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Wie viel muss man gelesen haben?

  • Lernender
  • 9. Juni 2026 um 11:30
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  • Lernender
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    9. Juni 2026
    • 9. Juni 2026 um 11:30
    • #1

    Hallo zusammen,


    ich bin "Einsteiger" in den Buddhismus.


    Genau genommen beschäftige ich mich erst seit Anfang 2026 mit dem Buddhismus. Seit Anfang 2026 besuche ich regelmäßig ein Buddhistisches Zentrum.


    Derzeit habe ich das Gefühl, dass ich immer noch viel zu wenig über Buddhas Lehren weiß.


    Man erhält in Vorträgen von praktizierenden Laien zwar tolle Impulse und Aufschlüsse. Andererseits glaube ich, dass man viel selber lesen und studieren muss, wenn man tieferes Wissen über Buddhas Lehren erlangen möchte.


    Ich habe schon einiges von und über Buddha gelesen. Aber das war bis jetzt nur ein erster Einstieg.


    Im Moment kommt es mir so vor, dass ich erst noch einen ganzen Berg von Büchern gelesen haben muss, darunter auch die buddhistischen Schriften im Original.


    Ein weiterer Gedanke, der mich beschäftigt:


    Es ist so, dass ich durch Religion gewissermaßen vorgeschädigt bin, da ich in christlichen Sekten aufgewachsen bin, aus denen ich mich mühsam befreien musste.


    Es ist für mich eine überraschende Erfahrung, dass ich mich überhaupt nochmal positiv dem Thema Religion öffnen kann.


    Bei aller Faszination für den Buddhismus ist für mich aber eine gesunde Grundskepsis wichtig.


    Skepsis, da eben auch beim Buddhismus das Potenzial für Missbrauch gross ist. Das Thema Sekten, sektierische Gemeinschaften oder Missbrauch muss man auch beim Buddhismus auf dem Schirm haben.


    Um einem Bogen zum Thema "Lesen" zu schlagen: Ich habe mir ein Buch von einem Rinpoche bestellt, das ich demnächst lesen will. Als ich den Autor mal googelte, stellte ich fest, dass gegen diesen Rinpoche Missbrauchsvorwürfe vorliegen.


    Das hat mich nur wieder darin bestätigt, wie wichtig Skepsis auch gegenüber buddhistischen Lehrern ist.


    Ich sehe es auch als Schutz für mich selbst an, wenn ich mich selber möglichst umfassend informiere.


    Ich freue mich auf einen guten Austausch.

  • Qualia
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    • 9. Juni 2026 um 12:49
    • #2

    Wenn ein Meister ein Buch schreibt und veröffentlicht, ist der Inhalt im Buch nicht mehr der Meister, der es geschrieben hat.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Helgo
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    • 9. Juni 2026 um 12:53
    • #3

    Hier ein kleiner Tipp aus meiner eigenen Entwicklung.
    Nach ein paar Jahren Schnuppern in Zen-Texten, Zen-Zentrum, in der Gemeinschaft von Thich Nhat Hanh und einigen Büchern von ihm, aber vor allem im Pali-Kanon, habe ich einmal eine Essenz aus diesen Erfahrungen, v.a. bzgl des Pali-Kanon, gezogen und einen Web-Index mit meinen Lieblings-Sutren aus dem Kanon gebaut - sozusagen als Einstieg für Neugierige. Ich gebe einige Schlüssel-Aspekte und dann den Link auf die Sutra, die ich besonders wertvoll finde.
    Siehe Nanoindex in PK nach persönlichen Vorlieben auf meiner Webseite.

    (Das ist eingebettet in eine übergeordnete Seite mit ein paar zusätzlichen Informationen - aber die kommt mir heute ein bißchen altertümlich daher... ;-))

    Einmal editiert, zuletzt von Helgo (9. Juni 2026 um 13:22) aus folgendem Grund: Klärung einer kleinen Wendung

  • Monikamarie
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    • 9. Juni 2026 um 13:19
    • #4

    Herzlich willkommen Lernender ,

    seit Mitte der 70er Jahre beschäftige ich mit östlicher Philosophie, das erste war "Siddharta" von Hermann Hesse.


    Ich war noch weitere 10 Jahre mit dem christlichen Glauben verbunden.


