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  1. Buddhaland Forum
  2. Igor07

Beiträge von Igor07

  • Alt werden

    • Igor07
    • 3. August 2026 um 20:19
    mukti:

    Je mehr man am Körper anhaftet, desto leidvoller ist das Altern.

    Ajahn Chah sah den Körper wie etwas Geliehenes, das nach seinen eigenen Gesetzen entsteht und vergeht. Im Körper können Parasiten leben, ebenso andere Lebewesen. Was ist dann eigentlich das, was mir gehört oder mich ausmacht?

    Durch die tiefe innere Identifikation mit dem, was abhängig entstanden und vergänglich ist, verstärken wir nur unser eigenes Leiden. Wir versuchen, auf Sand Luftschlösser zu bauen, aber das Wasser wird so oder so alles wegfegen. So meint es der Buddhismus, wenn er von Verblendung spricht. Wir sind geblendet durch den Schein der Dinge, die uns entgehen, uns entfließen. Je mehr wir uns daran klammern, also anhaften, desto mehr leiden wir.

    Es gibt die Chance loszulassen, wenn man einfach sieht und anerkennt, dass der Körper alt wird, krank wird und schließlich unter der Erde landet. Punkt. Er besteht aus den vier Elementen – Erde, Wasser, Feuer und Luft –, die alle in den Kreislauf der Natur zurückkehren. Ganz egal, was mein aufgebauschtes Ego will.

    Im besten Fall bleibt die Demut. So kann man loslassen, was einem eigentlich niemals gehörte.

  • Selbstbestimmt sterben

    • Igor07
    • 3. August 2026 um 18:54
    ewald:

    Das klingt ja wie ein Streit, wie ein religiöser Konflikt, e

    ewald


    Ich denke nur, dass der historische Buddha als Mensch für mich als Vorbild dienen kann. Aber jeder kann anders denken, kein Problem.:rainbow:

  • Alt werden

    • Igor07
    • 2. August 2026 um 23:33

    Na ja, wer geboren ist, ist dazu verdammt, alt zu werden, krank zu werden und zu sterben. Da hilft keine Philosophie. Das ist die klare Einsicht, mehr nicht.


    Zitat

    "Nein, Meister Raṭṭhapāla, jetzt bin ich alt, gealtert, gebeugt unter der Last der Jahre, in fortgeschrittenem Alter, im letzten Lebensabschnitt; ich bin achtzig geworden. Manchmal glaube ich, meinen Fuß hierhin zu setzten und dabei setze ich ihn woanders hin."

    "Großer König, in Anbetracht dessen sagte der Erhabene, der weiß und sieht, der verwirklicht und vollständig erleuchtet ist: '(Das Leben in) jeglicher Welt ist unbeständig, es wird hinweggefegt'; und als ich dies wußte, sah und hörte, zog ich vom Leben zu Hause fort in die Hauslosigkeit."

    "Es ist wunderbar, Meister Raṭṭhapāla, es ist erstaunlich, wie gut jenes vom Erhabenen, der weiß und sieht, der verwirklicht und vollständig erleuchtet ist, ausgedrückt worden ist: '(Das Leben in) jeglicher Welt ist unbeständig, es wird hinweggefegt.' So ist es in der Tat!"

    Da frage ich mich: Ist es immer notwendig, alt zu werden, um das wirklich zu verinnerlichen?:?


    Über Raṭṭhapāla - Raṭṭhapāla Sutta

  • Selbstbestimmt sterben

    • Igor07
    • 28. Juli 2026 um 21:49
    Anna Panna-Sati:

    kündigte der Buddha sein Ableben Monate zuvor an, was den Schluss nahelegt, dass er zu diesem Zeitpunkt einen Suizid plante:

    Hm, zuerst war da ein sehr interessanter Moment, in dem Ānanda den Tod des Buddha hätte verhindern können. Über diese Stelle kann man nur spekulieren, denn alles ist vergänglich. Sollte das bedeuten, dass der Buddha wie ein Gott war – "für diese Weltperiode?" So etwas kann doch kein normaler Mensch zustande bringen, oder?

    Und der Buddha beschuldigt noch Ānanda … Ich weiß nicht, aber diese Stelle kann man nicht einfach wegmachen. Sie bleibt ein Geheimnis, ein Rätsel, oder?:?


    Zitat

    40.....Verbleibe, verehrungswürdiger Erhabener, für eine Weltperiode, verbleibe, Wohlgegangener, für eine Weltperiode, zum Heile vieler, zum Wohle vieler, zum Zweck der Fürsorge für die Welt, zum Nutzen, zum Heil und zum Wohl von Göttern und Menschen.' Wenn du, Ānanda, den Vollendeten gefragt hättest, würde der Vollendete zwei Mal ablehnen, aber beim dritten Mal annehmen. Daher, Ānanda, ist es von dir schlecht getan, du selbst hast es verfehlt.

    Interessant, dass der Buddha das früher :!:so sagt:


    Zitat

    37. Daraufhin, sagte ich Māra, dem Bösen, Folgendes: 'Bemühe dich nicht, Böser, in nicht langer Zeit wird des Vollendeten vollkommenes Erlöschen eintreten. Von heute ab in drei Monaten wird der Vollendete vollkommen erlöschen.' Gerade jetzt, Ānanda, hat der Vollendete in der Cāpāla-Gedenkstätte achtsam und klarbewusst die Lebenskraft aufgegeben."

    Klingt echt widersprüchlich, eigentlich … Herumrätseln bringt nicht weiter …:?

