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  1. Buddhaland Forum
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Ich verstehe vieles nicht

  • Gylfie
  • 13. April 2026 um 06:28
  • Zum letzten Beitrag
  • Gylfie
    Gylfie Themenautor
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    • 13. April 2026 um 06:28
    • #1

    Hallo zusammen

    Ich bin wirklich sehr neu hier.

    Ich habe den Weg des Buddhismus eingeschlagen, in der Hoffnung, Antworten zu finden.

    Bis jetzt habe ich aber vorallem Verwirrung gefunden. Ich verstehe vieles noch nicht. Was bedeuten all diese neuen Begriffe? Wie soll ich meinen Alltag leben? Wie kann ich meine Meinung ausdrücken, ohne mich daran festzuklammern?

    Möglicherweise braucht es vorallem Zeit, Antworten zu finden.

    Trotzdem kann ich euch ja um hilfe bitten.

    Kennt jemand einen sehr anfängerfreundlichen Podcast oder ein Buch?

  • pano
    Ohrensessel-Buddhist
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    • 13. April 2026 um 08:05
    • #2

    Hallo,


    stell dir den Buddhismus als Baum vor, der ist 2500 Jahre alt und so mancher Baumbewohner wäre ziemlich desorientiert wenn er auch nur den Ast wechseln müsste. Es gibt zahlreiche Bücher zum Buddhismus, hier wären 2 mögliche Empfehlungen:

    • "Sei dir selbst eine Insel: Buddhas Weg zu innerem Glück und Frieden " von Ayya Khema
    • "Das Herz von Buddhas Lehre:" von Thich Nhat Hanh
  • Qualia
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    • 13. April 2026 um 09:28
    • #3

    Nur wer den Mut hat, seine Fragen zu stellen, wird die Chance bekommen, seine irrtümlichen Meinungen selbst zu klären. Wer nicht den Mut hat, sich bis auf die Knochen zu blamieren, wird nie seine Knochen, sein ihn tragendes Skelett erkennen können.

    Jedes Mich-blamieren hat dazu geführt, genauer nachzuforschen. Der Mensch, der mich herabgesetzt hat, erfährt in den seltensten Fällen etwas davon, wie sehr er mir geholfen hat. Hier für alle:hug::hug::hug:

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Monikamarie
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    • 13. April 2026 um 11:22
    • #4

    Herzlich willkommen Gylfie ,

    ich empfehle "Ein Buddha auf dem Bücherschrank" von Ludwig Schafft.


    Alles Gute für Dich

    _()_Monika

  • mukti
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    • 14. April 2026 um 10:54
    • #5
    Gylfie:

    Möglicherweise braucht es vorallem Zeit, Antworten zu finden.

    Trotzdem kann ich euch ja um hilfe bitten.

    Kennt jemand einen sehr anfängerfreundlichen Podcast oder ein Buch?

    Ja, es braucht Zeit und Geduld. Ich empfehle immer "Das Wort des Buddha", weil es für mich die beste Einführung war.

    Mit Metta, mukti.


  • Michael Haardt
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    • 14. April 2026 um 18:25
    • #6

    Man kann Buddhismus sehr verschieden sehen.


    Viele fremde Begriffe, Definitionen, die mehr Fragen als Antworten hinterlassen, verschiedene Richtungen, deren Anhänger sich gelegentlich in die Haare kriegen, strittige Übersetzungen und nichts von alldem hat Buddha selbst aufgeschrieben. Nicht einfach.


    Aber Buddhismus ist so pragmatisch, dass man es beinahe nicht mehr Religion nennen könnte. Es geht nicht darum, tausend neue Begriffe zu lernen und alles Mögliche peinlich genau zu machen, d.h. sich am Buddhismus festzuhalten, sondern das sind alles nur Hilfen. Im Kern geht es um das, was mukti verlinkt hat. Klingt einfach, aber im Bezug zum Alltag merkt man, dass viel mehr dahinter steckt. Man muss sich damit auseinandersetzen. Google ist ganz hilfreich, z.B. "was sagt buddha zu neid".


    Du wirst feststellen, dass es große Überschneidungen mit moderner Psychologie gibt, nur ist die Terminologie im Buddhismus anders. Es gibt starke Überschneidungen mit Konstruktivismus. Manchmal gibt das ein Aha-Erlebnis, wie Buddha manches gemeint hat. Du lernst zu verstehen, wie Du denkst. Da bekommst Du eine Menge Antworten, die im Alltag hilfreich sind. Mit dem Verständnis wirkt der gleiche Text der Grundlagen dann ganz anders.


