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  2. Anna Panna-Sati

Beiträge von Anna Panna-Sati

  • Scham (auch Beschämung, Schamlosigkeit) - unheilsam oder heilsam?

    • Anna Panna-Sati
    • 8. Juli 2026 um 18:31

    Hallo, ihr Lieben, :)


    Scham ist etwas zutiefst Menschliches und tritt - einigen Autoren zufolge - sogar schon auf, bevor das "Ich"-Gefühl sich etabliert (beim Säugling zeige es sich in der sogenannten "Fremdel-Phase"), in der Regel fällt es jedoch in die Zeit der Entwicklung von Selbstwahrnehmung im zweiten Lebensjahr, wenn das Kind sich also selbst als Person erkennt.

    Peinlich! Oder? Warum Schamgefühle bei Kindern so wichtig sind
    Schamgefühle bei Kindern entwickeln sich im Laufe ihrer Kindheit. Ab wann sie auftreten und welchen Sinn sie haben. Für uns alle.
    www.eltern.de


    Im Buddhismus werden Schamgefühl (Hiri) und Gewissensscheu (Ottapa) zusammen als die "Beschützerinnen der Welt" betrachtet, quasi das ethische und moralische Fundament, um nicht unheilsam zu handeln.

    Zitat

    A.II.9 Die Beschirmer der Welt - 9. Cariya Sutta

    Zwei helle Eigenschaften, ihr Mönche, beschirmen die Welt. Welche zwei?

    • Schamgefühl und
    • sittliche Scheu.

    Wenn nämlich, ihr Mönche, diese beiden hellen Eigenschaften nicht die Welt beschirmten, so würde man da weder seine Mutter anerkennen, noch der Mutter Schwester, noch des Onkels und des Lehrers Weib, noch die Ehefrauen ehrenwerter Männer; so würden die Menschen sich vermengen wie Schafe, Ziegen, Hühner, Schweine, Hunde und Schakale. .....

    Zitat

    [73-74.] 79-80. Scham und sittliche Scheu

    [73.] 79. Welcher Mensch gilt als "schamhaft", und was ist da "Scham" (hirí)?

    Sich schämen, wo man sich zu schämen hat; sich schämen vor der Ausübung böser, schlechter Dinge: das nennt man Scham. Der von dieser Scham erfüllte Mensch aber gilt als schamhaft.


    [74.] 80. Welcher Mensch gilt als "sittlich-scheu", und was ist da "sittliche Scheu" (ottappam)?

    Sich scheuen, wo man sich zu scheuen hat; sich scheuen vor der Ausübung böser, schlechter Dinge: das nennt man sittliche Scheu. Der von dieser sittlichen Scheu erfüllte Mensch aber gilt als sittlich-scheu.


    https://www.palikanon.com/abhidham/pugga…96.html#pp79t80

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    Schamgefühl (Hiri) bezeichnet hier also die innere Scham, quasi "Selbst-Scham", die man bei und nach Fehlverhalten empfindet, wenn man z.B. gegen (verinnerlichte) ethische Werte gehandelt hat oder gewisse Ansprüche nicht erfüllte.

    Da man sich schämen würde, diese schlechten Dinge zu tun, vermeidet man es dementsprechend, sie zu vollziehen.


    Gewissensscheu (Ottapa) hingegen bedeutet, auch die möglichen Konsequenzen der Tat im Hinblick auf die Mitmenschen zu sehen/erkennen (Ursache/Wirkung) und Respekt vor dem zu haben, was Mitmenschen und Gesellschaft stören und ihre Regeln/Grenzen verletzen könnte.


    Beide Qualitäten werden demnach für wichtig erachtet, um spirituelle Fortschritte zu machen auf dem (Heils-)Weg, den der Buddha gewiesen hat.

    Zitat

    A.X.67 Fortschritt und Rückschritt I - 7. Paṭhama-naḷakapāna Sutta

    Wem es, Brüder, bei den heilsamen Dingen an Vertrauen fehlt, an Schamgefühl und Gewissensscheu, an Willenskraft und Weisheit, der hat, sei es bei Tag oder bei Nacht, eben einen Rückschritt zu erwarten in den heilsamen Dingen, keinen Fortschritt. ...


    ..Daß ein Mensch vertrauenslos ist, Brüder, das ist ein Rückschritt.

    Daß ein Mensch keine Scham besitzt und keine Gewissensscheu, daß er träge ist und keine Weisheit besitzt, voller Zorn und Wut, voll üblen Ehrgeizes, schlechten Umgang pflegt und falsche Ansichten besitzt, das, Brüder, ist ein Rückschritt.


    Wer aber, Brüder, bei den heilsamen Dingen Vertrauen hat, Schamgefühl und Gewissensscheu, Willenskraft und Weisheit, der hat, sei es bei Tag oder Nacht, eben einen Fortschritt zu erwarten in den heilsamen Dingen, keinen Rückschritt. ...


    https://www.palikanon.com/angutt/a10_061_070.html#a_x67

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    Fazit: In dieser Weise Scham zu empfinden, ist im Buddhismus etwas Heilsames.


    Auf der weltlichen Ebene ist Scham ebenfalls ein unangenehmes Gefühl, das Menschen gerne vermeiden, u.a., weil es eng mit dem Selbstwertgefühl verbunden ist.


    Beim Erleben von Scham werden, laut dem amerikanischen Psychoanalytiker Allan Schore, dieselben Hirnregionen aktiviert, wie bei existenzieller Angst - Parasympathikus und Sympathikus sind gleichzeitig aktiv, was zu den unangenehmen Erscheinungen Erröten, Schwitzen, Zusammensacken des Körpers, Verwirrtheitsgefühlen usw. führt.


    Da die Scham auch von außen deutlich wahrnehmbar ist, kann sich fallweise ein "Schämen für die Scham" entwickeln, was zum Verbergen oder Überspielen der Scham Anlass gibt :

    "Cool sein" (und bleiben) lautet dann oft die Parole....8)

    Man spricht auch von "falscher Scham", wenn sich jemand für etwas schämt, das er gar nicht zu verantworten hat, beispielsweise seinen Körperbau, sein Aussehen, seine Krankheit, seine Herkunft ,...(wobei Körperscham eine gewisse Schutzfunktion hat).


    Kleine Anekdote:

    Als Elfjährige (im sogenannten "Kicher-Alter" :erleichtert:) hatten meine Freundin und ich die Nase gründlich voll vom Schämen (wir waren beide eher schüchtern-verschämt, dabei aber neugierig, manchmal frech) und unterzogen uns einem selbstentwickelten Programm der "Entschämung" (::

    Dazu gehörte z.B., sich im Freibad beim Umziehen auf der freien Wiese gegenseitig das schützende Handtuch wegzuziehen oder im Kaufhaus fremde Männer (!) anzusprechen und unsinnige Fragen zu stellen.

    Ob es wirklich langfristig geholfen hat, bezweifle ich, :lol: aber wir hatten viel Spaß dabei...und trieben jede Menge Unfug in dieser Zeit...:eek:


    Jahre später schockierte mich mein Vater mit der Schilderung eines Erlebnisses aus seiner Kindheit, was demonstriert, wie stark Schamgefühl Menschen auch verblenden kann:

    In dem kleinen Dorf, wo mein Vater aufwuchs, hatte die katholische Kirche noch großen Einfluss und sittenstrenge Erziehung war an der Tagesordnung. Eines Tages wurde eine Gruppe halbwüchsiger Jungen dabei erwischt, wie sie in einem Gebüsch gemeinsam onanierten - es gab großen Aufruhr, in Windeseile verbreitete sich die Nachricht....Meine Großmutter knöpfte sich daraufhin meinen, ca. 13-jährigen Vater, vor (der nicht dabei gewesen war) und sagte ihm folgendes: "Sollte ich je davon hören, dass DU bei so etwas mitmachst, wäre es mir lieber, dass du tot vor mir auf dem Boden liegst!":shock:

    Außerdem wurde er dazu verdonnert, jedes Nachgeben dieser "bösen Lust" zu meiden und - beim Scheitern - dieses schnellstmöglich zu beichten.


    Scham, (gegen den eigenen Willen) entblößt zu werden (auch seelisch), kann schwer traumatisieren -

    diese Art Scham ist wohl eher unheilsam....

    Scham sollte eigentlich schützen - Intimität und Wahrung persönlicher Grenzen - kann aber im Übermaß sehr schaden und zu sozialem Rückzug, Depression, (Auto-)Aggression, usw. führen.


    Wird (gefühlt) die eigene Würde verletzt, vielleicht sogar durch Schamlosigkeit Anderer - folgen oft Scham und "Fremdscham" gleichzeitig.


    Worüber ich gelegentlich nachdenke, ist , dass der Buddha öfters mal Menschen, vor allem herausfordernd auftretende "Andersfährtige", aber auch Jünger seiner Sangha, die sich eines schweren Fehlverhaltens schuldig gemacht hatten, beschämte, und zwar vor allen Anwesenden. :?

    Ob das "pädagogisch richtig" und effektiv war?


    Wie steht IHR zu Scham, Schamlosigkeit und Beschämung?


    - Hatten/Haben Schamgefühle (größeren) Einfluss auf euer Verhalten/eure Lebensweise?

    - Erlebt ihr Schamlosigkeit als würdelos oder befreiend?

    - Empfand der Buddha noch Schamgefühl (ohne Ich-Gefühl??)?

    - Wie findet ihr es, wenn Andere beschämt werden - haltet ihr das für eine legitime Möglichkeit der "Pädagogik", auch z.B. in der Politik?

    - Ändern sich auch die Schamgefühle, wenn sich gesellschaftliche Werte wandeln?


    Schämt euch nicht, alles, was euch bewegt, anzusprechen - ihr seid ja hier anonym....;)


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Achtsam geht die Welt zugrunde.

    • Anna Panna-Sati
    • 8. Juli 2026 um 14:51
    Matthie:

    Ohne Achtsamkeit geht die Welt zugrunde.

    :like: Spannende Antithese zum Titel ;) , lieber Matthie ,

    auch dies ist wohl wahr - in einem anderen Sinne.


    Ohne "weltliche" Achtsamkeit würden die Lebewesen nur kurze Zeit existieren, denn die Welt ist voller Gefahren - wer da nicht aufpasst, ist schnell wieder weg.

    Achtsam mit den Mitmenschen und -geschöpfen, sowie den Ressourcen umzugehen, verzögert den Untergang auf jeden Fall...:?


    Kathrin Fischer kritisiert ja auch speziell das Übermaß an - selbstbezogener - Achtsamkeit, die den Fokus verengt und eben nicht mehr alle (Anderen) und "alles" (auch das große Ganze) im Blick hat, sondern nur noch als Mittel zur eigenen Selbstoptimierung dient.

    Damit einhergehend oft das (zunehmende) Desinteresse an gesellschaftlichen Problemen und deren möglichen Lösungen.


    (Welches natürlich auch eine Folge von Resignation durch erlebte Ohnmächtigkeit bei vergeblichem Engagement in der Vergangenheit sein kann.)

    Qualia:

    Alles können wir betrachten. Nur die vier Brahmavihara und die Liebe nicht, die müssen wir leben.

    Warum trennst du hier Liebe von den Brahmavihara, lieber Qualia ?

    Sie enthalten doch Metta (= universelle Liebe, Wohlwollen,...)?


    Auch als Meditationsobjekt lassen sich die Brahmavihara/Unermesslichen betrachten und erforschen (Bhavana), indem man, z.B. in der Metta-Meditation, Metta in sich hochbringt, es fühlt und beim Ausdehnen auf andere Wesen beobachtet (z.B. ob Widerstände auftreten...).


    Die Betrachtung dient demnach dazu, diese Haltung in den Alltag zu übertragen und sie dort - möglichst dauerhaft - zu leben.

    Der Zweck der Betrachtung ist immer die gelebte Praxis.


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Buddhistische Ethik und BDSM

    • Anna Panna-Sati
    • 6. Juli 2026 um 19:47
    GermanViking:

    ....moralisch etwas fragwürdig, zig Menschengruppen zu pathologisieren, Studien falsch wiederzugeben und von anderen Menschen die Einhaltung von Wertvorstellungen zu verlangen, wo nur betreten dazu geschwiegen wird, ob man sie denn selbst auch lebe.

    Da hast du ja zum Schluss nochmal richtig "scharf geschossen", Alex. ;)

    Eigentlich hatte ich mit dem (für mich immer noch schmerzlichen) Thema schon abgeschlossen, aber dein "Schlusswort" erfordert m.E. eine Klarstellung:


    Was ich hier über BDSM schrieb, gründet sich auf Erfahrungen mit der Thematik seit nunmehr 13 Jahren und die Menschen (nicht nur die eine Angehörige!), die involviert waren, hatten allesamt einen Hintergrund mit psychischer Erkrankung (Depression, PTBS, Narzisst. Persönlichkeitsstörung usw.).


    Auch, wenn das vielleicht nicht repräsentativ ist, zeigt es doch Tendenzen...


    Ich sprach, über Jahre hinweg, mit zig Fachleuten darüber (Psychiater, Psycholog. Psychotherapeuten, Ärzte,..) und ebenso mit Menschen aus der "Szene", bzw. Menschen, deren Angehörige BDSM praktizier(t)en.

    Nur, weil nun Anpassungen am ICD 11 erfolgten, ändert sich nichts an bestimmten Fakten- lediglich die Bewertung ist jetzt eine andere...


    Vielleicht um Stigmatisierung zu unterbinden, was ja einerseits zu begrüßen ist, andererseits ev. benötigte Hilfe unterbindet?

    Der Zeitgeist spielt sicherlich auch eine Rolle, alles wandelt sich...


    Für mich ist "Krankheitswertigkeit" übrigens kein Stigma und Abwertung oder gar Ausgrenzung dieser Menschen zu verhindern, liegt mir aus naheliegenden Gründen sehr am Herzen.


