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  1. Buddhaland Forum
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Sich gut fühlen

  • RobertNesta
  • 17. Februar 2026 um 10:02
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  • RobertNesta
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    17. Februar 2026
    • 17. Februar 2026 um 10:02
    • #1

    Hallo zusammen,


    mich beschäftigt schon gefühlt seit einer Ewigkeit die Frage, ob es wirklich eine "höhere" Motivation im Menschen gibt, als sich gut zu fühlen. Die Mittel sind wohl vollkommen verschieden (manche gehen spazieren, manche springen aus Flugzeugen, manche meditieren, manche besuchen bestimmte Etablissements, etc.) aber das Ziel ist doch immer dasselbe: Sich gut fühlen. Ist das Suchen nach Erleuchtung irgendwas anderes? Was wäre, wenn man den Leuten, die von sich sagen, dass sie Erleuchtung haben wollen, anbieten würde, dass sie sich für den Rest ihres Lebens gut fühlen würden? Hätten sie überhaupt noch irgendein Interesse an Erleuchtung?


    Mit anderen Worten, geht es mir wirklich um die Sache selbst? Und die "moralisch korrekte" Antwort darauf wäre wohl "klar geht es mir um die Sache selbst", aber ich habe da meine Zweifel (vor allem bei mir selbst).


    Was ich mir dann aber eingestehen muss, ist, dass es um keinen Deut "besser" ist Erleuchtung zu suchen, als eben irgendeiner anderen Tätigkeit nachzugehen, wie zum Beispiel Angeln oder Drohnen fliegen.


    Manche Menschen sagen auch - wenn ich mit ihnen über Meditation spreche - "meine Meditation ist .... (tanzen, lesen, Musik, etc.)


    Die Zweifel, die mich plagen, bestehen vor allem darin, dass es am Ende völlig egal ist, was man tut, und das zieht mir ein bisschen den Boden unter den Füßen weg. Im Sinne von: es lässt mich vollkommen orientierungslos. Hat jemand Erfahrung mit solchen Fragen, bzw. hat sich jemand hier solchen Zweifeln ausgesetzt und irgendwie rausgefunden?


    Lieben Gruß

  • void 17. Februar 2026 um 10:28

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Railex
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    • 17. Februar 2026 um 11:22
    • #2

    Ich glaube nicht, dass es sich hier um eine "moralisch korrekte" Angelegenheit handelt und der Begriff " Erleuchtung " ist ziemlich unscharf.


    Es ist anzunehmen, dass alle Wesen nach Glück streben und das beinhaltet sicherlich sich "gut zu fühlen".

    Als Buddhist nach meinem Verständnis, geht es mir aber als Hauptmotivation darum, dass erlebte Leiden für mich und alle fühlenden Wesen in meinem Wirkungskreis zu vermindern.

    Das ist mein ganzes Interesse; nur "gut fühlen" für mich allein, wäre zwar schon viel Wert, aber da ich in Wechselbeziehung zu meinem Umfeld stehe, kann und möchte ich mein Sein nicht nur auf mich beziehen.


    Zweifel an dieser Ausrichtung habe ich nicht mehr, weil ich persönlich erlebt habe, dass die Befriedigung von sinnlichen Wünschen, die nur mir selbst zum Vergnügen dienen, auf Dauer unbefriedigend sind.


    :rad:

    Einmal editiert, zuletzt von Railex (17. Februar 2026 um 11:51)

  • Qualia
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    • 17. Februar 2026 um 11:27
    • #3

    Man fühlt sich spirituell unwohl und sucht nach Erleichterung, Wohl. Man findet wohl und dieses wird wieder zu neutralem und dann zu unwohl fühlen. Man muss wieder losgehen und finden usw.


    Das ist einfach so, das nennt man Leben. Leben ist sich bewegen, weil man sich unwohl fühlt. Nahrungssuche und sich ernähren. Es erscheint weder unwohl noch wohl und dann wohl, indem man sich bewegt oder was auch immer tut. Doch durch Handeln erscheint wieder neutral und dann unwohl fühlen, Nahrungssuche usw.

    Ja, das kann man beenden oder es wird beendet. Das nennt man als Lebender Sterben. Als Überlebender tot.


    Wo ist das Leiden, das Buddha beschreibt? Das ist einfach: Man will Wohl haben, man hasst das Unwohl, man langweilt sich im Neutral und gibt sich darin Tagträumen hin, an die man sogar glaubt.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

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    • 17. Februar 2026 um 12:26
    • #4

    Erstmal herzlich willkommen RobertNesta


    Es geht nicht um das "Dichwohlfühlen", sondern um Einsicht in die Dinge, wie sie sind, um Freiheit von Unwissenheit und letztlich um das Beenden der "selbstverursachten" Leiden.


    Also es ist keineswegs EGAL.


    Das ist ein langer Weg, der aber bei ernsthaftem Beschreiten Schritt für Schritt Erfolge zeigt.


    Die Beispiele, die Du aufzeigst, sind kurzfristige Ablenkungen von dem vorhandenen "Alltagsleiden", z.B. Langeweile, Sehnsucht nach Anerkennung etc.


