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  1. Buddhaland Forum
  2. Anna-Lyse Dhamma

Beiträge von Anna-Lyse Dhamma

  • Erfahrungsberichte bei der "Samadhi Sangha" (Dharmacharya Rodrigo Gonzalez Zimmerling)

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 5. September 2026 um 15:19

    Hallo, liebe(r) dampfwelle ,

    vorab - ich kenne nur einige Youtube - Videos von Herrn Zimmerling, ihm selbst bin ich noch nicht begegnet, aber ich fand es schon mal wenig einladend, dass die Kommentarfunktion gesperrt ist (wobei das viele, auch nachvollziehbare Gründe haben kann...).

    dampfwelle:

    An und für sich wirkt die Sangha und deren Lehrer sehr nett und aus meinem (Anfänger-)Augen kompetent.

    Hier gibt es ja nun schon einige Beiträge, welche die Kompetenz des Lehrers infrage stellen...

    "Nett", im Sinne von sympathisch, wirkt der Lehrer schon, wenn er auch etwas hektisch spricht und andauernd lacht ( "Sprechlacher" - aus Nervosität?, Anspannung, Unsicherheit?).

    (Mich machte Letzteres auch manchmal etwas nervös beim Zuhören, aber das ist ja "mein" Problem...;))

    dampfwelle:

    Was mich immer ein wenig stutzig macht ist, dass man für seine Videos meist 11,90€ zahlen muss. Natürlich ist mir bewusst das man irgendwie Geld verdienen muss (so auch Rodrigo), wenn man in der Wirtschaft überleben oder an Essen kommen will, aber dennoch finde ich es hat einen komischen Beigeschmack.

    Das sehe ich auch so. Der Dhamma sollte eigentlich jedem zur Verfügung stehen - der Buddha hat sich auch nicht bezahlen lassen.

    Dana ist üblich, aber da steht es ja jedem frei, zu geben, was er möchte und kann.

    dampfwelle:

    Was haltet ihr von dieser Sangha und deren Lehrer?

    Nachdem ich das folgende Video angeschaut hatte, war für mich klar, dass ich Herrn Zimmerling (und seiner angeblichen Expertise) nicht vertrauen kann

    (Beitrag aus Thread von 2025 zum Thema "Problematische Lehrer und der Umgang mit ihnen"):


    Beitrag

    RE: Problematische Lehrer und der Umgang mit ihnen

    "Wir wissen als Buddhisten, dass alle Wesen wiedergeboren werden." :eek: (Wissen wir das wirklich?)

    " Karma -Unterbrechung" :? (-> Angstgefühle, Verunsicherung)

    " Dem Tier Mantras ins Ohr flüstern..." (: :nosee: (das hilft - vielleicht, im günstigsten Fall - dem Tierhalter...)

    " Nicht nur WIR häufen das negative Karma des Tötens an, sondern auch die von uns beauftragte Person - der Tierarzt!" :( (-> Verunsicherung, Erzeugung von Angst- und Schuldgefühlen)

    Zumindest diese Belehrung dieses Lehrers stellt in…
    Anna-Lyse Dhamma
    12. April 2025 um 14:46


    Liebe Grüße, Anna-Lyse :):heart:_()_

  • Einfach mal 'Danke' sagen

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 2. September 2026 um 14:32

    Lieber Upasaka Dhammavicayo ,


    auch von mir ein herzliches Dankeschön dafür, dass du dich und dein wertvolles Dhammawissen hier auf so wunderbare Weise einbringst und uns damit einen inspirierenden, bereichernden Austausch ermöglichst.


    Eine Grundvoraussetzung, sich frei und unbefangen äußern zu können, ist ein respektvoller Umgang miteinander und dazu lädst du durch dein Vorbild ein. _()_:heart:


    Möge der Umgang und der Ton in diesem Forum weiterhin so respektvoll und mitfühlend sein. _()_

    (Und wenn es mal nicht der Fall sein sollte, bitte immer bedenken, dass das Problem bei demjenigen liegt, der sich da gerade im Ton vergreift - er kann in diesem Moment nicht wirklich glücklich (gewesen) sein...;):hug:)


    Liebe Grüße, Anna-Lyse :):heart:_()_

  • Porno

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 1. September 2026 um 15:05
    Hue32:

    Kann ein Buddhist bewusst und achtsam mit Pornografie umgehen? Oder widerspricht regelmäßiger Konsum dem Versuch, Begierde und Anhaftung zu vermindern?

    Du kennst die Antwort doch im Grunde, ihr/wir alle hier...;)8)


    Na ja, ist halt Herbst - Brunftzeit -, man merkt es auch im Buddhaland an den Themen... ;)

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    void hat es m.E. - schon 2018 - in einem Thread sehr gut auf den Punkt gebracht:

    void:

    1. Die Pornodarsteller, die auf ein ein "Stück Fleisch" reduziert werden. Hier gibt es ja durchaus Alternativen. Ich habe gehört,es gibt Gutmenschen-Pornos mit freilaufenden feministischen und antsexitischen Darstellern.

    (siehe Thorsten Hallscheidt s Beispiel oben...)

    Und dann gibt's ja auch noch die "Hentais" (musste erstmal googeln, was das ist...:lol:) Also super "Freifahrtscheine"? !

    void:

    2.In gewisser Weise ist nicht das Sexuelle das Problem, sondern Begierde und ihr ausgeliefert zu sein ist selber entwürdigend.

    Es gibt einen Unterschied, ob du dich an einem schönnen Essen erfreust, oder ob du als Fressüchtiger des Nachts den Kühlschrank plüderst und wie ein Schein alles in dich reinmampst, weil du wieder schwach geworden bist. Sucht ist austauschbar.

    :like:

  • Aṅguttara Nikāya 9:13, Mahā-Kotthita Sutta

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 1. September 2026 um 14:39

    Lieber Upasaka Dhammavicayo und lieber Hue32 ,


    _()_:heart: herzlichen Dank für eure wertvollen Beiträge, von denen ich einige Abschnitte hier gegenübergestellt habe, um zu versuchen, der Wahrheit näherzukommen, bzw., (ihr) auf den Grund zu gehen.

    Upasaka Dhammavicayo:

    Du schaust hin, wo diese Haufen eigentlich herkommen.

    Du siehst, dass sie nicht einfach so aus dem Nichts auftauchen, sondern durch Bedingungen entstehen. Durch Berührung, durch Begehren, durch Gewohnheiten.

    Und dann schaust du hin, wo sie aufhören.

    Nicht, indem du sie gewaltsam unterdrückst, indem du erkennst, dass sie von Natur aus vergänglich sind und kein festes Wesen haben.


    Wenn du das tust, siehst du auch den Weg, der aus diesem ganzen Kreislauf herausführt.

    Alles anzeigen

    Eigentlich sollte das Sehen der Vergänglichkeit kein Problem darstellen - überall und andauernd steht sie ja vor Augen, ist auch immer wieder unmittelbar zu erfahren.

    Es gibt vielleicht eine Art inneren Widerstand, es erkennen zu wollen...?


    Tiefe Erkenntnis stellt sich oft erst nach langem Üben und wiederholtem Vergegenwärtigen ein oder nach einer so tiefgreifenden Erfahrung wie schwerer Verletzung, Krankheit - durch die Nähe des Todes.

    Dann sieht man den Weg mit anderen Augen....

    Hue32:

    Die fünf Khandhas sind nicht einfach eine Art „Baustelle“, an der man immer weiter achtsam arbeitet.

    Sie sind der Bereich, in dem Unwissenheit und Anhaften entstehen.

    Das bloße Erkennen ihrer Vergänglichkeit reicht nicht aus, wenn daraus nicht auch die vollständige Loslösung entsteht.

    Es wurde ja nicht gesagt, dass Erkennen allein völlig ausreicht - es öffnet zunächst die Augen, um den Weg zu schauen, der dann zu beschreiten ist...


    Oder doch?

    Upasaka Dhammavicayo:

    Du weißt, dass das Ziel der vollkommene Frieden ist, das Erlöschen des Durstes. Aber dieser Frieden zeigt sich nicht irgendwann in der Zukunft. Er zeigt sich genau in diesem Loslassen, in diesem schlichten Anerkennen:

    Auch das ist nicht ich, auch das gehört mir nicht, auch das bin ich nicht.

    Das heilige Leben hat seinen Zweck genau hier erfüllt, in dem Augenblick, wo du etwas festhältst und es bewusst wieder gehen lässt.

    Es ist ein Weg des Erkennens, der gleichzeitig das Loslassen ist.

    Auf dem Übungsweg "arbeitet" man mit Achtsamkeit/Bewusstheit und Dualität ist dadurch wohl (noch?) unvermeidlich.


    Anhaftung geschieht häufig völlig unbewusst und/oder schleichend, wenn Achtsamkeit/Bewusstheit vernachlässigt wurden oder gänzlich fehlten (wie z.B. oft beim -rauschhaften- Verlieben...).


    Loslassen kann m.E. auf zweierlei Arten passieren:

    1. Man lässt etwas bewusst los, weil man es nicht mehr "will", z.B., weil man erkannt hat, dass das Festhalten unheilsam ist und (kurz-mittel- oder langfristig) Dukkha erzeugt.
    2. Nachhaltiger ist Loslassen aber, wenn es - aufgrund tiefer Einsicht - keinen aktiven Akt mehr braucht, sondern einfach - passiv/unbewusst - geschieht.

      (Ein solches Geschehnis wäre dann frei von einem wollenden "Ego")


    -> Es geschieht damit eine Abwendung - "...und abgewendet wird er entsüchtet......"


    Beide Arten des Loslassens haben zur Voraussetzung das ausdauernde Üben mit Achtsamkeit, verbunden mit dem "schlichten Anerkennen" /Annehmen der Wahrheit(en).

    Hue32:

    Im Buddhismus ist Nibbāna nicht einfach ein Moment des bewussten Nicht-Anhaftens im Alltag.

    Es wird als eine Verwirklichung beschrieben, als ein Durchbrechen einer grundlegenden Täuschung über die Wirklichkeit. Deshalb spricht der Buddha von etwas, das vorher „unerkannt“ und „unverwirklicht“ war.

    Der Weg besteht also nicht nur darin, immer wieder Gedanken oder Gefühle loszulassen.

    Das wäre eher eine Übung in Achtsamkeit und Selbstregulation.

    Die tiefere Bedeutung der Lehre ist, die Ursache des Leidens – Unwissenheit und Begehren – vollständig zu durchschauen und damit den Kreislauf von Werden und Vergehen zu beenden.

    So habe ich Nibbana bisher auch verstanden, die völlige Beendigung von Gier, Hass und Verblendung auf Dauer, weil völliges Durchschauen und damit Entsüchtung, den Geist nachhaltig umgewandelt haben.


    Es fängt aber mit kleinen Schritten an und diese "kleinen", heilsamen Erfahrungen von "Durchblicken/Aufwachen" motivieren ja auch dazu, den Weg weiter zu gehen...;):)


    Bei manchen Suttas, wie auch bei diesem, wo sich (vollständig) Erwachte, also Arahants (wie hier Sariputta und Maha-Kotthita), "unterhalten", wundere ich mich im Stillen darüber, was da noch für Fragen gestellt werden - die Antworten sollten jene doch kennen... ?:shrug:

    Es dient wohl didaktischen Zwecken, also der Belehrung von Lesern des Palikanons?

    Oder benötigen selbst Arahants immer wieder eine Erinnerung und "Auffrischung" des Dhammas? :?