    Man sollte selbstverständlich auch "wissenschaftliche" Studien" kritisch prüfen und hinterfragen - psychologischen Studien, die überwiegend auf persönlichen Befragungen fußen, stehe ich grundsätzlich skeptisch gegenüber - die Psychologie zählt ohnehin nicht zu den "exakten Wissenschaften"....

    Verwirrenderweise gibt es heutzutage fast zu jeder Studie bald darauf eine Gegenstudie...


    Liebe Grüße, Anna _()_:heart::)

  • Achtsam geht die Welt zugrunde.

    • Anna Panna-Sati
    • 6. Juli 2026 um 18:26

    Hallo, lieber Thorsten Hallscheidt , :)


    zuerst reagierte ich wenig begeistert :roll: auf den Buchtitel

    ("Schade um die Bäume, die für dieses Werk gefällt werden müssen.."), weil es irgendwie Mode geworden zu sein scheint, alles, auch das Gute, ständig - gerne in Buchform - zu hinterfragen, bevorzugt, wenn etwas derart gehypt wird, wie z.B. Achtsamkeit.

    Bringt garantiert Aufmerksamkeit und lässt sich sicherlich gut vermarkten....:?


    Das eingestellte Gespräch Kathrin Fischers mit Barbara Bleisch erwies sich dann allerdings als sehr inspirierend. :like:


    Frau Fischer betont ja wiederholt, dass sie nicht gegen Achtsamkeitspraxis -an sich- wäre, sie stört sich vielmehr vorwiegend


    - am Missbrauch von Achtsamkeitspraxis als "Wellness-Programm" zum Erhalt oder zur Wiederherstellung von (überdurchschnittlicher) Arbeitsfähigkeit durch Politik, Arbeitgeber, Institutionen...


    - an der, durch Achtsamkeitspraxis, unterstützten Individualisierung und Verantwortungsübernahme für (Unwohl-) Befinden, dessen Ursachen sie klar im "Außen" verortet, was dazu führe, sich nur noch um sich selbst zu kümmern und soziales oder politisches Engagement zu unterlassen.


    .....


    Klar, Ärgernisse, wie hohe Mieten, lassen sich nicht "wegmeditieren", aber durch noch so viele Diskussionen und Demos i.d.R. auch nicht wegdiskutieren bzw. "wegdemonstrieren". :shrug:

    Ebensowenig, wie es hilfreich ist, sich im stehengebliebenen Zug über die Missstände bei der Bahn groß zu echauffieren - das treibt im akuten Fall nur den Blutdruck hoch und verstärkt die Ungeduld.

    Wer da gelassen "nach innen gehen" kann, ist in solchen Akutsituationen definitiv im Vorteil...


    Zwei Aussagen in dem Audio finde ich besonders diskussionswürdig:

    1. Welche Funktion hat Achtsamkeit in unserer Gesellschaft?

    2. Warum werden nicht die "Unachtsamen" kritisiert? (Zumal diese mutmaßlich die Mehrheit stellen?)


    Dass "Achtsamkeit ohne Ethik "nichts" ist, dürfte jedem (Buddhisten) bewusst sein.


    Im Buddhismus wird der Fokus auf den eigenen Geist, dessen Läuterung und Befreiung, gelenkt/gelegt, was -mit der Zeit- geduldiger und gleichmütiger unvermeidliche Widrigkeiten ertragen lässt, aber auch die Entwicklung von Mitgefühl für Andere und sich selbst fördert.


    Gerade muss ich an einen Buchtitel denken, der mich vor Jahren mal erheiterte: "Liebe dich selbst und es ist egal, wen du heiratest."(::erleichtert:

    Übertragen auf die buddhist. Praxis könnte man sagen:

    "Befreie dich selbst und es ist egal, in welchen Verhältnissen/in welcher Welt du lebst (oder ob du überhaupt noch leben kannst)."


    Alles egal, Hauptsache, (DU bist) im Zustand inneren Friedens (sein)..?

    }:-)}:-):sick:}:-)^^:mediw::evil:}:-):sick::virus:


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Buddhistische Ethik und BDSM

    • Anna Panna-Sati
    • 6. Juli 2026 um 16:58
    Qualia:

    Rausch bewirkt nur Rausch, warum auch nicht.

    Rausch begleitet den Menschen, seitdem er Mensch ist.

    ...Weil eben regelmäßiger Rauschkonsum mittel-langfristig eine Gier nach Rausch erzeugt.

    Qualia:

    Gier nach Rausch erzeugt dukkha, das Festhalten und für sich erreichen wollen von Rausch ist das Übel.

    Genau, danke, lieber Qualia , ich hätte das präziser beschreiben sollen.


    Liebe Grüße, Anna _()_:heart:

  • Buddhistische Ethik und BDSM

    • Anna Panna-Sati
    • 6. Juli 2026 um 15:17

    Hallo, lieber Alex,

    danke für deine ausführliche Antwort. _()_

    Auf zwei Zitate möchte ich noch einmal eingehen:

    GermanViking:

    Bewusst und begrenzt mit einem Begehren umzugehen, statt es ganz aufzugeben, ist ja keine Ausrede, sondern die Lage fast jedes Laien zu fast jedem Genuss.


    Hier im Thread haben ja schon einige absolute Keuschheit nahezu stolz als Wert proklamiert, keusch oder monastisch scheint aber trotzdem niemand zu leben. Bei Gewalt war es ähnlich, aber da habe ich gar nicht erst gefragt, wer hier wirklicher Pazifist und Veganer ist.

    BDSM abrupt ganz aufzugeben, käme wohl einem kalten Entzug von Drogen gleich und würde womöglich Rückfälle provozieren.

    Allmähliches "Herunterfahren" , aufgrund innerer Einsicht, wäre daher wohl die bessere Option.

    (Aber du möchtest die Praktiken ja - kontrolliert - fortsetzen...)


    Letztliches Ziel (im Buddhismus) ist es, jegliche Gier - außerhalb der lebenserhaltenden Grundbedürfnisse - loszulassen und so zu eliminieren, weil Verlangen/Begierde nun mal Leiden (Dukkha) hervorbringt und der Buddhadharma bekanntlich lehrt, wie man Leid vernichtet.


    (Woher willst du übrigens wissen, ob es nicht User in diesem Forum gibt, die sexuell enthaltsam/keusch leben?

    Viele sind bereits im fortgeschrittenen Alter, wo es naturgemäß leichter fällt, sexuelle Aktivitäten einzustellen.)

    GermanViking:

    Du setzt als feststehend voraus, was im Thread ja eine der zentralen Fragen ist:

    ob diese BDSM-Praxis nämlich zwangsläufig schadet und mehr Anhaftung erzeugt als andere Sinnlichkeit.


    "Kann manchen schaden" stimmt,

    Wenn es auch nur im Geringsten oder wenigen Menschen schadet, ist BDSM - vom buddhistisch-ethischen Standpunkt aus betrachtet - eindeutig als unheilsam einzustufen.


    (Nicht zuletzt auch, weil ohne Zweifel hier die Geistesgifte - insbesondere die Gier - Triebfeder sind.)


    Dazu ein Auszug aus dem Palikanon:

    Zitat

    A.III.56 Das sichtbare Nibbāna - 5. Nibbuta Sutta


    .....»Aus Gier, Brahmane, von der Gier übermannt - aus Haß, vom Hasse übermannt - aus Verblendung, von der Verblendung übermannt, umstrickten Geistes,

    trachtet man nach seinem eigenen Schaden, trachtet man nach anderer Schaden, trachtet man nach beiderseitigem Schaden, erleidet man geistigen Schmerz und Kummer.


    Ist aber die Gier aufgehoben - ist der Haß aufgehoben - ist die Verblendung aufgehoben, so trachtet man weder nach eigenem Schaden, noch nach dem Schaden anderer, noch nach beiderseitigem Schaden, erleidet man keinen geistigen Schmerz und Kummer.

    Derart, o Brahmane, ist das Nibbāna klar sichtbar.


    https://www.palikanon.com/angutt/a03_052-061.html#a_iii56

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    Die furchtbaren Auswirkungen der BDSM- Praxis auf eine Angehörige habe ich selbst gesehen und erlebt....

    Auch die von Sayitingerman erwähnte (und durch eine Studie belegte) Reduktion von Empathie war bei ihr zu bemerken, sowie eine krasse Änderung der Persönlichkeit in Richtung "Narzissmus", verstärkte Aggressionen, Essstörung und (Neu)-Entwicklung einer Angststörung....


    Die Studienlage zeigt auch, dass BDSM vermehrt von Personen praktiziert wird, deren sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität von der gesellschaftlichen Norm abweicht (LGBTQ +).

    Diese Menschen verspüren oft - aus verschiedensten Gründen - einen hohen Leidensdruck und zeigen eine vergleichsweise höhere Fixierung (Anhaftung...) auf Sexualität/sex. Aktivitäten allgemein.


    Eine Psychotherapie in Anspruch zu nehmen, wäre wahrscheinlich in vielen Fällen die bessere Wahl, als sich in BDSM-Sessions (weitere) psychische (sowie physische) Verletzungen zufügen zu lassen (oder sie Anderen zuzufügen).


    Ich behaupte nicht, dass es auf alle zutrifft, aber das Anstreben und Durchführen einer Praxis von BDSM ist oft das Resultat bestimmter psychopathologischer Ursachen (z.B. seel. Konflikte, Traumata, Fehlprägungen, Neurodiversität,...).


    Als solches kaschiert es allerdings die wahren Gründe/Wurzeln hinter den Wünschen und verhindert so schlimmstenfalls mögliche Heilung (beispielsweise durch gezielte Trauma-Therapien), bestenfalls werden alte Traumata -temporär - bewältigt, durch "Umwandlung" von Leid in Lust.


    Darum geht es im (Theravada-) Buddhismus jedoch nicht - hier wird auch Lust als (letztlich) leidhaft und fesselnd erkannt und daher werden auf dem "Weg des Buddha" die Sinnesfreuden/-vergnügungen (resp. die Anhaftung daran) immer mehr losgelassen - zugunsten des "überweltlichen Glückes" ....


    Geistesschulung heißt auch, zu erkennen, wie (besonders wiederholte) Gedanken den Geist in eine bestimmte Richtung lenken und so die "Herzensneigung" manipulieren können:

    Zitat

    Majjhima Nikāya 19

    Zwei Arten von Gedanken - Dvedhāvitakka Sutta


    .....6. "Ihr Bhikkhus, worüber auch immer ein Bhikkhu häufig nachdenkt und nachsinnt, das wird seine Herzensneigung werden.


    Wenn er häufig über Gedanken der Sinnesbegierde nachdenkt und nachsinnt, hat er den Gedanken der Entsagung aufgegeben, um den Gedanken der Sinnesbegierde zu pflegen, und dann neigt sein Geist zu Gedanken der Sinnesbegierde.

    Wenn er häufig über Gedanken des Übelwollens nachdenkt und nachsinnt, hat er den Gedanken des Nicht-Übelwollens aufgegeben, um den Gedanken des Übelwollens zu pflegen, und dann neigt sein Geist zu Gedanken des Übelwollens.


    Wenn er häufig über Gedanken der Grausamkeit nachdenkt und nachsinnt, hat er den Gedanken der Nicht-Grausamkeit aufgegeben, um den Gedanken der Grausamkeit zu pflegen, und dann neigt sein Geist zu Gedanken der Grausamkeit."

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    Es wundert mich nicht, dass sich die "alten Meister" anscheinend wenig über Sexualpraktiken geäußert haben - Sexualität, per se, kann den Geist der Menschen derart "besetzen" und beherrschen, dass die ohnehin geringe Willensfreiheit (welche sowieso eher eine Freiheit des Unwillens darstellt) den Bach runtergeht....


    Geistesklarheit wird durch wiederholten Rausch, bzw. rauschhafte Zustände, zunehmend behindert, u.a. durch Schwächung von Achtsamkeit, Gewissen, ehrlicher Selbsterkenntnis und weiser Unterscheidungsfähigkeit:


    Ein Übel als Übel und Heilsames als Heilsames zu erkennen, gelingt selten mit gefesseltem Geist, wäre aber bedeutsam für jegliche spirituelle Weiterentwicklung oder - schlicht - ein ethisches Leben.

    Zitat

    Kein Übel begehen,

    das Rechte ausüben,

    klärt den Geist auf natürliche Weise.

    Das ist die Lehre der Erwachten.


    (Dogen Zenji, Shobogenzo)

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    Alles Gute auf deinem Weg!


    Mögen alle Wesen glücklich sein, Leid vermeiden und Frieden finden.


    Liebe Grüße, Anna _()_:heart:

  • Buddhistische Ethik und BDSM

    • Anna Panna-Sati
    • 4. Juli 2026 um 18:54

    Hallo, lieber Alex ( GermanViking ),


    danke für deine Antwort, aus der ich u.a. viel kognitive Empathie herauslese, die ja auch bei BDSM eine herausragende Rolle zu spielen scheint.

    GermanViking:

    Es geht uns also nicht darum, eine dauerhafte Hierarchie oder Besitzverhältnisse zu etablieren, sondern darum, in bestimmten Momenten bewusst Macht und Hingabe zu erleben, ohne dass dies das gesamte Beziehungsgefüge bestimmt.

    D.h., ihr verbringt auch außerhalb der Sex-Sessions Zeit miteinander, wo die Hierarchien aufgehoben sind und Gleichberechtigung herrscht?

    GermanViking:

    Gerade weil wir das so handhaben, fühlen wir uns alle drei relativ frei und nicht in einer Rolle gefangen. Daraus entstehen dann oft erst die interessanten Kontraste.

    "relativ" frei.....

    "Interessante Kontraste" ...

    Wenn du (selbst nur ein wenig) sadistisch veranlagt bist, verspürst du dann nicht nachfolgend ein verstärktes "Bestrafungsbedürfnis", z.B., wenn "deine" Sub dir, außerhalb des Spiels, mal auf die Nerven geht?

    GermanViking:

    Inwiefern wir also unsere sexuellen Rollen im Alltag leben würden, kann ich nicht so wirklich sehen.

