Das ist sich mit seinem Spiegelbild reflektieren, eine Bubble.
OK, aber ich denke, es sagt auch so viel über das Medium Fernsehen an sich aus. Und was ein Buddha-Statue überhaupt bedeutet. Bzw. was sind denn eigentlich Reproduktionen? Usw. usf.
Das ist sich mit seinem Spiegelbild reflektieren, eine Bubble.
OK, aber ich denke, es sagt auch so viel über das Medium Fernsehen an sich aus. Und was ein Buddha-Statue überhaupt bedeutet. Bzw. was sind denn eigentlich Reproduktionen? Usw. usf.
Vielleicht wäre er nach Indien gereist und dann wieder zurückgekommen, um in der Fußgängerzone die Lehre zu verkünden?
Dazu hätte ich auch was
Samt mein damaliger Kommentar dazu:
QuoteDisplay MoreBuddha-Skulptur am Viktualienmarkt löst Protest aus
Im Rahmen einer Kunstausstellung namens „A Space Called Public - Hoffentlich öffentlich” liegt seit Anfang Mai ein übergroßer Buddha mitten am Viktualienmarkt (bei Nymphenburger Sekt; s. Bild oben). Die Skulptur des Künstlers Han Chong wird vom städtischen Kulturreferat wie folgt beschrieben:
Der unecht anmutende goldene Farbton der Buddha-Skulptur und ihr einfaches Design erinnern an typische Souvenirartikel. Der Titel der Arbeit „Made in Dresden“ ist ein Hinweis darauf, dass in Dresden – und nicht in Asien – die meisten Asiatica für den europäischen Raum produziert werden. Dort ist eine große asiatische Community zuhause. Während diese in vielen Metropolen der Welt deutlich sichtbar ist, wird Dresden weniger damit in Verbindung gebracht. Auch, dass in München Menschen aus über 180 Nationen leben und arbeiten, ist kaum bekannt. Hier sind es eher Reisende, die ein internationales Stadtbild prägen.
- Sie suchen das Traditionelle, die besonders Münchnerischen Orte, zu denen auch der Viktualienmarkt zählt. Dass der Lebensmittelhandel, der Blumenmarkt oder der Export und Import von Früchten längst globale Angelegenheiten und die industrielle Massenproduktion ein Phänomen unserer Zeit sind, wird dabei gerne vergessen. Die zahlreichen Touristen – nicht nur aus Asien - und die Münchnerinnen und Münchner werden mit Han Chongs temporärer Installation vielleicht einen neuen Blick auf den traditionsreichen Viktualienmarkt werfen.
Trotz dieses eigentlich löblichen Wunsches halten aber manche Münchner die Skulptur für eine Provokation. In einer Rundmail vom 17. Mai beschreibt z.B. die Deutsche Buddhistische Union, die laut eigenen Angaben 18.000 deutsche Buddhisten vertritt, die Aktion als „unangemessen” und ruft zum Protest auf. In einem Brief an das Kulturreferat vom 21. Mai fragt die DBU empört, ob die Stadt auch die Installation einer überlebensgroßen, umgestürzten Jesus- oder Marienfigur mit der Aufschrift „Made in Hongkong” für fünf Monate zustimmen und finanziell fördern würde. Weil die Stadt die für Behörden gebotene weltanschauliche Neutralität mit der Kunstaktion verletze, so die DBU, solle sie schnellstmöglich beendet werden.
Auch zeigen sich einzelne Bürger mit der Statue unzufrieden. In einem Bericht des Münchner Merkur vom 22. Mai war z.B. zu lesen, dass die buddhistische Nonne Tenzin Wangmo seit Tagen vor der Statue steht, mit einem Plakat auf dem sie Touristen und andere Passanten um Entschuldigung für die Respektlosigkeit der Installation bittet.
Als Antwort hat das Kulturreferat am 23. Mai in einem Schreiben klargestellt, dass der Künstler Chong selbst Buddhist sei und mit der Skulptur „keinesfalls eine religiöse Provokation im Sinn hatte,” sondern dass der Buddha nur deswegen auf dem Boden liegt, weil die Inschrift mit dem Produktionshinweis „Made in Dresden” auf seiner Unterseite lesbar sein sollte. Schließlich sei ein Dialog mit dem Publikum ausdrücklich erwünscht und deswegen stünde Chong für eine kommende Diskussionsrunde mit allen Interessenten zur Verfügung.