    Seither habe ich "alles verschlungen", was mich angesprochen hat.


    Seit einigen Jahren muss ich das nicht mehr, aber es war mir immer ein Bedürfnis, die Lehre zu verinnerlichen und zu erfahren.


    Ich würde nie auf die Idee kommen, mich über die Redlichkeit von Lehrern zu informieren. Mich interessiert nur der Weg, die Lehre Buddhas ...


    Durch Skepsis und mangelndes Vertrauen wirst Du nicht frei.

    Aber durch das Einhalten des achtfachen Pfades und prüfen der Lehre, vorallem der 4 Edlen Wahrheiten ist das möglich.


    Buddhismus ist keine Glaubensrichtung, sondern eine Geistesschulung.


    Alles Gute für Dich

    _()_Monika

  • mukti
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    • 9. Juni 2026 um 15:36
    • #5

    Man muss so viel lesen wie für die Praxis nötig ist, würde ich sagen.

    Mit Metta, mukti.


  • Lernender
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    • 9. Juni 2026 um 19:17
    • #6
    Monikamarie:

    Durch Skepsis und mangelndes Vertrauen wirst Du nicht frei.

    Aber durch das Einhalten des achtfachen Pfades und prüfen der Lehre, vorallem der 4 Edlen Wahrheiten ist das möglich.


    Buddhismus ist keine Glaubensrichtung, sondern eine Geistesschulung.


    Alles Gute für Dich

    _()_Monika

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    Zweifelsucht gehört ja zu den fünf niederen Fesseln. Ich habe dies eben im Palikanon nachgelesen (dank Verlinkung von Helgo):


    Von dem, der mit tiefer Einsicht (dassanam) begabt ist,

    werden drei Dinge [42] aufgegeben:

    Der Ich-Glaube, [43] der Zweifel (vicikicchitam) und

    der Hang an äußerlichen Riten (silabbatam).


    Es ist für mich völlig einleuchtend, dass der, der immer nur zweifelt, nie tiefere Erfahrungen machen kann. Das gilt grundsätzlich im Leben. Zum Beispiel: Wenn ich Menschen stets misstrauisch begegne, werde ich nie Freundschaften schließen können. Also ohne Vertrauen keine tiefen Erfahrungen.


    Dass ich als "alter Skeptiker" durch die buddhistische Lehre berührt wurde, ist für mich das Überraschende. Dass ich heute buddhistische Meditation betreibe, hätte ich mir noch vor einem Jahr nicht vorstellen können.


    Dennoch bedeutet Vertrauen in die Lehre ja nicht blindes Vertrauen gegenüber Lehrern. Hier möchte ich unbedingt wachsam bleiben und mir eben durchaus eine gesunde Skepsis bewahren.


    Denn Vertrauen kann von Lehrern auch schwer missbraucht werden, wenn es denen nur um ihre Macht und ihr Ego geht.

  • Lernender
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    • 9. Juni 2026 um 19:38
    • #7
    Qualia:
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    Wenn ein Meister ein Buch schreibt und veröffentlicht, ist der Inhalt im Buch nicht mehr der Meister, der es geschrieben hat.

    Wenn ein Meister ein Buch schreibt und veröffentlicht, ist der Inhalt im Buch nicht mehr der Meister, der es geschrieben hat.

    Für mich kommt es dann noch darauf an, um welchen Themenbereich es in dem Buch geht.


    In dem Fall geht es um Sterben und Tod aus Sicht des tibetischen Buddhismus. Hier kann ich die Vorwürfe gegenüber dem Lehrer ausblenden, zumal mir der Inhalt des Buchs sehr interessant erscheint.


    Etwas anderes wäre es, wenn es in dem Buch zentral um "rechtes Handeln" ginge. Wenn ein solches Buch von einem Lehrer geschrieben wird, gegen den schwere Vorwürfe des Fehlverhaltens vorliegen, kann ich diese nicht einfach ausblenden.


    (Auf einem anderen Blatt steht noch, was an den Vorwürfen alles dran ist. Aber immerhin liegen sie vor.)

