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  1. Buddhaland Forum
  2. JoJu91

Beiträge von JoJu91

  • Manipulation in Buddhas Namen?

    • JoJu91
    • 25. Juli 2026 um 08:25
    Christopher:

    Die dort geschilderten Fall-Geschichten sind übrigens um einiges filmreifer als die vom Kopp, der mir eher wie ein unreifes Kind als einen waschechten Psychopathen vorkommt.

    Unreifes Kind ist ein gutes Stichwort.


    Leute mit extravagantem Lebens-Stil haben auf viele Menschen eine aussergewöhnliche Faszination, vielleicht liegt es daran, dass diese Menschen das Leben leben, dass sich die Anhänger nicht zu leben trauen, der "Meister" lebt vor ihren Augen ihren eigenen Wunschtraum und dafür sind sie bereit, einiges an Geld und Einsatz zu bringen.


    So ergibt sich eine Gruppendynamik, eine Matrix von Abhängigkeiten, die Aussenstehende nicht nachvollziehen können.


    Ein spiritueller Kindergarten


    :cry:

  • Gibt es Buddhismus trotz philosophischem Matetialismus?

    • JoJu91
    • 24. Juli 2026 um 07:42

    Was ist der Ursprung aller Phänomene in der Welt der nächtlichen Träume ?

    Manche würden die Bilder, Emotionen u.s.w. der Traumwelt als materiell bezeichnen, denn sie haben Farbe und Form und lösen Reaktionen im Bewusstsein des Träumenden aus ?


    Ich habe IN aber mehr so verstanden, dass er unter "materialistische Position" eine Lebensweise meint, einen Buddhisten, der sich voll und ganz den sinnlich-materiellen Genüssen hingibt.


    (:

  • Manipulation in Buddhas Namen?

    • JoJu91
    • 24. Juli 2026 um 07:31
    Samadhi1876:

    am Ende der Folge 1 geht es um 70000 DM im Jahre 1998 die dem Meister, 60 Jahre Glatze grauer Bart blau graue Augen und 18 jährige Stille Freundin, nach einem Casino Besuch angeblich fehlen und wofür die Mitglieder spenden sollen.

    Schade dass Billy Wilder nicht mehr lebt, das wäre DER Stoff für eine grandiose (Tragi-)Komödie.


    :cry:

  • Meditation der Grundpfeiler der buddhistischen Praxis ?

    • JoJu91
    • 21. Juli 2026 um 07:17
    Kaiman:

    Aber ist man dann nicht auch gleichzeitig ein nichts ? Ich wünschte ich könnte loslassen. Aber ab und zu möchte ich doch etwas darstellen etwas sein. Wie geht es euch damit.

    Ich kann Schauspieler meines Lebens sein, wenn ich um das Geheimnis im Hintergrund weiss.

    Oder um mit Rudolph Mooshammer zu sprechen, jeder spielt sein Lebens-Spiel, für das er allein und voll verantwortlich ist.

    Dann ist es auch in Ordnung, im Rahmen des Spiels in meiner Rolle etwas darstellen zu wollen.

    Dann ändert dukkha seine Qualität.

  • Ole Nydahls Perversion und die KI

    • JoJu91
    • 7. Juli 2026 um 07:38
    KarmaHausmeister:

    Es gibt sehr viele Untersuchungen darüber, welches psychologische Profil Personen haben, die sich Lehrern anvertrauen, deren Handlungen aus ethischer Sicht verwerflich sind,

    Wenn man mir als junger Mann geraten hätte, einen buddhistischen Lehrer zu suchen, hätte ich vermutlich nicht Thich Nhat Hanh gewählt, sondern Chögyam Trungpa.


    Warum ?


    Weil mir der Mann keine Moralpredigten hätte halten können, da er selbst im Glashaus sitzt.


    Will sagen, das psychologische Profil von Personen, die sich Lehrern anvertrauen, deren Handlungen aus ethischer Sicht verwerflich sind, unterscheidet sich oft nicht wesentlich von dem psychologischen Profil des Lehrers. Kleiner Möchtegern-Nachwuchsgangster geht zu Al Capone und nicht zum Dalai Lama oder zur Heilsarmee.


    Eine meiner Frauen behauptete allen Ernstes, Osho wäre ihr im Traum erschienen und hätte ihr ihren Sanyassin-Namen gegeben. Sie war ein grosser Fan von ihm. Einen moralisch "guten" Lehrer hätte sie gar nicht ernst genommen, vor dem Hintergrund ihres eigenen zwielichtigen Lebenwandels.


