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  1. Buddhaland Forum
  2. Helmut

Beiträge von Helmut

  • Majjhima Nikāya 55, Jīvaka Sutta

    • Helmut
    • 13. September 2026 um 17:54
    Upasaka Dhammavicayo:

    Gut ist, du tötest nicht selbst, du lässt nicht für dich töten, du ermutigst nicht dazu. Das ist schon viel. Halte das sauber. Schau aber, ob im Herzen ein kleines „ich bin besser“ steckt. Das tut weh, ohne dass es nötig ist.

    Das lese ich nicht als oberlehrerhaftige Belehrung. Upasaka Dhammavicao Aussage ist ein wichtiger Hinweis. Derartige Hinweise habe ich schon öfters von meinen Lehrern gehört und sie haben ihre Berechtigung.


    Unsere Leidenschaften haben viele subtile Ausprägungen, die nicht leicht zu erkennen sind. Solange wir in Samsara sind und deshalb von Leidenschaften geprägt sind, ist die Gefahr gegeben, dass wir einen gewissen Stolz entwickeln, weil wir dieses oder jenes aufgegeben haben, während andere es noch nicht getan haben. Da kann ganz schnell unbemerkt die Haltung entstehen "Ich bin besser".


    Deshalb ist Upasaka Dhammavicayos Hinweis hilfreich, weil er motiviert, denn eigenen Geist diesbezüglich zu untersuchen. Stellen wir dann fest, dass es diese Haltung "Ich bin besser" in unserem Geist nicht gibt, dann ist das sehr gut und wir können uns darüber freuen. Stellen wir fest, wir haben diese Einstellung in unserem Geist, dann verhilft uns Upasaka Dhammavicayo Hinweis dazu, diese Haltung zu erkennen und dann können wir entsprechende Gegenmittel anwenden, um diese Einstellung zu überwinden.

  • Bedeutung

    • Helmut
    • 10. September 2026 um 13:57

    Die beiden Freunde sollten erst einmal ihre Begriffe klären. Was ist die Bedeutung von Leerheit und was ist die Bedeutung von Fülle? Dann kann man klären, ob die Bedeutungen der beiden Begriffe dasselbe bezeichnen. Sind die Bedeutungen verschieden, dann muss man beide Begriffe nebeneinander bestehen lassen.


    Die Bedeutung der Begriffe steckt aber nicht in ihnen selbst. Sie ergibt sich, wie wir seit L. Wittgenstein wissen, daraus, in welchem Kontext sich der Begriff auf welche Benennungsgrundlage bezieht. Deshalb hilft das Weglassen der Begriffe nicht weiter, da dadurch nichts wirklich geklärt wird.


    Der Punkt ist also: Haben Fülle und Leerheit dieselbe Benennungsgrundlage? In Beitrag#9 habe ich die Position vertreten, dass die Begriffe Leerheit und Fülle nicht die gleiche Bedeutung haben, weil sie unterschiedliche Benennungsgrundlagen haben.

  • Bedeutung

    • Helmut
    • 9. September 2026 um 12:23
    Werner Stepan:

    Also um es einmal klar ausdrücken:


    a) Form – Leerheit; Leerheit – Form. Form ist nicht getrennt von Leerheit; Leerheit ist nicht getrennt von Form. (Was Form hat, das hat Leerheit; was Leerheit hat, das hat Form).


    b) Jenes ist Fülle, dieses ist Fülle.Aus der Fülle entspringt die Fülle.Wenn von der Fülle die Fülle genommen wird,bleibt immer nur Fülle übrig.


    Bedeutung: Es drückt den Übergang von der Illusion zur Erleuchtung aus. Quelle study buddhism.

    Diese Bedeutungen sind für mich identisch, warum wird dann ein solches Tamtam von den verschiedenen Religionen ( Buddhismus/Hinduismus ) daraus gemacht ???

    MfG Werner

    Alles anzeigen

    Ich würde es nicht gleichsetzen, denn Leerheit ist eine Verneinung, während fülle eine Bestätigung ist.


