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Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

  • Tim1
  • 29. November 2023 um 23:20
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  • Monikamarie
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    • 29. Januar 2026 um 10:42
    • #1.151

    So meine ich das, lieber Qualia. ❤️

  • Michael Haardt
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    • 31. Januar 2026 um 13:38
    • #1.152

    Ich stimme zu, Achtsamkeit ist wichtig. Buddha empfiehlt, die Welt so zu sehen, wie sie ist. Was macht man mit dem Wissen?


    Man trifft bessere Entscheidungen. Wenn man seine Umwelt kennt und versteht, und die Begrenzungen des persönlichen Denkens berücksichtigt, ist es einfacher, sich für eine Handlung zu entscheiden, weil man deren Konsequenzen mit zufriedenstellender Gewissheit vorhersagen kann. Rechtes Handeln und rechte Rede sind schwer, wenn man ahnungslos ist.


    Dabei geht es nicht darum, die Welt zu ändern, oder zu verzweifeln, weil das nicht geht. Es geht um eine fundierte Entscheidung, wie man sich persönlich in dieser Welt verhält.


    Das klingt abstrakt, darum ein Beispiel: Was sage ich zum Eingreifen der USA in Venezuela? Als Deutscher, der das aus der Ferne sieht. Völkerrecht, das Leben Unschuldiger, ein tyrannischer Diktator, aber auch eine aggressive Supermacht - da muss man doch eine Meinung zu haben! Da kann man doch nicht einfach ignorant wegschauen!


    Ich frage Leute aus Venezuela. Wie ist es für sie? Wie sieht es vor Ort aus? Es hat sich kaum etwas geändert. Es gibt Bedenken eines militärischen Konflikts und Hoffnung auf eine bessere Zukunft, und sie beklagen die lange dunkle Geschichte, die ihr Land in die Gegenwart führte, die Kultur der Korruption und Gewalt, den Mangel. Auch aus dem Exil lieben sie ihr Land, ohne zu wissen, wie es dort besser werden soll, ohne ihre Hoffnung auf eine der zwei Seiten zu stellen, weil sie wissen: Weder das Regime noch die USA stehen auf ihrer Seite.


    Michael

  • Anna Panna-Sati
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    • 1. Februar 2026 um 20:35
    • #1.153

    Hallo, lieber Tim, :)

    Tim1:

    für mich geht es weniger um Tun als um Nicht-Abstumpfen.

    Heißt "Nicht-Abstumpfen" für dich, (weiterhin) dabeizubleiben, innerlich "beteiligt" zu sein, Mitgefühl zu bewahren, ohne aber selbst in irgendeiner Weise einzugreifen?

    Tim1:

    Wachheit heißt, wahrzunehmen, ohne wegzusehen oder zynisch zu werden.

    Zynisch zu werden ist meistens ein Zeichen der Überforderung und Abgrenzung - es gibt Menschen, die auf diesem Weg verhindern wollen, von Mitleid und/oder ohnmächtiger Verzweiflung überwältigt zu werden.


    Nicht weggesehen haben diese buddhistischen Mönche in Kambodscha (August 2025):


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    Was hältst du vom Engagement dieser kambodschanischen Theravada-Mönche, die aktiv für die Freilassung von Soldaten und Frieden demonstrieren und dabei sogar Donald Trump für seine Hilfe (beim Aushandeln einer Waffenruhe zwischen Thailand und Kambodscha) loben, nebst Vorschlag, ihm den Friedensnobelpreis zu verleihen?


    (Ich sehe es eher kritisch, weil sie - anders, als die Theravada-Mönche in den USA ("Walk for Peace"*) - nicht neutral für den Frieden eintreten, sondern eindeutig Partei nehmen und sich mit den (Trump-) Plakaten in die Politik einmischen...)


    Ein Kommentator des YT-Shorts schreibt übrigens, dass es "Pflicht des Mönches sei, "Frieden zu lehren, nicht Frieden zu schaffen" .


    * Engagierte Buddhisten: Friedensmarsch buddhistischer Mönche in den USA


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • Tim1
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    • 1. Februar 2026 um 23:06
    • #1.154

    Liebe Anna,


    für mich geht es bei „Nicht-Abstumpfen“ tatsächlich primär um innere Beteiligung: wach bleiben, nicht zynisch werden, das Leiden wahrnehmen – ohne daraus automatisch die Pflicht zu politischem Handeln oder Parteinahme abzuleiten.


