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  1. Buddhaland Forum
  2. Anna-Lyse Dhamma

Beiträge von Anna-Lyse Dhamma

  • Sich-Kümmern.../ Abstand, Abgeschiedenheit

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 6. November 2026 um 19:06

    Ihr Lieben, :)


    Eines meiner Lieblingssuttas ist das Sedaka Sutta (S.N. 47.19), dessen Kernaussagen sich m.E. im täglichen Leben als sehr hilfreich und heilsam bewähren:

    Zitat
    • Auf sich selber achtend, ihr Mönche, achtet man auf die anderen.
    • Auf die anderen achtend, achtet man auf sich selber.


    Und wie, ihr Mönche, achtet man, auf sich selber achtend, auf den anderen?

    • Durch Pflege, durch Entfaltung, durch häufiges Tun.

    So, ihr Mönche, achtet man, auf sich selber achtend, auf den anderen.


    Und wie, ihr Mönche, achtet man, auf den anderen achtend, auf sich selber?

    • Durch Geduld (khanti),
    • durch Gewaltlosigkeit (avihiṃsā),
    • durch Liebe (mettacitta),
    • durch [An-]Teilnahme (anudaya).

    So, ihr Mönche, achtet man, auf den anderen achtend, auf sich selber.


    https://www.palikanon.com/samyutta/sam47.html#s47_19

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    In einem Buch des buddhistischen Mönchs Ajahn Brahm ("Die Kuh, die weinte") gibt er Antwort auf 3 wichtige Fragen

    (Basis dafür war wohl die Kurzgeschichte "Drei Fragen" von Leo Tolstoi - https://de.wikipedia.org/wiki/Drei_Fragen):

    • Wann ist die wichtigste Zeit? - JETZT. -
    • Wer ist der wichtigste Mensch? - Der, mit dem ich gerade zusammen bin, mein "NÄCHSTER". -
    • Was ist die wichtigste Sache, die zu tun ist? - SICH KÜMMERN. -


    Der Buddha ermahnte beispielsweise auch die Bhikkhus, sich gegenseitig zu unterstützen und ggf. kranke Mitbrüder zu pflegen:

    Zitat

    MV.VIII.26 - 224. Gilānavatthukathā

    "Gibt es, ihr Mönche, in diesem Kloster einen kranken Mönch?" - "Den gibt es, Erhabener." -

    "Welche Krankheit, ihr Mönche, hat dieser Mönch?" - "Jenes Ehrwürdigen Krankheit, Verehrungswürdiger, ist die Ruhr." - "Gibt es, ihr Mönche, für jenen Mönch einen Pfleger?" - "Das gibt es nicht, Erhabener." -

    "Warum pflegt (ihr) jenen Mönch nicht?" - "Dieser Mönch, Verehrungswürdiger, half den Mönchen nicht, daher pflegen (wir) jenen Mönch nicht." -


    "Nicht habt ihr, Mönche, Mutter und Vater, die euch pflegen würden. Wenn ihr, ihr Mönche, euch nicht gegenseitig pflegt, wer sonst sollte euch pflegen?


    So, wie man mich pflegen würde, so soll man Kranke pflegen. (3)


    https://www.palikanon.com/vinaya/mahavagga/mv08_16-32.ht

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    In unserer - christlich/katholisch geprägten - Familie wurde das Sich-Kümmern immer praktiziert und GROß geschrieben.


    Und dennoch kam es nun, vor wenigen Tagen, zu einem schrecklichen Ereignis....


    Es geht um die Schwester meiner Mutter (86 J.), die ca. 12 km von ihr entfernt, seit fast 20 Jahren alleine (verwitwet) in ihrer Wohnung lebte. Trotz ihrer 84 Jahre noch recht fit, aber - von Kindheit an - psychisch krank und dadurch im Umgang sehr "schwierig", was nach und nach zu einer völligen Isolierung von sozialen Kontakten führte (keine FreundInnen, kein Kontakt zu Nachbarn oder anderer Verwandtschaft - einzige gelegentliche Treffen: mit meinen Eltern - ich wohne zu weít entfernt-).


    Vor 2 Jahren stürzte sie mal schwer und danach regte ich an, dass sie täglich 1 x bei meiner Mutter/ihrer Schwester anrufen (ohne Entgegennahme) und so ein "Lebenszeichen" von sich geben solle - dies wurde auch umgesetzt.

    Im Frühling diesen Jahres blieb der Anruf 1 x aus und der Gegenanruf wurde nicht angenommen. Mein Bruder fuhr mit unserer Mutter nach 2 Tagen (vorher: "keine Zeit") zur Wohnung hin und es stellte sich heraus, dass nur der Router vom Telefon defekt gewesen war.


    Vorletzten Dienstag kam wieder kein Anruf von E. und niemand hob beim Gegenanruf ab.

    Meine Mutter hatte wenig Lust, "schon wieder" hinzufahren" und mutmaßte leichthin, ihre Schwester habe wohl "anderes zu tun"...

    Einen Tag später erzählte sie mir am Telefon davon und LEIDER verzichtete ich diesmal darauf, sie nachdrücklich zu bitten, zur Wohnung ihrer Schwester zu fahren, notfalls halt mit dem Taxi...:nosee:


    Meine Mutter wartete letztlich ganze 6 Tage, bis mein Bruder, diesen Montag, endlich Zeit hatte, sie zur Wohnung ihrer Schwester zu chauffieren....


    Keine Reaktion auf das Türklingeln, dann - bangen Herzens - Wohnungstür aufgeschlossen. Es empfing sie Chaos, verstreute Gegenstände, überall Blutflecken und im Schlafzimmer, vor dem Bett, lag meine Tante, unbekleidet, TOT. :cry:

    Mein Bruder rief sofort Polizei und Notarzt, weil Blut geflossen war und ein Fremdverschulden nicht ausgeschlossen schien.

    Der Notarzt/Polizeiarzt ging dann aber von einem "Schlaganfall" aus, Todeszeitpunkt ca. "vor 3 Tagen"....:shock::nosee:


    Meine Mutter sprach vom "schrecklichsten Tag ihres Lebens", als sie mir am Telefon die grauenvolle Nachricht übermittelte (sie verschwieg allerdings noch einige Details!), ich weinte mit ihr und versuchte, zu trösten: "JETZT leidet sie nicht mehr...und sie war immerhin bis zuletzt selbstbestimmt in ihrer Wohnung..."



    Die letzten Tage versuchte ich, einfach nur Abstand zu gewinnen, denn helfen/tun kann ich - u.a. aufgrund meiner Verletzungen nach einem Fahrradunfall vor einigen Wochen - derzeit nichts.


    Meine Mutter will ohnehin auch nicht mehr von der "Sache" sprechen, sie setzte schon von jeher stets auf Verdrängen und Schönreden - so überlebte sie bisher sämtliche tragischen Ereignisse, (nach eigenem Bekunden) ohne seelisch dauerhaften Schaden zu nehmen.

    Der Leichnam ihrer Schwester soll, sobald von der Polizei freigegeben, schnellstmöglich eingeäschert und im Familiengrab versenkt werden - ohne Trauerfeier, ohne Pfarrer....


    ABSTAND/Distanz (zeitlich, räumlich, sozial)

    • ändert nicht die Realität, beeinflusst aber Emotionen und Sicht-/Denkweisen
    • macht (eigentlich) Unerträgliches erträglicher, verhindert u.U., dass man daran zerbricht


    Der Buddha brauchte anscheinend auch immer wieder Abstand von der Sangha ( inkl. den "allzu menschlichen" Problemen, die eine größere Gemeinschaft fast zwangsläufig mit sich bringt) und seiner Lehrtätigkeit, es zog ihn in die Abgeschiedenheit der Wälder, wo es wohl wegen der reizarmen Umgebung auch leichter fällt, zu meditieren und die Jhanas zu erreichen.


    Entscheidend ist, dass man aus äußerer und innerer Abgeschiedenheit wieder zurückkehrt... - und "sich kümmert".

    Das habe ich mir auch vorgenommen...(wenn Schock, Trauer, Schuldgefühle etc. ...sich beruhigt haben).

    Zitat

    "Wer nur meditiert, ohne sich um seine Mitmenschen zu kümmern, praktiziert nicht effektiv genug."

    "Sich um die Interessen der Anderen zu kümmern, ist die beste Form der Eigenvorsorge." (Dalai Lama)


    Wie bringt IHR den manchmal nötigen Abstand, Abgeschiedenheit und "Sich-Kümmern" zusammen?


    Liebe Grüße, Anna-Lyse :) _()_:heart:

  • Majjhima Nikāya 44, Cūḷavedallasutta

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 6. November 2026 um 15:15
    Qualia:

    Von dukkha befreit nur das Sterben und Zerfallen.

    :o

    Sterben ist doch eine Form von Dukkha - vielleicht die am schwersten erträgliche - und bei einem Nicht-Befreiten folgen, dem Karma entsprechend, danach wieder weitere Daseinsformen...

    (Wir befinden uns hier im Theravada-Unterforum. ;))


    Auch "Zerfallen" - es beginnen ja schon vor dem Tod diverse "Auflösungserscheinungen" - zeigt die (leidhafte) Vergänglichkeit und bringt beim Weltling/Puthujjana eher Dukkha (Angst, Trauer,..) hervor, als davon zu befreien.

  • Majjhima Nikāya 44, Cūḷavedallasutta

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 5. November 2026 um 22:46
    Elliot:
    Anna-Lyse Dhamma:

    Hätte noch eine Frage bezüglich M.N.44:

    Warum wird in diesem Sutta

    Befreiung als GEGENSTÜCK zu "wahrem Wissen" und
    Nibbana als GEGENSTÜCK zu "Befreiung" bezeichnet?

    'Gegenstück' ist hier weniger als 'Gegenteil' zu verstehen, mehr als 'Ergänzung', 'Vervollständigung".

    Ja, danke, lieber Elliot , das habe ich mittlerweile auch in einer Fußnote des Suttas gelesen:

    Zitat

    [7] "Gegenstück" (paṭibhāga) hat zwei Bedeutungen: "Gegenteil" oder "Ergänzung".


    Für eine ausführlichere Erklärung befragte ich jetzt noch die KI:


    Warum wird in der Lehrrede M.N. 44 Befreiung als GEGENSTÜCK zu Nibbana bezeichnet?

    norbu.jpg

    „Gegenstück“ ist hier leicht missverständlich. Das Pali-Wort paṭibhāga bedeutet eher „Entsprechung“, „korrespondierende Seite“ oder „komplementäres Gegenüber“ — nicht „Gegensatz“ oder „Antithese“.

    In MN 44 wird zunächst Nibbāna so erklärt:

    „Die Zerstörung von Gier, Hass und Verblendung wird Nibbāna genannt.“

    Wenn darauf „Befreiung“ (vimutti) als Entsprechung genannt wird, lässt sich die Beziehung so verstehen:

    Nibbāna bezeichnet die Beendigung der Befleckungen selbst — das Erlöschen von Gier, Hass und Verblendung.

    Vimutti bezeichnet die daraus bestehende Befreiung des Geistes — der Geist ist von diesen Befleckungen losgelöst und nicht mehr durch sie gebunden.

    Es handelt sich also um zwei Perspektiven auf denselben Befreiungsvorgang:

    „Nibbāna“: Was ist erloschen beziehungsweise beendet?

    „Vimutti“: Was ist dadurch frei geworden?

    „Gegenstück“ bedeutet daher nicht, dass Nibbāna und Befreiung zwei gegensätzliche Dinge seien. Ebenso wenig ist Befreiung etwas, das Nibbāna gegenübersteht oder Nibbāna erst hervorbringt. Sie sind eng verbunden und in der endgültigen Verwirklichung nicht voneinander zu trennen, können aber begrifflich unterschieden werden.