    Meines Erachtens ist genau dies eine Schwierigkeit, das Unterschätzen des Einflusses der BDSM-Praktiken auf die Persönlichkeitsentwicklung allgemein - dementsprechend also auch das Negieren von Auswirkungen auf Empfindungen und Verhaltensweisen im alltäglichen Leben...

    GermanViking:

    Aber für uns ist es wichtig, dass diese Praktiken nicht zu einer umfassenden Identität oder Lebensform werden, sondern ein bewusster, begrenzter Teil unseres Lebens bleiben.

    Ja, das ist verständlich und vernünftig, aber es passiert eben allzu leicht, dass es etwas mit euch "macht", ohne dass es bewusst (und damit kontrollierbar) wird - alle Handlungen haben Folgen, manchmal auch erst viel später und in anderen Bereichen...

    Waldler:

    Ich stelle mir gerade vor, man hätte dem Buddha dieses Thema vorgebracht. Was er wohl gesagt hätte? (Ist eine ernstgemeinte Frage)

    Der Buddha, dem nichts Menschliches fremd war, hätte - in seiner Weisheit, seinem unerschütterlichen Gleichmut, von Mitgefühl bewogen - sicherlich mit einem Laien Klartext geredet und auf die Unheilsamkeit solcher Praktiken verwiesen.


    Mit Mönchen, denen ja auch so allerlei "Missetaten" (z.B. GV mit einer Äffin...) "unterliefen", sprach er seinerzeit durchaus schon mal in härterem Tonfall - denn in diesen Fällen ging es ja auch um den Ruf (und damit Fortbestand) des von Spenden abhängigen Ordens, der den Dharma bewahren, vertreten und künftig verbreiten sollte.


    Vinaya-Piṭaka V - Bhikkhu-Vibhaṅga

    Qualia:

    Buddh hat nur etwas einzuwenden, wenn die Sila verletzt werden und einvernehmlicher Sex ist nie ein Sila brechen.

    So einfach ist es nicht...

    - Einvernehmlicher Sex könnte ja beispielsweise auch Ehebruch (definitiv ein Brechen der 3. Sila) bedeuten und dieser kann zu mannigfaltigem Leid und Schaden beitragen.


    - Des Weiteren handelt es sich bei BDSM nicht um "normalen" Sex, welcher Ausdruck erotischer Liebe, sowie der Paarbindung und Fortpflanzungswunsch ist, sondern um eine Erweiterung des sinnlichen Erlebnisspektrums mit Hilfe von Mitteln/Strategien, die Menschen erniedrigen, um der Luststeigerung willen.


    - Last, but not least, darf "Einvernehmlichkeit" nicht das einzige Kriterium sein (wie auch GermanViking schrieb), der/diejenigen müssen auch "einwilligungsfähig" sein - mithin nicht psychisch/geistig krank oder minderjährig oder....

    GermanViking:

    Die ICD-11 (2022) hat den alten Sadomasochismus als Diagnose gestrichen, zusammen mit vielen anderen Themen aus dem Bereich Fetischismus und Transsexualität.

    Ich frage mich ja, was (oder wer) der - zusätzliche - Treiber des Paradigmenwechsels war und ob da nicht eine Lobby beteiligt ist, die sich Vorteile davon verspricht....

    Von Interesse wäre in diesem Zusammenhang auch, wer die Studien zum Thema eigentlich finanziert denn - wie zu lesen ist- boomt die Sexspielzeug-Industrie ja gewaltig in den letzten Jahren, man hofft aber auf noch höhere Gewinne...


    https://www.fortunebusinessinsights.com/de/sexspielzeugmarkt-112990?__cf_chl_f_tk=duZRlKJZH6ugiNdw8I8ratD3q_Zje4dhdzaGv.KbsJo-1783175992-1.0.1.1-.W02e_xq27lVb.22QrHTqyo3jZRc.DDdPzq2saKm5WA


    Dieser Industriezweig, wie überhaupt die gesamte Sex-Industrie, nebst ihren Nutznießern (die übrigens häufig aus den höheren sozialen Schichten stammen...), dürften kein Interesse an der Pathologisierung von BDSM haben.


    Nur so ein Gedanke....

    GermanViking:

    Aber zum Inhalt an sich: Wer will, dass andere frei von Leid sind, wie kann derjenige sich dann am Leid ergötzen? Für mich hängt es am Wort Leid. Ich verstand das immer so, dass sich das gegen ungewolltes Leid, unter dem jemand leidet, richtet.

    Beim einvernehmlichen BDSM-Spiel geht es aber um etwas, das der andere will und im geschützten Rahmen nicht als unerwünschte Qual erlebt.

    Ja, ein Problem besteht aber darin, dass manche Menschen, z.B. aufgrund ihrer psychischen Verfassung (die für den Partner nicht immer klar ersichtlich ist), nicht wirklich in der Lage sind, zu beurteilen, inwieweit ihnen BDSM mittel-langfristig schadet.

    Mit der Willensfreiheit ist das halt so eine Sache, du berichtest ja selbst von "Subspace" und den möglichen Folgen - nicht jede(r) geht so verantwortungsbewusst damit um, wie du es (anscheinend) tust.

    GermanViking:

    Einvernehmlich greift halt etwas kurz. Es sollte nicht nur eine aktive Zustimmung (im Kontrast zur passiven) vorliegen, sondern sie sollte auch informiert und rational sein.

    Ein Kind kann zwar prinzipiell zustimmen, aber es kann nie völlig informiert und rational zustimmen, da es aufgrund seiner Entwicklung dazu noch nicht vollständig in der Lage ist.

    So ist es, aber dies träfe beispielsweise auf ein(e)n Borderline(r)in o.ä. psychisch erkrankte Person ebenfalls zu, wobei sich Betroffene selten als solche "outen" (und manche von ihrer Störung auch nichts wissen/wollen...).

    GermanViking:

    Ich erfreue mich nicht am Leid als Leid, sondern an der Lust, der Hingabe, dem Vertrauen des anderen. Der Schmerz ist dabei das Mittel, nicht der Zweck. Wenn meine Partnerin in dem Moment wirklich litt, im Sinne von ungewolltem, quälendem Leid, wäre der Reiz sofort weg, nicht größer.

    Genau das unterscheidet es vom Sadismus im eigentlichen (klinischen) Sinn.

    Beruhigend zu wissen...

    Im Zweifel verschafft ein Test Klarheit:

    Würdest du lieber eine dreckige Toilette putzen oder eine Kellerassel zerquetschen? ;):

    Sadismus: Jeder vierte hat Appetit auf Töten
    Sie glauben, grausamen Sadisten begegnen Sie nur abends auf der Fernsehcouch in Horrorfilmen oder düs­teren nordischen Krimis?
    medical-tribune.ch
    GermanViking:

    Ich lebe nicht als Mönch und strebe auch nicht die vollständige Transzendenz allen Begehrens an.

    Auf dieser Ebene von jemandem, der versucht bewusst und verantwortungsvoll mit seinem Begehren umzugehen, statt es ganz aufzugeben, wurde meine Ausgangsfrage gestellt.

    Erinnert mich etwas an "Wasch' mich, aber mach' mich nicht nass."


    Du wolltest/willst etwas in Einklang bringen, was widersprüchlich ist:

    Buddhistische (!) Ethik und eine sexuelle Praxis, die - zumindest manchen - Menschen zum Schaden gereichen kann und durch Förderung von Anhaftungen eine heilsame spirituelle Weiterentwicklung be-/verhindert.


    Du wirst nicht beides gleichzeitig und vollständig leben können, also bleibt nur, Prioritäten zu setzen, Kompromisse zu finden (darauf läuft es wohl hinaus), ggf. einen Anspruch fallenzulassen oder die Situation aus einer ganz anderen Perspektive zu betrachten.


    Liebe Grüße, Anna _()_:heart:

  • Buddhistische Ethik und BDSM

    • Anna Panna-Sati
    • 3. Juli 2026 um 16:12
    GermanViking:

    In meiner Praxis gibt es klare Machtdynamiken, Kontrolle, Unterwerfung und intensive körperliche wie mentale Erfahrungen. Das bereichert mein (Sex-)Leben sehr, gleichzeitig frage ich mich immer wieder, wie gut das mit buddhistischer Ethik vereinbar ist.

    Offenbar regen sich in dir einige Zweifel und du bist innerlich nicht (mit dir) im Reinen, wenn diese Frage "immer wieder" in dir hochkommt?

    GermanViking:

    Wie vereinbart sich bewusste Demütigung, Schmerz und Machtübernahme mit dem Prinzip des Nicht-Schädigens und Mitgefühl?

    Im Buddhismus geht es um Geistesschulung und in der Folge Befreiung vom Leiden, das verursacht wird durch *Gier/Begierde, *Hass (Ablehnung, Widerwillen,..) und *Verblendung/Unwissenheit.


    -Grausamkeit ist die 2., dunkle, Seite der Empathie -"Medaille", denn ohne Einfühlungsvermögen (= Empathie) wäre BDSM letztlich für keinen der Beteiligten befriedigend.

    -(Buddhistisches!) Mitgefühl, die helle Seite des Einfühlungsvermögens, zeigt sich in dem Wunsch, dass "alle Wesen" vom Leid und seinen *Ursachen (s.o.) befreit sein mögen - und in ggf. entsprechendem, hilfreichen Handeln.

    -Nichtverletzen/Gewaltlosigkeit (Ahimsa) einzuhalten, bedeutet, die eigene Begierde, das Verlangen, zum Wohl des Anderen u.U. zu zügeln.


    Nach Buddha:

    Entscheidend sind immer die (tieferen) Absichten (cetana), mit denen Handlungen ausgeführt werden.

    Geht es um reine Machtausübung zur Ego-Bestätigung und -Erhöhung, auf Kosten einer anderen (erniedrigten) Person, konsumorientierten Nervenkitzel und Lustbefriedigung durch Quälen eines anderen Menschen (auch, wenn dieser -scheinbar- einverstanden ist), wäre das im buddhist. Sinne unheilsam.


    Sinnesgier, per se, bindet den Geist ohnehin, aber wenn Sexualität immer stärkere Reize braucht, Menschen zu Objekten gemacht werden, Aggression erotisiert wird und Mitgefühl abstumpft, dann befeuert sie die Geistesgifte Gier, Hass und Verblendung massiv.


    Auch das Fördern von Heimlichkeiten und Lügen, welche die

    Ausübung dieser Praktiken oft zwangsläufig begleiten, ist eine unheilsame "Nebenwirkung".

    GermanViking:

    Ist die bewusste Erzeugung starker Anhaftung (auch wenn sie temporär und einvernehmlich ist) ein Problem im Sinne der Lehre von der Leidverursachung durch Begierde?

    Ja.

    Aber frag' dich doch mal selbst, ob

    - Anhaftung - tendenziell - eher kultiviert wird oder abnimmt?

    - Güte und Mitgefühl wachsen oder abnehmen?

    Oder wird da ein "Muster" trainiert, das Erregung/Lust/(weltliche) Glücksgefühle, an Kontrolle, Schmerz, emotionale Intensität, bindet?

    GermanViking:

    Ich bin kein Theoretiker, sondern frage aus eigener Erfahrung. Ich möchte weder BDSM verherrlichen noch verteidigen oder bewerben, sondern verstehen, ob und wie sich diese beiden Welten sinnvoll verbinden lassen oder ob sie letztlich im Widerspruch stehen.

    Meines Erachtens stehen sie im Widerspruch zueinander (aber ich bewerte das aus Sicht eines Theravadin) und sind unvereinbar, zumindest, wenn Buddhas Lehre ernsthaft praktiziert wird.


    Du kennst sicherlich die Parabel von den zwei Wölfen (falls nicht, hier nochmal ein Link zum Nachlesen:

    https://www.deutschunddeutlich.de/contentLD/DE/GT24zWoelfe.pdf):


    BDSM, insbesondere Sadismus, auszuleben, "füttert" quasi den "bösen" Wolf, weil, u.a. durch Belohnungseffekte im Gehirn, sich diese Neigungen (Andere zu dominieren und/oder zu quälen) und Tendenzen verstärken, , mindestens aber bestätigt und manifestiert werden.

    Früher oder später schlagen sie sich dann auch im Alltag - außerhalb des (Sex-) Lebens nieder....

    (Bei guter Achtsamkeitspraxis und Disziplin/Selbstbeherrschung vermutlich weniger, aber es könnte auch zu innerer Spaltung... führen.)


    GermanViking:

    Kann BDSM unter bestimmten Bedingungen sogar eine Form von Achtsamkeitspraxis oder tantrischer Arbeit sein, oder ist das eher eine Verharmlosung?

    Welche "Bedingungen" schweben dir da vor?

    "Tantrische Arbeit" sollte man den dafür speziell geschulten Mönchen/Dharmalehrern im Vajrayana überlassen (und da gibt es - laut Statement des Dalai Lama - nur sehr wenige, die in Frage kämen) - die Gefahr des Missbrauchs ist immer gegeben.....

    GermanViking:

    Es kann auch eine Form von Achtsamkeit sein, ein bestimmtes Begehren bewusst und verantwortungsvoll zu leben, ohne sich davon vollständig bestimmen zu lassen.

    Das hört sich für mich nach einem unrealistischen Ideal an, sozusagen eine Art "Hohe Schule", die nur Wenigen offensteht....


    Fazit:

    Die Kompatibilität von BDSM und buddhistischer Ethik scheint - aus meiner Sicht - nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich zu sein.

    Eine tiefere buddhistische Praxis zielt auf Schwächung der Geistesgifte, was durch jene sexuellen Praktiken konterkariert wird, deren "Motor" Sinnesgier und Verstrickung sind, welche Geistesgifte letztlich anheizen/fördern.


    (Eine wichtige Anmerkung noch, lieber GermanViking :

    Als Angehörige eines Menschen, der BDSM intensivst in der Rolle der "Sub" , 24/7, lebte und dadurch schwere psychische Traumatisierungen/Schäden erlitt (vom Leid der restlichen Familie ganz zu schweigen...) bin ich natürlich nicht ganz unvoreingenommen, habe mich aber bemüht, neutral und nach bestem buddhist. Gewissen, auf deine Fragen zu antworten.)