    Das Beispiel mit den kambodschanischen Mönchen verstehe ich eher als einen Grenzfall. Ihr Engagement ist nachvollziehbar, gleichzeitig zeigt es genau die Spannung, die mich umtreibt: Wann wird Wachheit zur politischen Positionierung? Und verliert sie dabei nicht etwas von ihrer Offenheit?


    Mir ging es weniger darum, solche Formen zu bewerten, sondern darum, Gelassenheit nicht mit Wegsehen zu verwechseln. Wach bleiben heißt für mich, die Realität zu sehen – wie man darauf reagiert, kann sehr unterschiedlich ausfallen.


    Liebe Grüße


    Tim


    Warum

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    • 2. Februar 2026 um 07:26
    • #1.155
    Anna Panna-Sati:

    Ein Kommentator des YT-Shorts schreibt übrigens, dass es "Pflicht des Mönches sei, "Frieden zu lehren, nicht Frieden zu schaffen" .

    Von Mönchen erwarte ich weder, dass sie Frieden lehren, noch dass sie Frieden schaffen. Ich erwarte, dass sie nach der Lehre des Buddha Frieden leben. Das er-warte ich von jedem Menschen, auch wenn er glaubt, ein Mönch, Politiker, Philosoph oder was auch immer zu sein.


    Shinjinmei 1–7

    Frieden/Dao ist ohne Schwierigkeiten zu erreichen. Erkenne dein Festhalten an deinem ausgewählten oder herausgepickten, abgelehnten oder geliebten. Nehme immer wieder Abstand davon. Auf diese Weise wird deine neblige Meinungs-Höhle sicher hell und klar.
    Ein kleines, auch unbewusstes, doch nicht Abstand nehmen und der Abgrund erscheint: Was ist richtig, was falsch? Wünschst du dir, frei von Zweifel zu sein, dann handle nicht nach deiner geglaubten Meinung, denn Tatsache ist: Nur vor der Tat ist verloren, gewonnen, richtig, falsch.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

    3 Mal editiert, zuletzt von Qualia (2. Februar 2026 um 07:38)

  • Tim1
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    • 24. März 2026 um 09:29
    • #1.156

    Meine Gelassenheit ist derzeit stark erschöpft.


    Da tut sich zu viel für einen Menschen, der mit offenen Augen und Ohren durchs Leben geht, ohne den Realismus zu verlieren.


    Einerseits ist viel Lärm in der Welt, andererseits eine beängstigende Stille.


    Kann Stille beängstigend sein?


    Wenn man eine Umwelt gewohnt ist, in der man von Reizen erschlagen wird, kann das durchaus vorkommen.


    Wenn man so lebt wie ich – und vermutlich auch einige andere –, dann steht der Druck zu funktionieren jeden Tag im Vordergrund.


    Denn da ist kein Auffangnetz mehr.


    Es erfordert viel Energie, dieses Funktionieren aufrechtzuerhalten, und es ist oft mehr Überlebensmodus als Leben.


    Was mich dabei manchmal irritiert, ist eine Form von Gelassenheit, die sehr schnell in Ignoranz kippen kann.


    Wenn man sich ausschließlich auf die eigene innere Entwicklung konzentriert, verliert man leicht den Blick für die Realität anderer Menschen.


    Man denkt nur noch von Tag zu Tag.


    Eigentlich im Sinne des Buddhismus: Leben im Hier und Jetzt –
    nur halt nicht ganz freiwillig.


    Meine Energiereserven sind derzeit begrenzt, daher schreibe ich diese Zeilen vor allem als Momentaufnahme.

  • Phillip
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    • 24. März 2026 um 09:52
    • #1.157

    Lieber Tim1,

    deine Zeilen haben mich nachdenklich gemacht. Man spürt darin sehr deutlich, wie ernsthaft du versuchst, mit offenen Augen durch diese Welt zu gehen. Das verdient Respekt. Viele Menschen schauen weg, du tust das offensichtlich nicht.

    Dass Gelassenheit manchmal erschöpft ist, kann ich gut verstehen. Wenn man aufmerksam lebt und versucht, die Realität nicht zu verdrängen, dann kann das sehr viel Energie kosten. Die Welt ist laut, widersprüchlich und manchmal auch schwer auszuhalten.

