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Beiträge von Lernender

  • Wie viel muss man gelesen haben?

    • Lernender
    • 14. Juni 2026 um 15:20
    void:
    Lernender:

    In dem Fall geht es um Sterben und Tod aus Sicht des tibetischen Buddhismus. Hier kann ich die Vorwürfe gegenüber dem Lehrer ausblenden, zumal mir der Inhalt des Buchs sehr interessant erscheint.

    Das Buch von Sogyal Rinpoche transportiert ja eben nicht eine traditionelle tibetische Sicht sondern ist gerade dadurch so faszinierend ( fesselnd) dass es das aus dem Kontext nimmt und psychologisch auffasst. Dadurch dass es da eine Brücke schlägt wurde es ja zu so einem Bestseller.

    Ich habe das Buch angefangen zu lesen und bin richtig ergriffen von der tiefgründigen Weisheit, die darin enthalten ist.

    void:

    Und wenn dann der Leser den Worten des Rinpoche und seinen Koautoren - hochqualifizierten Leuten die in Oxford und Camebridge studiert haben, traut, wird er abgeholt und landet bei dem nicht unproblematischen Konzept des "Guruyoga" wo der Lehrer als Manifesation der wahre befreite Natur des Geistes, gesehen wurde. Dieser ist eine "Verkörperung bedingungsloser Liebe" und indem man sich ihm in einer "Herzensverbindung" anvertraut führt er einen zur Befreiung.


    Ein noch problematischeres Konzept ist das der "verrückten Weisheit". Auch wenn einen der Guru vielleicht anschreit und die Grenzen verletzt handelt , soll man an seiner eigenen Wahrnehmung nicht trauen, weil es sich dabei nur um "verrückte Weisheit" zum eigenen Wohl handeln kann.


    Die Opfer von Sogyal Rinpoche erlebten ja nicht nur sexuelle Nötigung sondern berichteten von Tritten, Ohrfeigen und Attacken mit Kleiderbügel. Ein Schüler wurde bewusstlos geschlagen. Und für die alle war das ein Ausdruck von "verrückter Weisheit". Schlapp, schlapp, schlapp hat man die Sandale im Gesicht.


    Vielleicht eher ein Buch lesen, das weniger interessant und weniger faszinierend ist. Weniger zur Sandale taugt.

    Alles anzeigen

    In dem Buch wird im Vorwort und im Anhang immerhin darauf hingewiesen, dass es die Vorwürfe gegen den Autor gibt.


    Es ist aber für mich schwer, das zusammenbringen - die im Buch enthaltenene Weisheit und die handfesten Vorwürfe gegenüber den Autor. :?

  • Wie geht ihr damit um, wenn nahestehende Menschen euren Glauben nicht ernst nehmen?

    • Lernender
    • 11. Juni 2026 um 08:10
    Helgo:
    Lernender:

    Einerseits hat man es mit säkularen Menschen, die kein Interesse an Religion mehr haben. Von denen wird man ggf. schief angeguckt, wenn man sich als praktizierender Buddhist zu erkennen gibt.


    Andererseits mit Menschen, die noch einem traditionellen Christentum anhängen. Und für die ist man dann eine "Bedrohung" für die christliche Religion und Kultur.


    In meinem konkreten Fall ist es ja so, dass ich meine buddhistischen Betätigungen geheim halten muss, um keine familiären Zerwürfnisse zu provozieren. Was im 21. Jahrhundert ziemlich absurd anmutet, aber so ist es leider.

