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  1. Buddhaland Forum
  2. Igor07

Beiträge von Igor07

  • Selbstbestimmt sterben

    • Igor07
    • 19. Juni 2026 um 21:29

    Liebe Monika, jedes Mal, wenn du es erzählst, traumatisierst du dich wieder. Das ist nicht zu machen.

    Diese westliche Medizin, die echte Geschäfte mit dem Tod macht, dazu fehlen mir die Worte.

    Zum Thema:

    In der Theravada-Tradition, wie ich es verstanden habe, sollte man so leben, als ob dieser Augenblick und dieser Atemzug der letzte wäre. So Anālayo im praktischen Ratgeber zu Satipatthana. Denn absolut alles ist vergänglich, also trägt das, was entsteht, schon den Keim des Zerfalls in sich.

    Die Vergegenwärtigung des Todes, wie auch der eigenen Leiche (keine eigene … das war schwarzer Humor, ha ha), in vielen Stadien der Verwesung dient eigentlich nur dem Zweck, diese tief verwurzelte Identifikation mit dem Körper, wie auch mit allen anderen Skandha-s, zu reduzieren. Und das würde die echte Freiheit bedeuten, nichts anderes: loszulassen von dem, was bedingt oder abhängig entstanden ist. Alles ist also mit dem Tod verbunden.

    Was bleibt dann?

    Darüber ist besser zu schweigen, denn der Buddha hatte auch diese Todlosigkeit gesucht. Aber wie Anālayo sehr treffend dazu bemerkt, war sein Körper weiterhin dem Tod und dem Sterben unterworfen, aber er hatte keine Angst mehr vor dem Tod. Das klingt für mich ohne viel Mystik und sehr praktisch und im normalen Leben anwendbar.

    Als mein Vater im Sterben lag, habe ich fast rund um die Uhr ein Buch von Anālayo gelesen, praktisch rund um die Uhr, für die Altenpfleger, über Sterben und Tod. Ich denke, es hat mir geholfen, das Ganze durchzustehen.

    Ich bin der Nächste in der Reihe. Das ist das Leben, wie es ist.

  • Selbstbestimmt sterben

    • Igor07
    • 18. Juni 2026 um 11:06
    mukti:

    Etwa ob sich jemand umbringt um den Folgen seiner bösen Taten zu entgehen (Z.B. Hitler),

    Hm, wenn die Wiedergeburt wirklich existiert, konnte er nicht entgehen, sollte logisch sein.

  • Selbstbestimmt sterben

    • Igor07
    • 17. Juni 2026 um 17:46

    Sorry, aus der Sicht des Buddhismus. Alle Khandha-s sind bedingt und vergänglich, deswegen kann man über anatta sprechen. Aber der Körper wird immer älter, dann wird er krank und am Ende landet er unter der Erde. Es reicht schon MN 13, ein wenig zu lesen. Also der erste Pfeil ist einfach der Lauf der Natur. Ich kann das nichts ändern. Der zweite Pfeil bedeutet, dass ich mich mit all dem, was vergänglich ist, nicht identifiziere. Das ist das Ziel der Praxis, wie ich es bis heute verstanden habe. Denn der" Otto Normaler" klammert sich an den eigenen Körper, aber es bedeutet doch wie den" Anleihen", er kann im jeden Moment zugrunde gehen. Und nicht alles ist Karma, das kann man auch genug nachlesen. War nur die Ergänzung, mehr nicht.

  • Selbstbestimmt sterben

    • Igor07
    • 17. Juni 2026 um 15:59
    fotost:

    Karma ist dann einer der am meisten falsch verstandenen Begriffe der Lehre.


    Da schwingen ganz häufig dumpfe Rachegedanken mit oder ein finales Recht-haben-Wollen!

    Angenommen, der Mensch leidet unter Alzheimer, es gibt keine Hoffnung, nur der Weg in den gähnenden Abgrund, oder Krebs mit den Metastasen im Endstadium, also sollte diese Person nach der Bestätigung im Pali-Kanon suchen?
    Wenn keine innere Anhaftung gibt, aber das wohlwollende Gefühl gegenüber der Familie und den Angehörigen, wo liegt das Problem?
    Sind heilige Texte wie Gebrauchsanweisung für absolut alles im Leben? Denke ich nicht.

  • Selbstbestimmt sterben

    • Igor07
    • 17. Juni 2026 um 14:13
    KarmaHausmeister:

    Aus meiner Sicht ist er aber ein Menschenrecht.

    Bestimmt!


    Zitat

    Unter welchen Umständen darf man einem Menschen helfen, sich das Leben zu nehmen? Muss der Staat selbstbestimmtes Sterben ermöglichen? Diesem Streitthema widmet sich GOTT, die Verfilmung des gleichnamigen Theaterstücks und Buchs von Ferdinand von Schirach. Ausgangspunkt ist die Aufhebung des Verbots der „geschäftsmäßigen" Sterbehilfe durch das Bundesverfassungsgericht vom Februar 2020. Es geht um den Fall eines 78-jährigen, kerngesunden Mannes, der sein Leben durch ein Medikament und mit Hilfe seiner Ärztin beenden will.

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  • MN 19: Dvedhāvitakkasutta / Zwei Arten von Gedanken

    • Igor07
    • 14. Juni 2026 um 12:47
    Ochse:

    Dem liegt vielleicht zugrunde, dass wir auch als Einzelpersonen dazu tendieren, unsere Meinungen mit Wahrheit zu verwechseln.

    Wie wahr, zuerst geht es um die Schlacht der Ansichten, koste es, was es wolle, dann aber kommen die echten Waffen ins Spiel.


    Zitat

    Im Verlangen nach Debatten stürzt er sich in eine Versammlung, wo jeder den anderen als Toren ansieht. Auf andere gestützt stellt er seine Behauptung auf; er wünscht Lob, behauptet, bewandert zu sein.

    Süchtig ist er nach Debatten inmitten der Versammlung, sein Wunsch nach Lob lässt ihm bange werden. Doch wenn er zurückgewiesen wird, ist er beschämt; über Tadel verärgert, sucht er bei andern Fehler.

