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was ist die vorherrschende Meinung zum Thema Wiedergeburt.

  • Kaiman
  • 30. August 2025 um 11:58
  • Zum letzten Beitrag
  • Helmut
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    • 4. November 2025 um 16:14
    • #276

    Dieser Thread hat sich schon seltsam, aber nicht untypisch, entwickelt. Deutlich wird: Diejenigen, die denen, die Wiedergeburt vertreten, puren Glauben vorwerfen, reduzieren selbst das Thema auf diese Ebene des Glaubens. Das hat den Vorteil, man kann sagen, ich beschäftige mich nicht mit den Themen, die ich für puren Glauben halte. Und diejenigen, die nicht diesbezüglich so denken wie ich, sind eben noch nicht im rationalem Denken der Moderne angekommen. So verdrückt man sich vor dem Thema.


    Wiedergeburt ist keine Frage des Glaubens, sondern bei Wiedergeburt im Kontext des Dharma geht es um Logik und Erkenntnis; um die Frage: ist mit dem Tod alles vorbei oder nicht. Hierauf hat Buddha Sakyamuni eine Antwort mit den zwölf Gliedern des abhängigen Entstehens gegeben.


    Es gibt nicht nur schriftliche Belege für Wiedergeburt in den Lehrreden des Buddhas, sondern auch logische Begründungen für Wiedergeburt, weil alles in Abhängigkeit und Bedingtheit existiert.


    Die Geburt ist die Ursache für Altern und Tod und weil der Tod verursacht ist, kann er Wirkungen hervorrufen wie jedes andere verursachte Phänomen.

    Gruß Helmut

    Als Buddhisten schätzen wir das Leben als höchst kostbares Gut.

  • Bosluk
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    • 4. November 2025 um 16:47
    • #277
    Zitat

    aber zum einen soll Buddha gesagt haben, dass er sich an die früheren Leben erinnerte....

    Das ist so nicht richtig. Das wird von den Theravadins durch ihre übersetzung Buddha in den Mund gelegt.


    Dabei handelt es sich um die Textpassage (z.B. in m36)

    Zitat

    So anekavihitaṁ pubbenivāsaṁ anussarāmi....


    Das wird von den Theravadins z.B. so übersetzt: Ich erinnerte mich an viele Arten früherer Leben.... (nach Sabbamitta) und stellt damit eine Leseart dar.


    Anzumerken ist, dass es im Pali so überhaupt nicht dort steht. sondern:

    Er vergegenwärtigt (anussarāmi) sich seine früheren Aufenthalte (anekavihitaṁ pubbenivāsaṁ)...


    In der gleichen Sutta wird für eine "Erinnerung an ein vergangenes Ereignis" (nämlich: Ich erinnere -abhijānāmi- mich, wie ich im kühlen Schatten eines Rosenapfelbaums saß...) der Palibegriff "abhijānāmi" verwendet. Wenn man hier das Gleiche hätte ausdrücken wollen, hätte man nicht einen anderen Palibegriff gewählt. Somit macht es schlicht keinen Sinn anussarāmi mit erinnern zu übersetzen.


    Diese Vergegenwärtigung ist das Verstehen einer Unterschiedlosigkeit der Wesen, die sich aus dem Baumaterial "Ergreifen und Verlangen" manifestieren und stellt eine Konsequenz und Schlussfolgerung der Unpersönlichkeit (anatta) dar.

    2 Mal editiert, zuletzt von Bosluk (4. November 2025 um 17:04)

  • Kaiman
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    • 4. November 2025 um 18:11
    • #278
    Bosluk:

    Diese Vergegenwärtigung ist das Verstehen einer Unterschiedlosigkeit der Wesen, die sich aus dem Baumaterial "Ergreifen und Verlangen" manifestieren und stellt eine Konsequenz und Schlussfolgerung der Unpersönlichkeit (anatta) dar.

    Woher willst du das wissen . Das ist deine Interpretation was du daraus machst.

  • Michael Haardt
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    • 4. November 2025 um 18:37
    • #279

    Ich sagte, er soll es gesagt haben. Nicht, er hat. Kein Mensch weiß mehr, ob er es sagte. Man kann nur Indizien deuten - oder selbst nachdenken.


    Die Drohung mit einer Hölle und Lockung mit einem Himmel ist im Buddhismus kein Prinzip, mit dem moralisches Verhalten mit Wirkung über den Tod hinaus motiviert wird.