    Eine vorsichtige Analogie wäre:

    Nibbāna ist wie das Erlöschen eines Feuers; vimutti ist wie die Befreiung von der Gefahr und Bedrängnis dieses Feuers.

    Die Analogie ist unvollkommen, weil Nibbāna nicht bloß ein äußerer Vorgang ist.

    Im Theravada wird außerdem zwischen dem Weg zur Befreiung und der verwirklichten Befreiung unterschieden.

    Der edle achtfache Weg führt zur Überwindung der Ursachen des Leidens; vimutti bezeichnet die befreite Geistessituation, während Nibbāna die Verwirklichung beziehungsweise das Erlöschen der Befleckungen bezeichnet.

    Kurz gefasst:

    Nibbāna ist die Erlöschung von Gier, Hass und Verblendung.

    Vimutti ist die Befreiung des Geistes durch diese Erlöschung.


    Das Wort „Entsprechung“ wäre hier wahrscheinlich klarer als „Gegenstück“.


    Liebe Grüße, Anna-Lyse :)_()_:heart:

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 4. November 2026 um 20:58

    Hallo, lieber Tim1 ,

    Tim1:

    Mich beschäftigen die Fragen, wie wir mit Leid umgehen, wie wir anderen Menschen begegnen, wo Mitgefühl endet und wo Selbstschutz notwendig wird. Das sind für mich sehr wohl buddhistische Themen.

    Ja, das sind alles Themen, die das Leben (und damit auch Buddhas Lehre) betreffen , welches nach den Wünschen aller "Wesen" möglichst glücklich und frei von Leid(en) verlaufen sollte...

    Es ist m.E. durchaus möglich (und heilsam für alle Beteiligten), sich selbst zu schützen (z.B. durch ruhiges, aber bestimmtes Ziehen einer Grenze...) ohne dabei das Mitgefühl für Andere (inkl. Menschen, die einem respektlos oder/und aggressiv gegenübertreten) enden zu lassen.


    Man könnte, in einer ruhigen Stunde, (für sich) versuchen

    zu ergründen, warum Andere sich so gebärden und

    sich bewusstmachen, dass eben auch jenes Verhalten bedingt entstanden ist.


    So fällt es leicht(er), Mitgefühl mit sich UND den Menschen, die u.U. "Böses" tun, aufzubringen (allein schon deshalb, weil letztere schlechtes Karma erzeugen,wie Ayya Khema betonte ;)....).

    Tim1:

    Was mich stört, ist, wenn daraus immer wieder abgeleitet wird, dass man letztlich selbst das Problem ist und nur an seiner Einstellung arbeiten müsste

    Da man Andere schwerlich ändern kann, wendet man sich im Buddhismus demjenigen zu, der sich ärgert und leidet, aber über das Potenzial verfügt, irgendwann zu erkennen, dass nur er selbst seine Heilung herbeiführen kann.


    Du weißt es doch auch ;) - Schau dir einfach noch mal deinen Beitrag # 33 im Thread "Wut, Zorn" an - 2 Zitate:

    (RE: Wut, Zorn):

    Tim1:

    Der Weg auch hier führt leider immer über einen selbst - ich habe mein Leben lang gedacht, ich könnte etwas bewegen bei Anderen, bei vielen Themen, irgendwann habe ich verstanden, das klappt nicht.

    Tim1:

    Eine Regel versuche ich auch zu lernen, je höher der Druck wird, desto langsamer versuche ich zu reagieren und dadurch entsteht einfach mehr Kontrolle.

    :like:_()_Danke für den Tipp! :)


    Wie schön, dass du auch das Positive und Gute wahrnimmst:

    Tim1:

    ich bin auch dankbar für über 30 Jahre, wo ich viel Gutes auch erfahren habe, einen sicheren Arbeitsplatz, Ich bin unkündbar, kann theoretisch krank sein, was ich kaum bin, da gibt es auch viel Gutes wie gesagt.

    :like:

    Tim1:

    Weißt du Schneelöwin, warum ich die Arbeit so mag?

    Weil sie das Beste Übungsfeld ist überhaupt um meine eigene Weiterentwicklung zu beurteilen.

    :like:Aber bitte mit viel Selbstliebe und - Mitgefühl (Metta/Karuna), also nicht selbst unter Druck setzen....;)


    Noch eine Empfehlung für ein YouTube-Video - vielleicht spricht dich der Vortrag dieser engagierten buddhistischen Lehrerin (sie ist übrigens 77 Jahre "jung") ja an?:


    Externer Inhalt youtu.be
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    Alles Gute für dich! :sunny::heart::klee::taube:


    Liebe Grüße, Anna-Lyse :):heart:_()_

  • Mitgefühl im Alltag

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 4. November 2026 um 20:05
    void:

    Ich muss an den Comicstrip " Mitleid in alle erdenklichen Richtungen" von Katz und Goldt denken, wo es darum geht, dass Menschen Mitleid miteinander haben ohne dass das faktisch die geringste Konsequenz hat.

    Es ist ja kein "echtes" Mitleid, das ev. zu hilfreichen Taten führen würde, was da im Comic gezeigt wird, eher ein (scheinbares) Bedauern "von oben herab", inkl. unterschwelligem leisen Spott, bzw. subtiler Häme...

    Diese "Mitleidigen" leiden nicht wirklich mit, sondern ziehen sich schlimmstenfalls noch am "Elend" der "Bedauernswerten" hoch.

  • Majjhima Nikāya 44, Cūḷavedallasutta

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 4. November 2026 um 19:50

    Liebe Schneelöwin und lieber mukti , herzlichen Dank für eure inspirierenden, unterstützenden Beiträge, deren Inhalt mich sehr ermutigt und motiviert. _()_:heart:


    JoJu91:

    Was bleibt übrig, wenn dukkha verschwunden ist ?

    Nibbana?

    Upasaka Dhammavicayo:

    Da bleibt nichts übrig, was man greifen oder zeigen könnte.

    Sehen, hören, fühlen, denken laufen weiter, nur ohne den Leidenszusatz und ohne dass sich jemand damit identifiziert.

    _()_ Ja, Leiden ist etwas, das aufgrund des Begehrens (Habenwollen/Nicht-Habenwollen) und Verblendung/Unwissenheit "hinzukommt/hinzugefügt" wird...

    Nach "Versiegen der Triebe" (Asavas) erlöschen Gier, Hass, Verblendung und "übrig" bleibt innerer Frieden, ein gleichmütiger, klarer, freier Geist.

    Zitat

    Majjhima Nikāya 4

    ....Ich erkannte unmittelbar der Wirklichkeit entsprechend:

    'Dies ist der Ursprung der Triebe.' Ich erkannte unmittelbar der Wirklichkeit entsprechend: 'Dies ist das Aufhören der Triebe.' Ich erkannte unmittelbar der Wirklichkeit entsprechend: 'Dies ist der Weg, der zum Aufhören der Triebe führt.'"


    32. "Als ich so wußte und sah, war mein Geist vom Sinnestrieb befreit, vom Daseinstrieb und vom Unwissenheitstrieb.


    Als er so befreit war, kam das Wissen: 'Er ist befreit.' Ich erkannte unmittelbar:


    'Geburt ist zu Ende gebracht, das heilige Leben ist gelebt, es ist getan, was getan werden mußte, darüber hinaus gibt es nichts mehr [3]


    https://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m004z.html

    Alles anzeigen


    Die folgende Formulierung (Maha Vagga 6) :

    Zitat

    ....Während diese Belehrung dargelegt wurde, ging dem ehrwürdigen Koṇ­ḍañña das klare, reine Auge der Wahrheit auf: ‘Wenn irgend etwas als seine Eigenschaft das Entstehen hat, all das hat als seine Eigenschaft die Vergänglich­keit.’ [48] 


    https://www.palikanon.com/vinaya/1-mvg/m…-06.html#mv01_6

    ...bezeichnet jedoch "nur" den Stromeintritt (Sotapatti), bei dem 3 (von 10) Fesseln gelöst wurden - es gibt da also "noch was zu tun", bis Dukkha vollständig verschwunden ist.


    Hätte noch eine Frage bezüglich M.N.44:

    Warum wird in diesem Sutta

    • Befreiung als GEGENSTÜCK zu "wahrem Wissen" und
    • Nibbana als GEGENSTÜCK zu "Befreiung" bezeichnet?


    Zitat

    (Gegenstücke)

    29. "Ehrwürdige, was ist das Gegenstück [7] zum angenehmen Gefühl?"

    "Freund Visākha, schmerzhaftes Gefühl ist das Gegenstück zum angenehmen Gefühl."

    "Was ist das Gegenstück zum schmerzhaften Gefühl?"

    "Angenehmes Gefühl ist das Gegenstück zum schmerzhaften Gefühl."

    "Was ist das Gegenstück zum weder-schmerzhaften-noch-angenehmen Gefühl?"

    "Unwissenheit ist das Gegenstück zum weder-schmerzhaften-noch-angenehmen Gefühl."

    "Was ist das Gegenstück zur Unwissenheit?"

    "Wahres Wissen ist das Gegenstück zur Unwissenheit."

    "Was ist das Gegenstück zum wahren Wissen?"

    "Befreiung ist das Gegenstück zum wahren Wissen."

    "Was ist das Gegenstück zur Befreiung?"

    "Nibbāna ist das Gegenstück zur Befreiung."


    https://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m044z.html

    Alles anzeigen


    Liebe Grüße, Anna-Lyse :):heart:_()_

  • Majjhima Nikāya 44, Cūḷavedallasutta

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 31. Oktober 2026 um 12:19

    Vielen Dank, lieber mukti , für deine guten Wünsche und anregenden Beiträge. _()_:heart::like:

    mukti:

    Und ist dieses Beobachten der Frustration nicht an sich schon hilfreich?

    Ja, gewissermaßen schon, weil beim Beobachten eine heilsame Distanz entsteht, eine Art Loslösung.

    mukti:

    Was man beobachtet, kann man ja nicht sein, es ist ein Gefühl, das man nicht unbedingt ergreifen muss.

    Wenn sich durch die Übung des Beobachtens ein wenig Befreiung erfahren lässt, ist das viel lehrreicher, als nur darüber nachzudenken.

    Ein Problem ist die mögliche Identifikation mit dem Beobachter ("Ich" sehe da Frustration.") - dadurch kann die Illusion einer "Kontrolle" entstehen (oder gar der Wunsch einzugreifen...).

    Ums Nachdenken kommt man eh nicht herum, weil dauernd Entscheidungen getroffen und/oder vorgesorgt werden muss. :shrug:

    (Der Geist will natürlich ohnehin am liebsten immer wieder "abtauchen", sich ablenken und den aktuellen Zustand "vergessen"...:nosee::nohear::party:)

    mukti:

    Wir rechnen ja kaum damit, dass so etwas jederzeit passieren kann, aber so ist es nun mal -

    der Körper wird krank, beschädigt, alt und am Ende stirbt er.

    Je mehr wir das akzeptieren, desto weniger leiden wir darunter.


    Leicht gesagt, aber wenn wir mit dieser Wirklichkeit unmittelbar konfrontiert sind, wird die praktische Übung wirklich dringlich und wir können ein gutes Stück voranschreiten auf dem Weg zur Befreiung.

    Die Akzeptanz steigt - nach meiner Beobachtung - natürlicherweise, mit der Zunahme der "Wehwehchen" jeweils stets ein Stückchen mit...

    Es scheint aber - zunächst - eher so ein resigniertes Sich-Abfinden mit dem Unausweichlichen, als echte, einsichtige "Annahme" zu sein, die zum "wirklichen" Loslassen führt. :?


    Auf jeden Fall betrachte ich solche Krisen auch als Übungsfeld und Chance, Erfahrungen zu machen, die Erkenntnisse ermöglichen, bestätigen oder vertiefen können.

