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  1. Buddhaland Forum
  2. JoJu91

Posts by JoJu91

  • Bedeutung

    • JoJu91
    • September 14, 2026 at 7:56 AM

    In einer Analogie ist das ursprüngliche Bewusstsein wie der leere Raum ohne Wände.


    Weil es leer ist, kann es alles enthalten, unendliche Formen, unendliche Fülle.


    Sobald es das erste Ding enthält, den ersten Inhalt, ist nicht mehr leer, nicht mehr ursprünglich, sondern bedingt und in seiner Schöpferkraft beschränkt, es ist skhanda-Bewusstsein.

  • Biocomputing: Wenn menschliche Neuronen anfangen, Doom zu spielen

    • JoJu91
    • September 10, 2026 at 8:07 AM
    Quote from Hue32

    Intelligenz ist zunächst einmal die Fähigkeit, Informationen zu verarbeiten, Zusammenhänge herzustellen und Neues zu kombinieren. Die viel schwierigere Frage lautet: Was geschieht, wenn zu dieser Intelligenz ein biologischer Träger hinzukommt?

    Das ist die Intelligenz des menschlichen Alltagsbewusstseins, die Intelligenz des (s)khanda-Bewusstseins, die prinzipiell auch auf einen nicht-biologischen Träger kopiert werden kann und dort ihr Spiel spielen kann.


    Das menschliche Alltagsbewusstsein kann, klassischerweise in der Meditation, "transzendiert" werden, dann erscheint das "ursprüngliche" oder (in Zen-Terminologie) "Hishiryo-"-Bewusstsein, das nicht mehr "Ich" ist, sondern die schöpferische Quelle aller Erscheinungen, die Quelle auch des auf Datenträger übertragbaren (s)khanda-Bewusstseins.

    Aus dem Nichts unzählige Welten zu erschaffen, ist eines ihrer Merkmale.


    Deshalb ist m.E. eine intensive Mediationspraxis so wichtig, zumindest für einen gewissen Zeitraum.

  • Working Class Dharma

    • JoJu91
    • September 10, 2026 at 7:52 AM
    Quote from Hue32

    Aber das ist etwas völlig anderes als ein sozialer Brennpunkt wie das Frankfurter Bahnhofsviertel.

    Das Frankfurter Bahnhofsviertel ist ein gutes Beispiel.


    Dort sitzt vielleicht nur wenige hundert Meter entfernt im gläsernen Hochhaus ein Banker, dessen fünfzigtausend netto im Monat für Alkohol, leichte Mädels und Crack draufgehen, dessen massive seelisch-psychische Krisensituation aber nicht sichtbar ist, weil er einen Brioni-Anzug trägt und Schuhe von Lloyds.

    Wenn er Job und Familie verloren hat, landet er vielleicht bald in einem Steh-Ausschank im Bahnhofsviertel. Hier hat er den "Vorteil", endlich eine gewisse Narrenfreiheit zu "geniessen", er fällt nicht mehr unangenehm auf, wenn er frühmorgens in abgerissenen Klamotten das erste Bier und den ersten Schnaps trinkt.


    Was Meditation und Seshins betrifft, ich habe nicht freiwillig aus Langeweile damit begonnen, sondern weil ich in einer massiven Krisensituation war, die handfesten und gröberen Therapieschritte aber schon hinter mir hatte ...

  • Working Class Dharma

    • JoJu91
    • September 9, 2026 at 10:36 AM
    Quote from Hue32

    Dann ist ein Zen-Sesshin also ein Brennpunkt, weil nach sechs Stunden Sitzen der Rücken zwickt und der eigene Geist einen nicht mehr in Ruhe lässt.

    Nein, weil dort viele Leute sitzen, die genau so viel Leid in sich haben, wie viele Leute in sozialen Brennpunkten, nur bei den Leuten im Zen-Sesshin ist es äußerlich nicht so sichtbar.