    Das muss natürlich nicht so sein.

    Aber die Beziehung zwischen "Täter" und "Opfer" ist oft sehr tiefgründig und für Aussenstehende nicht nachvollziehbar.

    Ein Freund hat mehrmals versucht, die emotional ausfallenden Konflikte seiner Frau und seiner Tochter zu schlichten, mit dem Ergebnis, dass die beiden sich verbündet haben und auf ihn, den Schlichter, losgegangen sind.


    Wie gesagt, ich rede in erster Linie von mir selbst, angesichts meiner Vergangengeit.


    "

    Es gibt Menschen, die werden im Dunklen geboren und gehen zum Dunklen.

    Es gibt Menschen, die werden im Dunklen geboren und gehen zum Licht.

    Es gibt Menschen, die werden im Licht geboren und gehen zum Dunklen.

    Es gibt Menschen, die werden im Licht geboren und gehen zum Licht.

    "

  • Mißstände in kambodschanischen Klöstern

    • JoJu91
    • 3. Juli 2026 um 07:49
    void:

    Wenn ein katholisches Kloster ähnliche Anreize ( Unterkunft, Verpflegung und Unterstützung bei der Ausbildung) bieten würde,

    Vielleicht war das der Grund, dass die Leute, die in ein Zen-Kloster wollten, einst so schwere Aufnahmezeremonien ertragen mussten wie drei Tage still und diszipliniert vor dem Klostertor meditieren ?

  • Selbstbestimmt sterben

    • JoJu91
    • 3. Juli 2026 um 07:43
    KarmaHausmeister:
    Anna Panna-Sati:

    Ich halte es überdies für wichtig, sich nicht an dem Gedanken "So - und nicht anders - will ich mal sterben" festzuhalten, denn die Erfahrung zeigt, dass, trotz bester Planung/Absicherung, beim Sterben einiges "schiefgehen" kann...


    "Die tödliche Kugel kommt meist aus der Richtung, aus der Du sie nicht erwartet hast"


    Dieses "Gesetz" formulierte ein Dhamma-Freund, nachdem er sich beim Sturz vom Dienstfahrrad so schwere Verletzungen zugezogen hatte, dass er Monate in der Reha verbrachte, bis er wiederhergestellt war.

    Als Hypochonder hatte er die Jahre zuvor kaum eine Woche, bei er nicht beim Arzt war, um irgendein Symptom abklären zu lassen. An alles hatte er gedacht, nur nicht ans Fahrrad ...


    Als junger Mann war mein Ziel, so perfekt meditieren zu können, dass ich einst so sterben könnte wie der Lama Norbu in "Little Buddha", bei einer mehrtägigen Meditation im Lotus-Sitz.

    Dazu darf man nur vorher nicht erschossen werden wie Gandhi oder von einem Elektroauto überfahren werden, das Du nicht gehört hast und nicht gesehen, weil Du in England (Linksverkehr !) beim Überqueren der Strasse auf die falsche, gewohnte, Seite geschaut hast. Wäre mir um ein Haar so passiert.

  • Ole Nydahls Perversion und die KI

    • JoJu91
    • 3. Juli 2026 um 07:27
    Matthie:

    Jemand der menschenverachtende Gedanken hat, wird diese auch in die Lehre und sein Handeln mischen.

    Von den hier am Forum Mitlesenden ausgenommen, glaube ich ehrlich gesagt nicht, dass es auf der Welt Menschen gibt, die nicht mehrmals die Woche menschenverachtende Gedanken haben, und wenn sich diese Gedanken auch nur auf Politiker oder Aktivisten der anderen Seite beziehen oder auf Menschen im engsten persönlichen Umfeld wie Partner, Kinder, Chefs, Berufskollegen, andere Verkehrsteilnehmer u.s.w.


    Wer hat sich noch nicht als der einsame, meist schwarz gekleidete Revolverheld gesehen, der die Bösewichte dieser Welt umlegt ?


    Was den ernsthaft Praktizierenden von anderen Menschen unterscheidet, ist wahrscheinlich nur, dass er weiß, dass er menschenverachtende Gedanken hat, und sie nicht rechtfertigt.

