1. Übersicht
  2. Forum
  3. Lexikon
  • Anmelden
  • Registrieren
  • Suche
Alles
  • Alles
  • Seiten
  • Forum
  • Lexikon
  • Termine
  • Erweiterte Suche
  1. Buddhaland Forum
  2. Igor07

Beiträge von Igor07

  • Ich bin der Baum, den ich wahrnehme?

    • Igor07
    • 8. Mai 2026 um 19:55

    Lieber void, wenn du mir erlaubst, kann ich meine eigene Position ausführlicher erklären. Du schreibst über Dukkha als etwas „Verstörendes“ und „Widersinniges“. Früher hast du geschrieben: „Unsere Geburt führt dazu, dass wir aus der Mutter herauskommen, dass wir altern und sterben, Liebgewonnenes verlieren und Widriges erfahren.“


    Das sind sehr harte Worte, aber sie sind menschlich. Für die Natur ist das jedoch absolut gleichgültig, denn diese sogenannte Natur stellt nicht mehr dar als den Strom der bedingten Entstehung, paṭicca-samuppāda. Bestimmte Ursachen und Bedingungen lösen bestimmte Wirkungen aus. Mit meinen eigenen Bewertungen und Beurteilungen hat das nichts zu tun.


    So verstehe ich es: Geburt ist Dukkha, ebenso wie Tod und Krankheit. Aber der Buddha hat doch Dukkha überwunden, oder? Gleichzeitig war er selbst alt, krank und ist gestorben. Was sollte ich dann unter dem Begriff „Dukkha“ konkret nachvollziehen? Ich werde auch sterben, das ist das Gesetz. Alles, was entsteht, ist dazu verdammt, zu vergehen.


    Hier gibt es keine Grausamkeit, wenn ich deine Worte lese. Das wäre vergleichbar mit dem Gesetz der Gravitation: Wenn etwas mir auf den Kopf fällt, kann es mein Leben kosten. Wenn ich meine Finger in die Steckdose stecke, kann ich sterben.

    Die Natur schert sich nicht um mich und meine Person. Punkt.


    Unter Dukkha und seiner Überwindung kann ich nur den zweiten Pfeil verstehen, also meine innere Einstellung zum Leben und auch zum Sterben, so wie es ist. Aber das alles wegzuwischen, steht nicht in meiner Kraft.


    Du schreibst diesen Gesetzen der Natur eine negative oder widrige Bedeutung zu. Das ist deine eigene Position. Damit erschaffst du selbst die Bedingungen für den sogenannten zweiten Pfeil. Im Sinne: Ist das Glas mit Wasser halb leer oder halb voll?


    Abschließend zur Verbundenheit: Ich meine es nicht romantisch oder wie verklärend, aber wenn ich innerlich anerkenne, dass alle leidenden Wesen genau wie ich sterblich sind, dann kann ich mich wahrscheinlich nicht mehr so übermäßig wichtig wahrnehmen. Ich bin nicht mehr der Nabel der Welt, denn alle leiden, und alles ist vergänglich – nicht ich allein. Das ist mein Verständnis dieser Verbundenheit, rein praktisch, ohne Mystik.

    Alles Gute.

  • Ich bin der Baum, den ich wahrnehme?

    • Igor07
    • 8. Mai 2026 um 02:19
    void:

    Unsere Geburt führt dazu, dass wir aus der Mutter rausgeflutscht sind, dass wir Altern und Sterben, liebgewonnenes verlieren und Widriges erfahren.

    Zu pessimistisch, scheint mir:


    Zitat
    Zitat

    Und so lang du das nicht hast,
    dieses Stirb und Werde,
    bist du nur ein trüber Gast
    auf der dunklen Erde.

    West-östlicher Divan, Buch des Sängers, Selige Sehnsucht

    "Ich" lebe weiter: in meinen Kindern, meinen Enkeln, so ist das Leben.

    Die goldene Mitte oder der mittlere Weg.

  • Ich bin der Baum, den ich wahrnehme?

    • Igor07
    • 7. Mai 2026 um 21:41
    void:

    Alan Watts repräsentiert ja nicht so die oft auch schlichte und trockene Zen Tradition sondern er war eher so ein phantasievoller und charismatischer kultureller Brückenbauer dessen Verdienst es war der 68 iger Generationen mit faszinierenden Konzepten aus Daoismus, Avaita Vendata und Zen bekannt zu machen.