    Karma wirkt natürlich über den Tod hinaus und Mitgefühl wird nicht nur auf das persönliche Leben bezogen gelehrt und beides gehört zum Kern. Wer das annimmt, kann auch ohne Wiedergeburt nicht mehr sagen "nach mir die Sintflut".


    Die Idee der Wiedergeburt geht für mich nicht schlüssig aus dem Rest des Buddhismus hervor.


    Identität als mentales Modell basierend auf der Selbstwahrnehmung wurde von Buddha als Illusion bezeichnet, und auch wenn ich dem Wort widerspreche, ist es technisch gesehen wahr. Wir sind nicht die, die wir meinen zu sein. Das Modell ist lausig.


    Und doch sind wir, wie Descartes feststellte. Identität ist Information und nicht-stoffliche Realität. Man kann argumentieren, dass Leben an sich eine bemerkenswerte Form von Information ist, weil sie das natürliche Chaos strukturiert. Für jeden einzelnen ist der Tod das finale Ende dieses Unterfangens, und die Illusion, etwas Ewiges und Beständiges schaffen zu können, Ausdruck der Hoffnung des Lebens an sich. Rational gesehen, eine grundlose Hoffnung, wie Buddha feststellte, und ich kann ihm nicht widersprechen. Was bleibt mir? Ein gutes Leben zu führen, solange es dauert, und das ist eine Menge. Das Leben an sich endet nicht, nur einzelne Menschen vergehen.


    OK, also für mich ist Buddhas Lehre auch ohne Wiedergeburt schlüssig. Gibt es Wiedergeburt jetzt oder nicht? Als wissenschaftlich orientierter Mensch sage ich: Weiß ich nicht. Möglich. Intellektuell interessante Frage. Unsere Wahrnehmung der Realität basiert u.a. auf einer konstanten und linearen Wahrnehmung von Zeit, und die Physik sagt klar, dass das nur unsere Wahrnehmung ist, aber es ist komplizierter. Ist unsere wahrgenommene Realität real? Vielleicht nicht. Auch das ist intellektuell interessant, aber solange ich an diese Wahrnehmung gebunden bin, richte ich mein Leben danach aus.

  • Bosluk
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    • 4. November 2025 um 19:18
    • #280
    Kaiman:
    Bosluk:

    Diese Vergegenwärtigung ist das Verstehen einer Unterschiedlosigkeit der Wesen, die sich aus dem Baumaterial "Ergreifen und Verlangen" manifestieren und stellt eine Konsequenz und Schlussfolgerung der Unpersönlichkeit (anatta) dar.

    Woher willst du das wissen . Das ist deine Interpretation was du daraus machst.

    In diesem Fall findet man das genauso im Palikanon auf Pali wieder - aber ja. Es ist auf jeden Fall auch eine Leseart, nur eine die ohne Eisegese auskommt

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    Buddh. Richtung
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    • 4. November 2025 um 20:45
    • #281
    Helmut:

    Wiedergeburt ist keine Frage des Glaubens, sondern bei Wiedergeburt im Kontext des Dharma geht es um Logik und Erkenntnis; um die Frage: ist mit dem Tod alles vorbei oder nicht. Hierauf hat Buddha Sakyamuni eine Antwort mit den zwölf Gliedern des abhängigen Entstehens gegeben.

    Wenn man religiöse Konzepte als Aussagen über die Welt diskutiert, dann gelangt man leicht zu einer eher fruchtlosen "so isses- nein so isses- nicht - doch so isses-" Diskussion.


    Von daher finde ich es gut, diese nicht so sehr als Aussagen über die Welt zu sehen sondern in ihrer Funktion und Wirkung zu beleuchten. Und da sehe ich folgendes:


    1. Eine ethische Funktion. Also dass man in Hoffnung auf gute Wirkung gutes tut und negatives unterlässt und sich das dann als Gewohnheit verfestigt
    2. Der geistige Horizont wird erweitert. Statt sich mit der jetzigen Situation( Geburt) zu identifizieren, weicht sich die Identität auf. Heute stehe ich als Mensch einem Hund gegenüber wann anders könnte es genau umgekehrt sein.
    3. Indem ich negatives das mir passiert als Frucht vergangener eigener Taten sehe, kann ich es vielleicht besser annehmen.
    4. Insgesamt befördert es eine Idee gegenseitiger Verschränkung und relativiert Identitäten und hilft so beim Loslassen der jetzigen Identität als vorübergehende Erscheinung.