    Wir sehen unseren Teufelchen und Engelchen beim ihrem Dialog zu, wie Du es formuliert hast :)


    Dieses Wissen bewahrt hoffentlich vor dem Ausagieren, und vor dem Aussprechen, wenn man als Lehrer unterwegs ist ...

  • Ole Nydahls Perversion und die KI

    • JoJu91
    • 1. Juli 2026 um 08:11
    Christopher:

    Ähnlich wie das klassische "Hufeisenmodell", wonach Linksextremismus mit Rechtsextremismus gleichzusetzen ist.

    Ich sehe das mehr wie Helmut Dietl:


    "Ob ich von rechts erschossen werde oder von links, ist mir ziemlich egal ..."


    Rechts- und Linksextreme glauben, wie alle Ideologen und Fanatiker, die Welt retten zu können, indem sie die jeweils andere Hälfte der Menschheit ermordet oder versklavt.


    Nach Deinem zugespitzten Beispiel sagt mir der Linke, ich darf kein Geld verdienen, darf aber meine Ration Brot im stalinistischen Arbeitslager verdienen, und der Rechte sagt, wir erschiessen Dich sofort, weil Du kein Recht auf Leben hast. Ich würde vermutlich (?) Variante II vorziehen, lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.


    Am konsequentensten wäre es natürlich, ein Dharma-Lehrer würde auf jede auch nur andeutungsweise politische Aussage verzichten, und sich wie der Golf-Lehrer auf das zu lehrende Thema beschränken. In der Praxis schafft das keiner. Das hat nicht einmal Thich Nhat Hanh geschafft.


    Vielleicht wäre ab und zu eine Kontemplations-Übung angesagt "entdecke Deinen inneren Adolf, Deinen inneren Josef (Stalin), Deinen inneren Rache-Engel, Deinen inneren Sexisten, Rassisten, ..., Deinen Mr. Hyde ... "


    Von Thich Nhat Hanh gab es da mal einen Text "Nenn mich bei meinem wahren Namen", oder so ähnlich.


    :?:

  • Ole Nydahls Perversion und die KI

    • JoJu91
    • 30. Juni 2026 um 08:16
    Iris:

    Man könnte sagen ein Dharma Lehrer darf nichts zu Politik sagen, er soll nur über den Dharma sprechen. Man kann auch sagen, dass man als Dharma Lehrer auch die Verantwortung hat, sich zu politischen Themen zu äußern, weil das zur sozialen Verantwortung gehört. Ich denke, für beides gibt es Argumente.

    Das hast Du sehr schön auf den Punkt gebracht.


    Mal wieder stark provokant und zugespitzt formuliert:


    Egal, was der Dharma Lehrer sagt, es ist in den Ohren mancher ein Skandal.

    Egal, was der Dharma Lehrer nicht sagt, es ist in den Ohren mancher ein Skandal.


    Die Frage ist, warum tut sich ein einziger Mann noch so etwas an ?


    Und wird nicht lieber Golf-, Segel- oder Tennislehrer ?

    Dann wird ihm wenigstens (wie lange noch ?) verziehen, wenn er sich politisch nicht äussert ?


    :cry:

  • Ole Nydahls Perversion und die KI

    • JoJu91
    • 26. Juni 2026 um 07:30
    Samadhi1876:

    Erinnere mich an eine Passage wo es um Sex geht, und man solle den anderen nicht begehren sondern ihm noch viele Partner wünschen…

    In der Theorie einfach, in der Praxis nur, wenn man den Sex vom Eros trennen kann.

    Wenn man also Sex mit einer Partnerin nur als eine Art gemeinsamer Gymnastik sehen kann, ähnlich wie gemeinsam Tennis spielen. Ich konnte das nie bzw. wollte es nie, denn das war mir zu langweilig, ich wollte immer auch das ganze grosse emotional-schicksalschwere Drama.

    Und dann wird es in der Praxis schwierig, meine erste Frau und ich haben das eine gewisse Zeit ausprobiert, mit viel gegenseitigen Verletzungen.

    Dann kommt es am laufenden Band zu Szenen und Verwicklungen wie in Helmut Dietls Meisterwerk "Rossini". Schaurig schön und abgründig.

    "Die sehnsüchtige und schwärmerische Hingabe des Mannes an den eigenen Untergang".


    :cry:

  • Es gibt nichts Angenehmes oder Unangenehmes, das Du nicht selber bewirkt hast.

