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  1. Buddhaland Forum
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Beiträge von Matthie

  • Der Glaube an den Glauben und die Angst vor der Angst

    • Matthie
    • 28. Mai 2026 um 10:29

    Liebe Forumsmitglieder:

    Ich habe lange überlegt ob ich dieses Thema hier starten soll oder ob es fehl am Platz ist und eher in die psychologische Ecke gehört.Da mir aber doch mehrere Antworten in diesem Forum halfen meine Gedanken zu sortieren probiere ich es.


    Ich habe lange mit meiner letzten Lebensgefährtin über das Thema Homöopathie diskutiert. Da wir beide den Ergebnissen von empirischer Forschung Vertrauen kamen wir zu dem Schluss das die Wirkung der Homöopathie in erster Linie auf dem Placebo Effekt zurückzuführen ist. Tatsächlich hat die Innere Einstellung bzw. der Glaube an eine Methode einen großen Effekt und kann tatsächlich heilen.

    Die Homöopathie also aus wissenschaftlicher Seite zu verbieten würde bedeuten vielen Menschen echte Heilung zu verwehren. Gleichzeitig liegt aber auch die Gefahr darin, auf Homöopathie zu Vertauen wenn nur noch klassische Schulmedizin zur Heilung beitragen kann.

    Homöopathie wirkt auch bei Tieren. Das führt jetzt aber zu weit und ich verlinke eine Seite für mehr Informationen .

    Darum gibt es den Placebo-Effekt bei Tieren
    Können Tiere an Heilung glauben? Wahrscheinlich nicht. Trotzdem wirken Placebos auch bei ihnen.
    www.quarks.de


    Der Glaube an den Glauben ist für mich real und ein interessantes Feedback.

    Ich laß hier das manche hier den Begriff Glaube nicht sonderlich mögen.

    Es geht mir hier um ein Urvertrauen, das ich zumindest in teilen mit Glauben gleichsetze.


    Die Angst vor der Angst ist da deutlich schwieriger in den Griff zu bekommen.

    Ein persönliches Beispiel.


    Vor 10 Jahren führ ich mit meinem Kombi Stadtauswärts auf einer Verbindungsstraße mit viel Verkehr.

    Ein 18 jähriger Fahranfänger hatte mich übersehen da er nur den Gegenverkehr im Blick hatte . Er kam von einer kleinen Seitenstraße rammte mich in die Seite und kickte mich direkt auf die Gegenfahrbahn.

    Es ist nichts passiert…dachte ich zumindest… naja ich lernte den Begriff wirtschaftlicher Totalschaden kennen. Laut Gutachter ein Schaden von 11500 Euro bei einem Restwert von 3500 Euro….

    Bis dahin war ich leidenschaftlicher Autofahrer.

    Das änderte sich. Die Tatsache, das auch wenn ich selbst mich Vorsichtig, Achtsam und Vorrauschauend verhalte, ich trotzdem in einem tödlichen Unfall verwickelt werden kann löste eine Angst in mir aus.

    Bei längeren Fahrten ( bereits ab 10km…) und bei höheren Geschwindigkeiten bekam ich Angst das mir der Kreislauf wegkippt und ich bewusstlos werde….

    Ich musste oft anhalten und durchschnaufen.

    Gott sei Dank hatte ich schon gelernt innere Bewegungen zu beobachten und merkte, das die Angst langsam schwächer wurde. Das gab mir das Vertrauen das Sie immer kleiner wird und ich es nur weiter beobachten muss.

    Doch dann entwickelte ich eine Angst vor der Angst.

    Dieses Feedback war unmöglich für mich zu kontrollieren.


    Es gibt viele Untersuchungen das die Angst vor Krebs das Krebsrisiko erhöht.

    Eine wichtige Erkenntnis finde ich.

    Aber … Denken Sie jetzt nicht an den rosa Elefanten mit blauen Punkten 🤣.


    Vielleicht kennen ja mehrere dieses Feedback und haben da bessere Antworten gefunden wie ich.

  • Diamantweg

    • Matthie
    • 26. Mai 2026 um 20:00

    Ich weiß nicht ob ich mich an alles richtig erinnere…..


    ist Siddharta ( also bei Hermann Hesse ) nicht inspiriert worden von einem Gespräch das er mitbekommen hatte zwischen einem Sitar-Lehrer und seinem Schüler ?


