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  1. Buddhaland Forum
  2. Andreas

Beiträge von Andreas

  • Der intellektuelle Buddhist – muss das sein?

    • Andreas
    • 6. September 2026 um 18:18

    Liebe*r Hue32,

    Hue32:

    Im wirklichen Leben.

    Nur dort.


    Die ganzen philosophischen Diskussionen können Spaß machen, hier und da vielleicht auch dem und jener weiterhelfen.


    Am Ende bleibt das alles Verbal-Schach.


    Und die, die nicht so wortgewandt oder belesen sind?

    Sind raus, weil sie die Diskussion "verlieren"?

    Keine Erleuchtung bei Leseschwäche?

    Kein Erwachen bei Arthrose, weil da nichts ist mit "full lotus"?


    • verstehe, dass Leiden entsteht, weil du dich an Dinge klammerst, die sich ständig verändern
    • erkenne, dass eins dieser sich ständig verändernden Dinge auch das ist, was du "ich" nennst
    • übe, genau das zu sehen - immer, und immer wieder, im gegenwärtigen Moment
    • handele so, dass du dir und anderen möglichst wenig schadest

    Das ist alles.


    Mehr ist da nicht und mehr kommt da nicht.


    Herzliche Grüße


    Andreas

  • Was ist Leben?

    • Andreas
    • 3. September 2026 um 17:25

    Das Leben ist nicht, weil…


    Das Leben ist.


    Das Leben hat aus sich heraus keinen Sinn. Fressen, ficken, vergammeln, mit 2,1 zeugungsfähigen Nachkommen. Das ist „das Leben“.


    Das Leben selbst ist sinnlos. Aber jede*r ist herzlich eingeladen, in dieser Freiheit sein Leben zu gestalten.


    Herzliche Grüße

    Andreas

  • Majjhima Nikāya 5, Anaṅgaṇa Sutta

    • Andreas
    • 30. August 2026 um 19:35
    Upasaka Dhammavicayo:

    Was würdet ihr Vorschlagen?

    Du triffst hier auf teilweise extrem vulnerable Menschen.


    Du musst erklären, was du aus einem Sutta herausliest, und warum.

    Was du dort herausliest, ist nicht falsch, aber deins.


    Ich sehe, dass du das nicht willst, aber sei bitte vorsichtig. Nicht jede*r kann dir folgen, und das kann falsch enden, wo du richtig sein willst.


    Herzliche Grüße

    Andreas

  • Working Class Dharma

    • Andreas
    • 30. August 2026 um 17:56
    lotusbomber:

    Krass gesagt: "Frankfurt Bahnhofsviertel Bodhisattvas"

    ja, gibt es.

  • Majjhima Nikāya 5, Anaṅgaṇa Sutta

    • Andreas
    • 30. August 2026 um 16:41

    Lieber Upasaka Dhammavicayo,

    Upasaka Dhammavicayo:

    Ich möchte immer nur eine wichtige Passage hervorheben

    danke für deine lieben und wertvollen Beiträge.


    Aber aus meiner Sicht: ja, du solltest immer! das gesamte Sutta posten.
    Denn so ist es eine für dich wichtige Passage, die hier als wichtig gelesen wird, weil du gelesen wirst.


    Es ist aber nur das, was du für wichtig hältst. Und damit vorgefärbt und unvollständig.


    Herzliche Grüße

    Andreas

  • Working Class Dharma

    • Andreas
    • 30. August 2026 um 14:32

    Lieber Lotusbomber,

    lotusbomber:

    Eher sowas wie Streetwork mit Dharma.. Habt

    du kannst „engaged Buddhism“ oder auch die Zen Peacemaker googeln als Startpunkt. Bernie Glassman und Nachfolger*innen.


    Leider gibt es auch dort natürlich Richtungsstreit und unterschiedlich gut vermarktete Aktionen.


    Aber klick‘ dich von dort mal durch.

    Herzliche Grüße

    Andreas

  • Majjhima Nikāya 48, Kosambiya Sutta

    • Andreas
    • 30. August 2026 um 10:16

    Liebe Anna,


    danke für dein Mitgefühl mit den Tieren und auch deinem ehrlichen Versuch, dem Halter gegenüber Mitgefühl zu bewahren. Das ist sehr wertvoll.


    Ich sehe keinen Grund dafür, dass du aufgrund deiner Verstörung an der Richtigkeit deines Übungsweges zweifelst. Zwischen Gleichmut und Gleichgültigkeit gibt es einen erheblichen Unterschied - und der Sturm wird auch auf einem tiefen See Wellen werfen. Das ist völlig in Ordnung, solange nicht die aufgepeitschten Wellen die Basis deines Handelns sind, sondern der tiefe, ruhige und klare Grund.

    Das lese ich aus deiner Beschreibung der Umstände auch heraus 👍.


    Upasaka Dhammavicayo:

    Sprich leise: "Ich wünsche allen Wesen Wohlergehen." Das ist vollständig. Das ist genug

    Nein, ist es nicht.

    Anna-Lyse Dhamma:

    Gibt es eine Lösung dieses "Streitfalles"?