    • JoJu91
    • 25. Juni 2026 um 07:40
    Anna Panna-Sati:

    Die in buddhistischen Vorstellungen gründende Ansicht, dass ALLES, was einem widerfährt, selbst zu verantworten sei,

    Wenn ich nach acht Bier mit dem Fahrrad aus der Kneipe nach Hause fahre und dabei aufgrund einer etwas zu schrägen Trambahn-Gleisführung zu Fall komme, wie ist das karmisch verantwortungsmässig zu beurteilen ?


    :cry:

  • Meister Linji: Vertrauen & Glaube

    • JoJu91
    • 25. Juni 2026 um 07:15
    SWAN:

    unheimlich?

    Ich hatte die Angst "Wenn Du das machst, gehst Du in der Lücke zwischen den Gedanken verloren und kehrst nie mehr zurück, oder Du verlierst den Verstand und kannst nie mehr denken ..."


    Verstärkt wurde das wahrscheinlich dadurch, dass ich die Übung allein abends in der dunklen Jahreszeit in meiner Studentenbude gemacht habe ...

  • Meister Linji: Vertrauen & Glaube

    • JoJu91
    • 23. Juni 2026 um 08:16
    SWAN:

    In letzter Zeit sitz ich gern draußen in der Sonne und schau durch die Gegend. Das fühlt sich für mich besser an als die Augen zu schließen. Aber ob das schon Zazen ist... weiß nicht.

    Ich hab auch immer mit offenen Augen meditiert, am liebsten vor der weissen Wand im halben Lotus-Sitz, wobei im nachhinein hätte es der "Schneider-Sitz" auch getan ?


    Begonnen hab ich mit etwa 27, als mir beim Frühstück aufgefallen ist, dass ich formal Zeitung lese, aber den Text nicht mitbekomme weil nebenbei der Radio läuft und ich im Geist Selbstgespräche führe. Da wurde mir klar, jetzt musst Du was tun.


    Habe mir dann halb sechs den Wecker mit einem grauenvollen Weckton gestellt, ins andere Eck des Zimmers getan, war gezwungen aufzustehen um das Ding abzustellen.

    Dann eine halbe bis eine Dreiviertelstunde Stunde im halben Lotus-Sitz Zazen gemacht.

    Anfangs war es nur ein Aushalten der inneren Unruhe, dem Zwang aufzustehen und aufzuhören zu widerstehen. Danach bin ich zur Uni gefahren und war einer der ersten in der Bibliothek, meine Noten haben sich nach zwei Jahren um eine Stufe verbessert, das war schon mal was.

    Parallel Sport (damals Waldläufe) "gegen" die überschüssige Energie.


    Später habe ich am Abend die "Gedankenlücke"-Meditation aus dem tibetischen Buch vom Leben und Sterben gemacht, also die wache Lücke zwischen zwei Gedanken auf einige Sekunden bis einige Minuten zu verlängern. Das war aber sehr unheimlich, und da bin ich dann vorsichtshalber abends öfter in eine Zen-Gruppe gegangen. Dreimal dreissig Minuten vor der weissen Wand, unterbrochen durch Kinhin. Am Samstag manchmal vormittags und nachmittags jeweils dreimal fünfundvierzig Minuten.

    Danach ging es "steil bergauf", ich hatte jedoch auch immer gute Freunde, mit denen ich mit einem Schuss Humor über meinen alltäglichen Wahnsinn reden konnte, Gefährten auf dem Weg sozusagen ...


    Habe dann meine gesamten Dreissiger-Jahre weiter intensiv Zazen praktiziert und mit meiner damaligen Freundin, die Ayya Khema-Fan war, einige Wochen-Retreats bei Ayya Khema gemacht oder auch Samstags-Retreats im Münchner Stadtzentrum.


    Ich bin froh, so jung begonnen zu haben, ab einem gewissen Alter wird alles rein körperlich schwieriger ...


    :zen:

  • Wie viel muss man gelesen haben?

    • JoJu91
    • 20. Juni 2026 um 08:33
    Lernender:

    Es ist aber für mich schwer, das zusammenbringen - die im Buch enthaltenene Weisheit und die handfesten Vorwürfe gegenüber den Autor.

    Das ist für mich wie bei Osho oder Nietzsche.

    Manche Texte sind brilliant und voller tiefgründiger Weisheit, andere Texte das Gegenteil, wahrscheinlich abhängig davon, aus welchem Geisteszustand der Text verfasst wurde.


