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  1. Buddhaland Forum
  2. Hotte

Beiträge von Hotte

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • Hotte
    • 28. September 2026 um 14:37
    Monika:

    Guten Morgen Allerseits, ja, für mich war der Morgen lang, denn ich war mit Avira beschäftigt. Ich werde die einfach nicht los. Das ganze Procedere ist für mich so schwierig, dass ich seit heute Nacht bis eben völlig verwirrt bin.


    Ich finde es unglaublich, was uns als "Kleinnutzer" zugemutet wird. Ich habe mich immer darum gekümmert, auf dem laufenden zu bleiben. Aber ich fühle mich immer wieder überfordert.


    Und ich habe ANGST.


    Das ist mein frustrierender Beitrag zum Thema Gelassenheit :eek:

    Alles anzeigen

    Wenn du das Problem alleine nicht lösen kannst, dann könntest du auch eine Person deines Vertrauens bitten, über TeamViewer mal nach dem Rechten zu schauen. Über diese Software hat derjenige aus der Ferne direkten Zugriff auf deinen PC. Sie ist für den privaten Gebrauch kostenlos.


    Wenn du das Problem näher schilderst, findet sich aber vielleicht auch hier jemand, der dir helfen kann.

  • Meditation der Grundpfeiler der buddhistischen Praxis ?

    • Hotte
    • 25. September 2026 um 12:39
    Matthie:

    Ich habe über diesen Thread nochmal nachgedacht.

    „Meditation der Grundpfeiler der buddhistischen Praxis“


    Ich habe verstanden, dass diese Aussage so nicht gilt.

    Ich glaube ich habe das zu sehr auf mich bezogen.

    Wie viele tue ich mir auch oft schwer mit dieser kalten egoistischen Welt und um darin nicht unterzugehen und mich nicht Selbst zu verlieren, habe ich viele Anker in meinem Leben installiert.

    Anker die mir Halt geben, Kraft geben und mich immer wieder zurück zu mir bringen.

    Der Stärkste dieser Anker ist nach wie vor für mich die Meditation.

    Also ist Sie für mich ein Grundpfeiler für mein Leben.

    Da ich ja seid längeren den Zen Weg eingeschlagen habe, dachte ich, ich sollte mich mehr mit dem Buddhismus im Allgemeinen auseinandersetzen.

    Vieles bleibt mir aber fremd und ich verstehe auch vieles immer noch nicht.

    Oft berühren mich Dinge aus ganz anderen Richtungen.

    Ein Buddhist im klassischen Sinne werde ich somit wohl eher nicht.

    Ich frage mich inwieweit die Ausseinandersetzung mit dem Buddhismus für mich überhaupt wichtig ist.

    Oder ob ich es eher als eine Ergänzung betrachte.

    Geht das eigentlich nur mir so ?

    War für Euch der Zugang zu den buddhistischen Gedanken, Konzepten und Philosophien einfach ? Oder auch erstmal fremd und man wächst da langsam rein ?

    Unabhängig davon bin ich sehr Dankbar den Zen Weg für mich entdeckt zu haben und meine Faszination und Begeisterung ist nach wie vor groß .

    Alles anzeigen

    Zen ist ja kein „Buddhismus light“. Wenn man Gier, Hass und Verblendung als die Grundübel erkannt hat, bleibt doch eigentlich nur noch das Loslassen und Zazen.
    Ich sehe mich auch immer mal wieder um, nur um dann festzustellen, dass ich in der Zeit besser meditiert hätte. :)
    Insofern ist für mich die "Meditation der Grundpfeiler der buddhistischen Praxis".

  • Psychiatrie – weiß sie eigendlich wirklich, was eine Psychose ist?

    • Hotte
    • 21. September 2026 um 13:42

    Auch nicht mehr ganz taufrisch, diese Studie. :) In den letzten 50 Jahren hat sich in der Medizin/Psychiatrie und vor allem beim Patientenschutz sehr viel getan. Eine Schizophrenie-Diagnose läuft heute nach deutlich strengeren Kriterien ab.