    Leerheit verneint die Ansicht von Eigenexistenz, denn es gibt keine Phänomene, die aus sich heraus existieren, weil sie in ausschließlich in Abhängigkeit existieren.


    Auch wenn es im Herzsutra zunächst heißt:


    Form ist leer,
    Leerheit ist Form,
    Leerheit ist nichts anderes als Form,
    und Form ist nichts anderes als Leerheit.


    dann sollte man die folgenden Zeilen nicht übersehen:


    Gleichermaßen sind Gefühl,
    Unterscheidung,
    gestaltende Faktoren
    und Bewusstsein leer.


    Leerheit bezieht als nicht nur auf Form/Körper, sondern auf alle abhängigen Phänomene.

    Werner Stepan:

    b) Jenes ist Fülle, dieses ist Fülle.Aus der Fülle entspringt die Fülle.Wenn von der Fülle die Fülle genommen wird,bleibt immer nur Fülle übrig.

    Aus Leerheit entspringt aber keine Leerheit so wie aus Fülle die Fülle entspringt. Leerheit ist weder eine Ursache von sich selbst oder anderem. Sie bewirkt nichts im Sinne der Ursache-Wirkungs-Kausalität


    Wesentlich ist der Zusammenhang von Leerheit und abhängigem Entstehen. Weil Leerheit Selbstexistenz der Phänomene ausschließt, können die Phänomene in Abhängigkeit von ihren Ursachen, Teilen und Benennungen existieren. Weil die Phänomene abhängig existieren, sind sie leer von Selbst- oder Eigenexistenz.

  • Hans-Günter Wagner über Leere

    • Helmut
    • 7. September 2026 um 18:21
    Schneelöwin:

    Und ich frage mich, ob wir das Verstehen der Leerheit für ein Erwachen wirklich benötigen?

    Das Verstehen der Leerheit von inhärenter Existenz der Person und der Phänomene ist notwendig für die Befreiung aus Samsara, weil dieses Verstehen das direkte Gegenmittel gegen unsere Unwissenheit, unser Greifen nach einem Selbst ist, die uns an Samsara fesseln.

  • Hans-Günter Wagner über Leere

    • Helmut
    • 7. September 2026 um 14:22
    Qualia:

    Die Nase = Form: endlich, bestimmbar, einzigartig, unterscheidbar.

    Die Nicht-Nase = Leere: unendlich, unbestimmbar, ohne Selbstheit, ununterscheidbar.


    Die Nase ist leer von Nicht-Nase.

    Form ist Leere.

    Die Nicht-Nase ist leer von Nase.

    Leere ist Form.


    Leere und Form sind unabhängig bedingte Erscheinungen.

    Alles anzeigen

    Die Nase ist nicht leer oder frei von Nicht-Nase, weil die Nase aus vielen Teilen besteht, die nicht die Nase selbst sind, aber mit ihr zusammen existieren. Auch trifft es nicht zu, dass Nicht-Nase leer oder frei von Nase ist, denn der menschliche Körper, der ja keine Nase ist, besitzt aber eine Nase als einen seiner Teile mit dem er gleichzeitig existiert.


    Das Wort ist in Form ist Leere und Leere ist Form suggeriert, dass beide identisch sind. Das sind sie aber nicht. Die beiden Sätze aus dem Herzsutra drücken aus zwei unterschiedlichen Perspektiven aus, dass die Form oder das Körper-Skandha und deren Leerheit (sunyata) in gegenseitiger Abhängigkeit und somit gleichzeitig existieren ohne zu einem einzelnen Phänomen zusammenzufallen. Die Aussage der beiden Sätze ist: das abhängig entstandene Phänomen existiert nur, weil es leer ist von inhärenter Existenz. Weil ein Phänomen leer ist von inhärenter Existenz, kann es überhaupt in Abhängigkeit von Ursachen, Bedingungen und Teilen existieren.


    Die Form und ihre Leerheit (sunyata) sind auch keine unabhängig bedingten Phänomene, denn etwas Bedingtes ist niemals unabhängig.