  • void
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    • 9. Juni 2026 um 19:52
    • #8

    Von Tenzin Peljor gibt es die gute Seite "buddhistische-sekten.de" wo er mehrere Kriterien für sektenartige Strukturen aufzählt. Seiner Seite stellt er das berühmte Zitat aus dem "Kalama Sutra" voran. Dort sagt Buddha:

    Zitat

    »Geht Kálámer, nicht nach Hörensagen, nicht nach Überlieferungen, nicht nach Tagesmeinungen, nicht nach der Autorität heiliger Schriften, nicht nach bloßen Vernunftgründen und logischen Schlüssen, nicht nach erdachten Theorien und bevorzugten Meinungen, nicht nach dem Eindruck persönlicher Vorzüge, nicht nach der Autorität eines Meisters!

    Wenn ihr aber, Kálámer, selber erkennt: ›Diese Dinge sind unheilsam, sind verwerflich, werden von Verständigen getadelt, und, wenn ausgeführt und unternommen, führen sie zu Unheil und Leiden‹, dann o Kálámer, möget ihr sie aufgeben.« →

    Ein zweites Zitat dass er da anführt ist allerdings von Goethe:

    Zitat

    Betrug und Selbstbetrug

    »Die Lust am Betrug und am Selbstbetrug eint Täter und Opfer. Nicht selten glaubt der Scharlatan selbst, was er sagt; das lernt er im Lauf seiner Karriere – nicht zuletzt, weil seine Kundschaft ihm fanatisch anhängt. Dabei ahnen alle die Gefahr. Doch die Hoffnung auf eine wunderhafte Wendung scheint ihnen immer noch trostreicher als der Trott des gesunden Menschenverstandes. Strenger ausgedrückt: Es ist erbärmlich anzusehen, wie die Menschen nach Wundern schnappen, um nur in ihrem Unsinn und Albernheiten beharren zu dürfen, und um sich gegen die Ohnmacht des Menschenverstandes und der Vernunft wehren zu können.

    Ich finde es da sehr wichtig, wie er da die enge Verkettung von Betrug und Selbstbetrug aufzeigt. Die Verführung geht nicht nur vom "Scharlatan" aus, sondern sie dockt an unsere tiefen Sehnsüchte nach einer "wunderbaren Wendung" von Außen, einem "Schnappen nach Wundern".


    Es ist wichtig sich das einzugestehen. Wo setzt man sich zur Meditation hin und setzt sich der eigenen Unausgeglichenheiten aus und wo hofft man auf eine wunderbare Wendung von Außen.


    Diese Fetischisierung wo etwas zu einem "erlösenden Objekt" wird das ist in der Stelle mit der Sandale im Film "Leben des Brian" gut ausgedrückt.


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    Alles kann zur "Sandale" werden. Gerade romantische Bilder von einem fernen Shambalah - weise Meister in exotischen Roben. Je mehr man sich mit der eigenen Sehnsucht beschäftigt desto besser ist man gegen Leute gewappnet die mit der Sandale wedeln.

  • Lernender
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    • 9. Juni 2026 um 20:38
    • #9
    void:

    Von Tenzin Peljor gibt es die gute Seite "buddhistische-sekten.de" wo er mehrere Kriterien für sektenartige Strukturen aufzählt. ausgedrückt.

    Auf Tenzin Peljor bin ich auch bereits via Youtube gestoßen. Ich finde seine Vorträge zu diesem Thema (wie auch zu anderen buddhistischen Themen) ganz ausgezeichnet.


    Ich meine, wer Buddhismus zusammen mit anderen Buddhisten praktizieren möchte, muss das Thema Sekten einfach auf dem Schirm haben.


    Die Gefahr, in Schlamassel zu geraten, ist einfach zu groß.


    Durch meine Erfahrungen bezüglich sektenartiger Gemeinschaften habe ich, denke ich, ganz gut entwickelte Antennen für sektenartige Vereinnahmung. Beispielsweise, wenn es um das "Love Bombing" geht.


    Dennoch möchte ich natürlich wachsam bleiben.

  • void
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    • 9. Juni 2026 um 20:48
    • #10
    Lernender:

    In dem Fall geht es um Sterben und Tod aus Sicht des tibetischen Buddhismus. Hier kann ich die Vorwürfe gegenüber dem Lehrer ausblenden, zumal mir der Inhalt des Buchs sehr interessant erscheint.

