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  1. Buddhaland Forum
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Beiträge von JoJu91

  • Der Umgang mit Ärger

    • JoJu91
    • 18. August 2026 um 13:36
    biophil:

    Alles, was entsteht, vergeht.

    Abgesehen vom allerersten und allerletzten Pantoffeltierchen entstehen und vergehen Pantoffeltierchen nie ? Wenn sich Pantoffeltierchen P1 in zwei Pantoffeltierchen P1a und P1b teilt, stirbt dann P1 und werden P1a und P1b geboren oder macht diese Aussage keinen Sinn ?

  • Erlöschen erlöst

    • JoJu91
    • 18. August 2026 um 08:47

    In Samadhi "erlöschen" Leib, Wahrnehmung, Empfinden, Gefühle, Geistesregungen, alle "skhandas" und damit auch das aus den skhandas von dem unbekannten Baumeister zusammengebaute illusionäre Bewusstsein, das sich mit "Ich" bezeichnet.


    "Körper und Geist sind abgefallen"


    Samadhi ist jenseits dieses Ich-Bewusstseins, kein totes Nichts, ein "Glück" (Sariputta) mit den Qualitäten Sat-Chit-Ananda

  • Erfahrungsaustausch Erwachte?

    • JoJu91
    • 18. August 2026 um 07:50
    Christopher:

    PS Schön, von Dir wieder zu hören. Ich habe mir schon gedacht, dass gerade dieser Thread Deine Stimme braucht :)

    Ich schließe mich an, schön wieder von Leonie zu hören :)

  • Schmerzen (Probleme) um anderer Willen auf sich nehmen als Weg, das Leiden zu überwinden.

    • JoJu91
    • 15. August 2026 um 09:06
    Thorsten Hallscheidt:

    dass nach buddhistischer Lehre das Leiden nicht einfach dadurch überwunden wird, dass man die Schmerzen einfach hinter sich lässt, sondern dadurch, dass man sie um anderer willen auf sich nimmt."

    Um den Zen-Weg überhaupt zu beginnen, sind für die meisten Menschen das Erleben einer gewaltigen Menge an Schmerzen, Leid, Frustration notwendig, mit der Erkenntnis, dass alle bisherigen "weltlichen" Versuche gescheitert sind.


    Der Zen-Weg, im nächsten Schritt, ernsthaft und konsequent praktiziert, ist automatisch mit jeder Menge physischen, emotionalen, mentalem Schmerz verbunden, das ist der Preis der Läuterung.


    Die Läuterung, also die tiefgreifende Veränderung des eigenen Charakters, hat automatisch Auswirkungen auf die Umwelt und damit "die anderen".

    Ich beginne bei mir und es ändert sich "die Welt".


    Wenn die Vorstellung oder der Vorsatz "ich praktiziere für die anderen" hilft und motiviert, ist das völlig o.k., die geschickte Wahl der eigenen "Incentives" ist durchaus wichtig.

  • Erfahrungsaustausch Erwachte?

    • JoJu91
    • 15. August 2026 um 08:39
    Thorsten Hallscheidt:

    Wie schließe ich mein widersprüchliches, verworrenes Leben an die Quelle an?

    Das erstmalige bewusst erkannte "Erleben" oder "Erfahren" der Quelle ist das Erwachen.

    Das Anschließen meines Lebens an die Quelle ist die große lebenslange Aufgabe.


    Praktisch erfolgt das z.B. durch regelmäßiges Zazen.


    Korrekt praktiziert, lösen sich im Zazen die Widersprüche und Verwirrungen in meinem Geist wie ein Spuk in einem "höheren" Bewusstsein auf, das nicht mehr "Ich" ist.
    Manchmal erscheinen dabei Antworten auf Fragen, deren Beantwortung im Moment für mich existenziell not-wendig sind.


    Der Normalfall, also Denken, Fühlen und Handeln ohne das Wissen um die Gegenwart der Quelle, führt vielleicht eines Tages zu der Erkenntnis, die König Salomon in seiner Midlife Crisis hatte:


    "Alles, was ich tat, war eitel und vergänglich.
    Ein Haschen nach dem Wind."


    Das Nicht-Wissen um die Gegenwart der Quelle, oder noch "schlimmer" das Nicht-Wissen-WOLLEN um die Gegenwart der Quelle, ist die "Ur-Sünde" der Menschen, christlich formuliert.