    Ich denke, Alan Watts hat die Grundideen von Mahayana sehr gut verstanden, besonders in den späteren Werken wie "Das Tao der Philosophie" und dem von seinem Sohn erst nach seinem Tod veröffentlichten Werk: "Über den Geist hinaus". Er beherrschte dazu Chinesisch, und zwar echt professionell.

    Aber dasselbe, wie A. Watts sagt, sagt auch David Loy in der Abhandlung: "Nondualität. Über die Natur der Wirklichkeit".

    Am Rande bemerkt noch den dicken Wälzer von Th. Metzinger, wo er sehr viele lang praktizierende Meditierende aus vielen Ländern zitiert, also ich finde es nicht abwegig.

    SWAN hatte es aber echt ungeschickt ausgedrückt, also: alles ist Eins. Besser wäre: alles ist mit allem verbunden. Die Wissenschaft benutzt dann Begriffe wie Fraktal-Struktur, oder man spricht über die morphogenetischen Felder, so wie im neuen Buch von Hans-Günter Wagner.

    Aber die ursprüngliche Idee war schon im Theravada. Wir alle sind durch Samsara miteinander wie verwoben, dazu Karma und Wiedergeburt runden das Bild ab, also im Sinne: wenn mich jetzt jemand umbringt, dann habe ich es so verdient, was den Boden für Missbrauch bereitet. Aber im Grunde ist es die Idee der Ökologie des ganzen Planeten, warum denn nicht?:?

  • Ich bin der Baum, den ich wahrnehme?

    • Igor07
    • 5. Mai 2026 um 20:21

    Hi, SWAN .


    Man sollte nach dem Avatamsaka-Sutra suchen, scheint mir, um zu sehen, dass es das Holon-Prinzip benutzt, aber das ist kein Brei, eher wie das Modell des holographischen Universums.

    Sehr schön erklärt bei Heinrich Dumoulin in Geschichte des Zen-Buddhismus.

    Das habe ich ein wenig dazu gefunden:


    Zitat

    Aus dem Avatamsaka Sutra von Hua Yen Jing:

    Zitat

    „Weit weg, im himmlischen Bereich des Gottes Indra, gibt es ein wunderbares Netz, das dort von einem listigen Künstler so aufgehängt wurde, dass es sich ausbreitet in alle Richtungen. In Übereinstimmung mit dem extravaganten Geschmack der Götter hat der Künstler ein einziges glitzerndes Juwel in jedes Auges des Netzes gehängt, und weil das Netz selbst unendlich in seiner Dimension ist, sind die Juwelen unendlich in ihrer Zahl Dort hingen die Juwelen, wie Sterne glitzernd, und waren wunderbar anzusehen. Wenn wir nun jedes Juwel genau inspizieren, werden wir feststellen, dass sich in seiner polierten Oberfläche alle anderen Juwelen spiegeln. Unendlich in ihrer Zahl. Nicht nur das; alle anderen Juwelen spiegeln in ihrer polierten Oberfläche alle anderen Juwelen wider. So geschieht ein unendlicher Prozess des Reflektierens. Dies symbolisiert auf wunderbare Weise unsere Welt, in der jedes fühlende Wesen mit allen anderen fühlenden Wesen und jedes Ding mit jedem anderen Ding verbunden ist.“

    Die Weisheit der Leerheit


    Und ein toller Artikel dazu:


    Zitat

    In Hinduismus und Buddhismus gibt es ein schönes Bild für die Verbundenheit alles Seienden. In diesen Traditionen wird erzählt, Gott Indra habe ein Netz geknüpft und jeder Knoten darin sei ein in viele Facetten geschliffenes Juwel. Wenn nun in einem Juwel eine Bewegung stattfindet, spiegeln alle anderen Juwelen diese Bewegung wider, werden von der Bewegung, die sie aufgenommen haben, verändert, und ihr verändertes Sein wird wiederum von allen anderen Juwelen gespiegelt. Jeder Mensch, jedes Tier, jede Pflanze und jedes Mineral - sagt die Tradition - ist ein solches Juwel. Wenn also in einem Menschen eine Bewegung stattfindet, wird sie von den Menschen in seiner Umgebung aufgefangen und weitergespiegelt."

    Das Netz des Indra
    Writing, reading, mindfulness, Zen. Schreiben, Lesen, Musik, Kunst, Achtsamkeit und Zen-Praxis.
    margrit-irgang.blogspot.com


    Alles Gute dir.