  • Selbstbestimmt sterben

    • Igor07
    • 28. Juli 2026 um 20:21
    Monikamarie:

    Lieber Igor , es ging m.E. nicht darum, ob der Buddha absichtlich getötet wurde, sondern darum, dass der Buddha die Speise bewusst ass, obwohl sie giftig war. Er bat darum, sie seinen Schülern nicht anzubieten, eben weil sie vergiftet war.


    Leider kann ich die Quelle nicht nennen.

    _()_Monika

    Doch, das ist eine echt interessante Stelle im Pali-Kanon. Ob diese Speise absichtlich verdorben war oder ob sie mit der abschließenden Erkrankung zusammenhing, lässt sich bis heute nicht eindeutig klären.

    Das ist die Quelle:


    Zitat

    19. Und es sprach der Erhabene den Schmied Cunda an: "Das übriggebliebene 'Schweineweich', Cunda, vergrabe in einem Erdloch. Nicht sehe ich einen, Cunda, in dieser Welt mit ihren Göttern, Māras, Brahmas, Asketen und Brahmanen, mit Menschheit und Gottheit, der, wenn er dieses gegessen hat, es verdauen könnte, ausgenommen der Vollendete." - "So sei es, Verehrungswürdiger." Nachdem der Schmied Cunda dies dem Erhabenen geantwortet hatte, das übriggebliebene vorhandene 'Schweineweich' genommen hatte, es in einem Erdloch vergraben hatte, ging er zum Erhabenen zurück. Dort, nachdem er den Erhabenen verehrt hatte, setzte er sich beiseite nieder. Den beiseite sitzenden Cunda hat der Erhabene durch ein Lehrgespräch unterwiesen, ermahnt, ermutigt, ermuntert. Dann stand er vom Sitz auf und ging fort.

    Und danach kam ein sehr gewaltiger Ausbruch der Krankheit.

    Zitat

    20. Da entstand bei dem Erhabenen, nachdem er das Essen des Schmieds Cunda gegessen hatte, eine schwere Krankheit, eine Blutabsondernde [3], mit starken Schmerzen, zum Tode führend. Sie erduldete der Erhabene achtsam, klarbewusst und unirritiert...

    Einige Kommentatoren merken an, dass es nicht möglich ist, die genaue Speise eindeutig zu bestimmen. Der Buddha war aber früher schon sehr krank; es kann sein, dass es der letzte Tropfen war.

    Faszinierend finde ich, dass er sich gegenüber dem Gastgeber so mitfühlend und freundlich verhält. Das stellt für mich einen echten Beweis für die Menschlichkeit des Buddha dar.

    16. 4-6 Die große Lehrrede von der vollkommenen Erlöschung Kapitel 4


    P.S.


    Die ganze Annahme, ob das Gericht absichtlich oder nicht vergiftet war, ist berechtigt. Denn der Buddha sagt später zu Ānanda, niemand sollte dem Schmied Cunda Vorwürfe machen.


    Zitat

    42. Dann sprach der Erhabene den ehrwürdigen Ānanda an: "Es könnte sein, Ānanda, dass jemand dem Schmied Cunda ein schlechtes Gewissen verursacht: Das, Bruder Cunda, ist für dich ein Nachteil, das ist für dich ein Makel, dass der Vollendete, nachdem er (gerade) dein Essen gegessen hatte, in das vollkommene Nibbana eingetreten ist. Der Schmied Cunda, Ānanda, soll dieses schlechte Gewissen vertreiben. Dies, Bruder, ist ein Vorteil, dies, Bruder, ist makellos, dass der Vollendete, nachdem er (gerade) dein Essen gegessen hatte, in das vollkommene Nibbana eingetreten ist.

    DN16

  • Selbstbestimmt sterben

    • Igor07
    • 28. Juli 2026 um 19:06
    ewald:

    und deshalb ist die Frage, ob das Verlinken hier im Forum von Medienvideos ein persönlicher Beitrag ist?

    Es gibt bestimmte physiologische Mechanismen, die das Sterben kennzeichnen. Darum finde ich diese Videos aufschlussreich. Mein Vater hatte in den letzten Monaten sehr viel geschlafen, kaum gegessen und überhaupt kein Interesse mehr an Dingen gehabt, die ihn früher immer berührt hatten. Das alles sind Zeichen aufseiten des Körpers, die auf den baldigen Tod hinweisen.

    Suizid richtig zu begehen ist heutzutage das echte Problem. Wenn etwas schiefläuft, landet man in der geschlossenen Psychiatrie und kann dort behandelt werden, was ich persönlich pervers finde.

    Ein interessantes Beispiel liefert Ñāṇavīra Thera, der unter einer heimtückischen und unheilbaren Krankheit gelitten hatte und es nur dank der Hilfe eines Arztes beim zweiten Mal geschafft hat.

    Ich habe dann recherchiert, was er hatte. Diese Krankheit wurde überhaupt erst im Jahr 2001 zum ersten Mal von Wissenschaftlern beschrieben. Was es genau war, möchte ich hier nicht weiter ausführen.

    Was ich persönlich zu diesem Thema denke, würde ich niemals öffentlich schreiben. Das ist meine Entscheidung.

    Abschließend: Ob der Buddha absichtlich vergiftet wurde oder nicht, darüber kann man spekulieren. Es fehlen konkrete historische Quellen dazu.

