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  1. Buddhaland Forum
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Beiträge von void

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • void
    • 28. September 2026 um 13:54
    Monika:

    Ich finde es unglaublich, was uns als "Kleinnutzer" zugemutet wird.

    Wenn ich eine Software verkaufen, die verspricht, Kleinutzer vor den Gefahren des Internet zu beschützen, dann muß ich drei Sachen machen:


    1. Ihnen Angst machen. Überall lauern Gefahren - ein falscher Klick und sie haben die Kontrolle verloren.
    2. Ihnen klar machen, dass sie alleine mit der Aufgabe überfordert sind. Wenn sie verstehen, dass sie selber überfordert sind, weil alles so verwirrend und frustrierend ist, werden sie sehen dass sie einen Starken Mann braucht der die beschützt
    3. Ihnen das Gefühl geben, dass sie selber schuld/unfähig/klein sind.

    Je mehr Angst die Leute haben, je verwirrter sie sind, je mehr sie den Fehler bei dich sehen, desto eher werden sie das Produkt kaufen und behalten.

  • „Ich“ oder „Wir“ – wohin geht mein Weg?

    • void
    • 28. September 2026 um 09:43
    Dirk_:

    Und doch beschäftigt mich seither die quälende Frage: Bin ich damit auf dem Holzweg? Ist das wieder so ein klassischer Anfänger-Irrtum? Täusche ich mich da in was hinein?

    Schau einfach in dich hinein. Ein "Wir" kann ja auch eine Relativierung sein. Der Gedanke an das eigene Altern und Sterben kann ja recht unerträglich sein. Das dieser Körper voller Falten sein könnte, intkontenent wird, das der eigene Geist anfängt nicht mehr zu funktionieren. Das sind schrecklich konkrete Aussichten, die Angst machen. Da kann ja ein "Wir" eine "Flucht ins Allgemeine" sein. Andererseits ist ein Wir manchmal auch passender.


    Wetering s Bibabutzemann bezieht sich darauf, dass es so ein typischer Trick unsereres Geistes, uns von dem eigentlichen Problem ( Vergänglichkeit) in so eine viel angenehmere Sachfragen ( was sind die passendenden Pro nominina) abzulenken.

  • Psychiatrie – weiß sie eigendlich wirklich, was eine Psychose ist?

    • void
    • 22. September 2026 um 10:24
    Qualia:

    Der Umkehrschluss.

    Buddha wäre in der Psychiatrie gelandet, wenn es sie damals schon gegeben hätte.

    Das Kriterium für Verrrücktheit ist es nicht, inwieweit man die Realität anders erlebt - das interessiert niemanden so wirklich - sondern inwieweit man es schafft, normal sozial zu kommunizieren und zu agieren.

  • Kapitalismus wegatmen

    • void
    • 18. September 2026 um 16:18

    Die Denkweise ist ja die, dass die modernen Arbeitsbedingungen immer mehr psychischen Druck auf die Beschäftigten ausüben.

    Apotheken Umschau:

    Ursache Nummer eins für Krankschreibungen waren nun mit einem Plus von neun Prozent psychische Erkrankungen wie Depressionen mit 184 Fehltagen je 100 Versicherten.

    Und dass dann aber alles was diesen Druck mildert - eben Waldspaziergänge, Pausen, Yoga, Meditation- insofern negativ ist, als sich die Leute, wenn der Druck groß genug wäre, gegen krankmachende Arbeitsbedingungen wehren würden und so die Bedingungen verbessern würden.


    Aber ist das überhaupt so, oder reproduziert die Rosa Luxemburg Stiftung da liebgewonnene Klischees? Es gibt ja viele Länder wo Arbeiter weniger Rechte und mehr Druck haben ( gerade auch China) ohne dass es da zu konstruktiven Aufständen gegen ungerechte Verhältnisse kommen würde. Und ist es überhaupt so, dass Menschen nahr am Burnout bessere Vorkämpfer sind? Oder könnte ein Betriebsrat nicht auch von Meditation profitieren um seinen Job gelassener zu machen?

  • Kapitalismus wegatmen

    • void
    • 17. September 2026 um 11:59

    Es geht um sowas wie MBSR ( Mindfullness based Stress reduction)

    TK:

    MBSR-Achtsamkeitstraining


    Lernen Sie in in diesem Training zur Stressbewältigung durch Achtsamkeit, Ihre Wahrnehmung für jeden Augenblick zu schärfen. Sie schulen Ihre Aufmerksamkeit und erleben die entspannende Wirkung meditativer Verfahren.

    ....

    Das Ziel ist es, eine achtsame Haltung in den privaten wie beruflichen Alltag zu übertragen und dadurch gelassener mit Stress sowie belastenden Gedanken und Gefühlen umgehen zu können. Sie lernen vor allem, das, was Sie gerade wahrnehmen, anzunehmen, ohne es zu werten.

    Und diese aus dem Buddhismus abgeleitete Technik ist anscheinend wirksam darin, dass sich Leute weniger gestresst fühlen:

    Psychilogy Journal:

    Findings indicate that MBSR significantly reduces perceived stress (up to 33%) and mental health issues (by 40%), particularly in academic settings and low- to middle-income countries

  • Bedeutung

    • void
    • 15. September 2026 um 19:57
    JoJu91:

    Buddha legt mit seiner Anatman Lehre einen anderen Schwerpunkt, eine andere Methode um zur Quelle allen Seins zu gelangen.