  • Das Leid der Anderen

    • Igor07
    • 24. April 2026 um 12:30
    mukti:

    mit der Besinnung auf die erste edle Wahrheit: Dasein ist untrennbar mit Leid verbunden.

    Solche Einstellungen betrachte ich rein persönlich als eine verallgemeinernde Vereinfachung. Warum lächeln dann so viele Lehrer der Waldkloster-Tradition und andere „erwachte“ Wesen und wirken so verdammt glücklich? Bei mir stützt die Statue des lachenden Buddha sogar meinen Balkon ab.

    Wenn man annimmt, dass ein junger und gesunder Mann so denkt, dass absolut alles nur Leid ohne Ende ist, würde er wahrscheinlich vor dem Leben fliehen und nichts unternehmen.

    Jemand, der schüchtern oder ängstlich ist, depressiv und so weiter, könnte den Buddhismus als Lösung betrachten. Das wäre jedoch fatal, denn dieser Mensch könnte dadurch das Leben verpassen.

    Vor Kurzem habe ich einen französischen Film gesehen, in dem eine junge schwangere Frau an Krebs sterben sollte. Trotzdem ist sie dankbar für jeden Tag und jede Stunde, die sie noch hat und in denen sie ihr neugeborenes Kind sehen kann.

    Leidet sie? Bestimmt. Aber sie ist gleichzeitig glücklich und dankbar.

  • Das Leid der Anderen

    • Igor07
    • 23. April 2026 um 23:26

    Aber wir können einfach nichts dafür. Das ist menschlich, denn jeder wird früher oder später seine eigenen Freunde, Eltern oder sehr nahestehenden Menschen verlieren. Manchmal wollten wir selbst uns aufopfern, denn wenn das eigene Kind leidet, ist das kaum auszuhalten. Man möchte dieses Leiden lieber selbst auf sich nehmen.

    Leider geht das nicht – so ist das Leben. Das Leiden, egal wie man den Begriff definiert, macht keinen Unterschied zwischen mir selbst und den anderen. Auf das Leben, so wie es ist, gibt es keinen Verlass; wir müssen früher oder später alles hinter uns zurücklassen.

    Dieser Schmerz ist kaum auszuhalten. Und dennoch hoffen wir, dass ein Wunder geschehen kann.

    Issa, einer der großen Haiku-Dichter Japans, schrieb einmal:

    Zitat

    „Nichts als Tautropfen
    in dieser Traumwelt –
    und dennoch, und doch …“

    In diesem „Dennoch“ kann man den Schmerz spüren, aber zugleich auch den Ausdruck der Schönheit, die in allem verborgen liegt – trotz allem, was wir verlieren. Sie leben alle in unseren Herzen weiter. Immer.

  • Meditation der Grundpfeiler der buddhistischen Praxis ?

    • Igor07
    • 21. April 2026 um 00:18
    Helmut:

    im normalen,samsarischen Leben so gut es geht einzurichten.

    Kleine Ergänzung. Tschuldigung..

    Ist es überhaupt möglich, stellt sich die Frage, in samsarischen Leben so gut "einzurichten"?

    Ich bezweifle es.


    Zitat

    (1) "'(Das Leben in) jeglicher Welt ist instabil, es wird hinweggefegt': dies ist die erste Zusammenfassung des Dhamma, (2) "'(Das Leben in) jeglicher Welt ist ohne Schutz und ohne Beschützer': dies ist die zweite Zusammenfassung des Dhamma,"'(Das Leben in) jeglicher Welt hat nichts von wirklich eigenem Besitz; man muß alles zurücklassen und weitergehen': dies ist die dritte Zusammenfassung des Dhamma 4) "'(Das Leben in) jeglicher Welt ist unvollständig, unersättlich, von Begehren versklavt': dies ist die vierte Zusammenfassung des Dhamma

    MN 82.

  • Meditation der Grundpfeiler der buddhistischen Praxis ?

    • Igor07
    • 20. April 2026 um 17:32
    Helmut:

    Wenn man dies nicht fürs normale, samsarische Leben braucht, dann braucht man auch die Dharmapraxis nicht, wenn es nur darum geht, sich im normalen,samsarischen Leben so gut es geht einzurichten.

    Das kann ich aber sehr gut inhaltlich kontern.