    Wer tut sich ohne viel dukkha ein Zen-Sesshin an, von einigen Philosophen und Iron Man Yogis abgesehen ?


    :cry:

  • Majjhima Nikāya 102, Pañcattayasuttaṃ

    • JoJu91
    • September 5, 2026 at 8:49 AM
    Quote from Upasaka Dhammavicayo

    Der Spruch ist klasse, um den Kopf freizubekommen, wenn man sich verrennt.

    Richtig, so hat der weise Herr das wohl gemeint.:)

  • Majjhima Nikāya 102, Pañcattayasuttaṃ

    • JoJu91
    • September 5, 2026 at 8:11 AM
    Quote from Upasaka Dhammavicayo

    In diesem Sutta geht es um die ganzen wilden Spekulationen, die sich die Leute über die Vergangenheit und die Zukunft zusammenreimen.

    Das erinnert mich an eine (Scherz-?)Frage, die mir ein weiser Mentor meiner jüngeren Jahre öfter stellte, wenn ich Horror-Szenarien für die Zukunft entwickelte.


    "Was sind die zwei unwichtigsten Tage im Leben ?"


    "Gestern und morgen"

  • Working Class Dharma

    • JoJu91
    • September 2, 2026 at 8:42 AM
    Quote from lotusbomber

    Die eigentliche Frage: Kennt jemand Projekte – Gegenwart, Vergangenheit - bei denen in "Brennpunkten" meditiert wird.

    Jedes ernsthafte Zen-Sesshin, jedes ernsthafte Meditations-Retreat, egal ob einen Abend oder zwei Wochen, ist ein Brennpunkt, an dem ich meditieren kann.

    Der Brennpunkt ist vielleicht nicht so offensichtlich erkennbar.


    "

    Sie haben hier einen Abenteuer-Urlaub gebucht.

    Einen Abenteuer-Urlaub der Seele (!).

    Sie hätten für Ihr Geld auch einen Trip durch die Wüste Gobi buchen können.

    Aber hier geht es genau so hart zu.

    ...

    "


    (Der Pater des Klosters Maria Stein in "Monace Franze - Mehr seelisch, verstehns ?")

  • Aṅguttara Nikāya 9:13, Mahā-Kotthita Sutta

    • JoJu91
    • September 2, 2026 at 8:14 AM
    Quote from Anna-Lyse Dhamma

    Eigentlich sollte das Sehen der Vergänglichkeit kein Problem darstellen - überall und andauernd steht sie ja vor Augen, ist auch immer wieder unmittelbar zu erfahren.

    Das Sehen der Vergänglichkeit war das Hauptproblem meiner Jugend, so ab etwa sechzehn.


    "

    Warum lernen, eine Ausbildung machen, eine Familie gründen, ein Haus bauen, warum sich all den Stress machen, wenn man dann doch wieder alles verliert ?

    Warum machen die Menschen das ?

    Erkennen sie nicht, dass das Leben ist ein Betrug ist, ein Schwindel, dass da was stimmt was nicht stimmt ?

    "


    :cry:

  • Aṅguttara Nikāya 9:13, Mahā-Kotthita Sutta

    • JoJu91
    • September 2, 2026 at 8:09 AM
    Quote from Anna-Lyse Dhamma

    Oder benötigen selbst Arahants immer wieder eine Erinnerung und "Auffrischung" des Dhammas?

    Ich würde sagen, ja.


    Arahants haben Farbe und Form, manche sind heute glücklich, manche sind heute traurig.


    Müssten sie keine Fragen mehr stellen, weil sie alle Antworten kennen, wären sie perfekt.

    Wären sie perfekt, dürften sie sich nie mehr bewegen, dürften nie mehr fühlen, denken und handeln, denn jedes Denken, Fühlen, Handeln würde sie aus dem Zustand der Perfektion zurück in die Unvollkommenheit katapultieren.


    :cry:

  • Gibt es inzwischen nonduale Zenklöster?