    Also kein Hindernis auf dem (buddhistischen) Weg, nur eine (weitere) Herausforderung, die u.U. das Potenzial beinhaltet, Geistesschulung zu befördern/unterstützen.


    Liebe Grüße, Anna-Lyse :)_()_:heart:

  • Majjhima Nikāya 44, Cūḷavedallasutta

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 28. Oktober 2026 um 20:32

    Herzlichen Dank für deine hilfreiche Antwort, lieber Upasaka Dhammavicayo . _()_:heart:

    Upasaka Dhammavicayo:

    Der Körper reagiert. Der Geist kann dabei klar bleiben.

    Ja, so stelle ich mir das auch bei einem Arahant vor, zumal der Buddha seinerzeit sogar einem alten, kranken ("siechen") Haushälter folgendes riet:

    Zitat

    S.22.1. Nakulapitā - 1. Nakulapitu Sutta

    ...3. Seitwärts sitzend sprach der Hausvater Nakulapitā also:

    "Gealtert bin ich, o Herr, bejahrt und hochbetagt, in vorgerücktem Alter, zu hohen Jahren gelangt. Siech ist der Körper, beständig krank. Nicht immer kann ich, o Herr, den Erhabenen sehen und die Geistesschulung übenden Mönche. Ermahnen möge mich, o Herr, der Erhabene! Belehren möge mich, o Herr, der Erhabene, damit es mir lange Zeit zum Heil und Segen gereiche."


    4. "So ist es, Hausvater, so ist es, Hausvater!

    Siech wahrlich, ist dieser Körper, gebrechlich und empfindlich.

    Wenn einer, o Hausvater, einen solchen Körper herumträgt und ihn auch nur für einen Augenblick als krankheitsfrei ausgibt - was sollte dies anderes sein als Torheit.


    Daher sollst du dich, Hausvater, darin üben: 'Mag auch der Körper siech sein, der Geist soll mir nicht siech werden!' So, o Hausvater, sollst du dich üben!" ......

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    Nakulapita begibt sich nach dieser Belehrung "erfreut und befriedigt" noch zu Sariputta, der ihm jedoch klarmacht, dass die Beantwortung der entscheidenden Frage noch aussteht und ihm schließlich detaillierter erläutert, was der Buddha mit seiner Unterweisung präzise meinte:

    Zitat

    ...11. Der Ehrwürdige Sāriputta sprach also:

    "Wie nun, Hausvater, ist der Körper siech und auch der Geist siech? Es ist da, Hausvater, ein unerfahrener Weltmensch, die Edlen nicht kennend, der Lehre der Edlen unkundig, in der Lehre der Edlen ungeschult; die Guten nicht kennend, der Lehre der Guten unkundig, in der Lehre der Guten ungeschult.

    Der betrachtet die Körperlichkeit als das Selbst oder das Selbst als Körperlichkeit besitzend oder die Körperlichkeit als im Selbst oder das Selbst als in der Körperlichkeit [47]: 'Ich bin die Körperlichkeit! Mein ist die Körperlichkeit!' In solch vorgefasster Meinung verharrt er.


    Ihm, der in solch vorgefasster Meinung verharrt, 'Ich bin die Körperlichkeit! Mein ist die Körperlichkeit!', wandelt sich nun, verändert sich diese Körperlichkeit.


    Durch Wandel und Veränderung dieser Körperlichkeit entstehen ihm Kummer, Jammer, Schmerz, Trübsal und Verzweiflung.

    Alles anzeigen

    Letzteres kann wohl jeder "Weltling"/Puthujjana gut nachvollziehen...

    Bei mir beobachte ich gerade große Frustration, weil "mein" Körper nach dem Unfall - ziemlich sicher - nie mehr so sein/funktionieren wird, wie zuvor (und die ursächliche Fehlreaktion hatte keine Sekunde gedauert- seufzt der "2. Pfeil"...:?:()

    Zitat

    17. Wie nun, o Hausvater, ist wohl der Körper siech, nicht aber der Geist?


    18. Es ist da, o Hausvater, ein erfahrener, edler Jünger, die Edlen kennend der Lehre der Edlen kundig, in der Lehre der Edlen geschult, die Guten kennend, der Lehre der Guten kundig, in der Lehre der Guten geschult.

    Nicht betrachtet der die Körperlichkeit als das Selbst oder das Selbst als Körperlichkeit besitzend oder die Körperlichkeit als im Selbst oder das Selbst als in der Körperlichkeit. Nicht verharrt er in der vorgefassten Meinung: 'Ich bin die Körperlichkeit! Mein ist die Körperlichkeit!'


    Ihm, der nicht in der vorgefassten Meinung verharrt, 'Ich bin die Körperlichkeit! Mein ist die Körperlichkeit!', dem wandelt sich nun, verändert sich diese Körperlichkeit.


    Nicht entstehen ihm aber durch Wandel und Veränderung dieser Körperlichkeit Kummer, Jammer, Schmerz, Trübsal und Verzweiflung.


    19.-22. Nicht betrachtet er das Gefühl - die Wahrnehmung - die Gestaltungen - das Bewusstsein als das Selbst oder das Selbst als (Gefühl ...) Bewusstsein besitzend oder das Bewusstsein als im Selbst oder das Selbst als im Bewusstsein. Nicht verharrt er in der vorgefassten Meinung: 'Ich bin das Bewusstsein! Mein ist das Bewusstsein!' Ihm, der nicht in der vorgefassten Meinung verharrt, 'Ich bin das Bewusstsein! Mein ist das Bewusstsein!', wandelt sich nun, verändert sich dieses Bewusstsein. Nicht entstehen ihm aber durch Wandel und Veränderung dieses Bewusstseins Kummer, Jammer, Schmerz, Trübsal und Verzweiflung. ....


    https://www.palikanon.com/samyutta/sam22_011.html

    Alles anzeigen

    Der Wandel/die Veränderung - zum als negativ Empfundenen - ist dukkha, wenn man in irgendeiner Weise mit den Khandha identifiziert ist, bestimmte Vorstellungen hat, an ihnen "hängt" ...

    Qualia:

    Ablehnung nicht haben wollen, Widerstand ist der Drang,, etwas nicht zu wollen.

    Wird daraus der Wille, dagegen mit Hass zu kämpfen, dann entstehen die Probleme, dukkha.

    Lieber Qualia , die Ablehnung, etwas Bestimmtes nicht "haben" zu wollen und damit den gefühlten inneren Widerstand dagegen, erlebe ich bereits als leidhaft/dukkha.


    Es beginnt ja mit der Wahrnehmung, z.B. "Da ist ein Schmerz." (Unangenehmes)

    Normalerweise direkt gefolgt vom Wunsch/(mehr oder weniger dringenden) Begehren, dieses Unangenehme möge aufhören.

    In diesem Moment formiert sich - bei unbewachtem Geist - schon Widerstand und dieser kann u.a. zu Angstgefühlen führen - dukkha.

    Da braucht es gar keinen (hasserfüllten) Kampfeswillen mehr, dieser würde allerdings u.U. die Probleme/Dukkha erst so richtig anheizen....


    Upasaka Dhammavicayo:

    Der Körper braucht Zeit zur Heilung. Der Geist kann schon jetzt loslassen.

    _()_ Ja, der geübte Geist .....;)

    Igor07:

    Heilung passiert, wenn man auch mit dem Körper spricht, sozusagen, wie kleine Kinder ihre eigenen wunde Stellen streicheln. Manchmal wirkt es sogar sehr effektiv.

    _()_:rose:Danke, lieber Igor, du wirst es nicht glauben - im Krankenhaus habe ich tatsächlich eine Zeit lang (wie ein Kind), wiederholt die schmerzenden Stellen gestreichelt und dabei ein Liedchen gesummt, das meine Mutter mir als Kind vorsang, wenn ich mal verletzt war - das war auch heute noch sehr tröstlich und beruhigend. :)

    Zusätzlich versuch(t)e ich immer wieder, die Situation, im Jetzt, achtsam wahrzunehmen und zu akzeptieren (inkl. der ablehnenden Impulse) - natürlich auch im Bewusstmachen ihrer Bedingtheit und Vergänglichkeit....


    Liebe Grüße, Anna-Lyse :)_()_:heart:


    PS: Herzlichen Dank an alle, die mir gute (Besserungs-) Wünsche zukommen ließen! :heart:_()_:sunny:

  • Majjhima Nikāya 44, Cūḷavedallasutta

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 23. Oktober 2026 um 15:12

    Vielen herzlichen Dank, liebe Schneelöwin , für deine liebevollen, ermutigenden Worte

    (aus denen ich herauslese, dass du mich - sicher nicht zuletzt aufgrund deiner eigenen Erfahrung - sehr gut verstehen kannst ;)) und guten Wünsche. _()_:heart::rose:


    Auch dir, lieber Samadhi1876 , danke ich von Herzen für dein Mitgefühl und die heilsamen Wünsche. _()_:heart::rose:


    Upasaka Dhammavicayo:

    Wie sind denn eure eigenen Erfahrungen zu dem gesagten?

    Wie habt ihr Buddhas Worte geprüft?

    Was habt ihr erfahren mit welcher 'Übung' ?

    Lieber Upasaka Dhammavicayo ,

    herzlichen Dank für deine Besserungswünsche und auch für deine lehrreichen Beiträge, aus denen merklich viel praktische Erfahrung spricht. _()_:heart::rose:


    In den vergangenen Wochen erlebte ich oft die (scheinbare?) Vor-Macht des Körpers über den Geist, Schmerzen und/oder Angstgefühle durch den Unfall schienen - besonders am Anfang - den Geist zu dominieren, der anscheinend nur noch re-agierte....

    Ich spürte die große Anhaftung am Körper - es waren ja doch "meine" gebrochenen Arme, an denen die Ärzte, z.B. beim Reponieren, zogen und "meine" Schmerzen, die ich dabei herausschrie, oder?!

    (Vorherige, irritierende, Ansage der Ärztin: "Sie dürfen hier schreien, nur niemanden beschimpfen!" Warum sollte man jemand beschimpfen, der zu helfen versucht??).


    Da die Prozedur des Reponierens jedoch 3 x wiederholt werden musste, ließ die Identifikation immer mehr nach, die Schmerzen waren zwar da, aber es waren irgendwie nicht mehr "meine" - sie setzten ein, schwollen an und ebbten ab, während ich gleichzeitig auch alles um mich herum sehr deutlich wahrnahm: die Anweisungen, Anstrengungen und Konzentration der Ärztinnen, die Mienen der Zuschauenden (Lehr-Krankenhaus!), die Geräte im Raum und wie ich auf der Liege lag und es ab und zu aus mir schrie...


    Als später die ersten Tage nach der OP überstanden waren, meldete sich der Geist, vor allem das Ich-Gefühl und der damit verbundene Wille, wieder sehr stark und wollte bestimmen, "Regie führen" ....(:

    Erst als "ich" das Ausmaß der aktuellen Hilflosigkeit und Abhängigkeit wirklich begriff, setzte ein allmählicher Prozess des Loslassens ein, der das Begehren, (wieder, am besten schnell) gesund, fit und "unabhängig" zu sein, verblassen ließ, zugunsten einer Art Hingabe ("So ist es jetzt.")


    Meditative buddhistische Praxis erwies sich unter den gegebenen Bedingungen (im KKH) allerdings als schwierig - wenn tatsächlich mal Ruhe einkehrte, war man schnell eingeschlafen...:shrug:


    Mich würde mal interessieren, wie ein Erwachter mit solchen Situationen umgeht, wo der Körper so starke Leiden erzeugt, dass jener auch den Geist beeinträchtigt.

    Worin besteht der Unterschied zwischen "Befreiung durch den Geist" und helfenden Strategien des Körpers( z.B. Endorphinausschüttung), bzw. der Psyche (z.B. Dissoziation)?


