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  1. Buddhaland Forum
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Erfahrungsaustausch Erwachte?

  • Andreas
  • 10. August 2026 um 10:20
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  • Samadhi1876
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    Buddh. Richtung
    • 14. August 2026 um 18:52
    • #51

    Manchmal ist es einem „zu heiß oder zu kalt“…


    An der Natur kann man aber nie etwas ändern, und sich auch nie über dem Universum stellen…


    Aber den meisten Unfrieden:


    Stiften die Menschen selbst

    Im Umgang mit sich selbst und anderen…


    Und ihrer Unwissenheit darüber, Angst, Begehren…

    Das I-Ging sagt, Glück liegt in der richtigen Mischung von:


    Heiss - kalt
    gut - schlecht
    schwarz - weiss
    schön - hässlich
    gross - klein
    weise - töricht
    lang - kurz
    hell - dunkel
    begrenzt - umfassend
    entspannt - konzentriert
    zunehmen - abnehmen
    rein - unrein
    langsam - schnell.


    - Ryōkan -

    Aus "Alle Dinge sind im Herzen"
    Poetische Zen-Weisheiten

  • JoJu91
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    • 15. August 2026 um 08:39
    • #52
    Thorsten Hallscheidt:

    Wie schließe ich mein widersprüchliches, verworrenes Leben an die Quelle an?

    Das erstmalige bewusst erkannte "Erleben" oder "Erfahren" der Quelle ist das Erwachen.

    Das Anschließen meines Lebens an die Quelle ist die große lebenslange Aufgabe.


    Praktisch erfolgt das z.B. durch regelmäßiges Zazen.


    Korrekt praktiziert, lösen sich im Zazen die Widersprüche und Verwirrungen in meinem Geist wie ein Spuk in einem "höheren" Bewusstsein auf, das nicht mehr "Ich" ist.
    Manchmal erscheinen dabei Antworten auf Fragen, deren Beantwortung im Moment für mich existenziell not-wendig sind.


    Der Normalfall, also Denken, Fühlen und Handeln ohne das Wissen um die Gegenwart der Quelle, führt vielleicht eines Tages zu der Erkenntnis, die König Salomon in seiner Midlife Crisis hatte:


    "Alles, was ich tat, war eitel und vergänglich.
    Ein Haschen nach dem Wind."


    Das Nicht-Wissen um die Gegenwart der Quelle, oder noch "schlimmer" das Nicht-Wissen-WOLLEN um die Gegenwart der Quelle, ist die "Ur-Sünde" der Menschen, christlich formuliert.

  • mukti
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    • 15. August 2026 um 08:55
    • #53
    Thorsten Hallscheidt:

    Manche sprechen auch von Gipfelerfahrungen. Was fange ich damit an? Wird es wieder trübe? Fange ich an, mich aufzuplustern? Gerate ich in Verzweiflung?

    Samādhi verdrängt die Geistestrübungen, aber solange sie nicht mittels Weisheit (pañña) beseitigt sind, wird es wieder trübe.

    Mit Metta, mukti.


  • Qualia
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    • 15. August 2026 um 09:56
    • #54

    Unitarität bezeichnet in der Mathematik und Physik einen Möglichkeiten-Raum der Eigenschaften von Erscheinungen, Operatoren oder Matrizen, in dem Längen, Abstände und Wahrscheinlichkeiten erhalten bleiben. Sie steht für die Erhaltung des Materiellen und die Umkehrbarkeit aller materiellen Erscheinungen: Das Materielle wird erhalten und wenn es zerfällt, wird es wieder aufgenommen und aufgehoben.


    Unitarität ist sowohl im Atom als Information, als auch im Raum als Wirkungen der Informationen aktiv, nicht als handelnd, sondern als Möglichkeiten-Raum.

    Wie Indras Netz, wenn man es strukturell versteht, es nicht als von „Indra“ gemacht sieht: Es besteht aus einem Faden, einer mathematischen Linie, die wie ein Seidentuch verwebt ist. Die Kreuzungen entsprechen möglichen Zuständen/Erscheinungen. Wie die Unitarität enthält Indras Netz aber auch alle Wahrscheinlichkeiten.


    Unitarität und Indras Netz sind für die Erhaltung und Wiederaufnahme von Struktur und deren Neuerscheinen verantwortlich und bewahren alle „Informationen“. Weil das Netz aus einem Faden besteht, ist Unitarität universell und unterscheidet sich nur durch mein Erkennen des Erscheinenden und Nichterkennbarem/Metaphysik.