    Ja, und ich glaube, im Grunde kennst du sie bereits: das Leid der Tiere wiegt schwerer als das in-Ruhe-gelassen-werden des Halters. Du kannst vor Ort nicht einschreiten. Die zuständigen Behörden des Landes schon, oder auch eine lokale Tierschutz-Organisation.


    Das ist kein „petzen“. Es geht um den aktiven Schutz der Tiere. Und selbst in Deutschland und der EU sind die Mindestbedingungen der Nutztierhaltung zum Haare raufen, aber wenigstens die müssen eingehalten werden. Punkt.

    Und wenn der Halter das nicht von sich aus tut oder dann irgendwann einsichtig wird, dann darf er eben keine Tiere mehr halten.


    Wenn du nichts tun kannst, tue, was du tun kannst: Schicke eins seiner Videos an die zuständigen Behörden - oder an zum Beispiel PETA - und kündige das, wenn du mit dem „Shitstorm“ umgehen kannst - auch in den Kommentaren an. Beispiel geben muss kein Ego-Trip sein.

    Falls du das nicht möchtest, schick mir gerne den YT Link per pn, dann mache ich das.


    Herzliche Grüße

    Andreas

  • Erfahrungsaustausch Erwachte?

    • Andreas
    • 28. August 2026 um 15:24
    Mentus:

    Viel mehr würd mich interessieren, ob hier schon irgendwer fliegen kann?

    Da gibt es zwei Zugänge:


    eher in der Tradition der Niederwerfungen beheimatet, die Methode, die Douglas Adams im Buch „Per Anhalter durch die Galaxis“ ausführlich beschreibt: wirf dich mit aller Kraft auf den Boden. Aber daneben.


    Und eher Zen: Wissen über Schwerkraft ist Illusion, Schwerkraft selbst ist auch nur ein Konzept.


    Loslassen, der Rest ergibt sich.


    Landung ist bei beiden gleich: zurück in die Dualität: „Ich fliege? Kann gar nicht sein!“ und: bämm! Welcome back to Surface!


    Aber Achtung: vor der inneren Rückkehr in die Dualität: aktuelle Flughöhe prüfen.


    Andererseits ist da ja kein ich, das sich den Hals brechen kann, insofern: go for it!

  • Erfahrungsaustausch Erwachte?

    • Andreas
    • 22. August 2026 um 18:13
    pano:

    Lieber Andreas, deine Beschreibung hört sich für mich an wie die Beschreibungen vom stromeintritt. Nicht so sehr nach dem was ich unter Bodhi verstehen würde

    Lieber pano,

    danke dir!

    Diese Erfahrung, die ich da beschrieben habe, ist auch echt lange her. 20 oder so Jahre.
    Inzwischen - und das ist relativ neu - ist dieser Zustand dauerhaft (?) geworden, und zwar schlagartig.

    Trotzdem, im Nachhinein: dieses erste Erkennen war das Wichtigste überhaupt auf dem Weg, nach meinem Empfinden.


    Im ersten Entstehen habe ich das nicht gesehen. Ich wusste zwar (kognitiv), dass das Greifen und Halten wollen exakt der Fehler ist, aber ich konnte nicht anders.

    Und da waren dann Frust und Enttäuschung.


    Deswegen ausdrücklich im Nachgang: eigentlich war das der wichtigste Moment, und Ich! (dieses noch nicht dekonstruierte Ich!) konnte - im Wortsinne - nicht anders als festhalten wollen.


    Herzliche Grüße

    Andreas

  • Erfahrungsaustausch Erwachte?

    • Andreas
    • 22. August 2026 um 18:06

    Lieber Tai,


    wie schön, dich wieder zu lesen und danke!

    Tai:

    dass zwar über das Erwachtsein gesprochen wird, oft aber gar nicht so recht klar wird, was ihr im einzelnen eigentlich darunter versteht.

    Das habe ich absichtlich offen gelassen, und genau so absichtlich verlange ich auch von niemandem einen Lichttest. Und liefere selbst keinen.
    Dhamma Nachfolge von Kennstenich Roshi, mit Brief und Siegel? Oder doch lieber vom TÜV den Nachweis über die Erleuchtungsstärke? 875 Lumen = Bodhi? Steck‘s dir…


    Wer - wie ich - ehrlich meint, eine (dauerhafte? oder auch nicht?) Erwachenserfahrung gemacht zu haben oder wer sich dafür ehrlich interessiert, ist herzlich eingeladen, zu posten.


    Und ich frage absichtlich Menschen, die dieses Hier und Jetzt mit mir teilen dürfen, die Pippi Langstrumpf, Donald Trump und das Klo mit Wasserspülung kennen, nicht 2.000 Jahre alte Bücher, die mir nur in meinem Kopf antworten. Kann machen, wer will, da war ich auch mal, Thema erledigt.


    Spirutell erklärt oder säkular begründet? Ist mir egal, spielt keine Rolle.


    Als Ankommen wahrgenommen, als durchlaufender Posten oder zurück auf dem Marktplatz? Ich nehme keine Unterscheidung vor. Wer wäre ich?

    Die Tore des Dhamma sind wirklich unendlich, und realistisch werde ich sie nicht alle durchschreiten. Aber ich gelobe, sie alle zu respektieren.