    Also alles kurzfristiges Sichwohlfühlen.


    Während der Pfad eine Geistesschulung ist, die langfristig positiv wirkt. Egal ob Erleuchtung erreicht wird oder nicht. Da gibt es ohnehin unterschiedliche Interpretationen.


    Und nein, was sollte einen Menschen, der sich erfolgreich auf dem Weg befindet, reizen, wenn man ihm anbietet, sich für immer wohlzufühlen.


    Ich jedenfalls bin mit keiner Moorrübe mehr wegzulocken.


    Und Spaß haben, kann auch Jede/r, selbst auf dem Pfad. Aber da bin ich mir eben der Vergänglichkeit bewusst.


    _()_Monika

    Einmal editiert, zuletzt von Monikamarie (17. Februar 2026 um 12:43)

  • mukti
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    • 17. Februar 2026 um 12:26
    • #5
    RobertNesta:

    Hallo zusammen,


    mich beschäftigt schon gefühlt seit einer Ewigkeit die Frage, ob es wirklich eine "höhere" Motivation im Menschen gibt, als sich gut zu fühlen. Die Mittel sind wohl vollkommen verschieden (manche gehen spazieren, manche springen aus Flugzeugen, manche meditieren, manche besuchen bestimmte Etablissements, etc.) aber das Ziel ist doch immer dasselbe: Sich gut fühlen. Ist das Suchen nach Erleuchtung irgendwas anderes? Was wäre, wenn man den Leuten, die von sich sagen, dass sie Erleuchtung haben wollen, anbieten würde, dass sie sich für den Rest ihres Lebens gut fühlen würden? Hätten sie überhaupt noch irgendein Interesse an Erleuchtung?

    Hallo RobertNesta,


    Interesse an Erleuchtung entsteht wohl dadurch, dass man sich der Unzulänglichkeit der sinnlich erfahrbaren Freuden bewusst wird. Sie sind ja vergänglich, man kann sich damit nicht immer gut fühlen und dann fühlt man sich wieder unzufrieden und sucht nach der nächsten Freude, die aber auch nicht bleibt, usw. So ist man eigentlich ein Getriebener der nie Erfüllung findet. Außerdem sind sie unzuverlässig, es kann ja alles mögliche passieren, etwa dass der Fallschirm nicht aufgeht wenn man aus dem Flugzeug springt, dass die Vergnügung in einem Etablissement durch widrige Umstände empfindlich gestört wird, usw. So ist es eigentlich nie das reine Glück, alles ist unsicher und vergänglich.

    RobertNesta:

    Die Zweifel, die mich plagen, bestehen vor allem darin, dass es am Ende völlig egal ist, was man tut, und das zieht mir ein bisschen den Boden unter den Füßen weg. Im Sinne von: es lässt mich vollkommen orientierungslos. Hat jemand Erfahrung mit solchen Fragen, bzw. hat sich jemand hier solchen Zweifeln ausgesetzt und irgendwie rausgefunden?

    Warum tut man überhaupt etwas? Wenn man immer wunschlos glücklich wäre, müsste man nicht nach Glück streben. Demnach ist der Mangel die Grundlage des Strebens, es fehlt einem was, man ist unzufrieden. Wenn man das einsieht, strebt man danach, die Ursache dieser Unzufriedenheit herauszufinden und zu beseitigen. Nach der Lehre des Buddha ist das Begehren die Ursache, wer nichts begehrt, ist in sich selbst zufrieden. Das Begehren ist bedingt durch Unwissenheit und die Unwissenheit schwindet durch die Praxis des achtfachen Pfades.


    Das ist nur eine kurze und ungefähre Darstellung dazu, dass es nicht egal ist was man tut. Grundsätzlich hat man die Wahl zwischen Handlungen die zu Leid führen und Handlungen die aus dem Leid herausführen.

    Ich weiß nicht ob das verständlich ist, jedenfalls konnte ich für mich durch die Beschäftigung mit Weisheitslehren, insbesondere der buddhistischen, diesen Zweifel beseitigen und eine fundierte Motivation finden, auf rechte Weise zu handeln.

    Mit Metta, mukti.


  • RobertNesta
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    • 17. Februar 2026 um 14:31
    • #6

    Vielen Dank für die ganzen Antworten! Und für das herzliche Willkommen :)


    Ein Thema, um das viele Antworten kreisen, ist das Leben in einem sozialen Kontext, bzw. dass man nicht glücklich wird, wenn man nur sinnliche Befriedigung für sich selbst sucht. Ich stimme dem grundsätzlich zu, frage mich jedoch, ob hier nicht einfach dasselbe Prinzip zum Tragen kommt: ich interagiere mit anderen und fühle mich dadurch selbst besser. Würde ich auch anderen helfen oder mit ihnen Zeit verbringen, wenn es mich jedes Mal mit einem schlechten Gefühl zurückließe? Nein, ich würde irgendwann aufhören mit ihnen zu interagieren (was wohl auch grundsätzlich gesund ist und niemand bestreiten würde).