    In meinen Worten :

    „ Wenn Du die Saiten zu fest spannst dann reißen Sie. Spannst Du Sie zu schwach, kannst Du nicht auf Ihnen Spielen.“


    Wahrscheinlich eher eine Phantasiegeschichte, aber ich finde das als Inspiration für den Mittelweg ein schönes Bild.

  • Diamantweg

    • Matthie
    • 24. Mai 2026 um 02:11

    Jemand mit einer akuten Psychose kommt in die Psychatrie und bekommt Medikamente.

    Die Medikamente unterdrücken erstmal die Symptome. Das ist oft notwendig. Auskuriert wird aber so selten jemand.

    Psychisch kranke Menschen haben diese großen Wellen im Kopf. Das Bild von Void ist sehr treffend.

    Alleine lossegeln ist gefährlich.

    Selbst ein paar Tage Abgeschiedenheit kann eine Psychose bei solchen Menschen auslösen.

    Schweigeretreats sind ebenso schwierig weil diese Menschen eine Realitätscheck von außen brauchen als Anker.

    Intensive Meditationseinheiten sind auch gefährlich.


    Ich kann da aber etwas anderes empfehlen.

    Es gibt viele Psychotherapeuten/Psychologen die sich mit Meditieren gut auskennen oder Erfahrungen mit Achtsamkeitsübungen haben.

    So ein Psychotherapeut kann einschätzen in welche Gewässer sich ein psychisch kranker begeben kann und mit ihm kleine Schritte erarbeiten.

    Ein Bekannte von mir machte eine Therapie bei einem

    Psychologen mit langer Zen Erfahrung.


    Retreatleiter/Zen Meister sind nicht geschult psychotische Menschen zu begleiten.


    Gleichzeitig glaube ich aber auch das besonders Menschen mit hohem Leidensdruck sich auf Sinnsuche begeben.

    Eine Gemeinschaft ist da doch immer hilfreich.

  • Diamantweg

    • Matthie
    • 22. Mai 2026 um 11:52

    Schöne Geschichte und was für ein Glück für den Ziegenbock 😃. Danke fürs teilen Iris 🙏

  • Diamantweg

    • Matthie
    • 22. Mai 2026 um 08:14

    In meiner Zeit des Zivildienstes machte ich ISB ( Individuelle Schwerstbehindertenbetreuung )

    Von diesem Menschen den ich betreute lernte ich sehr viel ( z.B. das kochen 😉).

    Über seinem Schreibtisch hing der Spruch :


    „Wer sich nicht wehrt lebt verkehrt“


    Mir ist es wichtig diesen Spruch in diesem Kontext zu sehen.

    Mitgefühl ist etwas sehr schönes und überwältigendes fürs Herz.

    Allerdings darf sie nicht zu Passivität aus Bequemlichkeit und Angst führen um beim Bild von Joju zu bleiben….

  • Wie ich den sB (derzeit) verstehe

    • Matthie
    • 19. Mai 2026 um 11:46

    Ochse

    ich habe mir den Wikipedia Eintrag durchgelesen ( kann man auf Deutsch wechseln 😉) werde aber trotzdem nicht schlau aus Deiner Kritik.

    Kyozawa Manshi scheint ein Reformer gewesen zu sein. Allerdings wurden diese von den Tempel Oberen abgelehnt.

    Tappe also weiter im Dunkeln.

    Kannst Du das etwas konkretisieren bitte ?

  • Tibetischer Buddhismus „Selbststudium“ Hilfe

    • Matthie
    • 19. Mai 2026 um 06:59

    Danke für die Darstellung Amdap.

    Ich finde den Zusammenhang von Yoga und Buddhismus sehr interessant.

    Ich dachte eigentlich das es nur aus dem Hinduismus stammt, da in dem meisten Yogazentren ja eher hinduistische Gottheiten zu finden sind .

    Aber Buddha bediente sich ja auch yogischer Praktiken.

    Hier lerne ich gerade, das Yoga durchaus auch seine Wurzeln in Teilen des Buddhismus hat.

    Macht für mich Sinn.