    Zudem steht das Rosenhan-Experiment mittlerweile historisch schwer in der Kritik: Rosenhan hat wohl damals Daten manipuliert und relevante Testergebnisse verschwiegen. Die KI verweist in diesem Zusammenhang auf die Journalistin Susannah Cahalan.

  • Sutta-Nipāta 1.9, Hemavata Sutta

    • Hotte
    • 18. September 2026 um 12:40
    mukti:

    Wo man das Schwinden von Unzufriedenheit und Leid erfährt, daran orientiert man sich. In Indien habe ich erlebt, dass man anders denken kann als in unserer modernen Kultur und dabei auch noch glücklicher sein kann. Also habe ich einfach meine Weltanschauung ausgetauscht und es nie bereut.


    Für mich gibt es andere Welten und Wesen, Ergebnis der Taten, Fortsetzung des Daseins nach dem Tod, der Buddha ist höchster Lehrer der Götter und Menschen und ich fühle mich richtig wohl dabei.

    Bei den Ansichten scheiden sich die Geister, aber Metta soll stets das Verbindende sein.

    Erinnert mich an Asterix und Obelix :):
    Wir schreiben das Jahr 2026 n. Chr. Ganz Buddhaland ist von modernen Zweiflern, Rationalisten und Säkularisten besetzt... Ganz Buddhaland? Nein! Ein unbeugsames Herz leistet Widerstand ...


    Es ist schön zu lesen, wie konsequent und zufrieden du deinen Weg gehst. _()_

  • Bedeutung

    • Hotte
    • 15. September 2026 um 15:22
    Hue32:
    nobleperegrine69:

    Manchmal habe ich bei solchen Texten das Gefühl, mein „Ich“ braucht erstmal einen Kaffee, bevor es sich auflösen lässt 😄 Aber der Gedanke, dass man sich selbst nicht noch zusätzlich mit allen möglichen Etiketten beladen muss, hat schon was.

    Dein Kaffee-Spruch mag heiter gemeint sein, doch er zeigt zugleich, dass du den entscheidenden Punkt noch nicht verstanden hast.

    Das buddhistische „Nicht-Selbst“ ist kein philosophischer Trick, mit dem man das „Ich“ einfach auflösen könnte, sobald man genügend darüber nachgedacht hat. Und es ist ebenso wenig eine Einladung, sich selbst mit immer feineren Begriffen zu analysieren.

    Du sagst, man müsse sich nicht mit Etiketten beladen. Gut. Dann fang damit an, auch deine Vorstellung davon loszulassen, was „mein Ich“ überhaupt sei.

    Ein Schüler des Dharma sollte nicht ständig nach einer besonders klugen Formulierung suchen, sondern sehen, wie Anhaften tatsächlich im eigenen Geist entsteht. Dort beginnt die Übung.

    Der Kaffee darf bleiben. Das Anhaften daran, wer du dabei zu sein glaubst, darfst du allerdings getrost untersuchen. 😄

    Alles anzeigen

    Hue32, ein lockerer Spruch ist einfach nur ein lockerer Spruch, den man auch mal unkommentiert stehenlassen kann. 8)

  • Bedeutung

    • Hotte
    • 15. September 2026 um 10:32
    Qualia:
    JoJu91:

    "Das, was alles enthält und in nichts enthalten ist ausser in sich selbst ... "

    Ein Ich ist nur ein „Ich“ ohne Zusätze. Das ist Atman ohne Atman, Anatman ist nicht existent.


    Buddha zeigt das es die rechte Ansicht ist, die Samsara erkennen lässt, denn darin agiert „Ich bin“. Nur so kann „Ich-bin“ von seinem „Ich bin dies und das“ dukkha befreit werden. Ich ohne Ich kann sein „Ich-bin“ von Dukkha befreien, einfach durch Dasein.


    Anwesende: Joshu, Hund, Mönch. Nicht anwesend: Buddhanatur.

    „Hat der Hund Buddhanatur?“

    „MU! Lass es.“

    Bürde weder dir, noch mir noch dem Hund eine „Buddhanatur“ auf. Aber des Menschen ist sein Himmelreich, du kannst sie selbstverständlich auf deine Schultern legen. Eine Buddhanatur sein, haben, ablehnen.