  • Die Zehn Ochsenbilder [Unheilig Version]

    • Helmut
    • 25. August 2026 um 17:43
    void:

    Das Wort Buddhanatur verweist einfach auf das Ziel des Buddhismus - die Freiheit von Gier, Hass und Verblendung.

    Indem der Begriff Buddhanatur auf das Ziel hinweist, macht er auch deutlich, dass wir als Menschen das Potenzial besitzen, dieses Ziel erreichen zu können. Und wir erreichen diese Ziel indem wir unsere Buddhanatur, dieses Potenzial in uns, durch die Dharmapraxis zur Reife bringen. Indem wir es zur Reife bringen überwinden wir die drei Geistesgifte und erlangen die Freiheit von Gier, Hass und Verblendung. Diese Freiheit ist gleichbedeutend mit einem dauerhaften Glück. Diese Freiheit ist die Befreiung oder das Nirvana von dem im Buddhadharma gesprochen wird.

  • Schmerzen (Probleme) um anderer Willen auf sich nehmen als Weg, das Leiden zu überwinden.

    • Helmut
    • 13. August 2026 um 20:30
    Monikamarie:

    In Asien wird Buddha als Gott um Hilfe gebeten


    _()_

    So wie viele pauschale Aussagen meist nicht zutreffen so trifft auch deine pauschale Aussage nicht zu.

  • Schmerzen (Probleme) um anderer Willen auf sich nehmen als Weg, das Leiden zu überwinden.

    • Helmut
    • 13. August 2026 um 13:35
    Thorsten Hallscheidt:

    ... sondern dadurch, dass man sie um anderer willen auf sich nimmt."

    Das ist lediglich eine Vorstellung, die ein Teil von Tonglen, das Austauschen von Selbst und Anderen, ist. Faktisch ist das nämlich nicht möglich.

  • Candrakirti Madhyamakavatara

    • Helmut
    • 8. August 2026 um 14:07

    Das ist ein lesenswerter Kommentar zu Candrakirtis Madhyamakavatara.

  • BODHICITTAVIVARANA Erläuterung des Erleuchtungsgeists (verfasst von Nagarjuna)

    • Helmut
    • 25. Juli 2026 um 17:41

    tao88


    Schön, dass du diesen Text in deutscher Übersetzung hier eingestellt hast. Ich nehme gerade an einem Jahreskurs zum Bodhicittavivarana teil. Dieser komprimierte Text ist tiefgründig und vielschichtig. Kennst du deutschsprachige Erklärungen bzw. Kommentare zu diesem Text von Nagarjuna?

  • Gibt es Buddhismus trotz philosophischem Matetialismus?

    • Helmut
    • 23. Juli 2026 um 19:26
    interessiert:

    In letzter Zeit interessiert mich das Thema Buddhismus wieder, somit wäre meine Frage an euch: Gibt es unter euch Materialisten, die Buddhisten sind?


    Ist das vereinbar? Ist das Quark?:lol:

    Um deine Frage beantworten zu können, müsste erst einmal geklärt werden, was du unter Materialismus verstehst.


    Der Materialismus als westliche philosophische Tradition hat ja unterschiedliche Ausprägungen. Meinst du mit Materialismus den der alten Griechen oder den Materialismus des Karl Marx oder eine dazwischen liegende Ausprägung? Oder meinst du Materialismus in der Form, dass Materie der Ursprung aller Phänomene ist?

  • Buchempfehlungen gesucht

    • Helmut
    • 21. Juli 2026 um 19:13

    Michael von Brück, Einführung in den Buddhismus, Verlag der Weltreligionen, 2007.


    Das Buch behandelt den indischen Buddhismus recht ausführlich. Der Autor geht dabei auch auf die Umstände ein unter denen sich die Lehre Buddhas in Indien entwickelt hat.


    Darüber hinaus behandelt er den Buddhismus in China, Japan Tibet und im Westen.

  • Mißstände in kambodschanischen Klöstern

    • Helmut
    • 1. Juli 2026 um 16:39
    Igor07:

    wahrscheinlich wäre es besser, den ganzen Faden umzubenennen.