    Es hat aber auch Risiken und Nebenwirkungen gerade wenn man es auf andere ( und falsch) anwendet. So hab es immer wieder Fälle, wo man z.B Arme oder Behinderte eben als "selber abstempelt".


    Wenn man von der Funktion aus denkt, dann kann man das besser abwägen.


    Interessant ist es auch, die Aternativhypothese zu betrachten. Die Idee der "Nicht-Wiedergeburt" führt ja leicht dazu, da die jetzige Identität als etwas solides zu sehen. Ich bin und irgendwann bin ich nicht mehr. Dies muß doch dann irgendeine Art von Atman sein. So kann ja selbst ein eher naive Idee von Wiedergeburt das kleinere von zwei Übeln sein.


    Ich denke an den Koan: „Wie sah dein Gesicht aus, bevor deine Eltern geboren waren?“[

  • Kianga
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    Buddh. Richtung
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    • 5. November 2025 um 03:36
    • #282

    Mir fehlt da noch die dritte Position, nämlich dass man offen lässt, ob und was nach dem Tod passiert.

    Wir wissen es doch alle nicht und letztendlich ist jede Position eine Form des Glaubens, egal ob man dafür oder dagegen ist und für jede Postion gibt es Schriften quer durch alle Religionen.


    Was ich aber gar nicht so selten erlebe, ist, dass sich gläubige Buddhisten vor allem aus Angst vor der möglichen Art der Wiedergeburt verpflichtet fühlen, ein bestimmtes Leben zu führen oder sogar meinen, ihr Karma „reinigen“ zu müssen. Wenn das dann nur ein paar Räucherstäbchen und Gebete mehr sind, ist das ja noch nicht so tragisch, aber wenn ständig die Angst auf der Schulter sitzt, weil es eine niedrigere Wiedergeburt geben könnte, ist das für mich nicht mehr akzeptabel.


    Oder dass jemand ihnen vermittelt oder sie es in buddhistischen Büchern gelesen haben, dass sie aus dem letzten Leben noch eine Schuld abzutragen haben, weshalb das jetzige Leben besonders schwer sei. Bei Krankheit, Unfällen, anderen Schicksalsschlägen oder schwierigen Lebensumständen holt man dann erhobenen Hauptes die moralische Karmakeule heraus, um nochmal so ordentlich hinterhertreten zu können.


    Das sind für mich die Probleme von Karma und Wiedergeburt und nicht, ob das eine oder das andere bewiesen werden kann oder wer angeblich recht hat. Der Palikanon wurde von so unterschiedlichen Gruppen geschrieben, dass man wirklich für jede Meinung eine entsprechende "Buddha-hat-gesagt"- Stelle finden kann.

    In welcher Welt ist das, was der andere mir gerade sagt, wahr? In welche Welt passt es hinein und ist es plausibel?

    Aus einem Gespräch mit Bernhard Pörksen.

  • Qualia
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    21. Mai 1954 (71)
    • 5. November 2025 um 08:47
    • #283

    Meine unchristlichen Gedanken zum Paradies:

    Wenn ich ins Paradies komme, ist alles, was ich benötige, vorhanden. Wer erschafft das?

    Wir wissen doch, nicht nur von Buddha, dass alles eine Ursache hat, denn sonst kann es keine Wirkung geben. Zwischen Ursache und Wirkung ist also ein Handelnder.

    Wenn Gott der Handelnde im Paradies ist, dann ist er ein Sklave meiner Bedürfnisse. Ist der Handelnde nicht Gott, dann muss ein anderer im Paradies leiden, damit ich im Paradies sein kann.


    In der Hölle wären der Teufel oder seine Gehilfen, Sklaven ihrer Handlungen, damit ich leide.


    Buddha sagt, dass es nur einen Lebensbereich gibt, in dem sich der Mensch vom Leiden befreien kann: den, in dem es die Realität der Dinge gibt, mit denen Menschen handeln, um zu überleben. Der Lebensbereich als Mensch. Ausschließlich in diesem Bereich ist der Mensch nur Körper mit den fünf Anhäufungen, Skandha.


    Alle anderen Bereiche sind dem des Menschen gleich in ihrem Leiden. Der Unterschied ist, dass alle anderen metaphysischen Götter- und Teufelbereiche des Menschen Illusionen sind, die reinen/unreinen Länder, in denen Wunder normal sind. Das Wunder im Paradies, keine Leiden zu haben, oder die Hölle, die nur aus Leiden besteht.