    🙏

  • Wie ich den sB (derzeit) verstehe

    • Matthie
    • 18. Mai 2026 um 08:36

    Was ich am säkularem Buddhismus noch nicht verstehe ist die Praxis.

    Kann ich säkularer Buddhist in jeder Schule sein oder ist es eine unabhängige Linie.

    In der Zen Tradition kann ich mir das ganz gut vorstellen. Im Theravada soweit ich es verstanden habe auch.

    Die Praxis des tibetischen Buddhismus würde da aber ne Menge Gehirnjogging erfordern.


    Anders gefragt:

    Suche ich mir als säkularer Buddhist eine Tradition ( und eine Sangha ) aus der ich Folge in der Praxis mit meinem Welbild?
    Oder bin ich eher Systemsprenger und entwickle eine eigene Tradition?

  • Buddhistische und westliche Philosophie im Vergleich

    • Matthie
    • 15. Mai 2026 um 17:50

    Danke für diese Thema 🙏

    Hab mir die Erwiderung durchgelesen und irgendwie passt das gerade perfekt zu den laufenden Diskussionen hier.

    Sehr inspirierend 👍

    Mir gefällt besonders die Haltung von Descartes .


    Zitat:

    „Anders als einige heutige Buddhisten(innen) hatte er keine Probleme mit einer Koexistenz von Religion und Wissenschaft und sah auch keine Notwendigkeit, die Korrektheit einer wissenschaftlichen Aussage von der Übereinstimmung mit religiösen Glaubenslehren abhängig zu machen“


    Das sehe ich genauso 👍

  • Metaphysik

    • Matthie
    • 15. Mai 2026 um 10:56
    JoJu91:

    Aber eine Welle ist auch immateriell.

    Ein sich ausbreitendes Muster, in einem Medium wie bei Schallwellen oder im "Vakuum" wie bei Licht ?

    Ich befürchte das führt hier etwas zu weit.

    Kann man gut nachlesen auf Wikipedia.

    „Welle Teilchen Dualismus“


    Die Quantenmechanik ist eine Theorie die eben Teilchen und Wellen nicht mehr ganz voneinander trennt.

    Auch eine materielles Teilchen kann als Welle dargestellt werden.

    Sehr abstrakt, aber über die Quanten liesen sich Schwächen der alten Theorien ausmerzen und Versuche bestätigten diesen Dualismus.

  • Metaphysik

    • Matthie
    • 15. Mai 2026 um 10:28
    JoJu91:

    Interessant ist hier das Phänomen Licht.


    Soweit mir bekannt, ist Licht vollkommen immateriell, aber trotzdem wird kaum ein Physiker (*) es "metaphysisch" nennen.

    Da hat die Physik bereits eine Lösung.

    Den Welle Teilchen Dualismus aus der Quantenmechanik.


    Zitat Wikipedia:

    Der Welle-Teilchen-Dualismus ist eine Erkenntnis der Quantenphysik, wonach den Objekten der Quantenphysik gleichermaßen die Eigenschaften von klassischen Wellen wie die von klassischen Teilchen zugeschrieben werden müssen. (…..)

    (…..)Die Frage, ob Elektronen oder Lichtquanten Teilchen oder Wellen seien, lässt sich nicht beantworten. Sie sind vielmehr Quantenobjekte, die je nach der Art der Messung, die man an ihnen durchführt, unterschiedliche Eigenschaften in Erscheinung treten lassen.

  • Nächstenliebe im Buddhismus

    • Matthie
    • 10. Mai 2026 um 20:38

    Vielen lieben Dank für Eure Antworten.

    Das hat mir jetzt wirklich geholfen.

    Und auch die Kontemplation von Ayya Khema fand ich sehr bewegend.


    Zitat :

    Wenn nicht ich, wer dann.

    Wenn nicht jetzt, wann dann.


    Ich lasse das jetzt erstmal auf mich wirken .

    🙏🙏🙏

  • Nächstenliebe im Buddhismus

    • Matthie
    • 10. Mai 2026 um 11:53

    Liebe Forumsmitglieder,


    Ich Frage mich gerade wie die buddhistischen Strömungen Nächstenliebe betrachten bzw.leben.