    Es braucht Zeit, es braucht Ruhe zum Denken. Wenn es einen kurzen, einfachen Weg gäbe, hätte den wohl schon jemand kundgetan, aber es ist interessant und lohnt sich.

  • Monikamarie
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    • 14. April 2026 um 19:49
    • #7

    Die Lehre Buddhas ist eine Philosophie und keine Religion!

    _()_

  • Michael Haardt
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    Buddh. Richtung
    • 15. April 2026 um 12:38
    • #8

    Eine Religion ist eine Philosophie, die Übernatürliches beeinhaltet und erklärt. Du wirst mir zustimmen, dass das wenigstens in vielen buddhistischen Richtungen der Fall ist.


    Aus Karma kann man sich noch herauswinden, wenn man es als die Summe von Konsequenzen aus Handlungen betrachtet, und wie die Umwelt darauf im Durchschnitt reagiert. Aufgrund unzureichenden Wissens jedes Einzelnen mag es einem manchmal übernatürlich vorkommen.


    Bei der Wiedergeburt wird es aber übernatürlich, oder nicht? Also ist es eine Religion. Gerade so eben noch. ;)

  • Samadhi1876
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    • 15. April 2026 um 12:56
    • #9
    Michael Haardt:

    Eine Religion ist eine Philosophie, die Übernatürliches beeinhaltet und erklärt. Du wirst mir zustimmen, dass das wenigstens in vielen buddhistischen Richtungen der Fall ist.

    Die Erfahrung aber, zu der man durch die Zenpraxis kommt, ist weder gedanklicher noch philosophischer noch religiöser Natur. Sie ist einzig und allein Tatsache. Diese Erfahrung aber hat, so sonderbar das auch scheinen mag, tatsächlich die Kraft, uns von dem Leid und Elend der Welt zu befreien.

    Sie hebt uns aus den Ängsten, den Leiden der Welt heraus.

    Niemand weiß, weshalb diese Erfahrung eine so wunderbare Kraft hat. Sie hat sie einfach, und sie wirkt, ohne dass ein Konzept oder ein Glaube hinzutreten muss. Sollte eine solche Tatsache eine Religion genannt werden? Ich denke nein. Diese Tatsache heißt einfach nur »Erwachen«, »Selbst-Realisierung« oder »Erleuchtung« und wird von einem tiefen Frieden des Geistes begleitet.

    So ist also unser gemeinsames Fundament, die Welt der Leerheit, eine überaus ernsthafte Wirklichkeit - und nicht das Ergebnis des gewöhnlichen Denkens. Aus tiefstem Herzen wünsche ich mir, ich könnte diese Welt mit Menschen in Führungspositionen teilen - mit Politikern, den Reichen, Bör-sianern, Managern, Gewerkschaftsführern, Gelehrten, Künst-lern, Kirchenleuten, selbst mit Gangsterbossen - und hoffen, dass sie sie als Erfahrung und nicht als Ergebnis eines Denkprozesses erleben. Das wäre dann der kürzeste Weg, um den

    »Ich-Du«-Gegensatz in allen seinen Formen zu überwinden und der Welt wahren Frieden zu bringen.

    Koun Yamada

    (Das Tor des Zen)

  • Monikamarie
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    • 15. April 2026 um 12:57
    • #10

    Danke, Michael Hardt,

    Religion hat für mich mit einem Gott zu tun, einem Schöpfer, an den man sich "zurück-" bindet "re-".


    Sogenanntes Übernatürliches gibt es nur solange wie man es nicht erlebt.


    Wir wissen wenig, auch die Wissenschaft weiß nicht ...

    Und die Philosophie hat sich in 1000en von Jahren nicht wesentlich verändert.


    Von einer Wiedergeburt hat der Buddha nicht gesprochen. Dass allerdings alles wieder erscheint, kann ich an der Natur sehen. Das ist ein Wunder, das aber leider meistens nicht als solches wahrgenommen wird.