    Pasūrasutta—Sabbamitta

  • MN 19: Dvedhāvitakkasutta / Zwei Arten von Gedanken

    • Igor07
    • 7. Juni 2026 um 13:14
    void:

    Die Idee, die Gedanken in unheilsame und heilsame zu trennen führt ja leicht zu ganz vielen Gedanken über Gedanken ( ist das jetzt heilsam oder unheilsam)

    Klar, deswegen hat der Buddha, als er damals noch Bodhisatta war, sehr viel reflektiert. Aber mit dem Samadhi dazu geht er sehr tief, da gibt es keine Gedanken mehr.

    Interessant finde ich hier das andere Detail.

    Auch diese Samadhis sind vergängliche und bedingte Phänomene und führen nicht zu Nibbana. Deswegen hat der Buddha seine zwei ehemaligen Lehrer verlassen.

    Was heilsam ist oder nicht, das fühlt jeder, der wirklich dem Pfad folgt, intuitiv.

    Destruktive Emotionen( und Gedanken) schaden bestimmt, dazu braucht man keinen Buddhismus.

  • MN 19: Dvedhāvitakkasutta / Zwei Arten von Gedanken

    • Igor07
    • 7. Juni 2026 um 02:44
    pano:

    Ich glaube das Zweite Bild des Kuhhirten schildert Samatha

    Dazu Anālayo:


    Zitat

    Ein weiterer wesentlicher Aspekt der Achtsamkeit ist das, was ich gewöhnlich als Weite des Geistes bezeichne. Mit Weite des Geistes meine ich eine unvoreingenommene, offene und empfängliche Haltung.

    Eine solche offene Empfänglichkeit lässt sich durch das Gleichnis eines Hirten veranschaulichen, das in der Dvedhāvitakka-Sutta (MN 19) zu finden ist. In diesem Gleichnis wird ein altindischer Hirte in zwei verschiedenen Situationen beschrieben. In der ersten Situation, während der Reifezeit der Ernte, muss der Hirte die Kühe aufmerksam beobachten, damit sie nicht auf die Felder mit der reifenden Ernte geraten.

    Nach der Ernte kann der Hirte jedoch entspannen und die Kühe einfach aus der Entfernung beobachten. Er muss sich lediglich bewusst sein, dass „Kühe da sind“. Für diese Art des beobachtenden Gewahrseins aus der Distanz wird im Gleichnis der Begriff sati verwendet (Anālayo 2003: 53 und 2014a: 87).

    Ich habe hier einen Hirten dargestellt, der entspannt unter einem Baum sitzt und die Kühe beobachtet, die an verschiedenen Orten grasen. Alles, was er tun muss, ist, sich ihrer Anwesenheit aus respektvoller Entfernung bewusst zu sein.

    Natürlich wird der Hirte nicht allein dadurch Erwachen erlangen, dass er sich der Kühe bewusst ist. Dazu bedarf es mehr als bloßer Achtsamkeit. An diesem Punkt muss klares Verstehen (sampajañña) hinzukommen, um die Samen der Weisheit in den fruchtbaren Boden der achtsamen Beobachtung zu säen.

    Ohne die „Hefe“ des klaren Verstehens lässt sich aus dem Teig der Achtsamkeitspraxis lediglich ein einfaches Fladenbrot backen. Der Beitrag der Weisheit, der durch das klare Verstehen ermöglicht wird, unterscheidet die Satipaṭṭhāna-Meditation von der bloßen Achtsamkeit des Hirten.

    Obwohl dem Hirten der entscheidende Aspekt der Weisheit fehlt, ist seine Beobachtung der Kühe aus der Distanz dennoch eine gute Veranschaulichung jener Empfänglichkeit und Weite des Geistes, die meines Erachtens einen wichtigen Aspekt der Achtsamkeit darstellen.

    Alles anzeigen

    S. 29, „Satipatthana-Meditation. Ein Praxisleitfaden“.

  • MN 19: Dvedhāvitakkasutta / Zwei Arten von Gedanken

    • Igor07
    • 7. Juni 2026 um 00:27

    pano , ich versuche das mit einfachen Wörtern zu erklären, ohne Fachbegriffe.

    Im Grunde genommen geht es um die Wurzel des Leidens, und das ist das Begehren, der Durst, der uns alle antreibt. Also wir sehen nicht, dass absolut alles vergänglich ist und uns eigentlich nicht gehört, und früher oder später verlieren wir alles. Das ist der Grund. Schlüsselwörter dazu im Sutra: „Sumpfniederung“ ist ein Ausdruck für Sinnenfreuden, oder: „Ein zahmer Hirsch“ ist ein Ausdruck für Genießen und Gier. „Eine zahme Hirschkuh“ ist ein Ausdruck für Unwissenheit."

    Weil wir uns nach etwas sehnen und nach etwas trachten, was uns am Ende nur mehr und mehr Leiden verschafft, macht das das Wesen des Samsara aus.

    Gewöhnlicherweise leben wir alle nach bestimmten Mustern oder Patternen. Also wir wollen uns befriedigen, egal, um was es geht. Es kann Geld oder Ruhm sein, Sex oder die Gesundheit, aber das alles sind bedingte Phänomene, die nicht sicher sind, und wir können sie nicht in den Tod mitnehmen. Im Sutra die Schlüsselwörter dazu: „Worüber ein Mönch häufig nachdenkt, was er häufig erwägt, dahin neigt sich sein Herz.“

    Das kann auch die Neurowissenschaft bestätigen. Wenn ich immer kluge und weise Bücher lese, edle Musik höre, dann gestaltet das meine innere Welt anders, als wenn jemand Thriller mit Gewalt sieht oder Pornos, Drogen nimmt und nur auf den eigenen Profit und das eigene Wohl bedacht ist, alle anderen sind ihm absolut egal. Ich übertreibe absichtlich.

    Also wir können unsere automatischen Reaktionen bewerten und richtige, angemessene Entscheidungen treffen, wenn wir all diese Dinge so sehen, wie sie wirklich sind, also vergänglich, leidhaft, eher unzulänglich und ohne inneren Kern.