    Nur im Menschenbereich kann ich leiden und mich davon befreien und wieder leiden usw. Leben ist nicht Leiden, es ist die Glückseligkeit und das tiefe Tal, doch hier entscheide ich und kein Gott oder Teufel und auch kein anderer Mensch, wie es mir real geht.

    Wenn es dafür eine Quelle gibt, bin ich es.

    Ansonsten gibt es unaufzählbar viele Quellen.

  • Anna Panna-Sati
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    • 5. November 2025 um 15:50
    • #284
    Helmut:

    Wiedergeburt ist keine Frage des Glaubens, sondern bei Wiedergeburt im Kontext des Dharma geht es um Logik und Erkenntnis; um die Frage: ist mit dem Tod alles vorbei oder nicht.

    Da Wiedergeburt (Punabbhava) weder für Übende nachprüfbar, noch von "Experten" bis heute bewiesen werden konnte (obwohl viele "Geschichten" dazu erzählt werden), bleibt das Thema wohl Auslegungs- und Glaubenssache.


    (Betr. "Logik": Ein Argument kann logisch gültig/ schlüssig im logischen Sinne, sein und gleichzeitig unwahr, wenn nämlich die Prämissen und daraus abgeleitete Schlussfolgerungen nicht der Realität entsprechen.)


    Allerdings mag es sein, dass in tiefen Versenkungsstufen (ab 4. Jhana) "Vorexistenzen" gesehen werden können - habe das allerdings bisher von niemandem gehört oder gelesen (auch nicht hier im Forum...;)).

    Helmut:

    ist mit dem Tod alles vorbei oder nicht. Hierauf hat Buddha Sakyamuni eine Antwort mit den zwölf Gliedern des abhängigen Entstehens gegeben.

    "Alles vorbei" gilt definitiv für die 5 Khandha des verstorbenen Wesens, die sich mit Eintritt des Todes auflösen, für immer verschwinden, also für alles, an dem der "unerleuchtete Weltling" gemeinhin zu hängen pflegt.


    Des Weiteren können die Ego-Illusion als "Hirngespinst", sowie Persönlichkeit und Charakter einer Person, ja bereits schon zu Lebzeiten - z.B. durch Krankheiten wie Demenz oder unfallverursachte Hirnläsionen - unwiederbringlich zerstört werden.


    Ob die zwölfgliedrige Kette des Entstehens sich wirklich auf den realen physischen Tod bezieht, kann auch nicht sicher gesagt werden, nach neueren Auslegungen (Buddhadasa) bezieht sie sich vielmehr auf rein geistige Zustände im lebenden Menschen, wonach das "Ego" - und damit "Dukkha"- quasi von Moment zu Moment, solange ständig (wieder)geboren wird, bis der Mensch Nibbana/Nirvana verwirklicht.

    Helmut:

    weil der Tod verursacht ist, kann er Wirkungen hervorrufen wie jedes andere verursachte Phänomen.

    Natürlich hat der physische Tod, wie auch der psychisch-geistige Tod Konsequenzen/Wirkungen, ersterer - ohne Wiedergeburtsglaube - jedoch ausschließlich für die Weiterlebenden und die Nachwelt.


    Kianga:

    Mir fehlt da noch die dritte Position, nämlich dass man offen lässt, ob und was nach dem Tod passiert.


    Wir wissen es doch alle nicht und letztendlich ist jede Position eine Form des Glaubens, egal ob man dafür oder dagegen ist und für jede Postion gibt es Schriften quer durch alle Religionen.

    _()_ Eine sehr vernünftige Sicht - angesichts der Tatsache, dass wir vielfach geneigt sind, Glaube mit Wissen zu verwechseln und oft nur glauben, zu wissen....

    Kianga:

    wenn ständig die Angst auf der Schulter sitzt, weil es eine niedrigere Wiedergeburt geben könnte, ist das für mich nicht mehr akzeptabel.

    Ein ursprünglicher Zweck der Wiedergeburtslehre könnte tatsächlich gewesen sein, durch Angsterzeugung, im Sinne "schwarzer Pädagogik" vordringlich bei - mutmaßlich - sonst skrupellos handelnden "Böswilligen", ethisches Verhalten zu befördern.

    (Obwohl das, angesichts der zu Buddhas Lebzeiten üblichen drakonischen (Folter-) Strafen - auch für "kleinere" Vergehen - ziemlich überflüssig erscheint, zumal ethisches Verhalten sehr bald positive Wirkungen im Geist zeigt, also gewissermaßen selbstbelohnend wirkt...:?)


