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Raffiniertes Ego

  • ambi
  • 18. August 2026 um 13:47
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    ambi
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    18. August 2026
    Buddh. Richtung
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    • 18. August 2026 um 13:47
    • #1

    Einen schönen guten Tag,


    mich würde interessieren wie ihr mit eurem Ego umgeht - ich beschäftige mich schon eine Weile mit den buddhistischen Lehren, mal mehr mal weniger, in letzter Zeit mehr da ich ein ziemliches Problem mit Anhaftung und Loslassen habe. Dann wenn ich denke, losgelassen zu haben und es verstanden zu haben, stehe ich in der Früh auf oder vor dem Einschlafen kommen Gedanken und schon geht es in die andere Richtung. Anfangs kann ich nach einer Zeit wo ich mein Selbst stärker spüre und dann das Ego langsam wieder im Vordergrund ist, meiner Wahrnehmung schwer trauen - ich merke es fühlt sich schwer an aber irgendwie bin ich mir nicht sicher und das Ego sagt mir so in der Art "Nein nein alles gut - du kannst auf mich vertrauen".....

    Manchmal bin ich auch so im Hochmut, dass es schon fast für mich unaushaltbar ist, dann versuche ich in die Akzeptanz zu gehen, das gelingt mir meiner Meinung nach auch (also ich denke dass mein Ego mir das sagt) und schon einige Minuten später ertappe ich mich wieder im hochmütigen Gefühl (das wäre zum Beispiel, dass ich denke, mehr verstanden zu haben als andere oder wenn ich sehr oberflächliche weltliche Menschen treffe, ein Gefühl von "Ich bin besser" da ich mich ja schon getraut habe in viele dunkle Ecken hinzuschauen etc.). Vielleicht kommen die Gedanken halt auch, weil ich zwar in meine dunklen Ecken geschaut habe, viele Schattenseiten aufgedeckt habe, aber ich in der Akzeptanz und Vergebung feststecke - keine Ahnung wie das gelingen soll ...

    Ich weiß das klingt alles andere als gut hier, aber es ist ehrlich und offen und ich möchte mich nicht als besseren Menschen hinstellen, aber natürlich auch nicht als schlechteren. Ich wäre nur sehr gespannt auf nicht wertenden Austausch, falls jemand bereit dazu ist.


    Alles Liebe

    Ambi :dao:

  • Upasaka Dhammavicayo 18. August 2026 um 13:53

    Hat das Thema freigeschaltet.
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    • 18. August 2026 um 14:41
    • #2

    Hallo Ambi,


    vielleicht hilft das beim Thema Stolz:


    Was kann man gegen das Störgefühl ,,Stolz“ tun?


    Antwort von Lama Ole Nydahl:
    ... Man macht den ausgrenzenden Stolz zu einem umfassenden Stolz, d.h. anstatt zu denken: „Wie toll ich bin“ denkt man „Wie toll sind wir doch alle“. ...

  • biophil
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    • 18. August 2026 um 14:50
    • #3

    Die Kunst ist, dahin zu kommen, wo einen das nicht mehr stört. Was bei dir abläuft sind ja Korrekturen (zu hochmütig, zu dies, zu das), die du selbst vornimmst. Das hat Wirkung über die Zeit und wird dich verändern.

  • Monikamarie
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    • 18. August 2026 um 14:52
    • #4

    Hallo Ambi, herzlich willkommen.


    Mach Dir nicht "son Kopp".

    Daran arbeite ich schon seit zig Jahren. Wichtig ist doch schon mal, dass Du so aufmerksam bist und das erkennst.


    Es geht ja "nur um Dich" :erleichtert:, Du schadest niemanden, wenn Du stolz auf Deine Fortschritte bist. Das gibt Ansporn.


    Der Weg ist weit, aber wird immer leichter. Irgendwann überwiegt das Mitgefühl für Alle und Alles, aber auch für Dich.


    Ich denke, Du bist auf nem guten Weg. Vertrau Dir und Deinem Herzen. Das Ego ist nicht böse, es ist Dein Diener. Das weiß es nur vielleicht noch nicht.;)


    Alles Gute für Dich, und Mitgefühl für all die Egos hier ❤️

    Monika _()_

  • mukti
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    • 18. August 2026 um 14:57
    • #5

    Gier, Hass und Verblendung sind halt tief im Geist verwurzelt und es braucht Geduld auf dem Weg des achtfachen Pfades, der allmählich zu Einsicht und Loslösung führt.

    Mit Metta, mukti.


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    • 18. August 2026 um 15:31
    • #6

    Gedanken und Gefühle kommen und gehen. Manchmal wirken sie stark, manchmal ziehen sie schnell vorbei.


    Das „Ego“ mischt sich ein, indem es bewertet und vergleicht. Es sagt „Ich bin besser“ oder „Ich habe mehr verstanden“, obwohl das nur innere Reaktionen sind.

