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Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

  • Tim1
  • 29. November 2023 um 23:20
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  • Monikamarie
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    • 29. Januar 2026 um 10:42
    • #1.151

    So meine ich das, lieber Qualia. ❤️

  • Michael Haardt
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    • 31. Januar 2026 um 13:38
    • #1.152

    Ich stimme zu, Achtsamkeit ist wichtig. Buddha empfiehlt, die Welt so zu sehen, wie sie ist. Was macht man mit dem Wissen?


    Man trifft bessere Entscheidungen. Wenn man seine Umwelt kennt und versteht, und die Begrenzungen des persönlichen Denkens berücksichtigt, ist es einfacher, sich für eine Handlung zu entscheiden, weil man deren Konsequenzen mit zufriedenstellender Gewissheit vorhersagen kann. Rechtes Handeln und rechte Rede sind schwer, wenn man ahnungslos ist.


    Dabei geht es nicht darum, die Welt zu ändern, oder zu verzweifeln, weil das nicht geht. Es geht um eine fundierte Entscheidung, wie man sich persönlich in dieser Welt verhält.


    Das klingt abstrakt, darum ein Beispiel: Was sage ich zum Eingreifen der USA in Venezuela? Als Deutscher, der das aus der Ferne sieht. Völkerrecht, das Leben Unschuldiger, ein tyrannischer Diktator, aber auch eine aggressive Supermacht - da muss man doch eine Meinung zu haben! Da kann man doch nicht einfach ignorant wegschauen!


    Ich frage Leute aus Venezuela. Wie ist es für sie? Wie sieht es vor Ort aus? Es hat sich kaum etwas geändert. Es gibt Bedenken eines militärischen Konflikts und Hoffnung auf eine bessere Zukunft, und sie beklagen die lange dunkle Geschichte, die ihr Land in die Gegenwart führte, die Kultur der Korruption und Gewalt, den Mangel. Auch aus dem Exil lieben sie ihr Land, ohne zu wissen, wie es dort besser werden soll, ohne ihre Hoffnung auf eine der zwei Seiten zu stellen, weil sie wissen: Weder das Regime noch die USA stehen auf ihrer Seite.


    Michael

  • Anna Panna-Sati
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    • 1. Februar 2026 um 20:35
    • #1.153

    Hallo, lieber Tim, :)

    Tim1:

    für mich geht es weniger um Tun als um Nicht-Abstumpfen.

    Heißt "Nicht-Abstumpfen" für dich, (weiterhin) dabeizubleiben, innerlich "beteiligt" zu sein, Mitgefühl zu bewahren, ohne aber selbst in irgendeiner Weise einzugreifen?

    Tim1:

    Wachheit heißt, wahrzunehmen, ohne wegzusehen oder zynisch zu werden.

    Zynisch zu werden ist meistens ein Zeichen der Überforderung und Abgrenzung - es gibt Menschen, die auf diesem Weg verhindern wollen, von Mitleid und/oder ohnmächtiger Verzweiflung überwältigt zu werden.


    Nicht weggesehen haben diese buddhistischen Mönche in Kambodscha (August 2025):


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    Was hältst du vom Engagement dieser kambodschanischen Theravada-Mönche, die aktiv für die Freilassung von Soldaten und Frieden demonstrieren und dabei sogar Donald Trump für seine Hilfe (beim Aushandeln einer Waffenruhe zwischen Thailand und Kambodscha) loben, nebst Vorschlag, ihm den Friedensnobelpreis zu verleihen?


    (Ich sehe es eher kritisch, weil sie - anders, als die Theravada-Mönche in den USA ("Walk for Peace"*) - nicht neutral für den Frieden eintreten, sondern eindeutig Partei nehmen und sich mit den (Trump-) Plakaten in die Politik einmischen...)


    Ein Kommentator des YT-Shorts schreibt übrigens, dass es "Pflicht des Mönches sei, "Frieden zu lehren, nicht Frieden zu schaffen" .


    * Engagierte Buddhisten: Friedensmarsch buddhistischer Mönche in den USA


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • Tim1
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    Buddh. Richtung
    Zen
    • 1. Februar 2026 um 23:06
    • #1.154

    Liebe Anna,


    für mich geht es bei „Nicht-Abstumpfen“ tatsächlich primär um innere Beteiligung: wach bleiben, nicht zynisch werden, das Leiden wahrnehmen – ohne daraus automatisch die Pflicht zu politischem Handeln oder Parteinahme abzuleiten.


    Das Beispiel mit den kambodschanischen Mönchen verstehe ich eher als einen Grenzfall. Ihr Engagement ist nachvollziehbar, gleichzeitig zeigt es genau die Spannung, die mich umtreibt: Wann wird Wachheit zur politischen Positionierung? Und verliert sie dabei nicht etwas von ihrer Offenheit?


    Mir ging es weniger darum, solche Formen zu bewerten, sondern darum, Gelassenheit nicht mit Wegsehen zu verwechseln. Wach bleiben heißt für mich, die Realität zu sehen – wie man darauf reagiert, kann sehr unterschiedlich ausfallen.


    Liebe Grüße


    Tim


    Warum

  • Qualia
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    • 2. Februar 2026 um 07:26
    • #1.155
    Anna Panna-Sati:

    Ein Kommentator des YT-Shorts schreibt übrigens, dass es "Pflicht des Mönches sei, "Frieden zu lehren, nicht Frieden zu schaffen" .

    Von Mönchen erwarte ich weder, dass sie Frieden lehren, noch dass sie Frieden schaffen. Ich erwarte, dass sie nach der Lehre des Buddha Frieden leben. Das er-warte ich von jedem Menschen, auch wenn er glaubt, ein Mönch, Politiker, Philosoph oder was auch immer zu sein.


    Shinjinmei 1–7

    Frieden/Dao ist ohne Schwierigkeiten zu erreichen. Erkenne dein Festhalten an deinem ausgewählten oder herausgepickten, abgelehnten oder geliebten. Nehme immer wieder Abstand davon. Auf diese Weise wird deine neblige Meinungs-Höhle sicher hell und klar.
    Ein kleines, auch unbewusstes, doch nicht Abstand nehmen und der Abgrund erscheint: Was ist richtig, was falsch? Wünschst du dir, frei von Zweifel zu sein, dann handle nicht nach deiner geglaubten Meinung, denn Tatsache ist: Nur vor der Tat ist verloren, gewonnen, richtig, falsch.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

    3 Mal editiert, zuletzt von Qualia (2. Februar 2026 um 07:38)

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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