Am 6. Juni 2013 fand am Viktualienmarkt tatsächlich ein Gespräch zwischen dem Künstler, einem Vertreter der Ausstellungsreihe und verschiedenen Vertretern buddhistischer Gruppen statt. Allerdings wohl ohne zufriedenstellendes Ergebnis für die DBU: es kam nie in Frage, die Aktion irgendwie vorzeitig zu beenden, so dass man den Buddha noch bis Ende September dort betrachten kann, wo er liegt.
Für mich als deutscher Buddhist bedeutet diese städtische Entscheidung aber ein glückliches Ende einer sonst eher enttäuschenden Geschichte. Meines Erachtens haben die Buddhisten mit dieser Aktion nämlich eine einmalige Chance verpasst, sich erkennbar von anderen Glaubensgemeinschaften abzuheben. Stattdessen haben sie leider genauso reaktionär gehandelt wie jede andere religiöse oder sonstige Lobbygruppe auch. Zwar hat die DBU natürlich recht, dass z.B. eine ähnlich große, umgestürzte Jesusfigur - ganz zu schweigen von einem irgendwie geschändeten Mohammed - nicht von der Stadt genehmigt worden wäre bzw. einen Aufschrei ohnegleichen verursacht hätte. Allerdings bedeutet das längst nicht, dass solch beleidigte Empörung berechtigt ist und sogar von angeblich aufgeklärten Buddhisten nachgeahmt werden muss. In einer demokratischen Gesellschaft gehört Kritik an den Religionen ja genau so dazu wie jede andere freie Meinungsäußerung. Aber vor allem hat in diesem Fall die Buddha-Statue, wie der Künstler ja auch betont, sowieso überhaupt keine religiöse Bedeutung, sondern steht stellvertretend für die Vermarktung und Globalisierung von vermeintlich „echtem” Kulturgut. Eigentlich sollten die meisten Buddhisten ja völlig hinter einer solchen Kunstaktion stehen, geht es doch um die Ausbeutung von ihrem eigenen Heiligtum als Touristen-Kitsch. Leider gelangen wohl die wenigsten zu dieser Einsicht; glücklicherweise hat aber die Stadt genug Mut gezeigt, die Beleidigung einzelner Touristen und Gläubigen in Kauf zu nehmen, um die künstliche Freiheit in diesem Fall zu bewahren. Buddha sei Dank!
OK, wie wäre das?
Ich hab's ja nicht entworfen War wohl ein chinesischer Gartenarchitekt; anscheinend wurden die 200 oder so Exemplare sofort ausverkauft
Zu Letzterem zitiere ich mich selbst gerne
QuoteDisplay MoreAber da ist noch eine weitere gelehrte Zen-Weisheit, mit der sich Fehlverhalten relativ leicht rechtfertigen und somit ungehindert fortsetzen lässt, nämlich die „absolute“ Sicht im Gegensatz zur „relativen“ Sicht. Durch diese Unterscheidung kann ein des Missbrauchs beschuldigter Lehrer den Blickwinkel ganz einfach auf eine höhere Abstraktionsebene lenken und damit jegliche Diskussion sozusagen im Keim ersticken. Kramer und Alstad erklären dies folgendermaßen:
- In der esoterischen „Spiritualität” erfolgt diese Verlagerung aus dem Bereich der individuellen Existenz auf die abstrakte Ebene einer allumfassenden Einheit. Ein Beispiel: Wenn das Sein als etwas betrachtet wird, das aus unterschiedlichen Wesenheiten besteht, dann sind es die einzelnen Menschen, die leiden. Das Konzept der Einheit schafft die Individuen ab. Wenn die verschiedenen Ebenen vermischt werden und wir dabei gefissentlich übersehen, daß sie verschieden sind, können paradoxe Aussagen getroffen werden wie „Es gibt Leiden, aber niemand leidet“ oder „Alle Unvollkommenheit ist vollkommen.“ Indem der Zusammenhang derart verändert wird, kann fast alles in ein Paradoxon gefaßt werden, was ganz besondere Weisheit suggeriert. Außerdem kann jedes Verhalten mit Paradoxa gerechtfertigt werden, indem von einer verborgenen Bedeutung gesprochen wird, die Teil der paradoxen Natur der Dinge ist; diese kann aber selbstverständlich nur der Guru angemessen verstehen.219