    Monikamarie:

    Es geht nicht um das "Dichwohlfühlen", sondern um Einsicht in die Dinge, wie sie sind, um Freiheit von Unwissenheit und letztlich um das Beenden der "selbstverursachten" Leiden.


    Also es ist keineswegs EGAL.


    Die Beispiele, die Du aufzeigst, sind kurzfristige Ablenkungen von dem vorhandenen "Alltagsleiden", z.B. Langeweile, Sehnsucht nach Anerkennung etc.


    Also alles kurzfristiges Sichwohlfühlen.


    _()_Monika

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    Danke für deine Antwort. Mein Frage wäre: Gibt es denn überhaupt ein langfristiges Sichwohlfühlen? Wenn ich zur Musik tanze bin ich glücklich, danach hält das Glück noch eine Weile an und nach einer Zeit befinde ich mich wieder im Normalzustand. Wenn ich meditiere, läuft es eigentlich ganz genau so ab.


    Ich habe durch Meditation wundervolle Sachen erlebt, aber auch durch zum Beispiel Fußballspielen. Oder Beziehungen. Oder Familie. Am Ende komme ich immer wieder am selben Punkt an (den ich nicht benennen kann). Im Moment tanze ich lieber, als mich auf ein Kissen zu setzen.


    Nur im Hinterkopf kommen manchmal Gedanken "Sollte ich nicht besser meditieren..?" Und ich frage mich - sind diese Gedanken berechtigt oder nicht? Was mit der ursprünglichen Frage zusammenhängt, ob meditieren (spirituelle Praxis allg.) in irgendeiner Art und Weise besser ist als einer anderen Beschäftigung nachzugehen, die im Prinzip dasselbe bewirkt (Wohlergehen bzw. Leiden vermindern).


    Habe ich etwas grundsätzlich falsch verstanden? (ich lese alle Antworten aufmerksam - auch wenn ich nicht auf alles antworte, bitte verzeiht)

  • Anna Panna-Sati
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    • 17. Februar 2026 um 15:09
    • #7

    Hallo und willkommen, lieber RobertNesta , :)

    RobertNesta:

    mich beschäftigt schon gefühlt seit einer Ewigkeit die Frage, ob es wirklich eine "höhere" Motivation im Menschen gibt, als sich gut zu fühlen.

    Man könnte ja prinzipiell schon das "Sich-gut-Fühlen" in ein "niederes/primitiveres" Gut-Fühlen, im Sinne von satt, sitt, sauber, warm/geborgen, ohne körperliches Unwohl, mit gelegentlichen, meist sinnlichen, freudvollen Empfindungen -

    und ein "höheres"/mehr geistiges Gut-Fühlen, wie "im Reinen/Frieden mit sich selbst und der Welt sein" (Verbundenheitsgefühl mit allen Wesen und diesen, nach Kräften, hilfreich zur Seite stehen) ... unterteilen.

    (Wobei beides natürlich bei den meisten Menschen grundsätzlich zusammengehört.)


    Wem es individuell schlecht geht, wer leidet, der sucht i.d.R. nach Linderung oder Befreiung von diesem Leiden und sehnt sich danach, sich besser zu fühlen.


    Da gibt es ja diese "Maslow'sche Bedürfnispyramide":


    Maslowsche Bedürfnishierarchie – Wikipedia
    de.wikipedia.org


    Demnach entwickeln sich jeweils weitere (höhere) Bedürfnisse, sobald die elementareren gestillt sind.

    Unzufriedenheit/"Dukkha" entsteht schließlich durch die Erfahrung (und Nicht-Akzeptanz!), dass alles unbeständig und vergänglich ist, leidhaft und substanzlos.


    Als leidhaft (u.a. wegen der Identifikation) erweist sich zusätzlich, dass

    andere (geliebte) Wesen ebenfalls leiden und oftmals keine Möglichkeiten existieren, diesen anderen Wesen irgendwie zu helfen.

    Railex:

    Als Buddhist nach meinem Verständnis, geht es mir aber als Hauptmotivation darum, dass erlebte Leiden für mich und alle fühlenden Wesen in meinem Wirkungskreis zu vermindern.

    Das ist mein ganzes Interesse; nur "gut fühlen" für mich allein, wäre zwar schon viel Wert, aber da ich in Wechselbeziehung zu meinem Umfeld stehe, kann und möchte ich mein Sein nicht nur auf mich beziehen.

    _()_:heart:

    Danke, lieber Railex , dies dürfte auch RobertNesta s folgende Frage beantworten:

    RobertNesta:

    aber das Ziel ist doch immer dasselbe: Sich gut fühlen. Ist das Suchen nach Erleuchtung irgendwas anderes?

    Sicherlich mag es auch individuelle Unterschiede geben, beispielsweise Menschen, die schon von Natur aus relativ anspruchslos, geduldig und schnell zufrieden (zu stellen) sind, Unangenehmes schnell vergessen und vertrauensvoll-zuversichtlich der Zukunft entgegensehen.

    Häufig verfügen sie über einen "Anker" im Leben, etwa eine Form des Glaubens, wie Gottesglauben....