    Und ich möchte einfach hören - und erzählen: wie geht es dir, lieber Mitmensch, (damit)?


    Der Rest ist Neugier und Vertrauen.

    Vor allem: Vertrauen. Ich kann ein Leben im Misstrauen führen und gelegentlich Recht behalten. Oder ich kann ein Leben im Vertrauen führen und gelegentlich aufs Maul fallen.


    Ich habe das Vertrauen gewählt.


    Herzliche Grüße

    Andreas

  • Erfahrungsaustausch Erwachte?

    • Andreas
    • 22. August 2026 um 14:19
    Andreas:
    Leonie:
    Andreas:

    In diesem Moment wird „glauben“ zu „wissen“, das Suchen bekommt eine Richtung.

    Wissen ist Illusion.

    Illusion ist auch ne Illusion.

    Boah!

    Oh, und zu wissen, dass „wissen“ eine Illusion ist, ist auch eine Illusion. Und zu wissen, dass eine Illusion eine Illusion ist, ist auch nur kein Wissen.

    Das Festhalten an Wissen und das Festhalten an Illusion und das Festhalten an der Illusion über Wissen und das Festhalten am Wissen über Illusion ist immer: festhalten.


    Erlebbar ist aber, dass Festhalten an Wortklauberei Kopfschmerzen macht 😂

  • Erfahrungsaustausch Erwachte?

    • Andreas
    • 22. August 2026 um 14:08
    Leonie:
    Andreas:

    In diesem Moment wird „glauben“ zu „wissen“, das Suchen bekommt eine Richtung.

    Wissen ist Illusion.

    Illusion ist auch ne Illusion.

    Boah!

  • Erfahrungsaustausch Erwachte?

    • Andreas
    • 22. August 2026 um 07:23

    Guten Morgen 😃

    Thorsten Hallscheidt:

    Persönlich weiß ich nicht, ob ich "das Erwachen" je erlebt oder erfahren habe. Sicher habe ich aber durch die buddhistische Lehre in verschiedener Intensität und Tiefe etwas für mich ungeheuer Wichtiges erlebt, das mein Leben sehr verändert und sehr viele Fragen und Zweifel aufgeworfen hat.

    Mir geht es - zugegebenermaßen in der Rückschau 🫣 - so, dass das erste Erkennen, dieser eine, kleine Moment, in dem nichts mehr den Blick verstellt, eigentlich die größte „Gnade“)* des ganzen Weges ist.


    In diesem Moment wird „glauben“ zu „wissen“, das Suchen bekommt eine Richtung.
    Als wüsstest du, dass jemand für dich ein Licht ins Fenster gestellt hat.

    Du musst noch wandern und das kann anstrengend werden.
    Aber ist das wirklich schlimm, auf dem Weg nach Hause?

    Ich bin neugierig: ging euch das auch so?

    Christopher:

    der immerhin eine "Kensho"-Erfahrung erlebt und seitdem noch 25 Jahren Zen-Praxis dazugelegt hat

    Samadhi1876:

    Aber je mehr man in der Praxis / Übung fortschreitet

    Umso mehr wird man langsam dabei „nass“ ohne das man es sofort bemerkt. Ein langsames Erwachen…

    Anna-Lyse Dhamma:

    Erkenntnis, aufgrund einer Erwachenserfahrung, ist ja zunächst der Anfang

    Monikamarie:

    Eines Nachts träumte ich, dass ich mit einem kleinen Flugzeug von Bad Reichenhall auf den Watzmann geflogen wurde. Dann flogen wir wieder zurück. In Bad Reichenhall sagte der Pilot zu mir "so, jetzt musst Du den ganzen Weg zu Fuss zurücklegen.


    Seither gehe ich.

    Hotte:

    Die Erkenntnis bleibt ja, auch wenn du das Gefühl hast, dass die Quelle versiegt

    JoJu91:

    Das erstmalige bewusst erkannte "Erleben" oder "Erfahren" der Quelle ist das Erwachen.

    Das Anschließen meines Lebens an die Quelle ist die große lebenslange Aufgabe.


    …?


    Erwachen oder nicht und darum wissen, dass… oder nicht? Ist das so wichtig? Oder ist es tatsächlich so, wie JoJu91 sagt: dieser Moment IST bereits, der Rest ist „nur noch“ 🙄😂 Anschließen der Quelle ans eigene Leben?


    )* „Gnade“: ich habe kein besseres Wort dafür. Ich persönlich brauche keine Metaphysik, körperlich erfahrbar und ein bisschen Neurowissenschaft reicht mir. Dennoch gibt es Augenblicke, die so losgelöst von bisher Erfahrenem sind, dass ich auch verstehe, dass Mensch hier zur spirituellen Erklärung neigt. Und „Gnade“ auch, weil es kein für mich erkennbares „bedingtes Entstehen“ dafür gibt, da ist nichts in x hundert Stunden auf dem Kissen hergesessen, keine abzählbaren Schalen Matcha in Teezeremonien weggetrunken. Kein Verdienst, keine Belohnung. Einfach da.


    Herzliche Grüße

    Andreas

  • Sympathischte Person im Kanon - für dich?