  • Körper,Geist und Seele

    • JoJu91
    • 12. August 2026 um 07:22
    mukti:

    Was ist dasjenige, von dem es erkannt werden kann?

    "Das, was alles erkennt, und von keinem erkannt wird (ist das Ich)" stammt von Schopenhauer der es vielleicht aus anderer Quelle übernommen hat, und der es aus philosophischer Sicht in seinem Werk "Die Welt als Wille und Vorstellung" ausführlich erläutert, allerdings sehr viel Text.


    Aus Meditations-Sicht gibt es das Gleichnis vom leeren Raum ohne Wände.


    Weil der der Raum leer ist, kann sein Inhalt frei gestaltet werden, kann er alles enthalten.

    Sobald er auch nur ein Ding enthält, ist er nicht mehr frei in seinen Gestaltungsmöglichkeiten.


    In der Meditation machen wir den Raum unseres Bewusstseins leer.

    Im einfachsten Zustand hat es keine Inhalte mehr und ist frei von allen Beschränkungen.


    Das höchste Bewusstsein ist leer, aber nicht tot.

    Es ist schöpferisch und weil es leer ist, kann es alles erschaffen.

    Es kann erfahren werden, aber nicht von mir, denn ich bin nur einer seiner unendlich vielen möglichen Inhalte.

  • Körper,Geist und Seele

    • JoJu91
    • 7. August 2026 um 07:47
    Matthie:

    Wenn es im Buddhismus keine Seele oder auch ewige Seele gibt, was wird dann wiedergeboren?

    Das lässt sich in tiefer Mediation konkret erfahren.


    Der letzte Gedanke ist nach der Wecker-Uhr-Zeit vor drei Minuten verschwunden.

    Hellwaches, klares, entspanntes Bewusstsein ohne Inhalt.

    Die erste winzige geistige Bewegung führt zur (Wieder-)Geburt des nächsten Gedanken.

    Wer ist der Schöpfer dieses Gedanken, und warum erscheint bei Tanja ausgerechnet dieser Gedanke und bei Wanja ein ganz anderer ?

  • Körper,Geist und Seele

    • JoJu91
    • 7. August 2026 um 07:38
    mukti:

    Das Problem dabei ist, dass sich dasjenige, das Körper und Geist wahrnimmt, nicht selber wahrnimmt.

    "Das, was alles erkennt, und von keinem erkannt wird", aber erkannt werden kann ...

  • Körper,Geist und Seele

    • JoJu91
    • 7. August 2026 um 07:35
    mukti:

    Das Bewusstsein hängt ab von dem, worüber es bewusst ist, bzw. was es erfährt oder wahrnimmt, also von den Sinnes- und Geistesobjekten. Demnach besteht es nicht aus sich selbst heraus und ist keine ewige Seele.

    Das ist das "Skandha-Bewusstsein", dessen Nicht-Aus-Sich-Selbst-Heraus-Bestehen sogar auf der Ebene des Alltagsbewusstseins wissenschaftlich analysiert werden kann, etwa von Nagarjuna oder vom Physiker Carlo Rovelli in "Helgoland".


    Wer auf dieser Ebene stehenbleibt, könnte die Lehre des Buddha als nihilistisch bezeichnen.

  • Manipulation in Buddhas Namen?

    • JoJu91
    • 3. August 2026 um 08:22
    IsegrimRukipe:

    Ein Mensch der den Wein säuft und das Wasser predigt ist jedenfall keine gute Richtschnur.

    Ein Mensch, der Wein säuft und Wein predigt, ist zumindest ehrlich ?


    Ein Mensch, der Wasser predigt und Wasser säuft, kann brandgefährlich sein, siehe das berüchtigste Beispiel, den "Tugendmörder" Robespierre.


    Wein saufen und Wasser predigen ist der Standard.


    :?

  • Manipulation in Buddhas Namen?

    • JoJu91
    • 1. August 2026 um 09:10
    Matthie:

    Was ich mich immer Frage bei solchen Enthüllungen ist, wie kann es

    passieren das man auf solche „Irrlehren reinfällt und sich so manipulieren lässt“

    Viel wichtiger: Kann mir das auch passieren ?

    Die Frage beantworte ich für mich mit einem klaren Ja.


    Das beste Beispiel sind die Beziehungen zu meinen Frauen.

    Bei jeder erkannte ich sehr bald die Alarmzeichen, die mir sagten, lauf weg von ihr.

    Der Gesang der Sirenen, der Mythos von der Lorelei.

    Odysseus liess sich von den Kameraden am einem Schiffsmast festbinden.