  • Spontane Wachtrance über visuellen Fokus

    • Igor07
    • 27. Juli 2026 um 19:07
    Drehrumbum:

    die KI meint, das wäre eine "Versenkung") habe ich keine Gedanken mehr an die Vergangenheit, an die Zukunft oder an bestimmt Dinge. Ich genieße extrem den aktuellen Augenblick.

    KI kann alles Mögliche meinen, sie ist kein Mensch. Es geht sehr wahrscheinlich um eine andere neuronale Verdrahtung im Gehirn. Deswegen ist das Genießen dieses Zustands für mich absolut normal und stellt keine Anhaftung dar. Es wäre so, als würde jemand alles sehr klar und deutlich wahrnehmen – frisch, als ob jeder Augenblick im Hier und Jetzt neu entsteht und wieder vergeht.

    Wenn man durch das ganze Werk von William James, „Die Vielfalt religiöser Erfahrung“, stöbert, findet man genügend ähnliche Fälle.

    Einmal habe ich vor sehr vielen Jahren etwa fünf Minuten lang im Kopfstand gestanden. Anschließend sah ich alles so, als wäre es das erste Mal in meinem Leben. Solche Zustände vermisse ich sehr.

    Wie die Hölle, so kann man auch das Paradies nur im eigenen Geist finden.

    Danke für die Mitteilung und die Erinnerung.

  • Selbstbestimmt sterben

    • Igor07
    • 25. Juli 2026 um 19:27

    Passt zum Thema:


    Wie geht gutes Sterben?
    Alle Menschen auf der Welt haben etwas gemeinsam: Sie werden irgendwann sterben. Doch obwohl er uns alle betrifft, ist der Tod noch immer ein Tabuthema. Ein…
    www.n-tv.de


    Wie sieht die Zukunft des Sterbens aus? - Sternstunde Philosophie - Play SRF
    Ihre Arbeit veränderte den Umgang mit dem Tod grundlegend: Die Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross. Diese Tage hätte sie ihren 100. Geburtstag gefeiert. Und…
    www.srf.ch
  • Gibt es Buddhismus trotz philosophischem Matetialismus?

    • Igor07
    • 25. Juli 2026 um 04:02
    interessiert:

    Seit ein paar Jahren habe ich mir aber eine materialistische Podiotion " angeeignet ". Ich denke , wir sind " Fleischroboter" , um es mal absichtlich etwas provokant zu formulieren.


    In letzter Zeit interessiert mich das Thema Buddhismus wieder, somit wäre meine Frage an euch: Gibt es unter euch Materialisten, die Buddhisten sind?

    Ist es nicht so, wie im Pali-Kanon steht, dass es nur in diesem klafterlangen Körper, mit seinen Gedanken und Wahrnehmungen, die Welt gibt – den Ursprung der Welt, das Aufhören der Welt und den Pfad, der zum Aufhören der Welt führt? (SN 2,26)

    Nur durch und dank Augen, Ohren, Nase, Haut und Gehirn kann ich die Welt wahrnehmen. Alles andere wären Spekulationen darüber. Wenn ich sterbe, geht für mich die Welt auch zugrunde.

    Wenn der Buddhismus über Wiedergeburt, andere Bereiche oder Karma in einem anderen Leben spricht, kann ich das einfach nicht beweisen. Aber dass wir als Fleisch entstehen und vergehen, sehe ich mit meinen eigenen Augen. Also bin ich ein Roboter oder nicht? Das kommt darauf an, wie ich das Ganze betrachte. Und diese ganze Philosophie kommt nur dank meiner Finger zustande, die diesen Text abtippen – das ist auch Fleisch, es tut mir leid.

  • Symposium: Buddhism and Sexual Abuse

    • Igor07
    • 21. Juli 2026 um 18:49
    Anna Panna-Sati:

    Einsicht ist eminent wichtig, damit jene Triebe allmählich versiegen können, was sich im Übrigen ja -normalerweise- auch mit fortschreitendem Alter von selbst vollzieht...

    Na ja, ich denke, dieser Begriff „Triebe“, wie ihn das Theravada betrachtet, ist nicht nur sexuell gemeint, sondern stellt den Kern der ganzen Tradition( auch Mahayana ) dar.

    Ich gebe mal ein eigenes Beispiel.


    Wenn ich eine schöne Blume auf der Wiese sehe, dann verinnerliche ich sie, also ich konsumiere sie innerlich. Ich möchte sie ins Herbarium stecken oder jemandem schenken. Diese Blume nehme ich also wahr wie eine Fortsetzung des eigenen Ich. Ich beanspruche sie. Ich bin nicht imstande zu sehen, dass sie nicht aus sich selbst heraus existiert. Sie ist für mich wie eine Ware, wie ein Produkt geworden.


    Wenn ich diese Blume aber als Ausdruck der Vollkommenheit der Natur sehe, dann möchte ich sie gießen, pflegen und düngen, denn alles ist abhängig entstanden, und diese Blume ist nur Ausdruck des Stroms der bedingten Entstehung. Das bedeutet eine andere Einstellung, also eine innere Einsicht: die Dinge so zu sehen, wie sie wirklich sind, und nicht so, wie sie uns erscheinen.


    Kann sein, dass ich mich nicht korrekt ausgedrückt habe, also entschuldige ich mich.


    Unter diesen Trieben nur sexuelles Verlangen zu sehen, ist sehr kurz gefasst.


    Zurück zur Blume:

    Sie entsteht aufgrund von Ursachen (der Same sollte in den Boden eingepflanzt sein).

    Bedingungen: genug Wasser usw.