Und so verstehen es manche Zen-Lehrer sehr gut, wie ein Beobachter berichtet, „den Fragen interessierter Zuhörer, die von der relativen Perspektive des alltäglichen Lebens gestellt werden, mit Antworten zu begegnen, die vom absoluten Blickwinkel des Buddhismus stammen und umgekehrt. Auf diese Weise kann mit Leichtigkeit das scheinbar begrenzte Verständnis des jeweiligen Fragestellers demonstriert werden, der häufg tiefbeeindruckt und verblüfft zurückgelassen wird.“220
Auch gibt es aus dieser „absoluten“ Sicht ja keine möglicherweise leidenden Einzelpersonen, was zu der Annahme verleitet, dass es Missbrauch dann ja gar nicht gibt. Caryl Gopfert drückt das in ihrer Studie zum Vertrauensbruch bei Zen-Lehrern so aus: „Im Bereich des Relativen gibt es Betrug und Ausbeutung, im Bereich des Absoluten defniert sich so einfach die Beschaffenheit der menschlichen Existenz. Niemand begeht Verrat am anderen. Es gibt weder Verräter, noch Verratene, noch Verrat.“221 Dass sich Shimano diese Rationalisierung zunutze gemacht hat, hat auch einer seiner Schüler deutlich gemacht: „Mit dem Argument, dass es nichts/niemanden zu beurteilen gibt, lässt sich doch perfekt jegliches Missbrauchsverhalten rechtfertigen.“222
Das Argument der Gegensätze von Absolut und Relativ dient aber nicht nur höchst elegant dazu, Auseinandersetzungen im Keim zu ersticken und die Leiden des Einzelnen herunterzuspielen, vielmehr wird unterschwellig auch angedeutet, dass die Ebene des Absoluten, also der vermeintliche Ursprung jeglichen Handelns des Lehrers, sehr viel „erleuchteter“ sei und eben weit „über“ der schlichten Schülerebene des Relativen stehe.223 Und so wird der Schülerin nicht nur der an ihr begangene Missbrauch zugemutet; es quält sie aufgrund des ihr verwehrten Zugangs zu solch höheren Sphären dazu auch noch das Gefühl ihrer Minderwertigkeit und Unzulänglichkeit.
danke - ich kann mich erinnern, dass er damals ähnlich zu den Vorwürfen gegen Sasaki reagiert hat. Er hat (wie vielen anderen auch) die Sache relativiert weil Sasaki angeblich so ein guter Lehrer war, und hat sich mE insgesamt ablehnend bzw. desinteressiert geäußert.
Er ist für mich eine echte Inspirationsquelle und ich werde das Buch Hardcore Zen lesen und seine Empfehlung Moon in a Dewdrop: Writings of Zen Master Dōgen.
Tue das. Er war für mich und bestimmt viele andere hier ähnlich inspirierend. Dass in den 20 Jahren danach ein etwas gemischteres Bild entstanden ist, muss für Dich jetzt nicht weiter schlimm sein
Vielleicht kaufe ich mir ausnahmsweise auch eine Ausgabe.
Aber hier eine provokante Antwort auf die provokante Ausgangsfrage: wenn der Klimawandel und die damit einhergehende Zerstörung unserer Lebensgrundlagen morgen wie ein Wunder plötzlich gestoppt wäre, könnte ich mein Leben endlich ohne großen Aktivismus weiterführen bzw. in Ruhe genießen.
Denn alle andere gesellschaftliche Probleme, die es zu lösen gäbe, kann man noch in 5 oder 10 Jahren umkehren. Es geht ja nicht immer nur um sich selbst.
Wenn jemand anders leidet, leidet man ein bisschen mit. Umgekehrt, wenn jemand sich freut, freut man sich auch. Das ist Mitgefühl, und das wächst mit der Praxis.