    Mein Sicherungs-Seil war eine zwanzigjährige Zen-Praxis.

    Das heisst, ich wusste zumindest, lieber JoJu91, Du lebst jetzt in einer Traumwelt, vermeide zumindest jede Entscheidung von grösserer Tragweite.

    Eine der Damen fragte mich sogar mal:

    "JoJu91, was siehst Du in mir, was Dich so fasziniert ?"

    Ich antwortete:

    "Wir müssen uns so lange treffen, bis ich Dich so sehe, wie Du wirklich bist."


    Es gibt die Verführerin und den Mann, der - meist unbewusst - darauf wartet, endlich verführt zu werden, auch zum Preis des eigenen Untergangs.

    Oder wie es eine kluge Frau als Ratschlag für ihre männersuchenden Mitfrauen formulierte:

    "Sei das Opfer, das dem Täter auflauert".

  • Manipulation in Buddhas Namen?

    • JoJu91
    • 25. Juli 2026 um 08:25
    Christopher:

    Die dort geschilderten Fall-Geschichten sind übrigens um einiges filmreifer als die vom Kopp, der mir eher wie ein unreifes Kind als einen waschechten Psychopathen vorkommt.

    Unreifes Kind ist ein gutes Stichwort.


    Leute mit extravagantem Lebens-Stil haben auf viele Menschen eine aussergewöhnliche Faszination, vielleicht liegt es daran, dass diese Menschen das Leben leben, dass sich die Anhänger nicht zu leben trauen, der "Meister" lebt vor ihren Augen ihren eigenen Wunschtraum und dafür sind sie bereit, einiges an Geld und Einsatz zu bringen.


    So ergibt sich eine Gruppendynamik, eine Matrix von Abhängigkeiten, die Aussenstehende nicht nachvollziehen können.


    Ein spiritueller Kindergarten


    :cry:

  • Gibt es Buddhismus trotz philosophischem Matetialismus?

    • JoJu91
    • 24. Juli 2026 um 07:42

    Was ist der Ursprung aller Phänomene in der Welt der nächtlichen Träume ?

    Manche würden die Bilder, Emotionen u.s.w. der Traumwelt als materiell bezeichnen, denn sie haben Farbe und Form und lösen Reaktionen im Bewusstsein des Träumenden aus ?


    Ich habe IN aber mehr so verstanden, dass er unter "materialistische Position" eine Lebensweise meint, einen Buddhisten, der sich voll und ganz den sinnlich-materiellen Genüssen hingibt.


    (:

  • Manipulation in Buddhas Namen?

    • JoJu91
    • 24. Juli 2026 um 07:31
    Samadhi1876:

    am Ende der Folge 1 geht es um 70000 DM im Jahre 1998 die dem Meister, 60 Jahre Glatze grauer Bart blau graue Augen und 18 jährige Stille Freundin, nach einem Casino Besuch angeblich fehlen und wofür die Mitglieder spenden sollen.

    Schade dass Billy Wilder nicht mehr lebt, das wäre DER Stoff für eine grandiose (Tragi-)Komödie.


    :cry:

  • Meditation der Grundpfeiler der buddhistischen Praxis ?

    • JoJu91
    • 21. Juli 2026 um 07:17
    Kaiman:

    Aber ist man dann nicht auch gleichzeitig ein nichts ? Ich wünschte ich könnte loslassen. Aber ab und zu möchte ich doch etwas darstellen etwas sein. Wie geht es euch damit.

    Ich kann Schauspieler meines Lebens sein, wenn ich um das Geheimnis im Hintergrund weiss.

    Oder um mit Rudolph Mooshammer zu sprechen, jeder spielt sein Lebens-Spiel, für das er allein und voll verantwortlich ist.

    Dann ist es auch in Ordnung, im Rahmen des Spiels in meiner Rolle etwas darstellen zu wollen.

    Dann ändert dukkha seine Qualität.

  • Ole Nydahls Perversion und die KI

    • JoJu91
    • 7. Juli 2026 um 07:38
    KarmaHausmeister:

    Es gibt sehr viele Untersuchungen darüber, welches psychologische Profil Personen haben, die sich Lehrern anvertrauen, deren Handlungen aus ethischer Sicht verwerflich sind,

    Wenn man mir als junger Mann geraten hätte, einen buddhistischen Lehrer zu suchen, hätte ich vermutlich nicht Thich Nhat Hanh gewählt, sondern Chögyam Trungpa.