    • Andreas
    • 21. August 2026 um 18:54

    Meine Herzdame: Punna.

    Punna:

    Wer hat dir, Unwissender unter den Unwissenden, erzählt, dass man sich durch Wasser von bösem Karma reinigen kann? Wenn das wahr wäre, würden alle Frösche, Schildkröten, Fische und Krokodile direkt in den Himmel kommen!

    Von der untersten Kaste zur vollständigen Erleuchtung, geradlinig, aufrecht und weise.


    Soziale Mobilität und Emanzipation, vor 2.500 Jahren.

    Punna:

    Puṇṇā, sei voller guter Eigenschaften wie der Mond am 15. Tag. Wenn deine Weisheit voll gerundet ist, zerschmettere die Masse der Dunkelheit

    So nämlich!


    Liebe Grüße

    Andreas

  • Erfahrungsaustausch Erwachte?

    • Andreas
    • 20. August 2026 um 18:00
    Marterra:
    Andreas:

    Sobald ich sie aber einer kognitiven Verarbeitung zuführe (vulgo: drüber nachdenken will oder muss), kommt die Sprachebene hinzu.

    Aber nicht zwingend die von uns bekannten "Sprachen" die wir zwischenmenschlich nutzen. Für viele vielleicht "unglaublich" aber für wenige ist es Normalität (bewusst oder unbewusst). Mann muss nicht zwingend für alles ein beschriftetes Etikett haben um darüber nachzudenken zu können. Man kann es auch nur als das nehmen, was es ist.

    Siehe : unsymbolized thinking / Anendophasie…

    Lieber Marterra,


    das ist echt spannend, das kannte ich nicht. Danke für den Hinweis. Auch, wenn das auf den ersten Blick etwas OT erscheint, ist es das möglicherweise nicht.
    Zumindest „intuitives Erkennen“ (das ich eher auf Verarbeitungsprozesse unterhalb der Wahrnehmungsschwelle bezogen hätte) ist ja sogar direkt im „Erwachenskontext“. Ist aber nur quick and dirty quergelesen bisher.


    Anendophasie habe ich noch nie gehört, lese ich mich mal rein, das interessiert mich.

    Kennst du da jemanden, bzw. trifft das eventuell sogar auf dich zu, wenn ich fragen darf?

  • Erfahrungsaustausch Erwachte?

    • Andreas
    • 20. August 2026 um 10:07
    Marterra:
    Andreas:

    Zunächst: noch vor dem Sprechen oder Schreiben kommt das Denken, und schon da hapert es, denn Mensch kann nur in Sprache denken. Anders funktioniert das nicht, bei dir nicht, bei mir auch nicht.

    Das unterschreibe ich dir aber nicht ;) Mensch kann auch ohne Sprache denken. Sogar schneller und komplexer als mit dem Überbau einer langsamen seriellen Sprache.

    🫡😂

    Okay, da hast du natürlich nicht unrecht: es gibt (zum Beispiel im Bereich der räumlichen Orientierung) kognitive Prozesse, die unsprachlich ablaufen.

    Sobald ich sie aber einer kognitiven Verarbeitung zuführe (vulgo: drüber nachdenken will oder muss), kommt die Sprachebene hinzu.

  • Erfahrungsaustausch Erwachte?

    • Andreas
    • 20. August 2026 um 09:26
    Samadhi1876:

    Der Thread befragt primär spirituell Erwachte, also welche Erfahrungen andere damit gemacht haben, und auch im späteren Umgang mit anderen.


    Spirituell bedeutet ja auch, über etwas hinaus gehend, das ganze Universum sozusagen umfassend. Verbundenheit bis hin zum völligen Einssein mit Universum zu spüren. Neben

    Guten Morgen, und lieben Dank für deine Beiträge!


    Wo ich gerade beim Thema „semantische Unschärfe“ bin: nach meinem Erleben ist „Erwachen“ ohne spirituellen Überbau hier, in diesem Leben, mit diesem Körper natürlicher Teil der Wirklichkeit.

    Gerade auch die Verbundenheit mit dem Leben oder dem Universum: klar, ich lebe und sitze mittendrin in diesem ganzen Universum, wie sollte ich davon je getrennt gewesen sein? Das ist erst intellektuell erkennbar und dann in der Praxis irgendwann auch spürbar.


    Andererseits ist Teil der Erfahrung, dass sie „unbeschreiblich“ ist. Nicht im Sinne von boah! mit Heiligenschein und Engelschor, aber eben nicht beschreibbar, nur erlebbar. Und da können bei Beschreibungsversuchen natürlich auch spirituelle Aspekte naheliegen.


    Insofern sehe ich auch da die Grenze eher fließend und abhängig von der Vorerfahrung und der Grundhaltung der beschreibenden Person.


    Ich möchte „spirituell“ hier aber ausdrücklich nicht als Ausschlusskriterium verwenden, weder in die eine, noch in die andere Richtung :)


    Herzliche Grüße

    Andreas

  • Erfahrungsaustausch Erwachte?