    Ich habe Sogyal Rinpoche einmal live erlebt, bei einem Vortrag in München Mitte der 1990er-Jahre.

    Er war so ziemlich das Gegenteil von dem, was ich mir unter einem tibetischen Meditationsmeister vorgestellt habe. Er hatte ein hohes Sprechtempo, und subjektiv hatte ich das Gefühl, ich bin hier nicht in einem Dhamma-Vortrag, sondern auf einer Büttenrede im Kölner Karneval. :)


    Beim "Tibetischen Buch vom Leben und Sterben" ist die Frage, wieweit er das wirklich alles selber geschrieben hat, auch bei Sachbüchern werden grosse Teile nicht von dem publikums- und geldwirksamen Autor auf dem Cover geschrieben, sondern von fachkundigeren Assistenten.


    Ich fand das Buch Anfang der 1990er faszinierend und unheimlich zugleich.

    Faszinierend die Beschreibungen von Sem, dem "Affengeist", Rigpa, "der Sicht", der "Natur des Geistes", ein etwas umständlicher und verwirrender Begriff für das "ursprüngliche Bewusstsein" des Zen.

    Aus dem ersten Teil habe ich meine Meditationsmethode "Betrachtung der wachen Lücke zwischen zwei Gedanken" geklaut.


    Guru-Yoga, Visualisationen, das wusste ich, das ist nichts für mich.

    Ich habe die "Gedankenlücke"-Methode in einer Zen-Gruppe und auf zwei Retreats bei Ayya Khema geübt, sie ist ja sehr ähnlich dem Shikantaza im Soto-Zen.


    Wenn das Buch von ihm ist, kann ich über ihn zumindest das gleiche Urteil fällen, das eine ehemalige Nachbarin über ihren geschiedenen Ex-Ehemann gefällt hat: "Er hat in seinem sündhaften Leben eine einzige gute Tat vollbracht, seinem Sohn seine künftige Ehefrau vermittelt ..."


    :om:

  • Selbstbestimmt sterben

    • JoJu91
    • 20. Juni 2026 um 08:09
    KarmaHausmeister:

    Viele Buddhisten lehnen selbstbestimmten Suizd ab. Er erzeuge schlechtes Karma, heißt es zum Beispiel. Aus meiner Sicht ist er aber ein Menschenrecht. Was denkt Ihr dazu?

    Wer über selbstbestimmten Suizid nachdenkt, befindet sich m.E. in einer ähnlichen Situation wie jemand, der vor zweihundert Jahren daran gedacht hat, ins "gelobte Land" nach Amerika auszuwandern, weil er die Situation in der Heimat unerträglich gefunden hat.

    Der letzte Ausweg mittels einer Reise ohne Rückfahrticket.


    Eine hochspekulative Sache.

    Manche haben es nie bereut.


    Anderen ging es wie dem seinerzeit bekannten amerikanischen Schriftsteller oder Journalisten, dessen Name ich vergessen habe. Er hatte in den 1940er-Jahren die Nase voll von Krieg und Chaos, und wanderte aus Frustration aus auf die damals fast unbekannte Insel Guadalcanal.

    Wenige Monate später tobte auf Guadalcanal eine der mörderischsten Schlachten des zweiten Weltkriegs zwischen Japanern und Amerikanern.

  • Meister Linji: Vertrauen & Glaube

    • JoJu91
    • 20. Juni 2026 um 07:58
    SWAN:

    Was meint ihr, meint er hier mit "Selbstvertrauen" und "Glaube"?

    Und wie gewinnt man wohl dieses Selbstvertrauen, diesen Glauben?

    Ein Christ würde diese Art des Selbstvertrauens wohl als Gottvertrauen bezeichnen.

    Sie hat nichts mit Egoismus zu tun.


    Wer permanent aus diesem Vertrauen heraus lebt, lebt im zehnten Ochsenbild des Zen.


    Er lebt "aus der Tiefe des Raumes", so wie Günther Netzer Fußball gespielt hat. :)


    Es scheint Menschen zu geben, die derart gesegnet geboren wurden.


    Der Mangel an dieser Art von Glauben und Selbsvertrauen ist m.E. das grösste Übel der Welt, und hat Neid und Mißgunst zur Folge und damit eine ungeheure Verschwendung kreativer Kraft, die stattdessen in Zerstörung und Rache gelenkt wird.