    Der Inhalt: Die Blume beinhaltet viele Teile.

    Die begriffliche Zuschreibung, also sie kommt durch die Kraft der Benennung zustande. Was für mich als die Blume erscheint, kann für meine Katze etwas anderes sein.

    Bei tiefem Jhāna, also den Versenkungen, ist die normale Wahrnehmung unterdrückt. Es gibt keine Dualität, keine Trennung zwischen Subjekt und Objekt usw. Das wäre eine Voraussetzung für die klare Sicht.

    In diesem Sinne kann ich die Blume anders wahrnehmen, aber nicht blind sie konsumieren, wie auch die anderen Dinge.


    Und das ist verwirrend, wenn der ganze Begriff nur so einseitig betrachtet wird.


    Moderation kann das verschieben, denn das ist hier kein Thema.

  • Symposium: Buddhism and Sexual Abuse

    • Igor07
    • 21. Juli 2026 um 15:08

    In der zweiten edlen Wahrheit geht es nicht um die Sexualität per se, es geht um das,--Trishna Der Begriff "Trishna" was uns alle durch Samsara treibt. Denn jeder Durst entsteht aufgrund der Unwissenheit über die Bedingtheit der Dinge. Und so war es auch in meinem letzten Beitrag gemeint.


    Zitat

    Tanhā (Pali: Taṇhā, Sanskrit: Tṛṣṇā, Chin: 愛) kann mit Begehren, Verlangen, Gier, Durst oder Wollen übersetzt werden, der „Ich-will“- oder „Ich-will-nicht“-Geist. Tanhā, die „Gier“, gilt im Buddhismus als Ursache allen Leidens (Dukkha) die den Menschen an den Kreislauf der Wiedergeburten (Samsara) fesselt. Mit Tanha sind alle Formen des Verlangens gemeint, ob sie sich auf Nahrung, Leben, Sex, oder irgendein anderes Objekt richten. Als Nährboden für Tanha gilt die Illusion eines festen Wesenskerns, erst wer diese Illusion überwunden hat (Anatta), kann auch Tanha überwinden.

    So Wikipedia.

  • Symposium: Buddhism and Sexual Abuse

    • Igor07
    • 21. Juli 2026 um 02:54
    Anna Panna-Sati:

    Konkret:

    Geht es um eine spezifische Frage im Kontext Buddhismus, zu der man sich bereits eine Meinung gebildet hat, können natürlich Zitate gesucht werden, welche diese Meinung (mehr oder weniger) stützen, was aber nicht bedeuten muss, dass man - bis ins Detail hinein - alles unterschreiben würde, was das Zitat aussagt.

    Gerade mit Zitaten aus dem Palikanon, der vor über 2000 Jahren entstand, ist Vorsicht angebracht.....

    Liebe Anna Panna-Sati, also wenn ich den ganzen Pali-Kanon durchstöbere, dann bleiben die Grundideen doch identisch, ist das nicht offensichtlich?

    „Alle Triebe“ heißt MN 2, und dort geht es um die Sinneszügelung. Da braucht man keine extremen Fälle, wie diesen mit der Affin. Ich kann nicht begreifen, was hier so verkehrt ist.

    Um das Ganze zu veranschaulichen, können wir die Bedingte Entstehung unter die Lupe nehmen. Im Grundwerk von P. A. Payutto treffe ich den Kern der Sache:


    Zitat

    Begehren entspringt der Unwissenheit: da die Menschen die voneinander
    abhängige Natur der Dinge nicht verstehen, kommt ein grundlegender Fehler
    zustande. Sie betrachten die Dinge entweder als substanziell, als einen stabilen
    und dauerhaften Kern eines Selbst besitzend oder sie betrachten die Dinge als
    „für eine gewisse Zeit in einer stabilen, substanziellen Weise existierend und sich
    schließlich auflösend“.

    Also, man redet über das Begehren, wie dem auch sei, ich stehe dazu. Was hier jemand über meine eigene Sexualität sagt, ist mir echt wurscht, denn es geht um das korrekte Verstehen.


    Auf der gesellschaftlichen Ebene schildert der Autor die Dynamik entsprechend:


    Zitat

    In der Gesellschaft führt das Verlangen jedoch zu diesen alternativen Faktoren:
    Begierde → Suche → Aneignung → Bewertung → passionierte
    Anhänglichkeit → Besessenheit → Geiz → Verteidigung, Streit,
    Auseinandersetzungen, Dispute usw. = soziale Probleme [209]

    Was ist hier denn nicht klar? Ich kann das leider nicht begreifen. Man kann sich das Ganze darum herumdrehen, aber diese Triebe, egal welche, sind die Wurzeln, dass wir leiden. Also Unwissenheit und Begehren hängen zusammen, auf die normale Sprache übersetzt. Und das ist der Buddhismus, keine Extreme.


    Gerade soziale Probleme entstehen deswegen, weil der normale Mensch (was ist normal, das wäre die andere Frage) sich im Besitz/en/ von etwas wähnt, das ihm als ob gehört, wie auch eines festen innewohnenden Kerns in den Phänomenen oder Dingen, aber so etwas gibt es nicht.

    Lange Rede, aber kurzer Sinn: Am Ende der Kette stehen, wie man sieht, die Besessenheit, Streit und alle möglichen sozialen Konflikte, es tut mir echt leid.