    Ich glaube auch, dass Stille beängstigend sein kann. Vor allem dann, wenn man merkt, dass man mit vielen Gedanken und Sorgen plötzlich alleine dasteht. Gleichzeitig kann genau diese Stille manchmal auch ein Ort sein, an dem man wieder ein wenig Kraft sammelt.

    Mir ist beim Lesen ein Gedanke gekommen: Niemand von uns muss die Last dieser Welt alleine tragen. Es gibt viele Menschen, die auf ihre Weise versuchen, Verantwortung zu übernehmen – für andere Menschen, für Tiere, für die Natur und für unsere gemeinsame Erde. Auch wenn wir uns nicht immer sehen, wirken diese Kräfte doch zusammen.

    Ich selbst habe auch meine Grenzen. Ich bin Frührentner und kann vieles nur in kleinen Schritten tun. Aber ich habe gelernt, dass auch kleine Beiträge zählen: ein Gespräch, ein Garten, ein Tier, ein Moment der Achtsamkeit. Vielleicht besteht ein Teil der Gelassenheit auch darin, anzuerkennen, dass wir nur unseren kleinen Teil beitragen können – und dass das bereits genug sein darf.

    Ich wünsche dir, dass du dir trotz allem immer wieder kleine ruhige Momente erlauben kannst. Nicht als Ignoranz gegenüber der Welt, sondern als eine Form von Fürsorge für dich selbst.

    Heute ist hier bei uns in Südostoberbayern ein sonniger Frühlingstag. Vielleicht erreicht dich irgendwo ebenfalls ein bisschen von diesem Licht.

    Ein kleiner Hinweis noch: Beim Formulieren dieser Antwort habe ich mir auch von einer künstlichen Intelligenz helfen lassen. Für mich ist das einfach ein modernes Werkzeug, um Gedanken in Worte zu fassen.

    Ich wünsche dir Kraft, etwas Gelassenheit – und einen guten Frühling.


    :klee:


    🍀


    🪻


    ❇️


    🌞


    :earth:

    ich schenk dieses Leben dem Leben zurück...
    weil es nie meins war...
    und jede Trennung nur scheinbar...
    alles in Vielfalt immer eins war...
    brich meinen Stolz…bis ich in Demut mir die Wahrheit schenke...
    nimm hinfort all die falschen Ideen, den falschen Glauben...
    denn wenn nichts mehr bleibt ist alles übrig...
    es gibt nichts zu verstehen...

    Aus dem Song ,,Schmerz" vom Deepwalka

  • Tim1
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    • 24. März 2026 um 10:50
    • #1.158

    Vielen Dank für deine einfühlsame Antwort.


    Es tut gut zu sehen, dass auch andere Menschen ähnliche Empfindungen haben.


    Alles, alles Gute für Dich. Tim

  • Benderson2
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    • 24. März 2026 um 20:41
    • #1.159
    Qualia:

    Das einzige Privat-Eigentum, das ich bei mir sehe, ist mein Körper. Alles andere ist Beiwerk und so was wie eine Eigentumswohnung war für mich wie eine Übernachtung in einem Luxushotel, unerreichbar und darum keinen Gedanken wert. Selbst meine jetzige Wohnung samt Inventar ist sehr unsicher. Meinen Körper kann ich bewahren, meine Umwelt nicht, sie verlangt nach meinem Körper, darum ist mein „Kampf“ gegen das zu früh sterben, wodurch auch immer. Lebenserhalt mit so geringen Mitteln wie möglich schützt mich hervorragend.

    Das habe ich erkannt, das ist das Geheimnis der 100-jährigen.

    Du hast also inzwischen mit Rauchen aufgehört? 😉😅

  • Qualia
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    • 24. März 2026 um 22:36
    • #1.160

    Das Rauchen, nicht aber das Raucher sein.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Benderson2
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    • 24. März 2026 um 22:43
    • #1.161
    Qualia:

    Das Rauchen, nicht aber das Raucher sein.

    Also immer noch Appetit drauf aber abstinent oder nur noch ab und zu eine?

  • Samadhi1876
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    • 25. März 2026 um 04:03
    • #1.162

    Bestimmte Dinge im Leben können wir (allein) nicht ändern…

    Bestimmte Dinge im Leben erfordern ein besseres soziales Miteinander…

    Bestimmte Dinge im Leben werden erschwert durch zuviele unterschiedliche Verhalten und Denken…


    Letztens las ich das Kriege erst dadurch vermehrt entstanden sind seit der Mensch sesshaft geworden ist, Land besaß, etwas besaß, das andere rauben wollten. Zuvor waren sie Nomaden, kleine Gruppen, die sich einander halfen, zogen weiter sobald es keine Nahrung mehr gab.