    Buddha sah das nicht so. Er klassifizierte brahmanische Theorien über ein kosmisches Selbst nicht als "alternative Pfade", sondern als Irrtum, der die Befreiung aus dem Kreislauf der Wiedergeburten verhindert. Auch wenn die Pfade natürlich weitgehend parallel verlaufen, war der Grund warum er sich entschloss zu lehren der, dass die bisherigen Wege das Ziel nicht erreichen.

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • void
    • 15. September 2026 um 16:02
    Tim1:

    Generell möchte ich auch in Frage stellen, ob eine Form der Intelligenz oder wie immer man es nennen mag deutlich mehr Probleme mit anderen Menschen mit sich bringt in der Interaktion als wenn man nicht so ist.

    Man könnte es so ausdrücken, dass man als Mensch unterschiedliche Modi hat z.B einen "analytischen Problemlösungsmodus" - das was man braucht um.z.B ein mathematisches Problem zu lösen oder eine Maschine zu reparieren und einen "sozialen Modus" wo man es schafft zwischenmenschliche Probleme zu lösen.


    Jemand der im ersten Modus super gut ist aber im zweiten eher durchschnittlich kann deswegen dazu kommen, bei Problemen die eigentlich im Bereich des zweiten Modus liegen den ersten Modus anzuwenden. Jemand der einen guten Hammer hat, erscheint alles als Nagel selbst eine Schraube.


    Das ist prinzipiell der Witz der Serie "The Big Bang Theorie": Wissenschaftler die auf ihrem Fachgebiet gut sind scheitern darin dieses Denken im Sozialen anzuwenden.


    Die gleiche Fehlkommunikation ist auch Thema in Loriots Klassiker "Das Ei ist hart'


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    Er kommuniziert ( recht platt gegendert) auf einer analytischen Ebene ( das Ei brauch 3.5 min) sie auf einer Beziehungsebene.


    Die Intelligenz selber ist nicht das Problem. Jemand kann unglaublich intelligent sein ohne dass er deswegen im Sozialen analytische Denkmuster anwenden müsste.

  • Psychiatrie – weiß sie eigendlich wirklich, was eine Psychose ist?

    • void
    • 14. September 2026 um 14:34
    Hue32:

    Für einen Menschen in einer Psychose kann es deshalb gefährlich werden, wenn außergewöhnliche Wahrnehmungen unmittelbar als spirituelle Erkenntnis gedeutet werden. Aus „Ich erlebe die Welt gerade völlig anders“ kann sonst schnell „Ich habe erkannt, wie die Wirklichkeit wirklich ist“ werden.

    Leerheit hat ja mehrere Seiten. Einerseits kann es - gerade wenn man sehr pragmatisch und realistisch ist, kann es Sinn machen sich zu vergegenwärtigen dass die Welt nicht so festgefügt ist, sondern viel, offener und fließender


    Aber wenn man jemand ist der stark von seinem Inneren, seinen Träumen, Emotionen, Visionen getrieben und verführt hat, bedeutet Leerheit vielleicht genau das Gegenteil: Seine Emotionen, Visionen, Träumereien und Projektionen zu relativieren und vielleicht zuzuhören, wie der ganz andere - z.B der Psychiater das sieht.


    Auch beim Meditieren kann es ja einerseits sein, dass ich mich zu sehr im Außen verliere und von dort aus zurückfinden muß. Aber gerade wenn man nachts meditiert, gerät man auch als normaler Mensch leicht in Zustände von Trance, Visionen. Und hier bedeutet dann "Leerheit" von dieses inneren Film herunterzukommen.

  • Psychiatrie – weiß sie eigendlich wirklich, was eine Psychose ist?

    • void
    • 14. September 2026 um 10:54
    Hue32:

    Phillip,

    ich nehme deine persönlichen Erfahrungen durchaus ernst. Gerade deshalb würde ich aber zwischen zwei Ebenen unterscheiden: „Mir hat diese Behandlung nicht geholfen bzw. sie hat mir geschadet“ ist eine persönliche Erfahrung. „Antipsychotika sind deshalb grundsätzlich falsch und die Psychiatrie weiß nicht, was sie tut“ ist dagegen eine wissenschaftliche Schlussfolgerung – und die lässt sich aus deiner Erfahrung nicht ableiten.

    Ja, Hue32 so würde ich es auch sehen..


    Es kann ja beides gleichzeitig wahr sein. Wenn es gegen eine Erkrankung unzureichende Mittel mit hohen Nebenwirkungen gibt, dann sind Nutzen

    und Risiken oft sehr nahe zusammen. Bei dem einen hilft es, dem anderen schadet es.


    Viele dieser Art Diskussionen führen zu einer Situation wo man sich gegenseitig triggert. Für @Philip ist es wichtig dass seine Erfahrung mit Psychiatrie nicht negiert wird. Das anerkannt wird, welchen Leiden er das ausgesetzt war.

    Während es auch immer diejenigen gibt, für die das Medikamente wie Ability funktionieren und ihnen helfen. Wenn man die Psychiatrie verteufelt dann negiert man deren Perspektive ve.