    Hallo Lernender - erinnert mich an eine Sendung 2012 Wdr5 zum 50. Todestag von Hermann Hesse. Dessen Eltern waren ja auch streng christlich (christliche Missionare in Indien - die Mutter selbst Inderin) und Hermann Hesse wuchs in dieser Familie auf - die Biografie in dieser Sendung beginnt, als Hermann noch Kind und die Eltern nach Indien schon in Schwaben wohnten.
    Es ist für mich sehr eindrücklich, wie die Sendung von dem Aufwachsen des jungen Menschen in dieser einengenden Umgebung berichtet, von dem schließlichen Aufwachen mit der Pubertät und seinen verzweifelten Kämpfen vor allem mit dem Vater. Von der Loslösung, als er eine Buchhändlerlehre erfolgreich abgeschlossen hatte und erste Erfolge mit kleinen Texten hatte, dann von seinem Kennenlernen der Lebensreform-Bewegung, seinem Besuch in der Heimat seiner Mutter (Indien) und der Begegnung mit dem -und seiner Vertiefung in den - Buddhismus, von der wir anhand seines literarischen Welterfolges "Siddharta" in der Sendung hören.

    Manchmal hilft -jedenfalls meine Erfahrung-, wenn man seine Geschichte(n) als schon mal woanders erlebt - wenn auch vielleicht nur ähnlich - wiederfindet. Vielleicht hat die Sendungsredakteurin auch noch weiteres Material, was sie vielleicht verfügbar machen mag/darf, wennman sie kontaktet.
    Wenn du magst (und das ganze nicht womöglich illegal ist), kann ich dir die mp3, die ich damals noch von meiner Kofferradio-Aufnahme erzeugt hatte, per email senden (14 MB, 1/2 Std Sendung - vielleicht auch besser per temporären download) Wenn Du das möchtest, melde dich per persönlicher Chat um die Details. - - - [update:] Datum der Sendung: 2012-08-12 WDR3 & WDR5 "Radio zum Mitnehmen --- Lebenszeichen"-- vielleicht gibt es davon ja sogar noch das offizielle Archiv beim Sender?

    Alles anzeigen

    Herzlichen Dank für die tollen Anstöße.


    Die Sendung habe ich tatsächlich online gefunden:


    09. August 1962: Der Todestag des Schriftstellers Hermann Hesse, Schriftsteller (Todestag 09.08.1962)
    Der Schriftsteller Hermann Hesse ist sein Leben lang auf der Suche: Nach dem Sinn, den Antworten auf die großen Fragen der Existenz, auf der Suche nach dem…
    www1.wdr.de


    Ich bin sehr gespannt auf den Inhalt.


    "Siddhartha" von Hermann Hesse habe mir bereits bestellt und steht zur Lektüre an, dank Tipp durch Monikamarie.


    Mega.:D

  • Wie geht ihr damit um, wenn nahestehende Menschen euren Glauben nicht ernst nehmen?

    • Lernender
    • 10. Juni 2026 um 22:44
    Matthie:
    Lernender:

    Deshalb machen ja auch Diskussionen mit solcherart Christen keinen Sinn - mit Fundamentalisten kann man nicht diskutieren.

    Da hast Du mit Sicherheit recht.


    Ich glaube aber das es schon hilft zu verstehen, das es durchaus positive Berührungspunkte gab und gibt.

    Pater Hugo Lassale wurde von seinem Jesuiten Orden als Missionar nach Japan geschickt um dort das Evangelium zu verbreiten.

    Sein Interesse am Zen wurde immer Größer und er übte mit einem Zenmeister.

    Er war ein Brückenbauer zwischen Christentum und Zen Buddhismus.

    Alles anzeigen

    Ja, Berührungspunkte gibt es bestimmt, speziell was mystische Ausprägungen des Christentums angeht.


    Mit Vertretern eines dogmatischen Christentums gibt es allerdings keine Basis für Dialog, zumal von Seiten dieser Dogmatiker keine Dialogbereitschaft besteht. Die wollen ja auch in asiatischen Ländern missionieren und u.a. Buddhisten zum Christentum bekehren. Für die bin ich als Buddhist nur ein Bekehrungsobjekt.


    Als Buddhist im Westen sitzt man irgendwo zwischen den Stühlen.