    Der erste Punkt:
    Bei sehr langer Praxis von sati kommt irgendwann die Erkenntnis, dass es kein festes „Ich“ oder „Mein“ gibt – dass es sich also als Illusion entpuppen kann. Als Folge davon nimmt man vieles nicht mehr so persönlich wahr, sondern wird gelassener. Dadurch erscheint es auch weniger" schlimm" und "unangenehm", sich im Samsara einzurichten.


    Der zweite Punkt:
    Es kommt darauf an, wie jemand den Begriff „Nirvana“ versteht. Im säkularen Buddhismus wird es oft als ein Prozess des Erwachens beschrieben, der immer im Hier und Jetzt geschieht – jedoch ohne ein endgültiges Nibbana, wie es im traditionellen Theravāda gelehrt wird.


    Noch ein Punkt:
    Der Dharma kann niemandem schaden, denn er verkörpert echte, zeitlose Weisheit – akālika (Pali: zeitlos, nicht von Zeit abhängig). _()_

  • Meditation der Grundpfeiler der buddhistischen Praxis ?

    • Igor07
    • 20. April 2026 um 16:00
    Mahasi:

    Und die vier Vertiefungen sind übermenschliche Erreichungszustände - kaum etwas für die U-Bahn oder das Wartezimmer.

    Ja, das kann stimmen, aber dann stellt sich die Frage, wozu ich das überhaupt für das normale Leben brauche, + das alles war schon in der Yoga-Tradition.


    Mahasi:

    rechte Achtsamkeit ist tatsächliche Meditationspraxis

    Und genau das kann ich als Sati nach Bhikkhu Analayo sowohl in der U-Bahn als auch im Wartezimmer praktizieren.


    Zitat

    Gewöhnlich bringen diese drei in den Lehrreden die passenden
    Umstände für die formale Meditationspraxis zum Ausdruck39 und stellen
    das geeignete Maß der für die Übung der Atemachtsamkeit (oder anderer
    Meditationspraktiken) erforderlichen Abgeschiedenheit dar.40 Modernen
    Meditationslehrern zufolge kann jedoch die Atemachtsamkeit in jeglicher
    Situation entwickelt werden, sogar dann, wenn jemand zum Beispiel Schlange
    steht oder in einem Wartezimmer sitzt.41

    Alles anzeigen

    41 Gunaratana (1981, S. 10), Khantipâlo (1986, S. 11).


    S.147


    https://www.buddhismuskunde.uni-hamburg.de/pdf/5-personen/analayo/direkte-weg.pdf

  • Meditation der Grundpfeiler der buddhistischen Praxis ?

    • Igor07
    • 20. April 2026 um 11:58

    Die" rechte Sammlung"(8) kann nur dann Sinn machen, wenn man die Dinge so sehen und wahrnehmen kann(7)/" rechte Achtsamkeit"/, wie sie sind – und nicht so, wie sie uns er-schein-en. Und genau das stellt die echte Kunst dar und läuft gegen den Strich, -gegen den "Strom" denn wir brauchen es für das reine Überleben nicht.


    Was ist damit gemeint?


    Zitat
    • Vergängliches für unvergänglich halten: das, ihr Mönche, ist eine Verkehrtheit in der Wahrnehmung, den Gedanken und den Ansichten.
    • Leiden für Glück halten: das, ihr Mönche, ist eine Verkehrtheit in der Wahrnehmung, den Gedanken und den Ansichten.
    • Was ichlos ist, für ein Ich halten: das, ihr Mönche, ist eine Verkehrtheit in der Wahrnehmung, den Gedanken und den Ansichten.
    • Was widerlich ist, für lieblich halten: das, ihr Mönche, ist eine Verkehrtheit in der Wahrnehmung, in Gedanken und in Ansichten.

    A.IV.49 Die vier Verkehrtheiten - 9. Vipallāsa Sutta

  • Notizen über die Dhammas.

    • Igor07
    • 19. April 2026 um 00:17

    Für Monikamarie kann man das bestimmt leichter machen:


    Zitat

    Wenn wir es in Begriffen der Vier Edlen Wahrheiten ausdrücken: Leiden ist das Auftreten der Empfindungen von „Ich-und-Mein“; die Ursache des Leidens ist „Ich-und-Mein“; die Aufhebung des Leidens, Nibbāna, ist das Erlöschen von „Ich-und-Mein“; der Edle Achtfache Pfad ist die Methode oder das Mittel zur Beseitigung von „Ich-und-Mein“. Soweit es die Bedingte Zusammenentstehung (paticcasamuppāda) betrifft, erklärt der theoretische Teil detailliert, wie die „Ich-und-Mein“-Empfindung entsteht und vergeht; der praktische Teil zeigt, wie man Kontakt (phassa) zu kontrollieren hat, so dass er nicht zu Gefühl führt oder Gefühl so zu steuern, dass es Anhaften, die Wurzelursache für „Ich-und-Mein“, nicht entstehen lässt. Dies ist das wahre Herz der buddhistischen Praxis.