    Darüber hinaus hat diese Lehre gleichzeitig auch die eher günstige "Nebenwirkung" mit sich gebracht, dass die Menschen dazu angeregt wurden, vermeintlich niedrigere Existenzformen (vor allem Tiere!), mit mehr Respekt zu behandeln - denn jedes Tier könnte ja auch ein karmischer Nachfolger verstorbener Angehöriger oder Freunde sein...


    Kianga:

    Oder dass jemand ihnen vermittelt oder sie es in buddhistischen Büchern gelesen haben, dass sie aus dem letzten Leben noch eine Schuld abzutragen haben, weshalb das jetzige Leben besonders schwer sei.

    Bei Krankheit, Unfällen, anderen Schicksalsschlägen oder schwierigen Lebensumständen holt man dann erhobenen Hauptes die moralische Karmakeule heraus, um nochmal so ordentlich hinterhertreten zu können.

    Karma, verstanden als (unabwendbares, unbeeinflussbares) Schicksal, spielt m.E. im Buddhismus eine geringere Rolle, als im Hinduismus, weil man - laut der Buddha-Lehre - durch Beschreiten des Edlen Achtfachen Pfades, sein Leben im Hier und Jetzt, noch zum Guten, zur Leidensbefreiung wandeln/wenden kann. (siehe u.a. A.N. III.101)


    Die Angst vor dem Weiterwandern schlechten Karmas, stellt aber nur die eine Seite dar, eine positivere Sicht wäre, dass - besonders in früheren, vor-wissenschaftlichen Zeiten - damit eine mögliche Erklärung für all die zu beobachtenden Ungerechtigkeiten des Lebens gegeben war/ist (besonders bei den Ausgangsbedingungen, wie Geburt in elenden Zuständen, z.B. mit Behinderungen, in Armut usw.).


    Diese Erklärung könnte für manche vielleicht einen gewissen "Trost" darstellen, aber eben leider auch missbraucht werden....


    (Wobei ich nicht nachvollziehen kann, wieso jemand die Motivation verspüren sollte, bei einem - ohnehin schon - Leidenden, noch "nachzutreten" - mit der "Karma-Keule"... :shock:

    Entscheidend ist auch hier die Absicht: Sollte die Ansage aus niederen Beweggründen erfolgen - "hocherhobenen Hauptes" klingt z.B. nach Dünkel! - , würde der "Moralapostel" letztlich für sich selbst schlechtes Karma erzeugen. :shrug:)


    Also: Keine Angst, liebe Buddhies, die Praxis des Buddhadharma - insbesondere die Einhaltung der 5 Sila - lindert jegliche Ängste und schützt bei Erreichen von Stromeintritt (Sotapanna) sogar vor niederer Wiedergeburt (falls man an diese überhaupt glaubt...). :angel:;)


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • ewald
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    • 5. November 2025 um 16:04
    • #285

    Ich weiß, was nach meinem Tod mit mir passiert. Ich möchte eine Erdbestattung und werde dort von den Würmern aufgefressen, es entsteht Humus, der dünkt die Pflanzen, sie dienen als Nahrung usw. ein ewiger Kreislauf des Lebens. Da ist ein Glaube an die Wiedergeburt, der Ewigkeit wegen nicht notwendig. Wer eine gute Moral hat, braucht das Karma nicht extra zu betonen.

  • pano
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    • 5. November 2025 um 18:45
    • #286
    Qualia:

    Meine unchristlichen Gedanken zum Paradies:

    Wenn ich ins Paradies komme, ist alles, was ich benötige, vorhanden. Wer erschafft das?

    Wir wissen doch, nicht nur von Buddha, dass alles eine Ursache hat, denn sonst kann es keine Wirkung geben. Zwischen Ursache und Wirkung ist also ein Handelnder.

    Wenn Gott der Handelnde im Paradies ist, dann ist er ein Sklave meiner Bedürfnisse. Ist der Handelnde nicht Gott, dann muss ein anderer im Paradies leiden, damit ich im Paradies sein kann.

    Je nachdem welcher christlichen Strömung man angehört kann man das Paradies auch als Vereinigung mit Gott betrachten. Theosis. Und ich denke da gibt es durchaus Parallelen mit Nirvana und der Leere, die ja auch als Fülle betrachtet werden kann.


    Ich bin kein Christ aber das ist was ich christlich-theologisch ansprechend fand.