    Hochmut, Unsicherheit oder Anhaftung sind keine Eigenschaften von dir, sondern Vorstellungen deiner Persönlichkeit (Ego), die auftauchen.


    Akzeptanz bedeutet, wahrzunehmen, was gerade da ist, ohne dagegen anzukämpfen oder zu behaupten das man das ist, was man erkennt.

    Loslassen heißt nicht, dass etwas nie wieder erscheint, sondern dass du es nicht mehr festhältst, also es selbst freilässt, damit es das machen oder sein kann, was es tut oder ist.


    Wenn du erkennst, dass Gedanken und Gefühle keine Identität (Ego) sind, also nicht du selbst. Dass deine Persönlichkeit deine Erscheinung für andere ist und nicht du selbst, schafft Ruhe und Klarheit.

    Wir sind immer nur wir selbst und alles, was wir zeigen, ist nur Ego/Rolle/Reflexionen.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Qualia ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • void
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    Buddh. Richtung
    Zen
    • 18. August 2026 um 18:16
    • #7
    ambi:

    Anfangs kann ich nach einer Zeit wo ich mein Selbst stärker spüre und dann das Ego langsam wieder im Vordergrund ist, meiner Wahrnehmung schwer trauen - ich merke es fühlt sich schwer an aber irgendwie bin ich mir nicht sicher und das Ego sagt mir so in der Art "Nein nein alles gut - du kannst auf mich vertrauen".....

    Das Konzept eines "Ego" kam auf, weil einige frühe Pioniere des Buddhismus wie z.B D.T. Suzuki es als eine gute Idee empfanden, den Buddhismus in die Sprache der Tiefenpsychologie zu kleiden.


    Das hat damals sicher geholfen, den Buddhismus bei einem gebildeten Publikum anschlußfähig zu machen, aber insgesamt halte ich es für nicht so hilfreich. Weil es in eine Richtung führt, wo man nicht so sehr schaut wie genau bestimmte Selbstkonzepte entstehen, an denen angehaftet wird, sondern man quasi mit ihnen ringt.


    Aber das Ankämpfen gegen ein Selbst hat ja viel mit den Anhaften an ein Selbst zu tun. Man verrennt sich in Kämpfen mit sich selbst. Wenn man dem Wunsch "ich will das" einen Wunsch "ich will den Wunsch nicht haben" dann setzt man ja dem einen Wunsch einen zweiten drauf.

  • pano
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    • 18. August 2026 um 20:33
    • #8
    Wetering:

    Hallo Ambi,


    vielleicht hilft das beim Thema Stolz:


    Was kann man gegen das Störgefühl ,,Stolz“ tun?


    Antwort von Lama Ole Nydahl:
    ... Man macht den ausgrenzenden Stolz zu einem umfassenden Stolz, d.h. anstatt zu denken: „Wie toll ich bin“ denkt man „Wie toll sind wir doch alle“. ...

    Alles anzeigen

    Ein guter Weg für Ole Nydahl sich mit dem eigenen Ego nicht auseinandersetzen….

    Eine gute Übung für ihn wäre gewesen das wir-sind-stolz Gefühl mit einem wir zu üben dass beispielsweise die Afghanen einschließt.

  • Samadhi1876
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    • 19. August 2026 um 07:04
    • KI
    • #9
    ambi:

    keine Ahnung wie das gelingen soll ...

    Das Ganze ist ja ein längerer, schleichender Prozess, und gerade am Anfang schwankt man noch mehr hin und her, als im Laufe der weiteren Übung. Es braucht also auch ganz einfach Geduld, und weiter üben, und nicht die Erwartung, „jetzt müsste ich aber endlich fertig sein“, oder „Perfekt sein“:


    Man ist nie damit fertig, weil jeder Tag anders ist, die Herausforderungen des Lebens täglich ganz neu sind…


    Man entwickelt aber mit der Zeit „ein Werkzeug“ um mit gewissen Dingen im Leben anders umgehen zu können als zuvor. Man hat nun „etwas anderes in der Hand“ als zuvor…


    Ein gewisses gesundes Ego wird im Alltag auch gebraucht, weil man sich um sich selbst in gewissen Dingen kümmern muss, auch von anderen Menschen und Dingen abgrenzen muss. Und umgekehrt darf es nicht zu groß sein, da man sich sonst Zuviel vor anderen Menschen und Dingen verschließt.


