Liebe Monika, jedes Mal, wenn du es erzählst, traumatisierst du dich wieder. Das ist nicht zu machen.
Diese westliche Medizin, die echte Geschäfte mit dem Tod macht, dazu fehlen mir die Worte.
Zum Thema:
In der Theravada-Tradition, wie ich es verstanden habe, sollte man so leben, als ob dieser Augenblick und dieser Atemzug der letzte wäre. So Anālayo im praktischen Ratgeber zu Satipatthana. Denn absolut alles ist vergänglich, also trägt das, was entsteht, schon den Keim des Zerfalls in sich.
Die Vergegenwärtigung des Todes, wie auch der eigenen Leiche (keine eigene … das war schwarzer Humor, ha ha), in vielen Stadien der Verwesung dient eigentlich nur dem Zweck, diese tief verwurzelte Identifikation mit dem Körper, wie auch mit allen anderen Skandha-s, zu reduzieren. Und das würde die echte Freiheit bedeuten, nichts anderes: loszulassen von dem, was bedingt oder abhängig entstanden ist. Alles ist also mit dem Tod verbunden.
Was bleibt dann?
Darüber ist besser zu schweigen, denn der Buddha hatte auch diese Todlosigkeit gesucht. Aber wie Anālayo sehr treffend dazu bemerkt, war sein Körper weiterhin dem Tod und dem Sterben unterworfen, aber er hatte keine Angst mehr vor dem Tod. Das klingt für mich ohne viel Mystik und sehr praktisch und im normalen Leben anwendbar.
Als mein Vater im Sterben lag, habe ich fast rund um die Uhr ein Buch von Anālayo gelesen, praktisch rund um die Uhr, für die Altenpfleger, über Sterben und Tod. Ich denke, es hat mir geholfen, das Ganze durchzustehen.
Ich bin der Nächste in der Reihe. Das ist das Leben, wie es ist.