  • Metta
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    • 5. November 2025 um 21:11
    • #287
    Kaiman:
    Bosluk:

    Diese Vergegenwärtigung ist das Verstehen einer Unterschiedlosigkeit der Wesen, die sich aus dem Baumaterial "Ergreifen und Verlangen" manifestieren und stellt eine Konsequenz und Schlussfolgerung der Unpersönlichkeit (anatta) dar.

    Woher willst du das wissen . Das ist deine Interpretation was du daraus machst.

    zunächst ist jegliche geistige Aktivität Interpretation. Dass wir uns trotzdem verständigen und uns halbwegs in der Welt zurechtfinden, liegt an den Konventionen, die wir eingehen. Gedanklich/sprachlich bilden wir dazu Begriffe, die auf unterschiedliche Inhalte zeigen.
    Hier zeigen in ein und demselben Sutta zwei unterschiedliche Begriffe auf zwei offenbar unterschiedliche Dinge, ansonsten hätte ja einer völlig gereicht. Dass sie oft gleich übersetzt werden, ist eine Interpretation, die eigentlich nur mit vorgeprägten Vorstellungen über "Wiedergeburt" zu erlären ist.

  • JoJu91
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    • 6. November 2025 um 10:22
    • #288
    Qualia:

    Der Unterschied ist, dass alle anderen metaphysischen Götter- und Teufelbereiche des Menschen Illusionen sind, die reinen/unreinen Länder, in denen Wunder normal sind.

    Bereiche, in denen es noch mehr Wunder gibt als in der Menschenwelt auf dem Planeten Erde ?

    Ich fühle mich täglich wie Alice im Wunderland und frage mich, was ich mir damals auf Wolke Sieben gedacht habe, hierher zu kommen, anstatt ins reine Land des Buddha Amitabha ?


    "Woher willst Du wissen, dass ich verrückt bin ?" fragt Alice die Grinsekatze im Wunderland.

    "Weil Du sonst nicht hier wärst. Hierher kommen nur Verrückte"


    (:

  • JoJu91
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    • 6. November 2025 um 10:24
    • #289

    Ich habe gehört, Henry Ford wäre Anhänger der Wiedergeburts-Theorie gewesen.

    Nicht aus Angst vor der Hölle, sondern weil das Leben dann entspannter und stressfreier ist.

    Ich habe unendlich Zeit und brauche mich nicht zeitlich unter Druck zu setzen.


    :?

  • Metta
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    • 6. November 2025 um 10:55
    • #290
    JoJu91:

    Ich habe gehört, Henry Ford wäre Anhänger der Wiedergeburts-Theorie gewesen.

    Nicht aus Angst vor der Hölle, sondern weil das Leben dann entspannter und stressfreier ist.

    Ich habe unendlich Zeit und brauche mich nicht zeitlich unter Druck zu setzen.


    :?

    ja genau, warum auch diese komische Theorie des Buddhas mit dem Erwachen ernst nehmen. Warum sollte man sich da anstrengen.

  • Yasuo
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    • 6. November 2025 um 11:41
    • #291

    Warum sollte „stressfreier und entspannter“ ein Gegensatz zu „Anstrengung“ sein?

  • Helmut
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    • 6. November 2025 um 12:09
    • #292
    Metta:

    [...}, warum auch diese komische Theorie des Buddhas mit dem Erwachen ernst nehmen. Warum sollte man sich da anstrengen.

    Da hier im Kontext von Wiedergeburt von der komischen Theorie des Erwachens gesprochen wird:

    • Die Begriffe Erwachen und Wiedergeburt sind keine Synonyme, weil sie verschiedene Benennungsgrundlagen haben.
    • Erwachen bezieht sich nicht darauf, ob und wie es nach dem Tod weitergeht.
    • Erwachen bezieht sich auf die Verwirklichung der dritten edlen Wahrheit; die vollständige Verwirklichung der wahren Beendigungen der Leidensursachen im eigenen Geist.
    • An der Verwirklichung der dritten edlen Wahrheit ist nichts komisch. Für uns mag dies noch Theorie sein, weil wir sie noch nicht verwirklicht haben. Buddha Sakyamuni hat sie aus der eigenen Erfahrung heraus gelehrt wie man SN 56.11 entnehmen kann.

    Gruß Helmut

    Als Buddhisten schätzen wir das Leben als höchst kostbares Gut.