    Unitarität als Grundbegriff deckt sich mit der Quelle des frühen Buddhismus. Die Quelle ist unerkennbar immer anwesend, hat selbst keine Quelle, weil sie die Grundlage aller Quellen ist. asaṅkhata (das Nicht‑Gemachte)

    Unitarität ist wie Indras Netz selbst keine Erscheinung, weil sie alle Erscheinungen trägt und alle Erscheinungen wieder aufnimmt, aber nur als „Informationen/Möglichkeiten/Wahrscheinlichkeiten“, die dann wieder Erscheinungen ermöglichen, nicht weil das Netz sie macht, sondern durch Wechselwirkungen der „Informationen“ selbst.


    Unitarität, die Quelle, Indras Netz: ist nicht Ursache, nicht Gott, nicht metaphysisches Prinzip, nicht Energie, sondern: reine Ermöglichung.


    Man muss wissen, wovon gesprochen wird, und keine verbindende Interpretation zulassen (Meinung, Glauben, Dogmen). Dafür ist KI perfekt mit nur einem Prompt: „Ontologie prüfen.“

    Die einzige a priori-Setzung ist Unitarität, die das Folgende als Möglichkeiten-Raum bewahrt und Erscheinungen stützt und wieder aufnimmt, aber eben nicht als Erscheinungen.

    Welt und Umwelt (Körper, Seele, Geist, Erkennbares): = samsara
    Unitaritär-Struktur (die Unitarität selbst, Metaphysik, Mythos) = nibbana
    Das Beenden von Erscheinungen, aufgehoben von der Quelle = nirodha
    Das Bewirken der Erscheinungen aus der Quelle = paṭicca‑samuppāda

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Qualia ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

    2 Mal editiert, zuletzt von Qualia (15. August 2026 um 10:03)

  • Thorsten Hallscheidt
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    • 15. August 2026 um 09:56
    • #55
    Christopher:

    . Wenn Du etwa meinst, ob Du als "guter Buddhist" genug gegen den Klimawandel oder für den Weltfrieden machst

    Was ist schon ein "guter Buddhist"? Darum geht es doch nicht. Wenn die Erfahrung der Quelle ein Ruf ist, wie bringe ich dem Mut auf, diesem Ruf angemessener Konsequenz und Radikalität zu folgen. Das ist viel mehr und etwas ganz anderes als ein guter Buddhist zu sein, oder genug gegen den Klimawandel zu tun. Ich denke, dass das bei jedem Menschen anders ist, dass aber jeder im Grunde weiß, was im eigenen Leben zu tun wäre, würde man mutig und tatkräftig sein. Oder?

    Das ist denn doch nur der Abendwind, der heute mit ordentlich verständlichen Worten flüstert.

  • Qualia
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    • 15. August 2026 um 10:11
    • #56

    Thorsten Hallscheidt Man kann „die Quelle“ nicht erfahren, gleich wie Leben, das kann man auch nicht „erfahren“, nur leben. Erfahren kann man das, was man erlebt hat oder erlebt. Leben ist nicht die Quelle, nur das, was sie ermöglicht.

    Ich ist nicht leer oder tot.

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    Einmal editiert, zuletzt von Qualia (15. August 2026 um 10:40)

  • pano
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    • 15. August 2026 um 10:52
    • #57

    Ich bin heute um 8:45 erwacht.

  • Leonie
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    • 15. August 2026 um 11:58
    • #58
    Andreas:

    Guten Morgen,


    gibt es im Forum Erwachte, die Interesse an einem lockeren Erfahrungsaustausch haben?


    Grüße, Andreas

    Deine Frage zeigt dein Verständnis - d.h. dir ist hinsichtlich "erwachen" noch kein Licht aufgegangen. Und du suchst also nach solchen Leuten oder Leuchten, die dir da was erklären könnten.

    Wenn du zu der Einsicht gekommen bist, was mit "bodhi" gemeint ist, entfällt diese Frage automatisch.

    Ich versuche mal es zu erklären, obwohl es eben wirklich schwer verständlich ist. Da hatte Buddha schon die rechte Erkenntnis.

    Erstens: Erwachen ist kein Phänomen und daher kann man nicht unterscheiden zwischen solchen mit und solchen ohne Erwachen oder auch zwischen mehr oder weniger Erwachen. Es ist eher etwas Qualitatives.

