Körper und Geist sind Objekte der Erfahrung, unter Seele wird oft dasjenige verstanden, welches Körper und Geist erfährt. Ein wahres, ewiges Selbst, das irgendwie in Illusion geraten ist und sich nun für den vergänglichen Körper/Geist hält. Nach dem Christentum und dem hinduistischen Dvaita-Vedanta ist sie aus einem ewigen Paradies gefallen, nach dem Advaita-Vedanta aus dem allumfassenden Brahman.
Das Problem dabei ist, dass sich dasjenige, das Körper und Geist wahrnimmt, nicht selber wahrnimmt. Ein bekanntes Beispiel ist das Auge, das äußere Objekte sehen kann, aber nicht sich selber. Man kann glauben, dass die Fähigkeit sich selber wahrzunehmen verlorengeht, wenn sich die Seele mit dem Körper/Geist identifiziert, nach der tatsächlichen Erfahrung gibt es aber immer zwei: Das was wahrnimmt und das was wahrgenommen wird.
Der Buddha lehrt, dass das Wahrgenommene, also alles Körperliche und Geistige, kein Ich oder Selbst ist und das ist nachvollziehbar: Was ich nur wahrnehme, bin ich ja nicht. Dasjenige das wahrnimmt ist das viññāna, gewöhnlich übersetzt mit Bewusstsein. Das Bewusstsein hängt ab von dem, worüber es bewusst ist, bzw. was es erfährt oder wahrnimmt, also von den Sinnes- und Geistesobjekten. Demnach besteht es nicht aus sich selbst heraus und ist keine ewige Seele.
Ich weiß nicht ob es so ein wahres Selbst gibt oder nicht, aber wenn ich irgendwann die Täuschung, Körper und Geist zu sein, vollkommen durchschaut habe, werde ich es wissen.