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  1. Buddhaland Forum
  2. Tim1

Beiträge von Tim1

  • Wut, Zorn

    • Tim1
    • 4. Mai 2026 um 09:25

    Der Weg auch hier führt leider immer über einen selbst - ich habe mein Leben lang gedacht, ich könnte etwas bewegen bei Anderen, bei vielen Themen, irgendwann habe ich verstanden, das klappt nicht.


    Ob das eine befriedigende Antwort für dich ist, kann ich nicht sagen, aber ich muss mich dem Thema auch immer wieder stellen und mit etwas Abstand sehe ich die Dinge oft anders, heißt der Faktor Zeit und des Reflektierens ändert oft die Sicht auf Wut und Zorn.


    Da denke ich mir dann zum Beispiel, warum habe ich so aggressiv agiert.


    Eine Regel versuche ich auch zu lernen, je höher der Druck wird, desto langsamer versuche ich zu reagieren und dadurch entsteht einfach mehr Kontrolle.


    Wenn du impulsiven Ärger meinst dann gilt auch hier, nicht sofort reagieren. Mir fiel auf als ich mich stärker mit Kommunikation beschäftigt habe, wie unglaublich schnell manche Menschen sprechen und da ist es schwer sein eigenes Tempo zu halten, weil ich sehe schon einen Zusammenhang bei der Art der Kommunikation und wie dann das Resultat ist.


    Möglicherweise ein seltsamer Ansatz, aber ich versuche es damit, wobei das kann nur ich aktiv beeinflussen.


    Ich habe mir auch angewöhnt in der Arbeit nicht mehr mich auf Gespräche einzulassen sondern nur aufzunehmen um was es geht und dann sage ich, sie bekommen eine Rückmeldung und die ist meist schriftlich.


    Wie gesagt, oft ist es auch wichtig sich abzugrenzen und sich zu fragen, ist es mein Thema, meine Zuständigkeit?


    Wichtig ist zu verstehen, egal welche Wege du suchst, es ist immer ein Prozess, heißt auf Klick wird man kein anderer Mensch.

  • Wie geht ihr damit um? Was würde Buddha sagen, oder uns raten?

    • Tim1
    • 21. April 2026 um 09:37

    Ehrliche Antwort, ich habe keine Ahnung, was Buddha sagen würde, vielleicht mit Gelassenheit reagieren? Im Sinne so wie es viele Menschen machen? Weil das habe sogar ich mittlerweile verstanden, dass mein eigener Handlungsspielraum gerade in größeren Fragen mehr als bescheiden ist.


    Meine Reaktion ist mittlerweile, die auch viele andere haben, nämlich, ich bin ausgestiegen aus der Dauerbeschallung durch die Medien, was kommen wird, das werde ich mitbekommen und mittragen, selbst wenn ich auf der Straße stehe oder was auch immer mir passiert, ich kann es definitiv nicht beeinflussen.


    Gut, finde ich die Entwicklungen nicht, aber das interessiert genau Niemand, also ein sehr pragmatischer Zugang mittlerweile.

  • Reaktion auf Aussagen anderer

    • Tim1
    • 14. April 2026 um 08:44

    Hallo, keine Ahnung wie der korrekte buddhistische Umgang mit solchen Situationen sein mag. Ich kenne sie nur all zu gut.


    Meine Strategie ist mittlerweile ganz klar - Kontaktabbruch. Wenn Menschen rote Linien überschreiten habe ich kein Mitgefühl sondern da geht es für mich um Selbstschutz.


    Meine ehemaliger bester Freund hat mich letztens 20 min. quasi per Monolog beschimpft und mir Dinge unterstellt, von denen er keine Ahnung hat. Das Einzige was ich bereut habe, war, dass ich das Gespräch statt nach 20 min. nicht nach 3 min. beendet habe.


    Nochmals für mich ist Kommunikation keine Einbahnstraße, wenn ich nicht einmal die Chance bekomme meine Sicht der Dinge zu erklären dann ist für es für mich kein schlechter Kontakt mehr sondern ein toter Kontakt.