    Das Buch von Sogyal Rinpoche transportiert ja eben nicht eine traditionelle tibetische Sicht sondern ist gerade dadurch so faszinierend ( fesselnd) dass es das aus dem Kontext nimmt und psychologisch auffasst. Dadurch dass es da eine Brücke schlägt wurde es ja zu so einem Bestseller.


    Und wenn dann der Leser den Worten des Rinpoche und seinen Koautoren - hochqualifizierten Leuten die in Oxford und Camebridge studiert haben, traut, wird er abgeholt und landet bei dem nicht unproblematischen Konzept des "Guruyoga" wo der Lehrer als Manifesation der wahre befreite Natur des Geistes, gesehen wurde. Dieser ist eine "Verkörperung bedingungsloser Liebe" und indem man sich ihm in einer "Herzensverbindung" anvertraut führt er einen zur Befreiung.


    Ein noch problematischeres Konzept ist das der "verrückten Weisheit". Auch wenn einen der Guru vielleicht anschreit und die Grenzen verletzt handelt , soll man an seiner eigenen Wahrnehmung nicht trauen, weil es sich dabei nur um "verrückte Weisheit" zum eigenen Wohl handeln kann.


    Die Opfer von Sogyal Rinpoche erlebten ja nicht nur sexuelle Nötigung sondern berichteten von Tritten, Ohrfeigen und Attacken mit Kleiderbügel. Ein Schüler wurde bewusstlos geschlagen. Und für die alle war das ein Ausdruck von "verrückter Weisheit". Schlapp, schlapp, schlapp hat man die Sandale im Gesicht.


    Vielleicht eher ein Buch lesen, das weniger interessant und weniger faszinierend ist. Weniger zur Sandale taugt.

  • Aravind
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    • 12. Juni 2026 um 17:08
    • #11

    Lieber Lernender ,


    viel lesen passt zu mit. Das heißt aber nicht viele Bücher.


    Ich habe eine Auswahl von ungefär zehn Büchern, die lese ich seit fast 20 Jahren in Rotation, immer wieder. Und jedes mal steht was anderes drin!


    Liebe Grüße,

    Aravind.

  • Monikamarie
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    • 12. Juni 2026 um 17:23
    • #12

    Lieber Aravind , so mache ich das auch seit vielen Jahren.

    :):heart:_()_

  • Lernender
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    • 14. Juni 2026 um 15:20
    • #13
    void:
    Lernender:

    In dem Fall geht es um Sterben und Tod aus Sicht des tibetischen Buddhismus. Hier kann ich die Vorwürfe gegenüber dem Lehrer ausblenden, zumal mir der Inhalt des Buchs sehr interessant erscheint.

    Das Buch von Sogyal Rinpoche transportiert ja eben nicht eine traditionelle tibetische Sicht sondern ist gerade dadurch so faszinierend ( fesselnd) dass es das aus dem Kontext nimmt und psychologisch auffasst. Dadurch dass es da eine Brücke schlägt wurde es ja zu so einem Bestseller.

    Ich habe das Buch angefangen zu lesen und bin richtig ergriffen von der tiefgründigen Weisheit, die darin enthalten ist.

    void:

    Und wenn dann der Leser den Worten des Rinpoche und seinen Koautoren - hochqualifizierten Leuten die in Oxford und Camebridge studiert haben, traut, wird er abgeholt und landet bei dem nicht unproblematischen Konzept des "Guruyoga" wo der Lehrer als Manifesation der wahre befreite Natur des Geistes, gesehen wurde. Dieser ist eine "Verkörperung bedingungsloser Liebe" und indem man sich ihm in einer "Herzensverbindung" anvertraut führt er einen zur Befreiung.


    Ein noch problematischeres Konzept ist das der "verrückten Weisheit". Auch wenn einen der Guru vielleicht anschreit und die Grenzen verletzt handelt , soll man an seiner eigenen Wahrnehmung nicht trauen, weil es sich dabei nur um "verrückte Weisheit" zum eigenen Wohl handeln kann.


    Die Opfer von Sogyal Rinpoche erlebten ja nicht nur sexuelle Nötigung sondern berichteten von Tritten, Ohrfeigen und Attacken mit Kleiderbügel. Ein Schüler wurde bewusstlos geschlagen. Und für die alle war das ein Ausdruck von "verrückter Weisheit". Schlapp, schlapp, schlapp hat man die Sandale im Gesicht.