    _()_

  • Michael Haardt
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    • 15. April 2026 um 20:30
    • #11

    Es ist eine gute Frage, wovon Buddha sprach und was man ihm später in den Mund legte, wie er das gemeint hat, und was die Sprache damals bedeutete. Ich meine, dass Wiedergeburt wenigstens in den meisten Richtungen vorkommt, und damit halte ich es für treffend, Buddhismus im allgemeinen Sinn als Religion zu bezeichnen. Auch, wenn es Ausnahmen gibt.


    Religion geht deutlich weiter als der Glaube an einen oder mehrere Schöpfer. Moderne Religionen sind relativ klar strukturiert und schriftlich festgehalten. Dazu gehört für mich auch Buddhismus. Aber jede Form beschreibender Erklärung des Übernatürlichen ist Religion und das geht in der Zeit vermutlich schon so lange zurück, wie es Bewusstsein gibt. Es ist eine offene Frage, warum Menschen und deren Vorfahren Religion entwickelten, auch wenn es gute Theorien dazu gibt. Der Begriff Religion ist für mich nichts Abwertendes, sondern eben nur eine Abgrenzung zur Philosophie. Manches war erst Philosophie oder Religion und wurde dann Physik.


    Buddhismus, und ich glaube da sind sich wieder alle einig, konzentriert sich auf das reale Leben. Es geht nicht darum, Punkte für die Zeit danach zu sammeln. Das Erwachen findet, wenn man Buddha glauben darf, so selten statt, dass man es real vergessen kann. Der Weg dahin, auch wenn man nicht ankommt, ist aber so lohnend, dass Buddha einsah, ihn zu lehren. Da gibt's dann auch nichts Übernatürliches. Nehmen wir mal Atemübungen:


    Der Atem wird normalerweise durch den Kohlendioxidgehalt im Blut gesteuert. Mehr Kohlendioxid bedeutet normalerweise mehr Bedarf an Sauerstoff, also versucht der Körper,
    mehr zu bekommen und erhöht die Atemfrequenz. Das kennt man vom Sport. Atmen wir bewusst langsamer, steigt der Kohlendioxidgehalt im Blut. Die Blutgefäße zum Gehirn erweitern sich, um einen scheinbaren Sauerstoffmangel auszugleichen, und damit gelangt mehr Sauerstoff in das Gehirn. Das wird als Gefühl der Ruhe und gesteigerter Aufmerksamkeit empfunden. Keine Magie, nur Physiologie. Wird das oft gemacht, verändert dieses Gefühl etwas im Gehirn. Quasi mentales Work-out, um besser zu denken.


    Und da sind wir bei der Frage von Gylfie: Besser denken und mehr verstehen bedeutet bessere Entscheidungen, also Antworten, und weniger Stress oder Leid.

  • Monikamarie
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    • 15. April 2026 um 20:55
    • #12

    Die Frage, ob Wiedergeburt, vereinbart sich nicht mit der Lehre eines Nicht-Selbst.


    Ausserdem glauben einige an eine persönliche Wiedergeburt. Davon ging der Buddha nicht aus, weil er damals den Glauben an die Seelenwanderung ablehnte.


    Danke für Deine medizinischen Erklärungen :?


    Wie entsteht "besser denken"?


    Zunächst muss ich doch erstmal lauschen, hinschauen - also z.B. mittels Meditation in mich gehen, um zu verstehen und zu begreifen, und zwar das, was ich zuvor gehört oder gelesen habe von der Lehre Buddhas oder Jesu oder oder ...


    Also bei mir war es so, dass ich bereits soviel erlebt und erlitten hatte, dass die Lehre Buddhas auf - wie Jesus sagen würde - fruchtbaren Boden fiel.


    Gylfie ist jedoch erst 16, ich bitte das zu beachten.


    _()_

    Einmal editiert, zuletzt von Monikamarie (15. April 2026 um 21:02)

  • Michael Haardt
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    • 15. April 2026 um 21:10
    • #13
    Monikamarie:

    Wie entsteht "besser denken"?

    Ich bin kein Neurologe, aber ich weiß, dass man buddhistische Mönche neurologisch untersucht hat. Meditation verändert etwas. Die Ruhe erlaubt eine tiefe Konzentration und das hat in vielen Gebieten viele Namen, aber die Beschreibungen sind die Gleichen und das passt sehr gut zu dem, was ich im Zen darüber lese, dass Meditation in vielen Tätigkeiten möglich ist.


    Was keine Antwort auf deine Frage ist, aber doch wenigstens die Zustimmung von außerhalb des Buddhismus, dass es wirklich hilft.