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • Tim1
    • 4. April 2026 um 22:14

    Lieber Igor,


    du hast recht: Die eigene Einstellung beeinflusst das Leiden. Das ist ein zentraler Gedanke im Buddhismus, und daran arbeite ich auch.


    Gleichzeitig zeigt selbst das Beispiel des Buddha, dass auch er in äußeren Bedingungen gelebt hat und mit ihnen umgehen musste. Der Orden war auf Unterstützung angewiesen, und vieles war schlicht gegeben und nicht frei wählbar. Gelassenheit bedeutete daher nicht, dass die äußeren Umstände verschwanden, sondern dass man lernte, in ihnen zu bestehen.


    Was ich in meinen Beiträgen beschreibe, ist genau diese Ebene: konkrete Lebensbedingungen, die sich für mich derzeit nicht einfach verändern lassen, ohne sehr grundlegende Konsequenzen in Kauf zu nehmen.


    Darum geht es mir – nicht um Glück, das von äußeren Dingen abhängt, und auch nicht um Klagen, sondern um das ehrliche Benennen von Grenzen innerhalb der Realität, in der ich lebe.


    Das ist mein Standpunkt.

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • Tim1
    • 4. April 2026 um 19:35

    Danke für Eure Beitrage und Euer Verständnis. Jede/r erlebt das individuell und anders. Ich bin mit meinen Energie Ressourcen innerlich in einem Bereich, der nicht mehr akzeptabel ist und da haben diese Situationen maßgeblich dazu beitragen.


    Einige haben geschrieben, ich hätte eine Wahl.


    In meiner persönlichen und beruflichen Realität erlebe ich das anders. Viele Abläufe sind heute technisch und organisatorisch so festgelegt, dass individuelle Lösungen kaum möglich sind.


    Mein ursprünglicher Beitrag war kein Angriff auf die Digitalisierung und auch kein nostalgischer Rückblick auf früher. Mir ist bewusst, dass der Fortschritt viele Vorteile bringt. Gleichzeitig spüre ich aber, dass meine Möglichkeiten, mir echte Freiräume zu schaffen, immer kleiner geworden sind.


    Das ist keine theoretische Diskussion für mich, sondern eine konkrete Alltagserfahrung. Und genau deshalb habe ich meinen Beitrag geschrieben.


    Mir geht es nicht darum, andere zu überzeugen oder recht zu bekommen. Ich beschreibe lediglich meinen Standpunkt:
    Ich sehe im Moment für mich wenig Spielraum, und ich merke, dass ich zunehmend klare Grenzen setzen muss, um mein Gleichgewicht zu bewahren.


    Darum ging es mir. Danke fürs Zuhören, Tim

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • Tim1
    • 4. April 2026 um 07:20

    Keine Wahl mehr!


    In letzter Zeit denke ich öfter über eine Entwicklung nach, die für mich immer deutlicher spürbar wird:
    Nicht die Digitalisierung selbst ist das Problem, sondern dass man ihr im Alltag nicht mehr ausweichen kann.


    Ich erlebe das ganz konkret.


    Ich brauche ein Handy, sonst kann ich mich nicht einmal in mein Firmennetzwerk einloggen. Bestimmte Programme oder Kommunikationswege sind einfach Voraussetzung geworden. Ob man das gut findet oder nicht, spielt dabei keine Rolle mehr.


    Früher konnte man entscheiden, wie viel Technik man nutzen wollte.


    Heute habe ich oft den Eindruck, dass diese Entscheidung nicht mehr wirklich existiert. Man muss mitmachen, sonst funktioniert der Alltag nicht mehr.


    Was mich daran besonders belastet, ist weniger die Technik selbst, sondern der ständige Druck, reagieren zu müssen.


    Nachrichten beantworten, Kennwörter eingeben, Systeme verstehen, aufmerksam bleiben. Für manche ist das selbstverständlich. Für andere ist es Stress.


    Manchmal zeigt sich das auch in ganz konkreten Anforderungen des Arbeitsalltags.


    Verpflichtende digitale Schulungen oder Trainings, die man regelmäßig absolvieren muss – unabhängig davon, ob man den Inhalt bereits kennt. Auch das gehört heute einfach dazu.

    Ich gehöre zu denen, für die das belastend ist.