    Die moderne Welt von heute bietet zwar einen gewissen Wohlstand, aber bringt gleichzeitig auch neue Herausforderungen hervor…

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    • 25. März 2026 um 07:48
    • #1.163
    Samadhi1876:

    Letztens las ich das Kriege erst dadurch vermehrt entstanden sind seit der Mensch sesshaft geworden ist,

    Waren Kain und Abel sesshaft ?

  • Benderson2
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    • 25. März 2026 um 07:51
    • #1.164

    Kain war es nach dem Brudermord zumindest nicht mehr, als er ins Land Nod verbannt wurde und die Vampire geschaffen hat. Abel kann man danach als sesshaft bezeichnen.


    Alles hier wahrheitsgetreu nachzulesen:

    https://whitewolf.fandom.com/de/wiki/Kain


    😆

  • Qualia
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    • 25. März 2026 um 10:40
    • #1.165
    Beitrag

    RE: Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    Bestimmte Dinge im Leben können wir (allein) nicht ändern…

    Bestimmte Dinge im Leben erfordern ein besseres soziales Miteinander…

    Bestimmte Dinge im Leben werden erschwert durch zuviele unterschiedliche Verhalten und Denken…


    Letztens las ich das Kriege erst dadurch vermehrt entstanden sind seit der Mensch sesshaft geworden ist, Land besaß, etwas besaß, das andere rauben wollten. Zuvor waren sie Nomaden, kleine Gruppen, die sich einander halfen, zogen weiter sobald es keine Nahrung mehr gab.


    Die…
    Samadhi1876
    25. März 2026 um 04:03


    https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/A1073244878?ProvID=15326503&gad_source=1&gad_campaignid=23447062983&gbraid=0AAAAADwkCX48u0C2CCn6U6j0dl1hNrIih&gclid=Cj0KCQjwj47OBhCmARIsAF5wUEEeDLf0_nZw1EnQjsp8RLOV03FYadIcttwN3kakw_vfEdb8ckvwDNIaAoxyEALw_wcB


    Der Roman macht es klar.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Samadhi1876
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    • 26. März 2026 um 15:17
    • #1.166

    Gelassenheit zu üben, ohne dabei zu Ignorant zu werden…


    Das sein zu können, wünscht sich wahrscheinlich jeder irgendwie ganz unabhängig vom „Buddhismus“…

    Die Menschen sind aus verschiedenen Gründen unterschiedlich in ihrem Denken und Verhalten, und zT ist es auch unterschiedlich entstanden. Oder bedingt durch Wohlstand, Gesellschaft, Erziehung, etc.

    Die Funktionsweise des Gehirns und Körpers scheint bis auf gewisse Unterschiede weitest gehend gleiche Funktionen zur Verfügung zu stellen. Aber manchmal zu unterschiedlichen Resultaten zu führen…

    Warum Menschen mit zweierlei Maß messen
    Moral definiert, was als richtig oder falsch gilt. Sie fungiert als Grundlage für das Zusammenleben. Doch manchmal verurteilen Menschen andere moralisch…
    www.n-tv.de


    Wenn und wann Neid entsteht und zu Hass Gefühlen führt, oder wenn und wann Begehren entsteht, und zB. zu Handeln wie Raub (Haben wollen) führt. das muss nicht immer materielle Gründe haben, sondern auch Sehnsucht nach Geliebt und verstanden zu werden an sich…


    Wir bekommen heute über Inet viel mehr von anderen Menschen in der Welt mit. Also es gibt uU vielmehr als „normal“ zu verarbeiten, also das, was im Moment wirklich da ist. Wir beschäftigen uns oft mit etwas über das hinaus was da ist. Das auch zu mehr Stress führen kann.

    Mit Langeweile, oder wenn es umgekehrt zu lange still geworden ist, können wir manchmal genauso nur langsam wieder besser mit umgehen.


    In der modernen Gesellschaft mit (vielen) Menschen ist es oft ein hin und her.


    Anders als allein mit einer Katze, oder allein in der Natur:


    Beide fragen einen nicht.

    Der eine verlangt Futter und ein paar Streicheleinheiten.


