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Wie geht ihr damit um, wenn nahestehende Menschen euren Glauben nicht ernst nehmen?

  • Lotoslara
  • 24. Februar 2026 um 11:53
  • Zum letzten Beitrag
  • Lotoslara
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    24. Februar 2026
    • 24. Februar 2026 um 11:53
    • #1

    Liebe Sangha,

    ich bin seit fast zwei Jahren praktizierende Buddhistin und würde mich selbst noch als relativ am Anfang meines Weges bezeichnen. Dennoch spüre ich sehr deutlich, dass es für mich der richtige Weg ist. Der Buddhismus hat mich zu einem achtsameren und glücklicheren Menschen gemacht, und ich bin sehr dankbar, dass ich zu dieser Erkenntnis kommen durfte.

    Leider kenne ich in meinem privaten Umfeld kaum andere Buddhistinnen oder Buddhisten. Umso mehr habe ich mich gefreut, als ich vor kurzem bei einem Treffen einer alten Schulfreundin jemanden kennengelernt habe, der ebenfalls buddhistisch ist. Als das Thema aufkam, habe ich offen erzählt, dass auch ich Buddhistin bin.

    Meine Freundin reagierte jedoch sehr überrascht und fragte: „Du bist etwa buddhistisch?“

    Ich habe ruhig erklärt, wie ich zu meinem Weg gefunden habe und auch von einer sehr persönlichen spirituellen Erfahrung berichtet, die für mich eine tiefe Bedeutung hat.

    Statt Verständnis oder zumindest Respekt zu erfahren, wurde ich jedoch ausgelacht. Meine Freundin machte sich gemeinsam mit den anderen über mich lustig und ahmte mich nach. Das hat mich tief verletzt – vor allem, weil es von einer Freundin kam und weil ich etwas sehr Persönliches und Wichtiges geteilt hatte.

    Ich habe viel darüber meditiert und versucht, die entstandenen Gefühle von Verletzung und Enttäuschung loszulassen. Dennoch fällt es mir schwer, damit umzugehen. Besonders die Tatsache, dass es sich um eine enge Freundin handelt, beschäftigt mich.

    Daher möchte ich euch fragen:

    Wie geht ihr mit solchen Situationen um?

    Wie findet ihr einen heilsamen Umgang mit Spott oder fehlendem Respekt gegenüber eurer Praxis – besonders wenn er von nahestehenden Menschen kommt?

    Ich freue mich über eure Erfahrungen und Ratschläge.

    Metta 🙏

  • void 24. Februar 2026 um 12:51

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Lassi
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    17. Februar 2026
    • 24. Februar 2026 um 13:23
    • #2

    Herzlich Willkommen:rainbow:


    Vielleicht war deine Freundin in dem Moment überfordert und hat es mit dem Lachen versucht von sich wegzuhalten. Wenn sie dir eine enge Freundin ist, würde ich etwas Zeit vergehen lassen und bei einer anderen Gelegenheit ansprechen wie du dich dabei gefühlt hast.


    Alles Liebe für dich :heart:

    Liebe Grüße,

    Lassi

  • Zomp
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    Buddh. Richtung
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    • 24. Februar 2026 um 15:25
    • #3

    Hallo.

    Ich bin generell vorsichtig mit dem "Religiösen Outing", da ich auch schon offene Feindseligkeit dafür erfahren habe.
    Wenn Leute drüber lachen würde ich nur sagen "wenn du meinst" oder gegebenenfalls spielerisch "zurückschießen".


    Ansonsten schließe ich mich Lassis Vorschlag an.


    Zomp

  • mukti
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    • 24. Februar 2026 um 16:57
    • #4
    Lotoslara:

    Wie findet ihr einen heilsamen Umgang mit Spott oder fehlendem Respekt gegenüber eurer Praxis – besonders wenn er von nahestehenden Menschen kommt?

    Ich versuche mich auf die Vergänglichkeit und Unzulänglichkeit zu besinnen und warte, bis die Gefühle der Verletzung und Enttäuschung abgeklungen sind, das kann eventuell einige Tage dauern. Danach sehe ich das entspannt und messe der Sache keine große Bedeutung mehr zu.

    Mit Metta, mukti.


  • Online
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    • 24. Februar 2026 um 17:22
    • #5

    Herzlich Willkommen Lotoslara


    wie schön, dass du den Dharma als Bereicherung in deinem Leben erfährst und dir sicher bist, dass du diesen Weg weiter beschreiten möchtest :rad:

    Ich empfehle dir, dich darauf zu fokussieren und ungeachtet aller Meinungen von anderen Menschen, ganz bei dir und deiner Freude über diese Erfahrung zu bleiben.


    Menschliche Enttäuschungen gehören zum Leiden dazu, Hauptsache du bleibst bei dir und wie es sich mit deiner "Freundin" entwickelt und was sie von dir versteht ist doch eher zweitrangig, kann man nicht beeinflussen.

    Vielleicht könnt ihr nochmal darüber sprechen.

    Such doch vielleicht lieber den Kontakt zu dem Buddhisten, den du bei deiner Freundin kennengelernt hast, vielleicht ist der sehr viel wertvoller momentan für dich und versteht deine Motivation und Hingabe.


    Alles Gute_()_:klee:


    P.s. Spott aus Unverständnis oder Unwissenheit deinem Glauben gegenüber, ist nochmal etwas anderes,als Spott dir als Person gegenüber.