    Liebe Grüße, Anna-Lyse :):heart:_()_

  • Majjhima Nikāya 48, Kosambiya Sutta

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 30. August 2026 um 18:57

    Lieber Upasaka Dhammavicayo , von ganzem Herzen danke ich dir für deine mitfühlende, liebevolle, tiefe Weisheit, mit der du auf meine (ausgesprochenen und unausgesprochenen ;)) Fragen geantwortet hast. _()_:heart:

    Du hast mir mitten ins Herz geschaut und eine Lösung, dem Dhamma gemäß, aufgezeigt, die einen Weg aus dem Dilemma/Dukkha weist.


    Tiere und speziell Tiere, die durch menschliches Fehlverhalten leiden, sind tatsächlich (m)ein "wunder Punkt" von Jugend an (als ich noch aktiv im Tierschutzverein tätig war, solange bis ich merkte, dass ich a) das Leid nicht mehr aushalten konnte und b) mich langsam zur Misanthropin entwickelte).


    Der Dhamma lehrt, wie ich "mein" Leiden verringere/beseitige, wozu sicherlich auch das "Leiden am Leiden Anderer" gehört, welches größtenteils auf Empathie/Identifikation beruht: -"mein" Leid <=> das (insbesondere unnötige, vermeidbare) Leid von "fühlenden Wesen".

    Die Umwandlung, bzw. Weiterentwicklung von Mitleid zu Mitgefühl ist ein wichtiger Ansatz, an dem ich, besonders in puncto Tiere/Tierleid, noch arbeiten muss.


    Daher:

    Upasaka Dhammavicayo:

    Ich sehe es so: Der Schmerz, der jetzt bleibt, kommt nicht von den Tieren. Dieser Schmerz kommt von dem innigen Wunsch, dass der Hofbetreiber anders denken und handeln möge.

    Diesen Wunsch trägst du wie einen schweren Stein um den Hals.

    Leider sowohl, als auch. Ja, es belastet, wie 2 schwere Steine um den Hals.

    Upasaka Dhammavicayo:

    Loslassen fällt dir schwer, weil du es mit Gleichgültigkeit verwechselst. Das ist ein Irrtum.

    Loslassen bedeutet, dass du deinen inneren Frieden bewahrst, während du die Tränen der Welt siehst.

    Nur mit einem stillen, klaren Herzen kannst du echte Hilfe sein. Ein aufgewühltes Herz kann nichts heilen.

    Ich denke, aus der Perspektive der Tiere heraus, dass mein Loslassen für sie, eventuell, bedeuten würde, dass eine Chance auf Besserung ihrer Lebensumstände vertan ist und frage mich, in diesem Kontext, außerdem, ob "steter Tropfen" nicht letztendlich doch "den Stein höhlt"...:?


    Buddha Shakyamuni ließ die streitenden Mönche von Kosambi allerdings schließlich zurück (also gewissermaßen los) und begab sich an einen anderen Ort, weil all seine Schlichtungsversuche und Belehrungen auf taube, verblendete Ohren stießen (MN 128).


    Er konnte nichts für sie tun, solange sie jeweils derart "verbohrt" an ihren Ansichten festhielten und kein Raum für ehrliche Selbstreflexion, lieb. Güte und Mitgefühl mehr zu existieren schien.

    Der Eindruck entsteht:

    Nicht einmal das stille, klare Herz des Buddha konnte hier seine heilende Wirkung entfalten.


    Dies zu erkennen, nimmt mir etwas den Druck, etwas erreichen zu müssen, wodurch das "pitbullmäßige Verbeißen" in die jeweiligen Themen, zumindest gelockert und späterhin innerer Frieden überhaupt möglich wird....

    (Wobei meist die Resignation, die Einsicht, nichts ausrichten zu können, der Akzeptanz/ Annahme - und damit dem Loslassen - vorausgeht.)

    Upasaka Dhammavicayo:

    Die Lösung deines Streites findest du nicht auf jenem fernen Hof. Sie liegt in dem Raum zwischen deinem Ein- und Ausatmen.

    In diesem Raum darf der Hofbetreiber falsch liegen.

    In diesem Raum dürfen die Tiere leiden. Du musst das nicht gutheißen.

    Du darfst es einfach als die harte Wahrheit dieses Augenblicks stehen lassen.

    Autsch:nosee::cry:, diese Sätze tun weh, wie eine schmerzhafte medizinische Heilbehandlung...

    Ich spüre körperlich meinen inneren Widerstand und weiß doch ganz genau, dass dort, in dieser Haltung, die Lösung - der Frieden - zu finden ist.:shrug:

    Upasaka Dhammavicayo:

    Vielleicht darfst du aufhören, diese Videos anzuschauen. Deine Augen haben genug gesehen. Deine Stimme hat gesprochen.

    Jedes weitere Schauen nährt nur die Unruhe in dir. Es hilft keinem Lebewesen.

    _()_ Danke, ja, mindestens eine (temporäre) Pause ist angebracht.

    Vor Jahren hatte ich auch schon mal fast 2 Jahre ausgesetzt, dann aber doch wieder nachgeschaut, wie es den Leuten und Tieren geht....

    Upasaka Dhammavicayo:

    Ein weiser Geist sieht das Elend der Welt und bleibt offen. Er fällt aber nicht hinein.

    Er weiß: Diese Tiere sind nicht deine Rettungsaufgabe.

    Dein eigenes Herz ist deine einzige Rettungsaufgabe.

    Wirklich? Die einzige Rettungsaufgabe?

    Momentan könnte ich (als "Anna ohne Panna" ;) ) akzeptieren:

    Ja, die vordringliche (Rettungs-) Aufgabe.., aber, wenn - nebenbei - noch Hilfe für andere Wesen möglich ist, wird man eh automatisch helfen.


    Das Elend der Welt sehen und nicht daran zu zerbrechen, erfordert bei "Unbefreiten", im Rahmen der buddhistischen Praxis, die heilsam und hilfreich ist, heutzutage vermehrt Aktivitäten, wie:

    - Helfen/Unterstützen "Bedürftiger" im näheren Umfeld/Einflussbereich

    - Dana für Hilfsorganisationen aller Art

    - Ablenkung mit Erfreulichem/Hinwendung zu den "Sonnenseiten" des Lebens -ohne Anhaftung daran- d.h., im Bewusstsein ihrer Vergänglichkeit....

    - Im Schlechten das Gute wahrnehmen ("Dukkha als Lehrmeister")


    Bei jedem Streit, Disput, der sich anbahnt, könnte man - bei mehr Achtsamkeit/Bewusstheit - den Anfängen wehren und die Fortsetzung verhindern.


    Kl. Anekdote:

    Mein Mann ist im Grunde ein sehr geduldiger Mensch, aber er gleicht einem Vulkan, der friedlich vor sich hinblubbert, bis er urplötzlich ausbricht - es kracht dann gewaltig!

    Ich habe irgendwann gemerkt, dass es immer dann passiert, wenn es uns beiden schlecht geht, weil dann der jeweils Andere nicht mehr fähig ist, ausgleichend und deeskalierend zu wirken.


    Vor einigen Monaten begann ich, die Ausbrüche/Dispute - natürlich angekündigt - mit dem Handy zu filmen (ursprünglich zwecks nachträglicher Analyse)...

    Und siehe da: Alles verlief danach kontrollierter, friedlicher, gemäßigter. :D

    Sehr amüsant dann das spätere gemeinsame Anschauen der Videos, wenn der Streit geschlichtet war: Selten so gelacht.....wenn man sich da so selbst im Zorn sieht....:eek::lol::rofl:

    Upasaka Dhammavicayo:

    Jetzt übe dich in der Gelassenheit, die nichts mehr hinzufügt und nichts mehr wegstößt.

    Das ist der reife Umgang mit einer Welt, die nicht nach unseren Vorstellungen läuft.

    Geh mit diesem Frieden. Er ist dein sicherer Boden.

    _()_:heart::taube: Amen.


    Dafür, dass ich anfangs "sprachlos" war, habe ich doch wieder ziemlich viel geschrieben...(:

    (Und dabei hatte ich doch "Post vom Buddha"...;)_()_)


    Liebe, dankbare Grüße, Anna-Lyse :):heart:_()_

  • Majjhima Nikāya 48, Kosambiya Sutta

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 29. August 2026 um 13:58

    Lieber Upasaka Dhammavicayo ,

    herzlichen Dank für deine wertvollen, erhellenden Beiträge. _()_:heart:

    Derzeit "hänge" ich an einem Problem fest, das ich irgendwie nicht mehr loslassen kann, denn es geht um andere, leidende Wesen....

    Verdrängen/Beiseitelegen wäre ev. möglich, aber dies würde ich weder als mitfühlend, noch sinnvoll erachten - es fühlt sich schlicht falsch an, wie eine Art "Im-Stich-Lassen".

    Upasaka Dhammavicayo:

    Die feste Zuflucht liegt nicht darin, von anderen geliebt oder verstanden zu werden. Diese Sicherheit bröckelt. Sie ist nicht beständig.


    Die wahre Sicherheit ist das Vertrauen in den eigenen Übungspfad.

    Dieses Vertrauen braucht keine Bestätigung von außen.

    _()_ Ja, auf die Liebe und/oder das Verständnis Anderer kann man bestenfalls hoffen, aber darf es nicht erwarten.


    Genau dieser Punkt - Vertrauen in den eigenen Übungspfad - kann m.E. jedoch ein nicht zu unterschätzendes Problem darstellen, solange man sich noch nicht als "in den Strom eingetreten" erlebt, weil eben noch manchmal Zweifel aufkommen und dementsprechend der Wunsch, von Anderen verstanden zu werden.


    Da hilft wohl nur geduldiges (Weiter-) Üben...

    Upasaka Dhammavicayo:

    Deine Selbstprüfung (diese sieben Punkte) das ist der Weg. Du prüfst dein Verhalten. Deine Worte. Deine Gedanken. Du fragst: Passt das zu dem, was ich als richtig erkannt habe?

    Wenn du das ehrlich tust, wirst du ruhig. Der Ärger über den anderen verliert seinen Halt.

    Mir ist es kürzlich passiert, dass ich mich über jemanden ärgerte, den ich nicht mal persönlich kenne (und er mich noch viel weniger) - einen YouTube-Kanalbetreiber, der Videos vom Leben auf seinem Selbstversorgerhof sendet.


    Viele Zuschauer sahen/sehen, ebenso wie ich, Missstände bei der Tierhaltung - die Tiere leiden teilweise stark unter schmutzigen, zu kleinen, Ställen, mangelnder Pflege, Verzicht auf tierärztliche Behandlungen im Krankheitsfall usw. - und prangerten dies in ihren Kommentaren an. Leider teilweise recht aggressiv und persönlich herabsetzend/beleidigend.


    (Andere Kommentarschreiber stellten sich dagegen hinter die Kanalbetreiber und rechtfertigten deren Umgang mit Tieren damit, dass es ja "nur Tiere" seien, zum Aufessen bestimmt, und man selbst, bzw. die Vorfahren, würden die Tiere genauso halten und behandeln...)


    Ich war, wie die Erstgenannten, gleichfalls emotional angefasst, nahm dies auch bewusst wahr und beruhigte meinen aufgeregten Geist, bevor ich mich bemühte, in einem Kommentar, ruhig, sachlich und konstruktiv darzulegen, was verbesserungswürdig wäre...