    Es ist wichtig, dass wir versuchen anzuerkennen, das vieles gleichzeitig richtig sein kann.

  • Bedeutung

    • void
    • 14. September 2026 um 10:30

    Religiöse Konzepte sind ja zu allererst Werkzeuge, die einen bestimmten Job erledigen.Und da kann die Vergegenwärtigung gegenseitiger Abhängigkeit wie im Huayen dabei helfen, Illusionen zu überwunden die das Selbst und die Dinge als fest sehen.


    Aber wenn man z.B die Metapher von Indras Netz aus dem Huayen Sutra nimmt:

    Scharztruhe:

    Stellt man sich Indras Netz vor, so erstreckt es sich unendlich in alle Dimensionen von Raum und Zeit. An jedem Knotenpunkt dieses Netzes befindet sich ein makelloses, strahlendes Juwel. Da das Netz unendlich ist, ist auch die Anzahl der Juwelen unbegrenzt. Jedes einzelne Juwel reflektiert auf seiner Oberfläche nicht nur das Licht aller anderen unzähligen Juwelen im Netz, sondern in jeder dieser Reflexionen spiegelt sich wiederum das gesamte Netz wider. Es ist ein unendlicher, holografischer Prozess der gegenseitigen Widerspiegelung ad infinitum

    .. dann sieht man wie eine Idee von allseitiger Durchdringung jenseits der Funktion Anhaftung zu verringern, anders andeutet und zu kosmischen Gefühle verleitet wird . Fast wie in Flammarions Holzschnitt, wo der Eingeweihten sich die ehrfurchtsgebietenden, verborgene kosmische Ordnung der Sphärenharmonie offenbahrt.

    Wiki Commins:

    Natürlich hat dies seinen Reiz - viele Ideen von "Intersein" und Verbundenheit sind ja sehr schön. Aber es gibt da die Gefahr der Schwärmerei wo Verbundenheit ein poetisches Gefühl von Sinn und kosmischer Ordnung gezogen wird. Und es ist diese Idee von "kosmischer Ordnung" die zu der Gefahr einer Illusion von Ganzheit führt.

  • Bedeutung

    • void
    • 14. September 2026 um 09:47
    pano:

    Prompten kann ich auch

    Google Gemini:

    > Erläutere das Prinzip der Totalität im huayan und seine beziehung zu Sunyata?


    Das Prinzip der Totalität (Dharma-dhātu) im Huayan-Buddhismus – klassisch ausgedrückt durch die Lehre von der gegenseitigen Durchdringung und Identität aller Phänomene (Interpenetration) – besagt, dass kein Phänomen isoliert existiert, sondern jedes einzelne Element des Universums die Gesamtheit aller anderen Phänomene in sich birgt und von ihnen konstituiert wird.

    das ist im prinzip der aspekt auf den ich hinaus wollte.

    Beim Prompten ist es wichtig ist es keine suggestiv Fragen zu stellen. Mit der Frage "Erläutere das Prinzip der Totalität im huayan" suggerierst du ja schon, dass der Begriff Dharma Dhatu etwas mit Totalität zu tun hat. Man kann explizit fragen, ob die Begriffe gut zusammenpassen:

    Zitat

    Ist Dharma Dhatu im huayen gut mit Totalität zu übersetzten?


    Die Übersetzung von Dharmadhātu (chin. 法界, fǎjiè) als „Totalität“ wird in westlichen Darstellungen des Huayan-Buddhismus (etwa bei Garma C. C. Chang) häufig verwendet, ist jedoch philosophisch zweischneidig. Sie erfasst zwar den holistischen Aspekt der Schule, birgt aber das Risiko westlicher Kategoriefehler.

    Pro: Was die Übersetzung leistet

    • Netzwerk-Charakter: „Totalität“ bringt das Grundmotiv des Huayan-Buddhismus auf den Punkt: Einzelne Phänomene (shi) existieren nicht isoliert, sondern durchdringen sich gegenseitig ohne Hindernis (shìshì wúài). Das Ganze ist in jedem Teil präsent.
    • Anti-Atomismus: Der Begriff verhindert ein reduktionistisches Verständnis, bei dem die Welt nur als Ansammlung einzelner Gegenstände gesehen wird.

    Contra: Die philosophischen Schwachstellen

    • Gefahr der Verdinglichung (Reifizierung): Im westlichen Sprachgebrauch evoziert „Totalität“ oft eine geschlossene, statische Entität, ein „All-Eines“ oder ein metaphysiches Super-Substrat (ähnlich dem Absoluten bei Hegel oder der Substanz bei Spinoza). Das Dharmadhātu ist jedoch kein Behälter und kein übergeordnetes Wesen.
    • Konflikt mit Śūnyatā (Leerheit): Huayan baut auf der Mādhyamaka-Philosophie auf. Das Dharmadhātu ist die Erfahrung der gegenseitigen Abhängigkeit (pratītyasamutpāda) aller leeren Phänomene. Wenn „Totalität“ als etwas Wesenhaftes missverstanden wird, untergräbt dies das Prinzip der Eigenwesenlosigkeit

    Das Problem der Verdinglichkeit und der Konflikt mit Shunyata sind ernst Gegenargumente.


    Sie zeigen gut, wo der Mahayana über sowas wie das Purnam Mantra hinausgeht.