    „Ich“ und „Mein“ sind die magischen Illusionen, die uns vernarren. Wir sind so von der biologischen Evolution vorprogrammiert, um als Homo sapiens zu überleben, nicht um zu Er-wachen. Deswegen geht der Buddhismus gegen den Strom oder gegen den Strich, wie es Kay Zumwinkel ausdrückt.

  • Symposium: Buddhism and Sexual Abuse

    • Igor07
    • 18. Juli 2026 um 19:57
    GermanViking:

    . Igor scheint gleiches aber zu feiern. Daher auch meine Frage an ihn ob er das Ganze als eine Art Todeskult betreibt.

    Nochmal mit sehr einfachen Worten: Das deutsche Wort „Leiden“ ist hier bestimmt irreführend. Denn egal, was ich mache, mein Körper wird mit jedem Augenblick älter, zerbrechlicher, und dann landet er unter der Erde. Das ist aber Fakt, ich kann nichts dafür. Wer an das Leben nach dem Tod glaubt, bitte schön, ich gehöre nicht dazu. Und das ist nicht der Kern der Sache.

    Wenn Theravada über die Sinneszügelung und das Versiegen der Triebe spricht, bedeutet das nur, dass ich mich bemühe, das, was vergänglich ist, so gerade zu sehen und nicht in magische Luftschlösser zu ziehen.

    Der junge Prinz Siddhartha sah Alter, Krankheit und Tod. Dann hatte er realisiert, dass es auch ihn persönlich betrifft und dass er davor nicht fliehen kann. Nicht möglich.

    Das ist das Leben, wie es ist. Sollte er dann einen Todeskult betrieben haben?

    Wie Anālayo sehr knapp und klar merkt: Der Buddha hatte keine Angst mehr vor dem Tod, aber er wird sterben wie alle Leute. Er war sich dessen klar. Das ist so einfach, dass man dazu keine Karma, Wiedergeburt und was auch immer braucht.

  • Symposium: Buddhism and Sexual Abuse

    • Igor07
    • 18. Juli 2026 um 18:42
    Qualia:

    Wer Quellen zitiert, bezeugt automatisch das er der gleichen Meinung ist wie die Quelle, die er zitiert.

    Na gut, aber was ist so schlimm an den offiziellen Quellen aus dem Pali-Kanon? Ich trage keine persönliche Verantwortung dafür, wenn es so in den Texten steht. Alles Gute, es wird bestimmt gelöscht.

    Ja, ich bin Theravada. Sexualität wird dort eindeutig nicht besonders positiv interpretiert. Aber es ist nicht meine Schuld.


    GermanViking


    Wie kann jemand Alter oder Krankheit feiern? Diese Argumentation entbehrt jeder Logik.

    Sollte ich meinen eigenen Tod dann auch feiern? Das geht doch nicht.

    Der Buddha, also ich meine Theravada, also die traditionelle Interpretation, sagt, dass Krankheit, Alter und Sterben unvermeidlich, also unausweichlich sind, wie alle bedingten Phänomene.

    Das bedeutet, dass der erste Pfeil bestehen bleibt: Ja, ich als Igor sterbe bestimmt. Todsicher.

    Der zweite Pfeil bedeutet, dass ich mich mit den vergänglichen Skandha-s nicht identifiziere, also meine eigene Einstellung dazu.

    Mit einem Todeskult hat das nichts zu tun. Das ist das korrekte Verständnis.

  • Scham (auch Beschämung, Schamlosigkeit) - unheilsam oder heilsam?

    • Igor07
    • 18. Juli 2026 um 15:43
    Anna Panna-Sati:

    Ganz wichtig: Die Einhaltung von Keuschheitsregeln sollte auf Freiwilligkeit basieren und diese gründet auf Erfahrung und Einsicht, nicht auf (falscher) Scham und Ängsten.

    Das ist eine sehr wichtige, eher entscheidende Pointe, denn die Unterstellungen über die Sexualität, was den konkreten User anbelangt, widersprechen sowohl den AGB als auch der rechten Rede, egal, wie man sie interpretiert oder auslegt.

    Die schiere Unterdrückung der Sexualität ist einfach medizinisch gesehen krank, davon kann keine Rede sein. Nur aufgrund der inneren Einsicht entscheidet der konkrete Mensch selbst, ob er keusch leben sollte oder nicht.

    Das ganze Thema nur unter dem Blickwinkel von Sex zu sehen, ist nicht nur unangemessen, sondern dann frage ich mich, was dieser User auf einem buddhistischen Forum macht. Es gibt genug Sex-Foren und Plattformen dazu.

  • Symposium: Buddhism and Sexual Abuse

    • Igor07
    • 18. Juli 2026 um 15:21
    GermanViking:

    Also ist der Buddhismus eine Art Todeskult?

    Es kommt darauf an, wie DU den Buddhismus verstehst. Dann wäre auch der historische Buddha nicht viel wert, wenn er diese Todlosigkeit, diese Unsterblichkeit, so, wie du es ausgedrückt hast, gesehen hätte. Das kann jeder, der wirklich ernsthaft die sehr verschiedenen Quellen studiert, vergleicht und dazu viele Sprachen beherrscht, ein wenig dazu sagen.

    Es wäre schier vermessen von mir zu behaupten, dass ich etwas weiß. Aber alle möglichen Quellen aus dem Pali-Kanon, Visuddhimagga und Abhidhamma sagen etwas Ähnliches, was ich zitiert habe.

    Wenn es für dich als Todeskult erscheint, dann ist das nicht mein Problem.