    Dann geschah es, dass im folgenden Video, nicht nur der wohlmeinende Kommentar total verrissen, meine Kompetenz infragegestellt wurde, sondern betrüblicherweise auch keinerlei Einsicht, bzw. auch nur Interesse, für das Leiden ihrer Tiere vorhanden war.


    Mit dem Ärger durch die "Kränkung" wurde ich recht schnell fertig, er verschwand mit dem entwickelten Mitgefühl für den YouTuber (der reichlich nervös-gereizt wirkte), aber das Problem mit den leidenden Tieren besteht nun weiterhin....

    Upasaka Dhammavicayo:

    Du musst ihn nicht überzeugen. Du musst ihn nicht ändern.

    Tja. Mit dem innigen Wunsch, dass es den Tieren UND dem Tierhalter wohlergehen möge und unfähig, ggf. selbst, vor Ort, helfend tätig zu werden (der Hof befindet sich im Ausland, ca. 1500 km entfernt), fällt es schwer, diese zwei Sätze zu akzeptieren.


    Nur, wenn es ausschließlich um "mein" Leiden ginge, könnte ich ihn unterschreiben - hier sind aber "Dritte" involviert und, wohl daher, fällt das Loslassen so schwer.:shrug:


    Mittlerweile hat sich der YouTuber entschuldigt für seine "Beleidigungen" gegenüber den Kommentierenden (der Ton wurde gemäßigter) und versprochen, sich künftig "sachlich" mit den Kommentaren zu befassen, aber auch klargemacht, dass ansonsten - mit den Tieren - alles so weiterlaufen würde, wie bisher. :shrug:


    (Vielleicht noch zu erwähnen, dass der YouTuber und seine Frau "Zeugen Jehovas" sind, von denen ich weiß, dass sie die Vorstellung/den Glauben pflegen, dass Gott/Jehova die Tiere ausschließlich zum Nutzen und der Freude der Menschen geschaffen und diesen anvertraut hätte.)


    Sorry, für die Ausschweifung...


    Gibt es eine Lösung dieses "Streitfalles"?


    Liebe Grüße, Anna-Lyse :)_()_:heart:

  • Majjhima Nikāya 5, Anaṅgaṇa Sutta

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 29. August 2026 um 12:09

    Buddhas "Hauptjünger" Sariputta definiert im hier vorgestellten Sutta den "Schmutz" folgendermaßen:

    Zitat

    Majjhima Nikāya 5

    Ohne Makel - Anaṅgaṇa Sutta

    ....9. "Man spricht von 'Makel, Makel', Freund, aber was bezeichnet dieser Ausdruck 'Makel'?

    'Makel', Freund, ist ein Ausdruck für die Sphären übler unheilsamer Wünsche." ....

    Klar wird auch, dass, sobald der Makel als solcher erkannt wurde, gehandelt wird - d.h. sehen/erkennen => handeln.

    Ohne sich zu verurteilen, einfach nur sehen und verstehen, führt demzufolge beim Erkennenden - quasi automatisch - zum heilsamen Bestreben, den Makel zu beseitigen.

    Zitat

    ...5. "Wenn aber jemand mit einem Makel der Wirklichkeit entsprechend versteht: 'Ich habe einen Makel in mir',

    dann ist zu erwarten, daß er Eifer aufbringen wird, Anstrengung unternehmen und Energie einsetzen wird, um diesen Makel zu überwinden, und daß er ohne Begierde, Haß und Verblendung sterben wird, ohne Makel, mit unbeflecktem Geist. .....


    https://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m005z.html


    Sariputta geht im Folgenden noch genauer auf die "Sphären unheilsamer Wünsche" ein, führt konkrete Beispiele an (eines davon):

    Zitat

    12. "Es ist möglich, daß ein Bhikkhu hier wünschen könnte:

    'Ich habe einen Regelverstoß begangen.

    Jemand, der mir gleichrangig ist, sollte mich ermahnen,

    nicht jemand, der mir nicht gleichrangig ist.'

    Und es ist möglich, daß jemand, der ihm nicht gleichrangig ist, ihn ermahnt, nicht jemand, der ihm gleichrangig ist.

    Also ist er zornig und verbittert: 'Jemand, der mir nicht gleichrangig ist, ermahnt mich, nicht jemand, der mir gleichrangig ist.'


    Der Zorn und die Verbitterung sind beide ein Makel."

    Alles anzeigen

    Hinter dem Zorn und der Verbitterung steckt hier Dünkel, sozusagen die Quelle des Makels...


    Liebe Grüße, Anna-Lyse :)_()_:heart:

  • Bodybuilding und Gesundheit

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 26. August 2026 um 17:09

    Lieber Kaiman ,


    danke für dieses wichtige, interessante und fast unerschöpfliche Thema. _()_


    Im Dhammapada findet sich bereits der folgende Vers, der den hohen Stellenwert von Gesundheit, auch im Buddhismus, demonstriert:

    Zitat

    204
    Gesundheit ist das größte Gut,

    Zufriedenheit

    Der beste Schatz,

    Nirvana höchste Seligkeit.


    https://www.palikanon.com/khuddaka/dhp/dhp3.htm

    Alles anzeigen
    Kaiman:

    Aber ich denke, das Hauptproblem aus Buddhistischer Sicht ist, dass das Älterwerden in diesem Sport versucht wird so lange es geht rauszuzögern und damit auch im Gewissen sinne gegen Alter , Krankheit ( und Tot) anzukämpfen.

    Ich denke nicht, dass es aus buddhistischer Sicht ein "Problem" darstellt, gegen (vorzeitiges) Altern und (vermeidbare) Krankheit "anzukämpfen", indem man sich z.B. gesund ernährt oder/und sportlich betätigt.


    Der Buddha selbst, gab in Lehrreden verschiedentlich Ratschläge zum Erhalt der (körperlichen) Gesundheit, wie z. B. hier:

    Zitat

    S.3.13. Große Schüssel Reis - 3. Doṇapāka Sutta


    1. Ort der Begebenheit: Sāvatthī.

    Zu jener Zeit nun hatte der König Pasenadi, der Kosala, eine große Schüssel gekochten Reises vollständig verspeist. [332]


    2. Da nun begab sich der König Pasenadi, der Kosala, voll gegessen und schwer schnaufend dorthin, wo sich der Erhabene befand. Nachdem er sich dorthin begeben und den Erhabenen ehrfurchtsvoll begrüßt hatte, setzte er sich zur Seite nieder.


    3. Wie nun da der Erhabene merkte, daß der König Pasenadi, der Kosala, vollgegessen war und schwer schnaufte, sprach er bei dieser Gelegenheit die folgende Strophe:


    "Für einen Menschen, der immer besonnen ist,

    Der Maß zu halten weiß bei eingenommener Mahlzeit,

    Für den gibt es nur geringe Schmerzen,

    Langsam altert er, seine Lebenskraft bewahrend." ....


    https://www.palikanon.com/samyutta/sam03_20.html

    Alles anzeigen

    Ein tatsächliches Problem könnte sich - speziell beim intensiven Bodybuildung - daraus entwickeln, dass, wie du schon geschrieben hast, der Fokus zunehmend auf der - auch von Anderen wahrgenommenen - Attraktivität der sich herausbildenden Muskulatur ("Anschwellen") liegt, wodurch leicht Stolz, Eitelkeit, Dünkel, genährt werden....


    Überdies erhöht sich möglicherweise die mentale Anhaftung an den (vergänglichen) Körper, was zu vermehrtem Leiden führt, wenn dieser letztlich - trotz aller Mühe - mal krank oder verletzt wird.



    Meine Mutter erkrankte mit 51 Jahren an Brustkrebs und bekam, nach Operation und Bestrahlung, den ärztlichen Rat, Kraftsport zu betreiben, vordringlich um Muskeln (wieder-) aufzubauen, aber auch, um wieder Vertrauen in den Körper (und seine Kraft) zu entwickeln (und unter Menschen zu kommen...).


    Nach anfänglichem Zaudern - sie war zuvor eher unsportlich - ging sie regelmäßig ins Fitnessstudio - wortwörtlich: Sie ging, zu Fuß, die ca. 3 km, später benutzte sie das Fahrrad.

    Es erwies sich als wahrer Segen, nicht nur für den Körper, ihre Stimmung hellte sich auf - Selbstvertrauen, Zuversicht und Lebensfreude kehrten zurück.

    Der Krebs verschwand auf Nimmerwiedersehen bis heute und mit inzwischen 86 Jahren begibt sie sich immer noch 2 -3 x wöchentlich ins "Gym" (jetzt mit E-Roller....:eek:).


    (Leider sind bei meiner chronischen Erkrankung (Autoimmunerkrankung GPA), u.a., kräftemäßige Grenzen gesetzt, aber täglich 1 Stunde Walking oder Fahrradfahren kriege ich noch hin, was spürbar positive Auswirkungen auf Körper und Psyche/Geist hat.)

    Kaiman:

    Gesundheit ist ein sehr komplexes Thema aber ich denke, es trägt zu unserem Glück bei.

    Absolut richtig, aber an Gesundheit, bzw. einem gesunden, fitten Körper, anzuhaften sollte man möglichst vermeiden, weil es nun mal ganz schnell "kippen" kann und dann doppeltes Leiden entsteht...:shrug:


    Lieber KarmaHausmeister , danke dir für deine Offenheit. _()_

    Ich wünsche dir alles Gute, vor allem weiterhin anhaltende, stabile Gesundheit und viel Freude am Leben (inkl. Training im Gym...) und der buddhistischen Praxis.:klee::heart::sunny::buddha:


    Liebe Grüße, Anna-Lyse :)_()_:heart:

  • Sympathischte Person im Kanon - für dich?

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 22. August 2026 um 17:19

    (Mir) auch nicht unsympathisch: Die Theri "Dhammadinna" :)


    Dhammadinna wurde durch ihren Mann Visakha auf den Buddha und seine Lehrreden aufmerksam, ihr Mann hatte da bereits die (Erleuchtungsstufe der) Nichtwiederkehr - Anagami - erreicht, woraufhin sie ihn, mit seiner Erlaubnis (!), verließ, um Bhikkhuni in einem Nonnenkloster zu werden.

    Nach einiger Zeit erreichte sie dort die höchste Erleuchtungsstufe - Arahantschaft - und wurde zur besten Lehrrednerin unter den Nonnen.

    Danach kehrte sie zurück, traf auch den Buddha persönlich und belehrte schließlich sogar ihren "Ex"-Mann" Visakha...., den sie dabei mit "Bruder" anredete. :D


    (Nachzulesen in Majjhima Nikaya 44 - Culavedalla Sutta -

    https://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m044z.html)


    Ihre Verse aus dem Therigata:

    Zitat

    Dhammadinnā

    12

    INBRÜNSTIG weilend für und für

    Gerührt im Herzen soll man sein,

    Von Lust und Neigung nicht verlockt:

    Wer also wandelt, wallt empor.


    https://www.palikanon.com/khuddaka/theri…ml#dhammadinnaa

    siehe auch:

    Dhammapada 218:


    (*218) 218

    Wer nach dem Unnennbaren (nibbāna) strebt, ganz voll das Herz,
    Den Lüsten abgewandt, der geht - heißt's - stromaufwärts (*f10).

    (*f10) = den Weg zur Heiligkeit aufwärts.

    Alles anzeigen


    Liebe Grüße, Anna-Lyse :)_()_:heart:

  • Sympathischte Person im Kanon - für dich?