    Liebe Grüße, Anna _()_:heart:

  • Ole Nydahls Perversion und die KI

    • Anna Panna-Sati
    • 3. Juli 2026 um 14:09
    Monikamarie:

    "Verlass dich auf die Botschaft des Lehrers und nicht auf seine Persönlichkeit;

    Die Botschaft, liebe Monikamarie , kommt ja umso überzeugender beim Gegenüber an, je authentischer der Lehrer sie selbst demonstriert/(vor)lebt, insofern spielt die Aufrichtigkeit des Lehrers beim Lehren des Dharmas eine nicht zu unterschätzende Rolle, besonders für Anfänger.

    Iris:

    Er sagt dem Sinn gemäß Dharma Lehrer werden Fehler haben, weil sie Menschen sind.

    Nimm nicht die menschlichen Schwächen, nimm den Dharma von Ihnen.

    Das ist sicher ein guter und richtiger Rat, liebe Iris ,

    (erinnert auch an die Bibelstelle, wo Paulus empfiehlt: "Prüfet alles und das Gute behaltet!"),

    aber gerade für Neulinge (oder "schwärmerische" Anhänger) mag es zeitweilig schwer sein, Fehler als solche zu erkennen, vor allem, wenn blindes Vertrauen besteht und "Schwächen"/Übergriffe/Verfehlungen auch von der Sangha uminterpretiert werden als "crazy wisdom".

    Man könnte dann womöglich eher an sich, seiner Wahrnehmung und seinem Verständnis zweifeln, als am Lehrer - das birgt Gefahren....

    Iris:

    Es gibt das enge Lehrer Schüler Verhältniss und das hat auch großen Nutzen.

    Man gibt dabei nicht seinen gesunden Menschenverstand ab.

    Großer Nutzen - große Risiken...ja, im Normalfall sollte der "gesunde Menschenverstand" nicht untergehen, leider passiert es anscheinend doch häufiger, als man denken und erwarten würde, z.B., wenn Emotionen wie "Verliebtheit" oder/und übergroße Dankbarkeit ins Spiel kommen...


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Selbstbestimmt sterben

    • Anna Panna-Sati
    • 1. Juli 2026 um 20:21
    ewald:

    Ich halte den selbstbestimmten Suizid für einen wahren Segen im Leben, ...

    Du meintest sicherlich die Möglichkeit, sich selbstbestimmt suizidieren zu können/ "dürfen"?


    Suizid, an sich, ist nur selten ein Segen, er ist die geplante Vorwegnahme eines "natürlichen" Todes, wenn jemand körperlich oder/und psychisch so stark leidet, dass für ihn ein Weiterleben nur noch unerträgliche Qualen bedeuten würde...


    Da auch Angehörige mitleiden*, mag es gelegentlich vorkommen, dass dieser Aspekt noch den letzten "Schubs" für die Wahl des Freitodes gibt.


    *oft gelesener Spruch in Todesanzeigen:

    "...dich leiden sehen und nicht helfen können, war UNSER allergrößter Schmerz."

    ewald:

    ...nicht weil ich Lebensmüde bin, sondern weil mir der Gedanke an Suizid als Ausweg aus dem Leben schon öfter in verzwickten Situationen Trost gespendet hat und somit die Kraft es doch auszuhalten.

    Ja, DAS kann ich gut nachvollziehen - es ist eine Art "Hintertürchen", um ggf. "auszusteigen", so ähnlich wie z.B. die (heutige) Möglichkeit, einen langen, beschwerlichen (Fuß-) Marsch einfach abzubrechen, wenn man der Strapazen müde wird/wurde und sich, samt Gepäck, mit dem PKW abholen zu lassen...

    Der Gedanke, dass es diese Option notfalls gibt, verleiht die nötige mentale Kraft, die auch den Körper an- und weitertreibt.

    ewald:

    Es ist nicht der Selbstmord in der Praxis, um den es geht, sondern die Idee selbstbestimmt das Leben verlassen zu können.

    Die Idee ist ein gedankliches Konzept und, da Gedanken der Handlung vorangehen, macht man damit im buddhistischen Sinne schon (schlechtes) Karma, (im christlichen beginnt dort bereits die "Sünde"...), weil jenes Nachdenken über Suizid i.d.R. nicht aus einem friedlichen, geläuterten Geist resultiert

    (eher wirkt das Geistesgift "Vernichtungsbegehren").


    Hier, falls es interessiert, der Link zu einem informativen Artikel des buddhistischen Arztes Dr. med. Wolfgang Trescher, zum Thema "assistierter Suizid" - allerdings aus der Perspektive des tibet. Buddhismus:


    Der assistierte Suizid aus Sicht des Buddhismus
    Dr. med. Wolfgang Trescher Der Buddhismus hat, wie andere Religionen auch, während 2.500 Jahren in asiatischen Ländern zahlreiche unterschiedliche Ausprägungen
    www.laekh.de


    ewald:

    So alt und gebrechlich bin ich noch nicht, dass ich meinen Abgang planen muss und die Reißleine ziehen bevor das Siechtum beginnt.

    Hier klingt etwas an, dass ich für problematisch erachte, nämlich der Anschein eines Anspruchs auf das Nichterleben von Gebrechlichkeit, Siechtum, Schwäche, mithin etwas, das man früher "Altersschwäche" nannte, und die, unvermeidlich, irgendwann auch die meisten, vormals fittesten, Hochaltrigen trifft.


    Solchermaßen (häufig) multimorbide Altersgeplagte/Hochbetagte werden manchmal in der eigenen Familie, zunehmend auch in der Gesellschaft, als "Last" betrachtet, was unterschwellig für die Senioren spürbar wird und einen subtilen Druck erzeugt, doch (endlich) "loszulassen"....

    Die Möglichkeit des assistierten Suizids könnte in diesen Fällen sogar als Druckmittel fungieren...


    Jeder sollte - in ausweglosen Fällen - selbstbestimmt sterben dürfen - ja -, aber selbstverständlich muss in einer humanen Gesellschaft gewährleistet (und verinnerlicht!) sein, dass auch ein beschwerliches Leben bis zum natürlichen Ende weitergelebt werden kann, wenn der betreffende Mensch es so möchte.

    Denn: Ist es noch Selbstbestimmung, wenn man sich gesellschaftlichen Normen unterwirft und (fremden) Idealen anhaftet, wie ein (lebenswertes) Leben auszusehen habe?


    Ich halte es überdies für wichtig, sich nicht an dem Gedanken "So - und nicht anders - will ich mal sterben" festzuhalten, denn die Erfahrung zeigt, dass, trotz bester Planung/Absicherung, beim Sterben einiges "schiefgehen" kann...


    (Ähnlich, übrigens, wie bei der Geburt, dem 1. "Extremereignis" im Leben, wo durch das autonome Zusammenspiel hormoneller, physischer und psychischer Prozesse, die eine starke, größtenteils unkontrollierbare Eigendynamik entwickeln, oft alle Vorstellungen/Planungen/Wünsche der Schwangeren über den Haufen geworfen werden...)


    Wir alle können schlussendlich nicht sicher wissen, wie und wann uns der Tod ereilt - nur, dass er irgendwann eintritt ist gewiss.

    Daher ist das innerliche Bejahen und Annehmen der Situation, auch, wenn das Sterben nicht so abläuft, wie erhofft/geplant, von großer Bedeutung, um mit einem friedlichen Geist gehen zu können, der beim "Übergang" hilfreich ist.


    Zuflucht:

    Notfall Sanitäter*Innen müssen reanimieren.

    Ja, das sollte jedem bewusst/klar sein, wenn er sie zu Hilfe ruft...


    Schneelöwin:

    Mal abgesehen, ob diese letzte Entscheidung zur buddhistischen Lehre passt, gefällt mir persönlich das ganze Procedere nicht; welches mit einem enormen juristischen Aufwand und ärztlicher Prüfung verbunden ist und man sich rechtzeitig, mindestens 6 Monate vorher darum kümmern muss, wenn man denn überhaupt noch dazu in der Lage ist, von den zusätzlichen Kosten neben des Mitgliedschaftsbeitrages mal abgesehen:

    Liebe Schneelöwin , das Procedere ist wohl derzeit unumgänglich nötig, um jeglichen Missbrauch zu verhindern, was mich aber auch abstößt, sind die immensen Kosten:

    Selbstbestimmtes Sterben nur für Reiche??


    Bei der Dignitas kostet der assistierte Suizid noch mehr, allerdings wird "Bedürftigen" ein Nachlass gewährt (ganz oder teilweise):

    Zitat

    A propos „kommerzielle Interessen“: Was kostet mich also ein Freitod in der Schweiz?

    Sie werden bei Dignitas Deutschland Mitglied: Aufnahmegebühr 95 Euro, Jahresbeitrag 196 Euro.

    Vorbereitung einer Freitodbegleitung in der Schweiz: 3.000 Schweizer Franken [rund 2.500 Euro],

    Durchführung: noch einmal 3.000 Franken.

    Hinzu kommen Pauschalen von insgesamt 4.500 Franken [rund 3.750 Euro] für Arzt, Behörden, Bestatter, Krematorium.


    Bedürftigen erlassen wir die Beiträge teilweise oder ganz.


    Quelle: https://taz.de/Dignitas-Chef-uebers-Sterben/%215086327/

    Alles anzeigen

    Der interviewte Gründer der Dignitas, Ludwig A. Minelli, nahm übrigens zuletzt auch die Hilfe seiner Organisation in Anspruch und starb durch assistierten Suizid - kurz vor seinem 93. Geburtstag:


    Ein unermüdlicher Streiter für die Freiheit
    Nachruf auf Ludwig A. Minelli
    www.giordano-bruno-stiftung.de


    Schwieriges Thema.....


    Liebe Grüße _()_:heart:

  • Ole Nydahls Perversion und die KI

    • Anna Panna-Sati
    • 26. Juni 2026 um 19:06
    Hue32:

    Was KI heute über Nydahl denkt bezogen auf seine verfehlungen und freudig in Erwartung auf klagen durch die Diamantweg Organistation.

    :? "Denkt" die KI denn überhaupt? Und, wenn ja, muss uns das interessieren?

    Leonie:

    Die Eskapaden eines charismatischen Sektenführers sind abhängig von den moralischen und rechtlichen Vorgaben in einer Gesellschaft. Was in den 70er und 80er Jahren noch geduldet wurde, weil patriarchalische Strukturen diese Verhaltensweisen gedeckt haben, ist heute eben anders.

    Im Sinne der Sila war es aber damals schon ein Fehlverhalten....

    Leonie:

    Das Fehlverhalten von Lehrern und anderen Autoritäten tragen dazu bei das Charisma zu entzaubern.

    Die Diskussionen und Rechtsstreitigkeiten sind deshalb hilfreich und daher auch zu unterstützen.

    Ja, zumal die (posthume) Idealisierung, ja Heroisierung, Nydahls schon im Gange ist:


    Externer Inhalt www.youtube.com
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    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklärst du dich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.


    So ein eingängiger Song, mit Potenzial zum Ohrwurm, unterlegt mit netten Bildern, erreicht die Menschen auf emotionaler Ebene und lässt Fehler verblassen...


    Die Wahrheit findet sich wohl irgendwo zwischen Idealisierung und Abwertung.

    Leonie:

    Wenn er die Rettung islamischer Flüchtlinge im Mittelmeer bedauert, dann ist das menschenfeindlich.

    Absolut. Aber es kann sich wohl niemand von seinen Anhängern oder denen, die ihn mal persönlich kennenlernten, vorstellen, dass er das flapsig Dahingesagte wirklich s o meinte....


    Seine hörbare Ablehnung war durch Ängste und Sorgen (bezgl. etwaigen negativen Einflüssen der Islamisten auf den Buddhismus) begründet und deutlich spürbar, aber kaum jemand würde annehmen, dass er, wenn er selbst auf ein kenterndes Flüchtlingsboot getroffen wäre, den Ertrinkenden nicht geholfen hätte.

  • Es gibt nichts Angenehmes oder Unangenehmes, das Du nicht selber bewirkt hast.

    • Anna Panna-Sati
    • 26. Juni 2026 um 18:23
    Monikamarie:

    Das Gesetz von Karma ist für mich vor vielen Jahren hilfreich geworden, weil ich dadurch das, was mir widerfuhr annehmen konnte.


    Es ist für mich nie ein Grund zur "Schuld" oder "Bedrohung" gewesen, sondern ein Hilfsmittel etwas zu akzeptieren und vorallem zu ändern.

    Liebe Monikamarie , ich denke, das ist ein sehr heilsamer Umgang mit jeder Art von sogenannten "Schicksalsschlägen", den du praktizierst:

    Statt zu verzweifeln und das üble Schicksal zu beklagen, hilft es, mögliche Ursachen zu eruieren, diese zu verstehen und demzufolge bestimmte (alte) Handlungen/"Fehler" nicht zu wiederholen.


    Und jene Dinge, wo keine karmische Ursache zu erkennen ist, welche un(er)klärbar zu sein scheinen, ohne inneren Widerstand anzunehmen, ggf. als Chance zum inneren Wachstum und zur Entwicklung innerer Stärke (Resilienz) zu sehen," macht aus Zitronen Limonade"...:)

    Monikamarie:

    Schwierig wird es bei angeborenen Erkrankungen/Behinderungen und kollektives Karma.


    Das ist für mich nicht so "platt" zu bewerten.

    Ja, das sehe ich genauso...

    Wenn Eltern z.B. ein schwerstbehindertes Baby bekommen, das nach einem kurzen Leben voller körperlicher Leiden schon wieder stirbt, fragt es sich, welchen Trost es für sie geben kann.


    Die Erklärung, das Kind habe wohl altes, schlechtes Karma "mitgebracht" und dieses durch sein Leiden nun abgetragen, wodurch eine künftige Wiederburt unter besseren Umständen möglich werde, könnte für hinduistisch oder (traditionel)l buddhistisch geprägte Eltern tröstlich sein, weil es dem erschütternden Geschehen gewissermaßen einen Sinn gibt.