    Zweitens: Wir sind Wesen, die sich unterscheiden und leben in einer phänomenalen Welt. Da Erwachen kein Phänomen ist, ist es auch nicht Bestandteil der phänomenalen Welt. Was ist es dann?


    Diese Frage überlasse ich dir.

    Als Hilfen kannst du mal dich mit dem Herz-sutra befassen oder mit Dogen's Genjokoan.

    :zen:

  • Christopher
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    • 15. August 2026 um 14:06
    • #59
    Thorsten Hallscheidt:

    Was ist schon ein "guter Buddhist"? Darum geht es doch nicht.

    Naja, das war nur ein Ausdruck von vielen; nenne es wie Du willst. Hauptsache, irgendwas quält Dich offenbar noch, bei Dir heißt es wohl etwa "wie folge ich diesen Ruf?"


    Ich persönlich höre keinen "Ruf" mehr, ich gehe meinen Weg und tue mein Bestes.

  • Christopher
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    • 15. August 2026 um 14:08
    • #60
    pano:

    Ich bin heute um 8:45 erwacht.

    Lustigerweise ist meine damalige Kensho-Erfahrung tatsächlich durch meinen Wecker ausgelöst worden :)

  • Leonie
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    • 15. August 2026 um 14:28
    • #61
    Christopher:
    pano:

    Ich bin heute um 8:45 erwacht.

    Lustigerweise ist meine damalige Kensho-Erfahrung tatsächlich durch meinen Wecker ausgelöst worden :)

    Du weißt aber, dass es hier keinen Auslöser gibt.

    :zen:

  • Christopher
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    • 15. August 2026 um 15:24
    • #62

    Für Kensho schon, genauso wie es für irgendeinen anderen Schock-Moment einen Auslöser gibt. Ich rede ja hier nicht vom "Erwachen".


    PS Schön, von Dir wieder zu hören. Ich habe mir schon gedacht, dass gerade dieser Thread Deine Stimme braucht :)

  • Leonie
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    • 15. August 2026 um 16:02
    • #63

    Och, kensho ist ein Schock-Moment - :rofl:

    Ok, das soll es geben. Das hängt evtl. von der Tradition ab.


    Aber noch einmal - zwischen den phänomenalen Erscheinungen und kensho jobutsu, des Sehens der eigenen Natur bzw. der "Wesensschau" gibt es keine Verbindung. Diese wird im Nachhinein durch Deutung hergestellt und hängt auch von der Tradition ab, in der praktiziert wird. Damit fällt man dann aber wieder zurück, denn wozu braucht es eine Deutung oder einen Zusammenhang bzw. Auslöser?

    :zen:

  • Christopher
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    • 15. August 2026 um 16:18
    • #64

    Naja, natürlich ist ein einfach, sich im Nachhinein über Wörter und Begriffe in einem Forum lustig zu machen :)


    Aber im ernst, das klingt jetzt fast ein bisschen wie Rinzai vs. Soto. Kann mir alles Wurscht sein, ich gehe einfach vorwärts und mache mir keine großen Gedanken drüber :)

  • Qualia
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    • 15. August 2026 um 16:26
    • #65
    Leonie:

    Och, kensho ist ein Schock-Moment - :rofl:

    Ok, das soll es geben. Das hängt evtl. von der Tradition ab.


    Aber noch einmal - zwischen den phänomenalen Erscheinungen und kensho jobutsu, des Sehens der eigenen Natur bzw. der "Wesensschau" gibt es keine Verbindung. Diese wird im Nachhinein durch Deutung hergestellt und hängt auch von der Tradition ab, in der praktiziert wird. Damit fällt man dann aber wieder zurück, denn wozu braucht es eine Deutung oder einen Zusammenhang bzw. Auslöser?

    Die Deutung und der Zusammenhang werden so oft benötigt, wie man unsicher ist. Man kann nicht glauben das es so einfach ist.


    Es ist auch verdammt schwer, seine selbst erwählten Meister einzuholen und sie als auch nur Menschen zu erkennen. Man muss öfter erfahren: Die haben mir nicht mehr zu lehren, als ich erfahren habe.


    Begegnet dir ein „Buddha“, töte den „Buddha“ und freu dich am Menschen.

    Ich ist nicht leer oder tot.