    Liebe Grüße, Anna-Lyse :)_()_:heart:

    (mittlerweile von Gips und Orthesen, aber noch nicht vom Leiden befreit...;))


  • Majjhima Nikāya 44, Cūḷavedallasutta

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 19. Oktober 2026 um 17:24
    Upasaka Dhammavicayo:

    Es gibt angenehme, schmerzhafte und dumpfe Gefühle.

    Ein ungeübter Mensch wird vom angenehmen Gefühl direkt in die Gier gezogen, vom schmerzhaften in die Abwehr und vom dumpfen in die Verwirrung.

    Lieber Upasaka Dhammavicayo , vielen Dank für deine erhellenden Ausführungen. _()_

    Über eine Formulierung bin ich beim Lesen sozusagen "gestolpert", nämlich deine Bezeichnung "dumpf" für "weder angenehme, noch schmerzhafte" - also neutrale Gefühle.

    Nach meinem Empfinden hat das Adjektiv "dumpf" von vornherein eine eher negative Konnotation, ist somit nicht ganz neutral.


    Dhammadinna lehrt in MN 44 jedoch:

    Zitat

    23. "Was aber, Ehrwürdige, ist angenehmes Gefühl? Was ist schmerzhaftes Gefühl? Was ist weder-schmerzhaftes-noch-angenehmes Gefühl?"


    "Freund Visākha, was immer körperlich oder geistig als angenehm und erfreulich empfunden wird, ist angenehmes Gefühl. Was immer körperlich oder geistig als schmerzhaft und unerfreulich empfunden wird, ist schmerzhaftes Gefühl.


    Was immer körperlich oder geistig weder als erfreulich noch als unerfreulich empfunden wird, ist weder-schmerzhaftes-noch-angenehmes Gefühl."

    Der m.E. entscheidende Punkt folgt aber danach:

    Zitat

    24. "Ehrwürdige, was ist angenehm und was ist schmerzhaft in Bezug auf angenehmes Gefühl? Was ist angenehm und was ist schmerzhaft in Bezug auf schmerzhaftes Gefühl? Was ist angenehm und was ist schmerzhaft in Bezug auf weder-schmerzhaftes-noch-angenehmes Gefühl?"

    "Freund Visākha, angenehmes Gefühl ist angenehm, wenn es anhält, und schmerzhaft, wenn es sich verändert. Schmerzhaftes Gefühl ist schmerzhaft, wenn es anhält, und angenehm, wenn es sich verändert.


    Weder-schmerzhaftes-noch-angenehmes Gefühl ist angenehm, wenn man (davon) weiß, und schmerzhaft, wenn man NICHT (davon) weiß."

    Ich verstehe dies so, dass achtsame Bewusstheit (man "weiß") des "neutralen" Gefühls, zu innerer Ruhe/innerem Frieden und Klarheit führt, also zu einem Zustand nahe am (wunschlosen) Gleichmut.

    Denn der Geist verlangt nichts - weder soll Unangenehmes aufhören, noch irgendetwas Angenehmes beginnen.


    Entsprechend zieht das Nicht-Bemerken/Erkennen (Nicht-Wissen) einer "neutralen" Empfindung, einen Zustand von Dumpfheit, Stumpfheit, ev. Langeweile, Gleichgültigkeit - also unbefriedigende, "schmerzhafte" Gefühle - durch das Ausbleiben/"Fehlen" an- oder aufregender Reize nach sich.

    Früher oder später giert der Geist dann nach einem Ende der "Monotonie".....


    (Nach einem schweren Fahrradunfall vor einigen Wochen, bei dem ich mir beide Handgelenke/Unterarme und den rechten Unterkiefer brach, ist derzeit für mich der (achtsam wahrgenommene) neutrale Gefühlszustand eine kostbare, seltene Begebenheit geworden...)


    Liebe Grüße, Anna-Lyse :)_()_:heart:

  • Freund braucht Hilfe, Enkel (20) stirbt, Tipps?

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 10. Oktober 2026 um 14:13
    lotusbomber:

    Ein Freund von mir ruft mich eben an, weil er weiß, dass ich was mit "Buddhismus" zu tun habe. Er sucht Trost, weil sein Enkel (20) im Sterben liegt.

    Das war/ist ja eine schwierige, bedrückende Situation - auch für dich als Freund, lieber lotusbomber . :(:hug:

    Wenn der Enkel (= die "Zukunft") vor dem Großvater "gehen" muss, gilt es meist, doppelten Widerstand zu überwinden, weil zu Angst, Mitleid und Trauer wegen des Sterbens eines geliebten Angehörigen, noch der Schock über die durcheinandergeratene "natürliche Ordnung" hinzukommt.


    Es wurde hier bereits viel potenziell Hilfreiches geschrieben, jedoch ist echter Trost (von außen) in diesem Kontext und zum gegenwärtigen Zeitpunkt schwer möglich.

    Da der Enkel noch lebt (und leidet), sollte jetzt er, bzw. seine Bedürfnisse, stets im Vordergrund stehen, d.h. die Angehörigen müssten (achtsam) bemüht sein, nicht in ihrem Mit-Leiden zu versinken...


    Vordringlich geht es jetzt (optimale palliativmedizinische Versorgung vorausgesetzt!) - allseitig - um die

    Akzeptanz der aktuellen Lage, wie sie ist und sich entwickelt...

    Und zusätzlich um jenes Annehmenkönnen, dass ein Leben u.U. recht kurz und dennoch erfüllend und sinnvoll gewesen ist - der Mensch war "da", hat "das Licht der Welt erblickt".


    Der Großvater könnte seinem Enkel mit der Haltung beistehen:

    "Du gehst voraus, wir bleiben noch ein wenig und folgen dir dann nach."

    Zitat

    ...Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
    Und sieh dir andre an: es ist in ALLEN. ...


    ("Herbst", Rainer Maria Rilke)


    Aus buddhistischer Sicht ("Alles, was entsteht, muss sich verändern und wieder vergehen") finde ich noch das Salla Sutta (Samyutta Nikaya 36.6) hilfreich, weil es aufzeigt, wie man das - unvermeidliche - Leiden des 1. Pfeils durch hinzugefügte Gedanken/Gefühle (Widerstände, Sorgen,...) unnötig verschlimmert und dadurch überflüssigerweise selbst einen 2. Pfeil auf sich abschießt:

    Zitat

    .....

    Gefühl, das fühlt auch, wer da weise ist,

    Wohl oder Wehe auch der Vielerfahr'ne,

    und doch hat dieser Kluge vor den anderen

    in dem, was heilsam, ganz Besond'res.


    Gesetzeskenner, Vielerfahrner,

    der diese Welt sah und das andre Ufer,

    bedrängen Wunschesdinge nicht das Herz,

    bei Unerwünschtem ist er ohne Widerstand. ....


    https://www.palikanon.com/samyutta/sam36.html#s36_6

    Alles anzeigen


    Hier noch 2 YouTube-Videos, die ev. helfen könnten:


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    Von Herzen alles Gute für den schwerkranken jungen Mann, deinen Freund, dessen Familie und - nicht zuletzt - DICH. :sunny::kerze::heart:


    Liebe Grüße :heart:_()_

  • Bedeutung

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 10. Oktober 2026 um 12:45
    mukti:

    Das Ich ist eine geistige Gestaltung die dem Wahrnehmen vorangeht, eine Vor-stellung: 'Ich nehme wahr'.

    Lieber mukti , ist es nicht umgekehrt?

    Die reine Wahrnehmung durch Sinneserfahrung geht der Zuordnung "ICH" nehme wahr." voraus (wenn auch nur ganz kurz)?


    Im Bahiya-Sutta (Udana 1.10) lehrt der Buddha, diese (nachträgliche) Zuordnung zu stoppen, um das Leiden zu beenden:

    Zitat

    1.10 Bāhiya

    . . . Der Erhabene sprach zu Dārucīriya: "So mußt du dich üben: Wenn etwas gesehen wird, soll es nur Gesehenes sein, wenn etwas gehört wird, soll es nur Gehörtes sein, wenn etwas gedacht wird, soll es nur Gedachtes sein, wenn etwas erkannt wird, soll es nur Erkanntes sein.

    So mußt du dich üben: Wenn das, was du siehst, (für dich) nur Gesehenes sein soll; wenn das, was du hörst, (für dich) nur Gehörtes sein soll; wenn das, was du denkst, (für dich) nur Gedachtes sein soll; wenn das, was du erkennst, (für dich) nur Erkanntes sein soll, dann bist du nicht dabei (beteiligt);

    wenn du nicht dabei (beteiligt) bist, dann bist du weder in dieser Welt noch in jener Welt noch zwischen beiden. Dies ist das Ende des Leidens."


    https://www.palikanon.com/khuddaka/ud_schmidt/udana.htm#ud_i

    Alles anzeigen


    Liebe Grüße, Anna-Lyse :)_()_:heart:

  • Erfahrungsberichte bei der "Samadhi Sangha" (Dharmacharya Rodrigo Gonzalez Zimmerling)

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 5. September 2026 um 15:19

    Hallo, liebe(r) dampfwelle ,

    vorab - ich kenne nur einige Youtube - Videos von Herrn Zimmerling, ihm selbst bin ich noch nicht begegnet, aber ich fand es schon mal wenig einladend, dass die Kommentarfunktion gesperrt ist (wobei das viele, auch nachvollziehbare Gründe haben kann...).

    dampfwelle:

    An und für sich wirkt die Sangha und deren Lehrer sehr nett und aus meinem (Anfänger-)Augen kompetent.

    Hier gibt es ja nun schon einige Beiträge, welche die Kompetenz des Lehrers infrage stellen...

    "Nett", im Sinne von sympathisch, wirkt der Lehrer schon, wenn er auch etwas hektisch spricht und andauernd lacht ( "Sprechlacher" - aus Nervosität?, Anspannung, Unsicherheit?).

    (Mich machte Letzteres auch manchmal etwas nervös beim Zuhören, aber das ist ja "mein" Problem...;))

    dampfwelle:

    Was mich immer ein wenig stutzig macht ist, dass man für seine Videos meist 11,90€ zahlen muss. Natürlich ist mir bewusst das man irgendwie Geld verdienen muss (so auch Rodrigo), wenn man in der Wirtschaft überleben oder an Essen kommen will, aber dennoch finde ich es hat einen komischen Beigeschmack.

    Das sehe ich auch so. Der Dhamma sollte eigentlich jedem zur Verfügung stehen - der Buddha hat sich auch nicht bezahlen lassen.

    Dana ist üblich, aber da steht es ja jedem frei, zu geben, was er möchte und kann.

    dampfwelle:

    Was haltet ihr von dieser Sangha und deren Lehrer?

    Nachdem ich das folgende Video angeschaut hatte, war für mich klar, dass ich Herrn Zimmerling (und seiner angeblichen Expertise) nicht vertrauen kann

    (Beitrag aus Thread von 2025 zum Thema "Problematische Lehrer und der Umgang mit ihnen"):


    Beitrag

    RE: Problematische Lehrer und der Umgang mit ihnen

    "Wir wissen als Buddhisten, dass alle Wesen wiedergeboren werden." :eek: (Wissen wir das wirklich?)

    " Karma -Unterbrechung" :? (-> Angstgefühle, Verunsicherung)

    " Dem Tier Mantras ins Ohr flüstern..." (: :nosee: (das hilft - vielleicht, im günstigsten Fall - dem Tierhalter...)

    " Nicht nur WIR häufen das negative Karma des Tötens an, sondern auch die von uns beauftragte Person - der Tierarzt!" :( (-> Verunsicherung, Erzeugung von Angst- und Schuldgefühlen)

    Zumindest diese Belehrung dieses Lehrers stellt in…
    Anna-Lyse Dhamma
    12. April 2025 um 14:46


    Liebe Grüße, Anna-Lyse :):heart:_()_

  • Einfach mal 'Danke' sagen

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 2. September 2026 um 14:32

    Lieber Upasaka Dhammavicayo ,


    auch von mir ein herzliches Dankeschön dafür, dass du dich und dein wertvolles Dhammawissen hier auf so wunderbare Weise einbringst und uns damit einen inspirierenden, bereichernden Austausch ermöglichst.