    Natürlich ein Begriff aus dem Christentum, der mir aber sehr gut gefällt und mir das Synonym im Buddhistentum fehlt. Mitgefühl trifft es nicht ganz finde ich.


    Wenn man sich die Frage nach seiner Aufgabe in diesem Leben stellt, kommt zumindest bei mir auch ein sozialer Gedanke mit durch.

    Etwas bewegen, verändern wollen oder einfach nur helfen.


    Bei einem Zen-Sesshin oder anderen Retreat geht es ja in erster Linie um einen Selbst.

    Der Zusammenhang das ich erst einmal selbst heilen muss um heilsam wirken zu können liegt da aber auf der Hand.


    Bei aller Kritik an der Kirche sehe ich aber das soziale Engagement als sehr positiv dieser Institution an. Sei es in Krankenhäusern, Sozialeinrichtungen oder Obdachlosenhilfe… Dieses Argument ist mir allerdings schon öfters um die Ohren geflogen 😂. Aber das ist gerade nicht mein Thema.


    Ich Frage mich wie buddhistische Institutionen Nächstenliebe Leben und natürlich auch wie es die praktizierenden Buddhisten für sich betrachten?

  • Ich bin der Baum, den ich wahrnehme?

    • Matthie
    • 6. Mai 2026 um 15:11

    Ich gebe Qualia recht.

    Gerade am Anfang sind diese schwierigen metaphysischen Bilder eher ein Hinderniss und füttern wenn überhaupt den Intellekt.


    Zen ist eigentlich sehr simpel und eine Schule für den Alltäglichen Geist.

    Wenn ich esse - esse ich.

    Wenn ich gehe - gehe ich .

    Wenn ich schlafe- schlafe ich.


    Also vielleicht fängt man erstmal mit sich selbst und der Einheit von Geist und Körper an bevor man eins mit dem ganzen Universum (oder einem Baum) sein will . 😉


    Für mich ist Meditation tatsächlich das Mittel um das Hier und Jetzt zu üben und um zum einfachen Sein zu kommen.


    Aber bestimmt nicht die einzige Methode und bin da auch selbst neugierig geworden welche Wege es da noch so gibt.

  • Meditation der Grundpfeiler der buddhistischen Praxis ?

    • Matthie
    • 3. Mai 2026 um 05:53
    Aravind:

    Da möchte ich Zweifel anmelden. Wenn auch als religions-theroretischer Laie: Die meisten Religionen überleben über Jahrhunderte, *weil* sie hohe Anforderungen an ihre Gläubigen stellen. Das sichert die eigene Einzigartigkeit und verhindert zu viele Verluste durch Abtrünnige wegen der sonst versunkenen Kosten.

    Da sprichst Du eine guten und wahrscheinlich wahren Punkt an.

    Habe kurz überlegt:

    Die Reformation von Martin Luther hat ja zu einer Spaltung in der Kirche geführt und nicht zur Erneuerung.

    Hm vielleicht ist es tatsächlich nicht so leicht möglich innerhalb eines Systems große Veränderungen/Erneuerungen zu entwickeln und Erneuerung in einer neuen Richtung/Strömung ein möglicher Ausweg.

  • Meditation der Grundpfeiler der buddhistischen Praxis ?

    • Matthie
    • 2. Mai 2026 um 08:18

    Buddhismus „light“ .


    Was für eine starke Wirkung ein einziges Wort haben kann.

    Ich kann das weder beurteilen. Versuche mir ja grad erst ein Bild zu machen über die verschiedenen Buddhistischen Strömungen.

    Noch möchte ich es bewerten.

    Die Notwendigkeit etwas zu entwickeln modernisieren und an die heutige Zeit anzupassen sehe ich aber nicht als „nice to have“ sondern als Notwendigkeit.

    Wenn die katholische Kirche nicht so verkrustet wäre, hätte Sie durchaus mehr Zukunftspotential.

    Dinge wie Zölibat, Entmachtungen von Laienbewegungen, streng autoritäre Strukturen sind veraltet und es gibt nicht ohne Grund den synodalen Weg.


    Das man die Bibel teilweise umschreiben/uminterpretieren muss für die heutige Zeit empfinde ich als logisch.

    Die Lehre Buddhas hat in Ihren Kernaussagen bis heute Ihre Gültigkeit.