    Nicht, weil ich grundsätzlich gegen Fortschritt bin, sondern weil mein Leben immer ein analoges war. Und manchmal habe ich das Gefühl, dass diese Lebensweise Schritt für Schritt aus dem Alltag verschwindet.


    Ich sehe im Moment keinen wirklichen Weg, sich dem zu entziehen.


    Nicht im Beruf, nicht im täglichen Leben. Man kann manches reduzieren, aber ganz herauskommt man nicht mehr.


    Das ist keine Klage und kein Angriff auf andere Menschen.


    Es ist einfach eine persönliche Feststellung:
    Ich habe in dieser Entwicklung oft keine Wahl mehr.

    Schöne und entspannte Feiertage Euch allen, Tim

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • Tim1
    • 26. März 2026 um 16:58

    Samadhi1876
    Ich meinte mit Gelassenheit verlieren eher Ratlosigkeit, also Ignoranz kenne ich eher nicht. Oder dass ich gewisse Dinge einfach nicht mehr nachvollziehen kann.


    Ich habe einen enormen Druck funktionieren zu müssen, das kostet sehr viel Energie, denn da ist kein Auffangnetz, wenn ich nicht mehr funktioniere, werde ich zum Passagier.


    Zwei Punkte hier: Meine Arbeit = Existenzgrundlage

    Meine Gesundheit bzw. Stabilität besser gesagt ist essentiell für mich.

    Es gibt zwei Anhaftungen, die ich noch habe, das ist mein eigenes Leben und die Verantwortung für meinen Hund, sie ist ein großartiges Wesen, sie bringt ein Stück Freude in mein Leben. Alles Gute für Dich, Tim

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • Tim1
    • 24. März 2026 um 10:50

    Vielen Dank für deine einfühlsame Antwort.


    Es tut gut zu sehen, dass auch andere Menschen ähnliche Empfindungen haben.


    Alles, alles Gute für Dich. Tim

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • Tim1
    • 24. März 2026 um 09:29

    Meine Gelassenheit ist derzeit stark erschöpft.


    Da tut sich zu viel für einen Menschen, der mit offenen Augen und Ohren durchs Leben geht, ohne den Realismus zu verlieren.


    Einerseits ist viel Lärm in der Welt, andererseits eine beängstigende Stille.


    Kann Stille beängstigend sein?


    Wenn man eine Umwelt gewohnt ist, in der man von Reizen erschlagen wird, kann das durchaus vorkommen.


    Wenn man so lebt wie ich – und vermutlich auch einige andere –, dann steht der Druck zu funktionieren jeden Tag im Vordergrund.


    Denn da ist kein Auffangnetz mehr.


    Es erfordert viel Energie, dieses Funktionieren aufrechtzuerhalten, und es ist oft mehr Überlebensmodus als Leben.


    Was mich dabei manchmal irritiert, ist eine Form von Gelassenheit, die sehr schnell in Ignoranz kippen kann.


    Wenn man sich ausschließlich auf die eigene innere Entwicklung konzentriert, verliert man leicht den Blick für die Realität anderer Menschen.


    Man denkt nur noch von Tag zu Tag.


    Eigentlich im Sinne des Buddhismus: Leben im Hier und Jetzt –
    nur halt nicht ganz freiwillig.


    Meine Energiereserven sind derzeit begrenzt, daher schreibe ich diese Zeilen vor allem als Momentaufnahme.

  • Sich gut fühlen

    • Tim1
    • 7. März 2026 um 11:50

    Für mich ist gut fühlen - das Richtige zu tun - wenn man ein reflektierter Mensch ist weiß man es einfach - ich brauche keine Religion, ich fühle es einfach, wobei das Richtige zu tun betrifft natürlich ebenso das Wohl für meine Mitmenschen. Und klar der Buddhismus ist ein Leitfaden, der hilfreich ist.

  • "Dürfen" Buddhisten das?

    • Tim1
    • 21. Februar 2026 um 16:03

    Ich habe einige Beiträge gelesen und ob mein Thema da reinpasst, weiß ich nicht, aber es gibt ja nicht nur ein ausgeschlossen werden von einer religiösen Gemeinschaft sondern von der Gesellschaft ganz alleingemein.