    Der andere das man sich vor seiner Kälte und Hitze schützt und seine Nahrung findet.


    Das ist etwas Alltägliches.

    Das jeder Mensch auch irgendwie kennt.

    Ohne den Buddhismus dafür „zu studieren“.


    Warum „braucht man dann den Buddhismus“ überhaupt?

    Es gibt darin Aspekte, wie die Illusion des Ich, Leerheit in den Dingen, Nicht-Dualität, Vergänglichkeit, die man gewöhnlich im Alltag bewusst oft nicht so wahr nimmt, die aber bei Wieder Erkennen dessen, wieder zu einer anderen Art von Befreiung führen können, als wo man sie gewöhnlich gesucht und vermutet hat.


    Und sicherlich bedarf dies auch immer wieder Übung.


    Genauso, wie sich im Artikel „Doppelmoral“ beschrieben, sich diese anzutrainieren, als sich seiner eigenen Doppelmoral oder Begehren, Ängste, wieder bewusst zu werden, also die Ursache Unwissenheit als ein Grund von Leiden zu erkennen.


    „Wer bin ich?“

    Oder was ist mein wahres Selbst, psychologisch einerseits, spirituell andererseits…


    Ist auch eine gute Frage…


    Aber viele die zb noch arbeiten müssen, sind oft darin sehr eingespannt und finden wenig Zeit und Ausgleich dafür, wie zB Tim. Oder es gibt andere Anforderungen.


    Darum ist es auch wichtig sich wieder (Aus)Zeit nehmen zu können:

    Um sich (selbst) wieder etwas bewusster zu werden.


    Klingt mühselig, und ist es auch:


    Auch Mal ganz einfach, mal ganz schwer


    Je nach Umständen….


    Also von genereller Gelassenheit und Ignoranz im Buddhismus würde ich auch nicht reden wollen…

    Einmal editiert, zuletzt von Samadhi1876 (26. März 2026 um 15:28)

  • Tim1
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    • 26. März 2026 um 16:58
    • #1.167

    Samadhi1876
    Ich meinte mit Gelassenheit verlieren eher Ratlosigkeit, also Ignoranz kenne ich eher nicht. Oder dass ich gewisse Dinge einfach nicht mehr nachvollziehen kann.


    Ich habe einen enormen Druck funktionieren zu müssen, das kostet sehr viel Energie, denn da ist kein Auffangnetz, wenn ich nicht mehr funktioniere, werde ich zum Passagier.


    Zwei Punkte hier: Meine Arbeit = Existenzgrundlage

    Meine Gesundheit bzw. Stabilität besser gesagt ist essentiell für mich.

    Es gibt zwei Anhaftungen, die ich noch habe, das ist mein eigenes Leben und die Verantwortung für meinen Hund, sie ist ein großartiges Wesen, sie bringt ein Stück Freude in mein Leben. Alles Gute für Dich, Tim

  • Tim1
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    • 4. April 2026 um 07:20
    • #1.168

    Keine Wahl mehr!


    In letzter Zeit denke ich öfter über eine Entwicklung nach, die für mich immer deutlicher spürbar wird:
    Nicht die Digitalisierung selbst ist das Problem, sondern dass man ihr im Alltag nicht mehr ausweichen kann.


    Ich erlebe das ganz konkret.


    Ich brauche ein Handy, sonst kann ich mich nicht einmal in mein Firmennetzwerk einloggen. Bestimmte Programme oder Kommunikationswege sind einfach Voraussetzung geworden. Ob man das gut findet oder nicht, spielt dabei keine Rolle mehr.


    Früher konnte man entscheiden, wie viel Technik man nutzen wollte.


    Heute habe ich oft den Eindruck, dass diese Entscheidung nicht mehr wirklich existiert. Man muss mitmachen, sonst funktioniert der Alltag nicht mehr.


    Was mich daran besonders belastet, ist weniger die Technik selbst, sondern der ständige Druck, reagieren zu müssen.


    Nachrichten beantworten, Kennwörter eingeben, Systeme verstehen, aufmerksam bleiben. Für manche ist das selbstverständlich. Für andere ist es Stress.


    Manchmal zeigt sich das auch in ganz konkreten Anforderungen des Arbeitsalltags.


    Verpflichtende digitale Schulungen oder Trainings, die man regelmäßig absolvieren muss – unabhängig davon, ob man den Inhalt bereits kennt. Auch das gehört heute einfach dazu.