    • JoJu91
    • September 2, 2026 at 7:51 AM
    Quote from verrückter-narr

    Über die Existenz der Phänomene gibt es unterschiedliche Ansichten und die Gelehrten und Yogins streiten sich darüber seit Jahrtausenden von Jahren und nicht nur im Buddhismus, sondern auch in den anderen Religionen und Philosophien. Die unterschiedlichen philosophischen Richtungen im Buddhismus sind sich auch nicht einig darüber und es hängt wohl auch von dem jeweiligen subjektiven Bewusstsein oder Geist ab.

    Der Satz


    " ... es hängt wohl auch von dem jeweiligen subjektiven Bewusstsein oder Geist ab"


    trifft es nach meiner Erfahrung sehr gut.


    Im Alltagsbewusstsein scheinen die Phänomene eine gewisse geordnete, formal darstellbare Struktur zu haben und im Ablauf gewissen berechenbaren "Gesetzen" zu folgen, ein subjektiver Grund, warum Mathematik und Naturwissenschaften weltanschaulich als "Notwehr gegen die Wahrheit" (Nietzsche) eine gewisse Faszination ausüben.


    Im meinem nächtlichen Traumbewusstsein sind die Phänomene meist chaotisch und völlig unberechenbar, Wissenschaft wäre hier unmöglich.


    In Samadhi, dem klarsten und einfachsten Bewusstseinszustand, oder auch nur den "den höheren Jhanas" wiederum erscheinen viele Phänomene des Alltagsbewusstseins traumgleich und irreal.


    Traumgleich und irreal aber nicht im Sinne der Erfahrungen des Rausch-Bewusstseins, das durch Drogen erzeugt wird, für die wir individuell empfänglich sind, aber das ist Thema eines anderen Threads.

  • Gibt es inzwischen nonduale Zenklöster?

    • JoJu91
    • August 29, 2026 at 8:27 AM
    Quote from Leonie

    Im übrigen war Huineng kein Koch, sondern ist zum Reiswaschen in die Küche geschickt worden. Dabei ist das eine sehr interessante Übung, denn es gilt da sein Unterscheidungsvermögen und seine Sorgfalt zu schulen.

    Daran sieht man, in welcher Liga Huineng gespielt hat, wenn es ihn denn so wie beschrieben wirklich gegegeben hat.


    Kommt als Erleuchteter an die Klosterpforte, wird von einem Rüpel (Meister Konin) mit rassistischen Sprüchen empfangen, lebt im Kloster als Küchenhilfe zum damaligen Mindestlohn an unterster Hierarchiestufe zusammen mit Männern, denen er haushoch überlegen ist, die sich aber Mönche nennen, obwohl sie teilweise von sehr zwielichtigem Charakter sind, vor denen er am Ende noch fliehen muss. Hat aber genug Selbstbewusstsein, das Spiegel-Gleichnis des designierten Nachfolgers Konins zu zerlegen, was ihn seinen Job kostet und zurück auf die Straße führt.

  • Bodybuilding und Gesundheit

    • JoJu91
    • August 28, 2026 at 8:44 AM
    Quote from Sodann

    Ist es denn ein buddhistisches Prinzip, dass man möglichst lange leben sollte und alles dafür tun?

    Je länger man lebt, desto länger kann man den Dharma praktizieren.

    Andererseits, je kürzer ich lebe, desto schneller bin ich im Reinen Land des Buddha Amitabha und kann da in einer Wellness-Umgebung mit vielen interessanten Edlen Freund*innen weiter praktizieren.


    Wenn das mit dem Reinen Land stimmt und mein Karma dafür ausreicht, an Letzterem zweifle ich mehr als an Ersterem.


    :cry:

  • Gibt es inzwischen nonduale Zenklöster?

    • JoJu91
    • August 27, 2026 at 8:48 AM
    Quote from wichtelwiese

    In dieser Hinsicht gibt es ja auch das Gerücht, dass in buddhistischen Klöstern nur unerwachte Menschen zu finden sind und dort die Suche sich in dieser Verrücktheit im Kreis dreht.