    Vielleicht eher ein Buch lesen, das weniger interessant und weniger faszinierend ist. Weniger zur Sandale taugt.

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    In dem Buch wird im Vorwort und im Anhang immerhin darauf hingewiesen, dass es die Vorwürfe gegen den Autor gibt.


    Es ist aber für mich schwer, das zusammenbringen - die im Buch enthaltenene Weisheit und die handfesten Vorwürfe gegenüber den Autor. :?

  • Qualia
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    • 14. Juni 2026 um 16:05
    • #14

    Lernender Das Buch hat nichts mit dem Autor zu tun, außer dass er es geschrieben hat. Buch und Person sind schon etliche Jahre getrennt. Der Hinweis ist von anderen eingefügt worden, es gibt nichts zusammenzubringen. Wertvolle Bücher habe ich hier gefunden, gerade weil sie oder die Autoren von „Profis“ verrissen wurden. Das ist übrigens eines davon.

    Wie reagiert wohl jemand, der jemanden nach Jahren trifft? „Bist du damals schon so einer gewesen oder bist du so geworden?“

    Alles, was man später über den Autor weiß, hat nichts mit dem, was er geschrieben hat, zu tun. Hetze oder Fakten aus einer anderen Zeit.


    Du musst nichts zusammenbringen, sondern sorgfältig getrennt halten.


    Wenn ich das nicht eingehalten hätte, wäre ich bestimmt nicht auf 4000 Bücher gekommen, mein Instinkt hat mich selten getäuscht.

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    2 Mal editiert, zuletzt von Qualia (14. Juni 2026 um 16:13)

  • pano
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    • 15. Juni 2026 um 00:25
    • #15

    Zur ausgangsfrage: der Buddha war vermutlich des Lesens nicht mächtig. Dieser Gedanke wirft mich jedesmal fasst aus der Bahn

  • Aravind
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    • 15. Juni 2026 um 07:47
    • #16
    pano:

    Zur ausgangsfrage: der Buddha war vermutlich des Lesens nicht mächtig. Dieser Gedanke wirft mich jedesmal fasst aus der Bahn

    Nu, das trifft bestimmt auf 95 % aller Menschen zu, die jemals geboren wurden. Eventuell sogar mehr. Ist nichts ungewöhnliches.

  • Qualia
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    • 15. Juni 2026 um 08:53
    • #17
    pano:

    Zur ausgangsfrage: der Buddha war vermutlich des Lesens nicht mächtig. Dieser Gedanke wirft mich jedesmal fasst aus der Bahn

    Aravind:
    pano:

    Zur ausgangsfrage: der Buddha war vermutlich des Lesens nicht mächtig. Dieser Gedanke wirft mich jedesmal fasst aus der Bahn

    Nu, das trifft bestimmt auf 95 % aller Menschen zu, die jemals geboren wurden. Eventuell sogar mehr. Ist nichts ungewöhnliches.

    Zur Zeit des Buddha gab es kein Schriftpali, selbst Sanskrit hatte keine Schriftform. Buddha konnte also zu 100 % nicht lesen, weil es nichts zu lesen gab. Die gebildeten Menschen hatten eine hervorragende Fähigkeit zu rezitieren und auswendig zu lernen. Sie konnten auf diese Weise Reden und ganze heutige Bücher verbreiten. Heutige Menschen haben diese Fähigkeit nicht mehr und können es sich nicht vorstellen. Meine Mutter und Großmutter Generation konnten tatsächlich noch „Die Glocke“ aufsagen, ich hatte nicht einmal die Geduld, das ganz zu lesen. Ich bin mir sogar sicher das viele erst mal nach „Die Glocke“ googeln müssen, um zu verstehen, wovon ich rede, was aber auch nicht viel hilft, wenn man nicht „Gedicht“ hinzufügt.

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  • Free
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    • 18. Juni 2026 um 10:11
    • #18
    Qualia:

    Die gebildeten Menschen hatten eine hervorragende Fähigkeit zu rezitieren und auswendig zu lernen.