    Das fühle ich seit Jahren und mittlerweile bin ich auf einem Punkt, wo ich langsam so isoliert bin, dass ich selbst mit Willensleistung kaum noch dagegen halten kann.


    Die Isolation und die Einsamkeit, die spüre ich gewaltig und wenn man gar keine sozialen Anlaufstellen mehr hat bzw. sich Niemand mehr für einen interessiert, dann finde ich das schon schwierig.


    Ich kann soziale Kontakte nicht erzwingen, würde ich auch nicht wollen. Im Rahmen dessen, dass ich mich viel mit Kommunikation in letzter Zeit beschäftigt habe, ist mir noch bewusster aufgefallen, dass viele meiner Kontakte genau ein Ziel haben, nämlich ihre Themen loszuwerden, das sind keine Interaktionen sondern das sind Monologe. Das einzige Interesse was ich da sah, war das sie sich selbst hören wollten.


    Nicht einmal die Grundregel einer Kommunikation, dass man den anderen nicht dauernd unterbricht wurde nicht eingehalten, für mich ist ein gutes Gespräch, wenn Beide zu Wort kommen, aber nicht wenn ein Monolog da ist, der oft sehr lange läuft.


    Das macht wirklich einsam, ich sehe da auch nicht den Weg hinaus, weil viele Kontakte sind nicht schlecht sondern es sind tote Kontakte.


    Ich habe das auch immer mal geschrieben, ich mag es nicht, wenn man versucht mich zu bekehren, was in den letzten Jahren zugenommen hat, vor allem von christlichen Gemeinschaften. Da wird etwas vorgegaukelt in Form von gutem Kontakt, in Wirklichkeit geht es aber nur um die Botschaft loszuwerden.


    Ich brauche keine Religionen um mein Leben zu leben, den Buddhismus sehe ich wie Ewald glaube ich als Lebensphilosophie, die mir ein wenig Wege bzw. Angebote aufzeigt, aber ich als Buddhist würde nie jemanden zu meinem Glauben bewegen wollen.

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • Tim1
    • 1. Februar 2026 um 23:06

    Liebe Anna,


    für mich geht es bei „Nicht-Abstumpfen“ tatsächlich primär um innere Beteiligung: wach bleiben, nicht zynisch werden, das Leiden wahrnehmen – ohne daraus automatisch die Pflicht zu politischem Handeln oder Parteinahme abzuleiten.


    Das Beispiel mit den kambodschanischen Mönchen verstehe ich eher als einen Grenzfall. Ihr Engagement ist nachvollziehbar, gleichzeitig zeigt es genau die Spannung, die mich umtreibt: Wann wird Wachheit zur politischen Positionierung? Und verliert sie dabei nicht etwas von ihrer Offenheit?


    Mir ging es weniger darum, solche Formen zu bewerten, sondern darum, Gelassenheit nicht mit Wegsehen zu verwechseln. Wach bleiben heißt für mich, die Realität zu sehen – wie man darauf reagiert, kann sehr unterschiedlich ausfallen.


    Liebe Grüße


    Tim


    Warum

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • Tim1
    • 28. Januar 2026 um 22:32

    Hallo Void,


    das Bild mit der Vogelmutter und den Nestlingen ist sehr treffend.


    Es zeigt gut, wie selektiv unsere Sorge oft ist – und wie schwierig es ist, diesen Rahmen zu weiten.

    Genau in dieser Spannung bewege ich mich: zwischen menschlicher Bindung und dem Versuch, nicht nur bei der Sorge um das Eigene stehen zu bleiben.


    Danke für diese Einordnung.
    Tim

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • Tim1
    • 28. Januar 2026 um 22:31

    Liebe Monika,


    das klingt sehr nachvollziehbar.


    Mäßigung und Akzeptanz sind in solchen Situationen vermutlich tatsächlich die klügste Praxis – nicht aus Gleichgültigkeit, sondern aus Selbstschutz.


    Wachheit heißt ja nicht, überall zu korrigieren, sondern zu spüren, wo und wie man reagieren möchte, ohne sich selbst zu verlieren.


    Danke für deine Offenheit.