    Es geht also auch um die richtige Balance zu finden, inneres Gleichgewicht zu finden. Genauso, wie später nicht allein der Leerheit als auch nicht nur den Phänomenen anzuhaften. Eine Art „mittlerer Weg“ also. Der jeden Tag, ja sogar jeden Augenblick, ganz neu beginnt…



    Zum Begriff Ego an sich:


    KI:


    Das Wort „Ego“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet übersetzt „Ich“. Im allgemeinen Sprachgebrauch meint es das Selbstbewusstsein, die eigene Persönlichkeit oder das innere Selbstbild eines Menschen. Die genaue Bedeutung variiert je nach Fachbereich. [1, 2, 3, 4]

    Psychologie

    • Sigmund Freud: Das Ego (Ich) ist die vermittelnde Instanz zwischen den eigenen Trieben (Es) und den moralischen Ansprüchen der Umwelt (Über-Ich).
    • Selbstbild: Es beschreibt die bewusste Wahrnehmung der eigenen Person, also wie man sich selbst sieht und nach außen darstellt. [1, 2]

    Alltagssprache

    • Stolz und Eitelkeit: Wenn jemand „ein großes Ego“ hat, wirkt die Person oft arrogant, selbstverliebt oder ichbezogen.
    • Selbstwert: Ein gesundes Ego steht für einstehendes Selbstbewusstsein und eine stabile Identität. [1, 2, 3]

    SpiritualitätSpiritualität

    • Illusion: Hier wird das Ego oft als das künstliche, vergängliche Selbstbild verstanden, das den Menschen von seiner wahren Natur trennt. [1]

    Dieser Inhalt wurde ganz oder teilweise mithilfe von KI erstellt.
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    • 19. August 2026 um 07:45
    • #10
    void:

    Das Konzept eines "Ego" kam auf, weil einige frühe Pioniere des Buddhismus wie z.B D.T. Suzuki es als eine gute Idee empfanden, den Buddhismus in die Sprache der Tiefenpsychologie zu kleiden.


    Das hat damals sicher geholfen, den Buddhismus bei einem gebildeten Publikum anschlußfähig zu machen, aber insgesamt halte ich es für nicht so hilfreich. Weil es in eine Richtung führt, wo man nicht so sehr schaut wie genau bestimmte Selbstkonzepte entstehen, an denen angehaftet wird, sondern man quasi mit ihnen ringt.


    Aber das Ankämpfen gegen ein Selbst hat ja viel mit den Anhaften an ein Selbst zu tun. Man verrennt sich in Kämpfen mit sich selbst. Wenn man dem Wunsch "ich will das" einen Wunsch "ich will den Wunsch nicht haben" dann setzt man ja dem einen Wunsch einen zweiten drauf.

    Da ist dann weniger der Begriff selbst das Problem, sondern eher die Gefahr, dass Menschen das Ego als inneren Feind identifizieren und das beliebte Spiel "gutes Ich gegen böses Ich" spielen.


    Ich benutze das Wort eher als Synonym für das "duale Gedöns", das durchschaut werden muss.

    DON'T HATE, MEDITATE.

  • Upasaka Dhammavicayo
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    • 19. August 2026 um 07:46
    • #11

    Hallo Ambi, deine Ehrlichkeit ist selten und wertvoll. Dieses Karussell, das du beschreibst..ich kenne es bis in die kleinsten Verästelungen.


    Das Raffinierte an diesem „Ego“ ist genau dieser Punkt: Es hat die Lehre gelesen. Es weiss, dass es loslassen soll. Es weiss, dass Demut gut ist. Also inszeniert es eine Demut, um sich selbst zu beweisen, wie gut es doch schon loslassen kann. Und dann, beim Einschlafen, fällt die Maske, und die altvertrauten Gedanken kommen zurück. Weil sie nie weg waren, sie haben nur kurz Pause gemacht.


    Du schreibst, der Hochmut sei fast unaushaltbar. Dieses „fast unaushaltbar“ ist der eigentliche Schlüssel. Wenn du mitten im hochmütigen Gefühl bist und denkst „Ich verstehe mehr als andere“, dann spüre in diesem Augenblick in deinen Körper. Da ist vielleicht ein Ziehen in der Brust, eine leichte Wärme im Kopf, ein angespanntes Gefühl. Das ist alles. Der Gedanke selbst ist nur ein Geräusch im Kopf, so vorbeiziehend wie ein Auto auf der Strasse. Das Problem entsteht erst, wenn ein zweiter Gedanke dazukommt: „Dieser Hochmut ist schlecht, ich sollte akzeptieren.“ Dieser zweite Gedanke ist viel giftiger als der erste, weil er dich in einen inneren Kampf verwickelt.


    Du fühlst dich festgefahren in Akzeptanz und Vergebung, weil du diese beiden Dinge als Werkzeuge benutzt, um den Hochmut loszuwerden. Das ist ein Versteck der raffinierten Ich-Bewegung. Echte Akzeptanz nimmt den Hochmut einfach auf, ohne ihn verändern zu wollen. Sie sagt: „Ah, da ist Hochmut. Gut. Da ist er.“ Sie macht kein grosses Ding daraus. Wenn du dem Hochmut erlaubst, einfach da zu sein, ohne ihn zu bekämpfen und ohne ihm zu folgen, verliert er seine Schärfe. Die Scham über den Hochmut ist meist viel schwerer zu ertragen als der Hochmut selbst.