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 21. August 2026 um 14:41
    biophil:

    Wer ist für dich die sympathischte Person im Kanon?

    Lieber biophil ,

    ohne alle Personen im Palikanon zu "kennen" und rein aus dem Gefühl heraus, bin ich da ganz bei deiner Entscheidung für Ananda - das ist einfach ein "Schatz"! :heart:_()_

    Mitfühlend und immer für den Buddha da - 25 Jahre als "Aufwärter" - zuständig fürs Grobe und Allerfeinste ("Lehrreden-Speicher"), er schaffte es des Öfteren, den - manchmal "strengen" - Buddha zum Überdenken zu bringen und sein Mitgefühl zu entfalten, vor allem in Sachen Frauen-Ordination....


    Aber auch dem klugen und weisen Sariputta gehört mein Herz......:heart:_()_


    Und Buddha Shakyamuni? Verehrungswürdig. _()__()__()_:heart:

    Qualia:

    Ananda war nur nicht „befreit“, weil er den Buddha immer als Vorbild und besten Helfer erkannt hat

    ....und, weil er sich um so viel zu kümmern, so viel zu tun hatte....?

    Immerhin war er ja Sotapanna, also von den Fesseln des Zweifels, der Persönlichkeitsansicht und der Anhaftung an Regeln und Riten befreit.

    Aber seine Lebensaufgabe, solange der Buddha lebte, bestand darin, den Buddha zu unterstützen und den Dhamma/die Lehrreden im Gedächtnis zu bewahren.


    Liebe Grüße, Anna-Lyse ;)_()_:heart:

  • Raffiniertes Ego

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 19. August 2026 um 18:23
    ambi:

    Ich weiß das klingt alles andere als gut hier, aber es ist ehrlich und offen und ich möchte mich nicht als besseren Menschen hinstellen, aber natürlich auch nicht als schlechteren.

    Ich wäre nur sehr gespannt auf nicht wertenden Austausch, falls jemand bereit dazu ist.

    Hallo, liebe ambi , :)

    herzlich willkommen im Buddhaland und danke für deinen Mut zu ehrlicher Offenheit. _()_:rose:

    Das Schöne an diesem Forum ist, u.a., dass man hier Gelegenheit hat, (im Schutz der Anonymität) sein Herz auszuschütten, Fragen zu stellen, Erfahrungen/Erkenntnisse zu teilen... und damit rechnen darf, dass Menschen i.d.R. wohlwollend, nach bestem Wissen und Gewissen, antworten.

    Natürlich kann es auch mal Gegenwind geben oder jemand kriegt einen Beitrag in den falschen Hals, deshalb habe ich mir von Anfang an vorgenommen, alles, was hier geschrieben wird, als Möglichkeit zum Daraus-Lernen zu betrachten.


    Man kann sich ja selbst ziemlich mit Gedanken quälen und irgendwann entsteht schlimmstenfalls der Eindruck des Kontrollverlustes über die Gedanken, d.h., man denkt Dinge, die man gar nicht denken will...


    (Ich hatte vor 26 Jahren die Diagnose "Generalisierte Angststörung" erhalten, weil ich mich - nach einem traumatischen Erlebnis - (katastrophisierender) Angstgedanken und nachfolgenden Angstzuständen, kaum mehr erwehren konnte.)


    Ganz wichtig ist wertfreie Achtsamkeit/Bewusstheit:

    Wenn du dir bewusst bist, dass du ständig am (Dich-Selbst-) Bewerten bist, registrierst du vielleicht auch, wie anstrengend und kräftezehrend sich das auswirkt.

    ambi:

    Anfangs kann ich nach einer Zeit wo ich mein Selbst stärker spüre und dann das Ego langsam wieder im Vordergrund ist, meiner Wahrnehmung schwer trauen - ich merke es fühlt sich schwer an aber irgendwie bin ich mir nicht sicher und das Ego sagt mir so in der Art "Nein nein alles gut - du kannst auf mich vertrauen".....

    Es hört sich so an, als würdest du (permanent?) Dialoge mit deinem "Ego" führen, dem ein (wahres) Selbst zwar gegenübersteht, welches aber - gefühlt - dauernd vom Ego übertönt wird?

    Oder ist es so, dass du bestimmte Gedanken, die du als Ego-generiert bewertest, bewusst von anderen, z.B. altruistischen, Gedanken trennst?

    ambi:

    mich würde interessieren wie ihr mit eurem Ego umgeht

    Als "Ego" betrachte ich die Vorstellung, das Bild, das ich von mir selbst (häufig noch) habe, obwohl mir immer öfter und anhaltender bewusst wird, dass es eben eine (Ich-) Illusion und nicht real ist.

    Kürzlich wurde - von außen - heftig an diesem Bild gerüttelt und es kam Ärger auf, eine Emotion, die ich schon ziemlich lange nicht mehr gefühlt hatte....:x:shock:

    Ein Aufbäumen des - nur scheinbar- geschrumpften Egos, uiuiui...:eek:


    Ich ging innerlich auf Distanz und nahm zunächst einfach nur mit Achtsamkeit wahr, was sich da im Geist abspielte, merkte aber, dass die Gedanken nicht weiterzogen, sondern begannen, sich im Kreis zu drehen...

    Also versuchte ich, durch Reflexion, die Ursachen für das Kränkungsgefühl zu eruieren, eine kleine "Psychoanalyse" vorzunehmen und die Gedanken wieder in eine positivere Richtung zu lenken - gemäß den "4 Anstrengungen":

    Zitat

    A.IV.13 Die vier rechten Kämpfe I - 3. Padhāna Sutta

    Vier rechte Kämpfe (*1) gibt es, ihr Mönche. Welche vier?

    Da erzeugt, ihr Mönche, der Mönch in sich den Willen, nicht aufgestiegene üble, unheilsame Dinge nicht aufsteigen zu lassen;

    er strebt danach, setzt seine Willenskraft ein, spornt seinen Geist an und kämpft darum.


    Er erzeugt in sich den Willen, aufgestiegene üble, unheilsame Dinge zu überwinden;

    er strebt danach, setzt seine Willenskraft ein, spornt seinen Geist an und kämpft darum.


    Er erzeugt in sich den Willen, nicht aufgestiegene heilsame Dinge aufsteigen zu lassen;

    er strebt danach, setzt seine Willenskraft ein, spornt seinen Geist an und kämpft darum.


    Er erzeugt in sich den Willen, aufgestiegene heilsame Dinge zu festigen, nicht schwinden zu lassen, sondern sie zu Wachstum und voller Entfaltung zu bringen; er strebt danach, setzt seine Willenskraft ein, spornt seinen Geist an und kämpft darum.


    https://www.palikanon.com/angutt/a04_011-020.html#a_iv13

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    Kurz:

    Negatives: vermeiden-überwinden,

    Positives: erhalten - entfalten


    ambi:

    Dann wenn ich denke, losgelassen zu haben und es verstanden zu haben, stehe ich in der Früh auf oder vor dem Einschlafen kommen Gedanken und schon geht es in die andere Richtung.

    Ja, diese Hartnäckigkeit "lästiger" Gedanken kenne ich auch...

    Das vermeintliche Loslassen mag manchmal vielleicht nur ein "Lockerlassen" gewesen sein und es braucht noch etwas Zeit, resp. Geduld, bis die Gedanken endgültig davonfliegen...:taube:


    Tatsächlich bewahrheitet sich auch immer wieder:

    Widmet man einer Sache (zu) viel Aufmerksamkeit, wird sie wachsen, sich vergrößern, sich u.U. manifestieren und zunehmend Raum und Zeit beanspruchen.


    "Erkennen - nicht tadeln - ändern" war die Formel der Theravada-Nonne Ayya Khema (1923-1997) im Umgang mit unheilsamen Gedanken,

    ihr ehemaliger Schüler Roland Nyanabodhi empfahl später sein "WAHLprogramm":

    "Wir haben eine Wahl: Wahrnehmen-Annehmen-Heilen- + Loslassen"


    Das "Annehmen" ist dabei die Vorstufe zum Loslassen..;)


    Alles Gute für dich! :sunny::heart::klee::buddha:


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Der Umgang mit Ärger

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 18. August 2026 um 18:20
    biophil:
    JoJu91:

    Abgesehen vom allerersten und allerletzten Pantoffeltierchen entstehen und vergehen Pantoffeltierchen nie ? Wenn sich Pantoffeltierchen P1 in zwei Pantoffeltierchen P1a und P1b teilt, stirbt dann P1 und werden P1a und P1b geboren oder macht diese Aussage keinen Sinn ?

    :like:


    Stirbt der Fluss, wenn er sich gabelt?

    Lebt ein Fluss denn?

    Meines Erachtens ist er zwar voller Leben, lebt aber selbst nicht, ist eine physikalische/geologische Erscheinung, aber kann sich ausdehnen, gabeln und versiegen... - ein dynamisches System.


    Bei der Zellteilung von Pantoffeltierchen entstehen ja genetisch identische Nachkommen, also Klone.

    Insofern geht das Elterntier in den Nachkommen auf - eine reine Vermehrung und Wandlung (es gibt ja eine Entwicklung der Tochterzellen) und demnach -scheinbar- kein Vergehen. keinen Tod....

    Wenn es da nur die Fressfeinde und dem Leben abträgliche Umweltbedingungen nicht gäbe, welche eben doch Vernichtung nach sich ziehen. :shrug:


    Des Weiteren: Bei "Stress", zwecks Anpassung an eine sich verändernde Umwelt, gibt es für die Pantoffeltierchen noch die Möglichkeit der Konjugation, d.h. Austausch genetischen Materials, demzufolge keine weiteren Klone entstehen, da das Erbgut neu kombiniert wurde.

    Und schon vergeht wieder etwas....:shrug:

    Zitat

    Sex und Vermehrung voneinander getrennt

    Ihre Vermehrung ist unspektakulär; sie machen einfach eine Zellteilung.

    Doch es findet auch ein Vorgang statt, der der Kopulation, wie man sie bei den vielzelligen Lebewesen kennt, vergleichbar ist.

    Dabei lagern sich zwei Pantoffeltierchen aneinander und tauschen über eine Plasmabrücke genetisches Material aus.

    Eine Vermehrung ist damit nicht verbunden, wohl aber die bei der Fortpflanzung von Vielzellern stattfindende und für die Evolution bedeutsame Neukombination von Erbinformation.


    https://www.bund-hessen.de/arten-entdecken/pantoffeltierchen/

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    Wie faszinierend (und dadurch auch leicht fesselnd) doch das Leben ist...:verliebt:


    Wenn nur der Ärger nicht wäre....;)

    biophil:

    Pantoffeltierchen können nicht festhalten, weil da nichts ist, das festhalten könnte. Also genau das, was Buddhisten anstreben.

    :o

    Kleine Provokation oder ernstgemeint? - Wolltest du "die Buddhisten" etwa bewusst "ärgern"? ;):lol:


    Buddhisten streben sicher nicht an, "nichts" zu sein oder auf das Niveau eines Einzellers zurückzufallen, um nicht mehr "festhalten" (und damit leiden) zu "müssen" (denn auch der Einzeller "leidet" ja in dem Sinne, dass er von dem unbewussten Daseinswillen/-begehren gezwungen ist, zu existieren - und das auch noch ewig lange, dank Klonierung, wenn sie nicht irgendwann gefressen werden....).