    • Andreas
    • 20. August 2026 um 07:45

    Liebe Ambi,


    danke für deine Gedanken!

    ambi:

    Ist es notwendig zu sagen, dass einem etwas egal ist wenn es wirklich so ist? Indem ich sage, dass es mir egal ist, will ich meinem Gegenüber ja etwas beweisen, will verstanden und gesehen werden

    Das „drüber sprechen“ hat, wie du richtig sagst, seine Tücken.

    Zunächst: noch vor dem Sprechen oder Schreiben kommt das Denken, und schon da hapert es, denn Mensch kann nur in Sprache denken. Anders funktioniert das nicht, bei dir nicht, bei mir auch nicht.

    Also schon in dem Moment, wo du denkst: es ist mir egal! - trennst du in Körper und Geist. Denn wie sich „egal“ für dich anfühlt, kannst du in Worten nicht vermitteln. Nichtmal dir selbst.


    Daraus sollte aber kein Denk- oder Redeverbot entstehen: solange du dir darüber im Klaren bist, dass du Gefühle, Wahrnehmungen etc. nur umschreiben, aber nie exakt beschreiben kannst, ist das erste Problem aus der Welt. Und wenn dein Gegenüber das ebenfalls versteht, und Ihr euch darüber hinaus noch einig seid, dass Begriffe immer auch noch eine semantische Unschärfe beinhalten, also nicht für jeden jederzeit exakt das gleiche bedeuten, ist ein sinnvolles Gespräch möglich.


    Und zu deinem zweiten Satz: es geht nicht immer nur um beweisen wollen oder gesehen werden. Da ist dann viel Ich! im Spiel. Mensch kann auch einfach nur informieren, weitgehend oder ganz frei vom Ich!
    „Es regnet“ ist Information. „Es ist wieder so ein Scheißwetter und ich Volltrottel hab meinen Schirm nicht dabei. Das kann auch nur mir passieren!“ ist Ich!-gesteuerte Geschichte, die dem So-Sein des Regens unbedingt eine eigene Interpretation in den Rucksack packen musste 😉


    Herzliche Grüße

    Andreas

  • Erfahrungsaustausch Erwachte?

    • Andreas
    • 19. August 2026 um 14:35

    Lieber Thorsten,


    danke dir ganz herzlich für deine Beiträge!

    Thorsten Hallscheidt:

    weil ich (noch?) nicht in der Lage bin, aus mir selbst heraus ein freundlicher Mensch zu sein

    Ich verspüre seit der Erfahrung, die bei mir über einen deutlich spürbaren Umbruch zu einer gänzlich anderen Grundhaltung führte, einen erheblich gestiegenen „Metta-Bedarf“. Bis dahin war Metta-Meditation was, das ich so dann und wann mal drin hatte, ich könnte ja mal wieder.

    Heute brauche ich ohne ehrliche Rückfrage - ist genug Wasser im Brunnen? - gar nicht vor die Tür zu gehen. Dann erstmal gezielt zurück in die Stille. Keine formale Meditation, einfach in der Stille tanken.

    Und fühlt es sich immernoch an, als wäre ich mit dem falschen Fuß aufgestanden - Obacht, und im Zweifel: einfach mal die Fresse halten :grinsen:.


    Und für mich ist es ein Schritt raus aus der (falschen!) Dauerfreundlichkeit, die ich mein Leben lang mit mir rumgetragen habe.

    Insofern: ich finde rücksichtsvolle Aufrichtigkeit sinnvoller ;)


    Herzliche Grüße

    Andreas

  • Erfahrungsaustausch Erwachte?

    • Andreas
    • 16. August 2026 um 06:39

    Liebe Leonie,


    danke für die Präzisierung.


    Zunächst: mach dir bitte keine Sorgen, ob mir etwas gefällt oder nicht. Das spielt keine Rolle :).

    Leonie:

    Es findet sich also nirgendwo ein Buddha - aber jede Menge von Vorstellungen bzw. Ansichten was das sein soll.

    Da stimme ich dir zu.


    Und eine dieser Vorstellungen ist gerade deine.

    Vorstellen heißt aber immer auch: sich etwas da-vorstellen. Das mag hilfreich erscheinen, verstellt aber den Blick auf das, was ist.


    Und es gibt keinen Buddha und kein Erwachen?
    Es ist ein Prozess: Erwachen geschieht, aber es gibt dahinter keine Buddha- oder Erwachten-Entität, die man festhalten kann.

    Das ist nach meiner Interpretation auch der Inhalt von MN 1: es gibt ungeübte Menschen, geübte Schüler und Erwachte.
    Die Warnung, die MN 1 enthält, weist auf die Gefahr hin, sich an irgendetwas davon zu klammern, an den Begriff des Erwachten ebenso wie an die Vorstellung (siehe oben), wie Erwachen oder ein Erwachter zu sein hat. Oder da auf Teufel komm raus hinzuwollen.


    Wenn man das so liest, wie du es anscheinend tust, wäre es in der Tat so, dass sich niemand selbst als „Erwachter“ bezeichnen würde, weil: klammern an. Andererseits hat der Buddha selbst sich auch so bezeichnet. Wie geht das?