    Warum ?


    Weil mir der Mann keine Moralpredigten hätte halten können, da er selbst im Glashaus sitzt.


    Will sagen, das psychologische Profil von Personen, die sich Lehrern anvertrauen, deren Handlungen aus ethischer Sicht verwerflich sind, unterscheidet sich oft nicht wesentlich von dem psychologischen Profil des Lehrers. Kleiner Möchtegern-Nachwuchsgangster geht zu Al Capone und nicht zum Dalai Lama oder zur Heilsarmee.


    Eine meiner Frauen behauptete allen Ernstes, Osho wäre ihr im Traum erschienen und hätte ihr ihren Sanyassin-Namen gegeben. Sie war ein grosser Fan von ihm. Einen moralisch "guten" Lehrer hätte sie gar nicht ernst genommen, vor dem Hintergrund ihres eigenen zwielichtigen Lebenwandels.


    Das muss natürlich nicht so sein.

    Aber die Beziehung zwischen "Täter" und "Opfer" ist oft sehr tiefgründig und für Aussenstehende nicht nachvollziehbar.

    Ein Freund hat mehrmals versucht, die emotional ausfallenden Konflikte seiner Frau und seiner Tochter zu schlichten, mit dem Ergebnis, dass die beiden sich verbündet haben und auf ihn, den Schlichter, losgegangen sind.


    Wie gesagt, ich rede in erster Linie von mir selbst, angesichts meiner Vergangengeit.


    "

    Es gibt Menschen, die werden im Dunklen geboren und gehen zum Dunklen.

    Es gibt Menschen, die werden im Dunklen geboren und gehen zum Licht.

    Es gibt Menschen, die werden im Licht geboren und gehen zum Dunklen.

    Es gibt Menschen, die werden im Licht geboren und gehen zum Licht.

    "

  • Mißstände in kambodschanischen Klöstern

    • JoJu91
    • 3. Juli 2026 um 07:49
    void:

    Wenn ein katholisches Kloster ähnliche Anreize ( Unterkunft, Verpflegung und Unterstützung bei der Ausbildung) bieten würde,

    Vielleicht war das der Grund, dass die Leute, die in ein Zen-Kloster wollten, einst so schwere Aufnahmezeremonien ertragen mussten wie drei Tage still und diszipliniert vor dem Klostertor meditieren ?

  • Selbstbestimmt sterben

    • JoJu91
    • 3. Juli 2026 um 07:43
    KarmaHausmeister:
    Anna Panna-Sati:

    Ich halte es überdies für wichtig, sich nicht an dem Gedanken "So - und nicht anders - will ich mal sterben" festzuhalten, denn die Erfahrung zeigt, dass, trotz bester Planung/Absicherung, beim Sterben einiges "schiefgehen" kann...


    "Die tödliche Kugel kommt meist aus der Richtung, aus der Du sie nicht erwartet hast"


    Dieses "Gesetz" formulierte ein Dhamma-Freund, nachdem er sich beim Sturz vom Dienstfahrrad so schwere Verletzungen zugezogen hatte, dass er Monate in der Reha verbrachte, bis er wiederhergestellt war.

    Als Hypochonder hatte er die Jahre zuvor kaum eine Woche, bei er nicht beim Arzt war, um irgendein Symptom abklären zu lassen. An alles hatte er gedacht, nur nicht ans Fahrrad ...


    Als junger Mann war mein Ziel, so perfekt meditieren zu können, dass ich einst so sterben könnte wie der Lama Norbu in "Little Buddha", bei einer mehrtägigen Meditation im Lotus-Sitz.

    Dazu darf man nur vorher nicht erschossen werden wie Gandhi oder von einem Elektroauto überfahren werden, das Du nicht gehört hast und nicht gesehen, weil Du in England (Linksverkehr !) beim Überqueren der Strasse auf die falsche, gewohnte, Seite geschaut hast. Wäre mir um ein Haar so passiert.

  • Ole Nydahls Perversion und die KI

    • JoJu91
    • 3. Juli 2026 um 07:27
    Matthie:

    Jemand der menschenverachtende Gedanken hat, wird diese auch in die Lehre und sein Handeln mischen.

    Von den hier am Forum Mitlesenden ausgenommen, glaube ich ehrlich gesagt nicht, dass es auf der Welt Menschen gibt, die nicht mehrmals die Woche menschenverachtende Gedanken haben, und wenn sich diese Gedanken auch nur auf Politiker oder Aktivisten der anderen Seite beziehen oder auf Menschen im engsten persönlichen Umfeld wie Partner, Kinder, Chefs, Berufskollegen, andere Verkehrsteilnehmer u.s.w.