    Die Quelle:


    AUF DEN PUNKT GEBRACHT Texte zu „Ich-und-Mein“ von Buddhadāsa Bhikkhu BGM 2015


    https://www.dhamma-dana.de/files/Dhamma%20Dana/Buecher/buddhadasa/Buddhadasa_Bhikkhu-Auf_den_Punkt_gebracht-Texte_zu_Ich-und-Mein.pdf

  • Buddhismus und ökologisches Handeln und Buddhismus als ökologische Politik

    • Igor07
    • 18. April 2026 um 15:50
    void:

    Gerade bei Phänomenen wie dem Durst sieht man ja gut, wie die ganz basale Ebene des sich nach Wasser strecken der Pflanzen, zum Trinktrieb einfacher Tiere, oder zum Wunsch komplexeren Tiere wird. Und dann bei mir zu so etwas sprachlichen wie "Ich will mir ein Glas Wasser holen". Sowohl Dukkha als auch Anhaftung haben ganz tiefe Wurzeln

    Das ist verwirrend, wenn ich dieser Art der Argumentation folge. Der Buddha war erwacht, also hatte er dukkha überwunden. Aber er hatte enormen Durst nach der Vergiftung, dann hatte er sehr starke Schmerzen und ist gestorben. Punkt.

    Aber im MN 28 lese ich, dass Altern und Tod dukkha sind. Der Buddha war alt, und er ist bestimmt gestorben.

    Also ist rein universelles dukkha, wie bei den Pflanzen, hier nicht gemeint – scheint mir. Nur wenn es möglich wäre, so wahrzunehmen, dass es absolut nichts gibt, was mir gehört und mich ausmacht, also anatta in allen bedingten Phänomenen zu sehen, dann kann ich selbst nicht mehr anhaften, mich nicht mehr anklammern, mich nicht mehr mit etwas Vergänglichem identifizieren und so weiter.

    Aber als realer Mensch werde ich sterben. Das ist einfach das Gesetz der Natur: Was immer entstanden ist, muss auch wieder vergehen. Und das gilt sowohl für den Buddha als Menschen als auch für mich.

    Wenn wir diesen Fakt ausblenden, dann lügen wir uns selbst in die Tasche.

    Ein weiterer interessanter Punkt entsteht, wenn das Begehren erlischt, also Gier, Hass und Verblendung. Das würde mir keine Rettung garantieren gegen Alter, Krankheit und Tod. Es gibt keine Kraft, die mich unsterblich macht.

    Das alles sind sehr einfache Beispiele, aber so kann man sehen, wie vielschichtig der ganze Begriff ist.

  • Buddhismus und Psychologie

    • Igor07
    • 14. April 2026 um 20:19
    Zitat

    Der Kern des Buddhismus ist shunyata - Leere. Also es gibt da keinen Kern, den man finden kann. Es wäre sonst wieder nur ein Atman.

    Der Gegenstand der Psychologie sind die seelischen Krankheiten, d.h. das Seelische. Das kennt der Buddhismus als Teil der skandhas - .

    Es gibt da also keine Gemeinsamkeiten.

    Von Leonie .


    Irgendwo anders lese ich über so viele Schnittstellen zwischen Buddhismus und der modernen Psychologie. Das hat mich nachdenklich gemacht.
    Die Psychologie und auch die Psychoanalyse wollen die Persönlichkeit verstärken, aber nicht nach dem Prinzip von Anatta sie vollkommen demontieren.

    Der Buddhismus spricht über die Vernichtung der Triebe, aber die Psychologie würde eher dazu raten, die Triebe vernünftig und ohne Gewalt auszuleben, andernfalls kann die Verdrängung von normalen Trieben und Wünschen schwere Neurosen bis hin zu Psychosen auslösen, denn wir als Homo sapiens tragen das ganze evolutionäre Erbe in uns.