    Meiner Ansicht nach: es ist ein Prozess. Fortlaufend. Und zwei Forist*innen hier haben - vermutlich eher versehentlich - die Antwort gegeben:


    Schneelöwin : die Phase, die den Schlaf beendet.

    pano : 8:45


    Genau das.


    All‘ Morgen ist ganz frisch und neu, wie die Christen singen.


    Herzliche Grüße

    Andreas

  • Erfahrungsaustausch Erwachte?

    • Andreas
    • 15. August 2026 um 18:39

    Liebe Leonie,


    vielen Dank für deine Gedanken.

    Andreas:

    keinen Grund, mir zu glauben. Das hat nichtmal der Buddha von irgendwem erwartet.
    Ist völlig okay, ich suche weder Bestätigung noch gar Schüler*innen oder sowas.

    Es steht dir selbstverständlich völlig frei, mir zu glauben oder nicht.

    Leonie:

    Deine Frage zeigt dein Verständnis - d.h. dir ist hinsichtlich "erwachen" noch kein Licht aufgegangen. Und du suchst also nach solchen Leuten oder Leuchten, die dir da was erklären könnten.

    Was meine Frage dir zeigt, weiß ich nicht. Und was ich suche, weißt du nicht.


    Aber bisher ist dieser Thread prima ohne „Bodhi-Shaming“ ausgekommen. Belasse es doch bitte dabei.


    Danke und herzliche Grüße

    Andreas

  • Erfahrungsaustausch Erwachte?

    • Andreas
    • 13. August 2026 um 23:02

    Lieber Helgo,


    ein wunderschöner und auch trauriger Text, danke dafür!

    Helgo:

    Es ist vielleicht nicht ganz unfair, sich einmal zu vergegenwärtigen, inwieweit solche Überlegungen bei der Erwachung des Buddha selbst aufgekommen sein mögen...


    Der Buddha selbst beschreibt ja mindestens im

    M. 26. (III,6) Ariyapariyesana Sutta

    eigene Verwirrung und Ratlosigkeit nach dem Erwachen, sein Zögern, die Lehre überhaupt zu verbreiten, in der Erwartung, dass sie ohnehin niemand versteht. Erst nach „göttlicher Intervention“, hier durch Brahma Sahampati, entschließt er sich, seine Entdeckung zu offenbaren. Und stößt zunächst auf Unglauben. Er fragt dann seine alten Weggefährten: „Habt ihr mich je vorher so reden hören?“, erst dann dämmert ihnen, dass da was grundlegendes passiert sein muss. Das lese ich schon auch als einen Ausdruck der Entfremdung.

    Inwieweit Walthers Erwachen spiritueller Natur war, kann ich nicht beurteilen. Die ersten Vertreterinnen christlicher Mystik (insbesondere Hildegard von Bingen) und die Idee der unio mystica - die Vereinigung mit Gott - waren bekannt. Zudem kann Mensch ja auch ohne äußeren Einfluss einen tiefen Einblick ins So-Sein der Welt erlangen. Denkbar ist es also.

    Vielleicht beschreibt er aber auch „nur“ das Gefühl der Entfremdung, die jemand empfindet, der nach langer Zeit in die alte Heimat zurückkehrt und merkt, dass er sich in eine andere Richtung entwickelt hat und es eigentlich keine Gemeinsamkeit mit dem Altvertrauten mehr gibt.

    So oder so, dieses Gefühl der Entfremdung geht sicherlich mit jeder großen inneren Veränderung einher, warum also nicht auch beim Buddha? Er war ja auch nur ein ganz normaler Mensch.
    Und das Gefühl der Trauer, des Verlustes? Der Buddha hatte immerhin einen Weg gefunden, sich - und damit im Prinzip alle Mitmenschen - vom Leid zu befreien. Walther war möglicherweise komplett allein und seiner Einsamkeit ausgeliefert. Das sind ja nochmal deutliche Unterschiede.


    Herzliche Grüße

    Andreas

  • Erfahrungsaustausch Erwachte?

    • Andreas
    • 13. August 2026 um 08:05
    Samadhi1876:

    Meditation


    Ist eine gute Möglichkeit wieder bei sich selbst anzukommen, seinem Atem und Körper

    Das ist inzwischen auch wissenschaftlich gut belegt (KI-erstellte Zusammenfassung, gekürzt):

    Zitat

    Das Default Mode Network (DMN) – auch Ruhezustandsnetzwerk genannt – ist ein Netzwerk von Hirnregionen, das besonders aktiv ist, wenn wir nicht auf eine äußere Aufgabe fokussiert sind. Es umfasst vor allem:

    • den medialen präfrontalen Kortex (Selbstbezug, Planung)
    • den posterioren cingulären Kortex (Selbstreflexion, Gedankenwandern)
    • den Hippocampus (Erinnerung, Vorstellung)

    Der Begriff wurde maßgeblich durch Marcus Raichle(Washington University) geprägt, der 2001 in seinem wegweisenden Artikel "A default mode of brain function" (PNAS, 2001) beschrieb, dass das Gehirn im Ruhezustand keineswegs inaktiv ist, sondern ein charakteristisches Aktivitätsmuster zeigt.