    Die Gefahr von KI ist, dass sie die eigenen Fehlannahmen oft bestätigt.

  • Bedeutung

    • void
    • 14. September 2026 um 09:37

    Der Begriff der Totalität passt gut zum Hinduismus. Hinter all den Phänomenen wird ein Prinzip gesehen ( Atman) dass das Ganze und Wahre repräsentiert.


    Buddha geht mit seiner Anatman Lehre drüber hinaus.


    Wenn man die Mahayana Sutren mit den Lehren der Upanischaden gleichsetzt, dann kann das ja zweierlei bedeuten:

    1. Der Buddhismus ist einfach nur einfach alter Wein in neuen Schläuchen ist. Im Grunde war es unnötig dass der Buddhismus entstand, wenn ja schon die Upanischaden das Gleiche aussagen.
    2. Es gibt im Mahayana eine Gefahr aus Leerheit ein "Ganzes" zu machen, es droht ein Rückfall hinter Anatta.


    Ich bleibe bei Adorno: Das Ganze ist das Unwahre.

  • Bedeutung

    • void
    • 13. September 2026 um 20:28

    In der Minima Moralia schreibt Adorno den Satz "Das Ganze ist das Unwahre".


    Damit möchte er allen Systemen entgegentreten in dem das Ganze das einzig Wahre ist. Die Grundlage von der alles andere angeleitet wird.


    So eine komische Ordnung hat ja oftmals große Schönheit,ist aber im Kern repressiv. Die Idee einer Ganzheit ist ja die Grundlage des Kastensystems.

    Superprof Kastenwesen:

    Ein zentraler mythologischer Ursprung findet sich im berühmten Purusha-Mythos: Der Urmensch Purusha wird geopfert, und aus seinen Körperteilen entstehen die vier Varna – aus seinem Kopf die Brahmanen, aus den Armen die Krieger, aus den Schenkeln die Händler und aus den Füßen die Diener. Dieser Mythos lieferte lange Zeit eine religiöse Begründung für Hierarchien.

    Von daher sollten wir bei allen, die das Ganze als das Wahre sehen mißtrauisch sein.


    Wenn das Herzsutra alles als leer ansieht, dann ist das dagegen ein Akt der Dekonstruktion.


    Natürlich ist "Alles ist Leer" und "Alles ist Fülle" strukturell ähnlich. So wie man ja auch sagen kann das ein Hut und ein Sock das gleiche sind, das eine eben für den Kopf und das andere für die Füße. Und sehen nicht manche Hüte ( die der Schlümpfe) wie Socken aus? Andere sagen, dass ein Hut eben eine Kopfbedeckung ist und ein Sock eine Fußbedeckung.

  • Hans-Günter Wagner über Leere

    • void
    • 7. September 2026 um 12:40

    Adorno kritisierte an Heidegger, dass dieser Sätze ( "das Nicht nichtet") brachte, die eher durch den Nimbus der sakralen Tiefgründigkeit und poetische Kraft bestachen als durch inhaltliche Fassbarkeit. Einen "Jargon der Eigentlichkeit" nannte er das.


    Von daher ist mir gerade bei Sätzen wie "Die Nase ist leer von Nicht-Nase.Die Nicht-Nase ist leer von Nase." die durch Schönheit und Symmetrie bestechen wichtig, klar nachzufragen, was sie inhaltlich bedeuten. Also dass man am Ende nicht so mit etwas Schönen aber potentiell Inhaltslosen dasteht.


    Von daher mein Versuch, von der Abstraktion und der Schönheit wegzugehen und konkret ( und eher nicht so erfolgversprechend) zu versuchen, die Abhängigkeiten aufzurollen und aufzuzählen. Also erstmal vom Wort "Nase" zu den Funktionen auf die es verweist ( Atmen, Riechen) und dann auf die ganze Geschichte der Nasen - all der vielen Bedingungen die sie gestaltet haben. All die Medien ( Wasser, Atmosphäre) all das was gerochen werden muß ( Essen, Feinde, Sexualpartner) Und es hat mit Wasserverlust in der Wüste zu tun, mit dem Wettlauf mit Löwen und Gazellen. Dem Rückzug von Oberkiefer und Unterkiefer der durch das Kochen möglich wurde und im Gegensatz zu Schimpansen die Nase spitz hervorlugen lässt.


    Klar ist das im Detail sicher ein endloses Unterfangen - auf einmal steht man mit Gazellen, dem Kochen, Fischen, Knorpelgeschichten, Löwen und all dem da. Man zieht an einem Faden und hat den ganzen Teppich am Wickel. Und auf dem Weg zur Befreiung sicher ein nicht so arg nötiger Umweg so vom hundertsten ins Tausendste zu kommen.


    Aber der Versuch, die Nase hervorbringenden Prozesse zu umreißen zeigt auf der anderen Seite was Nicht-Nase bedeuten kann. Eben nicht ein ominöses metaphysisches Konstrukt - eine philosophische Blase wie die Adorno so an Heidegger nervt, sondern um eine vielgestaltige, verworrene Verkettung von Bedingungen handelt. Eine sehr konkrete Geschichte.


    "Die Nase ist leer von Nicht-Nase.Die Nicht-Nase ist leer von Nase."