    Eine Grundvoraussetzung, sich frei und unbefangen äußern zu können, ist ein respektvoller Umgang miteinander und dazu lädst du durch dein Vorbild ein. _()_:heart:


    Möge der Umgang und der Ton in diesem Forum weiterhin so respektvoll und mitfühlend sein. _()_

    (Und wenn es mal nicht der Fall sein sollte, bitte immer bedenken, dass das Problem bei demjenigen liegt, der sich da gerade im Ton vergreift - er kann in diesem Moment nicht wirklich glücklich (gewesen) sein...;):hug:)


    Liebe Grüße, Anna-Lyse :):heart:_()_

  • Porno

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 1. September 2026 um 15:05
    Hue32:

    Kann ein Buddhist bewusst und achtsam mit Pornografie umgehen? Oder widerspricht regelmäßiger Konsum dem Versuch, Begierde und Anhaftung zu vermindern?

    Du kennst die Antwort doch im Grunde, ihr/wir alle hier...;)8)


    Na ja, ist halt Herbst - Brunftzeit -, man merkt es auch im Buddhaland an den Themen... ;)

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    void hat es m.E. - schon 2018 - in einem Thread sehr gut auf den Punkt gebracht:

    void:

    1. Die Pornodarsteller, die auf ein ein "Stück Fleisch" reduziert werden. Hier gibt es ja durchaus Alternativen. Ich habe gehört,es gibt Gutmenschen-Pornos mit freilaufenden feministischen und antsexitischen Darstellern.

    (siehe Thorsten Hallscheidt s Beispiel oben...)

    Und dann gibt's ja auch noch die "Hentais" (musste erstmal googeln, was das ist...:lol:) Also super "Freifahrtscheine"? !

    void:

    2.In gewisser Weise ist nicht das Sexuelle das Problem, sondern Begierde und ihr ausgeliefert zu sein ist selber entwürdigend.

    Es gibt einen Unterschied, ob du dich an einem schönnen Essen erfreust, oder ob du als Fressüchtiger des Nachts den Kühlschrank plüderst und wie ein Schein alles in dich reinmampst, weil du wieder schwach geworden bist. Sucht ist austauschbar.

    :like:

  • Aṅguttara Nikāya 9:13, Mahā-Kotthita Sutta

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 1. September 2026 um 14:39

    Lieber Upasaka Dhammavicayo und lieber Hue32 ,


    _()_:heart: herzlichen Dank für eure wertvollen Beiträge, von denen ich einige Abschnitte hier gegenübergestellt habe, um zu versuchen, der Wahrheit näherzukommen, bzw., (ihr) auf den Grund zu gehen.

    Upasaka Dhammavicayo:

    Du schaust hin, wo diese Haufen eigentlich herkommen.

    Du siehst, dass sie nicht einfach so aus dem Nichts auftauchen, sondern durch Bedingungen entstehen. Durch Berührung, durch Begehren, durch Gewohnheiten.

    Und dann schaust du hin, wo sie aufhören.

    Nicht, indem du sie gewaltsam unterdrückst, indem du erkennst, dass sie von Natur aus vergänglich sind und kein festes Wesen haben.


    Wenn du das tust, siehst du auch den Weg, der aus diesem ganzen Kreislauf herausführt.

    Alles anzeigen

    Eigentlich sollte das Sehen der Vergänglichkeit kein Problem darstellen - überall und andauernd steht sie ja vor Augen, ist auch immer wieder unmittelbar zu erfahren.

    Es gibt vielleicht eine Art inneren Widerstand, es erkennen zu wollen...?


    Tiefe Erkenntnis stellt sich oft erst nach langem Üben und wiederholtem Vergegenwärtigen ein oder nach einer so tiefgreifenden Erfahrung wie schwerer Verletzung, Krankheit - durch die Nähe des Todes.

    Dann sieht man den Weg mit anderen Augen....

    Hue32:

    Die fünf Khandhas sind nicht einfach eine Art „Baustelle“, an der man immer weiter achtsam arbeitet.

    Sie sind der Bereich, in dem Unwissenheit und Anhaften entstehen.

    Das bloße Erkennen ihrer Vergänglichkeit reicht nicht aus, wenn daraus nicht auch die vollständige Loslösung entsteht.

    Es wurde ja nicht gesagt, dass Erkennen allein völlig ausreicht - es öffnet zunächst die Augen, um den Weg zu schauen, der dann zu beschreiten ist...


    Oder doch?

    Upasaka Dhammavicayo:

    Du weißt, dass das Ziel der vollkommene Frieden ist, das Erlöschen des Durstes. Aber dieser Frieden zeigt sich nicht irgendwann in der Zukunft. Er zeigt sich genau in diesem Loslassen, in diesem schlichten Anerkennen:

    Auch das ist nicht ich, auch das gehört mir nicht, auch das bin ich nicht.

    Das heilige Leben hat seinen Zweck genau hier erfüllt, in dem Augenblick, wo du etwas festhältst und es bewusst wieder gehen lässt.

    Es ist ein Weg des Erkennens, der gleichzeitig das Loslassen ist.

    Auf dem Übungsweg "arbeitet" man mit Achtsamkeit/Bewusstheit und Dualität ist dadurch wohl (noch?) unvermeidlich.


    Anhaftung geschieht häufig völlig unbewusst und/oder schleichend, wenn Achtsamkeit/Bewusstheit vernachlässigt wurden oder gänzlich fehlten (wie z.B. oft beim -rauschhaften- Verlieben...).


    Loslassen kann m.E. auf zweierlei Arten passieren:

    1. Man lässt etwas bewusst los, weil man es nicht mehr "will", z.B., weil man erkannt hat, dass das Festhalten unheilsam ist und (kurz-mittel- oder langfristig) Dukkha erzeugt.
    2. Nachhaltiger ist Loslassen aber, wenn es - aufgrund tiefer Einsicht - keinen aktiven Akt mehr braucht, sondern einfach - passiv/unbewusst - geschieht.

      (Ein solches Geschehnis wäre dann frei von einem wollenden "Ego")


    -> Es geschieht damit eine Abwendung - "...und abgewendet wird er entsüchtet......"


    Beide Arten des Loslassens haben zur Voraussetzung das ausdauernde Üben mit Achtsamkeit, verbunden mit dem "schlichten Anerkennen" /Annehmen der Wahrheit(en).

    Hue32:

    Im Buddhismus ist Nibbāna nicht einfach ein Moment des bewussten Nicht-Anhaftens im Alltag.

    Es wird als eine Verwirklichung beschrieben, als ein Durchbrechen einer grundlegenden Täuschung über die Wirklichkeit. Deshalb spricht der Buddha von etwas, das vorher „unerkannt“ und „unverwirklicht“ war.

    Der Weg besteht also nicht nur darin, immer wieder Gedanken oder Gefühle loszulassen.

    Das wäre eher eine Übung in Achtsamkeit und Selbstregulation.

    Die tiefere Bedeutung der Lehre ist, die Ursache des Leidens – Unwissenheit und Begehren – vollständig zu durchschauen und damit den Kreislauf von Werden und Vergehen zu beenden.

    So habe ich Nibbana bisher auch verstanden, die völlige Beendigung von Gier, Hass und Verblendung auf Dauer, weil völliges Durchschauen und damit Entsüchtung, den Geist nachhaltig umgewandelt haben.


    Es fängt aber mit kleinen Schritten an und diese "kleinen", heilsamen Erfahrungen von "Durchblicken/Aufwachen" motivieren ja auch dazu, den Weg weiter zu gehen...;):)


    Bei manchen Suttas, wie auch bei diesem, wo sich (vollständig) Erwachte, also Arahants (wie hier Sariputta und Maha-Kotthita), "unterhalten", wundere ich mich im Stillen darüber, was da noch für Fragen gestellt werden - die Antworten sollten jene doch kennen... ?:shrug:

    Es dient wohl didaktischen Zwecken, also der Belehrung von Lesern des Palikanons?

    Oder benötigen selbst Arahants immer wieder eine Erinnerung und "Auffrischung" des Dhammas? :?


    Liebe Grüße, Anna-Lyse :):heart:_()_

  • Majjhima Nikāya 48, Kosambiya Sutta

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 30. August 2026 um 18:57

    Lieber Upasaka Dhammavicayo , von ganzem Herzen danke ich dir für deine mitfühlende, liebevolle, tiefe Weisheit, mit der du auf meine (ausgesprochenen und unausgesprochenen ;)) Fragen geantwortet hast. _()_:heart:

    Du hast mir mitten ins Herz geschaut und eine Lösung, dem Dhamma gemäß, aufgezeigt, die einen Weg aus dem Dilemma/Dukkha weist.


    Tiere und speziell Tiere, die durch menschliches Fehlverhalten leiden, sind tatsächlich (m)ein "wunder Punkt" von Jugend an (als ich noch aktiv im Tierschutzverein tätig war, solange bis ich merkte, dass ich a) das Leid nicht mehr aushalten konnte und b) mich langsam zur Misanthropin entwickelte).


    Der Dhamma lehrt, wie ich "mein" Leiden verringere/beseitige, wozu sicherlich auch das "Leiden am Leiden Anderer" gehört, welches größtenteils auf Empathie/Identifikation beruht: -"mein" Leid <=> das (insbesondere unnötige, vermeidbare) Leid von "fühlenden Wesen".

    Die Umwandlung, bzw. Weiterentwicklung von Mitleid zu Mitgefühl ist ein wichtiger Ansatz, an dem ich, besonders in puncto Tiere/Tierleid, noch arbeiten muss.


    Daher:

    Upasaka Dhammavicayo:

    Ich sehe es so: Der Schmerz, der jetzt bleibt, kommt nicht von den Tieren. Dieser Schmerz kommt von dem innigen Wunsch, dass der Hofbetreiber anders denken und handeln möge.

    Diesen Wunsch trägst du wie einen schweren Stein um den Hals.

    Leider sowohl, als auch. Ja, es belastet, wie 2 schwere Steine um den Hals.

    Upasaka Dhammavicayo:

    Loslassen fällt dir schwer, weil du es mit Gleichgültigkeit verwechselst. Das ist ein Irrtum.

    Loslassen bedeutet, dass du deinen inneren Frieden bewahrst, während du die Tränen der Welt siehst.

    Nur mit einem stillen, klaren Herzen kannst du echte Hilfe sein. Ein aufgewühltes Herz kann nichts heilen.

    Ich denke, aus der Perspektive der Tiere heraus, dass mein Loslassen für sie, eventuell, bedeuten würde, dass eine Chance auf Besserung ihrer Lebensumstände vertan ist und frage mich, in diesem Kontext, außerdem, ob "steter Tropfen" nicht letztendlich doch "den Stein höhlt"...:?


    Buddha Shakyamuni ließ die streitenden Mönche von Kosambi allerdings schließlich zurück (also gewissermaßen los) und begab sich an einen anderen Ort, weil all seine Schlichtungsversuche und Belehrungen auf taube, verblendete Ohren stießen (MN 128).


    Er konnte nichts für sie tun, solange sie jeweils derart "verbohrt" an ihren Ansichten festhielten und kein Raum für ehrliche Selbstreflexion, lieb. Güte und Mitgefühl mehr zu existieren schien.

    Der Eindruck entsteht:

    Nicht einmal das stille, klare Herz des Buddha konnte hier seine heilende Wirkung entfalten.


    Dies zu erkennen, nimmt mir etwas den Druck, etwas erreichen zu müssen, wodurch das "pitbullmäßige Verbeißen" in die jeweiligen Themen, zumindest gelockert und späterhin innerer Frieden überhaupt möglich wird....