    „Ich habe die Frau schon vor einer Stunde abgestellt, du trägst sie immer noch.“


    Wenn du auf der Spitze des Fahnenmastes stehst, dann lass dir nicht auch noch vom Meister einreden das es dort die Möglichkeit eines Fußweges gibt.


    Ich esse deinen Kuchen nicht mit einem Geist, sondern mit meinem Körper.

    Alles anzeigen

    Auf dem langen Weg der Befreiung brauchen wir Flöße. :)

  • Psychiatrie – weiß sie eigendlich wirklich, was eine Psychose ist?

    • Hotte
    • 12. September 2026 um 16:08
    Hue32:

    Wenn der Mensch lernen, sich verändern und neue geistige und soziale Bedingungen schaffen kann, dann sollte auch eine moderne Psychiatrie diese Veränderbarkeit stärker berücksichtigen. Medikamente können unter bestimmten Umständen sinnvoll sein – aber sie sollten nicht automatisch die Stelle einnehmen, an der eigentlich Entwicklung, Beziehung, Psychotherapie und geistige Praxis stehen könnten.

    Vielleicht besteht eine wirklich humane Psychiatrie gerade darin, beides zusammenzudenken: die Möglichkeiten moderner Medizin und die Fähigkeit des Menschen, seinen Geist und sein Leben zu verändern.

    Die Psychiatrie als Wissenschaft ist da heute ja auch schon so weit, und entsprechende Leitlinien zur Behandlung psychischer Erkrankungen liegen auch vor. Der Teufel steckt da eher in den strukturellen Bedingungen des Gesundheitssystems. Es gibt vor allem zu wenige Psychiater, Psychologische Psychotherapeuten und Krankenhausbetten, um eine konsequente und engmaschige Behandlung im ambulanten und stationären Bereich durchzuführen.

  • Bedeutung

    • Hotte
    • 10. September 2026 um 14:08
    Werner Stepan:

    Jetzt bleibt die Frage, hatten beide das selbe gefunden oder verschiedenes, wenn man die Begriffe/Namen/Bezeichnungen weglässt ???

    Ich glaube, die beiden haben gar nix gefunden. Sonst müssten sie sich nicht mehr streiten und wüssten, dass sie schon immer vom Selben geredet haben.

  • Erfahrungsberichte bei der "Samadhi Sangha" (Dharmacharya Rodrigo Gonzalez Zimmerling)

    • Hotte
    • 5. September 2026 um 15:56
    KarmaHausmeister:

    Ich versuche es nochmal anders, mit einer Analogie:


    Zwei Personen betrachten die Erde, um herauszufinden, welche Form sie habe. Der erste verlässt sich auf den ersten Augenschein. Das, was er sieht, prägt sein Verständnis von der Gestalt der Erde. Diese Person kommt unweigerlich zu dem Schluss, die Erde müsse eine Scheibe sein. Dieses Vorgehen nennst Du "(anblicks)getreu und eine strenge Auslegung".


    Die zweite Person nimmt Daten zu Hilfe, die seinen Augenschein ergänzen. Diese Person kommt zu dem Schluss, die Erde müsse eine Kugelform haben. Diese Vorgehen nennst Du einen "liberalen Ansatz".


    Du weißt, worauf ich hinaus will, nicht wahr?

    Alles anzeigen


    Ich verstehe, worauf du hinaus willst und sicher sprechen da auch schwergewichtige Argumente für diesen wissenschaftlichen Ansatz. Trotzdem ist die säkulare Sicht nur eine von vielen. Nach meiner Auffassung haben alle von denen ihre Berechtigung, auch orthodoxe Schulen. Und Herr Zimmerling tut halt das, wovon er überzeugt ist.


    Im Folgenden möchte ich gerne ausführen, warum ich deine Kritik an seiner Person ("Scharlatan") für überzogen halte:

    KarmaHausmeister:

    Sein Lebenslauf ist unklar und seine Titel nicht bestätigt.

    Da nicht alle Autorisierungen schriftlich festgehalten werden, kann ich ihm eine fehlende Bestätigung auch nicht zum Vorwurf machen.