    Liebe Grüße
    Tim

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • Tim1
    • 28. Januar 2026 um 19:55

    Liebe Monika,


    für mich geht es weniger um Tun als um Nicht-Abstumpfen.


    Wachheit heißt, wahrzunehmen, ohne wegzusehen oder zynisch zu werden.


    Manchmal besteht das „Tun“ einfach darin, Haltung zu bewahren und Dinge beim Namen zu nennen – auch wenn die äußeren Möglichkeiten begrenzt sind.


    Mehr wollte ich nicht sagen.


    Liebe Grüße
    :heart:Tim

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • Tim1
    • 28. Januar 2026 um 19:31

    Ich habe weder gefordert, permanent zu leiden, noch eine Art Sorgen-Marathon zu veranstalten. Und ich habe auch nicht behauptet, man müsse die Welt retten oder fertige Lösungen liefern.


    Das ist eine Verkürzung meines Beitrags, die ich so nicht stehen lassen möchte.


    Mein Punkt war ein anderer: Gelassenheit ist keine Ausrede für Wegsehen. Achtsamkeit bedeutet nicht, sich über reale Entwicklungen ironisch hinwegzusetzen. Zwischen hysterischer Dauerempörung und buddhistischer Gleichgültigkeit gibt es einen Raum – und genau dort bewegt sich meine Kritik.


    Nachdenklichkeit ist nicht dasselbe wie Selbstquälerei. Besorgnis ist nicht gleich Panik. Und Verantwortung beginnt nicht erst dort, wo man perfekte Antworten hat, sondern dort, wo man bereit ist, unbequeme Fragen überhaupt zuzulassen.

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • Tim1
    • 27. Januar 2026 um 20:10

    Liebe Monika,


    Ich plädiere dafür, Gelassenheit nicht mit Wegsehen zu verwechseln.
    Achtsamkeit schließt für mich ethische Wachheit ein – mehr wollte ich nicht sagen.


    Liebe Grüße Tim

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • Tim1
    • 27. Januar 2026 um 19:16

    Hallo,


    In den letzten Monaten mehren sich weltweit politische Entwicklungen, die mich nachdenklich stimmen. Besonders in den USA zeigen sich Tendenzen einer zunehmenden Macht Konzentration staatlicher Behörden, etwa im Umgang mit Migration und innerer Sicherheit.


    Berichte über schwere Menschenrechtsverletzungen, bis hin zu Todesfällen in staatlichem Gewahrsam, werfen Fragen nach Rechtsstaatlichkeit und Kontrolle auf.


    Parallel dazu ist zu beobachten, dass sich die USA zunehmend auch in europäische politische Diskurse einmischen, unter anderem durch offene Unterstützung rechter Parteien. Umgekehrt bleibt die politische Reaktion Europas auf diese Entwicklungen vergleichsweise verhalten.

    Besorgniserregend ist zudem die Entwicklung der Meinungsfreiheit in einzelnen westlichen Demokratien.


    Besonders in Großbritannien gibt es Berichte über eine deutlich zunehmende strafrechtliche Verfolgung politischer Äußerungen, vor allem im Zusammenhang mit sozialen Medien. Dabei geht es nicht ausschließlich um Aufrufe zu Gewalt, sondern teils auch um politische Meinungsäußerungen, was eine legitime Debatte über die Grenzen von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und freier Rede aufwirft.


    Natürlich sind autoritäre Entwicklungen auch aus Russland oder China bekannt. Neu ist jedoch, dass ähnliche Tendenzen zunehmend auch aus Ländern kommen, die bislang als stabile demokratische Bezugspunkte galten. Das verändert globale Machtverhältnisse und Verlässlichkeit.


    Im buddhistischen Kontext begegnet man solchen Entwicklungen oft mit Gelassenheit oder dem Rückzug auf das rein Persönliche. Achtsamkeit bedeutet für mich jedoch nicht Wegsehen, und Gleichmut ist nicht gleich Verantwortungslosigkeit. Zu sagen, man könne ohnehin nichts ändern, ist nicht automatisch Weisheit.


    Mein Anliegen ist daher kein politischer Aktivismus, sondern ein Hinweis darauf, dass ethische Wachheit und gesellschaftliche Aufmerksamkeit auch Teil einer verantwortungsvollen Haltung sein können.