  • Symposium: Buddhism and Sexual Abuse

    • Igor07
    • 18. Juli 2026 um 12:00
    GermanViking:

    Sexualität an sich ist kein Problem

    Aus der Sicht des Buddhismus ist sie jedoch das Problem, denn dort geht es um Sinneszügelung und das Versiegen der Triebe. Das mag jemandem nicht gefallen, aber dann sollte man das bitte nicht auf den Buddhismus beziehen.


    Zur Veranschaulichung:


    Zitat

    Das Versiegen der Triebe (āsavānaṁ khayā) ist das höchste Ziel in der Schulung des Buddha. Es ist die Voraussetzung dafür, Nirvana zu erlangen. Mit der Erkenntnis über die Vernichtung der Triebe (asavakkhaya nana) wird man zum Arahant!

    Die ursprünglichen Lehren des historischen Buddha


    Sex ist der primäre Trieb. Das ist für die Evolution notwendig, rein biologisch betrachtet, aber nicht für die Befreiung, wie sie der Buddhismus versteht. Ist eigentlich sehr einfach.


    Am Rande bemerkt: Es geht nicht um das Ausleben dieser blinden Triebe und auch nicht darum, sie zu veredeln. MN 1 sieht die Befriedigung als die Wurzel des Leidens. Genauso sah es auch A. Schopenhauer. Und das ist der Buddhismus, seine Wurzeln. Es lohnt sich auch, MN 13 zu zitieren:


    Zitat

    11. "Wiederum, mit Sinnesvergnügen als Ursache, Sinnesvergnügen als Quelle, Sinnesvergnügen als Grundlage, weil die Ursache davon schlicht Sinnesvergnügen sind, streiten Könige mit Königen, Adelige mit Adeligen, Brahmanen mit Brahmanen, Haushälter mit Haushältern; die Mutter streitet mit dem Kind, das Kind mit der Mutter, der Vater mit dem Kind, das Kind mit dem Vater; der Bruder mit der Schwester, die Schwester mit dem Bruder, der Freund mit dem Freund. Und in ihrem Streit, ihrem Zank, ihrer Auseinandersetzung, greifen sie sich mit Fäusten, Erdklumpen, Stöcken oder Messern an, wodurch sie sich den Tod oder tödliches Leid zuziehen. Nun ist auch dies eine Gefahr im Fall der Sinnesvergnügen, eine Masse von Dukkha, die hier und jetzt sichtbar ist, die Sinnesvergnügen als Ursache hat, Sinnesvergnügen als Quelle hat, Sinnesvergnügen als Grundlage hat, weil die Ursache davon schlicht Sinnesvergnügen sind."

    Das bedeutet nichts anderes, als dass der Buddhismus alle Streitereien, Konflikte und Kriege als Folge des Sinnesvergnügens sieht.

    Also, es tut mir leid, das ist keine höhere Mathematik.

  • Symposium: Buddhism and Sexual Abuse

    • Igor07
    • 17. Juli 2026 um 21:35
    Qualia:

    "sexuelles Verlangen macht blind" für was?

    Qualia


    War nichts persönlich gemeint. Es geht um die "Verblendung". Wie bei allen Trieben... als ich jung war, hat es mich sehr gestört. Wie dem auch sei, wir können es anders sehen, und ich brauche keinen Pali-Kanon zu zitieren.

    Sex kann man als den Ausdruck des Gierens verstehen, also als die zweite edle Wahrheit. Darüber zu streiten, macht keinen Sinn.

  • Symposium: Buddhism and Sexual Abuse

    • Igor07
    • 17. Juli 2026 um 19:26
    GermanViking:

    Kann ich mir lebhaft vorstellen. Hier vertreten ja einige das Ideal absoluter Keuschheit (schweigen sich dann aber darüber aus, ob sie sich selbst daran halten).


    Erinnert mich alles etwas an die Katholiken.

    Was du noch sagst...:? Sexuelles Verlangen macht blind, da sind die Hormone im Spiel. Aber wer alt ist, der braucht das Ganze nicht mehr und kann normal leben.

    Und was das Ganze mit den Menschen macht, kann man bei I. Yalom in seinem Roman „Die Schopenhauer-Kur“ nachlesen. Der Hauptheld leidet unter Sexsucht. Tolles Buch, meine herzliche Empfehlung.:like:

  • Scham (auch Beschämung, Schamlosigkeit) - unheilsam oder heilsam?

    • Igor07
    • 16. Juli 2026 um 18:35
    Anna Panna-Sati:

    Mitglieder von Gesellschaften könnten diese Möglichkeit beispielsweise nutzen, um einerseits Verständnis über Ursache-Wirkungs-Mechanismen zu generieren, andererseits zu erkennen, welche/wann gewisse moralische Werte hinterfragt und ggf. geändert (zeitgemäß angepasst) werden sollten...

    Liebe Anna Panna-Sati ,

    kann sein, hier passt m. E. nach das Wort „Hinterfragen“ besser als alles andere. Denn der Mensch übernimmt oder verinnerlicht in einer Gesellschaft meistens vieles, ohne weise darüber nachzudenken – Yoniso-manasikāra - um den buddhistischen Begriff zu benutzen: einfach das, was als selbstverständlich erscheint. Alle machen es so, also ich auch.

    Wenn alle töten und jemand ganz oben sagt, das sei legitim und erwünscht, dann wäre das völlig in Ordnung. Diese entsetzlichen Auswüchse kann man bei allen Diktaturen beobachten, zum Beispiel im heutigen Russland.