    Und was ist dazu notwendig? Sehr gute Aufmerksamkeit, also Sati, aber in der ersten Reihe geht es in diesem Sutra um Samādhi. So lese ich: „Meine Energie war aufgerüttelt und unermüdlich, die Achtsamkeit fest verankert und klar, mein Körper war still und nicht erregt und mein Geist im Samādhi versunken und geeint.“

    Weiter erklärt der Buddha in den Begriffen der damaligen Zeit, was uns alle erwartet, wenn wir von den eigenen Leidenschaften versklavt werden. Aber das Wichtigste ist hier „das dritte Wissen“, und zwar:

    „Als ich das erkannte und sah, war mein Geist befreit von den Befleckungen der Sinnlichkeit, des Wunsches nach Wiedergeburt und der Unwissenheit.“

    Der springende Punkt oder der Kern der Sache besteht in dem Ausdruck „Befleckungen der Sinnlichkeit“. Denn alles, was wir mit den Sinnen wahrnehmen, ist verzerrt, entstellt und entspricht nicht der Realität, wie sie ist. Also unterliegen wir dem Schein der Dinge, der uns blendet. Wir sind also verblendet, --- un-wissen-d.

    Über die Wiedergeburt und was alles dazu gehört, dass der Buddha das alles gesehen habe, kann ich nicht überprüfen. Für mich aber ist absolut ausreichend, dass unser Leiden, verglichen mit dem Wort "Leidenschaft", mit dem Begehren zusammenhängt. Und das ist die Wurzel, das ist die Ursache.

    Wenn wir die "Welt" so sehen, wie sie wirklich ist, dann werden wir dieser Verblendung nicht unterliegen und innerlich befreit sein. Wir können dann dank rechter Ansicht und dem ganzen Pfad frei von Māra, dem Bösen, sein.

    Wenn man im Sutra eine so blumige und märchenhafte Sprache verwendet, dann sollten wir doch berücksichtigen, dass der Buddha nicht anders reden konnte. Er wusste nicht, was die moderne Psychologie von heute im Grunde dasselbe sagt, nur mit anderen Wörtern oder einem anderen Vokabular.

  • Buddhistische und westliche Philosophie im Vergleich

    • Igor07
    • 6. Juni 2026 um 15:53
    Hans-Günter Wagner:

    Der Arahat ist frei im Sinne eines Freiseins von eigenen Bestrebungen, er haftet an nichts und nimmt die Dinge im Idealfall so, wie sie gerade kommen. Indem er auf Individualität nahezu völlig verzichtet, verwirklicht er, was im Buddhismus die Soheit genannt wird.

    Ich habe aus der Sichtweise des Theravada gemeint. Er haftet an nichts, also identifiziert er sich in diesem Sinne nicht mehr mit den Skandhas, aber er bleibt als eine einzigartige Persönlichkeit bestehen, so wie der Buddha und seine Schüler. (Denn Person und Individuum kann man auch anders betrachten, etwa bei Ñāṇavīra Thera.)

    Er ist vom Karma befreit, aber er kann wegen seines unermesslichen Mitgefühls weiter handeln. Er lebt in der Welt, aber das alles berührt oder kümmert ihn nicht mehr.


    Hans-Günter Wagner:

    Während der Teilnehmer an einem psychoanalytischen Prozess seine individuellen Fähigkeiten zur Selbstbehauptung entwickeln soll, übt sich der Arahat gerade darin, nichts Besonderes zu sein.

    Der Buddha betrachtete sich selbst als Lehrer, also als etwas, das diese ganze Welt des Samsara transzendiert. Als er seine fünf ehemaligen Gefährten nach dem Erwachen trifft, drückt er das eindeutig aus.


    Hans-Günter Wagner:

    Wer nicht von ihm lernen will, kann eigentlich nichts mit ihm anfangen. Daher erscheint er nicht wenigen als eine nutzlose Kreatur.

    Doch! Der Buddha lehrt doch, er schafft den Orden und führt lange Diskussionen, sowohl mit den Herrschern als auch mit den einfachen Leuten.

    Aus Sicht des Zen stimmt es aber sehr gut.

    Bei Hans-Günter Wagner gibt es sehr wunderschöne Lyrik des Chan-Buddhismus, daher passt der Gedanke von Zhuangzi hier hervorragend.

    Ich denke, wenn wir nicht anhaften, also wenn wir wirklich die Vergänglichkeit sehen, aber nicht zu viel rein intellektuell darüber nachsinnen, dann sind wir imstande, diese Soheit wirklich zu realisieren. Also wir sind nicht mehr der Nabel der Welt, das wäre dann wie die Verkörperung von Demut und Hingabe, also das radikale Loslassen.

    In der ganzen Psychoanalyse wird es anders erfasst. Sogar die Individuation nach C. G. Jung verfolgt andere Ziele, und auch bei den im Buch erwähnten Experimenten von St. Grof versucht man, transpersonale Erfahrungen so zu integrieren, um weiter angepasst zu leben.

    Spätere Richtungen haben den früheren Buddhismus so verdinglicht sozusagen und derart raffinierte Philosophien erschaffen, dass es sehr schwer ist, den ursprünglichen Sinn herauszufinden.

    Aber so, wie es das Dao sieht, stimmt es absolut.

  • Buddhistische und westliche Philosophie im Vergleich

    • Igor07
    • 3. Juni 2026 um 19:48

    Ich finde es sehr interessant im Buch von Hans-Günter Wagner die Parallelen zwischen der Psychoanalyse und dem Buddhismus.

    Dazu meine eigenen Gedanken. Die Psychoanalyse wollte die Persönlichkeit stärken. Das Individuum ist schon nach S. Freud neurotisch, aber es sollte die eigenen verdrängten Triebe (das sogenannte Es) so anpassen und in die Gesellschaft integrieren, dass es normal funktionieren könnte.

    Im Buddhismus geht es eher um die totale Dekonstruktion, denn alle Skandhas sind flüchtig und vergänglich. Anatta stellt den ganzen Kern der Tradition dar.