    Wer hat sich noch nicht als der einsame, meist schwarz gekleidete Revolverheld gesehen, der die Bösewichte dieser Welt umlegt ?


    Was den ernsthaft Praktizierenden von anderen Menschen unterscheidet, ist wahrscheinlich nur, dass er weiß, dass er menschenverachtende Gedanken hat, und sie nicht rechtfertigt.

    Wir sehen unseren Teufelchen und Engelchen beim ihrem Dialog zu, wie Du es formuliert hast :)


    Dieses Wissen bewahrt hoffentlich vor dem Ausagieren, und vor dem Aussprechen, wenn man als Lehrer unterwegs ist ...

  • Ole Nydahls Perversion und die KI

    • JoJu91
    • 1. Juli 2026 um 08:11
    Christopher:

    Ähnlich wie das klassische "Hufeisenmodell", wonach Linksextremismus mit Rechtsextremismus gleichzusetzen ist.

    Ich sehe das mehr wie Helmut Dietl:


    "Ob ich von rechts erschossen werde oder von links, ist mir ziemlich egal ..."


    Rechts- und Linksextreme glauben, wie alle Ideologen und Fanatiker, die Welt retten zu können, indem sie die jeweils andere Hälfte der Menschheit ermordet oder versklavt.


    Nach Deinem zugespitzten Beispiel sagt mir der Linke, ich darf kein Geld verdienen, darf aber meine Ration Brot im stalinistischen Arbeitslager verdienen, und der Rechte sagt, wir erschiessen Dich sofort, weil Du kein Recht auf Leben hast. Ich würde vermutlich (?) Variante II vorziehen, lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.


    Am konsequentensten wäre es natürlich, ein Dharma-Lehrer würde auf jede auch nur andeutungsweise politische Aussage verzichten, und sich wie der Golf-Lehrer auf das zu lehrende Thema beschränken. In der Praxis schafft das keiner. Das hat nicht einmal Thich Nhat Hanh geschafft.


    Vielleicht wäre ab und zu eine Kontemplations-Übung angesagt "entdecke Deinen inneren Adolf, Deinen inneren Josef (Stalin), Deinen inneren Rache-Engel, Deinen inneren Sexisten, Rassisten, ..., Deinen Mr. Hyde ... "


    Von Thich Nhat Hanh gab es da mal einen Text "Nenn mich bei meinem wahren Namen", oder so ähnlich.


    :?:

  • Ole Nydahls Perversion und die KI

    • JoJu91
    • 30. Juni 2026 um 08:16
    Iris:

    Man könnte sagen ein Dharma Lehrer darf nichts zu Politik sagen, er soll nur über den Dharma sprechen. Man kann auch sagen, dass man als Dharma Lehrer auch die Verantwortung hat, sich zu politischen Themen zu äußern, weil das zur sozialen Verantwortung gehört. Ich denke, für beides gibt es Argumente.

    Das hast Du sehr schön auf den Punkt gebracht.


    Mal wieder stark provokant und zugespitzt formuliert:


    Egal, was der Dharma Lehrer sagt, es ist in den Ohren mancher ein Skandal.

    Egal, was der Dharma Lehrer nicht sagt, es ist in den Ohren mancher ein Skandal.


    Die Frage ist, warum tut sich ein einziger Mann noch so etwas an ?


    Und wird nicht lieber Golf-, Segel- oder Tennislehrer ?

    Dann wird ihm wenigstens (wie lange noch ?) verziehen, wenn er sich politisch nicht äussert ?


    :cry:

  • Ole Nydahls Perversion und die KI

    • JoJu91
    • 26. Juni 2026 um 07:30
    Samadhi1876:

    Erinnere mich an eine Passage wo es um Sex geht, und man solle den anderen nicht begehren sondern ihm noch viele Partner wünschen…

    In der Theorie einfach, in der Praxis nur, wenn man den Sex vom Eros trennen kann.

    Wenn man also Sex mit einer Partnerin nur als eine Art gemeinsamer Gymnastik sehen kann, ähnlich wie gemeinsam Tennis spielen. Ich konnte das nie bzw. wollte es nie, denn das war mir zu langweilig, ich wollte immer auch das ganze grosse emotional-schicksalschwere Drama.