    (Wobei meist die Resignation, die Einsicht, nichts ausrichten zu können, der Akzeptanz/ Annahme - und damit dem Loslassen - vorausgeht.)

    Upasaka Dhammavicayo:

    Die Lösung deines Streites findest du nicht auf jenem fernen Hof. Sie liegt in dem Raum zwischen deinem Ein- und Ausatmen.

    In diesem Raum darf der Hofbetreiber falsch liegen.

    In diesem Raum dürfen die Tiere leiden. Du musst das nicht gutheißen.

    Du darfst es einfach als die harte Wahrheit dieses Augenblicks stehen lassen.

    Autsch:nosee::cry:, diese Sätze tun weh, wie eine schmerzhafte medizinische Heilbehandlung...

    Ich spüre körperlich meinen inneren Widerstand und weiß doch ganz genau, dass dort, in dieser Haltung, die Lösung - der Frieden - zu finden ist.:shrug:

    Upasaka Dhammavicayo:

    Vielleicht darfst du aufhören, diese Videos anzuschauen. Deine Augen haben genug gesehen. Deine Stimme hat gesprochen.

    Jedes weitere Schauen nährt nur die Unruhe in dir. Es hilft keinem Lebewesen.

    _()_ Danke, ja, mindestens eine (temporäre) Pause ist angebracht.

    Vor Jahren hatte ich auch schon mal fast 2 Jahre ausgesetzt, dann aber doch wieder nachgeschaut, wie es den Leuten und Tieren geht....

    Upasaka Dhammavicayo:

    Ein weiser Geist sieht das Elend der Welt und bleibt offen. Er fällt aber nicht hinein.

    Er weiß: Diese Tiere sind nicht deine Rettungsaufgabe.

    Dein eigenes Herz ist deine einzige Rettungsaufgabe.

    Wirklich? Die einzige Rettungsaufgabe?

    Momentan könnte ich (als "Anna ohne Panna" ;) ) akzeptieren:

    Ja, die vordringliche (Rettungs-) Aufgabe.., aber, wenn - nebenbei - noch Hilfe für andere Wesen möglich ist, wird man eh automatisch helfen.


    Das Elend der Welt sehen und nicht daran zu zerbrechen, erfordert bei "Unbefreiten", im Rahmen der buddhistischen Praxis, die heilsam und hilfreich ist, heutzutage vermehrt Aktivitäten, wie:

    - Helfen/Unterstützen "Bedürftiger" im näheren Umfeld/Einflussbereich

    - Dana für Hilfsorganisationen aller Art

    - Ablenkung mit Erfreulichem/Hinwendung zu den "Sonnenseiten" des Lebens -ohne Anhaftung daran- d.h., im Bewusstsein ihrer Vergänglichkeit....

    - Im Schlechten das Gute wahrnehmen ("Dukkha als Lehrmeister")


    Bei jedem Streit, Disput, der sich anbahnt, könnte man - bei mehr Achtsamkeit/Bewusstheit - den Anfängen wehren und die Fortsetzung verhindern.


    Kl. Anekdote:

    Mein Mann ist im Grunde ein sehr geduldiger Mensch, aber er gleicht einem Vulkan, der friedlich vor sich hinblubbert, bis er urplötzlich ausbricht - es kracht dann gewaltig!

    Ich habe irgendwann gemerkt, dass es immer dann passiert, wenn es uns beiden schlecht geht, weil dann der jeweils Andere nicht mehr fähig ist, ausgleichend und deeskalierend zu wirken.


    Vor einigen Monaten begann ich, die Ausbrüche/Dispute - natürlich angekündigt - mit dem Handy zu filmen (ursprünglich zwecks nachträglicher Analyse)...

    Und siehe da: Alles verlief danach kontrollierter, friedlicher, gemäßigter. :D

    Sehr amüsant dann das spätere gemeinsame Anschauen der Videos, wenn der Streit geschlichtet war: Selten so gelacht.....wenn man sich da so selbst im Zorn sieht....:eek::lol::rofl:

    Upasaka Dhammavicayo:

    Jetzt übe dich in der Gelassenheit, die nichts mehr hinzufügt und nichts mehr wegstößt.

    Das ist der reife Umgang mit einer Welt, die nicht nach unseren Vorstellungen läuft.

    Geh mit diesem Frieden. Er ist dein sicherer Boden.

    _()_:heart::taube: Amen.


    Dafür, dass ich anfangs "sprachlos" war, habe ich doch wieder ziemlich viel geschrieben...(:

    (Und dabei hatte ich doch "Post vom Buddha"...;)_()_)


    Liebe, dankbare Grüße, Anna-Lyse :):heart:_()_

  • Majjhima Nikāya 48, Kosambiya Sutta

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 29. August 2026 um 13:58

    Lieber Upasaka Dhammavicayo ,

    herzlichen Dank für deine wertvollen, erhellenden Beiträge. _()_:heart:

    Derzeit "hänge" ich an einem Problem fest, das ich irgendwie nicht mehr loslassen kann, denn es geht um andere, leidende Wesen....

    Verdrängen/Beiseitelegen wäre ev. möglich, aber dies würde ich weder als mitfühlend, noch sinnvoll erachten - es fühlt sich schlicht falsch an, wie eine Art "Im-Stich-Lassen".

    Upasaka Dhammavicayo:

    Die feste Zuflucht liegt nicht darin, von anderen geliebt oder verstanden zu werden. Diese Sicherheit bröckelt. Sie ist nicht beständig.


    Die wahre Sicherheit ist das Vertrauen in den eigenen Übungspfad.

    Dieses Vertrauen braucht keine Bestätigung von außen.

    _()_ Ja, auf die Liebe und/oder das Verständnis Anderer kann man bestenfalls hoffen, aber darf es nicht erwarten.


    Genau dieser Punkt - Vertrauen in den eigenen Übungspfad - kann m.E. jedoch ein nicht zu unterschätzendes Problem darstellen, solange man sich noch nicht als "in den Strom eingetreten" erlebt, weil eben noch manchmal Zweifel aufkommen und dementsprechend der Wunsch, von Anderen verstanden zu werden.


    Da hilft wohl nur geduldiges (Weiter-) Üben...

    Upasaka Dhammavicayo:

    Deine Selbstprüfung (diese sieben Punkte) das ist der Weg. Du prüfst dein Verhalten. Deine Worte. Deine Gedanken. Du fragst: Passt das zu dem, was ich als richtig erkannt habe?

    Wenn du das ehrlich tust, wirst du ruhig. Der Ärger über den anderen verliert seinen Halt.

    Mir ist es kürzlich passiert, dass ich mich über jemanden ärgerte, den ich nicht mal persönlich kenne (und er mich noch viel weniger) - einen YouTube-Kanalbetreiber, der Videos vom Leben auf seinem Selbstversorgerhof sendet.


    Viele Zuschauer sahen/sehen, ebenso wie ich, Missstände bei der Tierhaltung - die Tiere leiden teilweise stark unter schmutzigen, zu kleinen, Ställen, mangelnder Pflege, Verzicht auf tierärztliche Behandlungen im Krankheitsfall usw. - und prangerten dies in ihren Kommentaren an. Leider teilweise recht aggressiv und persönlich herabsetzend/beleidigend.


    (Andere Kommentarschreiber stellten sich dagegen hinter die Kanalbetreiber und rechtfertigten deren Umgang mit Tieren damit, dass es ja "nur Tiere" seien, zum Aufessen bestimmt, und man selbst, bzw. die Vorfahren, würden die Tiere genauso halten und behandeln...)


    Ich war, wie die Erstgenannten, gleichfalls emotional angefasst, nahm dies auch bewusst wahr und beruhigte meinen aufgeregten Geist, bevor ich mich bemühte, in einem Kommentar, ruhig, sachlich und konstruktiv darzulegen, was verbesserungswürdig wäre...


    Dann geschah es, dass im folgenden Video, nicht nur der wohlmeinende Kommentar total verrissen, meine Kompetenz infragegestellt wurde, sondern betrüblicherweise auch keinerlei Einsicht, bzw. auch nur Interesse, für das Leiden ihrer Tiere vorhanden war.


    Mit dem Ärger durch die "Kränkung" wurde ich recht schnell fertig, er verschwand mit dem entwickelten Mitgefühl für den YouTuber (der reichlich nervös-gereizt wirkte), aber das Problem mit den leidenden Tieren besteht nun weiterhin....

    Upasaka Dhammavicayo:

    Du musst ihn nicht überzeugen. Du musst ihn nicht ändern.

    Tja. Mit dem innigen Wunsch, dass es den Tieren UND dem Tierhalter wohlergehen möge und unfähig, ggf. selbst, vor Ort, helfend tätig zu werden (der Hof befindet sich im Ausland, ca. 1500 km entfernt), fällt es schwer, diese zwei Sätze zu akzeptieren.


    Nur, wenn es ausschließlich um "mein" Leiden ginge, könnte ich ihn unterschreiben - hier sind aber "Dritte" involviert und, wohl daher, fällt das Loslassen so schwer.:shrug:


    Mittlerweile hat sich der YouTuber entschuldigt für seine "Beleidigungen" gegenüber den Kommentierenden (der Ton wurde gemäßigter) und versprochen, sich künftig "sachlich" mit den Kommentaren zu befassen, aber auch klargemacht, dass ansonsten - mit den Tieren - alles so weiterlaufen würde, wie bisher. :shrug:


    (Vielleicht noch zu erwähnen, dass der YouTuber und seine Frau "Zeugen Jehovas" sind, von denen ich weiß, dass sie die Vorstellung/den Glauben pflegen, dass Gott/Jehova die Tiere ausschließlich zum Nutzen und der Freude der Menschen geschaffen und diesen anvertraut hätte.)


    Sorry, für die Ausschweifung...


    Gibt es eine Lösung dieses "Streitfalles"?


    Liebe Grüße, Anna-Lyse :)_()_:heart:

  • Majjhima Nikāya 5, Anaṅgaṇa Sutta

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 29. August 2026 um 12:09

    Buddhas "Hauptjünger" Sariputta definiert im hier vorgestellten Sutta den "Schmutz" folgendermaßen:

    Zitat

    Majjhima Nikāya 5

    Ohne Makel - Anaṅgaṇa Sutta

    ....9. "Man spricht von 'Makel, Makel', Freund, aber was bezeichnet dieser Ausdruck 'Makel'?

    'Makel', Freund, ist ein Ausdruck für die Sphären übler unheilsamer Wünsche." ....

    Klar wird auch, dass, sobald der Makel als solcher erkannt wurde, gehandelt wird - d.h. sehen/erkennen => handeln.

    Ohne sich zu verurteilen, einfach nur sehen und verstehen, führt demzufolge beim Erkennenden - quasi automatisch - zum heilsamen Bestreben, den Makel zu beseitigen.

    Zitat

    ...5. "Wenn aber jemand mit einem Makel der Wirklichkeit entsprechend versteht: 'Ich habe einen Makel in mir',

    dann ist zu erwarten, daß er Eifer aufbringen wird, Anstrengung unternehmen und Energie einsetzen wird, um diesen Makel zu überwinden, und daß er ohne Begierde, Haß und Verblendung sterben wird, ohne Makel, mit unbeflecktem Geist. .....


    https://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m005z.html


    Sariputta geht im Folgenden noch genauer auf die "Sphären unheilsamer Wünsche" ein, führt konkrete Beispiele an (eines davon):

    Zitat

    12. "Es ist möglich, daß ein Bhikkhu hier wünschen könnte:

    'Ich habe einen Regelverstoß begangen.

    Jemand, der mir gleichrangig ist, sollte mich ermahnen,

    nicht jemand, der mir nicht gleichrangig ist.'

    Und es ist möglich, daß jemand, der ihm nicht gleichrangig ist, ihn ermahnt, nicht jemand, der ihm gleichrangig ist.