    Aber ein Arahat kann sehr gut funktionieren. Er kann Entscheidungen treffen und angemessen auf Situationen handeln. Was bei ihm jedoch abwesend ist, ist diese mentale Ausuferung oder Ausschweifung, also Papañca. Er behält sozusagen seine eigene Individualität, aber er ist im reinen psychoanalytischen Sinne kerngesund, denn er kann sich mit den ganzen Inhalten im eigenen Bewusstsein nicht identifizieren.

    Das ist der erste Punkt. Der zweite Punkt ist, dass er bewusst Wohlwollen und Mitgefühl pflegen, hegen und kultivieren kann. Daraus kann man schlussfolgern, dass er wirklich einen gesunden inneren "Kern" hat, nur der ganze Prozess der Wahrnehmung läuft anders ab als bei den sogenannten Normalen.

    Wenn ich die schöne Blume auf der Wiese sehe, denke ich sofort darüber nach, wie ich sie benutzen kann, also ins Herbarium stecken oder meiner Frau schenken. Ich konsumiere die Welt, ich koste die Welt aus, ich präpariere sozusagen die lebendige Blume, ich vereinnahme sie oder ich töte sie rein existenziell.

    Ein Arahat würde dagegen alles Mögliche machen, um die Blume zu gießen und richtig zu ernähren. Er ist darauf angelegt, die Blume im ganzen Gewebe der Ursachen und Bedingungen zu sehen und ihre Existenz sozusagen zu vervollkommnen.

    Deswegen ist es so schwer nachzuvollziehen, scheint mir. Die bekannte Geschichte von Paul Watzlawick über den Nachbarn, den der Protagonist am Ende beschimpft, weil er sich die ganze Geschichte ausgedacht hatte, geht in dieselbe Richtung.

  • Zitate aus dem Theravada

    • Igor07
    • 30. Mai 2026 um 12:51

    Sobald wir geboren werden, sind wir schon tot.

    Unsere Geburt und unser Tod sind ein und dasselbe Ding. Es ist wie mit einem Baum.

    Wenn es Zweige gibt muss es auch Wurzeln geben.

    Wenn es Wurzeln gibt muss es auch Zweige geben.

    Ihr könnt das eine nicht ohne das andere haben.

    Es ist etwas komisch zu beobachten, dass Menschen beim Tod von Trauer niedergeschlagen und bei einer Geburt so hocherfreut sind.

    Ich finde, wenn ihr wirklich weinen müsst, wäre es besser zu weinen wenn jemand geboren wird; denn eigentlich ist Geburt Tod und Tod ist Geburt.

    Die Wurzel ist der Zweig und der Zweig die Wurzel.

    Wenn ihr also weinen müsst, weint bei den Wurzeln, weint bei der Geburt.

    Schaut da genau hin und seht:

    Wenn da keine Geburt wäre, gäbe es auch keinen Tod.


    von Ajahn Chah

  • Buddhistische und westliche Philosophie im Vergleich

    • Igor07
    • 30. Mai 2026 um 10:20
    Hans-Günter Wagner:

    Zwischen Buddhismus und westlicher Philosophie gibt einige Schnittmengen ebenso wie fundamentale Unterschiede. Eine genauere Betrachtung ist lohnenswert. Die beiden folgenden Beiträge sollen als Einstieg in die Diskussion dienen.

    Vielen Dank für das Thema.

    Besonders interessant finde ich die Gedanken über die Zeit. Für Dōgen war die Zeit das Sein. Wir leben nicht in der Zeit, wir sind die Zeit. Mehr dazu kann man bei Rolf Elberfeld in „Phänomenologie der Zeit im Buddhismus“ finden.

    Auch spannend erscheinen die Gedanken von McTaggart über die Unauffindbarkeit der Zeit sowie die Brücke zu M. Heidegger.

    Ich verlinke dazu einen Podcast, sehr empfehlenswert.


    Hans-Günter Wagner: Buddhismus und abendländische Kultur
    Der Buddhismus entstand vor etwa 2.500 Jahren in Indien, verbreitete sich in Asien und gilt als Weltreligion – ohne Gott. Heute ist er auch im Westen präsent.…
    www1.wdr.de
  • Tantrische Symbolik

    • Igor07
    • 29. Mai 2026 um 12:17

    verrückter-narr


    Danke für deine Erkärungen.


    Ich zitiere noch aus dem Werk:„Grundlagen Tibetischer Mystik“ von Lama A. Govinda , S. 127, Aquamarin-Verlag, 2008:


    Zitat

    „Zu behaupten, dass tantrische Buddhisten tatsächlich Inzest und geschlechtliche Ausschweifungen ermutigt hätten, ist ebenso lächerlich, wie Theravadins vorzuwerfen, sie hätten Vater- und Muttermord und ähnliche Verbrechen begünstigt. Sofern wir uns die Mühe nehmen, die noch lebendige Tradition der Tantras in ihren echten, unverfälschten Formen zu studieren, wie sie bis zum heutigen Tag in Tausenden von Klöstern und Einsiedeleien bestehen, wo selbst die Ideale der Sinnenbeherrschung und des Verzichts weltlicher Genüsse in höchstem Ansehen stehen, nur dann können wir ermessen, wie unbegründet und wertlos jene Theorien sind, die versuchen, die Tantras in den Bereich grober Sinnlichkeit herabzusetzen.“

    Auf Seite 123 lese ich, dass Vajrayana eigentlich die Geheimsprache bediente, die einzig für Eingeweihte gedacht war, in der das Höchste in die Form des Niedrigsten, das Heilige in die Form des Gewöhnlichen, das Transzendente in die Form des Irdischen und die tiefste Erkenntnis in die Form des Paradoxen oder des Grotesken gekleidet war. Es war auch eine Art Schocktherapie, die durch die Überspitzung des religiösen und philosophischen Lebens Indiens notwendig geworden war, präzisiert er weiter.
    Damit ist mehr als genug ausgesagt, und klarer geht es nicht, scheint mir.

  • Tantrische Symbolik

    • Igor07
    • 28. Mai 2026 um 17:37

    Tantra benutzt eine verschlüsselte und stark hermeneutische Sprache, um auf die innere Transzendenz und Nicht-Dualität hinzuweisen und diese auszudrücken. Für den gewöhnlichen Menschen kann diese Sprache unverschämt oder drastisch erscheinen. Genau deshalb wird Tantra so häufig missbraucht, auf reinen sexuellen Genuss reduziert und dadurch herabgesetzt.