  • Metta
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    • 6. November 2025 um 12:55
    • #293
    Yasuo:

    Warum sollte „stressfreier und entspannter“ ein Gegensatz zu „Anstrengung“ sein?

    wer hat das behauptet?

    Es besteht vielmehr ein Widerspruch zwischen "unendlich Zeit haben" und "Anstrengung" (sammā vāyāma). Siehe auch M12.

  • Metta
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    • 6. November 2025 um 12:56
    • #294
    Helmut:

    Die Begriffe Erwachen und Wiedergeburt sind keine Synonyme, weil sie verschiedene Benennungsgrundlagen haben.

    Selbstverständlich nicht.

    Helmut:

    An der Verwirklichung der dritten edlen Wahrheit ist nichts komisch. Für uns mag dies noch Theorie sein, weil wir sie noch nicht verwirklicht haben. Buddha Sakyamuni hat sie aus der eigenen Erfahrung heraus gelehrt wie man SN 56.11 entnehmen kann.

    Ironie-Detektor defekt?

  • Helmut
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    7. Mai 2018
    • 6. November 2025 um 13:01
    • #295
    Anna Panna-Sati:
    Helmut:

    Wiedergeburt ist keine Frage des Glaubens, sondern bei Wiedergeburt im Kontext des Dharma geht es um Logik und Erkenntnis; um die Frage: ist mit dem Tod alles vorbei oder nicht.

    Da Wiedergeburt (Punabbhava) weder für Übende nachprüfbar, noch von "Experten" bis heute bewiesen werden konnte (obwohl viele "Geschichten" dazu erzählt werden), bleibt das Thema wohl Auslegungs- und Glaubenssache.


    (Betr. "Logik": Ein Argument kann logisch gültig/ schlüssig im logischen Sinne, sein und gleichzeitig unwahr, wenn nämlich die Prämissen und daraus abgeleitete Schlussfolgerungen nicht der Realität entsprechen.)

    Natürlich kann ein Argument formal korrekt sein, obwohl die Prämisse nicht stimmt. Deshalb muss untersucht werden, ob die Prämisse inhaltlich korrekt ist. Ist sie nicht korrekt, dann sind auch die Schlussfolgerungen, die aus ihr gezogen worden nicht inhaltlich korrekt.


    Man kann jetzt die Hypothese aufstellen, dass es Wiedergeburt gibt. Eine Hypothese ist erst einmal etwas, dass man nur logisch begründen kann. Das ist dann aber noch kein Beweis. Um zu überprüfen, ob eine Hypothese sinnvoll ist, muss man die logischen Begründungen überprüfen. Man kann jetzt folgendermaßen argumentieren:

    • Wiedergeburt bezeichnet den individuellen Übergang einer Person von ihrem jetzigen Leben in ihre nächste Existenz.
    • Wenn es diese Wiedergeburt gibt, dann muss sie ein verursachte Phänomen sein, also die Wirkung einer Ursache.
    • Der Tod / das Sterben am Ende der jetzigen Existenz ist die Ursache für die Wiedergeburt in einer neuen Existenz.
    • Der Tod / das Sterben können dies bewirken, weil sie selber verursacht sind, nämlich durch die Geburt.
    • Weil eine Ursache eine Wirkung hervorbringt, die dann selber wieder neue Wirkungen hervorruft, geht es nach dem Tode weiter in einer neuen Existenz, die in Abhängigkeit von der jetzigen entstanden ist.

    Wenn man nachweisen kann, dass der eigene Tod nicht verursacht worden ist, dann hat die Hypothese keinen Bestand mehr.

    Gruß Helmut

    Als Buddhisten schätzen wir das Leben als höchst kostbares Gut.

  • Anna Panna-Sati
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    • 6. November 2025 um 14:00
    • #296
    Metta:

    Ironie-Detektor defekt?

    Vielleicht hättest du bei deinem Post "komisch" in Anführungszeichen setzen oder ein Emoji verwenden sollen? ;)


    Hier lesen ja noch mehr Menschen, als das "eingeweihte Stammpublikum" mit, u.U. Anfänger und Neugierige, die sich für Buddhismus (und speziell das Thema Wiedergeburt) interessieren.

    Ich nehme an, dass Helmut auch für Letztere etwas klarstellen wollte...


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • Metta
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    • 6. November 2025 um 14:24
    • #297
    Helmut:

    Man kann jetzt die Hypothese aufstellen, dass es Wiedergeburt gibt. Eine Hypothese ist erst einmal etwas, dass man nur logisch begründen kann.