    Ersteres lässt sich sicher klären, zweiteres vielleicht nicht.

    Einmal editiert, zuletzt von Railex (24. Februar 2026 um 17:28)

  • void
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    Buddh. Richtung
    Zen
    • 24. Februar 2026 um 17:34
    • #6

    Man baut ja seine Identität viel auf den Blick der anderen auf. Wir spiegeln uns im anderen.


    Und von daher kann uns das auch in Frage stellen. Einem Fleischesser kann der Blick eines Veganers zu einem Spiegel werden in dem er sich selber statt als harmlosen Wurstgenießer als Monster - als ignoranten Verschinger eines Mitwesens - sieht. Sein Blick ist ein "böser Blick" - etwas das man bannen muß. Eben auch durch Verlachen.


    Und auch so ein Religiöser kann zu einem "schlimmen Spiegel" werden, der die eigene Normalität erschüttert. Wo man sich dann als banaler Materialist spiegelt - als jemand der für die tiefen Aspekte des Lebens unmusikalisch ist.


    Die Verletzung ist also oft eine Antwort darauf, sich zutiefst in der eigenen Identität in Frage gestellt zu fühlen.

  • mooncake
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    • 24. Februar 2026 um 18:56
    • #7
    Lotoslara:

    Statt Verständnis oder zumindest Respekt zu erfahren, wurde ich jedoch ausgelacht. Meine Freundin machte sich gemeinsam mit den anderen über mich lustig und ahmte mich nach. Das hat mich tief verletzt – vor allem, weil es von einer Freundin kam und weil ich etwas sehr Persönliches und Wichtiges geteilt hatte.

    Willkommen, Lotoslara!

    Wie Du es schilderst, kann es auch möglich sein, dass Deine beste Freundin eifersüchtig auf Deine neue geistige Verbindung mit dem Buddhisten war. Es ist schwer darüber zu spekulieren, wenn Du sie nicht selbst danach fragst.

    Ich selbst gehe mit Spott und fehlendem Respekt im Umgang mit guten Freunden im Laufe meines Alters eher direkt um und frage genau nach was sie für ein Problem haben.

    Die reflektierte Kritik von nicht- buddhistischen Menschen hat mir auch sehr oft dabei geholfen, bestimmte kritisierte Themen noch mal genau nachzulesen und besser zu verstehen. Deswegen sind sie in meinem Leben sehr wichtig.

    void:

    Anderen ungefragt mit tiefen spirituellen Erfahrungen zu konfrontieren hat etwas Übergriffiges. So wie Leute die mir einfach so ihre sexuellen Erlebnisse erzählen und Omas die über ihren Stuhlgang dozieren.

    Ich denke das ist sehr richtig, wenn es sich um Fremde oder Bekannte handelt. Mit einer besten Freundin kann man normalerweise auch ohne Häme über Omas Stuhlgang reden.

  • Thorsten Hallscheidt
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    • 24. Februar 2026 um 19:15
    • #8

    Buddhisten sind Menschen,

    • die sich die Bedingungen des Lebens, Fühlens und Denkens genau anschauen,
    • die versuchen zu verstehen, warum trotz immer mehr Arbeit, Mühe und Wohlstand sich kein dauerhaftes Glück einstellen will,
    • die bei sich und anderen bemerken, dass vor lauter Getriebensein das Leben ungelebt vergeht,
    • die bemerken, dass Ausbeutung, Lügen, Gewalt und Diebstahl zu einem schlechten sozialen Klima führen (im Kleinen wie im Großen und über Generationen hinweg),
    • die nicht versuchen, Alter, Krankheit und Tod zu verdrängen,
    • die versuchen, Freundlichkeit und Gewaltlosigkeit im eigenen Leben nicht nur gegenüber anderen Menschen zu lernen,
    • die bemerken, dass die Bilder, die sie sich von der Welt machen, nicht die Welt sind, sondern im Gegenteil nur Vorstellungen, die die Welt verstellen.
    • die irgendwann die unsichtbaren, starken, Leid und Frustration erzeugenden Fesseln bemerken, als unerträglich erleben und sich davon befreien wollen

    Hier lässt sich noch einiges anfügen...


    Nichts davon ist meiner Ansicht nach "buddhistisch", sondern – vernünftig. Nichts davon hat mit Glauben zu tun, sondern mit einem immer weiter sich vertiefenden Prozess der Selbst- und Welterkenntnis. Es geht um Freiheit und Unabhängigkeit. Weniger um Identität als Buddhst:in.


    Im Buddhismus ist dieser Weg am klarsten und freundlichsten und zugleich kompromisslos dargelegt. Aber es ging dem Buddha nie um den Buddha oder den Buddhismus, sondern um die Befreiung vom Leiden. Warum sollte es mir also daran gelegen sein, als Buddhist ernst genommen zu werden, wenn es mir um Freiheit, Verantwortung und Erkenntnis geht? Und was liegt mir daran, wenn jemand Freiheit, (Selbst-) Verantwortung und Erkenntnis nicht ernst nehmen kann? Kann ich ihn oder sie dann ernst nehmen?

    Das ist denn doch nur der Abendwind, der heute mit ordentlich verständlichen Worten flüstert.

    2 Mal editiert, zuletzt von Thorsten Hallscheidt (24. Februar 2026 um 19:21)

Ausgabe №. 134: „Keine Angst vor der Angst"

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