    KarmaHausmeister:

    Was ich weiß, ist, dass er aus den Reihen der NKT gekommen ist, einer toxischen buddhistischen Sekte, von der er sich bis heute nicht distanziert hat.

    Ja, und heute ist er es nicht mehr. - Bei mir muss er sich für sein Leben vor 20 Jahren nicht entschuldigen.

    KarmaHausmeister:


    Er interpritiert buddhistische Lehren falsch und ließt die Pali-Texte wörtlich. Insgeamt lehrt Zimmerling den Buddhismus wie ein fundamentalistischer Christ das Christentum.

    Er liest buddhistische Texte anders als du und ich. Ob richtig oder falsch, weiß ich nicht.


    KarmaHausmeister:

    Sein Umgang mit Kritik ist fragwürdig: Kritiker werden bedrängt, es wird versucht, kritische Berichte zu löschen – was vor meiner Zeit hier im Buddhaland auch passiert ist.

    Sehe ich auch so, falls es sich dabei um sachliche Kritik gehandelt hat.


    KarmaHausmeister:

    Die Kommentarfuktion unter seinen You Tube-Videos ist abgeschaltet.

    Wie bei vielen anderen auch.


    KarmaHausmeister:

    In der Sangha selbst ist Kritik an Zimmerling nicht erwünscht.

    Welche Kritik? Kritik an seiner Ausrichtung wäre da ja auch ziemlich albern.


    KarmaHausmeister:

    Er gebärdet sich wie ein unantastbarer Guru, der immer Recht hat.

    Dein Fazit oder Hörensagen?

  • Erfahrungsberichte bei der "Samadhi Sangha" (Dharmacharya Rodrigo Gonzalez Zimmerling)

    • Hotte
    • 4. September 2026 um 17:31
    KarmaHausmeister:

    Du hast meine Ausführungen nicht verstanden.


    Es kann gar nicht anders sein. :)

  • Erfahrungsberichte bei der "Samadhi Sangha" (Dharmacharya Rodrigo Gonzalez Zimmerling)

    • Hotte
    • 4. September 2026 um 15:42
    KarmaHausmeister:

    Da muss ich widersprechen. Das wörtliche Verständnis ist nicht texttreu, sondern besonders textfern. Da wird Wortlaut mit Bedeutung verwechselt. Das fängt schon mit der Übertragung in eine andere Sprache an. Und es ignoriert historische Situation, Kultur und Symbolik. Wer antike Texte so liest , aks seien sie erst gestern für heute geschrieben worden, wird sich die Bedeutung nie erschließen können. Das ist keine strenge Auslegung, sondern hermeneutische Naivität, die in die Irre führt. Das sieht man auch an seinen Videos. Er lehrt oft einfach Unsinn, weil er es nicht versteht.

    Genau diese unterschiedlichen Sichtweisen zeigen ja, warum die eigene Grundeinstellung so wichtig ist: Wer einen historisch-kritischen Ansatz bevorzugt, wird mit Zimmerlings Zugang nicht glücklich. Wer aber genau diese kompromisslose Worttreue sucht, sieht darin einen Wert.

    Für einen Einsteiger ist es einfach gut zu wissen, welcher Ansatz ihn dort erwartet, um das für sich selbst zu entscheiden. Ich möchte ihm diese Entscheidung weder vorenthalten noch abnehmen.

  • Erfahrungsberichte bei der "Samadhi Sangha" (Dharmacharya Rodrigo Gonzalez Zimmerling)

    • Hotte
    • 4. September 2026 um 13:21

    Hallo dampfwelle, ob du bei Zimmerling gut aufgehoben bist, hängt vor allem von deiner eigenen Grundeinstellung ab. Falls du eine sehr texttreue und strenge Auslegung des frühen Buddhismus suchst, dann könntest du dort genau richtig sein. Falls du einen modernen und liberalen Ansatz suchst, wirst du bei ihm eher anecken. Ich kenne ihn über ein paar youtube-Videos und war von seinem Wissen beeindruckt.

  • Porno

    • Hotte
    • 1. September 2026 um 15:26
    Anna-Lyse Dhamma:
    Hue32:

    Kann ein Buddhist bewusst und achtsam mit Pornografie umgehen? Oder widerspricht regelmäßiger Konsum dem Versuch, Begierde und Anhaftung zu vermindern?