    Das könnte man nach heutiger Zeit so schlussfolgern, doch fraglich ist, ob das auch so angemessen ist. Mich erinnert das an unsere heutigen Archäologen, die etwas aus alter Zeit stammend finden und dann versuchen, gewisse Rückschlüsse zu ziehen, wobei sie nach Maßstäben modernen Denkens vorgehen und wenn man genauer betrachtet, was da rückgeschlossen wird, so ist das doch recht mager, um wirklich herauszufinden, wie Menschen vor Jahrhunderten empfunden und gedacht haben. Wie sehr bejubeln sie in TV-Sendungen, wenn sie in einer Pyramide eine neue Grabkammer entdeckt haben. Doch taugt der Jubel nicht, um zu wissen, warum aus spirituellen Gründen diese Kammer entstand und warum man überhaupt diese riesigen Pyramiden in dieser Form baute. Vielleicht soll der Jubel ansteckend wirken, um so das spirituelle Nichtwissen zu verbergen?


    Das wirft noch eine weitere Seite auf, denn früher gab es Propheten - ob es heute noch welche gibt? Ein Prophet war früher jemand, der in traumartiger Weise hellsichtig Botschaften Gottes empfing und den Auftrag hatte, sie zu verkünden.

    Ob es heute Propheten gibt jedoch in moderner Art, die gemäß heutiger Zeit nicht traumartig, sondern völlig klar im Bewusstsein pädagogisch vorgehen und die Freiheit des eigenen Denkens und Erkennens berücksichtigen?

  • Qualia
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    • 18. Juni 2026 um 13:19
    • #19

    Ich richte mich nach gesicherten Belegen, doch immer im Bewusstsein, dass Belege Meinungen sind, die keiner durch eigenes Erleben nachprüfen kann.


    Eine Meinung ohne Realität, kann man ohne Beweise infrage stellen.

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  • Matthie
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    • 18. Juni 2026 um 14:21
    • #20

    Ich finde es schon sinnvoll die Vergangenheit aus heutiger Sicht zu beurteilen und zu deuten. Da darf man in 100 Jahren ja gerne zu anderen Schlussfolgerungen kommen.

    Free:

    Das wirft noch eine weitere Seite auf, denn früher gab es Propheten - ob es heute noch welche gibt?

    Ein Prophet ist jemand der Botschaften Gottes oder Visionen für die Zukunft verbreitet . Oder ?


    Brauchen wir den heute noch Propheten ?

    In diesem Sinne finde Ich nicht.


    Visionäre die mögliche

    Zukunftsperspektiven und Möglichkeiten eröffnen, oder naturwissenschaftliche Prognosen nach denen man sich richten kann, sind aber doch immer hilfreich.

  • Samadhi1876
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    • 18. Juni 2026 um 15:06
    • #21
    Qualia:

    Zur Zeit des Buddha gab es kein Schriftpali, selbst Sanskrit hatte keine Schriftform.

    Ich habe noch mal im Inet geschaut. Vielleicht gab es zu seiner Zeit aber Symbolische Schriftzeichen, ähnlich wie die japanischen Schriftzeichen, kontextabhängig, also noch keine einzelne Buchstaben die erst zusammengesetzt Wörter ergeben.


    Indusschrift – Wikipedia
    de.wikipedia.org


    und man hat vielleicht mehr „bildlich“ versucht etwas festzuhalten. Oder gar ein ganz eigenes internes Schrift System dafür entwickelt. Das man noch keine Beweise gefunden hat, bedeutet ja nicht das das völlig auszuschließen gewesen wäre.


    An anderer Stelle habe ich gefunden das spezielle Mönche geschult wurden das mündlich festzuhalten. Vielleicht Wissen verteilt auf mehrere Mönche. Junge Mönche oder gar Kinder, die ja noch relativ schnell gut auswendig lernen können.


    „Wer weiß es“


    „Oder was der Buddha wirklich erzählt hat“.


    Letztendlich ist das was man heute in den mittleren Schriften lesen kann was davon geblieben ist.


    Und jeder kann auch selbst den Wahrheitsgehalt dieser Schriften denke ich selbst im Alltag überprüfen.