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  • Leonie
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    • 15. August 2026 um 16:40
    • #66
    Christopher:

    Naja, natürlich ist ein einfach, sich im Nachhinein über Wörter und Begriffe in einem Forum lustig zu machen :)


    Aber im ernst, das klingt jetzt fast ein bisschen wie Rinzai vs. Soto. Kann mir alles Wurscht sein, ich gehe einfach vorwärts und mache mir keine großen Gedanken drüber :)

    Sorry. Es sollte nur deinen Ausdruck "Schock-Moment" ein wenig auflockern. Und es hat auch nichts mit den Unterschieden zwischen Rinzai oder Soto zu tun. Es ist eher davon beeinflusst, mit welchem Lehrer man es zu tun hat. Dessen Erfahrung und Praxis trägt man ja eine Weile mit sich. Und die muss man dann auch hinter sich lassen, wie auch kensho jobutsu - der Sinn dieser Erfahrung besteht ja darin, dass man sich frei und ohne Stützen bewegt und nicht an den vergangenen Erfahrungen hängen bleibt.

    Ich lasse gern die anderen vorwärts gehen und bleibe sitzen.

    :zen:

  • Online
    Andreas
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    • 15. August 2026 um 18:39
    • #67

    Liebe Leonie,


    vielen Dank für deine Gedanken.

    Andreas:

    keinen Grund, mir zu glauben. Das hat nichtmal der Buddha von irgendwem erwartet.
    Ist völlig okay, ich suche weder Bestätigung noch gar Schüler*innen oder sowas.

    Es steht dir selbstverständlich völlig frei, mir zu glauben oder nicht.

    Leonie:

    Deine Frage zeigt dein Verständnis - d.h. dir ist hinsichtlich "erwachen" noch kein Licht aufgegangen. Und du suchst also nach solchen Leuten oder Leuchten, die dir da was erklären könnten.

    Was meine Frage dir zeigt, weiß ich nicht. Und was ich suche, weißt du nicht.


    Aber bisher ist dieser Thread prima ohne „Bodhi-Shaming“ ausgekommen. Belasse es doch bitte dabei.


    Danke und herzliche Grüße

    Andreas

  • Thorsten Hallscheidt
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    • 15. August 2026 um 20:39
    • #68
    Christopher:

    Hauptsache, irgendwas quält Dich offenbar noch

    Nein, quälen ist das falsche Wort, etwas lässt mich nicht in Ruhe und verändert mich dadurch, gibt mir Richtung, trietzt und ärgert mich, damit ich nicht einschlafe. Das ist eine gute Sache, die ich nicht vermissen möchte. Dieses Abgeklärt- und in-Ruhe-sein ist nicht und war nie mein Ziel.

    Christopher:

    Ich persönlich höre keinen "Ruf" mehr

    Schade.

    Das ist denn doch nur der Abendwind, der heute mit ordentlich verständlichen Worten flüstert.

  • Christopher
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    • 15. August 2026 um 22:20
    • #69
    Leonie:

    Ich lasse gern die anderen vorwärts gehen und bleibe sitzen.

    Sitzen bleiben geht leider nicht :)

  • Leonie
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    • 15. August 2026 um 23:48
    • #70
    Andreas:
    Leonie:

    Deine Frage zeigt dein Verständnis - d.h. dir ist hinsichtlich "erwachen" noch kein Licht aufgegangen. Und du suchst also nach solchen Leuten oder Leuchten, die dir da was erklären könnten.

    Was meine Frage dir zeigt, weiß ich nicht. Und was ich suche, weißt du nicht.

    Es ist doch ganz einfach und du hast es ja auch am Anfang geschrieben:


    "gibt es im Forum Erwachte, die Interesse an einem lockeren Erfahrungsaustausch haben?"


    Du suchst also einen lockeren Erfahrungsaustausch mit Erwachten.


    Und meine Antwort hat dir vielleicht nicht so gefallen, weil ich dir nicht "bestätigen" kann was du also suchst. Denn es gibt so etwas wie Erwachte nicht und du wirst das weder hier noch anderswo finden.


    Bloß Leiden gibt es, doch kein Leidender ist da.

    Bloß Taten gibt es, doch kein Täter findet sich.

    Erlösung gibt es, doch nicht den erlösten Mann.

    Den Pfad gibt es, doch keinen Wand'rer sieht man da.

    sacca


    Es findet sich also nirgendwo ein Buddha - aber jede Menge von Vorstellungen bzw. Ansichten was das sein soll.