    Du musst nicht aufhören, diese Gedanken zu haben. Das Gehirn spult seit Jahrzehnten diese Bänder ab. Du musst nur aufhören, sie für deine Gedanken zu halten. Sie sind einfach mentale Ereignisse, die auftauchen, weil bestimmte Sinneseindrücke da waren. Ein Gesicht, ein Ton, eine Erinnerung. Sie haben keinen Besitzer.


    Wenn morgens der Gedanke kommt „Vertrau mir, ich bin dein Ego“, dann kannst du ihn ansehen wie eine Wolke, die vorbeizieht. Du musst dieser Stimme nicht glauben, und du musst sie nicht wegdrängen. Du lässt sie einfach reden. Das ist es, was wirklich Vertrauen bedeutet: nicht der Stimme zu vertrauen, die dir sagt, was richtig ist, sondern dem stillen Raum vertrauen, in dem diese Stimme überhaupt erst erscheint. Dieser Raum hat keinen Hochmut und keine Demut. Er ist einfach offen und wach.


    Du musst nicht vergeben, um Vergebung zu üben. Du musst nicht akzeptieren, um Akzeptanz zu erreichen. Du darfst einfach bei dem bleiben, was gerade wirklich da ist. Dem unangenehmen Druck im Magen, der Hitze im Kopf, dem leichten Zittern der Gedanken. Das ist die Wirklichkeit. Der ganze Rest, auch der Gedanke „Ich bin besser“ oder „Ich bin schlechter“, ist nur Etikettierung, die nach ein paar Sekunden verweht.


    Du machst keine Fehler. Dieser ehrliche Blick auf das eigene Hochmutgefühl, dieses Erwischen...das ist schon die Übung. Das ist der Moment, in dem das Licht angeht. Bleib ganz entspannt bei diesem Erwischen, ohne dich zu verurteilen. Das Erwachen geschieht im sanften Gewahrsein dieses ewigen Kommens und Gehens. Alles Liebe zurück an dich.

  • biophil
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    • 19. August 2026 um 09:56
    • #12

    ambi


    Es gibt noch eine schnellere Methode, Hochmut in Demut zu verwandeln. 😉


    Poste hier einfach deine Gedanken so richtig aus dem Hochmut heraus. Zeig uns, wo der Hammer hängt! Wie in jeder gesellschaftlichen Gruppe wirst du in kürzester Zeit auf Gruppenmaß reduziert oder entsorgt.

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    ambi
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    • 19. August 2026 um 09:57
    • #13

    Danke von Herzen für jeden einzelnen Beitrag - sie haben mir sehr weitergeholfen und mich auch auf einige neue Gedanken gebracht.


    Es stimmt, dass ich, sobald Gedanken aufkommen, die mir nicht gefallen, die nicht in mein Bild eines "guten" Menschen passen, gleich mal mit der Peitsche hingehe und sie verjage. Ich halte das Rad am Laufen indem ich zu mir sage, was für ein Mensch ich doch bin, dass das gerade aufkommt. Ich gehe mit mir sehr unsanft um, da ich beim Aufdecken meiner Schattenseiten auch gesehen habe, welche zwischenmenschlichen Dynamiken entstehen können, welche ungelösten Traumata ich meiner Eltern verinnerlicht habe, unbewusst weitergegeben habe, ich wollte nie so sein wie sie und doch musste ich schmerzlich feststellen, dass das Gegenteil zu machen, nicht bedeutet, nicht so zu sein wie sie sondern genau gleich nur andersherum. Ich habe mir nicht erlaubt, dass alles da sein darf, das Licht und die Dunkelheit, ich tue mir auch jetzt noch schwer alles zu akzeptieren daher stehe ich in meinem Kopf mit der Peitsche da und bin dann noch so stolz drauf wenn ich mal keine brauche.


    Was mich noch interessieren würde ist, ob sich jemand von euch mit einer milderen Dissoziation und Ego auseinandergesetzt hat? Ich hab da mal die Diagnose erhalten im Zusammenhang mit einer kPTBS und bin durch den Buddhismus auf die Idee gekommen, dass das ein massiver Widerstand gegen Ego-Anteile ist und war. Aber so ganz kann ich das nicht einordnen, da ich mich, wie beschrieben, an manchen Tagen sehr verbunden zu mir fühle und ich es auch überprüfe ob ich Zugang zu allen Erinnerungen und Erfahrungen habe und das bejahen kann, und dann passiert was kleines und schon zieht sich mein Selbst in sein Schneckenhaus zurück.

    Einmal editiert, zuletzt von ambi (19. August 2026 um 10:08)

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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