    Buddhisten haben als menschliche Wesen natürlich ein wesentlich höheres (körperliches und vor allem geistiges) Leidenspotenzial, aber - damit einhergehend - auch Möglichkeiten, sich freiwillig und eigenständig davon zu befreien (Erleuchtungspotenzial/"Buddhanatur").

    Sie richten sich aktiv Richtung Bewusstheit, Erkenntnis und der Befreiung von den Leidensursachen aus und erfahren im Verlaufe der Praxis fortschreitende Loslösung von Anhaftungen, wodurch Ergreifen und Festhalten seltener werden, bis es (beim Arahant) vollständig aufhört.


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Erfahrungsaustausch Erwachte?

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 17. August 2026 um 17:20
    Thorsten Hallscheidt:

    Mir geht es eher um Konsequenz aus dem Erfahrenen, die Tatkraft und Mut fordern, die mir oft fehlen. Ruhe habe ich genug.

    Verwechselst du da vielleicht Ruhe mit Antriebsschwäche, "matter Müde" (3. Hindernis)?

    Schließlich liegt in der Ruhe ja - angeblich - die Kraft, wenn man dem Volksmund glauben will....

    Thorsten Hallscheidt:

    etwas lässt mich nicht in Ruhe und verändert mich dadurch, gibt mir Richtung, trietzt und ärgert mich, damit ich nicht einschlafe.

    Das ist eine gute Sache, die ich nicht vermissen möchte.

    Die beiden Zitate empfinde ich als etwas ambivalent, bzw. widersprüchlich. Die Frage, die sich zwangsläufig stellt: Was ist dieses "Etwas", das dich triezt, dir die Ruhe - oder ist es Trägheit? - nimmt, und was du nicht vermissen möchtest?

    Kusala-Chanda?

    Thorsten Hallscheidt:

    Dieses Abgeklärt- und in-Ruhe-sein ist nicht und war nie mein Ziel.

    Aber (geistige) Ruhe und Abgeklärtsein erleichtern es doch ( auf dem Weg), das Ziel "Nibbana" / innerer Frieden zu erreichen, oder?


    Marterra:

    Ich vermute dass jeder "erwacht zu sein" etwas anders interpretiert für sich selbst, falls überhaupt eine eigene Interpretation besteht.

    Jede buddhistische Richtung scheint etwas anderes darunter zu verstehen, das reicht vom "Stromeingetretenen (Sotapanna) und Satori/Kensho-Erlebenden bis hin zum "heiligen" Arahant und Bodhisatta.

    (Solange "ich" noch leide, also Gier, Ablehnung und Verblendung in irgendeiner Weise vorhanden sind -> kein Erwachtsein -. Das ist meine Orientierung...)


    A propos "Erfahrungsaustausch Erwachte"...


    Zu Buddhas Zeiten tauschten sich auch schon die Erwachten untereinander aus, z.B. Buddhas Hauptjünger Sariputta und Moggallana, Sariputta und Mahakotthito usw. ...


    Deren Gespräche drehten sich allerdings vorwiegend um den Dhamma/Dharma, wobei in M.N. 32 (Mahagosinga Sutta) tatsächlich der Eindruck eines "Wettbewerbs" unter den Edlen entstehen könnte, da dort jeder einzelne Ehrwürdige seine individuellen Kenntnisse und Fähigkeiten offenbart, bis am Ende der Buddha zwar Wertschätzung und Lob für die Erwachten äußert, aber ebenso für den achtsam und mit Entschlusskraft, eifrig nach dem höchsten Ziel Strebenden, also einen "edlen Schüler":

    Zitat

    ....17. Nach diesen Worten fragte der ehrwürdige Sāriputta den Erhabenen:

    "Ehrwürdiger Herr, wer von uns hat gut gesprochen?"

    "Ihr habt alle gut gesprochen, Sāriputta, jeder auf seine Weise. Höre auch von mir, welche Art von Bhikkhu diesen Sālawald von Gosiṅga schmücken könnte. Sāriputta, wenn da ein Bhikkhu von seiner Almosenrunde zurückgekehrt ist, setzt er sich nach seiner Mahlzeit nieder, kreuzt die Beine, richtet den Oberkörper auf, verankert die Achtsamkeit vor sich und faßt den Entschluß: 'Ich werde diese Sitzhaltung nicht aufgeben, bis mein Geist durch Nicht-Anhaften von den Trieben befreit ist [7].' Jene Art von Mönch könnte diesen Sālawald von Gosiṅga schmücken."


    [7] Während die Bhikkhus ein Ideal hochhalten, das auf Könnerschaft auf einem bestimmten Gebiet beruht, unterstreicht die Antwort des Buddha das höchste Ziel des heiligen Lebens, indem er sich auf denjenigen bezieht, der dieses Ziel noch nicht erreicht hat, aber voll Energie darauf zustrebt.


    https://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m032z.html

    Alles anzeigen


    Liebe Grüße _()_:heart:

  • Der Umgang mit Ärger

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 17. August 2026 um 16:22
    Hotte:

    Ich glaube, niemand kann Verblendung direkt fühlen.

    Aber man kann das Ego mit seinem Groll fühlen.

    Deswegen meine Erste-Hilfe-Formel: "Ärger ist immer Ego."
    Sie entlarvt das Gefühl des Rechthabens sofort.

    Großartig auf den Punkt gebracht - vielen Dank, lieber Hotte . _()_:heart:


    Offenbar ist bei mir das Ego gerade besonders aktiv, weil, innerhalb weniger Tage, häufiger diese Ärger-Emotion hochkam, ungewohnt oft...:roll:

    Was u.a. zeigt, dass dieses Gefühl, einmal ausgelöst, selbst, wenn es - scheinbar! - nach einer Weile wieder entschwunden ist, manchmal eine gewisse Hypersensibilität hinterlässt, eine Art unruhige "Grundgereiztheit", die ein sehr geeignetes Fundament für weiteren Ärger bildet....(::shrug:


    Nicht immer ist es Ärger "in Reinform" (also 100 %), bei mir traten als "Nebenklagende" noch Frust, Traurigkeit, Ohnmachtsgefühle und Angst hinzu - delikate Zutaten für ein leckeres "Depressionssüppchen".....:doubt:


    Ich war, vor einiger Zeit, so dumm gewesen, in der Kommentarspalte eines YouTube-Kanals, eine dort präsentierte Tierhaltung ganz v o r s i c h t i g zu kritisieren und konstruktive Verbesserungsvorschläge zu machen (Thema: ein - ungeschorenes!- Angorakaninchen verendete elend bei nahezu 40 Grad Celsius an einem Hitzschlag - in einer viel zu engen, unisolierten Holzbox....).

    Die Kanalbetreiber griffen mich daraufhin im (Wochen später) folgenden Video persönlich an, erklärten mich zur Lügnerin (das Kaninchen sei doch "alt" gewesen...), sprachen mir jegliche Expertise ab und forderten mich am Ende auf, mir doch andere Videos ("Streichelzoo") anzuschauen...


    Das war halt nicht nur ungerecht (sie selbst hatten im betroffenen Video gesagt, dass das Tier den Hitzetod starb...), kratzte am Ego ("Du hast keine Ahnung von Kaninchenhaltung!" - >"öffentliche" Beschämung!), sondern - vor allem - es entschuldigte/legitimierte die schlechte Tierhaltung und so konnte die Absicht, für die verbliebenen Kaninchen verbesserte Lebensbedingungen zu erreichen, nicht verwirklicht werden. :(:shrug:


    Ginge es beim Ärger immer nur um einen selbst ("Ego"), wäre es weitaus leichter, angemessen damit umzugehen, als Praktizierende(r) auf dem Weg Buddhas sowieso ....;)8)


    Ach ja, und für mich gilt natürlich Selbiges, lieber biophil :

    Schneelöwin:

    Nur zum Verständnis: Mein Lach-Smiley ist kein Auslachen. Es ist einfach so lebhaft amüsant geschrieben.

    Eigentlich wollte ich das "Daumen hoch-Emoji" zücken, aber beim Vergleich

    Pantoffeltierchen - Praktizierender gerieten mir dann doch die Lachmuskeln außer Kontrolle.... Hier ist noch zusätzlich der :like:!;)


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Majjhima Nikāya 21, Kakacūpama Sutta

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 17. August 2026 um 14:56

    Zunächst einmal, herzlich willkommen im Buddhaland, lieber Upasaka Dhammavicayo . :)_()_:rose:


    Zum Zweiten möchte ich dir für das Besprechen dieses Suttas danken, weil es so vielschichtig ist und jeder wohl dazu neigt, andere Aspekte dieser Unterweisung hervorzuheben. _()_

    Upasaka Dhammavicayo:

    Die eigentliche Unterweisung liegt in der Betrachtung der Abneigung als einem bedingt entstandenen Phänomen.

    Diese Abneigung ist kein zwingender Bestandteil des Schmerzes.

    Sie erscheint, weil die gewohnte Identifikation mit dem Körper und den Gefühlen unbemerkt wirkt.

    _()_Das trifft sicherlich zu und ist ein wichtiger Punkt, den man mit Bewusstheit wahrnehmen und erkennen sollte, damit dieser Ablauf - Identifikation -> 2.Pfeil - künftig zumindest nicht mehr unbemerkt wirken, späterhin ev. gestoppt werden, kann.

    Upasaka Dhammavicayo:

    Wer die Lehre verinnerlicht hat, erkennt den Schmerz als bloßen Schmerz.

    Upasaka Dhammavicayo:

    Die Reaktion des Hasses fügt eine zweite Pfeilwunde hinzu. Der erste Pfeil ist der physische Schmerz, der durch vergangenes Kamma und gegenwärtigen Kontakt unvermeidlich sein kann. Der zweite Pfeil ist das geistige Erleiden, das aus dem Verlangen nach Wohlsein und der Abwehr des Unangenehmen erwächst.

    Die Verquickung mit dem Pfeilgleichnis liegt nahe, wirkt aber angesichts des haarsträubend brutalen "Gleichnisses von der Säge" auf Menschen, die noch nicht

    "die Lehre verinnerlicht" haben leicht bizarr.

    Würden einem Erleuchteten tatsächlich Glieder des Körpers abgesägt, würde er nicht anders können, als vor Schmerzen zu brüllen, wie ein Unerleuchteter, möglicherweise würde er auch (vom Körper) automatisierte Abwehrbewegungen machen, welche u.U. die Angreifer verletzen könnten.

    Allerdings - im Falle, dass er diese Folter überleben würde, wäre dennoch kein Groll im Geist vorhanden....

    biophil:

    Es ist Rhetorik der Übertreibung, keine Übungsanweisung fürs Folterszenario.

    Danke, uff! :erleichtert:

    biophil:

    MN 21 ist keine Meditationsanleitung für den Fall der Zersägung, sondern der Abschluss einer Zurechtweisung.

    :lol: Ja, höchst unwahrscheinlich, dass man lebendig, bei vollem Bewusstsein zersägt wird (körperlich), weitaus mehr im Bereich des Möglichen ist zweifellos das geistige "Gegrilltwerden" ("Roasting") und dort bewährt sich dann definitiv die Erkenntnis aus dem Pfeilgleichnis....


    (https://de.wikipedia.org/wiki/Roast ;))

    Upasaka Dhammavicayo:

    Die Befreiung zeigt sich darin, den zweiten Pfeil nicht zu erzeugen. Das Geistesgemüt bleibt davon unberührt, weil es keine Besitzergreifung des Körpers mehr vornimmt.