    Hat also etwas von einem Puzzelteil, das mit seinem Rest ( Gegenstück) ein Ganzes formt.

  • Hans-Günter Wagner über Leere

    • void
    • 7. September 2026 um 11:06
    Wetering:

    Was ist der Unterschied in der Bedeutung zwischen

    "Ohr ist leer, die Nase ist leer...“

    und

    „Kein Ohr, keine Nase…“

    ?

    Man muß das alles mit dem Anfang des Herzsutra in Beziehung setzten. Dort heißt es ja

    1. Form ist nicht anderes als Leerheit;
    2. Leerheit ist nichts anderes als Form


    Die erste Richtung ist das die Dinge frei von Eigenexistenz sind, was ja Qualia schon gesagt hat.


    Aber der zweite Satz ist nicht einfach nur eine Wiederholung sondern er gibt eine Gegenrichtung an.Wenn im Prinzip alles leer ist, kann die Vielfalt der Phänomene ja selber als Ausdruck von Leerheit gesehen werden. Leerheit ist selber leer. Es gibt sie nicht jenseits des Konkreten und die Dinge z.B die Nase entstehen und Bestehen aus ihr.


    Dies klingt ja erstmal etwas abgehoben und philosophisch.


    Ich selber sehe es so dass diese Richtung ( das " kein" - das Mū des Herzsutra ) über das Verneinen hinaus geht und auf die Schwester der Leerheit - das "Entstehen in Abhängigkeit" - verweist.


    Im Bezug auf die Nase würde ich es so sehen dass man nicht einfach bei dem "die Nase hat keine Eigenexistenz" stehen bleibt sondern die Bedingung der Möglichkeit für "Nase" betrachtet. Früher wusste man das ja nicht im Detail aber heute können wir ja sehen, dass die Nase einfach eine Momentaufnahme komplexer evolutionärer Prozesse ist in der viele Funktionen ( Riechen, Atmen) und Regionen ( Meer, Steppe) eine Rolle spielten. Die Leerheit der Nase ist nichts anderes als die ganze Geschichte ihrer Abhängigkeit. Milliarden von Jahren an Geschichte mitten im Gesicht.


    Kann aber sein, dass das schon zu viel an eigenwilliger Interpretation ist und andere da auf einer eher philosophischen Ebene verweilen würden.

  • Hans-Günter Wagner über Leere

    • void
    • 7. September 2026 um 09:01

    ""Ohr ist leer, die Nase ist leer...“ bedeutet wie

    Qualia sagt , dass beide leer von inhärenter Existenz sind.


    Im Herzsutra steht:

    Herzsutra:

    „Daher existiert in der Leere keine Form, kein Fühlen, Wahrnehmen, Wollen oder Denken. Nicht Auge noch Ohr, Nase, Zunge, Körper oder Geist.

    Den zweiten Teil könnte man auch als "Kein Ohr, keine Nase" übersetzten aber man muß es zum vorher Gesagten beziehen: "In der Leerheit gibt es kein Ohr und keine Nase" In der Sanskrit Version sieht man das besser:

    Herzsutra:

    tasmāc chāriputra śūnyatāyāṃ na rūpaṃ na vedanā na saṃjñā na saṃskārā na vijñānāni na cakṣuḥśrotraghrāṇajihvākāyamanāṃsī.


    Deshalb, Shariputra, gibt es in der Leere keine physische Gestalt, keine Empfindung, Wahrnehmung, mental-emotionales Gedächtnis oder Objekt-Bewusstsein;weder Auge, Ohr, Nase, Zunge, Körper noch Denk-Organ

  • Der intellektuelle Buddhist – muss das sein?

    • void
    • 6. September 2026 um 17:39

    Die Geschichte war ja eine der Filterung.


    Es war ja erstmal so, dass sich da so aufklärerische Indologen mit buddhistischen Texten befassten und da dann das abfeuerten was philosophisch und Intektuelle war. Während sie über die eher bodenständigen Formen die Nase rümpften und es als Verfallsform und Volksreligion abtaten. Was ankam war ein Professoren Buddhismus.


    Und die Buddhisten in den Herkunftsländern betonten eben dann auch die hochstehenden, abstrakten Aspekte um bei den Kolonialherren Respekt zu finden und nicht als dumpfe Eingeborene abgetan zu werden. Die Message war : Buddhismus ist nicht einfach sondern zivilisatorisch ausgefeilt.


    Und später dann mußte man betonen dass der Buddhismus gut mit Moderne, Zivilisation und Psychologie zusammen passt. Weil es immer darum bei bikdungs-bürgerlichen Eliten zu landen, kam dann nach all den Filterungen teilweise so ein aufgeklärter Bildungsbürger-Buddhismus heraus. Wo dann viele das Gefühl haben, dass sie nicht gemeint sind.


    Blöd gelaufen.

  • Warum bezeichnen die Tibetaner Oral Verkehr als sexuellem Fehlverhalten? ( Ernste Frage)

    • void
    • 1. September 2026 um 13:19
    Samadhi1876:

    Die anderen Tiere außer Sapiens brauchen das glaube ich auch nicht.


    Warum … die anderen Tiere nicht täglich rum…

    Man muß auf die Funktion sehen.