  • "Dürfen" Buddhisten das?

    • Tim1
    • 22. Januar 2026 um 19:31

    Hallo Monika,


    danke für deine Rückmeldung. Ich merke, dass mir der Begriff Selbstliebe lange unklar war, weil ich ihn oft mit Egoismus verwechselt habe.


    Deine Erklärung hat mir geholfen. So verstanden geht es also um Annehmen, Mitgefühl und Nachsicht mit sich selbst – nicht um Selbstverliebtheit. Das leuchtet mir ein.


    Ob ich mich mag? Das ist keine einfache Frage. Ich würde sagen: Ich bin nicht selbstverliebt, aber zunehmend zufrieden mit dem, wie ich heute lebe und handle. Und vielleicht ist genau das ein Teil dessen, was du mit Selbstliebe meinst.


    Danke dir für die wertschätzende Klärung.


    Alles Gute für dich


    Tim

  • "Dürfen" Buddhisten das?

    • Tim1
    • 22. Januar 2026 um 15:33

    Über Selbstliebe habe ich noch nie nachgedacht. Und das mich andere lieben? Das ist mir nicht wichtig, denn dann müsste ich mich anpassen an etwas was weder meinem moralischen noch ethischen Kompass entspricht.


    Ich bin meist freundlich, hilfsbereit, respektvoll, wertschätzend, ABER der Hintergrund ist da nicht, dass mich irgendwer liebt sondern das ist meine DNA, so denke ich einfach, das ist für mich normal.


    Ich persönliche kenne bedauerlicherweise fast ausschließlich Menschen, die sich vorwiegend um sich selbst sorgen, die interessieren die "Anderen" nicht, aber wie gesagt, das ist eine sehr subjektive Erfahrung, keine Wahrheit.


    Wo ich mich immer zurückziehe sind Konflikte, bevor ich Konflikte eingehe, gebe ich lieber nach, auch wenn es zu meinem Nachteil ist, denn ich habe die Kraft nicht dafür und da bleibe ich bei meinem Credo, wenn Jemand sich schlecht verhält ist das sein Thema und nicht meines. Ich verantworte ausschließlich, was ich tue und somit habe ich keine Feinde oder wie immer man das nennen mag.

  • Missbrauch in Plum Village

    • Tim1
    • 20. Januar 2026 um 08:01

    Missbrauch scheint ein Dauerthema aller Kulturen, Völker und Religionen zu sein.


    Es ist zu verurteilen, nur dadurch wird es nicht aufhören.


    Der Missbrauch findet überall statt, in allen sozialen Schichten, Ländern, in den hochzivilisierten Ländern wie in weniger hoch entwickelten Ländern.


    Er betrifft mehrheitlich Frauen, leider auch Männer und Kinder.


    Bedauerlicherweise sehe ich hier keine wirkliche Verbesserung für die Zukunft.


    Ich kann nur für mich sprechen als Buddhist, aber vor allem als Mensch wäre es undenkbar!

  • "Dürfen" Buddhisten das?

    • Tim1
    • 3. Januar 2026 um 19:53

    Mir ist bewusst, dass ich mich oft auf Meinungsfreiheit berufe – und genau deshalb halte ich sie für etwas anderes als einen Freibrief im Ton.


    Meinungsfreiheit bedeutet für mich, auch Unbequemes sagen zu dürfen, nicht, es beliebig zu sagen.


    Rechte Rede schränkt Inhalt nicht ein, sondern reflektiert die Form, die Absicht und die Wirkung von Worten – gerade in einem spirituellen Kontext.


    Mein Hinweis auf den Umgangston war daher kein Widerspruch zu Meinungsfreiheit, sondern ihr Gegenstück:
    Freiheit im Ausdruck bei gleichzeitiger Verantwortung für das, was Worte auslösen.

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • Tim1
    • 2. Januar 2026 um 22:53

    In meiner eigenen Arbeit an mir ist mir etwas deutlich geworden:
    Es geht mir weniger um die Frage, ob früher alles besser war, sondern um die Art, wie wir heute miteinander umgehen – und was das innerlich mit mir macht.