    _()_Ja, und ebenfalls keine Besitzergreifung einer Vorstellung vom "Ich", Ego (personifiziertes Selbstbild), was "zerlegt" wird, also vom Geist....


    Den Anlass für die Lehrrede boten ja Reaktionen des Ärgers und Zorns eines "Ehrwürdigen" (Moliya Phagguna), der auf Kränkungen von Bhikkhunis (mit denen er viel Umgang pflegte - :? -) durch andere Bhikkhus, ungehalten tadelnd reagierte.

    Pikanterweise verteidigten die Bhikkhunis ihrerseits den Ehrwürdigen gegen geringschätzige Rede anderer Bhikkhus über ihn....


    Der Buddha nahm sich der Sache an:

    Zitat

    6. "Phagguna, es ziemt sich nicht für dich, einen Mann aus guter Familie, der aus Vertrauen vom Leben zu Hause fort in die Hauslosigkeit gezogen ist, übermäßig viel Umgang mit Bhikkhunīs zu haben.


    Daher, wenn irgend jemand in deiner Gegenwart geringschätzig von jenen Bhikkhunīs spricht, solltest du jegliche Absichten und jegliche Gedanken, die auf dem Haushälterleben beruhen, aufgeben.


    Und darin solltest du dich so üben:

    'Mein Geist wird unbeeinträchtigt sein, und ich werde keine bösen Worte äußern; ich werde in Mitgefühl für sein Wohlergehen verweilen, mit einem Geist voll Liebender Güte, ohne inneren Haß.'

    Auf solche Weise solltest du dich üben, Phagguna."


    https://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m021z.html

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    Der Buddha rügt also die zu große Nähe des ehrwürdigen Moliya Phagguna zu den Bhikkhunis... und leitet ihn gleichzeitig an, im Geist Metta/Liebende Güte und Karuna/Mitgefühl zu entfalten, aber eben nicht nur für die (abgewerteten) Bhikkhunis, sondern gleichfalls für die geringschätzig sprechenden, abwertenden, Bhikkhus.

    Zitat

    15. "Genauso, ihr Bhikkhus, gibt es diese fünf Redeweisen, die andere anwenden könnten, wenn sie euch ansprechen:

    ihre Rede mag zur rechten Zeit oder zur falschen Zeit erfolgen,

    sie mag wahr oder unwahr sein,

    sanft oder schroff,

    mit dem Gutem oder mit Schaden verbunden,

    mit einem Geist von Liebender Güte gesprochen oder mit innerem Haß.


    Wenn andere euch ansprechen, mag ihre Rede zur rechten Zeit oder zur falschen Zeit erfolgen; wenn andere euch ansprechen, mag ihre Rede wahr oder unwahr sein; wenn andere euch ansprechen, mag ihre Rede sanft oder schroff sein; wenn andere euch ansprechen, mag ihre Rede mit dem Gutem oder mit Schaden verbunden sein; wenn andere euch ansprechen, mag ihre Rede mit einem Geist von Liebender Güte gesprochen sein oder mit innerem Haß.


    Darin, ihr Bhikkhus, solltet ihr euch so üben:

    'Unser Geist wird unbeeinträchtigt bleiben, und

    wir werden keine bösen Worte äußern;

    wir werden in Mitgefühl für ihr Wohlergehen verweilen,

    mit einem Geist voll Liebender Güte, ohne inneren Haß.

    Wir werden verweilen, indem wir jene Person mit einem Herzen durchdringen, das von Liebender Güte durchtränkt ist; und

    mit ihr als Objekt werden wir verweilen,

    indem wir die allumfassende Welt mit einem Herzen durchdringen, das von Liebender Güte durchtränkt ist, unerschöpflich, erhaben, unermeßlich, ohne Feindseligkeit und ohne Übelwollen.'


    Auf solche Weise solltet ihr euch üben, ihr Bhikkhus."


    https://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m021z.html

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    Lange Rede, kurzer Sinn:

    Ich verstehe diese Lehrrede vor allem als Aufforderung, sich immer wieder in Metta und Karuna zu üben und diese Haltung, insbesondere dann, wenn man selbst oder/und Andere angegriffen werden, auch praktisch (in heilsamer Rede und Handlung) umzusetzen.

    biophil:

    der Buddha setzte einen Maßstab: Wenn nicht einmal der äußerste denkbare Fall Hass rechtfertigt, dann eure Alltagszänkereien erst recht nicht.

    :like:_()_ So sehe ich es auch , vielen Dank, lieber biophil , und auch dir ein herzliches Willkommen. :rose::)


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Schmerzen (Probleme) um anderer Willen auf sich nehmen als Weg, das Leiden zu überwinden.

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 15. August 2026 um 21:49
    Thorsten Hallscheidt:

    aber wir dürfen nicht vergessen, dass nach buddhistischer Lehre das Leiden nicht einfach dadurch überwunden wird, dass man die Schmerzen einfach hinter sich lässt, sondern dadurch, dass man sie um anderer willen auf sich nimmt."

    Lieber Thorsten Hallscheidt , dieser Ausspruch des Dalai Lama erinnert wirklich sehr an das Christentum und Jesus, der die "Sünden/Schmerzen der Welt" auf sich nimmt und dadurch die Menschen "erlöst" - insofern ist die Äußerung, im Kontext der damaligen Veranstaltung, vielleicht auch als Signal und Hinweis auf die Gemeinsamkeiten von Buddhismus und Christentum zu verstehen....? :?


    Denn "nach buddhistischer Lehre" - des Theravada oder Frühbuddhismus - wird Leiden auf andere Weise angegangen/ beseitigt, hier, indem die Ursachen, die Entstehung und letztlich die Auflösung des (eigenen!) Leidens beim Praktizieren des Edlen Achtfachen Pfades durch erkanntes Erleben durchdrungen und bearbeitet werden.

    Im Verlaufe der Praxis lösen sich die Fesseln nach und nach, bis hin zum vollständigen Loslassen aller 10 Fesseln - Nibbana/Nirvana.

    Hat der vollkommen befreite Arahant solchermaßen das Leiden überwunden, wird er, quasi automatisch, seinen inneren Frieden auch im Außen heilsam wirken lassen...


    Im Vajrayana hält man dieses Vorgehen für geringwertiger/weniger edel, weil - angeblich - weniger mitfühlend mit dem Leiden Anderer.


    Schlussendlich geht es jedoch auch im tibetischen Buddhismus, bei Praktiken wie Tonglen, wo das Leid der Anderen symbolisch aufgenommen/eingeatmet und Glück/Leidfreiheit abgegeben/ausgeatmet wird, um das Wohl des Praktizierenden*, es ist lediglich eine andere Methode, mit dem Leiden per se umzugehen.

    (Ob es Anderen nun wirklich hilft, ist wohl Glaubenssache, aber Gebete helfen ja nachweislich auch, sogar, wenn die Leidenden nicht wissen, dass für sie gebetet wurde....)

    Zitat

    Tonglen ist ein Weg zur Erleuchtung, indem man sich mit allen Wesen identifiziert. Man verbindet sich gedanklich mit dem Leid seiner Mitwesen. Man vergegenwärtigt sich ihre Gefühle (Ängste, Wut, Trauer, Sehnsucht) und transformiert sie in seinem eigenen Geist durch Lichtvorstellungen, positive Wunschssätze (Gedankenarbeit) und durch eine Meditation auf das Leid.

    *Durch diese Praxis entsteht Glück im eigenen Geist.


    Dann ist nach Vorstellung der Tonglen-Praktizierenden auch der Geist der leidenden Mitwesen gereinigt, weil alle Wesen miteinander verbunden sind

    (das ist die Grundannahme des Tonglen). Dadurch verringert sich das Leiden.[1]

    ........


    Im tibetischen Buddhismus (Vajrayana) gibt es Beispiele, wobei Tonglen traditionell sehr radikal ausgeübt wird. Man nimmt alles Leid von seinen Mitwesen und gibt ihnen all sein Glück.[3]

    Dieser radikale Weg kann einen spirituell Übenden überfordern.


    https://de.wikipedia.org/wiki/Tonglen

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    Qualia:

    Das ist doch das Problem jeder auf den Mitmenschen gerichteten Religion. Man kann nicht mehr erkennen das es immer um das eigene Leid/dukkha geht.

    Doch, man kann es erkennen - nur meistens erst viel später....

    "Ich" leide ja auch am Leid des Anderen - aufgrund von Empathie (= ich fühle, was du fühlst, als geschähe es mir selbst...) - die eine gewisse Identifikation voraussetzt.

    Empathie ist mitleiden/-fühlen (natürlich auch -freuen), bei allem, was einem anderen Wesen widerfährt.


    Und ja, das kann zu Dukkha führen:

    Qualia:

    Es wird ein dukkha ermöglicht, nämlich das mich gleich machen mit dem Leid des anderen und der Glaube, dass dadurch mein persönliches Leid vermindert wird.

    Buddhistisches Mitgefühl unterscheidet sich vom Vorgenannten entscheidend:

    Ich nehme das Leid des Anderen zwar noch wahr, identifiziere mich aber nicht damit, sondern entwickele stattdessen Kraft und Energie aus dem innigen Wunsch heraus, das Leid des Anderen möge enden.


    Diese heilsame, produktive Hilfe ermöglichende, Art des Mitgefühls muss allerdings geübt und entwickelt werden, weil man - insbesondere bei "überwältigendem" Leid - leicht dazu neigt, wieder in lähmendes Mitleid zu verfallen...


    Der Glaube, dass persönliches Leid durch Mitleid vermindert wird, erfährt eine Bestärkung, wenn nachfolgende Aktivitäten/Versuche, das Leiden Anderer zu lindern, vom eigenen Leid ablenken, es übertünchen....

    Qualia:

    Geteiltes Leid ist eben nicht halbes Leid, sondern dukkha, egal wem es „gehört“.

    Geteilte Freude ist doppelte Freude, Euphorie, die vergeht, und dukkha ist, weil man sich nach Freude sehnt, egal ob doppelte oder einfache.

    Darüber muss ich mal nachdenken, lieber Qualia , (obwohl du wahrscheinlich recht hast), weil ich das lange Zeit anders erlebte...

    Freude, ob geteilt oder nicht, kann natürlich zu Sehnsucht ("Gier") nach Wiederholung führen - wenn man nicht aufpasst.

    void:

    In einem Buch über Buddhismus und Christentum schreibt Thich Nhat Hanh dass die Christen statt Jesus immer am Kreuz darzustellen, eher so eine friedvolle, lächelnde Darstellung wählen sollten. Weil so eine Darstellung im Betrachter eher Liebe und Zuversicht erzeugt, statt ihn mit Angst, Schmerz und Leid zu konfrontieren. Die Darstellung von Leid erscheint unnötig.

    Interessant, danke für diesen Hinweis, lieber void .

    Tatsächlich stieß mich die Darstellung des unermesslich großen Leides Jesu am Kreuz, in einer Zeit, als ich selber stark litt, weil "alles zusammenbrach", eher ab, als hilfreich zu sein.

    Ich konnte das damals einfach nicht ertragen - es zog mich noch mehr herunter....

    Letztlich trieb mich dieser Anblick, inkl. des ganzen Kultes, resp. Verherrlichung des Leidens, zum Buddha, dessen Abbildungen und Skulpturen heitere Gelassenheit ausstrahlten, Frieden und Heilung versprachen.