    Ich gehöre zu denen, für die das belastend ist.


    Nicht, weil ich grundsätzlich gegen Fortschritt bin, sondern weil mein Leben immer ein analoges war. Und manchmal habe ich das Gefühl, dass diese Lebensweise Schritt für Schritt aus dem Alltag verschwindet.


    Ich sehe im Moment keinen wirklichen Weg, sich dem zu entziehen.


    Nicht im Beruf, nicht im täglichen Leben. Man kann manches reduzieren, aber ganz herauskommt man nicht mehr.


    Das ist keine Klage und kein Angriff auf andere Menschen.


    Es ist einfach eine persönliche Feststellung:
    Ich habe in dieser Entwicklung oft keine Wahl mehr.

    Schöne und entspannte Feiertage Euch allen, Tim

  • Online
    Matthie
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    • 4. April 2026 um 07:40
    • #1.169

    Da ist viel wahres dran was Du schreibst Tim.

    Kleine Stellschrauben kann man für sich aber schon regeln.

    Ab und an vergesse ich mein Handy Zuhause.

    In der Arbeit denke ich dann jetzt kann mich keiner erreichen ( absagen etc.) irgendwie fühlt sich das dann aber immer sehr erholsam an.

    Verrückt wie sich das entwickelt hat.

    Ich mag diesen Satz :

    If you can’t change a thing, change the way you think about it.

    Bewusste digitale Auszeiten kann man gut täglich installieren.

    In diesem

    Sinne


    Frohe Ostern wünsche ich auch Euch Allen

  • void
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    Buddh. Richtung
    Zen
    • 4. April 2026 um 09:53
    • #1.170
    Tim1:

    Keine Wahl mehr!


    In letzter Zeit denke ich öfter über eine Entwicklung nach, die für mich immer deutlicher spürbar wird:
    Nicht die Digitalisierung selbst ist das Problem, sondern dass man ihr im Alltag nicht mehr ausweichen kann.

    Dies erinnert mich an das Buch "Situation und Konstellation" von Hartmut Rosa:

    Books:

    Nur wo wir handeln, fühlen wir uns lebendig, und nur im Handeln gewinnen wir soziale Energie.«

    Die Lehrerin, die Noten nicht zur Ermutigung vergeben kann, die Ärztin, die Bildschirme statt Patienten behandelt, der Schiri, dessen Augenmaß vom VAR verdrängt wird: Unmerklich verändert sich in der Gegenwartsgesellschaft der Charakter unseres Handelns. Insbesondere im Berufsleben, aber zunehmend auch in der Freizeit zeichnen uns Richtlinien und Formulare, Algorithmen und Apps die Wege zur Entscheidungsfindung minutiös vor. An die Stelle situationssensiblen Überlegens und Urteilens tritt die konstellationsbasierte Vollzugslogik der Maschinen, mit denen wir tagein, tagaus hantieren. »Stimme zu« / »Stimme nicht zu« – so werden Handelnde zu Vollziehenden.

    Diese Entwicklung, sosehr sie der Gerechtigkeit und Transparenz dienen mag, hat einen hohen Preis, den Hartmut Rosa in seinem neuen Augenöffner auf anschauliche Weise beziffert. Denn wenn Ermessensspielräume verschwinden und die Kreativität menschlichen Handelns aus den alltäglichen Praxisvollzügen eliminiert wird, wächst das Gefühl der Ohnmacht. Und mit der Urteilskraft verkümmert die Handlungsenergie als solche. Doch wie können wir diesem individuellen und kollektiven Energieverlust der Gesellschaft entgegenwirken? Indem wir, so Rosa, die menschliche Handlungsfähigkeit stärken, und zwar auf allen Ebenen der sozialen Existenz.

  • Monikamarie
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    • 4. April 2026 um 10:03
    • #1.171

    Vielen Dank Tim,

    selbst als Seniorin ist es fast unmöglich, ohne Smartphone handlungsfähig zu bleiben - online-Arzttermine, -rezepte, -Ämter, Sportvereine ...

    Und das alles mit Behinderungen extra aufzusuchen - fast unmöglich.


    Ich habe eine Freundin, die sich noch solange davon fernhalten will wie es irgend möglich ist, aber es ist mühsam.


    Wir können - wie schon so oft geschrieben - die Welt nicht verändern. Auch ein Buddha hätte da "mitmachen" müssen wie heutige Klöster zeigen.


