Ich war davon ausgegangen, dass die Grundidee des Theravada die ist, möglichst klar zu definieren, was im Palikanon gesagt wird und so eine Art Orthodoxie zu schaffen. Je länger ich hinschaue, desto mehr merke ich was es da doch für unterschiedliche Stimmen und Strömungen gibt.
Was wir in den Suttas des Palikanon finden sind die Übungen, in denen wir uns auf dem Weg zur Befreiung schulen sollten. Die vielen Suttas zeigen ja die vielfältigen Wege auf, die Buddha entsprechend dem Verständnisvermögen der jeweiligen Zuhörerinnen und Zuhörer gelehrt hat. Deshalb steht ja am Beginn jeder Sutta, wem sie wurden bzw. auf welche Frage der Buddha wem geantwortet hat. So können wir uns, entsprechend unseres eigenen Verständnisvermögen mit den entsprechenden Suttas beschäftigen und uns so auf dem Pfad weiter entwickeln. Dann werden wir nach und nach auch eine Zugang zu jenen Suttas entwickeln können, deren Verständnis uns jetzt noch verschlossen ist.
Die Vielfältigkeit der Dharmaübungen, die wir im Palikanon finden, sollten wir als Reichtum akzeptieren und sie nicht dafür nutzen, Gegnerschaft zu produzieren.