    Der Buddhismus spricht über die Auslöschung des Leidens, aber das Leiden gehört einfach zum Leben. Wenn ich das Leiden lösche, kann ich mich selbst auch abtöten. Besser wäre es, sich mit dem Leiden zu arrangieren, aber nicht alles abzukillen, denn am Ende sind alle Gefühle vergänglich, also ist kein Verlass auf sie; früher oder später verliere ich alles, denn alles, was mich auszumachen scheint, sind vergängliche und bedingt entstanden-e Skandhas.

    Ich bezweifle nämlich, dass die moderne Psychologie mit dem Buddhismus so absolut kompatibel ist; sie setzen etwa unterschiedliche Prioritäten, scheint mir.
    Das sind nur einige Punkte, die mir auf Anhieb einfallen.
    Die Moderation kann es löschen oder woanders verschieben, das ist kein Problem.

  • Reaktion auf Aussagen anderer

    • Igor07
    • 14. April 2026 um 11:02

    Gibt es eine sehr gute Methode, aber sie funktioniert bei den fortgeschrittenen Meditierenden. Wenn jemand mich beschimpft oder beleidigt, hört man nur reine Schwingungen in der Luft, wie Geräusche, aber keinen Sinn darunter. Das entspricht der ganzen Theorie von Skandha und Nicht-Ich, also der Unpersönlichkeit der inneren Erfahrung. Sollte einwandfrei funktionieren, plus keinen Stress mehr.
    Denn alle Wörter stellen am Ende nur bestimmte elektronische Sequenzen dar. Kein Streit mehr. Und kein Stress. So kann man das Ganze per Wunsch ein- und ausschalten.

  • Sinn des Zazen/eine Sammlung

    • Igor07
    • 12. April 2026 um 16:38
    Monikamarie:

    Die Hingabe erfolgt nicht aufgrund von "Ich will das loswerden", sondern lässt einfach los - frei von Wünschen und Befürchtungen.

    Alles, was bedingt entstanden ist, ist vergänglich, also dem Zerfall unterworfen. Gefällt es mir oder nicht, angenehm oder sehr schmerzhaft, so ist es einfach der Lauf der Natur: Alles, was entsteht, ist dazu verdammt zu vergehen. Die einzige Lösung ist, was ich ändern kann, korrekt zu erkennen und was nicht, recht einzuschätzen, und dazu gehört die Portion der Weisheit, das Erste vom Zweiten zu unterscheiden.

  • Hans-Günter Wagner über Leere

    • Igor07
    • 10. April 2026 um 13:18
    Hans-Günter Wagner:

    Der Denkprozess ist wichtiger als sein Gegenstand, der sich dem erkennenden Zugriff entzieht, je fester man zugreift.

    Danke sehr für die Antwort.

    Kann sein, dass dieser Denkprozess eher dafür benutzt wird, um alle möglichen Punkte oder Definitionen hinter sich zu lassen?

    Um an Nichts mehr anzuhaften? Denn mit jedem konzeptuellen Zugreifen entzieht sich mir die Realität mehr und mehr. Hinter sich zu lassen kann man auch so verstehen, dass ich alles hinter mir los-lass-e, also etwas im Sinne von" Non-Dualität", nur als Veranschaulichung?

  • Was entsteht, vergeht.

    • Igor07
    • 10. April 2026 um 13:07
    mukti:

    Nicht fassbar, nicht bleibend, nicht real.

    Warum aber nicht „Real“?

    Fließend ist paṭiccasamuppāda. Jedes Glied der ganzen Kette ist nicht( "am Ende") auffindbar, aber real bestimmt das alles, weil es auf mich ein-wirk-t.


    Bestimmte Ursachen und Bedingungen lösen entsprechende Wirkungen aus. Das Ganze ändert sich immer, so kann man es sich etwa wie Indras- Netz nachvollziehen.

  • Wie geht ihr damit um? Was würde Buddha sagen, oder uns raten?

    • Igor07
    • 8. April 2026 um 10:46
    mukti:

    Wenn es hier gefährlich wird, praktiziere ich gemäß den veränderten Umständen. Dukkha kann man letztlich nur innerlich entkommen, der Buddha würde das vermutlich auch so sagen, wie er es ja immer gesagt hat.