    Während ich das schreibe, denke ich bereits ob ich das zu verklärt sehe?

    Der säkulare Buddhismus hat definitiv seine Berechtigung und ich finde Ihn ebenso spannend und eine logische Entwicklung, wie die traditionellen Richtungen.

  • "Die Himalaya Rasse stinkt" Nydahl und Sebastian Lipp

    • Matthie
    • 1. Mai 2026 um 08:26
    Qualia:

    Persönliche Freiheit kann sogar gelebt werden, ohne dass man groß aneckt. Man trifft für sich Entscheidungen und findet passende Ausreden für die Umwelt.

    Puh da fühle ich mich gerade etwas erwischt 😂.

    Ich habe das in letzter Zeit tatsächlich ein bisschen so praktiziert.

    Einerseits um meine Grenzen zu wahren andererseits um anstrengenden Disskussionen ausdem Weg zu gehen.

    So habe ich mir mit geringem Wiederstand meine Freiheit genommen.

    Ob das der Weisheit Letzter Schluss ist ?

    Wohl eher nicht 😂

  • Meditation der Grundpfeiler der buddhistischen Praxis ?

    • Matthie
    • 30. April 2026 um 11:46

    Der Faden westliches und östliches Denken ist absolutes schwarz - weiß denken und damit sehr Verallgemeinernd.

    Bietet damit unendlich Angriffsfläche.

    Ich mache das aber um bestimmte Unterschiede plakativ zu machen.

    Vielleicht ( eher sicher ) ist eine differenziertere Beschreibung besser.

    Hatte ich aber auch so ausgedrückt!


    Auch bei dem Beispiel des vietnamesischen Tempels und des Zenmeditationszentrum ist das ein schwarz-weiß Bild.

    Ich finde es sehr treffend und beschreibt gut mein Missverständnis.


    Ich habe beide Fäden angelegt um etwas zu lernen und nicht um zu belehren.

    Vondem her freue ich mich über Gegenrede und differenzierte Betrachtungen 😉

  • Meditation der Grundpfeiler der buddhistischen Praxis ?

    • Matthie
    • 30. April 2026 um 06:59

    Ich habe noch etwas weiter nachgeforscht und fogendes gefunden. Das beantwortet meine Frage wirklich gut :




    Die Rolle der Migration: Wie der Buddhismus in den Westen kam

    Die Etablierung des Buddhismus in westlichen Gesellschaften wie Europa, den USA und Australien ist das Ergebnis zweier weitgehend getrennter, aber paralleler Migrationsströme, die zu unterschiedlichen Formen buddhistischer Praxis geführt haben.

    1. „Immigrant Buddhism“ (Einwanderer-Buddhismus): Dieser Strom begann bereits Mitte des 19. Jahrhunderts mit der Ankunft chinesischer Arbeiter während des kalifornischen Goldrauschs, die ihre religiösen Traditionen mitbrachten und erste Tempel gründeten. Nach der Lockerung der Einwanderungsgesetze in den USA 1965 und durch Fluchtbewegungen (z. B. aus Vietnam) kamen verstärkt Buddhisten aus Südost- und Ostasien in den Westen. Diese Gemeinschaften gründen Tempel, die nicht nur religiöse, sondern auch wichtige soziale und kulturelle Zentren sind.
    2. „Convert Buddhism“ (Konvertiten-Buddhismus): Dieser zweite Strom besteht aus im Westen geborenen Menschen, die sich aus einem philosophischen, spirituellen oder psychologischen Interesse heraus dem Buddhismus zuwenden. Diese Entwicklung gewann durch die Gegenkultur der 1960er-Jahre, die wachsende Popularität von Zen und tibetischem Buddhismus sowie die zunehmende Präsenz charismatischer asiatischer Lehrer im Westen an Fahrt. Westliche Konvertiten legen typischerweise den Schwerpunkt auf Meditation, das Studium philosophischer Texte und die psychologischen Aspekte der Lehre, während traditionelle Rituale und kosmologische Vorstellungen oft eine untergeordnete Rolle spielen.

    Diese doppelte Entwicklung hat zu einer Situation geführt, die oft als die „zwei Buddhismen“ im Westen beschrieben wird.