    Diese Art Menschen sucht eher nicht nach "Erleuchtung", solange sie durch gravierende Ereignisse nicht aus der Bahn geworfen werden.


    Für andere Menschen repräsentiert das "überweltliche Glück" von Nibbana/Nirvana noch mal eine andere, höhere, Qualität des Wohlbefindens, weil dieses unabhängig/unbedingt und daher dauerhaft ist.

    Des Weiteren geht es dabei nicht nur um die eigene "Erlösung", sondern schlussendlich die Befreiung ALLER leidenden Wesen (was natürlich utopisch ist, aber als Ziel eine gleichmütige Haltung offener Weite entstehen lässt, die allen Wesen gleichermaßen liebende Güte und Mitgefühl entgegenbringt.).

    RobertNesta:

    Die Zweifel, die mich plagen, bestehen vor allem darin, dass es am Ende völlig egal ist, was man tut, und das zieht mir ein bisschen den Boden unter den Füßen weg. Im Sinne von: es lässt mich vollkommen orientierungslos.

    Der Edle Achtfache Pfad wäre z.B. eine gute Orientierung, eine Richtschnur und ein Weg, der beschritten werden kann und auch den Gedanken, dass es "am Ende völlig egal ist, was man tut" dadurch eliminiert, dass die erlebten (ersten, vorläufigen) Erkenntnisse viele Zweifel minimieren, wenn nicht sogar ganz beseitigen.

    RobertNesta:

    Was wäre, wenn man den Leuten, die von sich sagen, dass sie Erleuchtung haben wollen, anbieten würde, dass sie sich für den Rest ihres Lebens gut fühlen würden? Hätten sie überhaupt noch irgendein Interesse an Erleuchtung?

    Kommt darauf an... :?

    Nur in erwachtem/erleuchteten "Zustand" (= Nibbana/Nirvana) wäre ja das Gut-Fühlen durchdringend und von Dauer, alle anderen "Angebote" unterliegen stets Anicca, der Vergänglichkeit.....

    (Eigentlich erübrigt sich diese hypothetische Frage, wenn man "gut fühlen" und "Erleuchtung" quasi gleichsetzt - man würde wohl vorrangig den einfacheren, bequemeren Weg wählen. ;)8))


    Erleuchtung/Erwachen/Befreitsein (von den Geistesgiften Gier, Hass und Verblendung) impliziert ein Wohlfühlen auf höchster Ebene, durch

    anhaltenden inneren Frieden, der sich außerdem auch heilsam auf die Umgebung und damit andere Wesen auswirkt.


    Gewissermaßen zeugt der Wunsch nach Erleuchtung von höheren Ansprüchen - vor allem an sich selbst...


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • Igor07
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    • 17. Februar 2026 um 16:27
    • #8
    Anna Panna-Sati:

    Wem es individuell schlecht geht, wer leidet, der sucht i.d.R. nach Linderung oder Befreiung von diesem Leiden und sehnt sich danach, sich besser zu fühlen.


    Da gibt es ja diese "Maslow'sche Bedürfnispyramide":

    Liebe Anna, nur kurz: Diese ganze Pyramide ist keine Wahrheit in der letzten Instanz. Wie Viktor Frankl und die gesamte Logotherapie sehr ausdrücklich aufgezeigt haben, kann der normale Mensch alles absolut/ prakticsch/ verlieren – also diese niedrigen Stufen. Er war absolut alleine im KZ und musste damit rechnen, dass dieser Tag oder sogar diese Minute die letzte sein könnte. Wer jedoch dort, in der Hölle, die höchste Ebene verinnerlicht hatte, also als Mensch trotz allerdem zu bleiben, hatte reale Chancen zu überleben.


    Zitat

    Was also ist der Mensch?

    Er ist das Wesen, das immer entscheidet,
    was es ist. Er ist das Wesen, das die Gaskammern erfunden hat; aber zugleich ist er auch das Wesen, das in die Gaskammern gegangen ist aufrecht und ein Gebet auf den Lippen.

    Ich denke: Was macht uns alle als Menschen aus? Wer wirklich verinnerlicht hat, dass absolut alles vergänglich ist, kann ohne soziale Sicherheit und individuelle Bedürfnisse leben. Der Mensch kann auch unter sehr starken Schmerzen leiden, wie es nach der Vergiftung beim Buddha der Fall war. Es kann auch sehr mies anfühlen, aber es spielt keine Rolle mehr.

    Einige interessante Fälle kann man bei W. James in seinem Werk über die religiösen Erfahrungen finden. Die Vielfalt religiöser Erfahrung


    LG.:)


    Die Quelle:Hier


    P.S. Als Anna Frank im Sterben lag( im Film), war nur der innere Frieden in ihr, aber alles um sie herum war entsetzlich. Klingt echt buddhistisch, scheint mir.:klee:

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Railex
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    • 17. Februar 2026 um 16:44
    • #9
    Anna Panna-Sati:
    RobertNesta:

    Die Zweifel, die mich plagen, bestehen vor allem darin, dass es am Ende völlig egal ist, was man tut, und das zieht mir ein bisschen den Boden unter den Füßen weg. Im Sinne von: es lässt mich vollkommen orientierungslos.