    Das tiefste und unerschütterliche Glück kann man nur im eigenen Inneren finden, aber nicht da draußen.
    Ohne zu viel zu philosophieren: Wenn ich mein Glück von äußeren Zuständen abhängig mache, die wie alle Samskara bedingt entstanden und vergänglich sind, würde ich früher oder später alles verlieren.
    Das bedeutet aber nicht, dass ich das alles vernachlässigen sollte. Wenn ich jedoch entsprechend der Ursachen und Bedingungen handle, kann ich das ändern, was möglich ist. Das ist die echte Kunst, scheint mir: die Situation korrekt einzuschätzen und weise darüber nachzudenken – so sehe ich das.

  • Hans-Günter Wagner über Leere

    • Igor07
    • 5. April 2026 um 11:45

    Wahrscheinlich können wir alle abwarten, was Hans-Günter Wagner zum Thema sagt?:?


    Buddhismus Unterrichtsmaterialien
    Komplette Lerneinheiten zum kostenlosen Download mit Arbeitsblättern, Musterlösungen und fachdidaktischen Hinweisen. Unterricht: Ethik, Praktische Philosophie…
    www.buddhismus-unterrichtsmaterialien.net
  • Hans-Günter Wagner über Leere

    • Igor07
    • 4. April 2026 um 23:17
    void:

    ( ich habe das Thema geändert um es besser einzugrenzen )

    Kannst du vielleicht genauer angeben um welches Werk und welche Stelle es dir da genau geht. Das würde helfen, genauer nachzuvollziehen um was es dir da genau geht.

    Ja, kann ich. Es geht um den verlinkten Artikel des Autors: Alle lebenden Wesen – Buddhismus und Ökologie.
    Ein Auszug aus dem Buch: „Buddhismus. Eine Spurensuche in der westlichen Kultur“ von Hans-Günter Wagner, Origo Verlag, Bern 2026.

    Die Stelle lautet entsprechend:


    Zitat

    „Alle Dinge sind aus der Leere hervorgegangen und verfügen über kein substantielles Wesen.“

    Seite 11 im PDF.


    Und da unten auf derselben Seite:

    Zitat

    „Die letzte Wirklichkeit gilt als nur der reinen Empfindung zugänglich.“

    Und ich habe echt das Bedenken jetzt, dass der Autor mich überhaupt lesen würde, denn mein Beitrag war verschoben.

    Es tut mir leid, aber weiter werde ich nicht darüber diskutieren. LG.


    P.S.

    Die Datei habe ich selbst angehängt, um weitere Missverständnisse zu vermeiden.

    Dateien

    Buddhismus und Ökologie.pdf 330,73 kB – 4 Downloads
  • Hans-Günter Wagner über Leere

    • Igor07
    • 4. April 2026 um 22:29
    void:

    Wenn man dann verlangt, dass man nicht nur korrekt formuliert sondern niemand aus dem Gesagten falsche Schlußfolgerungen ziehen darf,

    void


    Ich verlange ÜBERHAUPT! nicht, aber Bitte, die Position des Autors zu erklären, denn das Thema ist sehr komplex und ich wollte es nur besser verstehen. Das ist aber ein absolut anderer Akzent. Ich habe sehr viele Bücher von diesem Autor mit großem Vergnügen gelesen und auch dieses Buch bestellt.
    Da ist der höchste Respekt gegenüber dem Autor,:!: aber nicht das, was ich von dir lese.
    Auch sehr viele Webseiten von diesem Autor über das Studium des Buddhismus wurden von mir verlinkt.
    Und sehr viele seiner Artikel habe ich sehr sorgfältig gelesen.
    Das war mein Anliegen, aber kein Verlangen, das ist aber etwas anderes.
    Wenn wir allgemein hier über den Begriff "Leere" diskutieren würden, dann werde ich es nicht tun. Denn mich interessiert gerade, wie es der Autor sieht._()_

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • Igor07
    • 4. April 2026 um 21:07

    Der Buddhismus sagt, dass das Glück, welches auf äußeren, bedingten und vergänglichen Phänomenen basiert, immer scheitern wird. Was aber der historische Buddha sagte, darüber kann man nur spekulieren. Nur so kann man die echte Gelassenheit im buddhistischen Sinne gewinnen.

    Der Buddha war von den Regierungen und den Königen der damaligen Zeit abhängig. Er sollte sich mit ihnen arrangieren. Der Orden brauchte Spenden, die Mönche Medizin, Kleidung und ein Dach über dem Kopf.

    Darum geht es im ganzen Faden. Oder täusche ich mich?:taube:

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • Igor07
    • 4. April 2026 um 20:16
    Tim1:

    Einige haben geschrieben, ich hätte eine Wahl.