    In einer einzigen westlichen Metropole können ein traditioneller vietnamesischer Tempel, der primär der vietnamesischen Gemeinschaft dient, und ein von westlichen Konvertiten geprägtes Zen-Meditationszentrum mit kaum Berührungspunkten nebeneinander existieren.

    Die Bedürfnisse und Ausdrucksformen beider Gruppen sind fundamental verschieden: Die einen suchen die Bewahrung von Kultur und Tradition in der Diaspora, die anderen eine spirituelle Alternative zu den vorherrschenden westlichen Weltanschauungen.

    Diese interne kulturelle und praktische Kluft stellt eine der größten Herausforderungen für die Entwicklung einer kohärenten „westlichen buddhistischen Identität“ dar.



    schatztruhe-palikon.net

  • Rechte Rede

    • Matthie
    • 25. April 2026 um 15:30

    Als ich diesen Thread durchgelesen habe, kam mir der Gedanke:

    Rechte Rede und GFK

    ( Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg)
    passen doch perfekt zusammen.

    Und tatsächlich habe ich das gefunden :

    Auch in der Gewaltfreien Kommunikation spielt die Achtsamkeit eine große Rolle. M. Rosenberg soll einmal gesagt haben, dass er – neben der Gewaltfreiheit von Gandhi und der klientenzentrierten Gesprächstherapie nach Carl Rogers – sehr viel von Thich Nhat Hanh übernommen hätte.

    Nachdem ich mich während der Recherche zu diesem Text auch noch mal eingehender mit M. Rosenberg und Thich Nhat Hanh beschäftigt habe, bin ich auf ein paar Gemeinsamkeiten zwischen den beiden gestoßen:

    • Thich Nhat Hanh hat wie auch M. Rosenberg in Krisengebieten vermitteltund war immer davon überzeugt, dass „in einem wahren Dialog beide Seiten bereit sind, sich zu verändern“.
    • Beiden lag viel daran, ihre Botschaft einfach und klar zu vermitteln. So wählte Rosenberg eine einfache, an das jeweilige Publikum angepasste Sprache, benutzte viele Beispiele und erfand das Vier-Schritte-Modell, das sehr einfach zu verstehen ist. Gleichzeitig wissen das alle GFK-Erfahrenen: Das Modell ist einfach zu verstehen, aber ganz und gar nicht leicht in der Umsetzung! In demselben Geist sagte Thich Nhat Hanh über seine Achtsamkeitspraxis„Practice is simple but not easy” (die Achtsamkeitspraxis ist einfach, aber nicht leicht).

      https://simone-otterbein.de/was-verbindet-…munikation-gfk/



    • Schön wenn ein Gedanke sich bestätigt 😀
  • Neu im Tempel - Hallo

    • Matthie
    • 24. April 2026 um 06:49

    Hallo DollesLama,

    herzlich willkommen hier 😃

  • Das Leid der Anderen

    • Matthie
    • 24. April 2026 um 06:46

    Ich kenne das leider sehr gut.

    Und den Impuls nahestehenden Menschen helfen zu wollen auch.

    Das Gefühl der Hilflosigkeit drückt es sehr gut aus.

    Auch Mitleid im Sinne von das Leid des anderen spüren.

    Oft möchte ich dem Impuls zu helfen nachgeben und Hilfe anbieten ist ja eigentlich etwas sehr positives.

    Leider nur fruchtbar solange der andere bereit ist Hilfe anzunehmen . Da bleibt einem oft nur übrig es auszuhalten und die
    Person in seine positiven Gedanken mit aufzunehmen.

    Mitgefühl ist zwar schmerzhaft aber auch menschlich.

  • Meditation der Grundpfeiler der buddhistischen Praxis ?

    • Matthie
    • 23. April 2026 um 12:31

    Danke das leuchtet mir ein.

    Und dann sind wir wieder beim Thema Rechte Sammlung gelandet.


    Zitat Void :


    Und da ist es ja der letzte Punkt "Rechte Sammlung" die mit Meditation assoziiert wird. Aber es ist halt nur ein Punkt von 8.