    Der Edle Achtfache Pfad wäre z.B. eine gute Orientierung, eine Richtschnur und ein Weg, der beschritten werden kann und auch den Gedanken, dass es "am Ende völlig egal ist, was man tut" dadurch eliminiert, dass die erlebten (ersten, vorläufigen) Erkenntnisse viele Zweifel minimieren, wenn nicht sogar ganz beseitigen.

    Der buddhistische Weg trägt den Geschmack der Befreiung eben nicht erst am Ende, sondern von Beginn der Einsicht über den Weg zur Mitte bis hin zur Befreiung am Ende.

    (gibt ne Lehrrede dazu)


    Deswegen RobertNesta wäre es dir zu wünschen, wenn du den 8fachen Pfad beschreitest , dass du die Vorzüge der Praxis so überzeugend spürst, dass sie deine Zweifel beseitigen.

    Das hat Anna Panna-Sati schon sehr gut erklärt und scheint mir unabdingbar zu sein, um eine dauerhafte Motivation aufrechtzuerhalten.


    Ich persönlich z.b., musste noch die Erfahrung der sinnlichen Überreizung selbst durchlaufen, um die Gewissheit zu entwickeln, dass sie auf Dauer unbefriedigend ist.

    Solche persönliche Erfahrungswerte sind wichtig, um bestehende Zweifel nachhaltig auszuräumen und/aber sie sind nicht bzw. nur schwer übertragbar.

    Einmal editiert, zuletzt von Railex (17. Februar 2026 um 16:59)

  • Monikamarie
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    • 17. Februar 2026 um 16:49
    • #10

    RobertNesta ,

    was ich seit zig Jahren empfinde, ist nicht ein Mich-ständig-wohlfühlen, sondern ein grundsätzlicher innerer Frieden, weil ich nicht mehr suche nach einer Ablenkung vom momentanen Zustand.


    Ich weiß, was mir fehlt, wenn ich mich unwohl fühle und kann etwas dagegen tun. Nicht indem ich Leiden erschaffe, indem ich mich unbewusst z.B. mit Essen vollstopfe oder shoppen gehe.


    Ich schaue mir mein Empfinden intensiv an. Es kann daran liegen, dass ich nicht tue, was ich für richtig halte, z.B. an der frischen Luft spazieren zu gehen.


    Im übrigen ist Meditieren nur 1 der 8 Regeln.

    Sie ist eine Methode, kein Ziel. Durch die Meditation soll kein Wohlgefühl erreicht werden, sondern Platz geschaffen für Eingebungen, Einsicht, Erkenntnis, Klarsicht.


    Mir scheint, lieber RobertNesta, Du hast Dich noch nicht wirklich mit der Lehre beschäftigt.


    Was bedeutet für Dich spirituelle Praxis?


    Ein Vergleich Fußball und Musik jedenfalls stimmt nur insofern, als das Übungsfelder für unsere Praxis sein können.

    _()_Monika

  • RobertNesta
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    • 18. Februar 2026 um 06:10
    • #11
    Monikamarie:

    RobertNesta ,

    Mir scheint, lieber RobertNesta, Du hast Dich noch nicht wirklich mit der Lehre beschäftigt.


    Was bedeutet für Dich spirituelle Praxis?


    _()_Monika

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    Liebe Monika, das ist richtig. In der Sangha reden wir kaum über Theorie. Dort besteht spirituelle Praxis zu 90% aus meditieren (Zazen), zu 9% aus Samu (Arbeit) und zu 1% aus Theorie (wenn überhaupt :grinsen:)


    Spirituelle Praxis im Allgemeinen ist für mich das Leben - es konfrontiert einen mit Dingen, die auf inneren Widerstand stoßen. Sich diesen Widerstand genau anzusehen ist für mich Praxis auf der grundlegensten Ebene.


    In meiner Sangha wird Meditation allerdings als die Verwirklichung angesehen - nicht nur als Methode. Ich denke, dass das stimmt und das Ziel schließlich darin besteht, dass zwischen Meditation und Leben kein Unterschied mehr besteht. Inwiefern das mit dem übrigen Buddhismus d'accord ist, weiß ich nicht (bitte schmeißt mich nicht raus :))


    Vielleicht deswegen der starke Fokus auf Meditation als Tätigkeit.

    Zitat

    Ich schaue mir mein Empfinden intensiv an.

    Das ist merkwürdigerweise die Antwort, mit der ich am meisten anfangen kann. Und es ist das, was ich aus der Diskussion mitnehme. Weil es unabhängig von der Tätigkeit ist und vielleicht ist das meine Antwort. Es kommt nicht auf die Tätigkeit an sich drauf an - zumindest nicht in erster Linie. Es kommt darauf an, diese vollkommen wahrzunehmen. Nichts anderes zu tun als das. Insofern ist es nicht "egal", was man tut, aber die Tätigkeit an sich ist nicht das Wesentliche.