    Noch besser wäre ein Perspektivwechsel. Statt über die Fehler anderer zu sprechen, sollte man sich darum bemühen, die Fehler im eigenen Geist zu erkennen und sie mittels der Praxis zu überwinden.


    Es ist leicht, mit dem Finger auf andere zu zeigen; daran sind wir ziemlich stark gewöhnt. In der Regel merken dann meist aber nicht, wie viele Finger auf uns selbst zurückzeigen, wenn wir mit einem Finger auf andere zeigen.

  • BODHICITTAVIVARANA Erläuterung des Erleuchtungsgeists (verfasst von Nagarjuna)

    • Helmut
    • 30. Juni 2026 um 16:08

    Und wer ist der/die ÜbersetzerIn dieses Textes von Nagarjuna?

  • Meditation der Grundpfeiler der buddhistischen Praxis ?

    • Helmut
    • 20. April 2026 um 17:12
    Igor07:
    Mahasi:

    Und die vier Vertiefungen sind übermenschliche Erreichungszustände - kaum etwas für die U-Bahn oder das Wartezimmer.

    Ja, das kann stimmen, aber dann stellt sich die Frage, wozu ich das überhaupt für das normale Leben brauche, ...

    Wenn man dies nicht fürs normale, samsarische Leben braucht, dann braucht man auch die Dharmapraxis nicht, wenn es nur darum geht, sich im normalen,samsarischen Leben so gut es geht einzurichten.

  • Lehren/Philosophien = Narrative

    • Helmut
    • 27. März 2026 um 17:49
    ewald:

    .. haftet ein dementer Mensch nicht an? Die Anhaftung und die Illusionen in seinem Leben haben ihn dement werden lassen, eine psychische Störung als Ergebnis der Lebensentwicklung.

    Wenn also Anhaftung und Illusionen die Ursache für Demenz sind, dann würde dies ja bedeuten, wer nicht dement wird, besaß keine Anhaftungen und Illusionen.


    Da wir alle, auch die wir hier auf Buddhaland aktiv sind, von Geburt an Anhaftungen und Illusionen haben, warum sind wir nicht dement?


    Können unsere Anhaftungen überhaupt die Ursache für Demenz sein? Demenz ist eine Veränderung unseres materiellen Gehirns. Da Anhaftungen Geistesfaktoren sind, können sie nicht die Ursache für Demenz sein, weil Geistesfaktoren keine materiellen Wirkungen hervorbringen.

  • Grundstudium Buddhismus

    • Helmut
    • 23. März 2026 um 18:30
    KarmaHausmeister:

    Nur von den Kursen des Tib. Zentrums Hamburg würde ich persönlich abraten. Ich habe viele Absolventen erlebt, die sehr sektiererisch waren, was auch an dem ein oder anderen Lehrer dort liegt. Zumal offiziell zwar alles Schulen gelehrt werden aber vermittelt wird, dass Vajrayana dann doch der „richtige“ Pfad sei.

    Es gibt mehrere tibetische Zentren in Hamburg. Welches Zentrum und welche LehrerInnen meist du denn?

  • Grundstudium Buddhismus

    • Helmut
    • 23. März 2026 um 15:30
    Igor07:

    Da frage ich mich, kann man überhaupt Buddhismus studieren, egal in welcher Richtung?


    Natürlich kann man den Dharma, die Lehre des Buddhas systematisch-strukturiert studieren. Es ist sogar notwendig, dies zu tun, da die Lehrreden Buddhas sehr vielschichtig sind. Da reicht allein das Lesen der überlieferten Lehrreden nicht aus. Ohne die Systematisierung der Lehre in Indien durch Meister wie zum Beispiel Vasubandhu, Asanga, Dharmakirti, Candrakirti, Santideva u.a. ständen wir ziemlich hilflos vor dem Berg der überlieferten Lehrreden so wie der Ochse vorm Berg.