    Wenn dort etwa von Ambrosia / amṛta oder von sexuellen Flüssigkeiten gesprochen wird, dann bedeutet dies eigentlich ein Symbol für Unsterblichkeit oder höchste Glückseligkeit.

    Und das Erlangen der Todlosigkeit ist das primäre Ziel im Buddhismus. Dafür brauche ich keinen Pali-Kanon zu zitieren. Das weiß jeder.


    Mit dem Ausdruck „Lebenskraft stärken“ ist als Ziel die innere Transformation der Energie gemeint.

    Denn alles stellt den Prozess des Werdens dar. Es gibt keinen inneren festen Kern in der Natur, sondern alles wandelt und verändert sich. Der Pali-Kanon spricht in diesem Zusammenhang über bhava, also rein technisch gesprochen.


    Es geht im Grunde genommen um die immense innere Kraft der Erkenntnis, also darum, dass auch Begierde, Hass, Wut oder Zorn innerlich transformiert beziehungsweise transmutiert werden können, um diese Todlosigkeit als Ziel zu erlangen und zu verwirklichen.

    Es handelt sich um eine sehr fortgeschrittene Praxis, die meistens geheim ist und nur durch einen Lehrer studiert, korrekt interpretiert und praktiziert werden sollte.

    Es geht um ein inneres, rein meditatives Ritual, das den sterblichen und vergänglichen Menschen – wie uns alle – innerlich unsterblich macht.


    Ich wollte noch dazu anmerken, dass viele Buddhologen wie Edward Conze oder Volker Zotz Tantra als die Krönung beziehungsweise den Gipfel der buddhistischen Tradition betrachteten, der nicht im Widerspruch zum früheren oder ursprünglichen Buddhismus steht – nach der Definition von Edward Conze im Buch Buddhistisches Denken.

    Mit niedrigen Trieben und deren Ausleben hat dies absolut nichts zu tun.


    Was wir heute im Westen beobachten, stellt vielmehr den Missbrauch der eigentlichen Lehre, ihre Entartung und ihre Vermarktung als Ware oder Produkt dar. Mit der eigentlichen Wahrheit hat das jedoch nichts zu tun.


    Tantra bedeutet eigentlich das Netz alles umfassender Beziehungen, Ge-webe-/n, wie es das Modell des holografischen Universums anders zur Sprache bringt. Wir sind alle miteinander verbunden und verwoben. Im Pali-Kanon kann man diesen Gedanken als die bedingte Entstehung betrachten.

    Diese innere Weisheit der Erkenntnis benutzt die verschlungene und manchmal auf den ersten Blick verworrene und auch verwirrende Sprache der Sexualität, aber es geht um die höchste mögliche Ebene, die einfach nicht aussprechbar und, wie ich denke, auch vom Verstand und seiner dualen Logik nicht ausdrückbar ist. Das motiviert mich zum Nachsinnen und Nachdenken und weist auf etwas in uns allen hin, das alle möglichen Lehren und Grenzen transzendiert und auch heilig macht.


    Noch einige Reflexionen zum Thema. Besonders drastisch und schockierend klingt auf den ersten Blick diese Stelle, wo es über die sexuelle Vereinigung mit allen Müttern und Schwestern geht. Lama A. Govinda erklärt aber, dass es hier eigentlich um die Überwindung der Dualität geht: Samsara gegenüber Nirvana, Subjekt/Objekt, Ich oder Selbst als feste Entität in mir drin gegenüber der sogenannten objektiven Welt da draußen, Form/Leere, Gut/Böse, Gestalt oder Ge-bild-e gegenüber dem Bild usw. Wir leben wie in so einer verpackten Welt der mentalen Karten und Schablonen, die wir meistens nicht hinterfragen. Tantra benutzt hier eine existenzielle Schocktherapie, um unseren Dünkel, unsere Arroganz und die Verblendung, als Ge-blendet-sein vom Schein, von der Illusion, zu erschüttern; es zieht uns den Boden unter den Füßen weg und wirft uns in den gähnenden Abgrund.

    An einigen Stellen liest man über das Töten, und ganz egal, wer das übersetzt, Englisch oder Deutsch, die Bedeutung ist eindeutig dieselbe. Aber wir alle essen Tiere, und wenn wir sterben, fressen die Würmer unsere Leichen, aber das stellt wiederum den Dünger, die Nahrung für die schöne Blume dar, und so geht es weiter. Das ist aber eine existenzielle Vorgehensweise, aber niemals die wörtliche.

    Diese Radikalität der Sutren des Tantra erinnert mich an den Ausdruck des Zen: Man sollte den Buddha töten und alle heiligen Bücher verbrennen. Nichts ist heilig, kein Verdienst — diese Stellen kennen alle Zen-Praktizierenden. Und niemand versteht das buchstäblich. Man kann das als geschicktes Mittel betrachten, um alle möglichen innerlichen Stützen und Halt, diese Festigkeit der Welt und ihre Vorhersehbarkeit und Steuerbarkeit in Frage zu stellen, also im Sinne von: Wo war dein Gesicht, bevor du geboren wurdest?

    An dieser Stelle wollte ich anmerken, dass Lama A. Govinda der persönliche Schüler von Nyanatiloka war. Er beherrschte einwandfrei Pali, also konnte er alles im Original lesen, und enorm viele andere Sprachen. Er war hier echt genial. Des Weiteren kann ich das Buch der Gespräche empfehlen, wo er das alles locker erzählt. O.W. Barth-Verlag, bitte zu googeln.

    Er kennt sich ausgezeichnet sowohl im Zen als auch in allen möglichen Richtungen des Mahayana aus.

    Und gerade deswegen konnte er so komplizierte Materie mit vielschichtigen Inhalten wie in einem Holon(Matrjoschka ) so präzise und dazu künstlerisch und sprachlich so darstellen, dass jeder, der sich nach der Wahrheit sehnt, verstehen kann, worum es geht.

    Über Kundalini.