    Einerseits hat man es mit säkularen Menschen, die kein Interesse an Religion mehr haben. Von denen wird man ggf. schief angeguckt, wenn man sich als praktizierender Buddhist zu erkennen gibt.


    Andererseits mit Menschen, die noch einem traditionellen Christentum anhängen. Und für die ist man dann eine "Bedrohung" für die christliche Religion und Kultur.


    In meinem konkreten Fall ist es ja so, dass ich meine buddhistischen Betätigungen geheim halten muss, um keine familiären Zerwürfnisse zu provozieren. Was im 21. Jahrhundert ziemlich absurd anmutet, aber so ist es leider. :doubt:

  • Wie geht ihr damit um, wenn nahestehende Menschen euren Glauben nicht ernst nehmen?

    • Lernender
    • 10. Juni 2026 um 21:37
    Samadhi1876:
    Lernender:

    Wenn ich meiner Familie erzählen würde, dass ich jetzt buddhistische Tempel besuche, wäre das aus deren religiöser Sicht mit "das Schlimmste", was ich so machen könnte. :grinsen: :erleichtert:

    Die Frage ist wo deine Familie da wirklich Konfliktpunkte sieht. Einerseits wird Buddhismus als Religion gesehen und andererseits nicht, mehr als eine Philosophie. Wenn du in ein einfaches Zen Dojo gehst ist da noch weniger ein Gefühl von Religion und Kult drumherum.

    Bei einem Teil meiner Familie handelt es sich ja nicht um liberale Christen, sie sind vom Absolutheitsanspruch ihrer Religion überzeugt. Sie sehen ihre Religion als die "einzig wahre".


    Da spielt es keine Rolle, ob ich mich plötzlich als Muslim, Hindu oder Buddhist oute. Das ist für die alles gleichermaßen falsch. Von dem Gedanken, vielleicht könnte an anderen Religionen auch was Wahres dran sein, ist da keine Spur.


    Deshalb machen ja auch Diskussionen mit solcherart Christen keinen Sinn - mit Fundamentalisten kann man nicht diskutieren.


    Irgendwelche Diskussionen über Buddhismus mit meiner Familie zu führen, ist wirklich das Letzte, was ich mir wünsche. Puh.

  • Wie geht ihr damit um, wenn nahestehende Menschen euren Glauben nicht ernst nehmen?

    • Lernender
    • 10. Juni 2026 um 20:44
    Matthie:

    Allerdings frage ich mich was Lernender mit „extremen Christen“ meint?

    Bei Zeugen Jehovas wäre das bestimmt ein NoGo….

    Ich meine fundamentalistische Christen, wie sie in den USA dominant sind (à la Bible Belt).


    Es gibt solche Strömungen auch hierzulande.

  • Wie geht ihr damit um, wenn nahestehende Menschen euren Glauben nicht ernst nehmen?

    • Lernender
    • 10. Juni 2026 um 17:13
    void:
    Lernender:

    Und bei einer streng christlichen Familie wird so eine Ansage halt auf genauso viel "Begeisterung" stoßen. So ein "religiöses Outing" würde als Affront aufgefasst werden.

    Ich habe schon Recht nette christliche Familien erlebt, die ihren Sprößlingen gerne alles mögliche zugesteht, aber eben aus Liebe nicht wollen, dass diese die Ewigkeit in der Hölle verbringen, weil die fremdartigen Göttern mit vielen Armen gehuldigt haben.


    Während so jemand überhaupt nichts dagegen hätte, wenn jemand zur Zen Meditation zu einem Franziskanerkloster geht und sagt er habe jetzt zu einem eher a-personalen mystischen Gottesverständis gefunden.

    Genau das ist der Punkt: Für die streng christliche Familie ist es halt "praktizierter Götzendienst", wenn der Sohn sich dem Buddhismus zuwendet.