    Aber wir können unsere freie Zeit so nutzen, dass wir immer im Lot bleiben.

    Ich ringe zur Zeit täglich darum, denn ich habe die Wahl - auch wenns schwerfällt.


    Auch ich wünsche Allen - und besonders Dir lieber Tim - schöne entspannte Feiertage

    Monika _()_:heart:

  • Samadhi1876
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    Buddh. Richtung
    • 4. April 2026 um 10:41
    • #1.172
    Waren die 80er besser? Die Sehnsucht nach der guten alten Bundesrepublik - hier anschauen
    Kontraste-Reportage Deutschland 2026 +++ Pünktliche Bahn, D-Mark und weniger Gewalt: Viele verklären die 80er in Westdeutschland als gute alte Zeit. Doch…
    www.ardmediathek.de
  • Igor07
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    • 4. April 2026 um 10:45
    • #1.173

    Irgendwie ist es etwas, was wirklich nachdenklich macht. Ich erinnere mich an einen sehr guten britischen Film: Der Mann war etwa 59, er wurde gefeuert, und dann sollte er all diese digitalen Kurse absolvieren, alle Bewerbungen nur noch digital, aber er hatte keine Vorstellung, wie das alles funktioniert. Das Jobcenter hatte ihn damit malträtiert, er war erniedrigt. Der Mann war allein, und am Ende begeht er Selbstmord. Total verzweifelt.

    Jetzt ist sogar der Arzttermin nur noch digital – sie wollten kein Telefon mehr benutzen.

    Und wie viele Jobs laufen jetzt nur dank KI ab?

    Das ist der Trend, nichts zu machen. Wer liest heute gedruckte Bücher? Meistens nur kurze Zusammenfassungen, die auch dieses bescheuerte Sprachpaket zusammenstellt. Die Leute verlernen schon allmählich, überhaupt auf Links zu klicken.


    Frohe Ostern euch allen.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Michael Haardt
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    Buddh. Richtung
    • 4. April 2026 um 14:52
    • #1.174

    Was die Arbeit angeht, so kann man seinem Arbeitgeber mitteilen, dass er ein Gerät zur Verfügung stellen soll, und verweigern, eine App auf einem privaten Smartphone zu installieren. Gibt ein dummes Gesicht, aber auf einmal gibt es dann andere Wege.


    Es ist nichts Neues, dass viele Arbeitsinhalte Schwachsinn sind. Das ist psychisch anstrengend, hat aber nichts mit Technik zu tun.


    Ansonsten sehe ich das weniger kritisch. Das galt früher schon für das Telefon: Es ging nicht ohne. Jetzt wird das Telefon durch das Smartphone ersetzt. Ich sehe es kritisch, wie schlecht der Wechsel zu einem neuen Smartphone funktioniert, wenn das Alte kaputt ist, aber anscheinend sind viele Menschen zu dumm für das Design fehlertoleranter Prozesse. Ich habe mein Konto bei der Deutschen Bank kündigen müssen, weil deren neue App ihren Code nicht lesen konnte und ich den Zugang zum Konto mit Abschaffung von SMS-TAN verloren hätte. Das geht vielen Kunden so, wie man auf reddit lesen kann, und es interessiert die Bank nicht. Typisch für die heutige Zeit. Ich empfehle schon lange jedem, zwei Girokonten zu haben. Idealerweise eins davon im Ausland. Deutschland ist finanziell ein Entwicklungsland.


    Die medizinische Versorgung in Deutschland hat noch ganz andere Probleme. Digitale Termine lösen ein Problem, weil es weniger Kosten und weniger Arbeitskraft braucht, und beides sind echte Engpässe.


    Ich kann nur davor warnen, sich von dem täglichen Leben abzukoppeln, und das Internet gehört nunmal dazu. Objektiv erzeugt man damit zukünftiges Leid. Das ist so, als ob man Lesen und Schreiben ablehnt, um sich gegen Formulare zu wehren. Ich habe die letzten 10 Jahre neben der Arbeit sehr viel im Internet gelernt, aus Medien und auch persönlich. Das ermöglicht mir jetzt ein völlig neues Leben zu beginnen. Es liegt an einem selbst, was man mit der Technik anfängt.

  • SoftBand14163
    Gast
    • 4. April 2026 um 15:36
    • #1.175

    Gehört zu buddhistischen Entwicklung nicht auch zu lernen, Veränderungen anzunehmen?

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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