    Dennoch finde ich die (künstlerische) Darstellung von Leid nicht "unnötig", weil sie, insbesondere bei Gleichgültigen, vielleicht Empathie und Mitleid wecken kann - Voraussetzungen für Erkennen eigenen Leides und mitfühlendes Handeln.


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Darf man Insekten und Spinnen töten?

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 12. August 2026 um 19:16
    benni79:

    ....kommt ein insekt normal und mit freundlichen absichten bei mir vorbei, bleibe ich freundlich und verhelf ihm vielleicht hinaus, viele schaffen das ohnehin selber... kommt es aufgeladen mit negativem dunst, ist es als wesen nicht leicht davon herunterzubringen und insekten nehmen den tod wohl um einiges leichter...

    Hallo, lieber benni79 :),

    hast du schon mal in Betracht gezogen, dass deine Ausstrahlung (gereizt, nervös, friedlich, ruhig, freundlich,...) auch eine Rolle spielen könnte, ob sich dir ein Insekt (außer, es handelt sich um einen "Blutsauger" :P) "freundlich" oder "aufgeladen mit negativem Dunst" :eek::erleichtert: nähert?


    Vielleicht (oder scheinbar) nehmen Insekten den Tod leichter, aber für dich ist es, nach meinem Eindruck, immer noch ein Akt der Gewalt, das Tierchen zu töten, die Absicht ambivalent (einerseits unheilsam, andererseits willst du dich vorm "Leiden am Insekt" schützen).


    Mir geht es ähnlich mit Spinnen - habe eine Arachnophobie - , aber mein Mann übernimmt es, sie aus der Wohnung zu entfernen, würde sie allerdings ggf. auch töten...

    benni79:

    grundsätzlich entschuldige ich mich bei jedem tier, wenn es einmal zu genanntem akt kommt,

    Wahrscheinlich fühlst du dich dann besser?

    benni79:

    welche erwartung haben (eintags-)fliegen oder mücken?

    schnell gekommen, schnell gegangen, dazwischen ein mords-trara und gefährliches abenteuer um fressi fressi und paarung.

    Hm. Erinnert mich direkt an manche Menschen....(kl. Scherz) (:;)

    "Alle Wesen wollen Glück erlangen und Leid vermeiden."

    benni79:

    mit dem tod spielt man nicht, man braucht ihn nicht fördern... aber er ist natürlich und ereilt nach gottes willen jeden

    Wohl wahr, aber in deinem Fall ist es ja dein Wille...


    Die entscheidende Frage ist vermutlich:

    Leidest du - letztlich - mehr an, u.U. aggressiver, Präsenz von Insekten oder am Tötungsakt?


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Erfahrungsaustausch Erwachte?

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 12. August 2026 um 18:19
    Andreas:

    gibt es im Forum Erwachte, die Interesse an einem lockeren Erfahrungsaustausch haben?

    Anscheinend JA, :) und ich danke dir für diese (etwas ungewöhnliche) Anfrage, der zufolge man diesem Austausch beiwohnen kann. _()_:D

    Thorsten Hallscheidt:

    Wie aus der Quelle heraus leben?

    _()_Genau darum geht es schlussendlich wirklich.


    Erkenntnis, aufgrund einer Erwachenserfahrung, ist ja zunächst der Anfang, erst im Weiterleben mit der neuen Sichtweise, zeigt es sich, ob - und in welchem Maße - wirklich "Befreiung vom Leiden" "erreicht wurde.


    Also nicht die Besonderheit und Eindrücklichkeit einer Erleuchtungserfahrung zählt, sondern ob und inwieweit Gier, Aversion und Ich-Wahn vermindert, bzw. erloschen sind.


    Wenn ich, als Unerleuchtete, von einem Menschen höre oder lese, er sei "erwacht", hinterfrage ich das erst mal, u.a., weil der Buddha davon sprach, dass es nur sehr wenige Menschen gäbe, die Nibbana verwirklichen können.

    1. Wirkt/(re)agiert besagter Mensch nun freier, wahrhaftiger, gleichmütiger und mitfühlender, als vor dem "Ereignis"?
    2. Wie geht dieser Mensch jetzt mit Krisen wie Krankheiten, Verlust von Angehörigen, zunehmenden Altersbeschwerden und persönlichen Kränkungen um?
    3. Sind noch Anhaftungen - auch an Gewohnheiten - erkennbar?

      ......


    "Ganz einfach" empfinde ich es nicht....


    Ohne inneren Frieden, innere Stille und Achtsamkeit kann die Quelle leicht überhört oder gar verschüttet werden.

    Die Reise/der Weg endet m.E. erst mit dem Fallenlassen der letzten (von 10) Fessel.


    Liebe Grüße _()_:heart:

  • Leihmutterschaft - aus buddhistischer Sicht...?

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 5. August 2026 um 15:42

    Liebe Buddhies, :)


    wenn ihr Zeit und Lust fändet, bei der obigen Umfrage (# 24) zu antworten, würde ich mich freuen...


    Vielen Dank fürs Mitmachen.


    Liebe Grüße, Anna :):heart:_()_


    PS: Hoffentlich klappt das mit der Umfrage , eigentlich sollte sie hier erscheinen - hab's offensichtlich versemmelt (war der 1. Versuch...;)):lol:

  • Leihmutterschaft - aus buddhistischer Sicht...?

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 5. August 2026 um 15:22
    Schneelöwin:

    Von einer Leihmutterschaft mal abgesehen;

    es wurde ja der mittlere Weg (also Buddha Empfehlung) aus einer der Optionen genannt.

    Die Frage die sich in mir auftut ist, ob man aus Optionen, auch wenn es im Moment die beste Option zu sein scheint, dies unbedingt als mittleren Weg klassifizieren muss, wenn nicht hinreichend überschaubar.

    Liebe Schneelöwin , deinen Einwand/deine Frage empfinde ich als berechtigt, die Antwort lautet: Nein, muss man (natürlich) nicht. :)


    Ich habe es mal gewagt, hätte es aber besser schlicht einen Kompromiss nennen sollen, auch, wenn die Lösung (1) eine "Mitte" zwischen den Extremen "Verzicht auf ein eigenes Kind" und "Anspruch auf ein eigenes Kind für jedermann/frau (zumindest, wenn sie genug Geld besitzen :roll:) zu repräsentieren scheint....

    Schneelöwin:

    Manchmal hat man ja tatsächlich in Fragen nur Optionen, nichts davon fühlt sich stimmig an und der Eindruck bleibt, egal welche man wählt, es ist murks.

    Stimmt - leider müssen trotzdem oft Entscheidungen getroffen werden. :shrug:


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Alt werden

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 5. August 2026 um 14:59
    Qualia:

    Etwas, das man besitz auch zu sein, ist der beste Akt, schneller zu verfallen.

    Mich würde mal interessieren:

    Welche Belege hast du denn für diese Behauptung?

    "Ich bin das/dieser Körper", also Identifikation mit dem Körper, ist ja praktisch der "Normalzustand" aller "Weltlinge" und führt in aller Regel zu Aufmerksamkeit und Zuwendung, mithin Fürsorge, für den Leib.


    Indem man dem Körper etwas Gutes angedeihen lässt, tut man dementsprechend Gutes für sich - und dies verlängert eher das Leben (außer man übertreibt es und verliert das rechte Maß....), oder? ;)

    Qualia:

    Je mehr man dem Glauben verfallen ist das man dieser Körper ist je weniger kann sich der Körper vor dem Altern bewahren, denn er wird von der Gier desseen der glaubt, ihn zu besitzen, gestört. Etwas, das man besitz auch zu sein, ist der beste Akt, schneller zu verfallen.

    Ja, Gier, besonders ausufernde, kann natürlich den Körper, wie auch den Geist stressen, ebenso wie Gefühle von Hass, insbesondere, wenn sie chronisch werden, sehr destruktiv wirken können.

    Zuviel Stress kann definitiv krank machen und vorzeitig altern lassen - klar.


    Aber der Zusammenhang Identifikation mit dem Körper/ schnellerer Verfall besteht doch auch nur unter/bei bestimmten Bedingungen, sonst wären ja alle Erleuchteten nie krank und uralt geworden, oder...? :?

    (Dogen, z.B., starb mit 53 J..)


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Körper,Geist und Seele

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 5. August 2026 um 14:26

    Lieber Matthie , vielen Dank für das interessante, inspirierende Thema. _()_:heart:


    Dass nahezu alle bekannten Kulturen und Religionen die Existenz einer Seele annehmen (und diese teilweise nicht nur in Menschen, sondern auch in Tieren, Pflanzen und sogar in lebloser Materie wie Steinen verorten)

    und selbst in der areligiösen Psychologie von Seele gesprochen wird, zeigt,

    a) dass es in Menschen ein tiefes Bedürfnis nach einer Erklärung für dieses gefühlte "innere Wesen" gibt - und

    b) gleichzeitig den Wunsch nach etwas "Geistigem", das unzerstörbar/unsterblich, also dauerhaft vorhanden und einerseits individuell und andererseits mit allem anderen, was existiert, verbunden ist.


    Gleichsam als eine Konsequenz des Bewusstwerdens der eigenen Sterblichkeit, der Gewissheit des Todes und zusätzlich der Erfahrung von Träumen, meditativen Trancezuständen oder auch Bewusstlosigkeit bei sich und Anderen, musste der menschliche Geist seine Sichtweise erweitern und in "überweltliche" Bereiche vordringen, um schlussendlich Frieden zu finden und das Leben besser meistern zu können.


    Auch der Buddha stritt nur eine Seele, im Sinne eines festen, unveränderlichen, unabhängigen und unsterblichen Wesenkerns ab, nicht aber bedingte und wechselseitig abhängige geistige Prozesse, die im Menschen den Eindruck einer "Seele" erzeugen, bzw. vielfach als Zeichen für die Präsenz einer solchen gedeutet werden.


    (Für den Buddha war die Vorstellung eines sich ewig wiederholenden Daseinskreislaufs (Samsara) mit leidhafter Geburt, leidhafter Krankheit, leidhaftem Alter und schließlich leidhaftem Sterben/Tod, der blanke Horror - daraus suchte (und fand) er einen Ausweg:

    Weise Erkenntnis und Loslösung -

    keine unsterbliche Seele - kein "Ich" -> kein "Weiterwandern".)


    Den sogenannten "reinen, klaren (also unbefleckten) Geist", als "Urzustand"/grundlegenden Seinszustand, von dem Buddhas Lehre spricht, könnte man vielleicht mit der Vorstellung einer "reinen Seele" (welche auch "befleckt" werden kann) vergleichen, ebenso weisen Begriffe wie "innerstes Wesen", Bewusstsein, das "innere Licht",... letztlich auch im Buddhismus in eine Richtung, die annimmt, dass, nach dem physischen Tod - beim Unerleuchteten - noch etwas "Feinstoffliches" überdauert und sich bedingt, abhängig, sowie prozesshaft fortsetzt....

    U.U. in neuen Daseinsbereichen - mit dem Karma im "Gepäck" ;)...


    Erst beim Arahant hört - mit dessen physischem Tod und dem Eintreten ins Parinibbana ("Verlöschen ohne Rest") - die unruhige Wanderung, das Suchen und Greifen dieses "Bewusstseinskontinuums" völlig auf -> vollständiges Erlöschen, völlige Stille, völliger Frieden.


    (Wobei hierbei klar zu beachten ist, dass die Lehren des Buddha über Wiederwerden/Wiedergeburt umstritten sind, da sie nur geglaubt, nicht aber überprüft werden können....)