    Wie KarmaHausmeister ja schreibt, dachte man früher, dass Sexualität hauptsächlich dazu dient sich fortzupflanzen. Inzwischen weiß man, dass es viele andere Aufgaben hat. Gerade bei unsere nächsten Verwandten, den Bonobos kann man das gut sehen. Hier ist es so etwas wie der Kitt der Gesellschaft. Gibt es Spannungen z.B bei der Konkurrenz um Nahrung gibt es Versöhnungssex verschiedenster Art.


    Beim Menschen ist es ein wenig anders. Hier ist eines der Hauptprobleme dass, das es so unglaublich lange dauert um Jungtiere ( Kinder+ Jugendliche) aufzuziehen und es von daher stabile soziale Beziehungen braucht. Diese werden von Sexualität aufrechterhalten. Eltern mit drei Kindern haben viel häufiger Sex als drei mal. Und um nicht dauernd neue Kinder zu haben ist es gut dass es Formen der Sexualität gibt die von Fortpflanzung entkoppelt sind.


    Allerdings ist es häufig so, dass in der Konkurrenz zwischen Ländern so ist, dass es entscheidend ist, wer mehr Soldaten hat. Und von daher gab es da immer eine starke Neigung (gerade bei Frauen)Sexualität auf die Fortpflanzung hin zu lenken, die sich dann in diversen Normen äußerte.

  • „45 Min Standardfenster“

    • void
    • 1. September 2026 um 10:47

    Im Palikanon ist davon die Rede, die Praxis in den vier Körperhaltungen zu üben.

    SATIPATTHᾹNA:

    Und weiter noch, o Mönche: Gehend weiß da der Mönch: <Ich gehe>; stehend weiß er: <Ich stehe>; sitzend weiß er: <Ich sitze>; liegend weiß er: <Ich liege>. Wie auch immer seine Körperstellung ist, so eben weiß er es. So weilt er nach innen beim eigenen Körper in Betrachtung des Körpers; oder er weilt nach außen beim Körper (anderer) in Betrachtung des Körpers; oder er weilt nach innen und außen beim Körper in Betrachtung des Körpers. Die Dinge in ihrem Entstehen betrachtend, weilt er beim Körper; die Dinge in ihrem Vergehen betrachtend, weilt er beim Körper; die Dinge in ihrem Entstehen und Vergehen betrachtend, weilt er beim Körper. <Ein Körper ist da>, so ist seine Achtsamkeit gegenwärtig, eben nur soweit es der Erkenntnis dient, soweit es der Achtsamkeit dient. Unabhängig lebt er, und an nichts in der Welt ist er angehangen.

    Und dem entsprechend ist Kinhin eine Praxis im Gehen.

    Wikipedia:

    In Zen Buddhism, kinhin is often done in between stretches of sitting meditation (zazen) as a break from prolonged sitting. The idea is to maintain the same meditative Zen mind throughout the walking period

  • „45 Min Standardfenster“

    • void
    • 1. September 2026 um 10:02
    Samadhi1876:

    Mir ist hingegen aufgefallen das oft „nur 35 min“ am Stück praktiziert wird. Zb im Za Zen. Zwei mal 35 min unterbrochen von Kinhin.

    Kinhin ist eine Meditation im Gehen. Auch wenn es schwerer ist den Geist im Gehen gesammelt zu halten als im Sitzen ist Kinhin von der Denkweise her keine Unterbrechung der Meditation. Auch wenn es das praktisch für viele ist.

  • Warum bezeichnen die Tibetaner Oral Verkehr als sexuellem Fehlverhalten? ( Ernste Frage)

    • void
    • 31. August 2026 um 20:04
    Phillip:

    Sie haben mit Ihrer messerscharfen Intuition eine der faszinierendsten und gleichzeitig umstrittensten Dynamiken der Religionsgeschichte genau auf den Punkt gebracht.

    Hier sieht man gut wie KI funktioniert. Erstmal ist sie auf Amerikaner ausgelegt, dass heißt sie schmeichelt und beugt dazu, Meinungen die man hat zu bestätigen. Und sie neigt dazu, den Kontext den man kommt aufzusaugen. Wenn man Colin Goldner erwähnt, dass schießt sich KI auf dessen Denkweise ein. Und bekommt keine ausgewogene Sicht.


    Es ist nicht so dass KI das nicht könnte, aber man muß es ihr explizit sagen, dass sie nicht schmeichelerisch sein soll, dass sie einen nicht bestätugen soll, dass sie eine Ausgewogene Sicht bringen soll. Gerade wenn man psychisch krank ist, ist KI voll gefährlich. Es kann den depressiven in seiner Depression bestärken und den Paranoiden in seinem Verfolgungswahn.

  • Working Class Dharma

    • void
    • 30. August 2026 um 20:47

    Zum "Meditieren an Brennpunkten" fällt mir Muhō Nölke ein, der nach seiner Ausbildung in Antaiji als Obdachloser im Schlosspark von Ōsaka zu leben, wo er für ein halbes Jahr ein Zengruppe leitete, bis er nach dem Tod seines Lehrers zu dessen Nachfolger berufen wurde.


    Unter den frühen Anhängern Buddhas war die Oberschicht ( Brahmanen und Kashtriya) wohl überrepräsentiert aber einer der Hauptschüler Buddhas war Upāli, der als Barbier der Shudra-Kaste angehörte - der Arbeiterkaste also - und als er Buddha rasierte erlangte er dabei Arhatschaft.