    DMN und das „wandernde Ich"

    Das DMN wird oft mit folgenden mentalen Prozessen in Verbindung gebracht:

    • Selbstbezogenes Denken (self-referential thinking)
    • Gedankenwandern (mind-wandering)
    • Grübeln (rumination)
    • Zukunftsplanung und Vergangenheitsverarbeitung
    • Das narrative Selbst – die Geschichte, die wir uns über uns selbst erzählen

    Matthew Killingsworth und Daniel Gilbert (Harvard University) zeigten in ihrer vielzitierten Studie "A Wandering Mind Is an Unhappy Mind" (Science, 2010), dass Menschen fast 47% ihrer wachen Zeit in Gedanken abschweifen – und sich dabei weniger glücklich fühlen als wenn sie im gegenwärtigen Moment präsent sind.

    Zitat

    „Ein wandernder Geist ist ein unglücklicher Geist" – das klingt fast wie eine buddhistische Lehrrede, nicht wahr?


    Meditation und DMN – Was sagt die Forschung?

    🔬 Reduktion der DMN-Aktivität

    Judson Brewer (Brown University) und sein Team haben in mehreren Studien gezeigt, dass erfahrene Meditationspraktizierende eine deutlich reduzierte Aktivität im DMN aufweisen – sowohl während der Meditation als auch im Ruhezustand.

    Zitat

    Brewer, J.A. et al.: "Meditation experience is associated with differences in default mode network activity and connectivity" (PNAS, 2011)

    Besonders interessant: Selbst Anfänger zeigten nach kurzen Meditationsprogrammen messbare Veränderungen in der DMN-Aktivität.


    🔬 Verschiedene Meditationsstile – verschiedene Effekte

    Antoine Lutz, Richard Davidsonund Kollegen (University of Wisconsin-Madison) unterscheiden zwischen:

    MeditationsstilEffekt auf DMN
    Focused Attention(z.B. Atemmeditation)Reduziert DMN-Aktivität durch Fokussierung
    Open Monitoring (z.B. Vipassana)Verändert die Qualität der DMN-Aktivität – weniger selbstbezogen
    Loving-Kindness(Metta)Aktiviert andere Netzwerke, reduziert selbstbezogene Verarbeitung
    Zitat

    Lutz, A., Slagter, H.A., Dunne, J.D., Davidson, R.J.: "Attention regulation and monitoring in meditation" (Trends in Cognitive Sciences, 2008)


    🔬 Das „Selbst" auflösen – Neurophenomenologie

    Zoran Josipovic (New York University) untersuchte speziell Nicht-duale Bewusstseinszustände (nondual awareness) – Zustände, die in der Meditationspraxis als besonders tiefgehend gelten.

    Er fand, dass diese Zustände mit einer veränderten, aber nicht einfach reduzierten DMN-Aktivität verbunden sind – das DMN wird gewissermaßen „umgeschrieben", nicht einfach abgeschaltet.

    Zitat

    Josipovic, Z.: "Neural correlates of nondual awareness in meditation"(Annals of the New York Academy of Sciences, 2014)


    DMN und Erwachen – Die buddhistische Perspektive

    Hier wird es besonders spannend: Was die Neurowissenschaft als „narrative self" (narratives Selbst) beschreibt, entspricht dem, was der Buddha als „anattā"(Nicht-Selbst) lehrte.

    Der Zusammenhang:

    Das DMN konstruiert kontinuierlich eine Geschichte des Selbst – ein „Ich", das plant, erinnert, bewertet und leidet. Im Pali-Kanon wird dieser Prozess als papañca bezeichnet – die mentale Proliferation(gedankliche Ausweitung, Konzeptualisierung), die Leiden erzeugt.

    Zitat

    „Mönche, was auch immer ein Mensch sich vorstellt, darüber denkt er nach; was er bedenkt, das ist die Quelle, aus der papañca-Wahrnehmungen ihn überwältigen."
    — Madhupindika Sutta(MN 18)


    Was geschieht beim „Erwachen"?

    Willoughby Britton (Brown University) und Richard Davidsonhaben untersucht, was in tiefen meditativen Zuständen und bei langfristigen Praktizierenden neuronal geschieht:

    • Weniger automatisches Selbstbezugsdenken
    • Größere Flexibilität zwischen DMN und Aufmerksamkeitsnetzwerken
    • Verringerte emotionale Reaktivität (emotional reactivity)

    Norman Farb et al. (University of Toronto) zeigten in einer wichtigen Studie, dass Achtsamkeitstraining zwei verschiedene Arten der Selbstwahrnehmung fördert:

    1. Narratives Selbst (DMN-dominiert) – „Ich bin jemand, der..."
    2. Momentanes Selbst(experiential self) – direkte Körper- und Sinneswahrnehmung
    Zitat

    Farb, N.A.S. et al.: "Attending to the present: mindfulness meditation reveals distinct neural modes of self-reference"(Social Cognitive and Affective Neuroscience, 2007)


    Judson Brewers Modell: Sucht, Selbst und DMN

    Judson Brewer hat ein besonders zugängliches Modell entwickelt, das DMN, Sucht und Selbst verbindet:

    Das DMN treibt Craving(Verlangen, Gier) an – den ständigen Drang nach Bestätigung, Ablenkung, Kontrolle. Meditation – besonders Achtsamkeit auf Körperempfindungen und Gedanken – unterbricht diesen Kreislauf.