    Ich selber habe an dem Systematischen Studium des Buddhismus am Tibetischen Zentrum Hamburg, das es bereits seit 38 Jahren gibt, teilgenommen. Da geht es nicht darum, ein Diplom zu erwerben nachdem man Prüfungen abgelegt hat wie an der Universität, sondern es geht darum, sich systematisch, strukturiert unter der Anleitung von LehrerInnen in der Gemeinschaft mit anderen mit der Lehre Buddhas zu beschäftigen, um selber ein möglichst umfangreiches Verständnis des Dharma zu entwickeln.

    Igor07:

    Denn der Buddhismus stellt eine bestimmte Art und Weise dar, die Welt wahrzunehmen, etwa unter dem Blickwinkel der drei Daseinsmerkmale, durch das abhängige Entstehen usw.

    Bereits das abhängige Entstehen ist ein komplexes Thema, das grundlegend für den Dharma ist. Deshalb muss man einiges darüber lernen, da es verschieden subtile Ebenen des abhängigen Entstehens gibt. Genauso ist mit den drei Daseinsmerkmalen. Um zum Beispiel anicca oder Vergänglichkeit zu verstehen, muss man lernen worin die grobe und worin die subtile Unbeständigkeit besteht. Selbst der Buddha hat nicht jedem die subtile Unbeständigkeit, die Momenthaftigkeit der Phänomene, gelehrt. Genauso ist es mit anatta oder Nicht-Selbst. Auch da hat der Buddha unterschiedliche Arten des Nicht-Selbst gelehrt.


    Man muss also einiges lernen, um den Dharma gut verstehen zu können. Nicht umsonst wurde bereits in Indien davon gesprochen: zunächst muss man etwas über den Dharma lernen, hierüber muss man dann vertiefend kontemplieren und schließlich muss man dann hierüber meditieren; und zwar nicht nur einmal.


    Das Studium des Dharma ist auch erforderlich für die eigene Praxis, die ja in der Umwandlung des Geistes besteht, in der Verwirklichung der wahren Beendigungen (dritte edle Wahrheit).

  • Rad des Lebens / 12 Glieder des Abhängigen Entstehens

    • Helmut
    • 21. März 2026 um 13:39

    Das Problem der Darstellung der zwölf Glieder in den Suttas sehe ich darin, dass sie nicht in einer wirklichen chronologischen Reihenfolge aufgelistet sind.


    Ich kenne eine Strukturierung der zwölf Glieder in die vier Aspekte:

    • hervorrufende Ursachen
    • verwirklichende Ursachen
    • hervorgerufende Wirkungen
    • verwirklichte Wirkungen

    Zu den hervorrufenden Ursachen gehören die Glieder (1)Unwissenheit, (2)Gestaltende Taten und (3)Bewusstsein. Diese drei bilden einen chronologischen Ablauf.


    Zu den verwirklichenden Ursachen gehören die Glieder (8)Verlangen, (9)Ergreifen und (10)Werden, die auch zeitlich nacheinander ablaufen.


    Die hervorgerufenen Wirkungen sind die Glieder (4)Name und Form, (5)Sinneskräfte, (6)Berührung und (7)Empfindung.


    Die verwirklichten Wirkungen sind (11)Geburt und (12) Altern und Tod.


    Die hervorrufenden Ursachen sind die Voraussetzung für die die verwirklichenden Ursachen. Die hervorgerufenen Wirkungen und die verwirklichten Wirkungen verlaufen parallel. Geburt sowie Name und Form entstehen gleichzeitig und dann verlaufen die Faktoren Sinneskräfte, Berührung, Empfindung sowie Altern und Tod parallel.


    Die zwölf Glieder des abhängigen Entstehen verlaufen über zwei Leben. Die beiden Gruppen von Ursachen gehören zum jetzigen Leben und die beiden Gruppen der Wirkungen gehören zum nächsten Leben. (11)Werden ist das letzte Glied in diesem Leben. (12)Geburt sowie 4(Name und Form) sind der Beginn des nächstens Lebens.