    Das kranke Baby lebt(e) sein kurzes Leben hoffentlich im tief empfundenen Gefühl der Geborgenheit und des Geliebtseins...:heart::hug:

    JoJu91:
    Anna Panna-Sati:

    Die in buddhistischen Vorstellungen gründende Ansicht, dass ALLES, was einem widerfährt, selbst zu verantworten sei,

    Wenn ich nach acht Bier mit dem Fahrrad aus der Kneipe nach Hause fahre und dabei aufgrund einer etwas zu schrägen Trambahn-Gleisführung zu Fall komme, wie ist das karmisch verantwortungsmässig zu beurteilen ?


    :cry:

    Du kennst ja sicherlich die Antwort, lieber JoJu91 . ;):erleichtert:

    Zitat

    A.VI.63 Die durchdringende Darlegung - 9. Nibbedhika Sutta

    ....»Es wurde ferner gesagt, daß man das Wirken (kamma) zu erkennen hat, sowie seine bedingte Entstehung, seine Verschiedenartigkeit, sein Ergebnis, seine Aufhebung und den zu seiner Aufhebung führenden Weg.

    Warum aber wurde dies gesagt?


    Den Willen, ihr Mönche, bezeichne ich als das Wirken, denn, nachdem man es gewollt hat, vollbringt man das Wirken in Werken, Worten und Gedanken. -

    Wenn du also mit der Absicht, dem Willen, viel Bier zu trinken, per Fahrrad eine Kneipe ansteuerst, nimmt das "karmische Gesetz" schon Fahrt auf....

    Ob du jetzt aber - bei der bierseligen Heimfahrt - zu Fall kommst oder nicht, dabei unverletzt bleibst oder schwere Verletzungen erleidest, hängt von weiteren Bedingungen ab....

    Günstigenfalls existiert vielleicht noch ein Restbewusstsein für die Sturzgefahr und/oder genügend Reaktionsvermögen und Geschicklichkeit, um das Fahrrad an der gefährlichen Stelle auszubalancieren?

    Oder du bist so durchtrainiert, dass du trotz des Sturzes mit dem Schrecken davonkommst?


    Wie auch immer: Verantwortung trägst du hier m.E. alleine. :shrug:

    Die warnende Redewendung: "Mach' dich nicht unglücklich!" deutet auch an, dass Menschen dazu neigen, sich durch Leichtsinn, Unachtsamkeit, Ignoranz usw. selbst in Schwierigkeiten zu bringen.


    Qualia:

    Es gibt Karma, und das ist die Handlung, die ich jetzt gerade ausführe, kein Karma vorher, keines nachher.

    Davor und danach nennen wir Schicksal (sankhāra/Gestaltungen), und weil wir an Schicksal glauben, glauben wir auch an Karma als Schicksal.

    Du denkst, es sei eine Glaubensfrage, lieber Qualia ?


    Mit jeder absichtsvollen, willentlichen Handlung, die wir vollziehen, wird auch ein "Samen" im Geist gepflanzt und dieser Impuls kann - nach dem Gesetz von Ursache und Wirkung - eben sofortige Resultate oder Wirkungen/Ergebnisse zu einem späteren Zeitpunkt hervorbringen.


    Wem das bewusst ist, der wird wohl nur noch bei wenigen (z.B. dramatischen, -naturwissenschaftlich- unerklärlichen) Ereignissen von "Schicksal" oder "Zufall" o.Ä....sprechen.


    Mit "Karma-Bewusstsein" (abhisankhara) ist der Prozess des aktiven Erschaffens von Karma durch Willensabsichten gemeint.


    Wille und Willensakte gestalten Persönlichkeit, Verhalten, Lebensweg und damit auch das "Schicksal" eines Menschen aktiv mit, allerdings nicht ausschließlich, denn alles folgt letztlich dem Naturgesetz der Bedingtheit und wechselseitigen Abhängigkeit.

    Zitat

    Sutta Nipata V.13-14

    1110 UDAYA

    Wie wird zunichte das *Bewußtsein für einen, welcher achtsam lebt?

    Zu fragen dies, sind wir gekommen und lauschen deinem Wort, Erhabener!



    Das Bewußtsein, d.i. das Karma-erzeugende (abhisankhāra) Bewußtsein.



    1111 DER ERHABENE

    Der nicht am eigenen Gefühle sich ergötzt und nicht am fremden,

    Wer achtsam so sein Leben führt, Bewußtsein wird zunichte ihm.


    Der nicht am eigenen Gefühle sich ergötzt und nicht am fremden (ajjhattañca bahiddhā ca vedanam n'ābhinandato).


    Die 'eigenen Gefühle' sind zu verstehen als solche, die sich auf die eigenen körperlichen und geistigen Vorgänge beziehen; die 'fremden' oder das 'Außen' betreffenden sind Gefühle, die sich auf andere Menschen oder äußere Dinge beziehen, sowie auch solche, die man bei anderen Menschen beobachtet. .....


    https://www.palikanon.com/khuddaka/sn/sn_v13-14_1115.html

    Alles anzeigen

    Mit den Qualitäten Achtsamkeit und Gleichmut - weder an Angenehmem, noch an Unangenehmem anhaften - erweist sich die An-/Übernahme der (Selbst-) Verantwortung nicht als Bürde, sondern als befreiend.


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Es gibt nichts Angenehmes oder Unangenehmes, das Du nicht selber bewirkt hast.

    • Anna Panna-Sati
    • 23. Juni 2026 um 21:16
    Zitat

    ...Und dieses dem Menschen überlegene Gesetz kann er sich doch verfügbar und zum Besitz machen, nämlich mittels des Gesetzes. Es sagt mir:


    „Es gibt nichts Angenehmes oder Unangenehmes, das Du nicht selber bewirkt hast."


    Wie ist das möglich? Nun, weil ich mir z. B. einen Ärger auf jemanden angedacht habe, deshalb muss ich mich jedes Mal über ihn ärgern, wenn er mir begegnet. Weil ich mir bestimmte Triebe angedacht habe, deshalb muss ich leiden, wenn sie nicht erfüllt werden....


    (Hellmuth Hecker aus dem Buch "Der Heilsweg des Erwachten", S 30)

    Alles anzeigen

    Ärger kann man sich bestimmt "andenken", aber "Triebe" sind ja grundsätzlich biologischen Ursprungs und in jedem Lebewesen vorhanden, wirken dort und sichern das Überleben (nicht nur des Individuums).

    Im obigen Zitat ist wohl gemeint, dass man die angeborenen, elementaren Triebe noch als Bedürfnisse gedanklich "ausbaut" und erweitert ("Gier"), sowie (ev. auch unangemessenes) Verhalten ("Hass") durch jene Triebe rechtfertigt, was beides zu Leiden führt?

    Thorsten Hallscheidt:

    Also selbst Schuld, wenn Elend, Angst und Leiden (weiterhin) groß sind? Wahrscheinlich ja...

    Auch wenn Schuld hier der falsche Begriff ist – verantwortlich trifft es wahrscheinlich besser.

    Ja, aber die (Selbst-)Verantwortung kann nicht unbegrenzt sein, u.a., weil Menschen manchmal (äußeren und inneren) Bedingungen unterlagen, die eine freie Entwicklung und Entfaltung der Persönlichkeit nicht zuließen.

    Thorsten Hallscheidt:

    Habe ich mir Anziehung, Abstoßung und Verblendung angewöhnt, oder ist das Teil meines biologischen Programms als Tier, Sozialisation durch Gesellschaft, Freunde und Eltern?

    Teils, teils würde ich sagen...

    Wenn man aber das Glück (karmischer Verdienst?!) hat, mit der Buddha-Lehre in Berührung zu kommen, besteht die reale Möglichkeit, Bewusstheit/Achtsamkeit zu entwickeln und alte Prägungen, erlernte Programme und Gewohnheiten zu verstehen/durchschauen und letztlich zu überwinden.

    Thorsten Hallscheidt:

    Nach buddhistischer Vorstellung kommt vieles ja auch aus dem letzten Leben. Eigentlich egal woher es kommt – sobald ich es bemerke, kann ich etwas dagegen unternehmen, oder?

    Sicherlich, allerdings - von Fall zu Fall - nicht immer allein, aus eigener Kraft, manchmal braucht es Hilfe und Unterstützung von Anderen (z.B. beim Vorhandensein schwerer Traumata usw. ...).

    Der Spruch "Jeder ist seines Glückes Schmied." trifft tatsächlich nicht auf jeden zu.


    Die in buddhistischen Vorstellungen gründende Ansicht, dass ALLES, was einem widerfährt, selbst zu verantworten sei, birgt sowohl Chancen - man hat selbst die "Macht" darüber, ob einem künfig Heilsames oder Unheilsames geschieht, "regiert" also quasi über sein Schicksal - als auch Risiken durch Überforderung, Selbstvorwürfe und Übersehen äußerer Einflüsse/Bedingungen.


    Das Schicksal von Maha Moggallana, einem der Hauptjünger des Buddha, scheint zu zeigen, dass ein noch so heilsamer Lebenswandel (sowie "magische Kräfte") nicht vor karmischen Resultaten (aus früheren Zeiten) schützen können - er starb eines gewaltsamen Todes...

    Zitat

    Milindapañha

    4. Kapitel - 4. Sabbaññutañāṇa Vagga - [Pali]

    Mil. 4.4.1. Kann der Magiegewaltige eigenen Schaden verhüten? - 4.4.1. Iddhikammavipākapañho


    Der Erhabene, ehrwürdiger Nāgasena, hat gesagt:


    <Der Erste unter meinen magiegewaltigen Mönchs-Jüngern ist Mahā-Moggallāna.


    Andererseits heißt es, daß Moggallāna mit Keulen geschlagen wurde, so daß er mit zerhauenem Schädel, zerschmetterten Knochen, zerquetschtem Fleisch und zerrissenen Sehnen aus dem Dasein schied.


    Wenn, ehrwürdiger Nāgasena, der Ordensälteste Mahā-Moggallāna wirklich das Höchste in den magischen Kräften erreicht hat, so muß diese Aussage falsch sein.

    Ist sie aber richtig, dann ist es falsch, zu behaupten, daß er das Höchste in den magischen Kräften erreicht habe.

    Wie kann nämlich einer, der nicht einmal imstande ist, vermittels seiner magischen Kräfte eigenen Schaden abzuwehren, der Welt mit ihren Göttern eine Zuflucht bieten?

    Auch dies ist wiederum ein zweischneidiges Problem, das ich dir da stelle und das du nun zu lösen hast.» .....

    Zitat

    [Der Ehrwürdige Mahā-Moggallāna war, neben dem Ehrwürdigen Sāriputta, einer der beiden Hauptjünger des Buddha.

    Als Auswirkung eines schweren Vergehens in einer lange vergangenen früheren Existenz geschah es, daß Mahā-Moggallāna eines gewaltsamen Todes starb.

    Eifersüchtige andersgläubige Asketen hatten eine Räuberbande gedungen, um ihn zu töten. Sechsmal konnte ihnen Mahā-Moggallāna durch seine magische Macht entgehen.

    Doch bei einem siebenten Versuch der Angreifer wirkte sich seine karmische Belastung aus: seine magischen Fähigkeiten versagten und er wurde von den Banditen niedergeschlagen. - Über das Leben Mahā-Mogallānas siehe Hellmuth Hecker in «Wissen und Wandel», Jahrg. XXII (1976), Heft 9/10 (Buddhistisches Seminar, D-8581 Bindlach-Benk).]

    https://www.palikanon.com/diverses/milinda/milinda06a.htm

    Alles anzeigen


    Sollte man sich sein ev. - trotz buddhist. Praxis - (noch) anhaltend

    leidvolles Leben, mit karmischen Vorprägungen erklären ? :?

    Vielleicht fühlt man sich dadurch entlastet?


    Gleichwohl unverdrossen weiterpraktizieren für ein besseres Leben in Gegenwart und Zukunft...:)


    Lieber Thorsten Hallscheidt , du bist länger nicht mehr im Buddhaland aktiv gewesen, ich hoffe, es geht dir gut und wünsche dir nur das Beste. :buddha::heart::klee::taube:


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Selbstbestimmt sterben

    • Anna Panna-Sati
    • 17. Juni 2026 um 19:22
    KarmaHausmeister:

    Viele Buddhisten lehnen selbstbestimmten Suizd ab. Er erzeuge schlechtes Karma, heißt es zum Beispiel.

    Die Ablehnung resultiert nicht zuletzt daraus, dass der Buddha - aufgrund seines "Glaubens" an Wiedergeburt (für ihn war es ja "Wissen"...) - Selbsttötung bei Unerleuchteten ablehnte, da Suizid bei diesen meistens mit Ablehnung/ Widerwillen, also dem Geistesgift "Hass", verbunden ist und demzufolge schlechtes Karma erzeugen würde.

    (Welches schlimmstenfalls eine Wiedergeburt in einem niedrigeren Daseinsbereich bewirkt....)


    Vor allem traditionelle Buddhisten, die (noch) an Wiedergeburt glauben, werden daher zögern, die letzte Lebensphase in dieser Weise "künstlich" abzukürzen, zumal die letalen Medikamente oft zuerst das Bewusstsein ausschalten, was wohl vor allem im tibetischen Buddhismus nicht gewünscht wird.

    KarmaHausmeister:

    Aus meiner Sicht ist er aber ein Menschenrecht.

    Diese Sicht teile ich und halte es für unmenschlich/mitleidlos, Menschen, die bei unheilbaren Erkrankungen mit infausten Prognosen und (für sie) unerträglichen Schmerzen/Qualen, den Weg des Suizids (z.B. "assistierten Suizid") gehen wollen, diesen zu verwehren.

    fotost:

    In dem, was ich aus dem Pali Kanon kenne, wird Suizid eigentlich immer parallel zu Mord beschrieben und es gibt in dem riesigen Textwerk nur 1-2 Stellen, wo Buddha ein elementares Verständnis für eine solche Tat ausdrückt.