    Und dann wird es in der Praxis schwierig, meine erste Frau und ich haben das eine gewisse Zeit ausprobiert, mit viel gegenseitigen Verletzungen.

    Dann kommt es am laufenden Band zu Szenen und Verwicklungen wie in Helmut Dietls Meisterwerk "Rossini". Schaurig schön und abgründig.

    "Die sehnsüchtige und schwärmerische Hingabe des Mannes an den eigenen Untergang".


    :cry:

  • Es gibt nichts Angenehmes oder Unangenehmes, das Du nicht selber bewirkt hast.

    • JoJu91
    • 25. Juni 2026 um 07:40
    Anna Panna-Sati:

    Die in buddhistischen Vorstellungen gründende Ansicht, dass ALLES, was einem widerfährt, selbst zu verantworten sei,

    Wenn ich nach acht Bier mit dem Fahrrad aus der Kneipe nach Hause fahre und dabei aufgrund einer etwas zu schrägen Trambahn-Gleisführung zu Fall komme, wie ist das karmisch verantwortungsmässig zu beurteilen ?


    :cry:

  • Meister Linji: Vertrauen & Glaube

    • JoJu91
    • 25. Juni 2026 um 07:15
    SWAN:

    unheimlich?

    Ich hatte die Angst "Wenn Du das machst, gehst Du in der Lücke zwischen den Gedanken verloren und kehrst nie mehr zurück, oder Du verlierst den Verstand und kannst nie mehr denken ..."


    Verstärkt wurde das wahrscheinlich dadurch, dass ich die Übung allein abends in der dunklen Jahreszeit in meiner Studentenbude gemacht habe ...

  • Meister Linji: Vertrauen & Glaube

    • JoJu91
    • 23. Juni 2026 um 08:16
    SWAN:

    In letzter Zeit sitz ich gern draußen in der Sonne und schau durch die Gegend. Das fühlt sich für mich besser an als die Augen zu schließen. Aber ob das schon Zazen ist... weiß nicht.

    Ich hab auch immer mit offenen Augen meditiert, am liebsten vor der weissen Wand im halben Lotus-Sitz, wobei im nachhinein hätte es der "Schneider-Sitz" auch getan ?


    Begonnen hab ich mit etwa 27, als mir beim Frühstück aufgefallen ist, dass ich formal Zeitung lese, aber den Text nicht mitbekomme weil nebenbei der Radio läuft und ich im Geist Selbstgespräche führe. Da wurde mir klar, jetzt musst Du was tun.


    Habe mir dann halb sechs den Wecker mit einem grauenvollen Weckton gestellt, ins andere Eck des Zimmers getan, war gezwungen aufzustehen um das Ding abzustellen.

    Dann eine halbe bis eine Dreiviertelstunde Stunde im halben Lotus-Sitz Zazen gemacht.

    Anfangs war es nur ein Aushalten der inneren Unruhe, dem Zwang aufzustehen und aufzuhören zu widerstehen. Danach bin ich zur Uni gefahren und war einer der ersten in der Bibliothek, meine Noten haben sich nach zwei Jahren um eine Stufe verbessert, das war schon mal was.

    Parallel Sport (damals Waldläufe) "gegen" die überschüssige Energie.


    Später habe ich am Abend die "Gedankenlücke"-Meditation aus dem tibetischen Buch vom Leben und Sterben gemacht, also die wache Lücke zwischen zwei Gedanken auf einige Sekunden bis einige Minuten zu verlängern. Das war aber sehr unheimlich, und da bin ich dann vorsichtshalber abends öfter in eine Zen-Gruppe gegangen. Dreimal dreissig Minuten vor der weissen Wand, unterbrochen durch Kinhin. Am Samstag manchmal vormittags und nachmittags jeweils dreimal fünfundvierzig Minuten.

    Danach ging es "steil bergauf", ich hatte jedoch auch immer gute Freunde, mit denen ich mit einem Schuss Humor über meinen alltäglichen Wahnsinn reden konnte, Gefährten auf dem Weg sozusagen ...


    Habe dann meine gesamten Dreissiger-Jahre weiter intensiv Zazen praktiziert und mit meiner damaligen Freundin, die Ayya Khema-Fan war, einige Wochen-Retreats bei Ayya Khema gemacht oder auch Samstags-Retreats im Münchner Stadtzentrum.


    Ich bin froh, so jung begonnen zu haben, ab einem gewissen Alter wird alles rein körperlich schwieriger ...


    :zen:

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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