Liebe Leonie,
danke für die Präzisierung.
Zunächst: mach dir bitte keine Sorgen, ob mir etwas gefällt oder nicht. Das spielt keine Rolle .
Es findet sich also nirgendwo ein Buddha - aber jede Menge von Vorstellungen bzw. Ansichten was das sein soll.
Da stimme ich dir zu.
Und eine dieser Vorstellungen ist gerade deine.
Vorstellen heißt aber immer auch: sich etwas da-vorstellen. Das mag hilfreich erscheinen, verstellt aber den Blick auf das, was ist.
Und es gibt keinen Buddha und kein Erwachen?
Es ist ein Prozess: Erwachen geschieht, aber es gibt dahinter keine Buddha- oder Erwachten-Entität, die man festhalten kann.
Das ist nach meiner Interpretation auch der Inhalt von MN 1: es gibt ungeübte Menschen, geübte Schüler und Erwachte.
Die Warnung, die MN 1 enthält, weist auf die Gefahr hin, sich an irgendetwas davon zu klammern, an den Begriff des Erwachten ebenso wie an die Vorstellung (siehe oben), wie Erwachen oder ein Erwachter zu sein hat. Oder da auf Teufel komm raus hinzuwollen.
Wenn man das so liest, wie du es anscheinend tust, wäre es in der Tat so, dass sich niemand selbst als „Erwachter“ bezeichnen würde, weil: klammern an. Andererseits hat der Buddha selbst sich auch so bezeichnet. Wie geht das?
Meiner Ansicht nach: es ist ein Prozess. Fortlaufend. Und zwei Forist*innen hier haben - vermutlich eher versehentlich - die Antwort gegeben:
Schneelöwin : die Phase, die den Schlaf beendet.
pano : 8:45
Genau das.
All‘ Morgen ist ganz frisch und neu, wie die Christen singen.
Herzliche Grüße
Andreas