  • Qualia
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    • 18. Februar 2026 um 10:43
    • #12

    Zazen ist die Tätigkeit, keine Tätigkeit zu tun, auch nicht Denken. Eine Anwendung, ein geschicktes Mittel, für Menschen, die sich in den Lehren, den Theorien verstrickt haben.

    Zen ist für Menschen, die überzeugt sind, dass das Vermeiden von Handlungen/Karma (Zazen) die Erlösung ist, also für Asketen, die sich von der sprachlichen Kommunikation abgewendet haben.


    Weder nur durch Zazen noch durch nur Zen wird ein Mensch die Befreiung erreichen. Hat er sie erreicht, wird Zazen oder Zen zu einem Nebenspielplatz, den man je nach Laune aufsuchen kann, aber nicht mehr muss.


    Zen und Zazen sind die größten Lügen aller Zeiten, dazwischen, in der Mitte, oben und unten ist reale Wahrheit.


    Weder Zen noch Zazen ergreifen oder festhalten, denn das ist Anhaftung, Überzeugung, Urteil, Bewertung, Parteilichkeit.

    Eines sollten Menschen vermeiden: nach den vergangenen Sinneslüsten oder ‑qualen zu greifen.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

    2 Mal editiert, zuletzt von Qualia (18. Februar 2026 um 10:52)

  • RobertNesta
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    • 18. Februar 2026 um 16:39
    • #13
    Qualia:

    Weder Zen noch Zazen ergreifen oder festhalten, denn das ist Anhaftung, Überzeugung, Urteil, Bewertung, Parteilichkeit.

    Eines sollten Menschen vermeiden: nach den vergangenen Sinneslüsten oder ‑qualen zu greifen.

    Das ist genau das, was ich nicht verstehe. Kann man schlussendlich einen Grund dafür angeben, warum man Zazen (Meditation, spirituelle Praxis) machen sollte? Oder ist eben das nur eine Art Selbsterhöhung des Egos, das sich wähnt, etwas höherem nachzugehen, jedoch auch nichts anderes als sein eigenes Wohlergehen sucht?


    Nicht-Anhaftung - was bedeuted das schließlich? Dass es kein spirituelles Projekt gibt, keinen Fortschritt, keinen "Weg"? Wenn ich an nichts hafte, kann ich dann überhaupt sagen, dass etwas dem anderen vorzuziehen ist?


    Wenn ich diese Worte höre (und annehme, dass sie richtig sind), habe ich Angst vor den gelebten Konsequenzen, um ehrlich zu sein, da sich irgendwie alles in Nichts auflösen würde.


    Oder, um es anders zu sagen: mein ganzes bisheriges Leben basiert darauf, eines dem anderen vorzuziehen. Es ist die Richtschnur meines Handelns. Was wäre ich ohne das?

  • Qualia
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    • 18. Februar 2026 um 19:15
    • #14

    Ohne Zazen oder ohne Zen hätte ich Buddha nie verstanden. Man muss BEIDES eben so lange machen, bis man weiß, dass man es nicht mehr benötigt. Doch!! Das wird man ganz alleine wissen.

    Was bin ich ohne das? Frei, das zu machen, das zu ergreifen, was mir gerade hilfreich ist. Ohne anhaften es einfach wieder loslassen.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • mooncake
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    • 18. Februar 2026 um 19:24
    • #15

    Hallo und Willkommen! RobertNesta

    Deine Zweifel kommen mir auch bekannt vor.

    Irgendwann musst Du Dich wohl selbst entschlossen haben, in einer Sangha Zen zu üben. Die Motivation des sich gut Fühlens ist bestimmt ein guter Anfang. Wenn man dann merkt, dass man sich gut fühlt und lieber tanzen will als meditieren, spricht doch nichts dagegen eine Pause zu machen.

    Bei mir war ein Leidensdruck die Motivation für Zazen, wiederkehrende Gedanken, Überforderung und Schuldgefühle. Deswegen habe ich immer stoisch weiter meditiert, selbst wenn es mal besser wurde. Die tägliche Praxis wurde für mich zum Anker in meinem bewegten Lebenslauf und bekam bald eine eigene Dynamik, auch durch meine brennende Neugier darauf.

    RobertNesta:

    Oder, um es anders zu sagen: mein ganzes bisheriges Leben basiert darauf, eines dem anderen vorzuziehen. Es ist die Richtschnur meines Handelns. Was wäre ich ohne das?

    Das scheint mir die wichtigste Frage überhaupt. Was passiert wenn ich mich nicht mehr auf mein Ego und sein erfahrenes Weltbild verlassen kann? Das kann man zb. im Zazen erfahren, indem man seine eigenen kleinen Geist erforscht. Wo sonst ginge das noch?

    Viel Glück!

  • Samadhi1876
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    • 18. Februar 2026 um 20:14
    • #16
    RobertNesta:

    Wenn ich diese Worte höre (und annehme, dass sie richtig sind), habe ich Angst vor den gelebten Konsequenzen, um ehrlich zu sein, da sich irgendwie alles in Nichts auflösen würde.