    Ich habe gelernt, genauer zu unterscheiden:
    Was liegt in meiner Verantwortung – und was nicht.
    Ich kann die Gesellschaft nicht verändern, aber ich kann meinen Umgang mit ihr klären.

    Was ich als belastend erlebe, ist weniger „die Welt“, sondern bestimmte Entwicklungen im Miteinander:


    Gespräche sind oft flüchtig, Rückmeldungen bleiben aus, Verantwortung wird schneller abgegeben, Konflikte entweder vermieden oder scharf ausgetragen. Vieles wirkt indirekt, ungeklärt, passiv-aggressiv. Das kostet Energie.


    Meine Konsequenz daraus ist keine Anklage, sondern eine innere Ordnung:
    Tempo reduzieren.


    Denken und Reden trennen.
    Gespräche auf ihren Kontext beschränken.
    Keine unnötige Komplexität.
    Keine Energie in Austausch investieren, der nicht nährt oder klärt.


    Gerade deshalb erscheint mir diese innere Arbeit wichtig:
    Ordnung im eigenen Handeln zu schaffen – dort, wo ich tatsächlich Verantwortung trage.


    Tim

  • "Dürfen" Buddhisten das?

    • Tim1
    • 2. Januar 2026 um 22:17

    Liebe Monika, danke dir für deine Antwort und deine guten Wünsche.


    Nur kurz zur Einordnung: Rückzug ist für mich nichts Neues und auch keine kurzfristige Reaktion. Er begleitet mein Leben seit vielen Jahren, meist als notwendige Konsequenz aus Erfahrungen, in denen Verlässlichkeit, Zuhören und Fairness gefehlt haben. Insofern ist Rückzug für mich weniger „heilsam“ im Sinne eines Pausierens, sondern eher eine Form von Selbstschutz.


    Was die Meinungsfreiheit betrifft: Ich habe nie bestritten, dass man Dinge äußern kann. Meine Erfahrung ist nur, dass offene Ehrlichkeit heute fast immer mit Konsequenzen verbunden ist – und genau diese Erfahrung prägt meine Wahrnehmung.


    Das schreibe ich nicht vorwurfsvoll, sondern erklärend.


    Alles Gute auch für dich im neuen Jahr
    Tim

  • "Dürfen" Buddhisten das?

    • Tim1
    • 2. Januar 2026 um 22:07

    Ich möchte kurz etwas klarstellen, weil mein Beitrag offenbar unterschiedlich gelesen wurde.

    Ich habe niemanden persönlich angegriffen und auch keine „Moralpolizei“ eröffnet.


    Ich habe eine Beobachtung zur Redekultur beschrieben – nicht mehr und nicht weniger. Dass diese Beobachtung nicht von allen geteilt wird, ist völlig in Ordnung. Dass sie jedoch als „Klage“, „Vorwurf“ oder gar als mangelnder Respekt interpretiert wird, überrascht mich.


    Gerade in einem buddhistischen Kontext halte ich es für legitim, auf Ton, Haltung und Wirkung von Sprache hinzuweisen. Rechte Rede ist kein moralischer Zeigefinger, sondern Teil der Praxis. Sie beginnt nicht bei Inhalten, sondern bei Achtsamkeit im Ausdruck.


    Wenn jemand sagt, der Ton hier sei „normaler gesellschaftlicher Ton“, dann mag das stimmen. Genau das war mein Punkt. Dass gesellschaftliche Umgangsformen rauer, schneller und weniger zuhörend geworden sind, empfinde ich persönlich als bedenklich – auch und gerade in einem Übungsraum.


    Ich beanspruche weder Deutungshoheit noch Allgemeingültigkeit. Ich habe aus meiner Wahrnehmung gesprochen und sie als solche kenntlich gemacht. Wer sie nicht teilt, muss sie nicht übernehmen – aber sie als unberechtigten Vorwurf zu lesen, geht an meiner Intention vorbei.


    Vielleicht liegt genau hier ein Kern des Themas:
    Unterschiedliche Wahrnehmungen nebeneinander stehen lassen zu können, ohne sie sofort zu bewerten oder zurückzuweisen.

    Mehr wollte ich nicht sagen.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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