    Meine Vermutung, und da wird das Eis dünn, ist, dass man durch Entspannung, Abstand und Konzentration das "schnelle" Denken unterdrücken kann und rational reflexiv nachdenken kann. Je mehr Übung, um so einfacher gelingt das.

  • Monikamarie
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    • 15. April 2026 um 21:25
    • #14

    Ich schreibe nicht aus Vermutung, sondern aus Erfahrung. Ohne die bleibt alles Theorie.


    Das schnelle Denken - auch Affengeist genannt - wird durch Achtsamkeit in der Folge von formaler Meditation nicht unterdrückt, sondern beobachtet und "erlöst".


    Im Laufe der Zeit verschwindet es bereits beim kurzen inneren Blick darauf, sobald es "hochkrabbelt".

    Aber natürlich nur bei dauerhafter Übung.


    Die Konsequenz davon ist ein immer mehr verändertes Denken - Geistesschulung eben.

    _()_Monika

  • Aravind
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    • 16. April 2026 um 07:47
    • #15
    Michael Haardt:

    Meine Vermutung, und da wird das Eis dünn, ist, dass man durch Entspannung, Abstand und Konzentration das "schnelle" Denken unterdrücken kann und rational reflexiv nachdenken kann.

    Das halte ich durchaus für möglich. Beides ist aber nicht Gegenstand der buddhistischen Praxis. Weder denken zu unterdrücken, noch nachzudenken.


    Der Kern der buddhistischen Meditation sind Achtsamkeit (als Werkzeug) und Beobachtung.


    Liebe Grüße,

    Aravind.

  • SWAN
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    • 16. April 2026 um 10:18
    • #16
    Zitat

    Ich verstehe vieles nicht

    Willkommen im Club. Je älter ich werde, desto weniger Plan habe ich. Aber ich weiß immer genauer, von welchen Sachen ich keinen Plan habe.


    Hab ich mir auch irgendwie anders vorgestellt!! :D

  • JoJu91
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    • 17. April 2026 um 07:28
    • #17
    Michael Haardt:

    Bei der Wiedergeburt wird es aber übernatürlich, oder nicht?

    Eine schöne rhetorische Frage ? ;)


    Das ursprüngliche Bewusstsein ist jenseits von Zeit, Raum und Kausalität.

    Und keine Theorie, sondern konkret erfahrbar.


    :mediw::medim:

  • JoJu91
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    • 17. April 2026 um 07:36
    • #18
    Michael Haardt:

    Es geht nicht darum, Punkte für die Zeit danach zu sammeln. Das Erwachen findet, wenn man Buddha glauben darf, so selten statt, dass man es real vergessen kann.

    Sorry dass ich schon wieder meinen Senf dazu geben muss, aber Du lieferst so interessante Stichworte.


    Meinst Du mit "findet so selten statt":


    (1) Von einer Million Menschen erlebt in unserem Zeitalter in der Zeit zwischen Geburt und Tod nur ein einziger Mensch Momente des Erwachens, aber wenn dann durchaus auch mehrmals täglich ?


    (2) Von hundert Menschen erlebt in unserem Zeitalter im Durchschnitt ein Mensch Momente des Erwachens, aber nur selten, vielleicht einmal im Jahr, einmal im Monat, einmal in der Woche ... ?


    Und was ist der Grund für die Seltenheit ?


    ---------------


    Was mich betrifft, muss ich gestehen, ich sammle Karma- und Weisheitspunkte ;) für meinen karmischen Nachfolger, ich möchte dem armen Mann (?) das Leben nicht allzu schwer machen.

  • Qualia
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    • 17. April 2026 um 08:45
    • #19
    JoJu91:
    Michael Haardt:

    Es geht nicht darum, Punkte für die Zeit danach zu sammeln. Das Erwachen findet, wenn man Buddha glauben darf, so selten statt, dass man es real vergessen kann.

    Sorry dass ich schon wieder meinen Senf dazu geben muss, aber Du lieferst so interessante Stichworte.


    Meinst Du mit "findet so selten statt":


    (1) Von einer Million Menschen erlebt in unserem Zeitalter in der Zeit zwischen Geburt und Tod nur ein einziger Mensch Momente des Erwachens, aber wenn dann durchaus auch mehrmals täglich ?