    Du kennst die Antwort doch im Grunde, ihr/wir alle hier...;)8)


    Ich war gerade noch so schön am Relativieren. Und dann kommst du daher. :lol: Danke.

  • Majjhima Nikāya 48, Kosambiya Sutta

    • Hotte
    • 30. August 2026 um 09:52

    Liebe Anna,
    mir hilft da auch der Gedanke an das bedingte Entstehen. Wenn mein Handeln immer nur eine Bedingung unter vielen ist, kann ich zwar meinen Teil beitragen, aber niemals den Ausgang bestimmen. Vieles liegt da einfach außerhalb meiner Reichweite.

  • Buddhanatur etc.

    • Hotte
    • 28. August 2026 um 09:25
    biophil:
    Hotte:

    In der Gesamtschau deiner Beiträge komme ich langsam zu dem Verdacht: Biophilie = Wein, Weib und Gesang. :? :D

    So war ich nie und so werde ich nie sein. Ist eher der Gegenentwurf zu dem vorherrschenden buddhistischen Weltbild.


    Ich habe das in meinem Blog (und neuerdings auch als Buch) durchgehend analysiert und geordnet.


    Ich verstehe dann nicht ganz, wo du da die Trennlinie ziehst. Aus buddhistischer Sicht würde man doch eher fragen: Muss ein Bedürfnis eigentlich „befriedigt“ werden, oder muss auf die entsprechende körperliche Situation lediglich angemessen reagiert werden?

  • Buddhanatur etc.

    • Hotte
    • 28. August 2026 um 08:38
    biophil:

    Es hilft übrigens, wenn man sich statt aufs Vergehen aufs Entstehen fokussiert. Das wäre dann dem Leben zugewandt.


    In der Gesamtschau deiner Beiträge komme ich langsam zu dem Verdacht: Biophilie = Wein, Weib und Gesang. :?:D

  • Die Zehn Ochsenbilder [Unheilig Version]

    • Hotte
    • 24. August 2026 um 06:59

    Jetzt verstehe ich deine Idee vom Ochsen besser: kein besserer Kern, sondern Konditionierungen und Automatismen, die man zähmen muss?

  • Die Zehn Ochsenbilder [Unheilig Version]

    • Hotte
    • 23. August 2026 um 16:47

    Mir scheint, dass du die gebräuchlichen Begriffe „Buddha-Natur“ und „Leere“ letztlich ersetzt durch die Vorstellung eines „Unterbewusstseins“ bzw. eines tieferen und besseren Ichs, in dem das leidende Ich gewissermaßen zur Ruhe kommen kann.


    Hier sehe ich einen grundlegenden Unterschied zum Buddhismus, wie ich ihn verstehe: Das Problem ist dort nicht primär, dass das Ich den Kontakt zu seinem besseren Kern verloren hat, sondern gerade das Anhaften an der Vorstellung eines eigenständigen Ichs.


    Ich würde insofern auch nicht zwischen "unheiliger" und "heiliger" Version unterscheiden, sondern eher zwischen einer psychologischen und buddhistischen Sicht.

  • Raffiniertes Ego

    • Hotte
    • 21. August 2026 um 12:21
    ambi:

    Hat Angst deiner Meinung nach wirklich mit Hass zu tun? Hass wem oder was gegenüber?

    Ja, Angst ist die Ursache von Hass. Hass steht allgemein für Abneigung und Widerstand. Diese Abneigung kennen wir in unterschiedlichen Stärken: In leichter Ausprägung geht es um harmlose Vorlieben ("ich mag keinen Knoblauch"), in starker Ausprägung ist es dann eine Abwehrreaktion gegen eine Bedrohung, die entweder von außen (das Haus brennt) oder von innen (innere Leere) kommt.


    ambi:

    Angst ist neben dem Hochmut ein ständiger Begleiter - habe auch schon darüber gelesen, dass Angst eine Reaktion des Egos ist, aber ich glaube wahrzunehmen, dass es noch eine andere Angst gibt - und damit meine ich nicht, die Angst, die uns vor gefährlichen Tieren beschützen sollte mit einer Kampf- oder Fluchtreaktion, sondern eine Angst, zum Beispiel vor der inneren Leere, die Leere die vielleicht im Kindesalter nicht gesättigt worden ist - oder ist es alles das gleiche?