    Vom traditionellen Standpunkt des Yoga geht es hier um die Vereinigung mit dem Schöpfer, im Sinne der Unio mystica, das Ein-s-sein. Im Buddhismus und Tantra geht es aber um die innere Weisheit, um die Ab-Lösung, als Ent-Werden, denn alle Götter sind vergänglich und gefangen im Rad des Samsara. Deshalb ist es so schwer, mit sprachlichen Mitteln das Wesen von Nirvana auszudrücken, und es passiert meistens durch Parabeln oder Paradoxien (Herz-Sutra, usw).

  • Sutren des Vajrayana.

    • Igor07
    • 23. Mai 2026 um 01:07
    Samten:

    .....dass du mal wieder dein Bashing bereibst....!!

    Echt?


    Zitat

    Der Buddhismus ist nicht nur Religion, er ist auch Psychologie und Philosophie. Achtsamkeit, präzises Beobachten, Nachdenken und Erkennen spielen eine große Rolle auf dem Weg des Menschen zum Erwachen. Der buddhistischen Lehre zufolge ist die Wirklichkeit »leer«. Erst im Bewusstsein entsteht die Konstruktion einer in Ich und Andere gespaltenen Welt. Peter Gäng gibt hier einen gut verständlichen Einblick in die philosophische und praktische Weisheit des Buddhismus.

    Buddhismus
    Der Buddhismus ist nicht nur Religion, er ist auch Psychologie und Philosophie. Achtsamkeit, präzises Beobachten, Nachdenken und Erkennen spielen eine große…
    beltz.de


    Zitat

    Die politische Praxis unterbricht zunächst die wissenschaftliche Beschäftigung. Aber dann liest er tantrische Grundtexte im Original und hat das Gefühl, etwas gefunden zu haben, das direkt zu ihm spricht. Die langjährige Auseinandersetzung mit einem Quelltext führt später zur ersten Übersetzung des Guhyasamaja – Tantra. Aber auch Meister Eckhart und andere Vertreter der deutschen Mystik werden gelesen und haben ihm etwas zu sagen.

    Im letzten Teil des Interviews geht es um die weiblich-männliche Polarität im Tantrismus und die Frage nach einem männlichen Weg in der Spiritualität. Die patriarchalische Grundhaltung unserer Gesellschaft muss einem ganzheitlichen Verständnis der Wirklichkeit weichen, um unser Überleben zu ermöglichen. Aus dem Hevajra – Tantra berichtet er von einer Meditationspraxis, die zu einem tieferen männlichen Selbstverständnis führen kann.

    Interview mit dem Buddhismusforscher Dr. Peter Gäng 

  • Sutren des Vajrayana.

    • Igor07
    • 23. Mai 2026 um 00:44

    Im Folgenden zitiere ich ohne Kommentar die Sutren aus dem Buch von P. Gäng, „Buddhismus?“, Campus-Verlag.


    Zitat

    „…Diejenigen, die Lebendiges töten, die sich an lügnerischer Rede freuen, die sich an fremdem Eigentum erfreuen, die sich ständig der Sinnlosigkeit hingeben, die Kot und Urin als Speise zu sich nehmen, genau die sind erfolgreich in der meditativen Verwirklichung. Der Praktikant aber, der Mutter, Schwester und Tochter liebt, der erreicht die große Vollkommenheit, das höchste Wesen der Gegebenheiten im großen Fahrzeug. Und wer die Mutter des Buddha, des Herrn, liebt, ohne sich zu beflecken, der erlangt ohne Zweifel die Buddhaschaft.“

    S.225


    Zitat

    „Die Karmamudra mit Brüsten, langen Haaren usw. Sie ist die Ursache von Glück im Bereich der Sinnlichkeit. Karma ist das Hingegebensein an Küssen, Umarmen, Berühren der Scheide, Liebkosen mit dem Diamanten usw. Dadurch ist die Mudra gekennzeichnet. Sie gibt Sicherheit, und diese Sicherheit ist dadurch gekennzeichnet, dass das Glück zum Fließen kommt. Lust als spezifisches Glück gibt sie, Liebeslust, daher Mudra.“

    S.236


    Plus dazu:


    http://www.rfmeyer.de/pdf/Hevajratantra.pdf


    Zitat
    Zitat

    Der Weise wirft die aus dieser Vereinigung rührende Sexualflüssigkeit nicht fort. Sie soll weder in den Händen noch in einer Muschelschale aufbewahrt werden. Diese Ambrosia soll mit der Zunge genommen werden, um die Lebenskraft zu stärken. (39)

    Über den Autor:


    Zitat

    Gäng promovierte über buddhistische Mystik und veröffentlichte mehrere Bücher zu buddhistischen Themen. Er ist ein Mitbegründer der Buddhistischen Akademie Berlin-Brandenburg und des Buddhistischen Studienverlages. Bekannt wurde er durch seine deutschen Übersetzungen tantrisch-buddhistischer Texte aus dem Sanskrit wie Caṇḍamahāroṣaṇatantra[6] und Guhyasamājatantra.[7]

    Wikipedia.


    Was denkt ihr darüber?

    LG.

  • Tibetischer Buddhismus „Selbststudium“ Hilfe

    • Igor07
    • 20. Mai 2026 um 06:36
    crocus:

    Jedenfalls habe ich damals eine Ahnung erhalten, was diese vielarmigen Gottheiten des Vajrayana mit Buddhas Lehre zu tun haben, und wie die Verbindungspunkte zu Nachbarreligionen zustande kamen.

    Lama Thubten Yeshe gehört bestimmt zum Vajrayana, aber er lehrt nichts anderes als Kundalini-Yoga. Damit die Leute nicht denken, dass das Thema etwas mit mir persönlich zu tun hat, zitiere ich aus dem Buch „Das Innere Feuer“ von Lama Thubten Yeshe:


    So lese ich auf Seite 190:

    „Diese Hitze-Explosion bringt daraufhin immer noch mehr Kundalini zum Fließen.“


    Weiter wird erklärt, wie der Praktizierende atmen sollte. Diese Übung gibt es auch im Yoga: Nach dem Einatmen soll man diese Energie nach unten drücken.

