damit meine ich nicht, die Angst, die uns vor gefährlichen Tieren beschützen sollte mit einer Kampf- oder Fluchtreaktion, sondern eine Angst, zum Beispiel vor der inneren Leere, die Leere die vielleicht im Kindesalter nicht gesättigt worden ist - oder ist es alles das gleiche?

    Ich sehe das so wie du auch: Die Angst vor der innere Leere ist deswegen besonders belastend, weil sie eine tiefe Existenzangst ist, die im Hintergrund irgendwie immer (selbst noch in den Träumen) mitmischt. Für mich ist es da sehr verständlich, wenn das Ego unter diesem Dauerdruck den Hochmut aus seinem Strategien-Koffer auspackt, um sich selbst zu schützen.

    DON'T HATE, MEDITATE.

  • Samadhi1876
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    Buddh. Richtung
    • 21. August 2026 um 13:38
    • #25

    „Grundformen der Angst“ von Riemann beschreibt Entstehung und Symptome von Angst. Angst hat eigentlich jeder:

    Angst warnt auch ganz natürlich vor Gefahren. Da weiß man eigentlich auch sofort warum sie da ist.


    Angst hat oft mit Erfahrungen die man gemacht hat zu tun:

    ZB Feuer ist heiß und kann verbrennen und zerstören.

    Angst vor der Dunkelheit, denn da können wir nichts sehen und wissen was geschehen wird. Genauso wie Angst vor dem Sterben und nicht zu wissen was danach ist.

    Dann gibt es aber auch die Angst vor der Angst. Weil man eben nicht genau weiß wann sie erscheint und warum. Also mehr unterbewusst getriggert wird. Irgend wann mal entstanden ist. Oder man bisher mehr negative als positive Erfahrungen gemacht hat: zb mit anderen Menschen, vor allem die, die wir nicht kennen, und da alle Menschen mehr oder weniger auch unterschiedlich sind. Und mit sich selbst in dem Zusammenhang. Oft auch aus Erfahrungen in der Kindheit heraus.


    Soziale Phobie (Angst):


    Wie zb „Lampenfieber“ und Angst vor anderen zu versagen.

    Oder Angst sich anderen verletzlich zu zeigen oder andere könnten diese Angst durchschauen, man wäre durchsichtig geworden, und man wäre dadurch nicht mehr geschützt, völlig hilflos.


    Oder Angst vor dem Alleinsein und Verlassen werden,


    Wir tragen auch alle mehr oder weniger „Masken“ um uns vor anderen zu schützen.

    Wie man sehen kann, enthalten meine Beispiele meist Situationen aus dem Alltag, und fast alle haben mit Beziehungen zu uns selbst (was wir von uns selbst halten, Wert fühlen, lieben, wie mächtig und sicher wir uns selbst fühlen, wie freundlich sind wir zu uns selbst) und anderen (wie sehen sie uns, wie reagieren sie auf uns, wie freundlich sind sie zu uns) zu tun.


    Wie Hotte auch schon sagte spielt die Intensität (auch Häufigkeit) der Angst auch immer eine Rolle, dh wie stark schränkt sie im Leben ein. Und Hass oder Wut kann auf sich selbst oder anderen dabei gerichtet sein:


    Als Abwehrreaktion um sich zu schützen vor sich selbst und/oder anderen.


    Ich glaube wenn man weiß woher die Angst kommt, und die Zusammenhänge besser versteht, auch mögliche ältere Ursachen, dann kann man auch besser damit arbeiten, und auch besser zwischen damals und heute unterscheiden: ansonsten wird Angst im Alltag möglicherweise unterbewusst vom Bewusstsein angetriggert durch Situation X aber man versteht nicht warum: Ursache Y.


    Danach braucht es möglicherweise auch neue Erfahrungen um mit der Angst besser umgehen zu können. Möglicherweise auch in Begleitung von Therapeuten. EMDR ist so ein Beispiel.


    Es gibt auch viele Möglichkeiten sich vorher selbst zu befragen. Zb „den leeren Stuhl“.

    Manchmal fehlt es aber auch einfach nur an Erinnerungen. Weil etwas zum eigenen Schutz (Überlastung als Kind) verdrängt und getrennt im Gedächtnis abgelegt wurde.

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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