    In der Lehrrede MN 1 - hat Buddha dieses Problem aufgezeigt -

    Majjhima Nikāya 1

    :zen:

  • Online
    Andreas
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    • 16. August 2026 um 06:39
    • #71

    Liebe Leonie,


    danke für die Präzisierung.


    Zunächst: mach dir bitte keine Sorgen, ob mir etwas gefällt oder nicht. Das spielt keine Rolle :).

    Leonie:

    Es findet sich also nirgendwo ein Buddha - aber jede Menge von Vorstellungen bzw. Ansichten was das sein soll.

    Da stimme ich dir zu.


    Und eine dieser Vorstellungen ist gerade deine.

    Vorstellen heißt aber immer auch: sich etwas da-vorstellen. Das mag hilfreich erscheinen, verstellt aber den Blick auf das, was ist.


    Und es gibt keinen Buddha und kein Erwachen?
    Es ist ein Prozess: Erwachen geschieht, aber es gibt dahinter keine Buddha- oder Erwachten-Entität, die man festhalten kann.

    Das ist nach meiner Interpretation auch der Inhalt von MN 1: es gibt ungeübte Menschen, geübte Schüler und Erwachte.
    Die Warnung, die MN 1 enthält, weist auf die Gefahr hin, sich an irgendetwas davon zu klammern, an den Begriff des Erwachten ebenso wie an die Vorstellung (siehe oben), wie Erwachen oder ein Erwachter zu sein hat. Oder da auf Teufel komm raus hinzuwollen.


    Wenn man das so liest, wie du es anscheinend tust, wäre es in der Tat so, dass sich niemand selbst als „Erwachter“ bezeichnen würde, weil: klammern an. Andererseits hat der Buddha selbst sich auch so bezeichnet. Wie geht das?


    Meiner Ansicht nach: es ist ein Prozess. Fortlaufend. Und zwei Forist*innen hier haben - vermutlich eher versehentlich - die Antwort gegeben:


    Schneelöwin : die Phase, die den Schlaf beendet.

    pano : 8:45


    Genau das.


    All‘ Morgen ist ganz frisch und neu, wie die Christen singen.


    Herzliche Grüße

    Andreas

  • Qualia
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    • 16. August 2026 um 10:34
    • #72

    Meine Besorgnis über den neuen Tag hatte mir das Aufwachen verdorben. Bis ich erkannte: Die Augen sehen und alles ist neu, es gibt Nachwirkungen des Gestern, aber sie wirken nicht jetzt, jetzt bin ich neu, auch wenn meine Vergangenheit wirkt. Was sie heute bewirken wird, werde ich dann sehen, wenn es soweit ist. Dann kann ich handeln, jetzt gibt es nur den Tag zu beginnen.

    Ich ist nicht leer oder tot.

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    Upasaka Dhammavicayo
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    Buddh. Richtung
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    • 16. August 2026 um 11:29
    • #73
    Qualia:

    wirken

    Liebe Qualia,

    die Beobachtung des Vergehens ist klar. Das Empfinden eines „neuen Ich“ bleibt dem Alten verhaftet, denn es setzt einen Träger voraus. Was hier aufsteigt, ist ohne Besitzer. Das reine, bedingte Fließen der Erscheinungen im Augenblick genügt sich selbst. Das Handeln vollzieht sich, ohne dass ein Handelnder den Tag zu beginnen hätte.

  • Marterra
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    • 16. August 2026 um 13:55
    • #74

    Ich vermute dass jeder "erwacht zu sein" etwas anders interpretiert für sich selbst, falls überhaupt eine eigene Interpretation besteht.
    Ich für mich sehe darin (aktuell) den Moment oder den geistigen Zustand, gelöst von gesellschaftlichen Dogmen , dem eigenem Ego und dem zivilisatorischen System zu sein. Nur das "Sein" wahrzunehmen und sich aus dieser Sicht heraus, bewusst über das ganze Schauspiel unserer irdischen "Realität" klar zu werden, was ich jedoch weder als was positives noch als was negatives werten würde. Das wäre meine individuelle Interpretation davon …. :shrug:

  • Online
    biophil
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    • 17. August 2026 um 07:29
    • #75

    Meine banale „Definition“ des Themas ist, dass man irgendwann feststellt, dass man da ist, wo man hingehört. Angekommen sozusagen. Dann fällt Streben und Wegstoßen weg. Und die Verblendung sowieso, denn man hat ja festgestellt, dass man dort ist, wo es passt. Da gibt es dann keine Suche mehr und das Thema ist erledigt, ganz still und leise.

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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