    Wie Nietzsche sagt "Nicht Eure Sündhaftigkeit, Eure Genügsamkeit schreit zum Himmel".


    :cry:

  • MN 19: Dvedhāvitakkasutta / Zwei Arten von Gedanken

    • JoJu91
    • 13. Juni 2026 um 09:09
    Anna Panna-Sati:

    Deine Meditation führt demnach zunächst zur "Geistesruhe" (Samatha) und anschließend zur Erkenntnis, dass es sich bei den "Dämonen" um -selbstgeschaffenen- "Spuk" handelt?

    Ja, Samadhi1876 hat es oben in #37 mit dem Shinjinmei-Zitat auf den Punkt gebracht:


    It is my own mind that creates illusions

    Is this not the greatest of all self-contradictions?


    Ohne starke Geistesruhe wären die Dämonen unerträglich, natürlich könnte ich aufstehen und mich ablenken, etwa durch einen Waldlauf, und sie auf diese Weise verjagen. Andere greifen dann auch zur Pulle oder Pille. Ich nutze sie lieber als "Steck' deinen Kopf in den Rachen des Tigers"-Meditation, um Dich zu zitieren.


    'Konntest du - mit der Zeit - ein verringertes oder/und weniger furchteinflößendes Auftreten bemerken?'


    Es gibt Zeiten, da sind sie weg, dann Zeiten, da kommen sie wieder.

    Sie sind sehr intensiv, durch die Distanz des Gewahrseins wirken sie aber nicht wirklich real, eher wenn man sich einen Horrorfilm ansieht und weiss, das ist ein Horrorfilm ...


    'Erwachte bestimmen, was sie denken, Unheilsames erscheint (dann eben) nicht mehr im Geist.'


    Sind die Dämonen unheilsam ?

    Warum werden sie von meinem eigenen Geist (oben Shinjinmei) erschaffen ?


    Zu Beginn meiner Fünfziger-Jahre nahmen die Dämonen die Form von äusserst leidenschaftlichen Liebesdramen an, mit extremen Achterbahnfahrten, vor allem mit meiner ersten Frau, die damals nach einer Pause wieder in meinem Leben erschien. Sie wollte immer, dass wir "Sartre und Simone de Beauvoire" spielen, also uns mit unserem erotischen Wahnsinn bewusst im Dialog auseinandersetzen. Das war echt grenzwertig und ohne jahrzehntelang Zen-Übung hätte ich das entweder sofort abgebrochen oder wäre beim Psychiater gelandet.

    Ich erkannte damals, dass mein unbewusster Geist sich die Dramen in gewisser Weise selbst erschafft, vor allem aus Faszination am Drama und als Mittel gegen die aufkommende Langeweile des mittelalten Lebens ...

  • MN 19: Dvedhāvitakkasutta / Zwei Arten von Gedanken

    • JoJu91
    • 13. Juni 2026 um 08:50
    pano:

    Unbedingt wäre nicht leer. Dann hätte es eine Essenz (Svabhāva).

    Die weltliche Analogie zur Leerheit des ursprünglichen Bewusstseins ist der leere Raum ohne Wände, der weder Form, Farbe, Mittelpunkt oder Grenzen hat. Die Analogie lässt sich in der Meditation als bewusstes Gewahrsein erkennen und erleben, aber nicht von "mir", denn das Gewahrsein ist nicht individuell.

    Bewusster leerer Raum, der weiss, dass er leer ist, dabei klar und kreativ, wieder eine Analogie.

    Er kann bewegungslos in sich ruhen oder beliebige Formen erschaffen.

    Das Erschaffen der Formen lässt sich in der Meditationsübung erkennen, in der wachen längeren Lücke zwischen zwei Gedanken, zwischen zwei geistigen Bewegungen. Die letzte, gerade vergangene Form ist verschwunden in stiller Bewegungslosigkeit, die nächste Form noch nicht erschienen.

    Ausserhalb der Abgeschiedenheit eines Zen-Sesshins oder eines Meditations-Retreats ist das natürlich kaum durchführbar, weil die Anforderungen des Alltags einen zu sehr ablenken.

  • MN 19: Dvedhāvitakkasutta / Zwei Arten von Gedanken

    • JoJu91
    • 12. Juni 2026 um 07:39
    Qualia:

    Doch Buddha lehrt, dass das sich etwas Bewusst-sein durch vedana bedingt ist,

    Mir etwas bewusst sein ist vedana bedingt.