    Deshalb schrieb ich ja, ist das für die strengen Christen "tausendmal schlimmer", wenn sich der Sohn einer anderen Religion anschließt, als wenn er einfach nichts mehr mit Kirche und christlichem Glauben am Hut hat.


    Wenn ich meiner Familie erzählen würde, dass ich jetzt buddhistische Tempel besuche, wäre das aus deren religiöser Sicht mit "das Schlimmste", was ich so machen könnte. :grinsen::erleichtert:


    Deshalb werde ich ja auch meinen Mund halten.


    Ich muss mir ja nicht unnötig tiefgreifende Konflikte einhandeln.


    Außerdem ist meine Spiritualität meine tief private Angelegenheit und geht niemanden etwas an.

  • Wie geht ihr damit um, wenn nahestehende Menschen euren Glauben nicht ernst nehmen?

    • Lernender
    • 10. Juni 2026 um 16:33
    Samadhi1876:
    Lernender:

    Das ist ein ganz schwieriges Thema.


    Ich selbst habe für mich den Weg gewählt, dass ich es (bis auf Weiteres jedenfalls) für mich behalte, dass ich seit einem halben Jahr gemeinsam mit Buddhisten meditiere.

    Eigentlich alle, die ich im Alltag warum auch immer, (ergab sich aus dem Gespräch wenn es zb um Leid oder den Geist beruhigen ging), allein nur von Meditation erzählte, hat das im Grunde nicht interessiert. Es interessiert meist nur Selbstinteressierte. Es wurde zwar nicht darüber gelacht oder gespottet. Aber ich merkte die sind nicht daran interessiert.

    Bei mir hat es aufgrund meines familiären Hintergrunds noch eine andere Dimension.


    Es geht also nicht um Spott oder Desinteresse, sondern hat Potenzial für tiefe Konflikte, wenn ich mich plötzlich als Buddhist outen würde.


    Ich würde damit die "Büchse der Pandora" öffnen.:grinsen:


    Man stelle sich vor, jemand, der in einer streng muslimischen Familie aufgewachsen ist, erzählt seinen Angehörigen: "Ach übrigens, ich bin jetzt Buddhist."


    Und bei einer streng christlichen Familie wird so eine Ansage halt auf genauso viel "Begeisterung" stoßen. So ein "religiöses Outing" würde als Affront aufgefasst werden.


    In meiner Situation muss ich also leider meine buddhistischen Aktivitäten strikt geheim halten, ansonsten würden die (familiären) Konflikte, die ich provoziere, alles überlagern.


    Ich habe zum Beispiel vor, auf ein buddhistisches Camp zu gehen. Ich muss mir dann irgendwelche Geschichten ausdenken, wo ich da gerade unterwegs bin. Es fühlt sich dann für mich so an, als würde ich "in den Untergrund abtauchen". :grinsen:


    Das klingt alles bescheuert, aber so ist es leider.

  • Wie viel muss man gelesen haben?

    • Lernender
    • 9. Juni 2026 um 20:38
    void:

    Von Tenzin Peljor gibt es die gute Seite "buddhistische-sekten.de" wo er mehrere Kriterien für sektenartige Strukturen aufzählt. ausgedrückt.

    Auf Tenzin Peljor bin ich auch bereits via Youtube gestoßen. Ich finde seine Vorträge zu diesem Thema (wie auch zu anderen buddhistischen Themen) ganz ausgezeichnet.


    Ich meine, wer Buddhismus zusammen mit anderen Buddhisten praktizieren möchte, muss das Thema Sekten einfach auf dem Schirm haben.


    Die Gefahr, in Schlamassel zu geraten, ist einfach zu groß.


    Durch meine Erfahrungen bezüglich sektenartiger Gemeinschaften habe ich, denke ich, ganz gut entwickelte Antennen für sektenartige Vereinnahmung. Beispielsweise, wenn es um das "Love Bombing" geht.


    Dennoch möchte ich natürlich wachsam bleiben.