    Es gibt dort - wie überall - wohl auch einige erwachte Menschen mit einem chaotischen, verwirrten und ungeschulten Geist.


    Das ist kein Widerspruch, Kensho oder Satori macht einen Menschen nicht automatisch zum "Meister im Leben" oder zum Lebenskünstler.


    Hui Neng etwa ging nach (!) seinem Erleuchtungserlebnis ins Kloster und wurde dort von Meister Konin mit den Worten empfangen "Ein Barbar aus dem Süden kann kein Buddha werden".

  • Itivuttaka 46 – Die Schulung (Sikkhā)

    • JoJu91
    • August 27, 2026 at 8:03 AM
    Quote from biophil

    Beachte, dass du irgendwann in diese Normalität zurückkehren musst, die du als wahnsinnig bezeichnest.

    Was mich anbetrifft, ich lebe fast ständig in dieser als Wahnsinn bezeichneten Normalität, von kurzen täglichen "Meditations-Auszeiten" abgesehen, die ich mir als Psychohygiene zwangsverordnet habe, um nicht zu Alkohol, Drogen oder Psychopharmaka greifen zu müssen oder beim Therapeuten zu landen.


    Die Hohe Kunst ist es m.E, in diesem ganz normalen Wahnsinn zurechtzukommen, vielleicht sogar mit ein, zwei Stunden heiterer Lebensfreude pro Tag.

    Illusionen und Wünsche sind nicht notwendigerweise negativ, sondern können Antriebskräfte des Lebens werden, erst das Anhaften macht sie zum Problem.

    Ist natürlich leichter gesagt als getan, optimales Illusions-Management ...


    :cry:

  • Itivuttaka 46 – Die Schulung (Sikkhā)

    • JoJu91
    • August 25, 2026 at 8:01 AM
    Quote from biophil

    Höheres Bewusstsein? Das wird ja immer doller.

    Samadhi, einer der acht "Bestandteile" des achtfachen Pfades.


    Höher im Sinne von einfacher und klarer.

    Das höchste Samadhi ist der einfachste und klarste Bewusstseinszustand.


    Das "normale" Alltagsbewusstsein ist in hohem Maße wahnsinnig, was nicht auffällt, weil alle davon befallen sind, die hier am Forum Anwesenden natürlich ausgenommen.


    :cry:

  • Itivuttaka 46 – Die Schulung (Sikkhā)

    • JoJu91
    • August 21, 2026 at 9:10 AM
    Quote from Upasaka Dhammavicayo

    Es ist das Begehren selbst, das sich fortsetzt, solange es nicht vollständig aufgelöst ist.

    Das Hochinteressante am Begehren ist, dass es in Wirklichkeit nicht das begehrte Objekt will, sondern sich selbst, deshalb wählt es oft unerreichbare Objekte, weil es weiss, dass das bekommen des begehrten Objekts zum "Fata Morgana-Effekt" führt.


    "Das größte Glück des Menschen sind seine unerfüllten (!) Träume ..."


    Inwieweit ist das Begehren in Momenten, in denen es auf diese Weise erkannt wird, noch dukkha, und nicht nur ein faszinierendes Schauspiel ?


    :?

  • Itivuttaka 46 – Die Schulung (Sikkhā)

    • JoJu91
    • August 21, 2026 at 9:01 AM
    Quote from biophil

    Wer ist "man"? Wo ist der Träger, wenn kein Selbst da ist?

    Den "Träger", den Baumeister, zu erkennen, ist schon die halbe Miete.


    "
    Ich habe Dich erkannt,

    Baumeister dieses Hauses ...

    "


    Deshalb ist m.E. Meditation so wichtig, denn mit Verstand oder logischem Denken ist das Erkennen nicht möglich, ausser Verstand und logisches Denken führen an einen Punkt, an dem sie in einem Zustand hoher Wachsamkeit aufgeben und das Denken einem höheren Bewusstsein überlassen, das dann aber nicht mehr "Ich" ist ...