    Noch ein Tipp - m.E. hörenswert/lesenswert:

    Die Seele in den Religionen - Flüchtiger Hauch der Lebenskraft
    Die Seele ist in vielen Religionen dasjenige, was den Menschen wesentlich ausmacht. Aber was macht sie selbst aus? Ist sie unveränderlich? Vielleicht sogar…
    www.deutschlandfunkkultur.de


    Liebe Grüße, Anna :):heart:_()_

  • Leihmutterschaft - aus buddhistischer Sicht...?

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 3. August 2026 um 20:58
    Michael Haardt:

    In diesem Thread sind ein paar Referenzen von betroffenen Kindern, die inzwischen erwachsen sind:

    Tut mir leid, aber letztlich sind die Statements einiger anonymer (!) User in einem Internetforum für mich nicht 100 % glaubwürdig - bei einem so sensiblen Thema vertraue ich seriösen TV-Reportagen oder YouTube-Kanälen, in denen sich Menschen mit ihrem Realnamen vor der Kamera zeigen und offen sprechen, doch mehr.

    Trotzdem danke fürs Einstellen, lieber Michael Haardt , es war interessant, das zu lesen._()_

    Michael Haardt:

    Die Sachlage ist nicht so eindeutig, wie du es dir vorstellst.

    Woraus schließt du, dass ich die Sachlage für eindeutig halte?

    Ich war lediglich bemüht, (mich) zum sehr komplexen Thema gründlich zu informieren, Fakten zusammenzutragen und habe anschließend meine Gedanken, nebst Einordnungen bzgl. (buddhistisch) ethischer Werte, dazu mitgeteilt.


    Eindeutig ist hier leider wenig...und der Lernprozess geht weiter....:shrug:

    Michael Haardt:

    Dazu kommt, dass bei von ihren Eltern biologisch gezeugten Kindern auch keineswegs immer Sonnenschein herrscht. Bei adoptierten Kindern ebenfalls nicht.

    Klar, ist doch selbstverständlich, aber bei Kindern von Leihmüttern kommen halt u.U. noch spezielle frühkindliche Traumata und stärkere Identitätsprobleme hinzu...

    Michael Haardt:

    Nach deiner Argumentation siehst Du den Durchschnitt mit einer gewissen Abweichung als Toleranz als normativ an, denn sonst gäbe es Chaos. Dazu muss ich leider sagen, dass das diese Sichtweise verbreitet ist, aber definitiv ungewollt Minderheiten unterdrückt.

    Das ist ja schon fast ein Totschlagargument....:?

    Zum Glück können sich Minderheiten in unserem demokratischen System, Gehör und Aufmerksamkeit verschaffen und gegen (echte) Unterdrückung zur Wehr setzen.


    Wenn allerdings beispielsweise eine Minderheit, nach allgemeiner Einschätzung von Fachleuten (und ev. auch einer Mehrheit der Bevölkerung) unethisch handelt, muss das auch offen angesprochen werden können/dürfen, damit am Ende nicht eine (etwaig) "fehlgeleitete" Minderheit die Mehrheit dominiert...


    Oft toleriert jedoch erfahrungsgemäß - nach einer gewissen Zeitspanne und erfolgreichem gesellschaftlichem Diskurs - auch die Mehrheit die Meinung von Minderheiten oder übernimmt sie sogar.

    Möglich, dass es auch bei Leihmutterschaft so abläuft...

    Michael Haardt:

    Aber: Das Spektrum der menschlichen Erfahrung ist erheblich breiter, als der Einzelne sich vorstellen kann. ......


    .....Aber eine Menge Sachen kann man sich nicht vorstellen, die dennoch völlig natürlich menschlich sind. Ich hätte das früher nie gedacht, aber es ist so.

    "Völlig natürlich menschlich" ist es (nach Buddhas Lehre) egoistisch und gierig zu sein, Ablehnung, Hass, Widerwillen in sich zu spüren und verblendet zu denken, reden und zu handeln, ebenso, wie

    altruistisch/mitfühlend und freigebig zu sein, Liebe/Zuneigung zu fühlen und weise/klug zu denken, reden und zu handeln.


    Die Frage bleibt: Was ist heilsam, was unheilsam und - bezüglich des Themas - :


    Wie soll die Gesellschaft mit dem Wunsch einer Minderheit auf ein eigenes Kind umgehen, wenn jener Wunsch zum Anspruch wird, trotz Unerfüllbarkeit auf natürliche Weise und daher die Verfügbarkeit über andere Menschen (bzw. deren Körper) voraussetzend?


    Vor allem die Rechte der Kinder werden, nach meinem Eindruck, in der Debatte immer wieder hintangestellt.....


    So auch im folgenden, m.E. recht aussagekräftigem, YT-Video zweier evangelischer, miteinander verheirateter, Pastorinnen, von denen die eine übrigens zwei Kinder durch Samenspende (in Dänemark) bekam, die beide nun als ihre gemeinsamen Kinder aufziehen:


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    Es bleibt schwierig...und hoffentlich müssen wir nicht erleben, dass eines Tages, designte Babys "auf Bestellung" in künstlichen Uteri, für zahlungskräftige Wunscheltern "ausgebrütet" werden....:nosee::doubt:


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Alt werden

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 2. August 2026 um 21:07
    Sodann:

    Habt ihr auch solche Beobachtungen gemacht, oder eigene Erfahrungen mit Altwerden, die ihr hier teilen mögt?

    Hallo, liebe(r) Sodann , :)

    Älter- und Altwerden sind quasi die "Alternative" zu frühem/vorzeitigen Tod (so sehe ich das ...;)) und daher einfach natürliche Lebensphasen, die - wie andere Lebensabschnitte auch - spezifische Schwierigkeiten und Herausforderungen mit sich bringen.

    Und natürlich auch viele gute Seiten haben, die du ja schon teilweise aufgeführt hast.


    Ansonsten wird (insbesondere) das hohe Alter durchgehend als Bürde, Plage und damit leidhaft betrachtet - auch vom Buddha, nur dass beim Buddha die Erkenntnis, dass alle Lebewesen Alter, Krankheit und Tod unterworfen sind, zur Aufgabe des "Jugendrausches" führte, also letztlich zu etwas Heilsamem:

    Zitat

    A.III.39a Dreierlei Rausch - I - 9. Sukhumāla Sutta

    ...'Wahrlich, der unkundige Weltling, selber dem Alter unterworfen, ohne dem Alter entrinnen zu können, ist bedrückt, entsetzt und ekelt sich, wenn er einen Gealterten sieht;

    sich selber aber läßt er dabei außer acht.


    Doch auch ich bin ja dem Alter unterworfen, kann dem Altern nicht entgehen.

    Würde ich nun, der ich dem Alter unterworfen bin, dem Altern nicht entgehen kann, beim Anblick eines Gealterten bedrückt sein, mich entsetzen und ekeln, so wäre das nicht recht von mir.' Indem ich, ihr Mönche, so dachte, schwand mir jeglicher Jugendrausch (yobbana-mada, ārogya-mada, jīvita-mada;


    https://www.palikanon.com/angutt/a03_031-040.html

    Alles anzeigen

    Wenn du noch mehr Erfahrungen über das Thema "Alter" lesen möchtest - vor drei Jahren wurde es hier schon mal ausführlich besprochen:


    Thema

    Alter - im Buddhismus

    Liebe Freunde,

    schon länger überlege ich, dieses Thema mal hier auf's Tapet zu bringen, denn Alter ist ja etwas, das alle betrifft (direkt und indirekt) und zusammen mit (Geburt), Krankheit und Tod unsere Existenz schmerzlich belastet.

    Siddhartha Gautama wurde - der Legende nach - erst nach den berühmten 4 Ausfahrten klar, was ihm und allen anderen Wesen bevorsteht und es bewog ihn zur radikalen Umstellung seines Lebens und der Suche nach einem Ausweg aus dem Leiden ....

    Klar ist: Er alterte,…
    Anna-Lyse Dhamma
    3. Juni 2023 um 21:34
    Sodann:

    Gibt es buddhistische Texte über den Wert des hohen Alters? Oder wird das immer als leidvoll betrachtet?

    Leider sind mir keine bekannt...

    Gesundheit wird als das "höchste Gut" gerühmt und die geht im Alter meist irgendwann verloren....:shrug:

    (Man darf aber nicht vergessen, dass es zu Buddhas Zeiten noch keinerlei Möglichkeiten gab, Altersbeschwerden zu lindern, die körperlichen Gebrechen mussten 1:1 erduldet werden oder man griff notfalls zum Messer...)


    Es gibt aber z.B. Texte über Hochaltrige, die es "versäumten, Gutes zu tun". Diese werden vom Buddha ermahnt, die verbleibende Lebenszeit dazu zu nutzen, noch Gutes zu wirken, damit es ihnen wohlergehe.


    Darüber hinaus empfahl der Buddha die " 5 Betrachtungen" - logischerweise vor allem für Jüngere und "Mittelalte", die sich noch fern von Alter und Tod wähnen - eine davon betrifft das Alter:

    Zitat

    A.V.57 Fünf Betrachtungen für jedermann - 7. Abhiṇhapaccavekkhitabbaṭhāna Sutta

    ...Aus welchem Grunde aber, ihr Mönche, soll man öfters bei sich erwägen, daß man dem Altern unterworfen ist, dem Alter nicht entgehen kann?


    Die Wesen, ihr Mönche, sind während ihrer Jugend erfüllt vom Jugendrausch (*1), von dem betört sie in Werken, Worten und Gedanken einen schlechten Wandel führen.

    Wer aber jene Tatsache (*2) öfters bei sich erwägt, bei dem schwindet dieser Jugendrausch entweder ganz oder er wird abgeschwächt. Aus diesem Grunde, ihr Mönche, soll man öfters bei sich erwägen, daß man dem Altern unterworfen ist, dem Alter nicht entgehen kann.

    .....

    https://www.palikanon.com/angutt/a05_051-060.html#a_v57

    Alles anzeigen

    Humor ist übrigens m.E. ein gutes Mittel, um mit "Alterszipperlein", nachlassenden Sinnen und (leider auch) abnehmenden geistigen Fähigkeiten fertigzuwerden.

    Er schafft Distanz und fördert das Loslassen....


    Denke da unwillkürlich an "Sophia Petrillo" ( die Älteste der "Golden Girls" aus der amerikan. Serie), die einmal recht barsch zu ihrer, über das Älterwerden klagenden, (recht eitlen und "mannstollen") Freundin Blanche sagt:

    "Du bist alt, du verfällst, nimm es hin!"

    (Die Freundin war übrigens über 30 Jahre jünger als sie selbst...:erleichtert:)


    (Eine Kostprobe für Interessierte, das Alter wird hier nicht beschönigt, eher veralbert oder aber damit kokettiert :

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    )


    Liebe Grüße, Anna ;)_()_:heart:

  • Lektion des Platzregens

    • Anna-Lyse Dhamma
    • 2. August 2026 um 19:29
    DawnBoat14087:

    Ja dann renn halt.

    DawnBoat14087:

    schnür ich mir noch meine Schuhe zu, bevor ich weiterspaziere.

    Jetzt bist DU aber doch weggerannt (oder "weiterspaziert"?),

    liebe(r) SWAN, und zwar aus dem Forum, schade....:shrug:


    Alles Gute! :klee::taube::heart::sunny:


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

Ausgabe №. 137: „Sorgen entsorgen?"

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