    Eine Geschichte zur Veranschaulichung. Sie passt perfekt zum Thema. Ein Sender aus dem Baltikum hatte eine wahre Geschichte erzählt. Es geht um einen russischen Soldaten, der an der Front in der Ukraine war. Er war verheiratet und hatte zwei Kinder. Seine Frau schrieb ihm: „F*** diese ukrainischen Frauen, aber bitte benutze ein Kondom.“

    Tja, beide haben weder Gewissen noch Scham. Das ist für sie ganz normal. Was aber ist eigentlich normal? Das wäre dann die andere Frage.


    Anna Panna-Sati:

    Theodor Heuss, der erste deutsche Bundespräsident, sprach sich im Zusammenhang mit den Naziverbrechen, gegen den Begriff der Kollektivschuld aus und bevorzugte dagegen ein Konzept der "Kollektivscham":

    Ich würde mich aber auch von dem Begriff der „Kollektivscham“ distanzieren. Es wurde im ersten Artikel des DLF über die "Tabuisierung" der persönlichen Verantwortung sehr gut bemerkt. Ich hätte es vielleicht besser ausdrücken können: Kollektivscham verhindert eher die persönliche Verantwortung oder macht sie sogar unmöglich.

    Das kann man auch aus dem buddhistischen Blickwinkel betrachten. Karma kann nicht kollektiv sein, denn es gibt eigentlich keinen Träger. Die ganze Kette der bedingten Entstehung besteht aus keinen inhärenten Dingen. Gerade deshalb geht es um bedingt oder abhängig entstanden-e Phänomene. Kollektives Karma ist einfach Bullshit, Unsinn, wenn man die Grundidee korrekt versteht.

    Egal, in welcher Gesellschaft der konkrete Mensch lebt, er hat immer die Möglichkeit, anders zu denken, anders zu entscheiden oder zum Beispiel die gegenwärtige politische Situation, die hier im Land herrscht, anders zu betrachten. Wenn das nicht passiert, landen wir am Ende wie der Held im Roman „1984“ von George Orwell.

    Er liebt den Großen Bruder. Er hatte keine eigene lebendige und Ja-- Hinter-Fragende Seele mehr. Er hatte diesen Terror in sich selbst verinnerlicht und als den eigenen verkörpert. Da ist nichts mehr geblieben, was uns als Menschen ausmacht.


    So sind meine eigenen Reflexionen zu diesem Thema.

  • Der Mensch Gautama

    • Igor07
    • 15. Juli 2026 um 15:27
    Anna Panna-Sati:

    Jetzt erhebt sich nur die Frage, was uns die Erkenntnis, dass der Buddha (leiblich) ein "ganz normaler Mensch" war, in unserer Praxis nützt (oder gar schadet?!)?

    Die einzige mögliche Antwort kann man durch und dank dem Leib erfahren, nicht anders. Das ist die Grundidee des Autors: So kann jeder sich selbst vergewissern.

    Es bleibt nur die Frage: Wenn ich den ganzen Pali-Kanon-und die Lehre- nur durch meine Leiblichkeit sehe, dann werde ich älter, krank und erlösche. Warum sollte ich mir also die Mühe geben, dem Pfad zu folgen?

    Ich weiß ehrlich gesagt nicht.


    Der Pfad des Fleisches

  • Scham (auch Beschämung, Schamlosigkeit) - unheilsam oder heilsam?

    • Igor07
    • 14. Juli 2026 um 17:30

    Ich habe einen interessanten Artikel zum Thema gefunden:


    Zitat

    Das Erste und Wichtigste für eine/-n Yogi/-ni ist die rechte
    Ansicht von Ursache und Wirkung. Ohne die rechte Ansicht
    von Ursache und Wirkung scheitern wir in der moralischen
    Zügelung. Moralische Scham und Angst entstehen, wenn
    wir moralisches Schamgefühl (hiri) und Gewissensscheu
    (ottappa) verstehen. Wenn Zügelung der Sinne abwesend
    ist, scheitern wir darin, Verantwortung für unsere
    Handlungen zu übernehmen, was zu körperlichem und
    sprachlichem Fehlverhalten führt.

    Alles anzeigen

    https://nissarana.lk/pdf/Books/Tamil_and_Other/Fl%C3%BCchtiger_Augenblick.pdf

  • Psychiatrie – weiß sie eigendlich wirklich, was eine Psychose ist?

    • Igor07
    • 14. Juli 2026 um 10:26
    GermanViking:

    Die S3-/Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression empfiehlt eine Erhaltungstherapie von vier bis neun Monaten nach Remission in unveränderter Dosierung

    Und was sagt T. Bschor in der ARD-Dokumentation?:?: Schaue bitte nach.

    Im Buch von Johann Hari gibt er in einem Interview dem Journalisten gegenüber an, dass die Studien, die die Wirksamkeit nachweisen, nicht wirklich überzeugend sind, der Unterschied zwischen Placebo und Antidepressiva ziemlich gering ist usw. Dass diese Mittel die normale Gehirnchemie stören, dazu gibt es schon Studien, seit all diese Mittel auf den Markt gekommen sind.

    Mir ist die Zeit schade, im buddhistischen Forum über dieses üble Thema zu reden.

    Mit der preisgekrönten Dokumentation „Todesursache unbekannt“ (ARTE) habe ich sehr lange eine Auseinandersetzung mit einer Ärztin gehabt, das reicht mir.

    Schreibe, was du willst.:rainbow:

  • Psychiatrie – weiß sie eigendlich wirklich, was eine Psychose ist?

