Adorno kritisierte an Heidegger, dass dieser Sätze ( "das Nicht nichtet") brachte, die eher durch den Nimbus der sakralen Tiefgründigkeit und poetische Kraft bestachen als durch inhaltliche Fassbarkeit. Einen "Jargon der Eigentlichkeit" nannte er das.
Von daher ist mir gerade bei Sätzen wie "Die Nase ist leer von Nicht-Nase.Die Nicht-Nase ist leer von Nase." die durch Schönheit und Symmetrie bestechen wichtig, klar nachzufragen, was sie inhaltlich bedeuten. Also dass man am Ende nicht so mit etwas Schönen aber potentiell Inhaltslosen dasteht.
Von daher mein Versuch, von der Abstraktion und der Schönheit wegzugehen und konkret ( und eher nicht so erfolgversprechend) zu versuchen, die Abhängigkeiten aufzurollen und aufzuzählen. Also erstmal vom Wort "Nase" zu den Funktionen auf die es verweist ( Atmen, Riechen) und dann auf die ganze Geschichte der Nasen - all der vielen Bedingungen die sie gestaltet haben. All die Medien ( Wasser, Atmosphäre) all das was gerochen werden muß ( Essen, Feinde, Sexualpartner) Und es hat mit Wasserverlust in der Wüste zu tun, mit dem Wettlauf mit Löwen und Gazellen. Dem Rückzug von Oberkiefer und Unterkiefer der durch das Kochen möglich wurde und im Gegensatz zu Schimpansen die Nase spitz hervorlugen lässt.
Klar ist das im Detail sicher ein endloses Unterfangen - auf einmal steht man mit Gazellen, dem Kochen, Fischen, Knorpelgeschichten, Löwen und all dem da. Man zieht an einem Faden und hat den ganzen Teppich am Wickel. Und auf dem Weg zur Befreiung sicher ein nicht so arg nötiger Umweg so vom hundertsten ins Tausendste zu kommen.
Aber der Versuch, die Nase hervorbringenden Prozesse zu umreißen zeigt auf der anderen Seite was Nicht-Nase bedeuten kann. Eben nicht ein ominöses metaphysisches Konstrukt - eine philosophische Blase wie die Adorno so an Heidegger nervt, sondern um eine vielgestaltige, verworrene Verkettung von Bedingungen handelt. Eine sehr konkrete Geschichte.
"Die Nase ist leer von Nicht-Nase.Die Nicht-Nase ist leer von Nase."
Hat also etwas von einem Puzzelteil, das mit seinem Rest ( Gegenstück) ein Ganzes formt.