    Ja, das ist verständlich, das wenn man die gewohnten Denkmuster, Verhaltensmuster, die einem Jahre lang so etwas wie Halt und Orientierung und auch so etwas wie Identität geschenkt haben, loslassen soll, und man noch nicht weiß was dann ist…


    In der Tat ist es auch wie zu sterben während man noch lebt, bereits vor dem Augenblick wenn eines Tages der Körper stirbt…


    Aber auch das ist nur ein Aspekt…


    Neben Dem völlig im Hier und Jetzt sein zu können, Demut und Dankbarkeit und auch Freude darüber zu empfinden…


    Neben Dem danach üblichem wieder auf kommenden Begehren und Anhaften…


    Neben Dem Erkennen das sich alles nur beständig wandelt, es nichts Beständiges gibt, außer das Eine Ewige im Hintergrund all dessen, und man im Grunde einer großen Selbsttäuschung unterliegt…


    Bis man erwacht, wie aus einem Traum den man oft erlebt, und weiß, das war nur ein Traum, obwohl so ganz real…

  • void
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    • 18. Februar 2026 um 20:42
    • #17
    RobertNesta:

    mich beschäftigt schon gefühlt seit einer Ewigkeit die Frage, ob es wirklich eine "höhere" Motivation im Menschen gibt, als sich gut zu fühlen.

    Es gibt da zwei Ebenen:


    1. Nehmen wir mal jemand mit einer gruseligen Motivation , dem es Freude macht Leute zu quälen - den Marquise.


    2. Und jemand Altruistisches dessen höchstes Bestreben dahin geht, andere glücklich zu machen - den Heiligen.


    Da ist doch das zweite die höhere Motivation!


    Auch wenn auf einer niedrigeren Ebene jeder der Personen ihr Leid - die Diskrepanz zu ihren "Vorlieben" bzw "Werten" minimiert. Dies ist vollkommen damit kompatibel, dass die Werte des ersteren niedrig egoistisch sind und die Werte des anderen höher und selbstloser.


    Nur weil jeder nur tut was er will - ist der eine Wunsch "andere mögen glücklich sein" besser als der "andere mögen leiden". Nur weil das Wollen gleich funktioniert - wir fließen wie Wasser in Richtung unserer Wünsche, entwertet es das nicht. Und stellt es auch nicht auf die gleiche Stufe.

  • JoJu91
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    • 19. Februar 2026 um 07:26
    • #18
    RobertNesta:

    Kann man schlussendlich einen Grund dafür angeben, warum man Zazen (Meditation, spirituelle Praxis) machen sollte?

    Ja. Zazen bringt, richtig praktiziert, ganz konkrete weltliche Vorteile mit, die spirituelle Kraft (Joriki), eine verbesserte Konzentration und einen klareren Geist. Das ist schon mal was.


    Spirituelle Praxis bringt Selbstdistanz.

    Menschen zahlen gutes Geld, um sich im Kino ein Liebesdrama anzusehen.

    Der spirituell Praktizierende spart sich das Geld, weil er das Drama mit seiner Partnerin live erlebt.

    Er erlebt sich als Schauspieler in einer tragischen Rolle.

    So wie die Fans der Münchner Löwen, die rein rational betrachtet zum Grossen Bruder FC Bayern überlaufen müssten.


    Nicht anhaften bedeutet zum Beispiel aus Freude arbeiten, auch wenn 95% der Arbeit "für den Papierkorb ist", um Karl Lagerfeld zu zitieren.


    Du bist im besten Zazen-Alter, in den Dreissigern hat mann noch unendlich viel Kraft.

  • Qualia
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    • 19. Februar 2026 um 09:02
    • #19

    Die Theorie des Zen dient dazu, dass der Arbeitende sein Handeln auf Effektivität mit der Realität überprüft.


    Arbeit ist der Anweisung zu folgen, auf den Fahnenmast zu klettern und sich auf die Spitze zu stellen.
    „Gehe jetzt einen Schritt nach vorn.“ ist eine Anweisung, die durch die Erfahrungen des Zazen nicht ausgeführt wird, außer man hängt sein Leben an den Meister. Die Zazen-Erfahrung auf der Spitze: Mache Zazen im Stehen und klettere auch ohne Anweisung herunter.

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  • RobertNesta
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    • 19. Februar 2026 um 19:58
    • #20
    Qualia:

    Ohne Zazen oder ohne Zen hätte ich Buddha nie verstanden. Man muss BEIDES eben so lange machen, bis man weiß, dass man es nicht mehr benötigt. Doch!! Das wird man ganz alleine wissen.

    Bedeutet das - solange man sich nicht sicher ist und Zweifel hat - muss man weitermachen, evtl. auch gegen inneren Widerstand? Und damit verbunden: Ist Widerstand ein Signal des Körpers, das etwas falsch ist und man etwas anders machen soll oder ist es nur die Angst vor dem Ungewissen, die sich auflöst, sobald man weitermacht?


    Ich habe die Tendenz, bis zu einem gewissen Punkt zu gehen und dann zurückzuschrecken, um wieder "in der Welt" zu verschwinden. Nach einer Weile wird es mir dort dann zu dumm und ich gehe wieder zurück in Versenkung (nicht unbedingt wörtlich gemeint - der Fokus richtet sich nach innen). Es ist wie ein Kreis, bei dem ich immer wieder an denselben Punkten rauskomme und mir bewusst wird: "Das hattest du doch schon alles mal..."