    Ich sehe das so wie du auch: Die Angst vor der innere Leere ist deswegen besonders belastend, weil sie eine tiefe Existenzangst ist, die im Hintergrund irgendwie immer (selbst noch in den Träumen) mitmischt. Für mich ist es da sehr verständlich, wenn das Ego unter diesem Dauerdruck den Hochmut aus seinem Strategien-Koffer auspackt, um sich selbst zu schützen.

  • Raffiniertes Ego

    • Hotte
    • 21. August 2026 um 04:12
    ambi:

    Einerseits möchte man wachsen und sieht so viel mehr als man sein Leben lang gesehen hat, andererseits, wenn man sich zB über das Thema Narzissmus informieren möchte weil man verstehen möchte, kommen unzählige Videos und Beiträge wie schlecht man doch ist und wie sehr man auf Abstand gehen sollte... und da ist der Punkt wo ich merke, dass ich noch nicht so gefestigt bin und ich Angst vor mir bekomme und wütend auf mich bin...


    Mir hat die Erkenntnis geholfen, dass mein Problem auf der psychologischen Ebene allein nicht zu lösen ist:


    Das Ich sucht Schutz und Sicherheit. Um dieses Ziel zu erreichen, nutzt es verschiedene Strategien, die sich letztlich alle den Kategorien von Gier (Haben-Wollen) und Hass (Abneigung/Angst) zuordnen lassen. Sich über andere zu stellen (Erhöhung) oder sich anzupassen (Unterordnung) sind solche Strategien.


    Irgendwann im Leben erkennen wir, dass diese Bemühungen nicht wirklich was taugen und allenfalls kurzfristig Erleichterung bringen. Das ist unser Glück, weil wir erst dann aus diesem Hamsterrad aussteigen wollen und nach Alternativen suchen.


    Ich habe diese Alternative im Buddhismus gefunden, weil ich sehe, dass Buddha recht hat: Wir leiden, weil wir glauben, wir müssten mit Hilfe dieser Strategien unser Überleben sichern. Damit sind wir so beschäftigt, dass wir vor lauter Sorge um uns gar nicht merken, dass dieses „Ich“ nur eine Illusion ist.


    Unsere Handlungsweisen auf der Ich-Ebene sind insoweit dann auch egoistisch und erzeugen die Angst, „narzisstisch“ zu sein, aber im Grunde sind sie weder gut noch böse. Sie sind einfach nur ungeeignet, das Problem wirklich zu lösen.

  • Raffiniertes Ego

    • Hotte
    • 19. August 2026 um 07:45
    void:

    Das Konzept eines "Ego" kam auf, weil einige frühe Pioniere des Buddhismus wie z.B D.T. Suzuki es als eine gute Idee empfanden, den Buddhismus in die Sprache der Tiefenpsychologie zu kleiden.


    Das hat damals sicher geholfen, den Buddhismus bei einem gebildeten Publikum anschlußfähig zu machen, aber insgesamt halte ich es für nicht so hilfreich. Weil es in eine Richtung führt, wo man nicht so sehr schaut wie genau bestimmte Selbstkonzepte entstehen, an denen angehaftet wird, sondern man quasi mit ihnen ringt.


    Aber das Ankämpfen gegen ein Selbst hat ja viel mit den Anhaften an ein Selbst zu tun. Man verrennt sich in Kämpfen mit sich selbst. Wenn man dem Wunsch "ich will das" einen Wunsch "ich will den Wunsch nicht haben" dann setzt man ja dem einen Wunsch einen zweiten drauf.

    Da ist dann weniger der Begriff selbst das Problem, sondern eher die Gefahr, dass Menschen das Ego als inneren Feind identifizieren und das beliebte Spiel "gutes Ich gegen böses Ich" spielen.


    Ich benutze das Wort eher als Synonym für das "duale Gedöns", das durchschaut werden muss.