    Darf man sich aus (Selbst-) Mitgefühl selbst töten?

    Laut Pali-Kanon: Nein, außer man wäre bereits erwacht, weil nur dann keine Ablehnung mehr im Geist vorhanden ist (Karma erzeugen Erleuchtete ja auch nicht mehr).


    Nach meinem Dafürhalten ist das ein ziemlich wunder Punkt in Buddhas Lehre, der vom Buddha, in unserer Zeit, bei heutigem Wissensstand, vielleicht auch anders gesehen würde...

    Igor07:

    Angenommen, der Mensch leidet unter Alzheimer, es gibt keine Hoffnung, nur der Weg in den gähnenden Abgrund, oder Krebs mit den Metastasen im Endstadium, also sollte diese Person nach der Bestätigung im Pali-Kanon suchen?
    Wenn keine innere Anhaftung gibt, aber das wohlwollende Gefühl gegenüber der Familie und den Angehörigen, wo liegt das Problem?

    Wer als Buddhist - todkrank - unter unerträglichen Schmerzen, Ängsten und Qualen leidet, wird wohl kaum im Palikanon nachblättern und dort nach Rechtfertigungen für "selbstbestimmtes Sterben" suchen, sondern erst mal mit Hilfe der Palliativmedizin Linderung erstreben und versuchen, seinen Geist so ruhig und klar, wie möglich zu halten.


    "Ohne innere Anhaftung" hieße, mit sich im Reinen und der "Welt" im Frieden zu sein und nicht mehr an den 5 Khandha zu hängen, in diesem Fall hätte man sicherlich auch Buddhas "Segen" für einen "selbstbestimmten" Abgang" in Würde.

    Qualia:

    Alzheimer- oder Demenzkranke Menschen können sich nicht töten wollen, sie sterben vor sich hin, von Menschen betreut, die in ihrer Betreuung keine Gnade kennen, mit einem Menschen, der nicht einmal mehr ein Selbst hat.

    Dieser Satz, lieber Qualia , bestürzt mich ziemlich - was meinst du mit der Formulierung "die in ihrer Betreuung keine Gnade kennen"?


    Demenz-Patienten wollen sich häufig am Anfang ihrer Erkrankung (wenn sie ihren Zustand noch erkennen können) suizidieren, bringen es aber tatsächlich nur in seltenen Fällen fertig.


    Wenn die Demenz so weit fortgeschritten ist, dass sie kein Ego/Selbst mehr haben, leiden sie ja angeblich "nur" noch körperlich, aber liebevolle Zuwendung spüren sie oft bis zum Schluss und reagieren oft auch positiv darauf.


    Meiner Großmutter (die an vaskulärer Demenz litt) misslang es jedenfalls, sich, kurz nach Diagnosestellung, mit Tabletten das Leben zu nehmen, als sie, 87-jährig, ins Pflegeheim übersiedeln musste und sie starb dort erst mit 95 J. in völliger "geistiger Umnachtung".


    Nun scheint ihr Sohn, mein mittlerweile 91-jähriger Vater, erste Demenz-Symptome aufzuweisen - noch gibt es keine sichere Diagnose, da er sich weigert, zum Arzt zu gehen.

    Jeden Abend, wenn meine Mutter ihn ins Bett bringt, äußert er, nicht mehr leben zu wollen, wirkt auch ansonsten depressiv, emotional abgestumpft, aber zeitweise gereizt-aggressiv. Und er verstummt zunehmend...

    Aber: Morgens steht er selbstständig auf, betreibt Körperpflege und nimmt sein Frühstück ein, isst - dem Anschein nach - mit Appetit. Danach folgt wieder der Rückzug ins Bett, bis zum Mittagessen, welches er ebenfalls zu genießen scheint...


    Früher sagte er immer, wenn er "irgendwann" spüren würde, dass er dement wird, brächte er sich um...(angeblich besitzt er auch eine Zyankali-Kapsel, hat aber - zum Glück! - vergessen, wo, er sie deponiert hat).


    Meine Mutter, meine Brüder und ich sind derzeit relativ ratlos, wie wir ihm, der sich allen (gängigen) Hilfsangeboten verweigert, helfen können und was jetzt zu tun ist - also läuft zunächst alles mal so weiter...:shrug::(


    Liebe Grüße _()_:heart:

  • AN 4.170: Yuganaddhasutta: Die Lehrrede vom Gekoppelten

    • Anna Panna-Sati
    • 17. Juni 2026 um 16:54
    Matthie:

    Der 4te Weg klingt für mich nach Spontanerleuchtung wie man Sie ja aus verschiedenen Koan - Geschichten kennt.

    Danke, lieber Matthie , für die Erinnerung, auch im Palikanon wird ja von solchen spontanen Erwachensereignissen berichtet, z.B., als der Buddha, kurz nach seiner Erleuchtung, seine 5 ehemaligen Mönchsgefährten in den Dharma einführte ("Rede von Benares").


    Jene Asketen hatten den extremen Weg der Selbstkasteiung lange zusammen mit dem (späteren) Buddha geteilt, bevor dieser erkannte, dass der Weg der Selbstqual nicht zum Ziel führen würde und sich absetzte...

    Zitat

    2. Dhammacakkappavattana Vagga

    S.56.11. Vom Vollendeten Gesprochenes - Dhammacakkappavattana Sutta


    Das hab ich gehört. Zu einer Zeit weilte der Erhabene bei Benares am Sehersteine im Wildparke. Dort nun wandte sich der Erhabene an die fünf verbündeten Mönche:

    "Zwei Extreme sind, ihr Mönche, von Hauslosen nicht zu pflegen. Welche zwei?

    • Bei den Sinnendingen sich dem Anhaften am Sinnenwohl hingeben, dem niederen, gemeinen, gewöhnlichen, unedlen, heillosen; und
    • sich der Selbstqual hingeben, der schmerzlichen, unedlen, heillosen.

    Diese beiden Extreme vermeidend, ist der Vollendete zum mittleren Vorgehen erwacht, das sehend und wissend macht, das zur Beruhigung, zum Überblick, zur Erwachung, zum Nirvāna führt.

    .........


    (Es folgt die Belehrung über die 4 Edlen Wahrheiten.)


    ....Und mir ging die Wissensklarheit auf: 'Unerschütterlich ist meine Gemüterlösung. Dies ist die letzte Geburt. Und nicht mehr gibt es Weitersein'".


    Also sprach der Erhabene.

    Zufrieden freuten sich die fünf verbündeten Mönche über die Worte des Erhabenen.


    Und während die Erklärung vorgetragen wurde, ging dem Ehrwürdigen Kondañño das lautere fleckenlose Auge der Lehre auf: *


    "Was irgend auch entstanden ist, muß einmal wieder untergehn".


    https://www.palikanon.com/samyutta/sam56.html#s56_11

    Alles anzeigen

    * Dies beschreibt den sogenannten Stromeintritt (Sotapatti) = im Theravada die 1. Erleuchtungsstufe, in der die ersten 3 Fesseln

    (Persönlichkeitsansicht, Anhaftung an Regeln und Riten, skept. Zweifel) gelöst wurden.


    Im Erstaunen über diese plötzliche Einsicht - (scheinbar ausschließlich) nur durch das Hören des Dhammas - darf man aber den wesentlichen Punkt nicht übersehen, nämlich, dass die Mönche zuvor bereits jahrelang selbst-entsagend meditiert, geübt und "wahrheitssuchend" gelebt hatten.


    Wenig später, beim Anhören der nachfolgenden Lehrpredigt, erlangten die 5 Mönche dann (offenbar übergangslos) die Arahantschaft

    (= vollständiges Erwachen/Nibbana).

    Zitat

    S.22.59. Die Merkmale des Nicht-Ich - 7. Anattalakkhaṇa Sutta

    (Diese Rede ist das berühmte Anattā-Lakkhana-Sutta, die 'Lehrrede von den Merkmalen des Nicht-Ich', d.i. von den Kennzeichen, welche die Abwesenheit jeder beharrenden Ich-Substanz deutlich machen.

    Diese Lehrrede wurde an dieselbe 'Gruppe der fünf' früheren Asketengefährten des Buddha gerichtet, welche durch die erste Lehrverkündung, die 'Predigt von Benāres' (Dhammacakka-Pavattana-Sutta) die Stufe des Stromeintritts erreicht hatten.


    Für die Wichtigkeit der Nicht-Ich-Lehre (anattā) ist es bezeichnend, daß erst nach Hören und Verstehen der davon handelnden zweiten Lehrrede des Buddha jenen fünf ersten Jüngern der Durchbruch zur Heiligkeit gelang. Diese Rede findet sich auch in Vinaya, Mahāvagga I 6, wo es noch zum Abschluß heißt: "Zu dieser Zeit nun gab es sechs Heilige in der Welt" - d.i. mit Einschluß des Buddha selber.)


    ....23. So erkennend, o Mönche, wendet sich der erfahrene, edle Jünger von der Körperlichkeit ab, er wendet sich ab vom Gefühl, er wendet sich ab von der Wahrnehmung, er wendet sich ab von den Gestaltungen, er wendet sich ab vom Bewußtsein. Abgewandt wird er entsüchtet.

    Durch die Entsüchtung wird er befreit.

    Im Befreiten ist die Erkenntnis: 'Befreit bin ich. Versiegt ist die Geburt, vollendet der Heilige Wandel, getan das Werk, nichts Weiteres nach diesem hier' - so erkennt er."


    24. Dies sprach der Erhabene.

    Beglückt freute sich die Gruppe der fünf Mönche über das Wort des Erhabenen.

    Während aber diese Erklärung gesprochen wurde, löste sich bei der Gruppe der fünf Mönche das Herz ohne Anhaften von den Trieben.


    https://www.palikanon.com/samyutta/sam22_060.html#s22_59

    Alles anzeigen

    "Spontane" Erleuchtung heißt also nicht "ohne jede Vorbereitung" - EINSICHT/ERWACHEN erscheint zwar plötzlich, aber i.d.R. auf der Grundlage eines bereits vorbereiteten (geschulten) Geistes.


    Das wird im Zen nicht anders sein...;)

    Matthie:

    Sodass nur der Klang eines Steins auf den Bambus zur Erleuchtung geführt hat.

    Ja, schließlich und letztlich.....:)

    (So schön es wäre, ohne vorheriges "Mühen" (rechte Anstrengung) geht es wohl nicht, wobei auch Karma noch eine Rolle spielen mag ...:shrug:)


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • AN 4.170: Yuganaddhasutta: Die Lehrrede vom Gekoppelten

    • Anna Panna-Sati
    • 16. Juni 2026 um 13:18
    pano:

    Ich war sehr klar an der Frage interessiert ob Einsicht nachgelagert oder parallel geübt werden soll.

    Ja, diese Frage ist wohl auch die vordringliche, wenn man "rechte Meditation" üben und "Fehler" vermeiden möchte.


    Im vorgestellten Sutta legt Ananda (!), der zu dieser Zeit selbst noch nicht vollständig erleuchtet, sondern "nur" Sotapanna war, dar, dass jene Frage offensichtlich individuell verschieden beantwortet werden kann.


    Klar scheint nur, dass Erleuchtung u.a. das Praktizieren beider Meditationsrichtungen zur Voraussetzung hat:

    Ruhe/Samadhi UND Einsicht/Vipassana

    In welcher Reihenfolge man übt, ergibt sich oft aus der aktuellen Situation, bzw. der momentanen geistigen Verfassung, heraus:

    Bei innerer Unruhe muss der Geist erst mal durch eine Samatha-Meditation konzentriert, beruhigt, gesammelt werden, bevor ein Übergang/ein Hineingleiten zur/in die Vipassana- Meditation folgt.


    Ayya Khema hielt dazu mal einen Dharma-Vortrag (Er war übrigens seinerzeit "mein" Einstieg in die buddhist. Praxis ;)):


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    ca.16. Min. : Einsichtsmeditation = Kontemplation

    ca. 25.Min.: Einsicht in die Vergänglichkeit/Anicca


    In ca. Min. 31:15: "Nur ein Geist, der wirklich zur Ruhe gekommen ist, kann tiefe Einsichten bekommen."

    Dazu beschreibt Ayya Khema eine Analogie, das Bild von den Ozeanwellen:

    Angenommen, wir befinden uns im Ozean - bei hohem Wellengang - dann können wir nichts weiter sehen, als das Wasser der Wellen.

    Hat sich jedoch der Ozean geglättet (beruhigt), "können wir in die Tiefe schauen".


    pano:

    Vielleicht ist damit auch der Anreiz und die Motivation gemeint? So wie chanda ?


    Also wenn ich die Sutta lese klingt das so wie der Anreiz zum rechten Entschluss (samma sankappa)

    Danke, lieber pano , ja, das leuchtet mir ein.


    Chanda, in diesem Fall heilsames Chanda ( "Dhamma-Chanda"/"Kusala-Chanda"),

    also das 2. Glied (rechte Gesinnung/rechtes Denken/Absicht-> Entschluss) des Edlen Achtfachen Pfades,

    scheint in dieser Lehrrede als ein weiterer Zugang zum Beschreiten des Achtpfades beschrieben zu werden...?


    Frage: Lässt sich Dhamma-Chanda "intellektuell" entwickeln, also z.B. als "Frucht" intensiven Nachdenkens und Erwägens - dieses allerdings unter Einbeziehung von Lieb. Güte und Mitgefühl?


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • AN 4.170: Yuganaddhasutta: Die Lehrrede vom Gekoppelten

    • Anna Panna-Sati
    • 14. Juni 2026 um 23:18

    Dieses Sutta hat mich überrascht:

    Hier wird "Wahrheitsunruhe" (Nyanatiloka Thera), bzw. "Rastlosigkeit" (...sich über die Lehre klar zu werden) (Sabamitta) als ein möglicher Ausgangspunkt eines der 4 Wege zur Arahantschaft beschrieben:

    Zitat

    1. (Nyanatiloka Thera)

    Ferner noch, ihr Brüder:

    da wird bei einem Mönche der Geist von Wahrheitsunruhe ergriffen.