    Also ist er zornig und verbittert: 'Jemand, der mir nicht gleichrangig ist, ermahnt mich, nicht jemand, der mir gleichrangig ist.'


    Der Zorn und die Verbitterung sind beide ein Makel."

    Alles anzeigen

    Hinter dem Zorn und der Verbitterung steckt hier Dünkel, sozusagen die Quelle des Makels...


    Liebe Grüße, Anna-Lyse :)_()_:heart:

  • Bodybuilding und Gesundheit

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 26. August 2026 um 17:09

    Lieber Kaiman ,


    danke für dieses wichtige, interessante und fast unerschöpfliche Thema. _()_


    Im Dhammapada findet sich bereits der folgende Vers, der den hohen Stellenwert von Gesundheit, auch im Buddhismus, demonstriert:

    Zitat

    204
    Gesundheit ist das größte Gut,

    Zufriedenheit

    Der beste Schatz,

    Nirvana höchste Seligkeit.


    https://www.palikanon.com/khuddaka/dhp/dhp3.htm

    Alles anzeigen
    Kaiman:

    Aber ich denke, das Hauptproblem aus Buddhistischer Sicht ist, dass das Älterwerden in diesem Sport versucht wird so lange es geht rauszuzögern und damit auch im Gewissen sinne gegen Alter , Krankheit ( und Tot) anzukämpfen.

    Ich denke nicht, dass es aus buddhistischer Sicht ein "Problem" darstellt, gegen (vorzeitiges) Altern und (vermeidbare) Krankheit "anzukämpfen", indem man sich z.B. gesund ernährt oder/und sportlich betätigt.


    Der Buddha selbst, gab in Lehrreden verschiedentlich Ratschläge zum Erhalt der (körperlichen) Gesundheit, wie z. B. hier:

    Zitat

    S.3.13. Große Schüssel Reis - 3. Doṇapāka Sutta


    1. Ort der Begebenheit: Sāvatthī.

    Zu jener Zeit nun hatte der König Pasenadi, der Kosala, eine große Schüssel gekochten Reises vollständig verspeist. [332]


    2. Da nun begab sich der König Pasenadi, der Kosala, voll gegessen und schwer schnaufend dorthin, wo sich der Erhabene befand. Nachdem er sich dorthin begeben und den Erhabenen ehrfurchtsvoll begrüßt hatte, setzte er sich zur Seite nieder.


    3. Wie nun da der Erhabene merkte, daß der König Pasenadi, der Kosala, vollgegessen war und schwer schnaufte, sprach er bei dieser Gelegenheit die folgende Strophe:


    "Für einen Menschen, der immer besonnen ist,

    Der Maß zu halten weiß bei eingenommener Mahlzeit,

    Für den gibt es nur geringe Schmerzen,

    Langsam altert er, seine Lebenskraft bewahrend." ....


    https://www.palikanon.com/samyutta/sam03_20.html

    Alles anzeigen

    Ein tatsächliches Problem könnte sich - speziell beim intensiven Bodybuildung - daraus entwickeln, dass, wie du schon geschrieben hast, der Fokus zunehmend auf der - auch von Anderen wahrgenommenen - Attraktivität der sich herausbildenden Muskulatur ("Anschwellen") liegt, wodurch leicht Stolz, Eitelkeit, Dünkel, genährt werden....


    Überdies erhöht sich möglicherweise die mentale Anhaftung an den (vergänglichen) Körper, was zu vermehrtem Leiden führt, wenn dieser letztlich - trotz aller Mühe - mal krank oder verletzt wird.



    Meine Mutter erkrankte mit 51 Jahren an Brustkrebs und bekam, nach Operation und Bestrahlung, den ärztlichen Rat, Kraftsport zu betreiben, vordringlich um Muskeln (wieder-) aufzubauen, aber auch, um wieder Vertrauen in den Körper (und seine Kraft) zu entwickeln (und unter Menschen zu kommen...).


    Nach anfänglichem Zaudern - sie war zuvor eher unsportlich - ging sie regelmäßig ins Fitnessstudio - wortwörtlich: Sie ging, zu Fuß, die ca. 3 km, später benutzte sie das Fahrrad.

    Es erwies sich als wahrer Segen, nicht nur für den Körper, ihre Stimmung hellte sich auf - Selbstvertrauen, Zuversicht und Lebensfreude kehrten zurück.

    Der Krebs verschwand auf Nimmerwiedersehen bis heute und mit inzwischen 86 Jahren begibt sie sich immer noch 2 -3 x wöchentlich ins "Gym" (jetzt mit E-Roller....:eek:).


    (Leider sind bei meiner chronischen Erkrankung (Autoimmunerkrankung GPA), u.a., kräftemäßige Grenzen gesetzt, aber täglich 1 Stunde Walking oder Fahrradfahren kriege ich noch hin, was spürbar positive Auswirkungen auf Körper und Psyche/Geist hat.)

    Kaiman:

    Gesundheit ist ein sehr komplexes Thema aber ich denke, es trägt zu unserem Glück bei.

    Absolut richtig, aber an Gesundheit, bzw. einem gesunden, fitten Körper, anzuhaften sollte man möglichst vermeiden, weil es nun mal ganz schnell "kippen" kann und dann doppeltes Leiden entsteht...:shrug:


    Lieber KarmaHausmeister , danke dir für deine Offenheit. _()_

    Ich wünsche dir alles Gute, vor allem weiterhin anhaltende, stabile Gesundheit und viel Freude am Leben (inkl. Training im Gym...) und der buddhistischen Praxis.:klee::heart::sunny::buddha:


    Liebe Grüße, Anna-Lyse :)_()_:heart:

  • Sympathischte Person im Kanon - für dich?

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 22. August 2026 um 17:19

    (Mir) auch nicht unsympathisch: Die Theri "Dhammadinna" :)


    Dhammadinna wurde durch ihren Mann Visakha auf den Buddha und seine Lehrreden aufmerksam, ihr Mann hatte da bereits die (Erleuchtungsstufe der) Nichtwiederkehr - Anagami - erreicht, woraufhin sie ihn, mit seiner Erlaubnis (!), verließ, um Bhikkhuni in einem Nonnenkloster zu werden.

    Nach einiger Zeit erreichte sie dort die höchste Erleuchtungsstufe - Arahantschaft - und wurde zur besten Lehrrednerin unter den Nonnen.

    Danach kehrte sie zurück, traf auch den Buddha persönlich und belehrte schließlich sogar ihren "Ex"-Mann" Visakha...., den sie dabei mit "Bruder" anredete. :D


    (Nachzulesen in Majjhima Nikaya 44 - Culavedalla Sutta -

    https://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m044z.html)


    Ihre Verse aus dem Therigata:

    Zitat

    Dhammadinnā

    12

    INBRÜNSTIG weilend für und für

    Gerührt im Herzen soll man sein,

    Von Lust und Neigung nicht verlockt:

    Wer also wandelt, wallt empor.


    https://www.palikanon.com/khuddaka/theri…ml#dhammadinnaa

    siehe auch:

    Dhammapada 218:


    (*218) 218

    Wer nach dem Unnennbaren (nibbāna) strebt, ganz voll das Herz,
    Den Lüsten abgewandt, der geht - heißt's - stromaufwärts (*f10).

    (*f10) = den Weg zur Heiligkeit aufwärts.

    Alles anzeigen


    Liebe Grüße, Anna-Lyse :)_()_:heart:

  • Sympathischte Person im Kanon - für dich?

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 21. August 2026 um 14:41
    biophil:

    Wer ist für dich die sympathischte Person im Kanon?

    Lieber biophil ,

    ohne alle Personen im Palikanon zu "kennen" und rein aus dem Gefühl heraus, bin ich da ganz bei deiner Entscheidung für Ananda - das ist einfach ein "Schatz"! :heart:_()_

    Mitfühlend und immer für den Buddha da - 25 Jahre als "Aufwärter" - zuständig fürs Grobe und Allerfeinste ("Lehrreden-Speicher"), er schaffte es des Öfteren, den - manchmal "strengen" - Buddha zum Überdenken zu bringen und sein Mitgefühl zu entfalten, vor allem in Sachen Frauen-Ordination....


    Aber auch dem klugen und weisen Sariputta gehört mein Herz......:heart:_()_


    Und Buddha Shakyamuni? Verehrungswürdig. _()__()__()_:heart:

    Qualia:

    Ananda war nur nicht „befreit“, weil er den Buddha immer als Vorbild und besten Helfer erkannt hat

    ....und, weil er sich um so viel zu kümmern, so viel zu tun hatte....?

    Immerhin war er ja Sotapanna, also von den Fesseln des Zweifels, der Persönlichkeitsansicht und der Anhaftung an Regeln und Riten befreit.

    Aber seine Lebensaufgabe, solange der Buddha lebte, bestand darin, den Buddha zu unterstützen und den Dhamma/die Lehrreden im Gedächtnis zu bewahren.


    Liebe Grüße, Anna-Lyse ;)_()_:heart:

  • Raffiniertes Ego

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 19. August 2026 um 18:23
    ambi:

    Ich weiß das klingt alles andere als gut hier, aber es ist ehrlich und offen und ich möchte mich nicht als besseren Menschen hinstellen, aber natürlich auch nicht als schlechteren.

    Ich wäre nur sehr gespannt auf nicht wertenden Austausch, falls jemand bereit dazu ist.

    Hallo, liebe ambi , :)

    herzlich willkommen im Buddhaland und danke für deinen Mut zu ehrlicher Offenheit. _()_:rose:

    Das Schöne an diesem Forum ist, u.a., dass man hier Gelegenheit hat, (im Schutz der Anonymität) sein Herz auszuschütten, Fragen zu stellen, Erfahrungen/Erkenntnisse zu teilen... und damit rechnen darf, dass Menschen i.d.R. wohlwollend, nach bestem Wissen und Gewissen, antworten.

    Natürlich kann es auch mal Gegenwind geben oder jemand kriegt einen Beitrag in den falschen Hals, deshalb habe ich mir von Anfang an vorgenommen, alles, was hier geschrieben wird, als Möglichkeit zum Daraus-Lernen zu betrachten.


    Man kann sich ja selbst ziemlich mit Gedanken quälen und irgendwann entsteht schlimmstenfalls der Eindruck des Kontrollverlustes über die Gedanken, d.h., man denkt Dinge, die man gar nicht denken will...


    (Ich hatte vor 26 Jahren die Diagnose "Generalisierte Angststörung" erhalten, weil ich mich - nach einem traumatischen Erlebnis - (katastrophisierender) Angstgedanken und nachfolgenden Angstzuständen, kaum mehr erwehren konnte.)


    Ganz wichtig ist wertfreie Achtsamkeit/Bewusstheit:

    Wenn du dir bewusst bist, dass du ständig am (Dich-Selbst-) Bewerten bist, registrierst du vielleicht auch, wie anstrengend und kräftezehrend sich das auswirkt.

    ambi:

    Anfangs kann ich nach einer Zeit wo ich mein Selbst stärker spüre und dann das Ego langsam wieder im Vordergrund ist, meiner Wahrnehmung schwer trauen - ich merke es fühlt sich schwer an aber irgendwie bin ich mir nicht sicher und das Ego sagt mir so in der Art "Nein nein alles gut - du kannst auf mich vertrauen".....

    Es hört sich so an, als würdest du (permanent?) Dialoge mit deinem "Ego" führen, dem ein (wahres) Selbst zwar gegenübersteht, welches aber - gefühlt - dauernd vom Ego übertönt wird?

    Oder ist es so, dass du bestimmte Gedanken, die du als Ego-generiert bewertest, bewusst von anderen, z.B. altruistischen, Gedanken trennst?

    ambi:

    mich würde interessieren wie ihr mit eurem Ego umgeht

    Als "Ego" betrachte ich die Vorstellung, das Bild, das ich von mir selbst (häufig noch) habe, obwohl mir immer öfter und anhaltender bewusst wird, dass es eben eine (Ich-) Illusion und nicht real ist.