  • Orientierung

    • Helmut
    • 19. März 2026 um 17:46
    Lassi:

    Vielleicht hab ich kein Herz und denke nur ich hab eins. Entschuldige bitte.

    Natürlich hast du genauso wie wir alle ein körperliches Herz. Wenn es heißt, man kann die Wahrheit nur im eigenen Herzen finden, dann geht es aber nicht um das körperliche Herz.


    Das Herz ist vielmehr ein Symbol, eine Metapher, eine Analogie für einen sehr subtilen Bewusstseinszustand. Das Herz ist eine Metapher für die unmittelbare, also nicht-begriffliche, geistige Wahrnehmung. Diese unmittelbare geistige Wahrnehmung geht über das begriffliche Denken, das auch sehr wichtig ist, hinaus.

  • Der Buddha als Mensch?

    • Helmut
    • 8. März 2026 um 13:45

    Paramarthasatya (p. Paramatthasacca) und Samvrtisatya (p. Voharasacca / Voharavacana) sind die Bezeichnungen der zwei Wahrheitsebenen, die der Buddha gelehrt hat.


    Paramatthasacca als absolute Wahrheit zu übersetzen, halte ich für unangemessen, da absolute Wahrheit ein direkter Gegensatz / Widerspruch zum abhängigen Entstehen wäre, von dem es nach der Lehre des Buddha keine Ausnahme gibt. Absolute Wahrheit ist wohl auch lediglich ein Produkt westlicher Übersetzer, die diese Kategorie ja bestens aus ihrer Philosophietradition kennen.


    Der Buddha hat zwei Wahrheiten gelehrt, weil die Personen und die Phänomene nicht so existieren wie sie uns erscheinen. Es gibt eine Diskrepanz zwischen beiden.


    Paramatthasacca als Wahrheit im höchsten Sinne bedeutet, dass die Person keinen Wesenskern besitzt, dass sie frei von einem innewohnenden Eigenwesen ist, das sie zur Person macht, weil die Person nur in Abhängigkeit existiert.


    Voharasacca wird meist mit konventioneller Wahrheit oder auch verhüllender Wahrheit übersetzt. Das bedeutet, nur durch das Wahrnehmen der Person erkennen wir noch nicht ihre Wahrheit im höchsten Sinne. Auf dieser Ebene beschäftigen wir uns mit den verschiedenen Formen des abhängigen Bestehens der Person.


    Wenn wir über Person und Individuum reden, dann bewegen wir uns auf der Ebene der konventionellen Wahrheit. Mit dem Begriff der Person grenzen wir uns als Menschen von den anderen Phänomen, die keine Menschen sind. Mit dem Begriff Individuum betonen wir die Person als Einzelwesen mit ihren besonderen Qualitäten und Tugenden. Jeder Mensch ist gleichzeitig eine Person als auch ein Individuum. Beide Begriffe betonen nur verschiedene Aspekte des Menschen und stehen nicht in irgendeinem Gegensatz zueinander.


    Meines Erachtens ist es deshalb nicht angemessen, den Begriff der Person Paramatthasacca und den Begriff des Individuums Voharasacca zuzuordnen.

  • Zum Theravada im eigenem Hause

    • Helmut
    • 28. Februar 2026 um 17:34
    void:

    Ich war davon ausgegangen, dass die Grundidee des Theravada die ist, möglichst klar zu definieren, was im Palikanon gesagt wird und so eine Art Orthodoxie zu schaffen. Je länger ich hinschaue, desto mehr merke ich was es da doch für unterschiedliche Stimmen und Strömungen gibt.

    Was wir in den Suttas des Palikanon finden sind die Übungen, in denen wir uns auf dem Weg zur Befreiung schulen sollten. Die vielen Suttas zeigen ja die vielfältigen Wege auf, die Buddha entsprechend dem Verständnisvermögen der jeweiligen Zuhörerinnen und Zuhörer gelehrt hat. Deshalb steht ja am Beginn jeder Sutta, wem sie wurden bzw. auf welche Frage der Buddha wem geantwortet hat. So können wir uns, entsprechend unseres eigenen Verständnisvermögen mit den entsprechenden Suttas beschäftigen und uns so auf dem Pfad weiter entwickeln. Dann werden wir nach und nach auch eine Zugang zu jenen Suttas entwickeln können, deren Verständnis uns jetzt noch verschlossen ist.