    Es kommt aber die Zeit, wo der Geist sich innerlich festigt, sich völlig beruhigt, einig wird und sich sammelt;

    und dann erschließt sich ihm der Pfad. Jenen Pfad hegt und pflegt er, wandelt ihn beharrlich.

    Indem er aber jenen Pfad hegt und pflegt, ihn beharrlich wandelt, lösen sich ihm die Fesseln und die Neigungen ersterben.


    2. (Sabamitta)

    Dann ist da ein Mönch, dessen Geist von Rastlosigkeit gepackt ist, sich über die Lehre klar zu werden. Doch es kommt eine Zeit, da sein Geist innerlich gestillt wird; er setzt sich, wird eins und versinkt im Samādhi. Der Pfad wird in ihm geboren.

    .....

    Alles anzeigen

    Sowohl Sabamittas Übersetzung mit "Rastlosigkeit" (sich über die Lehre klar zu werden), als auch Nyanatilokas Bezeichnung "Wahrheitsunruhe" irritieren etwas, u.a., da "Unruhe/Rastlosigkeit/Aufgeregtheit" ja als eines der 5 zu überwindenden Hindernisse/Nivarana betrachtet wird....


    Entscheidend ist wohl, dass der Übende jeweils (innerlich) tief bewegt und umgetrieben wird von der Suche nach der Wahrheit (des Dhammas) und seinen Geist ernsthaft auf Erwachen ausgerichtet hat.


    Die Frage bleibt aber, wie oder wodurch der Geist sich dann - offensichtlich ohne die bei den 3 anderen Wegen praktizierten Samatha- und Vipassana-Meditationen? -

    soweit beruhigt und sammelt, dass er schließlich Samadhi erreicht und sich ihm demzufolge "der Pfad erschließt"? :?


    Das Sutta scheint keine schlüssige Antwort darauf zu geben, Geduld und Geisteszügelung sind aber sicherlich vonnöten...?

    (Zu starker "Erkenntnisdrang" könnte auch kontraproduktiv sein - Stichwort "Papanca"/Ausuferung/Gedankenwucherung.)

    Zitat

    Es kommt aber die Zeit, wo der Geist sich innerlich festigt, sich völlig beruhigt, einig wird und sich sammelt;


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • MN 19: Dvedhāvitakkasutta / Zwei Arten von Gedanken

    • Anna Panna-Sati
    • 13. Juni 2026 um 14:02
    Qualia:

    Asketisches Leben, Strenge Disziplin, Fokus auf Meditation sind genau die Verhaltensweisen, die Buddha nach seiner „Erleuchtung“ rundweg abgelehnt hat.

    :o:?

    Das asketische Leben der Theravada-Waldtradition wirkt m.M.n. nur im Vergleich mit dem Leben des heutigen westlichen (meist durchweg hedonistischen, sinnesfreudigen) "Durchschnittsmenschen" "extrem", der Buddha würde es sicherlich nicht so einordnen.

    Qualia:

    SN56.11

    "Zwei Extreme sind, ihr Mönche, von Hauslosen nicht zu pflegen. Welche zwei?

    Bei den Sinnendingen sich dem Anhaften am Sinnenwohl hingeben, dem niederen, gemeinen, gewöhnlichen, unedlen, heillosen; und
    sich der Selbstqual hingeben, der schmerzlichen, unedlen, heillosen.

    Mit NICHT-"Anhaften am Sinnenwohl" ist - z.B. in Bezug auf Ernährung - gemeint, dem Körper nur das an Nahrung zuzuführen, was er benötigt, um zu funktionieren, also Maß zu halten und nicht (ausschließlich) des Genusses wegen, zu essen oder sich der Schlemmerei/Völlerei hinzugeben (das wäre dann ein "Extrem").


    Und genau daran halten sich die Waldmönche - im Idealfall...;)


    Die Praxis der Theravada-Waldmönche stellt auch normalerweise keine "Selbstqual" dar:

    Weder wird extrem gehungert, noch Körperpflege und Kleidung vernachlässigt und Disziplin bewährt sich als eine große Hilfe, weil sie Struktur und Halt gibt.

    Dass der Fokus auf Meditation liegt, ist m.E. auch im Sinne des Buddhadharmas, schließlich zog sich auch der Buddha - trotzdem er schon erwacht war- immer wieder zur Meditation zurück:

    Zitat

    A.II.31 Waldeinsamkeit

    Zwei Gründe gewahrend, ihr Mönche, suche ich im Walde einsame, abgelegene Stätten auf.

    Welches sind die beiden Gründe?

    • Mein eigenes gegenwärtiges Wohlsein und
    • Mitleid mit späteren Generationen.

    Diese beiden Gründe gewahrend, suche ich im Walde einsame, abgelegene Stätten auf.

    Buddha war demnach, wenn man ihn denn so "ein-/zuordnen" mag, sowohl Wald - als auch "Stadt/Dorf"- Mönch...

    Der hohe Stellenwert der (mündlichen) Belehrung/Unterweisung => "Studium" - spiegelt sich offenkundig in den Tausenden von Lehrreden/Suttas wider.


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • MN 19: Dvedhāvitakkasutta / Zwei Arten von Gedanken

    • Anna Panna-Sati
    • 12. Juni 2026 um 14:05
    Qualia:
    Anna Panna-Sati:

    "Sabbe dhamma anatta." - Alle Dhammas sind anatta.

    Alle Dhammas, nicht nur Nibbana.

    Ja, aber die anderen Dhammas sind - im Gegensatz zu Nibbana, dem ""Unbedingten" -

    "sankhata dhamma" (= bedingt Zusammengesetztes).

    Zitat

    1. Paṭhama Vagga

    S.43.1-12 Körper usw. - 1. Kāyagatāsati Sutta


    "Das Ungestaltete, ihr Mönche, will ich euch zeigen und den zum Ungestalteten führenden Pfad. Das höret!


    Was ist nun, ihr Mönche, das Ungestaltete?

    Die Versiegung von Reiz, die Versiegung von Abwehr, die Versiegung von Verblendung, das nennt man, ihr Mönche, das Ungestaltete.

    Und was ist der zum Ungestalteten führende Pfad?

    ....

    https://www.palikanon.com/samyutta/sam43.html

    Alles anzeigen


    Qualia:

    Da stand: „In der Theravada-Waldtradition …“ nicht im Theravada. Das impliziert einen Unterschied.

    Der Unterschied dürfte geringer sein, als im Vergleich mit Mahayana-Traditionen, weil die Theravada-Waldtradition ja eine Reformbewegung aus dem (klassischen) Theravada darstellt, der hier quasi als "Dachphilosophie" betrachtet werden kann.


    Könntest du, lieber Qualia , denn mal den spezifischen Unterschied zwischen "Klassischem Theravada" und "Theravada-Waldtradition" im Kontext dessen, was mukti zum Thema schrieb, verdeutlichen?


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • MN 19: Dvedhāvitakkasutta / Zwei Arten von Gedanken

    • Anna Panna-Sati
    • 12. Juni 2026 um 12:43
    JoJu91:

    Die Dämonenstunden sind vielleicht nur dazu da, den widerspenstigen JoJu91 zur Meditation zu "zwingen".

    Du verleihst den "Dämonenstunden" einen Sinn?

    Das wäre ein erster Schritt:

    Akzeptanz der "Dämonen"- Präsenz, im Sinne des Suttas MN 19 :

    Das Aufsteigen von Gedanken/Emotionen wahrnehmen und diese als "unheilsam" ("Dämonen") klassifizieren...

    JoJu91:

    Meditation im Liegen führt normalerweise zum baldigen Einschlafen, aber nicht, solange die Dämonen sich so hartnäckig und furchterregend zeigen, bis sie sich im klarer werdenden Geist als selbst geschaffener Spuk auflösen.

    Deine Meditation führt demnach zunächst zur "Geistesruhe" (Samatha) und anschließend zur Erkenntnis, dass es sich bei den "Dämonen" um -selbstgeschaffenen- "Spuk" handelt?

    Als "Soforthilfemaßnahme", im akuten Fall, scheint sich deine Methode gut zu bewähren, wie sieht es jedoch mit der dauerhaften Vertreibung jener "Monster" aus?

    Konntest du - mit der Zeit - ein verringertes oder/und weniger furchteinflößendes Auftreten bemerken?


    Der Buddha reinigte aktiv seinen - damals noch befleckten - Geist von Befleckungen/Kilesa und wurde offenbar (erst) dadurch befähigt, den Geist soweit zu sammeln, dass er in der Meditation Vertiefungszustände (Jhana) erreichen konnte.


    Die Schilderung deiner Praxis, lieber JoJu91 , legt nahe, dass du durch "Loslassen" der Kilesas und Hingabe/Fallenlassen (also eher einen passiven Prozess?) eine "höhere Bewusstseinsebene" (reiner, klarer Geist) erreichst, weniger infolge aktiver Ver-/Bearbeitung?


    Das "Problem" sehe ich jetzt darin, dass so die "Dämonen" nicht nachhaltig vertrieben, sondern immer wieder "auferstehen" bzw. "wiedergeboren" werden....Sie beschäftigen dich weiter und das Nachdenken (darüber) "hält die Neigung des Geistes aufrecht".


    Während der Buddha davon spricht, dass - durch fortlaufendes Üben -

    diese unheilsamen Gedanken abnehmen (bis hin zum endgültigen Verschwinden im Nibbana) - zugunsten heilsamer.


    Ayya Khema (sinngemäß): "Erwachte bestimmen, was sie denken, Unheilsames erscheint (dann eben) nicht mehr im Geist."

    JoJu91:

    Bezogen auf mein Dämonen-Beispiel ist das aber mit Wattebäuschchen auf den Tiger werfen.

    Steck' deinen Kopf in den Rachen des Tigers (oder wenigstens die Faust)! ;)

    (siehe die - allerdings aus dem Mahayana stammende - Geschichte von Milarepa und seinen Dämonen...

    https://mymonk.de/milarepa/)


    Qualia:

    In der Theravada-Waldtradition ...

    Ja, und...? (Wir befinden uns hier im Theravada-Unterforum, oder?) :shrug:;)

    pano:

    Unbedingt wäre nicht leer. Dann hätte es eine Essenz (Svabhāva).

    Nibbana ist (im Theravada!) "unbedingt" und dennoch "leer", also anatta - frei von inhärenter Eigenexistenz.

    "Sabbe dhamma anatta." - Alle Dhammas sind anatta.


    Nibbana kann man als "asankhata dhamma" (unbedingtes Dhamma) bezeichnen, besser jedoch als das "Unbedingte", Erlöschen von Gier, Hass, Verblendung, also Beendigung von "dukkha".


    ("Dhamma" hat viele Bedeutungen: Lehre des Buddha, Geistiges Objekt, Gesetzmäßigkeit - hier im Kontext Nibbana: Phänomen, erfahrbarer Sachverhalt, Gegebenheit, Daseinssphäre)


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • MN 19: Dvedhāvitakkasutta / Zwei Arten von Gedanken

    • Anna Panna-Sati
    • 9. Juni 2026 um 17:51
    JoJu91:

    JoJu91 wird von bösen Gedanken und Emotionen geplagt.

    Joju 91 registriert Gedanken der Ablehnung/Grausamkeit und reagiert darauf mit Emotionen oder es kommen (negative) Emotionen hoch, die gedanklich bewertet werden und so u.U. wiederum Gedanken erzeugen...?

    JoJu91:

    Das nenne ich für mich den kleinen Geist, der von der Wahrheit seines Wahnsinns überzeugt ist.


    Dann gibt es aber einen "Jemand" im Hintergrund,

    der den verzweifelten JoJu91 (den kleinen Geist) wie in einem Film betrachtet.

    Dieser "Jemand" ist frei von Gedanken und Emotionen, aber klar, wach und voller Mitgefühl.

    Warum, lieber JoJu91 , probierst du nicht Buddhas Rat im vorgestellten Sutta aus und klassifizierst deine Gedanken, statt deinen Geist aufzuspalten?

    JoJu91:

    Das Wissen um die Gegenwart dieses "Jemand" bewahrt den armen JoJu91 vor dem letzten Gang in den Starnberger See, oder vor der Einweisung in die Psychiatrie.

    Deshalb? :shock:


    Glaubst du nicht, dass ein und derselbe Geist, je nachdem, welche Bedingungen gerade vorliegen, verwirrt oder klar, zerstreut oder gesammelt, gebunden oder freier sein kann (und alles dazwischen)?


    Die Einteilung des Geistes (statt der Gedanken) in zwei Klassen kann leicht neue "Ich-Ansichten" erzeugen:

    "Hier bin ich im "niedrigen" Geist." /

    "Dort ist mein wahres, höheres Bewusstsein.",

    was z.B. die Gefahr von subtilem Stolz (Dünkel) einerseits und andererseits Abwertung eigener Erfahrungen (etwa im Alltag - als "niedrig", "klein-geistig", "wahnsinnig"... ) in sich birgt.


    Eine Art "innere Hierarchie" zu bauen, dürfte m.E. langfristig weniger hilfreich sein, als unmittelbares Sehen/Erleben des gegenwärtigen Augenblicks, ein direktes "Sich-den-Dämonen-Stellen".

    Der Weg führt durch die Angst...


    Aber das ist nur meine momentane (unmaßgebliche) Meinung - du wirst selbst am besten wissen, warum du so vorgehst. ;)


    Wünsche dir alles Gute, aktuell besonders ein friedliches "Überschlafen" der "Dämonenstunde". ^^


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • MN 19: Dvedhāvitakkasutta / Zwei Arten von Gedanken

    • Anna Panna-Sati
    • 8. Juni 2026 um 15:59

    Vielen Dank für die Vorstellung dieser wichtigen Lehrrede, lieber pano . _()_


    Buddha Shakyamuni berichtet darin von seiner Praxis als "noch nicht Erwachter, aber zum Erwachen Entschlossener" (in anderen Übersetzungen ist von "lediglich unerleuchtetem Bodhisatta" die Rede:

    https://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m019z.html), insofern verstehe ich seine Ausführungen als Rat, vornehmlich an unerleuchtete Übende, die noch ziemlich am Anfang stehen.