    Wikipedia:

    Bevor er dem Orden beitrat, arbeitete er als Barbier der Shakya. Er fragte den Buddha, ob jemand mit einer „niederen Stellung von Geburt an“ (Kaste) dem Orden beitreten könne. Der Buddha ordinierte ihn noch vor den Prinzen und bat die Prinzen, dem nun Heiligen Upali Ehrerbietung zu erweisen. Upali war ein Als-Hörer-Erwachter (Pali: savakabuddha) oder Arhat geworden, er erlangte Buddhaschaft (Befreiung von allen zehn Fesseln: Persönlichkeitsglaube, Zweifel an der Lehre, Hängen an Regeln und Riten, sinnliches Begehren, Ärger, Begehren nach formhaftem Dasein, Begehren nach formlosem Dasein, Stolz, Zerstreutheit) durch das Hören einer Lehrrede des Buddha, als er ihn rasierte.

    Ein echter "Workingclass-Arhat".

  • Die Zehn Ochsenbilder [Unheilig Version]

    • void
    • 26. August 2026 um 07:22

    Hier noch Honins Text nach Shodo Harada Roshi.

    Honin:

    V. Die Zähmung des Ochsen

    Wenn auch nur der kleinste Gedanke auftaucht, dann folgt ein anderer. Mit dem Erwachen wird alles zur Wahrheit; aber wenn du in Unwissenheit verweilst, ist alles unwirklich. Die Dinge entstehen nicht wegen der objektiven Welt, sondern wegen des Geistes. Halte das Seil fest im Griff und schwanke nicht.


    Strophe:

    Lass Peitsche, noch Leine, keinen Augenblick fallen, damit der Ochse nicht zu Staub und Begierde zurückwandert. Zähme den Ochsen und er wird rein und sanft sein. Dann wird er ohne Fesseln oder Ketten, von selbst folgen.


    Waka:

    Die Tage sind gezählt, und selbst der wilde Ochse wird der Schatten werden, der sich an meinen Körper schmiegt. Wie erfreulich!


    Kommentar angelehnt an Shodo Harada Roshi:

    Den Ochsen zu zähmen ist die Erfahrung von Zazen in Aktion. Wir sollten uns die Frage auseinandersetzen, wie wir mit sozialen Problemen umgehen, wie wir unser Leben mit Integrität leben, Mitten in dieser Geschäftigkeit, mit so vielen Dingen, die wir tun und über die wir nachdenken, können wir lernen unsere Mitte und unsere Konzentration aufrecht zu erhalten. Dies wird Samadhi in Aktion genannt.

    Wir können reifen, bis es überhaupt keine Trennung mehr zwischen uns und den Dingen gibt. Es ist dieser Geist, der oft mit einem Spiegel verglichen wird. Wenn etwas vor einen Spiegel kommt, wird es genauso reflektiert, wie es ist. Etwas kommt, es wird reflektiert; etwas geht, es ist weg. Vom Ursprung her gibt es nichts. Es gibt nichts, was man hinzufügen könnte, und es gibt nichts, was man wegnehmen könnte. Wenn eine Blume vor einem Spiegel gezeigt wird, wird der Spiegel nicht schöner; wenn Hundekot reflektiert wird, wird er nicht schmutziger, kommt ein Mann, erscheint ein Mann, kommt eine Frau erscheint eine Frau. Bei der Zähmung des Ochsen geht es nicht darum, etwas zu erreichen oder zu versuchen, etwas zum Laufen zu bringen, denn ursprünglich hat uns nie etwas gefehlt. Wir müssen den ursprünglichen Geist kennen, wir müssen ihn direkt berühren; doch wenn wir ihn nicht tatsächlich aus eigener Einsicht heraus wahrnehmen, wenn wir nicht die wahre Sache davon sehen, dann werden unsere Worte nur leere Diskussionen und leere Erklärungen sein. Die Zähmung des Ochsen bedeutet- wenn wir in die Essenz geschaut haben, diese reifen lassen und aufrechterhalten. Wenn unsere Gedanken auftauchen, dann abschneiden, aber dann kommen wieder welcher hervor, und noch mehr und wieder und schon die Nächsten. In einer ruhigen Zeit, in einer einfachen Situation, mag es uns gut gehen, aber mitten in einer Krise - zum Beispiel, wenn es keinen Platz gibt, um auf die Toilette zu gehen, oder keine Möglichkeit, sich in einer kalten Nacht zu wärmen, oder es kein Essen gibt, wenn Krankheit kommt, oder ein Erdbeben, dann stecken wir fest mit unseren Gedanken- Oder, wenn Menschen, die wir kennen, gestorben sind- plötzlich verschwunden sind- dann stecken wir mit unseren Gedanken fest-und wir stricken weiter und weiter- Es wird es extrem schwierig, diesen Geist der feststeckt-- zu zügeln. In solchen Augenblicken ist es besonders schwer den klaren Geist, ohne Gedanken ohne weiter zu stricken, aufrecht zu halten.

