Ein Freund von mir ruft mich eben an, weil er weiß, dass ich was mit "Buddhismus" zu tun habe. Er sucht Trost, weil sein Enkel (20) im Sterben liegt.
Der Freund ist nicht religiös, mag das Christentum nicht, symptathisiert aber mit dem Buddhismus. Ich war (und bin) vor den Kopf gestoßen: Was empfehlen?
Der Gedanke an eine "Wiedergeburt" ist tröstlich. Aber ein Hinweis auf das "Nicht-Selbst" sicher an dieser Stelle unpassend. Ich radebrechte etwas von: Das Karma, das zu seiner (Enkel) Situation – Schwerkrank, Amputation – geführt hat, ist aus buddhistischer Sicht jetzt aufgebraucht. Na supi, keine erste Party-Eskalation, keine erste eigene Bude, keine "große" romantische Liebe … – war der Preis.
Mir ist dann noch was in Richtung "Metta" eingefallen, eher Widmung, "möge der Schmerz, den ich empfinde, den Schmerz aller fühlenden Wesen verringern" – sowas in der Art, um sich und sein Leid in einem größeren Ganzen zu sehen. Mit 20?
In erster Linie gehts natürlich auch um meinen Freund, der metaphysisch gestärkt, mit ein bisschen Trost in der Tasche seinem Enkel gegenübertreten will. Was kann man da nur empfehlen – zu lesen und zu sehen (youtube)? Habt ihr hier Ideen? Auf gar keinen Fall irgendwas, wo Hungergeister, Höllenwesen und dergleichen eine Rolle spielen. Danke euch
Wenn man jemandem in schweren Stunden beistehen möchte, steht einem die eigene Angst oft am meisten im Weg. Vielleicht hilft es deinem Freund ja, wenn du gar nicht nach dem 'perfekten buddhistischen Rat' suchst, sondern ihm einfach von deiner eigenen Angst und deinem Umgang mit dem Tod berichtest.