    Kürzlich wurde - von außen - heftig an diesem Bild gerüttelt und es kam Ärger auf, eine Emotion, die ich schon ziemlich lange nicht mehr gefühlt hatte....:x:shock:

    Ein Aufbäumen des - nur scheinbar- geschrumpften Egos, uiuiui...:eek:


    Ich ging innerlich auf Distanz und nahm zunächst einfach nur mit Achtsamkeit wahr, was sich da im Geist abspielte, merkte aber, dass die Gedanken nicht weiterzogen, sondern begannen, sich im Kreis zu drehen...

    Also versuchte ich, durch Reflexion, die Ursachen für das Kränkungsgefühl zu eruieren, eine kleine "Psychoanalyse" vorzunehmen und die Gedanken wieder in eine positivere Richtung zu lenken - gemäß den "4 Anstrengungen":

    Zitat

    A.IV.13 Die vier rechten Kämpfe I - 3. Padhāna Sutta

    Vier rechte Kämpfe (*1) gibt es, ihr Mönche. Welche vier?

    Da erzeugt, ihr Mönche, der Mönch in sich den Willen, nicht aufgestiegene üble, unheilsame Dinge nicht aufsteigen zu lassen;

    er strebt danach, setzt seine Willenskraft ein, spornt seinen Geist an und kämpft darum.


    Er erzeugt in sich den Willen, aufgestiegene üble, unheilsame Dinge zu überwinden;

    er strebt danach, setzt seine Willenskraft ein, spornt seinen Geist an und kämpft darum.


    Er erzeugt in sich den Willen, nicht aufgestiegene heilsame Dinge aufsteigen zu lassen;

    er strebt danach, setzt seine Willenskraft ein, spornt seinen Geist an und kämpft darum.


    Er erzeugt in sich den Willen, aufgestiegene heilsame Dinge zu festigen, nicht schwinden zu lassen, sondern sie zu Wachstum und voller Entfaltung zu bringen; er strebt danach, setzt seine Willenskraft ein, spornt seinen Geist an und kämpft darum.


    https://www.palikanon.com/angutt/a04_011-020.html#a_iv13

    Alles anzeigen

    Kurz:

    Negatives: vermeiden-überwinden,

    Positives: erhalten - entfalten


    ambi:

    Dann wenn ich denke, losgelassen zu haben und es verstanden zu haben, stehe ich in der Früh auf oder vor dem Einschlafen kommen Gedanken und schon geht es in die andere Richtung.

    Ja, diese Hartnäckigkeit "lästiger" Gedanken kenne ich auch...

    Das vermeintliche Loslassen mag manchmal vielleicht nur ein "Lockerlassen" gewesen sein und es braucht noch etwas Zeit, resp. Geduld, bis die Gedanken endgültig davonfliegen...:taube:


    Tatsächlich bewahrheitet sich auch immer wieder:

    Widmet man einer Sache (zu) viel Aufmerksamkeit, wird sie wachsen, sich vergrößern, sich u.U. manifestieren und zunehmend Raum und Zeit beanspruchen.


    "Erkennen - nicht tadeln - ändern" war die Formel der Theravada-Nonne Ayya Khema (1923-1997) im Umgang mit unheilsamen Gedanken,

    ihr ehemaliger Schüler Roland Nyanabodhi empfahl später sein "WAHLprogramm":

    "Wir haben eine Wahl: Wahrnehmen-Annehmen-Heilen- + Loslassen"


    Das "Annehmen" ist dabei die Vorstufe zum Loslassen..;)


    Alles Gute für dich! :sunny::heart::klee::buddha:


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Der Umgang mit Ärger

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 18. August 2026 um 18:20
    biophil:
    JoJu91:

    Abgesehen vom allerersten und allerletzten Pantoffeltierchen entstehen und vergehen Pantoffeltierchen nie ? Wenn sich Pantoffeltierchen P1 in zwei Pantoffeltierchen P1a und P1b teilt, stirbt dann P1 und werden P1a und P1b geboren oder macht diese Aussage keinen Sinn ?

    :like:


    Stirbt der Fluss, wenn er sich gabelt?

    Lebt ein Fluss denn?

    Meines Erachtens ist er zwar voller Leben, lebt aber selbst nicht, ist eine physikalische/geologische Erscheinung, aber kann sich ausdehnen, gabeln und versiegen... - ein dynamisches System.


    Bei der Zellteilung von Pantoffeltierchen entstehen ja genetisch identische Nachkommen, also Klone.

    Insofern geht das Elterntier in den Nachkommen auf - eine reine Vermehrung und Wandlung (es gibt ja eine Entwicklung der Tochterzellen) und demnach -scheinbar- kein Vergehen. keinen Tod....

    Wenn es da nur die Fressfeinde und dem Leben abträgliche Umweltbedingungen nicht gäbe, welche eben doch Vernichtung nach sich ziehen. :shrug:


    Des Weiteren: Bei "Stress", zwecks Anpassung an eine sich verändernde Umwelt, gibt es für die Pantoffeltierchen noch die Möglichkeit der Konjugation, d.h. Austausch genetischen Materials, demzufolge keine weiteren Klone entstehen, da das Erbgut neu kombiniert wurde.

    Und schon vergeht wieder etwas....:shrug:

    Zitat

    Sex und Vermehrung voneinander getrennt

    Ihre Vermehrung ist unspektakulär; sie machen einfach eine Zellteilung.

    Doch es findet auch ein Vorgang statt, der der Kopulation, wie man sie bei den vielzelligen Lebewesen kennt, vergleichbar ist.

    Dabei lagern sich zwei Pantoffeltierchen aneinander und tauschen über eine Plasmabrücke genetisches Material aus.

    Eine Vermehrung ist damit nicht verbunden, wohl aber die bei der Fortpflanzung von Vielzellern stattfindende und für die Evolution bedeutsame Neukombination von Erbinformation.


    https://www.bund-hessen.de/arten-entdecken/pantoffeltierchen/

    Alles anzeigen

    Wie faszinierend (und dadurch auch leicht fesselnd) doch das Leben ist...:verliebt:


    Wenn nur der Ärger nicht wäre....;)

    biophil:

    Pantoffeltierchen können nicht festhalten, weil da nichts ist, das festhalten könnte. Also genau das, was Buddhisten anstreben.

    :o

    Kleine Provokation oder ernstgemeint? - Wolltest du "die Buddhisten" etwa bewusst "ärgern"? ;):lol:


    Buddhisten streben sicher nicht an, "nichts" zu sein oder auf das Niveau eines Einzellers zurückzufallen, um nicht mehr "festhalten" (und damit leiden) zu "müssen" (denn auch der Einzeller "leidet" ja in dem Sinne, dass er von dem unbewussten Daseinswillen/-begehren gezwungen ist, zu existieren - und das auch noch ewig lange, dank Klonierung, wenn sie nicht irgendwann gefressen werden....).


    Buddhisten haben als menschliche Wesen natürlich ein wesentlich höheres (körperliches und vor allem geistiges) Leidenspotenzial, aber - damit einhergehend - auch Möglichkeiten, sich freiwillig und eigenständig davon zu befreien (Erleuchtungspotenzial/"Buddhanatur").

    Sie richten sich aktiv Richtung Bewusstheit, Erkenntnis und der Befreiung von den Leidensursachen aus und erfahren im Verlaufe der Praxis fortschreitende Loslösung von Anhaftungen, wodurch Ergreifen und Festhalten seltener werden, bis es (beim Arahant) vollständig aufhört.


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Erfahrungsaustausch Erwachte?

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 17. August 2026 um 17:20
    Thorsten Hallscheidt:

    Mir geht es eher um Konsequenz aus dem Erfahrenen, die Tatkraft und Mut fordern, die mir oft fehlen. Ruhe habe ich genug.

    Verwechselst du da vielleicht Ruhe mit Antriebsschwäche, "matter Müde" (3. Hindernis)?

    Schließlich liegt in der Ruhe ja - angeblich - die Kraft, wenn man dem Volksmund glauben will....

    Thorsten Hallscheidt:

    etwas lässt mich nicht in Ruhe und verändert mich dadurch, gibt mir Richtung, trietzt und ärgert mich, damit ich nicht einschlafe.

    Das ist eine gute Sache, die ich nicht vermissen möchte.

    Die beiden Zitate empfinde ich als etwas ambivalent, bzw. widersprüchlich. Die Frage, die sich zwangsläufig stellt: Was ist dieses "Etwas", das dich triezt, dir die Ruhe - oder ist es Trägheit? - nimmt, und was du nicht vermissen möchtest?

    Kusala-Chanda?

    Thorsten Hallscheidt:

    Dieses Abgeklärt- und in-Ruhe-sein ist nicht und war nie mein Ziel.

    Aber (geistige) Ruhe und Abgeklärtsein erleichtern es doch ( auf dem Weg), das Ziel "Nibbana" / innerer Frieden zu erreichen, oder?


    Marterra:

    Ich vermute dass jeder "erwacht zu sein" etwas anders interpretiert für sich selbst, falls überhaupt eine eigene Interpretation besteht.

    Jede buddhistische Richtung scheint etwas anderes darunter zu verstehen, das reicht vom "Stromeingetretenen (Sotapanna) und Satori/Kensho-Erlebenden bis hin zum "heiligen" Arahant und Bodhisatta.

    (Solange "ich" noch leide, also Gier, Ablehnung und Verblendung in irgendeiner Weise vorhanden sind -> kein Erwachtsein -. Das ist meine Orientierung...)


    A propos "Erfahrungsaustausch Erwachte"...


    Zu Buddhas Zeiten tauschten sich auch schon die Erwachten untereinander aus, z.B. Buddhas Hauptjünger Sariputta und Moggallana, Sariputta und Mahakotthito usw. ...


    Deren Gespräche drehten sich allerdings vorwiegend um den Dhamma/Dharma, wobei in M.N. 32 (Mahagosinga Sutta) tatsächlich der Eindruck eines "Wettbewerbs" unter den Edlen entstehen könnte, da dort jeder einzelne Ehrwürdige seine individuellen Kenntnisse und Fähigkeiten offenbart, bis am Ende der Buddha zwar Wertschätzung und Lob für die Erwachten äußert, aber ebenso für den achtsam und mit Entschlusskraft, eifrig nach dem höchsten Ziel Strebenden, also einen "edlen Schüler":

    Zitat

    ....17. Nach diesen Worten fragte der ehrwürdige Sāriputta den Erhabenen:

    "Ehrwürdiger Herr, wer von uns hat gut gesprochen?"

    "Ihr habt alle gut gesprochen, Sāriputta, jeder auf seine Weise. Höre auch von mir, welche Art von Bhikkhu diesen Sālawald von Gosiṅga schmücken könnte. Sāriputta, wenn da ein Bhikkhu von seiner Almosenrunde zurückgekehrt ist, setzt er sich nach seiner Mahlzeit nieder, kreuzt die Beine, richtet den Oberkörper auf, verankert die Achtsamkeit vor sich und faßt den Entschluß: 'Ich werde diese Sitzhaltung nicht aufgeben, bis mein Geist durch Nicht-Anhaften von den Trieben befreit ist [7].' Jene Art von Mönch könnte diesen Sālawald von Gosiṅga schmücken."


    [7] Während die Bhikkhus ein Ideal hochhalten, das auf Könnerschaft auf einem bestimmten Gebiet beruht, unterstreicht die Antwort des Buddha das höchste Ziel des heiligen Lebens, indem er sich auf denjenigen bezieht, der dieses Ziel noch nicht erreicht hat, aber voll Energie darauf zustrebt.


    https://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m032z.html

    Alles anzeigen


    Liebe Grüße _()_:heart:

Ausgabe №. 137: „Sorgen entsorgen?"

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