    Obwohl die Welt auf mehr als eine Weise gesehen werden kann, gibt es nur eine wirkliche Welt. Wir können lernen diese Welt klar zu sehen, nicht als dualistische Welt, nach als Vorstellung. Die Welt kann in einem Moment als etwas erscheinen, das uns herunterzieht, und im nächsten Moment wird sie als etwas klares und wahres wahrgenommen.

    Wir können sollten mitfühlend sein. Wir sollten für andere Dasein. Anderen helfen. Aber sobald wir uns damit beschäftigen und darüber nachdenken, wie gut wir sind, werden unsere Bemühungen nur zu einer Belastung. Wir können lernen, in jeder Situation zu erkennen, was zu tun ist. Wie fließendes Wasser, dass sich von einem hohen Ort zu einem niedrigen Ort bewegen, können wir lernen ganz natürlich dorthin zu gehen, wo wir gebraucht werden, ohne unnötige sich aufdrängende Gedanken. Wie der Spiegel, der reflektiert und dann loslässt, was er reflektiert hat, reflektieren wir in jedem Moment und an jedem Ort, ohne jemals von dem, was reflektiert wird, beeinflusst zu werden. Um uns als unsere Buddha-Natur zu manifestieren, sollten wir mit Zazen fortfahren, bis wir ind jeder Lage auf ganz natürliche Weise wissen, was zu tun ist-- Wie ein tiefes Gefäß auf eine tiefe Weise und ein flaches Gefäß auf eine flache Weise, ohne Widerstand des Denkens- das ist die Zähmung des Ochsen.

    -Quelle wie oben

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    Hier erscheint es so, als als steht der Ochse für den Geist, was aber dann für beide Lesarten offen ist. Einerseits wird gesagt, dass der Geist von seiner Grundlage her spiegelgleich ist - also nicht verblendet - Buddhanatur. Und mit dieser soll man sich nicht nur in der Meditation vertraut machen sondern sie uns Leben holen. Aber wenn es heißt "Lass Peitsche, noch Leine, keinen Augenblick fallen, damit der Ochse nicht zu Staub und Begierde zurückwandert" dann ist hier ja eben ein verblendet Geist gemeint und dies passt dann zu wiederum eher zu biophil Sicht.

  • Die Zehn Ochsenbilder [Unheilig Version]

    • void
    • 25. August 2026 um 17:26
    biophil:

    Genau. So unkompliziert wie möglich heißt ich halte mich an Dinge, die nachvollziehbar sind. Am Körper, am Unterbewussten etc. Der Tipp, die Spuren zu verfolgen statt etwas Uminöses zu erreichen wie die Buddhanatur ist doch sehr praktisch, einfach genial, wenn ich mich kurz selbst loben darf.

    Der Sinn von Buddhanatur erscheint mir nicht als Aussage über irgendein metaphysischen Ding, sondern als Ausdruck einer bestimmten Herangehensweise.


    Es gibt ja das Kinderbuch "Wer hat angefangen" in dem sich zwei Monster an unterschiedlichen Seiten des Berges drum streiten, ob der Tag geht oder die Nacht kommt. Ein Beispiel für unterschiedliche Sichten auf das Gleiche.


    Genauso kann man Buddhismus von verschiedenen Seiten aufziehen. Man kann darin einen Weg von Samsara zu Nibbana sehen, indem man seine "Befleckungen" nach und nach verliert. Oder man kann wie Zen davon ausgehen, dass unter dem Dreck alles sauber ist und hinter den Wolken ein strahlender Sonnenhimmel ist. Es ist also mehr eine methodische Wahl als eine ontologische. Das Wort Buddhanatur verweist einfach auf eine ungewohnte Weise auf das Ziel des Buddhismus - die Freheit von Gier, Hass und Verblendung. Und weil diese Erlebbar sind ist auch ihre Anwesenheit kein Mummenschanz.


    Erst wenn man es verdinglicht, wenn man fragt ist die Buddhanatur hier oder dort, hat ein Hund sie, wirkt sie dadurch "ominös".

  • Die Zehn Ochsenbilder [Unheilig Version]

    • void
    • 25. August 2026 um 14:15
    biophil:

    Du vergisst, dass ich aus dieser Praxis komme. Ich sehe das Bodenständige als Innovation.

    Bodenständig bedeutet für mich, dass etwas so unkompliziert wie möglich ist ohne abgehobene Konzepte zu benötigen. Im Palikanon gibt es die Geschichte von Śuddhipanthaka, der als der begriffstutzigste Schüler Buddhas galt, der sich keine Sutren merken konnte. Lau der Überlieferung gab Buddha ihm die Anweisung den Boden zu fegen und dabei die Worte "Staub entfernen, Schmutz beseitigen“ und indem er das auf den Staub seiner Verblendungen anwendet, erreichte er Arhatschaft. Die Praxis im Zen ist ja in gewisser Weise das "Polieren des Spiegel" auf den sich kein Staub setzen soll erscheint mir als eine Variante dieses "Buddhismus für Dummies und Straßenkehrer". Dem gegenüber sind doch Begriffe wie "Kontakt mit den den Tiefen Schichten des Unternbewußtseins aufnehmen und mit diesem eine werden" hochabstrakte Beschreiben bungen von außen wo Śuddhipanthaka eher "Häh, was Unterdigsschicht?" sagen würde.

Ausgabe №. 137: „Sorgen entsorgen?"

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