    Spannend wie ein Krimi


    :mediw::medim:

  • Raffiniertes Ego

    • JoJu91
    • August 21, 2026 at 8:45 AM
    Quote from ambi

    mich würde interessieren wie ihr mit eurem Ego umgeht

    Das Ego wird zum Problem in dem Maße, in dem es zum Herrscher wird anstatt Diener zu sein.


    Ich bin der Schauspieler, der in diesem Leben seine Rolle spielt.

    Der Regisseur läßt mir beim Spiel meiner Rolle gewisse Freiräume, solange ich meine Rolle gut spiele.


    Die hohe Kunst ist es, meine Rolle in diesem Leben (wieder) zu erkennen, wenn der Kontakt zum Regisseur wieder mal verloren gegangen ist.


    Eine spannende Frage ist:

    Inwieweit hatte ich bei der Festlegung meiner Rolle für dieses Leben ein Mitsprache-Recht ?

    Hat mich der Regisseur vor meiner Rolle gewarnt, und ich wollte sie trotzdem spielen ?

    Welche Rolle möchte ich "im nächsten Leben" spielen ... ?


    :taenzerin::taenzer::cry:

  • Der Umgang mit Ärger

    • JoJu91
    • August 18, 2026 at 1:36 PM
    Quote from biophil

    Alles, was entsteht, vergeht.

    Abgesehen vom allerersten und allerletzten Pantoffeltierchen entstehen und vergehen Pantoffeltierchen nie ? Wenn sich Pantoffeltierchen P1 in zwei Pantoffeltierchen P1a und P1b teilt, stirbt dann P1 und werden P1a und P1b geboren oder macht diese Aussage keinen Sinn ?

  • Erlöschen erlöst

    • JoJu91
    • August 18, 2026 at 8:47 AM

    In Samadhi "erlöschen" Leib, Wahrnehmung, Empfinden, Gefühle, Geistesregungen, alle "skhandas" und damit auch das aus den skhandas von dem unbekannten Baumeister zusammengebaute illusionäre Bewusstsein, das sich mit "Ich" bezeichnet.


    "Körper und Geist sind abgefallen"


    Samadhi ist jenseits dieses Ich-Bewusstseins, kein totes Nichts, ein "Glück" (Sariputta) mit den Qualitäten Sat-Chit-Ananda

  • Erfahrungsaustausch Erwachte?

    • JoJu91
    • August 18, 2026 at 7:50 AM
    Quote from Christopher

    PS Schön, von Dir wieder zu hören. Ich habe mir schon gedacht, dass gerade dieser Thread Deine Stimme braucht :)

    Ich schließe mich an, schön wieder von Leonie zu hören :)

  • Schmerzen (Probleme) um anderer Willen auf sich nehmen als Weg, das Leiden zu überwinden.

    • JoJu91
    • August 15, 2026 at 9:06 AM
    Quote from Thorsten Hallscheidt

    dass nach buddhistischer Lehre das Leiden nicht einfach dadurch überwunden wird, dass man die Schmerzen einfach hinter sich lässt, sondern dadurch, dass man sie um anderer willen auf sich nimmt."

    Um den Zen-Weg überhaupt zu beginnen, sind für die meisten Menschen das Erleben einer gewaltigen Menge an Schmerzen, Leid, Frustration notwendig, mit der Erkenntnis, dass alle bisherigen "weltlichen" Versuche gescheitert sind.


    Der Zen-Weg, im nächsten Schritt, ernsthaft und konsequent praktiziert, ist automatisch mit jeder Menge physischen, emotionalen, mentalem Schmerz verbunden, das ist der Preis der Läuterung.


    Die Läuterung, also die tiefgreifende Veränderung des eigenen Charakters, hat automatisch Auswirkungen auf die Umwelt und damit "die anderen".