    Helmut:

    Wiedergeburt bezeichnet den individuellen Übergang einer Person von ihrem jetzigen Leben in ihre nächste Existenz.

    Das ist nur eine Möglichkeit, "Wiedergeburt" zu definieren.
    Für eine Hypothese braucht es übrigens mehr als nur logische und formale Gründe, sondern a) substanzielle Hinweise dafür, wie auch b) das Fehlen von Ausschlußgründen. Letzteres ist hier nicht gegeben, weil alle diesbezüglichen Hypothesen gegen das anatta-Prinzip verstoßen und/oder kein Mechanismus beschrieben werden kann, mit dem das nicht geschieht.

    Helmut:

    Der Tod / das Sterben am Ende der jetzigen Existenz ist die Ursache für die Wiedergeburt in einer neuen Existenz.

    Wie wir wissen, hat der Buddha jegliche monokausalen Ursachen abgelehnt. Der Tod ist also bestenfalls eine Bedingung unter mehreren, wenn überhaupt.

    Helmut:

    Der Tod / das Sterben können dies bewirken, weil sie selber verursacht sind, nämlich durch die Geburt.

    nur formal

    Helmut:

    Weil eine Ursache eine Wirkung hervorbringt, die dann selber wieder neue Wirkungen hervorruft, geht es nach dem Tode weiter in einer neuen Existenz, die in Abhängigkeit von der jetzigen entstanden ist.

    Die Ableitung mag man "logisch" hinnehmen können, aber eben nur aus formalen Gründen. Mit der Realität hat das wenig zu tun.

  • Samadhi1876
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    Buddh. Richtung
    • 6. November 2025 um 19:15
    • #298

    Gate gate paragate parasamgate bodhi svaha

  • Samadhi1876
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    Buddh. Richtung
    • 6. November 2025 um 20:01
    • #299

    Ich beobachte, wie die Menschen in der Welt

    Durch das Verlangen nach Dingen ihr Leben fortwerfen.

    Niemals imstande ihre Begierden zufrieden zu stellen,

    Fallen sie in tiefe Verzweiflung

    Und quälen sich selbst.

    Selbst wenn sie erhalten, was sie wollen,

    Wie lange werden sie es genießen können?

    Für ein himmlisches Vergnügen

    Erleiden sie zehnmal Höllenqualen

    Und binden sich noch fester an den Mühlstein.

    Solche Menschen sind wie Affen,

    Die im Wahn nach dem Mond im Wasser greifen

    Und dann in einen Strudel fallen.

    Wie endlos leiden doch jene,

    die in der flüchtigen Welt gefangen sind.

    Ich jedoch gräme mich die ganze Nacht über sie

    Und kann den Fluss meiner Tränen nicht stillen.


    Ryokan

  • Metta
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    • 6. November 2025 um 21:45
    • #300
    Helmut:

    Wiedergeburt ist keine Frage des Glaubens, sondern bei Wiedergeburt im Kontext des Dharma geht es um Logik und Erkenntnis; um die Frage: ist mit dem Tod alles vorbei oder nicht.

    Es ist doch wohl keine Kunst zu sehen, dass mit dem Tod eines Einzelnen nicht "alles vorbei" ist. Dukkha beibt - als Daseinsmerkmal.

    Du stellst die Frage lediglich in Bezug auf "Ich und Mein", also unbestritten aus einer Perspektive der Verblendung. Da kannst du schwerlich behaupten, dies wäre "Dharma-Sicht", versuchs doch mal aus der Perspektive "anatta".

    Helmut:

    Hierauf hat Buddha Sakyamuni eine Antwort mit den zwölf Gliedern des abhängigen Entstehens gegeben.

    Schön, dass du das erwähnst, nur steht da nichts von "Wiedergeburt" in dem von dir intendierten Sinne.

    Helmut:

    Es gibt nicht nur schriftliche Belege für Wiedergeburt in den Lehrreden des Buddhas, sondern auch logische Begründungen für Wiedergeburt, weil alles in Abhängigkeit und Bedingtheit existiert.

    Na ja, mit den "Schriftlichen Belegen" ist das zweifelhaft, denn du kannst das einfach nicht wissen, ob das nicht die Fraktion an Mönchen untergeschoben hat, die eben an Wiedergeburt in deinem Sinne glaubten. Es spricht m.E. viel dafür. An der Logik hast du dich ja oben versucht, nur leider völlig formal

Ausgabe №. 134: „Keine Angst vor der Angst"

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