  • Wie viel muss man gelesen haben?

    • Lernender
    • 9. Juni 2026 um 19:38
    Qualia:
    Qualia:

    Wenn ein Meister ein Buch schreibt und veröffentlicht, ist der Inhalt im Buch nicht mehr der Meister, der es geschrieben hat.

    Wenn ein Meister ein Buch schreibt und veröffentlicht, ist der Inhalt im Buch nicht mehr der Meister, der es geschrieben hat.

    Für mich kommt es dann noch darauf an, um welchen Themenbereich es in dem Buch geht.


    In dem Fall geht es um Sterben und Tod aus Sicht des tibetischen Buddhismus. Hier kann ich die Vorwürfe gegenüber dem Lehrer ausblenden, zumal mir der Inhalt des Buchs sehr interessant erscheint.


    Etwas anderes wäre es, wenn es in dem Buch zentral um "rechtes Handeln" ginge. Wenn ein solches Buch von einem Lehrer geschrieben wird, gegen den schwere Vorwürfe des Fehlverhaltens vorliegen, kann ich diese nicht einfach ausblenden.


    (Auf einem anderen Blatt steht noch, was an den Vorwürfen alles dran ist. Aber immerhin liegen sie vor.)

  • Wie viel muss man gelesen haben?

    • Lernender
    • 9. Juni 2026 um 19:17
    Monikamarie:

    Durch Skepsis und mangelndes Vertrauen wirst Du nicht frei.

    Aber durch das Einhalten des achtfachen Pfades und prüfen der Lehre, vorallem der 4 Edlen Wahrheiten ist das möglich.


    Buddhismus ist keine Glaubensrichtung, sondern eine Geistesschulung.


    Alles Gute für Dich

    _()_Monika

    Alles anzeigen

    Zweifelsucht gehört ja zu den fünf niederen Fesseln. Ich habe dies eben im Palikanon nachgelesen (dank Verlinkung von Helgo):


    Von dem, der mit tiefer Einsicht (dassanam) begabt ist,

    werden drei Dinge [42] aufgegeben:

    Der Ich-Glaube, [43] der Zweifel (vicikicchitam) und

    der Hang an äußerlichen Riten (silabbatam).


    Es ist für mich völlig einleuchtend, dass der, der immer nur zweifelt, nie tiefere Erfahrungen machen kann. Das gilt grundsätzlich im Leben. Zum Beispiel: Wenn ich Menschen stets misstrauisch begegne, werde ich nie Freundschaften schließen können. Also ohne Vertrauen keine tiefen Erfahrungen.


    Dass ich als "alter Skeptiker" durch die buddhistische Lehre berührt wurde, ist für mich das Überraschende. Dass ich heute buddhistische Meditation betreibe, hätte ich mir noch vor einem Jahr nicht vorstellen können.


    Dennoch bedeutet Vertrauen in die Lehre ja nicht blindes Vertrauen gegenüber Lehrern. Hier möchte ich unbedingt wachsam bleiben und mir eben durchaus eine gesunde Skepsis bewahren.


    Denn Vertrauen kann von Lehrern auch schwer missbraucht werden, wenn es denen nur um ihre Macht und ihr Ego geht.

  • Wie geht ihr damit um, wenn nahestehende Menschen euren Glauben nicht ernst nehmen?

    • Lernender
    • 9. Juni 2026 um 12:57
    Zitat

    Wie geht ihr damit um, wenn nahestehende Menschen euren Glauben nicht ernst nehmen?


    Das ist ein ganz schwieriges Thema.


    Ich selbst habe für mich den Weg gewählt, dass ich es (bis auf Weiteres jedenfalls) für mich behalte, dass ich seit einem halben Jahr gemeinsam mit Buddhisten meditiere.


    Ich hab es bisher nur einer Freundin erzählt. Sie hat sich zwar nicht lustig gemacht, aber durchblicken lassen, dass sie es wohl irgendwie "weird" findet.