    Ursprüngliches Bewusstsein ist nicht bedingt und nicht mein.


    Vedana-bedingtes Bewusstsein kann nicht heilen, zum Leben in der Welt ist es aber wohl unabdingbar ?


    :?:

  • MN 19: Dvedhāvitakkasutta / Zwei Arten von Gedanken

    • JoJu91
    • 12. Juni 2026 um 07:24
    Qualia:

    Mia-1 kann sich noch so viel ausdenken, der erste Drink, die erste Münze in den Automaten, die erste Zigarette machen alles zunichte. Der Verstand muss erkennen das er es ist, der Mara umprogrammieren muss, und nicht behaupten das ich eben so bin, wie ich bin.

    Das ist ein grosses geheimnisvolles Rätsel.


    Wenn Mia-1 behauptet "Ich bin den Weg Buddhas gegangen und habe meinen Verstand umprogrammiert, ich bin frei ..." und wirft zum Beweis die erste Münze in den Spielautomaten, gönnt sich dabei den ersten Drink mit der ersten Zigarette ...

    Und Mia-1 löst sich auf und Mia-2 erwacht aus ihrem Tiefschlaf sagt :

    "Mia-1, Du spiessige kleine Betschwester mit Deinen spiessigen kleinen Meditations-Nonnen, ich zeig Dir jetzt mal, was Leben heisst, Leben heisst Rausch, Exzess bis zum Untergang ..."


    Ich habe das bei einer meiner Frauen und bei vielen anderen Menschen live erlebt, sie hat das nicht wörtlich so gesagt, aber sinngemäß - der Weg vom "Buddha" zum gefallenen Engel ...


    Wenn die Folgen nicht so katastrophal wären, wäre es fast komisch ...


    :cry:

  • MN 19: Dvedhāvitakkasutta / Zwei Arten von Gedanken

    • JoJu91
    • 11. Juni 2026 um 08:17
    Qualia:

    Es benötigt viel Achtsamkeit und Aufmerksamkeit und eine Prüfung auf Realität, um Mara bewusst für gute Gewohnheiten zu begeistern.

    Ich denke ich habe verstanden, was Du meinst.


    Das erfordert aber auch ein sehr hohes Maß an Disziplin und psychischer Stabilität.

    Einen Mann vom Format eines Pater Lasalle, von dem sein Zen-Meister (ich glaube es war Yamada Koun) sinngemäß sagte: "Ich war sein Meister in der Meditiation, er aber war mein Meister im Leben".

    Sein Zen-Meister hatte zwar "Satori erreicht", war im alltäglichen Leben aber eher unbeholfen.

    Lasalle war ein Fels in der Brandung, aber eben (noch) nicht "erleuchtet".


    Ich hatte dieses Maß an Disziplin und psychischer Stabilität in meiner Jugend nie, habe sie mir in jahrelanger intensiver Zazen-Praxis in gewissen Maße antrainiert.

    Gerettet hat mich nur die Meditationspraxis, Shikantaza (Sitzen ohne Methode, Denken ohne zu Denken), das fiel mir seltsamerweise trotz meiner damaligen Labilität relativ leicht.

    Vielleicht weil ich alle weltlichen Rettungsversuche aufgegeben hatte keinerlei Widerstand mehr geleistet habe.


    :?:

  • MN 19: Dvedhāvitakkasutta / Zwei Arten von Gedanken

    • JoJu91
    • 11. Juni 2026 um 08:07
    Anna Panna-Sati:

    Glaubst du nicht, dass ein und derselbe Geist, je nachdem, welche Bedingungen gerade vorliegen, verwirrt oder klar, zerstreut oder gesammelt, gebunden oder freier sein kann (und alles dazwischen)?

    Ja, bezogen auf den Alltagsgeist ist das sicher der Fall.


    Und in der "klassischen" Satipatthana-Übung kann ich das "mit viel Achtsamkeit und Aufmerksamkeit", um Qualia aus Beitrag #26 zu zitieren, erkennen, was zweifelsohne eine sehr wichtiger und nicht leicht durchzuführender Schritt ist.

    Der schon einigermaßen geläuterte Verstand erkennt seine eigenen, oft destruktiven, Muster.

    Das erfolgt noch in Textform, der Verstand formuliert mit Hilfe der Sprache das, was er selbst erkannt hat.


