Ich denke vor der Frage, was Du hättest besser machen können, steht die Frage, warum es dich so getroffen hat. Es geht nicht darum, sich mit Macht zu verbiegen, denn das wird nicht dauerhaft funktionieren. Es geht darum, sich, d.h. das eigene Denken, zu verstehen. In der Situation übernimmt oft das "schnelle" Denken, d.h. bewährte Muster, wie man schlechte Situationen loswird, ohne auf Folgen zu achten. Die Sache nicht auf der Straße zu klären, ist klug, aber leider unbefriedigend. Im Nachhinein hast Du die Möglichkeit, es rational anzugehen, wozu auch gehört, der Frage nachzugehen, warum es unbefriedigend war, die Sache nicht ein für alle mal zu entscheiden.
Typischerweise läuft es darauf hinaus, dass ein Angriff auf deine Meinung ein Angriff auf deine Person ist und die Verteidigung deine Person schützt. Solange es nicht körperlich wird, stimmt diese Annahme nicht. Nichtmal, wenn Du Recht hattest. Worte können verletzen, keine Frage, aber wenn man versteht, warum sie das tun, wirken sie erheblich weniger. Damit steht man weniger unter Stress und ist zu sinnvolleren Reaktionen in der Lage. Das sind alles keine einfachen Fragen. Man sagt oft, durch Buddha versteht man erst, wer man ist und wie man denkt, und danach, wer man nicht ist. Mit der Erklärung kann man Bücher füllen.
Es ist ein guter Anfang, Probleme nicht schlimmer zu machen. Nicht anschreien, keine gezielten verbalen Verletzungen, keine Prügelei. Danach kommt die Frage: Wer bin ich und wie denke ich? Der Rest ergibt sich dann irgendwann.