    Auf Seite 191 lese ich:

    „Das innere Feuer explodiert nun mit derartigen Intensität, dass es den Zentralkanal hinauflodert, Herz- und Kehlchakra durchdringt und das Scheitelchakra erreicht.“


    Weiter geht es um die enorme Glückseligkeit und darum, wie man damit umgehen sollte.

    Da sage ich, dass es eins zu eins Kundalini-Yoga ist und sogar gefährlich sein kann (für die Lunge oder das Herz usw.), denn alles, was nicht ins Modell passt, wird dann vom Lehrer einfach mit „mach weiter“ erklärt. Es beschleunige angeblich die Reinigung.



    Und die Sechs Yogas von Naropa gibt es ebenfalls im Buch von Lama Anagarika Govinda.


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  • Tibetischer Buddhismus „Selbststudium“ Hilfe

    • Igor07
    • 19. Mai 2026 um 11:12

    Ich wollte einfach über alle möglichen Gefahren hinweisen, die alle unter dem Teppich gekehrt sind, auch von dem Dalai Lama, denn so viele Leute, die das lesen, sollten das ganze Bild sehen und keine trockene Theorie.

    Deswegen: Wenn ich etwas wichtig finde und du dich auf mich beziehst, dann würde ich weiter schreiben.

    Und über diese geheimen Chakren und darüber, wie der Schüler nur auf den Lehrer hören sollte, geht es in dem letzten Buch, also darum, unterwürfig zu sein. Das stellt eindeutig den Boden für Missbrauch dar.

    Also bitte, das ist mein Recht. Genauso wie deins, das Ganze so eindeutig und voreingenommen darzustellen.

    Und immer auf mich als Person abzuschießen – das mache ich nicht. Schlüsselwort: rechte Rede.


    Zitat

    Wenn Du damit ein schwerwiegendes Problem hast, wäre es nicht verkehrt, professionelle Hilfe zu suchen.

    Aber bei diesem Thema ist Deine Abschweifung auf immer wieder Dasselbe fehl am Platze.

    Es wäre besser, sachliche Diskussionen auch sachlich zu lassen und sich nicht immer mit einem persönlichen Problem, auch noch grell-plakativ, einzumischen und zu stören.

    Das alles sind persönliche Unterstellungen, aber keine sachliche Diskussion, über welche du hier redest. Eigentlich sollte ich das alles melden, denn es ist eindeutig ein Verstoß gegen die Forum-Regeln.


    "Es ist euch insbesondere untersagt
    - beleidigende oder unwahre Inhalte zu veröffentlichen; "


    "Ein freundlicher und respektvoller Umgang in einer Gemeinschaft ist unabdingbar und diesen setzen wir voraus. Behandelt somit jeden wie ihr selbst auch behandelt werden möchtet. Beleidigungen u. Ä. werden hier nicht geduldet und sanktioniert. "


    Also bitte...

  • Tibetischer Buddhismus „Selbststudium“ Hilfe

    • Igor07
    • 19. Mai 2026 um 09:45

    Ach ja, zum Bon gibt es auch das Buch: „Den feinstofflichen Körper aktivieren“, also wieder diese Winde, Chakras und Visualisationen. Das hat mit dem Buddhismus wenig zu tun, aber mit Yoga.

    Nicht dasselbe wie die Sechs Yogas von Naropa, aber fast.

    Einige User warnen auf Amazon davor, das alles alleine zu praktizieren. Das wollte ich wieder unbedingt zur Sprache bringen. Wegen dieser Wind-Energien, die außer Gleichgewicht geraten können.

    Dann leiden selbst sehr erfahrene Praktizierende manchmal viele Jahre, aber die westliche Medizin kann nichts finden. Der Dalai Lama wollte darüber nicht reden, als er von W. Britton darauf angesprochen wurde.Dalai Lama Presentation: Mind and Life XXIV Das war’s.

    Ich denke, wenn es nur um das Lesen und Studium geht, dann ist es OK, aber man sollte tausendmal abwägen, ob er das Ganze wirklich praktizieren sollte.

    Gute Reise, Ironie.


    Das sollte jeder eigentlich wissen:


    Cheetah House | Help for Meditators In Distress
    Counseling, resources and support for meditators experiencing adverse effects.
    www.cheetahhouse.org


    Zitat

    Die möglichen Nebenwirkungen der Meditation sind von der breiten Öffentlichkeit weithin unbekannt und werden oft missverstanden, nicht identifiziert und unbehandelt.

    Gerade bei dieser Richtung ist es echt alarmierend und stellt das echte Problem dar.


    Siehe zum Vergleich:


    Inneres Feuer - Eine Meditationspraxis aus den 6 Yogas von Naropa

  • Tibetischer Buddhismus „Selbststudium“ Hilfe

    • Igor07
    • 18. Mai 2026 um 18:06

    Wie du willst, ich brauche mich hier nicht mehr zu verteidigen oder aus dem Buch zu zitieren.
    Ich habe nur gesagt, wie ich das Ganze sehe, aufgrund meines Wissens und auch meiner Praxis in diesem Bereich.
    Das war mein letzter Beitrag hier.
    Du kannst mir egal was unterstellen, dein Recht.
    Jeder kann selbst die eigene Meinung bilden.
    Mehr kann ich nicht hinzufügen.

  • Tibetischer Buddhismus „Selbststudium“ Hilfe

    • Igor07
    • 18. Mai 2026 um 17:42
    Amdap:

    Von welchem Buch sprichst Du denn hier, Igor?

    Ich meine dieses Buch.


    Grundlagen tibetischer Mystik 


    LG._()_

  • Tibetischer Buddhismus „Selbststudium“ Hilfe

    • Igor07
    • 18. Mai 2026 um 16:28

    @Yuasuo.

    Hi,


    ich habe das Buch vor langer Zeit gelesen. Es geht dort nicht ausführlich um Zen oder Dzogchen, sondern eher um die Meditation auf bestimmten Chakras, also darum, diese sehr gut visualisieren zu können. Der Autor ist begeistert von Avalon, der die Kundalini-Kraft für den Westen entdeckt haben soll. Auch gibt es im ganzen Buch sehr viele Hinweise auf Yoga und auf all diese geheimen Kanäle des sogenannten feinstofflichen Körpers, der übrigens wissenschaftlich nicht nachgewiesen ist.