    Die Vielfältigkeit der Dharmaübungen, die wir im Palikanon finden, sollten wir als Reichtum akzeptieren und sie nicht dafür nutzen, Gegnerschaft zu produzieren.

  • Freigebigkeit - nein Danke ... ?

    • Helmut
    • 7. Februar 2026 um 12:19
    Railex:

    Darf ich fragen Helmut , welche Schrift es ist mit der du dich bzgl. der 6 Paramitas beschäftigst!?

    Es ist Die große Darlegung des Stufenweges auf dem Pfad zur Erleuchtung, Band III von Dje Tsong-kha-pa. Es ist die deutsche Übersetzung des Lam rim chen mo.


    Sehr detailliert und umfangreich und mit vielen Zitaten aus den Sutras und anderen indischen und tibetischen Dharma-Schriften.


    Der Text ist im tibetischen Pecha-Format gedruckt. Es ist kein gebundenes Buch. Die querformatigen Einzelblätter liegen zwischen zwei Holzdeckeln und das Ganze ist in ein Tuch eingeschlagen.

  • Tod und Vergänglichkeit

    • Helmut
    • 3. Februar 2026 um 16:01

    In Udanavarga 1.7 wurde die Gewissheit des Todes angesprochen. In den nachfolgenden Versen geht es dann darum, dass der Zeitpunkt unseres Todes ungewiss ist. So heißt es zum Beispiel in den Versen 9 und 10:


    " Manche sterben schon im Mutterleib,
    manche sterben schon im Haus der Amme,
    manche sterben schon als kleines Kind,

    manche, wenn sie ihre ersten Schritte tun.


    Manche trifft es, wenn sie alt sind,

    manche trifft es, wenn sie jung sind,

    manche, wenn sie voll im Leben stehen -

    wenn die Zeit kommt, gehen sie fort,

    wie die reife Frucht vom Stengel fällt.

  • Geduld

    • Helmut
    • 3. Februar 2026 um 15:53
    Anna Panna-Sati:

    In der Praxis zeigt sich "buddhistische" Geduld in erster Linie durch das ruhige, aber aktive, Ertragen widriger Umstände, von physischen und psychischen Schmerzen, negativen Verhaltens Anderer usw., sowie Durchhalten im Sinne von standhafter Ausdauer,

    OHNE in Emotionen wie Ärger, Wut oder gar Hass zu verfallen.


    Um dazu imstande zu sein, muss der Geist allerdings schon einen hohen Grad von Läuterung und Klarheit aufweisen, also Gelassenheit als innere Haltung verwirklicht haben, welche die Geduld, Schwieriges unerschütterlich durchzustehen, erst möglich macht...

    Ich finde, dies trifft die Bedeutung von Geduld im Kontext des Dharma sehr gut, weil die Tugend bzw. die Vollkommenheit der Geduld in diesem Kontext eine Qualität unseres Geistes ist, die dadurch gekennzeichnet ist, dass man die Ruhe und die Ausgeglichenheit des eigenen Geistes bewahrt angesichts

    • von Schwierigkeiten, die man durch Schädiger erfährt
    • von Schwierigkeiten, die einem durch Leiden entstehen
    • von Schwierigkeiten bei der Dharmapraxis.

    Noch ein Zitat aus Zusammenfassung der Vollkommenheiten von Aryasura zu den Vorteilen der Geduld:

    "Die Geduld schützt vollständig vor den Nachteilen der Wut.

    Sie ist ein edler Schmuck für die Mächtigen.

    Sie ist die erhabene Stärke derer, die Askese üben.

    Sie ist der Wasserstrom, um das heftige Feuer des Übelwollens zu löschen.

Ausgabe №. 137: „Sorgen entsorgen?"

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