  • Der Umgang mit Ärger

    • Hotte
    • 18. August 2026 um 15:46

    Da haben wir heute ja richtig was geschafft dafür, dass wir alle doch nur nach innerem Frieden suchen. :)


    Vielleicht liegt es ja tatsächlich daran, dass ich säkularen Buddhismus nicht wirklich verstehe.

  • Der Umgang mit Ärger

    • Hotte
    • 18. August 2026 um 10:48
    biophil:
    Hotte:

    Wir haben einfach unterschiedliche Auffassungen von Pantoffeltierchen. Für mich sind sie der Inbegriff von "Festhalten", lebenslänglich gefangen ohne Aussicht auf Begnadigung. Das Gegenteil von dem, was Buddhisten suchen.

    Das ist vollkommen in Ordnung.


    Wir reden hier von 2 Seiten einer Medaille. Alles, was entsteht, vergeht.


    Man kann sich am Entstehen erfreuen (ich) oder gleich abwenden, weil es vergeht (du wahrscheinlich). Letztlich hat das Auswirkungen auf seine eigene Lebensqualität.

    Alles anzeigen

    Da schreibst du mir eine Haltung zu, die ich gar nicht habe. Das buddhistische Ideal ist weder das Anhaften am Entstehen (deine Seite) noch das Abwenden vom Vergehen (die Seite, die du mir zuschreibst). Beides sind nur zwei Seiten derselben dualistischen Medaille des Ergreifens und Ablehnens.

  • Der Umgang mit Ärger

    • Hotte
    • 18. August 2026 um 10:45
    Qualia:

    Pantoffeltierchen sind in nichts „gefangen“, im Gegensatz zu Menschen keine Sklaven ihrer Impulse, können nicht loslassen, weil sie nichts festhalten. Sie leben ohne jedes Erleben von Leben, dafür ist ein ZNS nötig.

    Reiz-Reaktion ist kein Kreislauf, es ist eine Strecke mit unbekanntem Ende, sie endet mit dem Zerfallen.


    Pantoffeltierchen sind Lebewesen. Alle Lebewesen mit ZNS, egal wie groß, sind fühlende Lebewesen. Was mich wirklich tief berührt hat, ist, dass das gesamte Leben auf dieser Erde auf Cyanobakterien zurückgeht, die sich evolutionär gewandelt haben und einen Zellhaufen wie mich entstehen lassen.

    Darauf wollte ich eigentlich hinaus: Wir sind mehr als nur ein Zellhaufen auf der untersten Stufe der Evolution und haben glücklicherweise das Potenzial zur Befreiung. Die armen Pantoffeltierchen nicht. Mit den Pantoffeltierchen kam dieses Potenzial aber erst in die Welt.


    PS: Ich habe auch schon mit Pantoffeltierchen Mitgefühl. :)


    Qualia:

    Die Welt so zu sehen, wie sie ist, geht in Ordnung, doch sie loslassen? Wie soll das gehen? Ihr nicht mehr mit meinen Meinungen, Prinzipien und Gesetzen zu begegnen, befreit mich ohne viel Aktion von dem Bedürfnis das die Welt so zu sein hat, wie ich sie sehen will.

    Genau das ist Loslassen. :)

  • Der Umgang mit Ärger

    • Hotte
    • 18. August 2026 um 09:00
    biophil:
    Hotte:

    Pantoffeltierchen sind wie Menschen ein Produkt von Naturgesetzen, gefangen im ewigen Kreislauf von Reiz und Reaktion. Sie sind im Gegensatz zu uns Menschen aber Sklaven ihrer Impulse und können nicht loslassen.

    Da hast du meinen Post scheinbar nicht richtig gelesen. Pantoffeltierchen können nicht festhalten, weil da nichts ist, das festhalten könnte. Also genau das, was Buddhisten anstreben.

    Wir haben einfach unterschiedliche Auffassungen von Pantoffeltierchen. Für mich sind sie der Inbegriff von "Festhalten", lebenslänglich gefangen ohne Aussicht auf Begnadigung. Das Gegenteil von dem, was Buddhisten suchen.

Ausgabe №. 137: „Sorgen entsorgen?"

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