    Das alles war für mich noch nicht so abwegig, aber ich habe dazu auch das Buch von Lama Thubten Yeshe „Inneres Feuer“ gelesen. Dort geht es schon detaillierter um diese Kundalini und besonders um die Sexualität, die transformiert werden soll.

    Und weiter: All das kann man — mit gewissen Abweichungen bei der Bihar School of Yoga — auch in der Hatha-Yoga-Pradipika finden. Also es kann schiefgehen, wenn man so etwas praktiziert.

    Im Vajrayana gibt es eine ziemlich beträchtliche Zahl an Nebenwirkungen bei dieser Art von Praxis, und auch der sexuelle Missbrauch ist dort besonders hoch. Ob es hier einen Zusammenhang mit dieser Kraft gibt oder nicht, sei dahingestellt. Aber ich habe so eine Zeit lang praktiziert und weiß: Das ist im Grunde nicht anders als Yoga, nur in einer anderen Verkleidung — leider ebenfalls mit Nebenwirkungen.

    Ich würde hier eigentlich nicht mehr posten, und ich wollte keine Auseinandersetzungen anfangen. Aber bevor jemand so etwas praktiziert, sollte er gründlich nachdenken, um sich selbst nicht zu schaden.

    Alles Gute.

    P.S. Schau dir die amerikanische Seite von Wikipedia an — Sexualität überall. Das ist also Tantra. Ob es buddhistisch oder hinduistisch ist — dazu sagt der Autor, es sei ursprünglich buddhistisch gewesen. Beim Yoga sollte besonders der Körper absolut rein sein, um mit dieser Kraft zu spielen, denn sie kann den Adepten regelrecht verbrennen. Das ist das, was ich weiß. Denn ich praktiziere Yoga und sehr verschiedene Stile.

  • Metaphysik

    • Igor07
    • 16. Mai 2026 um 12:16
    Tai:

    Kant selbst geht vielleicht sogar einen großen Schritt in diese Richtung, indem er feststellt, dass wir zwar Wahrnehmungen und Erkenntnisse erfahren, aber darüber, wie die Dinge an sich sind, gar nichts wissen können.

    Ganz genau:


    Zitat

    Ding an sich: Das "Ding an sich" ist ein Begriff, der von Immanuel Kant geprägt wurde. Er bezeichnet die Wirklichkeit, wie sie unabhängig von unserer Wahrnehmung und Erkenntnis ist. Kant argumentierte, dass wir die Wirklichkeit nur durch unsere Sinne und unser Denken wahrnehmen können. Diese Wahrnehmung und Erkenntnis ist jedoch immer subjektiv und begrenzt. Wir können die Wirklichkeit also nur in der Form kennen, wie sie sich uns darstellt, nicht aber in ihrer absoluten Wirklichkeit.

    Hier


    Und zum Thema:


    Zitat

    Kant stand immer früh um 5 Uhr auf, und im Alter begnügte er sich mit einer Mahlzeit am Tage, dem Mittagsmahl. Auch darin war Kant, ohne es zu wissen, Buddha ähnlich.

    BUDDHISTISCHES BEI KANT

  • Ich bin der Baum, den ich wahrnehme?

    • Igor07
    • 8. Mai 2026 um 19:55

    Lieber void, wenn du mir erlaubst, kann ich meine eigene Position ausführlicher erklären. Du schreibst über Dukkha als etwas „Verstörendes“ und „Widersinniges“. Früher hast du geschrieben: „Unsere Geburt führt dazu, dass wir aus der Mutter herauskommen, dass wir altern und sterben, Liebgewonnenes verlieren und Widriges erfahren.“


    Das sind sehr harte Worte, aber sie sind menschlich. Für die Natur ist das jedoch absolut gleichgültig, denn diese sogenannte Natur stellt nicht mehr dar als den Strom der bedingten Entstehung, paṭicca-samuppāda. Bestimmte Ursachen und Bedingungen lösen bestimmte Wirkungen aus. Mit meinen eigenen Bewertungen und Beurteilungen hat das nichts zu tun.


    So verstehe ich es: Geburt ist Dukkha, ebenso wie Tod und Krankheit. Aber der Buddha hat doch Dukkha überwunden, oder? Gleichzeitig war er selbst alt, krank und ist gestorben. Was sollte ich dann unter dem Begriff „Dukkha“ konkret nachvollziehen? Ich werde auch sterben, das ist das Gesetz. Alles, was entsteht, ist dazu verdammt, zu vergehen.


    Hier gibt es keine Grausamkeit, wenn ich deine Worte lese. Das wäre vergleichbar mit dem Gesetz der Gravitation: Wenn etwas mir auf den Kopf fällt, kann es mein Leben kosten. Wenn ich meine Finger in die Steckdose stecke, kann ich sterben.

    Die Natur schert sich nicht um mich und meine Person. Punkt.


    Unter Dukkha und seiner Überwindung kann ich nur den zweiten Pfeil verstehen, also meine innere Einstellung zum Leben und auch zum Sterben, so wie es ist. Aber das alles wegzuwischen, steht nicht in meiner Kraft.


    Du schreibst diesen Gesetzen der Natur eine negative oder widrige Bedeutung zu. Das ist deine eigene Position. Damit erschaffst du selbst die Bedingungen für den sogenannten zweiten Pfeil. Im Sinne: Ist das Glas mit Wasser halb leer oder halb voll?


    Abschließend zur Verbundenheit: Ich meine es nicht romantisch oder wie verklärend, aber wenn ich innerlich anerkenne, dass alle leidenden Wesen genau wie ich sterblich sind, dann kann ich mich wahrscheinlich nicht mehr so übermäßig wichtig wahrnehmen. Ich bin nicht mehr der Nabel der Welt, denn alle leiden, und alles ist vergänglich – nicht ich allein. Das ist mein Verständnis dieser Verbundenheit, rein praktisch, ohne Mystik.

    Alles Gute.

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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