    Ich beginne bei mir und es ändert sich "die Welt".


    Wenn die Vorstellung oder der Vorsatz "ich praktiziere für die anderen" hilft und motiviert, ist das völlig o.k., die geschickte Wahl der eigenen "Incentives" ist durchaus wichtig.

  • Erfahrungsaustausch Erwachte?

    • JoJu91
    • August 15, 2026 at 8:39 AM
    Quote from Thorsten Hallscheidt

    Wie schließe ich mein widersprüchliches, verworrenes Leben an die Quelle an?

    Das erstmalige bewusst erkannte "Erleben" oder "Erfahren" der Quelle ist das Erwachen.

    Das Anschließen meines Lebens an die Quelle ist die große lebenslange Aufgabe.


    Praktisch erfolgt das z.B. durch regelmäßiges Zazen.


    Korrekt praktiziert, lösen sich im Zazen die Widersprüche und Verwirrungen in meinem Geist wie ein Spuk in einem "höheren" Bewusstsein auf, das nicht mehr "Ich" ist.
    Manchmal erscheinen dabei Antworten auf Fragen, deren Beantwortung im Moment für mich existenziell not-wendig sind.


    Der Normalfall, also Denken, Fühlen und Handeln ohne das Wissen um die Gegenwart der Quelle, führt vielleicht eines Tages zu der Erkenntnis, die König Salomon in seiner Midlife Crisis hatte:


    "Alles, was ich tat, war eitel und vergänglich.
    Ein Haschen nach dem Wind."


    Das Nicht-Wissen um die Gegenwart der Quelle, oder noch "schlimmer" das Nicht-Wissen-WOLLEN um die Gegenwart der Quelle, ist die "Ur-Sünde" der Menschen, christlich formuliert.

  • Körper,Geist und Seele

    • JoJu91
    • August 12, 2026 at 7:22 AM
    Quote from mukti

    Was ist dasjenige, von dem es erkannt werden kann?

    "Das, was alles erkennt, und von keinem erkannt wird (ist das Ich)" stammt von Schopenhauer der es vielleicht aus anderer Quelle übernommen hat, und der es aus philosophischer Sicht in seinem Werk "Die Welt als Wille und Vorstellung" ausführlich erläutert, allerdings sehr viel Text.


    Aus Meditations-Sicht gibt es das Gleichnis vom leeren Raum ohne Wände.


    Weil der der Raum leer ist, kann sein Inhalt frei gestaltet werden, kann er alles enthalten.

    Sobald er auch nur ein Ding enthält, ist er nicht mehr frei in seinen Gestaltungsmöglichkeiten.


    In der Meditation machen wir den Raum unseres Bewusstseins leer.

    Im einfachsten Zustand hat es keine Inhalte mehr und ist frei von allen Beschränkungen.


    Das höchste Bewusstsein ist leer, aber nicht tot.

    Es ist schöpferisch und weil es leer ist, kann es alles erschaffen.

    Es kann erfahren werden, aber nicht von mir, denn ich bin nur einer seiner unendlich vielen möglichen Inhalte.

  • Körper,Geist und Seele

    • JoJu91
    • August 7, 2026 at 7:47 AM
    Quote from Matthie

    Wenn es im Buddhismus keine Seele oder auch ewige Seele gibt, was wird dann wiedergeboren?

    Das lässt sich in tiefer Mediation konkret erfahren.


    Der letzte Gedanke ist nach der Wecker-Uhr-Zeit vor drei Minuten verschwunden.

    Hellwaches, klares, entspanntes Bewusstsein ohne Inhalt.

    Die erste winzige geistige Bewegung führt zur (Wieder-)Geburt des nächsten Gedanken.

    Wer ist der Schöpfer dieses Gedanken, und warum erscheint bei Tanja ausgerechnet dieser Gedanke und bei Wanja ein ganz anderer ?

Ausgabe №. 137: „Sorgen entsorgen?"

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