    Zitat

    Brewer, J.: "The Craving Mind" (Yale University Press, 2017)

    Dies entspricht direkt der zweiten Edlen Wahrheit (samudāya): Leiden entsteht durch Verlangen (taṇhā).

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    erstellt mit BuddhAI

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    buddhastiftung.org


    KI-Antworten können Fehler enthalten, ich habe diese Zusammenfassung nicht Korrektur gelesen. BuddhAI halluziniert nach meinem Eindruck sehr wenig, dennoch bitte nicht ungeprüft außerhalb dieses Threads zitieren. 🙏


    Aktuelle neurowissenschaftliche Untersuchungen bestätigen die Lehre also auch, und wahrgenommene Veränderungen durch regelmäßige Meditation sind jenseits der Einbildung und mit medizinischen Methoden messbar.


    Als ADHSler schreibe ich zum Thema Meditation noch mal ausführlicher, aber erst Anfang September. Wir sind im Urlaub und nur auf dem Handy ist das etwas mühsam. :earth:


    Herzliche Grüße

    Andreas

  • Erfahrungsaustausch Erwachte?

    • Andreas
    • 12. August 2026 um 20:18
    Anna Panna-Sati:

    Anscheinend JA, :) und ich danke dir für diese (etwas ungewöhnliche) Anfrage, der zufolge man diesem Austausch beiwohnen kann. _()_ :D

    Liebe Anna, liebe alle,


    der Dank gebührt euch, die ihr hier völlig unaufgeregt und offen auf meine kleine Anfrage eingeht.

    Verschiedene Schulen, völlig unterschiedliche Voraussetzungen - und weitgehend die gleiche Erfahrung mit der „Erfahrung“: da ist erstmal nichts besonderes, kein Heiligenschein, keine Fanfare, nichts dergleichen.

    Ich sage dazu: gleiche Arbeit, schärferes Werkzeug. Und wache Ruhe ist die Werkbank. Plus: weiterüben. Es ist kein Ankommen, kein Leben im Dauerlotus.

    Eher die Frage: und jetzt? Ein bisschen Sorge, dass es verblasst, oder sogar die Erfahrung, dass das passiert. Oder die leise Befürchtung, dass das Ich! sich am Ende doch noch dieses „Erwachen“ schnappt und damit durchgehen könnte…


    Andererseits auch das Empfinden: es ist ein bisschen wie Fahrrad fahren: schwer zu erlernen, unmöglich in Worten zu erklären, aber, einmal erlebt, nicht wieder verlernbar. Trotzdem gelegentlich auf die Schnauze fallen inklusive 😁


    Ich habe noch nicht mal alle eure Beiträge in Ruhe gelesen, ich werde in den kommenden Tagen sicher noch auf den einen oder anderen Beitrag antworten, da ist so viel Schönes und Interessantes drin.

    Aber von ganzem Herzen jetzt schon: danke, dass Ihr diesen kleinen - und ja, etwas ungewöhnlichen 😄 - Faden so wunderbar aufnehmt! _()_

  • Erfahrungsaustausch Erwachte?

    • Andreas
    • 12. August 2026 um 00:50
    Schneelöwin:

    Selbst wenn das Ziel nicht erreicht wird, kann die Reise schön werden, ganz ohne Käse

    Du sprichst ein echtes Dilemma an, danke dir dafür.

    Erwachen ist ein heikles Thema. Es zu erwarten, verhindert es, es - implizit oder explizit - auszuschließen, geht am Kern der Lehre vorbei.

    Drüber zu reden, erhöht ungewollt, nicht drüber zu reden, hält es irgendwo im Mystischen.

    Bezeichne ich meine Erfahrung als das, was sie für mich ist: nichts besonderes, gleiche Arbeit, schärferes Werkzeug - stoße ich Leute vor den Kopf, die stark zum metaphysischen, religiösen Zweig tendieren.

    Bezeichne ich meine Erfahrung nur als „Erwachen“, ohne den Zusatz, mache ich mich zum Guru, der ich nicht bin.

    Und halte ich mein Maul, ist es unfair, denn ich kann und möchte ermutigen:


    nach meiner gelebten Erfahrung kann man das Leid wirklich erkennen, in dieser Welt, in diesem Leben. Und man kann es wirklich verringern, selbst, in dieser Welt, in diesem Leben. Und für mich geht das auf dem Weg, den der Buddha beschrieben hat. Das kann ich bezeugen. Nicht mehr, nicht weniger.


    Ich muss aber auch klar dazusagen: ich habe dafür 42 Jahre „unterm Baum gesessen“, und am Ende vielleicht auch einfach nur Glück gehabt. Und es dann beinahe noch weggestoßen: das kann nicht alles sein… 🫣


    Also auch ein großes Ausrufezeichen hinter deine Aussage: Praktizieren reduziert das Leid. Jetzt. Und völlig unabhängig vom „Erwachen“.


    Danke dir!

Ausgabe №. 137: „Sorgen entsorgen?"

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