    Sammlung lässt sich unterschiedlich erreichen. Sicher durch formale Meditation, aber eben auch durch andere achtsame Tätigkeiten. Aber umgekehrt muß "Sammlung" nicht per se "recht" sein. Ein fokussierter Geist ist nicht nur für Extremsportler hilfreich, sondern auch für Krieger oder Manager. Die Idee Meditation sei per se heilsam oder buddhistisch ist ein Mythos

  • Meditation der Grundpfeiler der buddhistischen Praxis ?

    • Matthie
    • 23. April 2026 um 11:58

    Danke für den Beitrag Ochse, da hast Du wohl Recht.

    Ich habe beten wohl zu allgemein betrachtet.

    Das katholische Rosenkranzgebet hat mich immer an das Mantren rezitieren erinnert.

    Kontemplation wie Sie in den Christlichen Klöstern praktiziert wird kommt der buddhistischen Meditation vielleicht am Nächsten.

    Und klar das sind ja auch keine Laien.


    Ochse Warum halten die Reines-Land Schulen die Meditation für ein Hindernis?

  • Meditation der Grundpfeiler der buddhistischen Praxis ?

    • Matthie
    • 23. April 2026 um 07:51

    Vielen Dank für Eure Antworten.

    Da waren für mich ein paar tolle Anregungen dabei, die ich aber noch nicht hundertprozentig erfassen kann.

    Ich habe mich deshalb auf die Suche nach dem Geistesgift der Verblendung gemacht und folgendes gefunden :


    3. Verblendung (Unwissenheit)

    Die Unwissenheit wird als Grundlage für die Entstehung aller anderen „Übel” gesehen. Nur im „verblendeten Geisteszustand” verbinden wir uns mit Gier und Hass und nähren sie. Ein klarer Geist erkennt die destruktiven geistigen Faktoren, nimmt sie wahr, aber „lässt sie dann sitzen”, d.h. man identifiziert sich nicht mit ihnen und springt nicht hinein.

    Im geistigen Zustand der Unwissenheit blenden wir (meist unbewusst) Faktoren, die wir nicht sehen wollen, aus. Das führt dazu, dass uns „Stücke der Realität” fehlen. Die Verblendung entsteht, weil wir zu sehr um uns selbst rotieren. Wir nehmen uns selbst zu wichtig, fokussieren zu sehr auf unsere eigenen Schwächen oder auch Stärken und gestehen anderen nicht die gleiche Wertigkeit zu. Unsere eigene Realität ist mehr wert als die der anderen. Deshalb ist es uns nicht möglich, das ganze Bild mit all seinen Facetten wahrzunehmen. Wir sprechen daher in der buddhistischen Psychologie auch manchmal von „Ich-Wahn”, anstelle von Verblendung. Wir erzeugen in der Konstellation von Befriedigung oder Nicht-Befriedigung ein Gefühl von Ich-Identität, z.B. wertig oder nicht-wertig. Aber wir sind viel mehr als dieses Gefühl – dennoch nehmen wir es als Wirklichkeit wahr und verbinden es mit der Vorstellung eines Ichs.

    Egal ob der Schwerpunkt in unserem subjektiven Erleben auf der Gier (Unsicherheit), den destruktiven Emotionen wie Hass und Unzufriedenheit oder der Verblendung (Unwissenheit, Ich-Wahn) basiert, wir erzeugen uns durch das Verstärken der Dualität eine Ich-Identität und fühlen uns dadurch vermeintlich sicher. Wenn wir in uns häufig Gefühle von Frieden und Harmonie verspüren, ist die Notwendigkeit zur Abgrenzung von anderen und damit die Anhaftung an das Ich nicht so stark ausgeprägt. Wir leben im Einklang mit unseren Mitmenschen und mit uns selbst, daher benötigen wir keine Schutz- und Abwehrmechanismen. Wir müssen nicht mehr unterscheiden zwischen Du und Ich und können die Gleich-Gültigkeit allen Seins in der Tiefe unseres Herzens erfahren.


    Es stammt aus der Seite vom buddhistischen Kloster am Main Pagode Phat Hue


    Finde ich sehr auf den Punkt gebracht.

    Ein klarer Geist ist also ein Schlüssel Verblendung zu erkennen.

    Die Methode des einfachen Sitzens und damit den Geist zu klären ist für mich sehr hilfreich.

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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