    Tatsächlich weiß zum Beispiel auch mein bester Kumpel nichts davon. Vor ihm habe ich normalerweise keine Geheimnisse. Ich bin mir sicher, würde ich ihm davon erzähle, könnte ich mir von ihm ellenlange Vorträge anhören, dass ich in merkwürdige Richtungen "abdrifte" etc. Es würde bei ihm sicher nicht auf Begeisterung stoßen.


    Und meiner Familie (Mutter, Geschwister) gegenüber kann ich das schon mal gar nicht erzählen, da darunter extreme Christen sind. Würde ich das erzählen, würde ich ein Familiendrama auslösen.


    Meine christliche Familie hat sich irgenwie damit arrangiert, dass ich ein areligiöser Atheist bin. Würde ich nun erzählen, dass ich inzwischen Buddhist bin, wäre das "tausendmal schlimmer": Es wäre dann wie ein doppelter "Verrat" - erst "vom wahren Glauben" abfallen und sich dann einer anderen Religion zuwenden.


    Im Moment fühlt es sich für mich so an, als würde ich ein "geheimes Doppelleben" führen. :grinsen:


    Also, wenn du heutzutage jemandem erzählst, dass du praktizierender Buddhist bist, stößt du entweder auf säkulare Menschen, für die du "abgedriftet" erscheinst. Oder du stößt auf überzeugte Christen, für die du ein "Abtrünniger" bist, der von der "einzig wahren Religion" abgefallen ist.

  • Wie viel muss man gelesen haben?

    • Lernender
    • 9. Juni 2026 um 11:30

    Hallo zusammen,


    ich bin "Einsteiger" in den Buddhismus.


    Genau genommen beschäftige ich mich erst seit Anfang 2026 mit dem Buddhismus. Seit Anfang 2026 besuche ich regelmäßig ein Buddhistisches Zentrum.


    Derzeit habe ich das Gefühl, dass ich immer noch viel zu wenig über Buddhas Lehren weiß.


    Man erhält in Vorträgen von praktizierenden Laien zwar tolle Impulse und Aufschlüsse. Andererseits glaube ich, dass man viel selber lesen und studieren muss, wenn man tieferes Wissen über Buddhas Lehren erlangen möchte.


    Ich habe schon einiges von und über Buddha gelesen. Aber das war bis jetzt nur ein erster Einstieg.


    Im Moment kommt es mir so vor, dass ich erst noch einen ganzen Berg von Büchern gelesen haben muss, darunter auch die buddhistischen Schriften im Original.


    Ein weiterer Gedanke, der mich beschäftigt:


    Es ist so, dass ich durch Religion gewissermaßen vorgeschädigt bin, da ich in christlichen Sekten aufgewachsen bin, aus denen ich mich mühsam befreien musste.


    Es ist für mich eine überraschende Erfahrung, dass ich mich überhaupt nochmal positiv dem Thema Religion öffnen kann.


    Bei aller Faszination für den Buddhismus ist für mich aber eine gesunde Grundskepsis wichtig.


    Skepsis, da eben auch beim Buddhismus das Potenzial für Missbrauch gross ist. Das Thema Sekten, sektierische Gemeinschaften oder Missbrauch muss man auch beim Buddhismus auf dem Schirm haben.


    Um einem Bogen zum Thema "Lesen" zu schlagen: Ich habe mir ein Buch von einem Rinpoche bestellt, das ich demnächst lesen will. Als ich den Autor mal googelte, stellte ich fest, dass gegen diesen Rinpoche Missbrauchsvorwürfe vorliegen.


    Das hat mich nur wieder darin bestätigt, wie wichtig Skepsis auch gegenüber buddhistischen Lehrern ist.


    Ich sehe es auch als Schutz für mich selbst an, wenn ich mich selber möglichst umfassend informiere.


    Ich freue mich auf einen guten Austausch.

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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