    Lieber Tim, also buddhistisch betrachtet hast du nur eine Wahl: deine eigene Einstellung zu ändern. In diesem Sinne sagen sinngemäß die Sutren: Der Körper leidet, aber nicht der Geist.

    Aber selbst die Situation per se können wir nicht ändern.

    So war es immer bei dir: Andere sind schuld – die Gesellschaft, die Regierungen, die Arbeitgeber. Entschuldigung, nicht persönlich gemeint.

    Diese alle können wir nicht ändern; sie entstehen und vergehen nach dem Gesetz der Konditionalität, entsprechend bestimmten Ursachen und Bedingungen.

    Wir können das Ganze nur sehr beschränkt beeinflussen, wenn überhaupt.

    Das ist die andere Ebene, so habe ich versucht, es mit einfachen Wörtern zu erklären.

    Alles Gute dir.:heart:

  • Hans-Günter Wagner über Leere

    • Igor07
    • 4. April 2026 um 15:58
    Hans-Günter Wagner:

    Auch kritische Rückmeldungen sind willkommen. Gerne auch mit Quellenangaben und Literaturhinweisen zur weiteren Vertiefung des Themas.

    Ich wollte Hans-Günter Wagner fragen, denn ich habe hier Bedenken. Im Artikel aus dem neuen Buch steht, dass alle Dinge aus der Leere hervorgegangen sind und über kein substantielles Wesen verfügen. Daraus kann man so schlussfolgern, dass sie wie eine erste Ursache sein sollte. Ob diese Leere auch frei von allem ist, das heißt „leer“ von sich selbst, bleibt nicht eindeutig klar, denn Mahayana und Nagarjuna definieren eigentlich diese Leerheit oder śūnyatā nicht anders als die andere Seite der bedingten Entstehung, wie zwei Seiten derselben Medaille.

    So steht im MMK:


    Zitat

    Das Entstehen in gegenseitiger Abhängigkeit (pratītyasamutpāda), dies ist es, was wir „Leerheit“ nennen. Das ist [aber nur] ein abhängiger Begriff (prajñapti); gerade sie (die Leerheit) bildet den Mittleren Weg.[2] yaḥ pratītyasamutpādaḥ śūnyatāṃ tāṃ pracakṣmahe |
    sā prajñaptir upādāya pratipat saiva madhyamā || (MMK 24.18)

    Abgeschrieben aus Wikipedia, die Quelle steht auch dort.


    Diese höchste Wirklichkeit gegenüber der verhüllten scheint echt verwirrend zu sein, als ob es etwas wie den Schöpfer oder wieder eine erste Ursache gibt, die dann den ganzen Prozess entstehen lässt, oder kann man hier so argumentieren, dass Nirvana und Samsara wieder wie zwei Seiten derselben Medaille sind.

    Wie sollte ich diese letzte Wirklichkeit definieren, die der reinen Empfindung zugänglich ist, so schreibt der Autor, wenn es um die abhängige Entstehung geht und nicht um eine Leerheit, die selbst etwas gebiert?

    Oder anders ausgedrückt: Das würde gerade dem Mittleren Weg widersprechen. Danke._()_

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • Igor07
    • 4. April 2026 um 10:45

    Irgendwie ist es etwas, was wirklich nachdenklich macht. Ich erinnere mich an einen sehr guten britischen Film: Der Mann war etwa 59, er wurde gefeuert, und dann sollte er all diese digitalen Kurse absolvieren, alle Bewerbungen nur noch digital, aber er hatte keine Vorstellung, wie das alles funktioniert. Das Jobcenter hatte ihn damit malträtiert, er war erniedrigt. Der Mann war allein, und am Ende begeht er Selbstmord. Total verzweifelt.

    Jetzt ist sogar der Arzttermin nur noch digital – sie wollten kein Telefon mehr benutzen.

    Und wie viele Jobs laufen jetzt nur dank KI ab?

    Das ist der Trend, nichts zu machen. Wer liest heute gedruckte Bücher? Meistens nur kurze Zusammenfassungen, die auch dieses bescheuerte Sprachpaket zusammenstellt. Die Leute verlernen schon allmählich, überhaupt auf Links zu klicken.


    Frohe Ostern euch allen.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

  1. Impressum
  2. Datenschutzerklärung
  3. Nutzungsbedingungen
Netzwerk Buddhismus
Community-Software: WoltLab Suite™ 6.1.19
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App bei Google Play
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App im App Store
Download