    • Igor07
    • 14. Juli 2026 um 00:17
    GermanViking:

    Eine zelluläre Anpassungsreaktion zu postulieren heißt nicht automatisch, dass sie bei allen zum selben klinischen Endpunkt (Chronifizierung) führt. Zellen bei jedem Menschen reagieren nicht identisch, sonst gäbe es keine unterschiedlichen Verträglichkeiten und Ansprechraten überhaupt.

    Das ist aber ein sehr interessanter Zug, aber was bedeutet das eigentlich?

    Jemand kann Heroin oder Kokain sehr lange einnehmen und dabei gut funktionieren, während andere fast sofort zugrunde gehen. Klar, die Leute sind verschieden und reagieren unterschiedlich auf Gifte.

    Aber Gift bleibt doch trotzdem Gift. Das ist also die Schwachstelle in der Argumentation.

    Dass sie kurzfristig sehr gut wirken können, würde wohl niemand bestreiten. Aber der Preis ist sehr hoch.


    Bei sehr vielen Autoren lese ich, dass Psychopharmaka die normale Funktion der Neurotransmitter stören und dass diese Störung die Symptome zwar kurzfristig lindern kann, langfristig jedoch die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass eine Person chronisch erkrankt oder neue und schwerwiegendere Symptome entwickelt. Das ist mehr als eindeutig und klar ausgedrückt, scheint mir.

    Die Diagnosen und entsprechend die Zahl der verschriebenen Psychopharmaka schießen nach oben, aber es wird nicht besser. Deswegen kann man durchaus von einer echten Epidemie Anatomie einer Epidemie Wenn Psychopharmaka krank machen  sprechen, bitte.

  • Psychiatrie – weiß sie eigendlich wirklich, was eine Psychose ist?

    • Igor07
    • 13. Juli 2026 um 23:29
    GermanViking:

    Eine zelluläre Anpassungsreaktion zu postulieren heißt nicht automatisch, dass sie bei allen zum selben klinischen Endpunkt (Chronifizierung) führt. Zellen bei jedem Menschen reagieren nicht identisch, sonst gäbe es keine unterschiedlichen Verträglichkeiten und Ansprechraten überhaupt.

    Was du noch sagst...:?


    GermanViking:

    . Bei schweren, insbesondere bei psychotischen oder stark suizidalen Depressionen ist der Nutzen von Antidepressiva (und in Extremfällen EKT) in der Evidenz deutlich klarer belegt als das Risiko einer Chronifizierung.

    Das ist eigentlich der kardinale Fehler, denn diese Antidepressiva wirken rein antidepressiv nicht, bitte.

    Und wo kann man das nachlesen? Im Buch „Die Depressions-Falle“ von Thorsten Padberg. Das kann ich zitieren. Außerdem gibt es eine Homepage dieses Autors mit allen Links, meistens auf Englisch.


    Über die zweifelhafte Wirkung, wenn überhaupt, kann man im Buch „Psychopharmaka reduzieren und absetzen“ und in „Medikamentenreduktion und Genesung von Psychosen“ (beide vom Psychiatrie-Verlag) nachlesen.

    Auch darüber, wie diese Mittel Schaden anrichten können, gibt es das Buch „Depressionen überwinden ohne Antidepressiva“, das von einem Profi geschrieben wurde.

    Am Ende kann man die neuen Leitlinien anschauen, zusammen mit dem Buch „Antidepressiva“ von T. Bschor, der dafür zuständig war, bestimmt!

    Plus: „Neue Antidepressiva, atypische Neuroleptika“ …Felix Hasler, zwei Bücher. Ich kann diese Liste noch sehr lange weiterführen, weil ich es selbst gelesen habe, aber keine KI, die nur basierend auf Wahrscheinlichkeiten-Mustern etwas zusammenbastelt und selbst die Forscher bis zum Ende nicht wissen, was von ihr zu erwarten ist.

    Ach … „Perspektiven aus der Depressions-Epidemie“, „Was Depressionen sind und wie man sie behandelt“ von Stephan Schleim … Egal, ich denke, ich könnte noch sehr lange weiterschreiben. Ich habe zu Hause eine ganze Bücherei darüber, mehr als 40 Quellen, denke ich.

    Schau dann beim Arzneimittel-Telegramm – eine sehr gute und unabhängige Quelle.

    Und das Alles würde keine KI ausspucken, die ist so konzipiert, um diese ganze Lüge zu verbreiten. Das ist das Problem.


    Ich postuliere überhaupt nichts, sondern das ist die normale Reaktion auf der zellulären Ebene, wenn ein fremder Stoff eingreift. Deswegen steht genau in den Leitlinien, dass man diese Mittel nicht länger als einige Monate einnehmen sollte, also offiziell schon, was von den Psychiatern leider schier ignoriert wird.

    Bei der ersten Einnahme eines SSRI entstehen dazu genitale Taubheit, Derealisation und Anhedonie. Das sind die bekannten Studien von David Healy. Besuche bitte seine Seiten, ich würde sie nicht verlinken.

    Was diese Drogen eigentlich machen, wurde schon von Marc Rufer beschrieben, etwa 1995. Das Buch habe ich auch.

    Und was erzählt Felix Hasler? Die ganze Geschichte war eine Lüge, was diese Mittel betrifft. Dazu kommen die Bestechung und nicht veröffentlichte Studien.

    Also bitte, das Problem liegt sehr tief und ist nicht erst heute entstanden.

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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