  • Samadhi1876
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    • 18. Juni 2026 um 17:23
    • #22

    Angeblich hatte Ananda auch ein „Supergedächtnis“:


    Ānanda - Wikipedia
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  • Samadhi1876
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    Buddh. Richtung
    • 19. Juni 2026 um 11:00
    • #23
    Samadhi1876:

    Angeblich hatte Ananda auch ein „Supergedächtnis“:

    Und danach Gab es wohl die Bhanaka und danach die ersten Schriften:

    Bhāṇaka - Wikipedia


    Zb auch über StoryTelling, Chants


    Übersicht mit KI:


    The Majjhima Nikāya (Collection of Middle-length Discourses) was not written by a single author. Instead, it is an oral compilation of teachings, dialogues, and stories attributed to the historical Buddha (Gautama Buddha) and his chief disciples. [1, 2, 3]

    The collection was created in the following way:

    • The Speakers: The discourses were spoken directly by the Buddha and senior disciples like Sāriputta, Mahā Moggallāna, and Ānanda. [1, 2, 3]
    • Preservation: After the Buddha’s death, the teachings were chanted and memorized by specialized groups of monks called bhāṇakas (reciters). [1, 2]
    • Writing It Down: The discourses were preserved purely through oral tradition for centuries until they were first written down on palm leaves in Sri Lanka in the 1st century BCE. [1, 2, 3]
    • Language: The original text is in Pāli, an ancient Indian language, and is a core part of the Sutta Piṭakain the Theravada Tipitaka (Pali Canon). [1, 2, 3]


    Einmal editiert, zuletzt von Samadhi1876 (19. Juni 2026 um 11:09)

  • JoJu91
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    • 20. Juni 2026 um 08:33
    • #24
    Lernender:

    Es ist aber für mich schwer, das zusammenbringen - die im Buch enthaltenene Weisheit und die handfesten Vorwürfe gegenüber den Autor.

    Das ist für mich wie bei Osho oder Nietzsche.

    Manche Texte sind brilliant und voller tiefgründiger Weisheit, andere Texte das Gegenteil, wahrscheinlich abhängig davon, aus welchem Geisteszustand der Text verfasst wurde.


    Ich habe Sogyal Rinpoche einmal live erlebt, bei einem Vortrag in München Mitte der 1990er-Jahre.

    Er war so ziemlich das Gegenteil von dem, was ich mir unter einem tibetischen Meditationsmeister vorgestellt habe. Er hatte ein hohes Sprechtempo, und subjektiv hatte ich das Gefühl, ich bin hier nicht in einem Dhamma-Vortrag, sondern auf einer Büttenrede im Kölner Karneval. :)


    Beim "Tibetischen Buch vom Leben und Sterben" ist die Frage, wieweit er das wirklich alles selber geschrieben hat, auch bei Sachbüchern werden grosse Teile nicht von dem publikums- und geldwirksamen Autor auf dem Cover geschrieben, sondern von fachkundigeren Assistenten.


    Ich fand das Buch Anfang der 1990er faszinierend und unheimlich zugleich.

    Faszinierend die Beschreibungen von Sem, dem "Affengeist", Rigpa, "der Sicht", der "Natur des Geistes", ein etwas umständlicher und verwirrender Begriff für das "ursprüngliche Bewusstsein" des Zen.

    Aus dem ersten Teil habe ich meine Meditationsmethode "Betrachtung der wachen Lücke zwischen zwei Gedanken" geklaut.


    Guru-Yoga, Visualisationen, das wusste ich, das ist nichts für mich.

    Ich habe die "Gedankenlücke"-Methode in einer Zen-Gruppe und auf zwei Retreats bei Ayya Khema geübt, sie ist ja sehr ähnlich dem Shikantaza im Soto-Zen.


    Wenn das Buch von ihm ist, kann ich über ihn zumindest das gleiche Urteil fällen, das eine ehemalige Nachbarin über ihren geschiedenen Ex-Ehemann gefällt hat: "Er hat in seinem sündhaften Leben eine einzige gute Tat vollbracht, seinem Sohn seine künftige Ehefrau vermittelt ..."


    :om:

  • Sayitingerman
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    • 20. Juni 2026 um 09:43
    • #25

    Hakuin sagte, wenn man wirklich auf dem Weg ist, hört man niemals auf zu lesen.

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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