Genau, die Resilienz, die Widerstandsfähigkeit hängt eng mit der Sensibilität oder Desensibilisierung zusammen, man versteht darunter die Verminderung oder den Verlust der Empfindlichkeit gegenüber bestimmten Reizen. Auch der Umgang mit Triggern gehört dazu. Das Ziel ist ja nicht die Vulnerabilität, Verletzbarkeit oder Verwundbarkeit, sondern die Stärkung und Gesundung. Genau das ist der Inhalt von Buddhas Lehre, das Überwinden des Leids.
Stimme absolut zu, dass ein öffentliches Forum in der virtuellen Welt nicht der optimale Ort ist, um die eigene Traumageschichte zu artikulieren, aber wenn es passiert, braucht es einen resilienten Umgang damit, damit es nicht triggert und man selbst keine Symptome entwickelt.
Es ist online nicht möglich, den Wahrheitsgehalt der Traumageschichte zu überprüfen und so ist eine gesunde Skepsis durchaus angebracht.
Aufgekommen ist das Thema mit dem Trauma, weil die buddhistische Gruppe des Diamantweges psychisch kranke Menschen ausgeschlossen hat, da ein Trauma Psychosen hervorrufen kann. In der Gruppe kann damit niemand adäquat umgehen, in der Tat, ein akut psychotischer Mensch braucht medizinische Hilfe, das ist eine Realitätsflucht, der man nicht so einfach begegnen kann. Nur kommt dieser akute Zustand auch unter psychisch kranken Menschen sehr selten vor. Der buddhistische Weg soll heilen, vor allem die Betroffenen. Da liegt es nahe, dass die buddhistischen Lehrer nicht nur im Dharma, sondern auch in moderner Psychologie geschult sind. Nicht von ungefähr gibt es die buddhistische Psychotherapie als Form der Gesamtheit.