    (2) Von hundert Menschen erlebt in unserem Zeitalter im Durchschnitt ein Mensch Momente des Erwachens, aber nur selten, vielleicht einmal im Jahr, einmal im Monat, einmal in der Woche ... ?


    Und was ist der Grund für die Seltenheit ?


    ---------------


    Was mich betrifft, muss ich gestehen, ich sammle Karma- und Weisheitspunkte ;) für meinen karmischen Nachfolger, ich möchte dem armen Mann (?) das Leben nicht allzu schwer machen.

    Alles anzeigen

    Das findet sogar sehr oft statt, nur wird es ignoriert. „So einfach kann das nicht sein, denn ich erkenne die Komplexität und Kompliziertheit. Kannste vergessen.“ Einfache Lösungen durchführen, schafft nur Probleme mit der Logik.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

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    • 17. April 2026 um 09:45
    • #20

    Ja, Qualia , das sehe ich auch so.


    Ein Zenmeister? sagte zu seinen Schülern "glaubt ja nicht, dass Ihr Euch Eurer eigenen Erleuchtung bewusst seid/werdet" o.ä.


    Ich denke, es ist hauptsächlich die Bewertung - also der sogenannte gesunde Menschenverstand :lol: der das entscheidet. Denn erstens ist man bei der Bewertung schon wieder in der oberflächlichen Ebene und 2. fehlt Vertrauen.

    Oder die Illusionen sind immer noch aktiv, z.B. wie man dann sein sollte ...


    Aber natürlich muss immer noch der Alltag bewältigt werden, sind immer noch alle "Unlieben" da, ohne Geld nix zu futtern ...

    Aber vielleicht ist Gleichmut eingetreten in das jetzt gut belüftete Haus, und alles wird aus einer neuen heilsamen Perspektive gesehen


    Meine Bewertung:

    Wer sich ernsthaft auf den buddhistischen Pfad begibt, um Geistesschulung zu praktizieren, ist ERWACHT.


    Denn wovon sollten wir denn sonst erwachen?

    _()__()__()_

  • Qualia
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    • 17. April 2026 um 10:05
    • #21

    Buddha möchte das Erwachen zur Erde, den eigenen Körper. Anapanasati.

    Wenn das erreicht wird, geht, nur durch Meditation und andauernde Betrachtung des eigenen Körpers, ohne sich darüber Gedanken zu machen das es der eigene Körper ist. Das ist Betrachtung. Einen Picasso betrachte ich auch nur und komme nicht auf die Idee das es mein Picasso ist.


    Erkenne ich meinen Körper wie einen Picasso, sind die meisten Probleme schon erledigt. Den Rest, in den Gedanken, der immer noch glauben will das es doch meiner ist, erledigen Satipatthana und Vipassana. Damit hört das Festhalten an Meinungen ohne Substanz, Tatsachen auf.

    Man kann erkennen das es so einfach ist, doch der Glaube wird noch oft siegen das es nicht so einfach ist.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

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    • 17. April 2026 um 12:00
    • #22
    Qualia:

    Buddha möchte das Erwachen zur Erde, den eigenen Körper. Anapanasati.

    Wenn das erreicht wird, geht, nur durch Meditation und andauernde Betrachtung des eigenen Körpers, ohne sich darüber Gedanken zu machen das es der eigene Körper ist. Das ist Betrachtung. Einen Picasso betrachte ich auch nur und komme nicht auf die Idee das es mein Picasso ist.


    Erkenne ich meinen Körper wie einen Picasso, sind die meisten Probleme schon erledigt. Den Rest, in den Gedanken, der immer noch glauben will das es doch meiner ist, erledigen Satipatthana und Vipassana. Damit hört das Festhalten an Meinungen ohne Substanz, Tatsachen auf.

    Man kann erkennen das es so einfach ist, doch der Glaube wird noch oft siegen das es nicht so einfach ist.

    Das ist inspirierend, wie auch viele andere deiner Posts. Ich werde das mal probieren, Danke!


    Und wenn wir schon bei Picasso sind, hier ein Kommentar von ihm zur Mondlandung aus einer Zeitung aus dem Jahre 1969:


    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da du keine Berechtigung hast, diesen Inhalt zu sehen.

  • Michael Haardt
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    • 18. April 2026 um 13:23
    • #23
    JoJu91:

    Meinst Du mit "findet so selten statt":


    (1) Von einer Million Menschen erlebt in unserem Zeitalter in der Zeit zwischen Geburt und Tod nur ein einziger Mensch Momente des Erwachens, aber wenn dann durchaus auch mehrmals täglich ?