    Zunächst - vor Aufnahme der (Samatha-) Meditationspraxis - sollte der Übende demnach seinen Geist erforschen und nachfolgend lernen, ihn zu bewachen, zu zähmen und zu kontrollieren.

    (Akt 1 wäre dabei das Einteilen in die "Zwei Klassen".)


    In aller Kürze zeigt auch das folgende Sutta dieses Ziel auf:

    Zitat

    A.1.4. Geisteszügelung (IV,1-7)

    Kein anderes Ding kenne ich, ihr Mönche, das, ungezähmt, unbehütet, unbewacht und ungezügelt, zu so großem Unsegen führt wie der Geist.


    Zu großem Unsegen, ihr Mönche, führt der ungezähmte, unbehütete, unbewachte und ungezügelte Geist.


    Kein anderes Ding kenne ich, ihr Mönche, das, bezähmt, behütet, bewacht und gezügelt, zu so großem Segen führt wie der Geist.


    Zu großem Segen, ihr Mönche, führt der bezähmte, behütete, bewachte und gezügelte Geist.

    Alles anzeigen

    Wie Buddha dabei vorging, schildert er in MN 19 genau - hier bezüglich "grausamer Gedanken":

    Zitat

    ...Wenn ich darüber nachdachte, dass er dazu führt, mich selbst zu verletzen … andere zu verletzen … sowohl mich selbst als auch andere zu verletzen, ging er weg.


    Wenn ich darüber nachdachte, dass er die Weisheit blockiert, mit Qual verbunden ist und nicht zum Erlöschen führt, ging er weg.


    So gab ich jeden grausamen Gedanken, der aufkam, auf, machte mich von ihm los und beseitigte ihn.


    Deinen m.E. berechtigten Einwand, lieber void ....

    void:

    Die Idee, die Gedanken in unheilsame und heilsame zu trennen führt ja leicht zu ganz vielen Gedanken über Gedanken ( ist das jetzt heilsam oder unheilsam)

    ....beantwortet der Buddha hier:

    Zitat

    ...Wenn ich darüber die ganze Nacht und den ganzen Tag nachdenken und ihn erwägen würde, so sehe ich keine Gefahr, die davon käme.

    Dennoch würde zu langes Nachdenken und Erwägen meinen Körper ermüden.

    Wenn der Körper müde ist, ist der Geist erschöpft.

    Und wenn der Geist erschöpft ist, ist er von Versenkung weit entfernt.

    Also nicht übertreiben...:erleichtert: (gell, "Papanca-Anna"...(:;))


    pano:

    Für mich ist ein Kernsatz "Worüber ein Mönch häufig nachdenkt, was er häufig erwägt, dahin neigt sich sein Herz".

    Da bin ich ganz bei dir, denn stete Wiederholung führt zu Lernvorgängen und festigt damit Heilsames, wie eben leider auch Unheilsames, im Geist.

    Gerade in der heutigen Zeit, wo man ständig mit (meist negativen!) Informationen aller Art eingedeckt (schlimmstenfalls überfrachtet) wird, die alle möglichen (und unmöglichen) Gedanken zusätzlich generieren, erscheint es mehr denn je, ratsam, Nachrichten auszusortieren, Gedanken zu ordnen und die unheilsamen fallenzulassen.

    pano:

    Und die Praxis heilsame Gedanken zu hegen und unheilsamen Gedanken nicht nachzugehen ist dann schon auch eine Achtsamkeitspraxis.

    Ja, und zwar eine, die sich sowohl als "Einstieg" in die buddhist. Praxis, als auch als ständige Begleitung der weiteren Übungen, empfiehlt...

    Zitat

    Worüber ein Mönch häufig nachdenkt, was er häufig erwägt, dahin neigt sich sein Herz.


    Wenn er häufig über entsagende Gedanken nachdenkt und sie erwägt, hat er sinnliche Gedanken aufgegeben, um entsagende Gedanken zu mehren.

    Sein Geist neigt sich zu entsagenden Gedanken.


    Wenn er häufig über wohlwollende Gedanken nachdenkt und sie erwägt, hat er böswillige Gedanken aufgegeben, um wohlwollende Gedanken zu mehren.

    Sein Geist neigt sich zu wohlwollenden Gedanken.


    Wenn er häufig über mildherzige Gedanken nachdenkt und sie erwägt, hat er grausame Gedanken aufgegeben, um mildherzige Gedanken zu mehren.

    Sein Geist neigt sich zu mildherzigen Gedanken.

    Alles anzeigen

    Und am Ende dieser "Geistesreinigung"

    steht dann nur noch die Achtsamkeit darauf, dass jene heilsamen Geisteszustände anwesend sind:

    Zitat

    Ebenso musste ich nur achtsam sein, dass diese Dinge da waren.


    Meine Energie war aufgerüttelt und unermüdlich, die Achtsamkeit fest verankert und klar, mein Körper war still und nicht erregt und mein Geist im Samādhi versunken und geeint.

    Der Weg in die Vertiefungen (Jhanas) ist frei....

    mukti:

    Es kommt also zunächst auf die Erkenntnis an, was heilsam und was unheilsam ist und dann braucht es noch die Entschlossenheit, danach zu handeln.

    Genau, wenn die Erkenntnis, ein tiefes Verstehen der Zusammenhänge, durch "weises Erwägen" (Kontemplation, Reflexion) erst mal da ist, kommt die Entschlossenheit, im Sinne von bewusster, standhafter Ausdauer, quasi wie von selbst, zum Tragen - unterstützt, u.a., von der Willenskraft (Energie/Tatkraft + Absicht/Wille).


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Leichenbetrachtung im Satipaṭṭhāna-Sutta

    • Anna Panna-Sati
    • 31. Mai 2026 um 14:41
    KarmaHausmeister:

    Die Leichenbetrachtung im Satipaṭṭhāna-Sutta soll nicht schockieren, sondern die Anhaftung an den Körper lösen, Vergänglichkeit ins Bewusstsein rufen und damit eine tiefere Gelassenheit, Ethik und Befreiung fördern.


    Aber, ist diese Art der Meditation noch zeitgemäß?

    Anscheinend ja ;), gewissermaßen....


    Leichenbetrachtung heute:


    LIVE: Buckelwal Timmy Hope vor Dänemarks Küste
    Wir berichten heute live über den Wal, der vor der dänischen Insel Anholt gestrandet ist. #news5 #livestream #hope #timmy #wal #Buckelwal #news #anholt 🔴 U...
    www.youtube.com


    (Störend - und daher lästig - sind nur die Werbeeinlagen und gelegentliche "News"- Reportagen/Live-Berichte)


    Bei den Betrachtern des verwesenden Kadavers handelt es sich, den Kommentaren zufolge, durchaus nicht nur um "Sensationslustige", sondern sehr viele trauern wirklich um das Tier und man darf annehmen, dass sie dabei auch über Tod/Vergänglichkeit im Allgemeinen nachdenken...

  • Der vergleichende Geist: DÜNKEL (mana) und seine Auswirkungen...

    • Anna Panna-Sati
    • 29. Mai 2026 um 19:41

    Der (Überlegenheits-) Dünkel kann einen Menschen auf "Wolke 7" heben, wobei der Absturz meist so sicher kommt, wie "das Amen in der Kirche" -

    das "Pendel" schwingt hin und her....:shrug:


    Konkurrenz ist ein Antreiber - gut für die Leistungsgesellschaft -, aber wo es Gewinner und Verlierer gibt, "riecht" es immer stark nach "Dukkha".

    Es sei denn, man kann sich über Erfolge der Konkurrenten freuen (und sie ihnen gönnen), im Sinne von Mitfreude/Mudita. :)


    Wie wirken sich Lob und Tadel in Bezug auf Dünkel aus?


    Nährt Lob vielleicht Stolz, Überlegenheitsdünkel (besonders im Übermaß)?

    Könnte Tadel (vor allem wiederholter) Gefühle von Minderwertigkeit/Minderwertigkeitsdünkel

    hervorrufen?

    (Weder-noch -> Gleichheitsdünkel?)


    Ein Erwachter ist frei von Identifikation, "Ich-bin-Dünkel" und Vergleich.


    Dazu Auszüge aus einem Sutta, das verdeutlicht, wie mit den "Acht Weltgesetzen" ( = weltliche Bedingungen) umzugehen ist, die Dünkel nähren können...

    (Natürlich wird hier wieder verglichen, nämlich der "unwissende Weltling" mit dem "wissenden edlen Jünger"):

    Zitat

    A.VIII.6 Die acht Weltgesetze II - 6. Dutiya-lokadhamma Sutta

    "Acht Weltgesetze, ihr Mönche, folgen dem Weltlauf, und der Weltlauf folgt diesen Weltgesetzen. Welches sind sie?

    • Gewinn und Verlust,
    • Ehre und Verachtung,
    • Lob und Tadel,
    • Freude und Leid.

    Genau wie den unwissenden Weltling, ihr Mönche, treffen auch den wissenden, edlen Jünger Gewinn und Verlust, Ehre und Verachtung, Lob und Tadel, Freude und Leid.

    Worin besteht nun hierbei die Verschiedenheit, die Besonderheit, worin der Unterschied zwischen dem wissenden, edlen Jünger und dem unwissenden Weltling? ......


    ....."Da wird nun aber, ihr Mönche, einem wissenden, edlen Jünger Gewinn zuteil.

    Er aber überlegt dabei und versteht es der Wirklichkeit gemäß:


    'Entstanden ist mir zwar dieser Gewinn, doch er ist vergänglich, elend, dem Wechsel unterworfen.'

    Und es wird ihm Verlust zuteil, Ehre, Verachtung, Lob, Tadel, Freude und Leid.


    Er aber überlegt dabei und versteht es der Wirklichkeit gemäß: 'Entstanden ist mir zwar... dieses Leid, doch es ist vergänglich, elend, dem Wechsel unterworfen.'

    Und Gewinn und Verlust, Ehre und Verachtung, Lob und Tadel, Freude und Leid halten seinen Geist nicht umsponnen.

    Am Gewinn, der ihm zuteil wird, hängt er nicht, und Verlust verdrießt ihn nicht.

    An der Ehrung, die ihm zuteil wird, hängt er nicht, und Verachtung verdrießt ihn nicht.

    Am Lob, das ihm zuteil wird, hängt er nicht,

    und Tadel verdrießt ihn nicht.

    An der Freude, die ihm zuteil wird, hängt er nicht,

    und Leid verdrießt ihn nicht.


    Sich so von Zuneigung und Abneigung frei machend, wird er erlöst vom Geborenwerden, Altern und Sterben, von Sorge, Jammer, Schmerz, Trübsal und Verzweiflung, wird er erlöst vom Leiden, so sage ich.*


    https://www.palikanon.com/angutt/a08_001-010.html#a_viii5

    Alles anzeigen

    *Und damit auch erlöst vom leidbringenden Dünkel...


    Liebe Grüße :) _()_:heart:

  • Der vergleichende Geist: DÜNKEL (mana) und seine Auswirkungen...

    • Anna Panna-Sati
    • 29. Mai 2026 um 18:53

    Lieber JoJu91 , vielen Dank für deine bereichernden Beiträge - sie sind so lebendig und humorvoll, zaubern mir ganz oft ein Lächeln (oder mehr :erleichtert:) ins Gesicht. _()_:heart:


    So, wie bei deiner Antwort auf diese Frage:

    Zitat

    1. Wie gehe ich mit meiner Dünkelhaftigkeit um?

    JoJu91:

    1. Wie Don Camillo


    Don Camillo hat die besten Absichten für die Schäfchen seiner Pfarrgemeinde und hinterlässt dabei eine Spur von Kollateralschäden, tappt von einem Fettnäpfchen ins nächste ...

    Er hat aber gottseidank einen guten Draht zu Jesus, der ihn vom Kreuz herab liebevoll, manchmal streng, beobachtet, und ihn vor den schlimmsten Fehltritten bewahrt.


    Jesus steht für das Betrachter-Bewusstsein, Don Camillo für das Ich.


    Don Camillos Dharma in diesem Leben ist es, die Rolle des Don Camillo zu spielen, so gut wie möglich, denn dann wird er zum Segen auch für seine Mitmenschen.

    Alles anzeigen

    Was Don Camillo betrifft, habe ich zwangsläufig immer den Schauspieler "Fernandel" vor Augen, der ihn so überzeugend darstellte. :lol:

    (In Sachen Gewaltlosigkeit/Ahimsa bräuchte Don Camillo aber wohl noch ein bisschen Nachhilfe - er lässt halt gerne mal "die Fäuste fliegen"...;))


    Jesus als Symbol für Betrachter-Bewusstsein, kann ich jetzt nicht ganz nachvollziehen, weil ich letzteres als völlig neutral beobachtend und nicht wertend empfinde, während Jesus ja doch, wenn auch sanft, "pädagogisch" belehrend und bewertend - quasi als Don Camillos Gewissen - auf ihn einwirkt...:angel:

    JoJu91:

    Mit dem Stromeintritt fällt der Zweifel an der "Essenz" der Buddha-Lehre ab, weil die "Essenz" unmittelbar erlebt und erkannt wurde, ein "unsterbliches Bewusstsein" jenseits der gewöhnlichen Welt und des gewöhnlichen Ich.


    "Wenn der (kleine) Geist bei nichts verweilt, erscheint der Wahre Geist".


    Der kleine Geist, das Ich mit seinem Dünkel, bleibt erhalten, wenn auch immer öfter in distanzierter Form, vergleichbar einem Film, in dem der kleine Geist, das Ich, nach wie vor seine Rolle spielt, vielleicht sogar spielen muss ...

    Vielen Dank für die aufschlussreiche Erklärung. _()_


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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