    Wieder gilt, dass ich alle Beiträge lese und viel daraus mitnehme, auch wenn ich nicht auf jeden einzelnen antworte. Danke an euch alle!

  • Qualia
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    • 19. Februar 2026 um 22:29
    • #21

    RobertNesta Ich habe oft zurückgeschreckt in meinem Leben. Mal aus Feigheit des Geistes und oft weil sich der Körper weigerte. Jedes Mal bin ich später wieder angefangen und mein letztes Anhalten ist schon lange her.

    „später wieder angefangen“ ist richtig, denn ein Weitermachen war unmöglich. Das ist kein Buch, das man weglegt und dann weiterliest.

    Wenn nicht immer wieder Anfängergeist da ist, ist man schon eitel.

    Heute ist jetzt und gleich, morgen kann ich nicht wissen.

    Nur Mut dein Körper wird auf dich achtgeben.

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  • mooncake
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    • 20. Februar 2026 um 19:23
    • #22
    RobertNesta:

    Ich habe die Tendenz, bis zu einem gewissen Punkt zu gehen und dann zurückzuschrecken, um wieder "in der Welt" zu verschwinden. Nach einer Weile wird es mir dort dann zu dumm und ich gehe wieder zurück in Versenkung (nicht unbedingt wörtlich gemeint - der Fokus richtet sich nach innen). Es ist wie ein Kreis, bei dem ich immer wieder an denselben Punkten rauskomme und mir bewusst wird: "Das hattest du doch schon alles mal..."

    Es sind ja eigentlich alles so Minischritte, die man dort erlebt. Es dauert lange, bis sich der Fokus nach innen richtet, meist drängt man ja aus dem "Innen" wieder heraus in seine gewohnten Bahnen.


    Ein sehr guter Lehrer hat mal ein schmales und sehr gut lesbares Buch darüber geschrieben:

    "Zen- Geist, Anfänger- Geist", Shunryu Suzuki. Das fand ich wirklich sehr hilfreich.

  • Bernd
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    • 21. Februar 2026 um 09:46
    • #23
    RobertNesta:

    mich beschäftigt schon gefühlt seit einer Ewigkeit die Frage, ob es wirklich eine "höhere" Motivation im Menschen gibt, als sich gut zu fühlen. Die Mittel sind wohl vollkommen verschieden (manche gehen spazieren, manche springen aus Flugzeugen, manche meditieren, manche besuchen bestimmte Etablissements, etc.)


    Hallo Robert,

    der grosse Unterschied ist meiner Meinung nach derer..

    Wenn du die Möglichkeit nicht hast, spazieren zu gehen, aus Flugzeugen zu springen, in Etablissements zu gehen, wirst du unglücklich.

    Also suchst du die Möglichkeit des Spazierganges. Und bist während dem Nicht Spazieren gehen unglücklich.


    Wenn du dich mit deinem Geist beschäftigst, dadurch glücklich wirst, kannst du das immer machen

  • Wetering
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    • 7. März 2026 um 06:12
    • #24

    Zu "Sich gut fühlen" schreibt Seung Sahn im Zusammenhang mit Meditation (und in dieser Form nicht ausreichend):


    Das ist jede Form der Praxis, die an einem Objekt festhält oder die darauf zielt, einen guten Geisteszustand oder ein gutes Gefühl zu erzeugen. ...

    Ja, so etwas ist nicht falsch. Aber es geht nur darum, ein bestimmtes Gefühl zu erzeugen, ein gutes Gefühl. ...

    Aber irgendwann ändert sich auch ein gutes Gefühl und wird zu seinem Gegenteil. Wer so meditiert, ist dann vielleicht trauriger als vorher, weil er an diesem guten Gefühl festhält.

  • mukti
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    • 7. März 2026 um 08:59
    • #25

    Gewöhnlich wird halt alles auf das Ich bezogen - Ich fühle mich gut oder Ich fühle mich schlecht, als wäre das Ich der Mittelpunkt der Welt, von dem alles ausgeht und das alles erfährt.


    In Wirklichkeit ist da kein Ich das sich selber fühlt, es ist nur Identifikation mit körperlichen und geistigen Phänomenen, den khandha - Ich bin ein Gefühl oder der Körper, der Gefühle hat oder der fühlende Geist im Körper. Oder die Annahme, man wäre ein unveränderliches Ich außerhalb der khandha, das sich fälschlich mit den khandha identifiziert.


    Das Ich ist aber nur eine geistige Gestaltung und die Identifikation ist durch Unwissenheit und Begehren bedingt. Schließlich ist das Ich ebenfalls ein Objekt der Wahrnehmung und in der meditativen Geistesruhe lässt sich das erkennen, wenn das Bewusstsein durch die Praxis des achtfachen Pfades allmählich von den Geistestrübungen Gier, Hass und Verblendung gereinigt wird.

    Mit Metta, mukti.


Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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