1. Übersicht
  2. Forum
  3. Lexikon
    1. Letzte Änderungen
  • Anmelden
  • Registrieren
  • Suche
Alles
  • Alles
  • Seiten
  • Forum
  • Lexikon
  • Termine
  • Erweiterte Suche
  1. Buddhaland Forum
  2. biophil

Beiträge von biophil

  • Majjhima Nikāya 21, Kakacūpama Sutta

    • biophil
    • 16. August 2026 um 21:53

    Das klingt alles sehr richtig und ist doch am Sutta vorbei. MN 21 ist keine Meditationsanleitung für den Fall der Zersägung, sondern der Abschluss einer Zurechtweisung. Moliya Phagguna wurde zornig, wenn man seine Nonnen kritisierte, die Mönche stritten, und der Buddha setzte einen Maßstab: Wenn nicht einmal der äußerste denkbare Fall Hass rechtfertigt, dann eure Alltagszänkereien erst recht nicht. Das Gleichnis beschämt Streithähne. Es ist Rhetorik der Übertreibung, keine Übungsanweisung fürs Folterszenario.


    Die zwei Pfeile stammen aus SN 36.6 und stehen in MN 21 gar nicht. Sie hier als die eigentliche Unterweisung auszugeben ist Eisegese, man liest hinein, was man predigen möchte.


    Auch das vergangene Kamma als Ursache des Schmerzes hält nicht. Im Sivaka Sutta (SN 36.21) weist der Buddha genau diese Auffassung als Übertreibung zurück und nennt acht Entstehungsweisen von Gefühl, darunter Galle, Witterung und äußere Gewalteinwirkung. Das Sägen ist Gewalteinwirkung, der Schmerz entsteht bedingt durch den Kontakt. Wer daraus kammische Vergangenheit macht, vertritt exakt die Position, die das Sutta zurückweist.


    Und der Kernsatz, die Abneigung sei bloße Gewohnheit der Identifikation und kein zwingender Bestandteil des Schmerzes, gilt kanonisch für den Arahant und sonst für niemanden. Der Widerstand gegen die eigene Zerstörung ist keine korrigierbare Denkgewohnheit, sondern eine Schutzfunktion, die älter ist als jedes Ich. Wer behauptet, er würde unter der Säge gleichmütig die Entstehung und das Vergehen bedingter Phänomene betrachten, hat vermutlich noch nie einen Zahnarzttermin ohne Betäubung erlebt.


    Der Text beschreibt eine Erfahrung, die der Verfasser nicht gemacht hat, in einer Sprache, die er auswendig kann. Das ist Rezitation, nicht Untersuchung. Der Buddha wollte mit dem Gleichnis Zänker zur Ordnung rufen, nicht Gefolterte zu Versagern erklären, weil sie den zweiten Pfeil nicht rechtzeitig pariert haben.

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

  1. Impressum
  2. Datenschutzerklärung
  3. Nutzungsbedingungen
Netzwerk Buddhismus
Community-Software: WoltLab Suite™ 6.2.6
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App bei Google Play
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App im App Store
Download