    Bezogen auf mein Dämonen-Beispiel ist das aber mit Wattebäuschchen auf den Tiger werfen.

    Aus tiefer Verzweiflung, aus existenzieller Not, kann ich mich nicht durch gutes Zureden befreien, wie es eine Mutter bei einem Kind versucht.

    Hier hilft bei mir nur eine Meditation, bei der auch der Verstand schweigt und einem "höheren Bewusstsein" Platz macht, das in gewisser Weise die Führung übernehmen darf.

    Dieses Bewusstsein ist reine Gegenwärtigkeit, es beobachtet und trägt JoJu91 ohne zu denken und in Textform zu sprechen, es ist hochintelligent und erkennt die Dämonen von JoJu91 als selbst geschaffene Illusionen, einen selbst geschaffenen Alptraum.

    In diesem Bewusstsein zu verweilen ist Heilung, wenn auch nur vorübergehend, denn die Dämonen }:-) geben sich nicht so leicht geschlagen.

  • MN 19: Dvedhāvitakkasutta / Zwei Arten von Gedanken

    • JoJu91
    • 10. Juni 2026 um 08:32
    Matthie:

    Interessant ist es doch eher zu beobachten wo die Gedanken Ihren Ursprung haben.

    Die berühmte "Katze-vor-dem-Mauseloch"-Meditation.


    Ich sitze völlig entspannt und hellwach wie ein Katze vor dem Mauseloch und warte auf den nächsten Gedanken (oder die nächste Emotion, das nächste innere Bild).

    Wo bleibt er ?

    Woher ist er gekommen ?

    Aus welcher Ecke des Raumes ?

    Wohin ist er verschwunden ?

    Wo sind sie die Gedanken in der Lücke zwischen zwei Gedanken ?


    Interessant ist bei mir, dass sie sich umso länger verstecken, je entspannter und wacher mein "Katzengeist" ist, um wieder mal ein Bild zu verwenden. Und dass der Katzengeist sie überhaupt nicht vermisst, weil sie nur die Leichtigkeit seines Seins stören.


    :mediw::medim:

  • MN 19: Dvedhāvitakkasutta / Zwei Arten von Gedanken

    • JoJu91
    • 10. Juni 2026 um 08:19
    Anna Panna-Sati:

    Warum, lieber JoJu91 , probierst du nicht Buddhas Rat im vorgestellten Sutta aus und klassifizierst deine Gedanken, statt deinen Geist aufzuspalten?

    Das Klassifizieren der Gedanken setzt ja schon ein ersten Abstand zu den Gedanken voraus.

    Der Abstand ist das, was ich mit dem Bild von "zwei Geistern" beschrieben habe.

    Je grösser der Abstand, desto verschiedener die "Geister", es ist nur ein Bild.


    Für regelmäßig Übende ist das selbstverständlich, aber ich erinnere mich an das Leid meiner Jugend, das hauptsächlich dadurch verursacht war, dass ich nicht den geringsten Abstand zu meinen Gedanken und Emotionen hatte. Meine Gedanken, Theorien, Ansichten waren absolute Wahrheit, meine damit verbundenen Emotionen absolut gerechtfertigt. Die Haltung eines Ideologen, eines Fanatikers.


    "Hier bin ich im "niedrigen" Geist." /


    Ich empfinde das für mich nicht als Abwertung, sondern sehe meinen "niedrigen Alltagsgeist" eher als tragikomische Figur in einer göttlichen Tragikomödie, also mit Humor, so wie Jesus auf Don Camillo blickt, um ein anderes Bild zu verwenden.


    "Dort ist mein wahres, höheres Bewusstsein."


    Das ist in der Tat Hybris in höchster Form.

    Das wahre, höhere Bewusstsein ist nicht "mein".

    Je klarer der Geist, desto weniger "mein", "mein" löst sich auf wie ein Spuk, platzt wie eine Seifenblase.


    Die Dämonenstunden sind vielleicht nur dazu da, den widerspenstigen JoJu91 zur Meditation zu "zwingen". Meditation im Liegen führt normalerweise zum baldigen Einschlafen, aber nicht, solange die Dämonen sich so hartnäckig und furchterregend zeigen, bis sie sich im klarer werdenden Geist als selbst geschaffener Spuk auflösen.


    Vielleicht meint Qualia das mit Mara, dem Versucher, der geschickte Mittel anwendet ?

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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