Ich finde diese "meta-"Sichtweise schon ein bisschen merkwürdig. Entweder ist was dran an dem Artikel oder nicht. Und dabei ist es doch völlig Wurscht, ob der Autor persönlich den tibetanischen Buddhismus haßt, oder ob hier auch mehr positives darüber gepostet werden sollte, um irgendetwas auszugleichen.
Wenn man selbst mit seiner Praxis wirklich im reinen ist, dann ist Kritik an dieser Praxis von wem auch immer ziemlich uninteressant. Die anderen sollen doch glauben, was sie wollen, sei es gerechtfertigt oder nicht. Ich würde sogar behaupten, dass nur Anfänger sich noch über Buddhismuskritik echauffieren bzw. sich bemühen, demonstrativ auch die positiven Seiten zu betonen.
Seit ich dem Forum im Jahr 2022 beitrat, las ich überwiegend nur kritische Titel und Beiträge über diese buddhist. Tradition - das sollte m.E., im Sinne der Ausgewogenheit, mal hinterfragt werden. ("Wo bleibt das POSITIVE"?)
Tja...
Feierst du hier eigentlich gerade dass dein Meister von missbrauch wusste aber den Mund nicht aufbekommen hat? Klingt nach einem Teil des Problems, dieser Meister.
Nein, bitte jetzt aus diesem kleinen Ausschnitt keine falschen Schlüsse ziehen. Ich wollte damit nur aufzeigen, dass er mich zugetraut hat, dass ich meine eigenen Erfahrungen mit Shimano machen sollte.
Wenn ich dir aus eigener Erfahrung etwas empfehlen würde, dann hilft es dir nichts - die Erfahrungen muss jeder selbst machen.
Als ich einmal den Kongo-Ji in New York besuchen wollte, habe ich meinem Meister gefragt, was er davon hält. Natürlich wusste er längst über Shimano Bescheid, aber er hat nur gesagt "If you want to go to see Eido Roshi, you go." Er hätte mich also quasi zu den Wölfen geschickt, und das hat mich lange beschäftigt. Bis ich verstanden habe, dass jeder nur aus eigener - auch leidiger - Erfahrung lernen kann.
Bin aber trotzdem froh, dass ich nicht hingegangen bin
Wenn man Eido Shimano früh genug aus seiner Sangha konsequent ausgegrenzt hätte, hätte man viel Leid vermeiden können.
Ellaestla = Ella est là = "Ella ist da" auf französisch
Sehr schön und willkommen
Ja, im Zen ist es ähnlich. Es ist oft eher so, dass die japanische Lehrer uns deren Kultur (mit-) aufzwingen, obwohl Zazen per se nichts damit zu tun hat. Ich persönlich mag die japanische Esthetik, aber man kann es ja auch lassen. Und die japanische Überheblichkeit sowieso
Ich engagiere mich seit Jahren (mal mehr, mal weniger) bei Extinction Rebellion. Wichtig ist, sich nicht zu viel vorzunehmen und seine eigenen Grenzen beachten.
Die Debatte, ob politische Aktivismus mit Buddhismus vereinbar oder gar verpflichtend ist, finde ich aber eher uninteressant. Mach halt!
Die Lage in den Zen-Zentren in Nordamerika ist ähnlich: es gibt kaum eine bedeutende Linie mehr, die bislang ohne Missbrauchsfällen ausgekommen ist. Man kann wahrlich nicht mehr von den "paar Faulen Äpfeln" reden.
Nein, im Gegenteil zu Dir bin ich mir einfach sicher, dass die überwiegende Mehrheit der Buddhisten ganz normal miteinander umgeht
es wäre in diesem Zusammenhang auch wichtig, mal darauf hinzuweisen, dass wahrscheinlich die überwiegende Mehrheit der Buddhisten ganz normal miteinander umgeht
Das "wahrscheinlich" ist bezeichnend
Mir scheint, dass die ganzen [Name angeben]-Sprossen zu Missbrauch neigen
Interessant, es gibt wenige Berichte über Mißbrauch durch Frauen. Klingt alles ein bisschen harmloser als bei den Männern, aber vielleicht bin ich nicht mehr objektiv. Jedenfalls hängen diese Sachen schlicht mit der Gruppendynamik zusammen. Je größer die Gruppe und die Hingabe, desto größer die Gefahr.