    (2) Von hundert Menschen erlebt in unserem Zeitalter im Durchschnitt ein Mensch Momente des Erwachens, aber nur selten, vielleicht einmal im Jahr, einmal im Monat, einmal in der Woche ... ?


    Und was ist der Grund für die Seltenheit ?

    Alles anzeigen

    Ich sollte mir die Quellen von allem aufschreiben, was ich lese. Hab ich leider nicht.


    Hat Buddha nicht gesagt, dass das Erwachen zum Buddha sehr, sehr selten ist und es nur einen Buddha im Jahrhundert gibt, manchmal auch keinen? So meinte ich das.


    Ich meinte nicht Momente des Erwachens.

    Monikamarie:

    Ein Zenmeister? sagte zu seinen Schülern "glaubt ja nicht, dass Ihr Euch Eurer eigenen Erleuchtung bewusst seid/werdet" o.ä.

    Das gefällt mir sehr. :) Rein abstrakt konstruktivistisch gedacht, hat er Recht! Es ist für Menschen mit gestörter Realitätswahrnehmung bereits schwer, das zu erkennen. Es kann nur noch schwerer sein zu erkennen, wenn die Wahrnehmung besser als vorher ist. Ich bin immer wieder begeistert, was ich von Zen Kluges höre.


    Wie ich sehe, war meine Wortwahl vielleicht nicht die Beste. "Denken" ist für mich alles nach physischen Reizen. Wahrnehmung, Achtsamkeit, ist für mich alles denken. Spezifischere Wörter wären wirklich besser, um genauer zu beschreiben, was ich meine.


    "Besser denken" bedeutet für mich, genauere mentale Modelle, weniger Verzerrung von Beobachtungen zugunsten existierender mentaler Modelle, Mehrdeutigkeiten zulassen, auch wenn es Schlussfolgerungen erschwert. Das geht für mich nur in Ruhe.


    Was Monikamarie "Affengeist" nennt, finde ich treffend. Man kann es auch "schnelles Denken", "Instinkt" oder sonstwas nennen. Das sorgt dafür, unter Druck oder Beanspruchung sofort handelsfähig zu bleiben. Evolutionär nachvollziehbar. Ob man sich nun davon zu erlösen sucht oder es unterdrückt, das Ziel ist doch, dass es nicht Gedanken und Handlungen bestimmt, weil die Entscheidungsqualität selten gut ist. Ich sage unterdrücken, weil ich weiß, dass es existiert. Ist halt so, aber wenn man es bei sich selbst erkennt, ist schon viel gewonnen, weil man dann bewusst damit umgehen kann.


    Ein Beispiel, wie ich das meine: Viele dämliche Handlungen werden durch Angst erzeugt. Es wird vielleicht keine Zustimmung finden, aber ich denke, Angst ist oft sinnvoll, weil sie auf Gefahren aufmerksam macht. Entscheidungen von Angst treiben zu lassen, ist nicht sinnvoll. Als Erstes muss man erkennen, wenn man Angst hat. Das ist der schwierige Teil. Wenn man es erkennt, ist es leichter, damit sinnvoll umzugehen. Die Angst vor dem Unbekannten begründet sich aus dem Wissen, eventuell handlungsunfähig zu sein, weil Wissen fehlt, um mit der neuen Situation gut umzugehen. Man muss also sehr achtsam sein und versuchen, aus neuer unvollständiger Information irgendwas zu machen, was eine erfolgversprechende Entscheidung erlaubt. Das ist anstrengend und wird gerne vermieden, aber als bewusster Vorgang kommen im Schnitt bessere Ergebnisse dabei heraus. Ich glaube, der Schlüssel dazu ist ein Moment der Ruhe im Denken, der erlaubt, die Situation neutraler zu betrachten. Ein Moment reicht, um zu erkennen: Mist, darum geht's gar nicht. Eigentlich hab ich bloß Angst davor und suche jetzt irgendeinen blöden Grund, um dem nachzugeben. Buddha hat viele gute Ratschläge, wie man diesen Moment erzeugt, und wie man danach rational damit umgeht.

  • Monikamarie
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    • #24

    Was der Buddha damit meint, ist die Tatsache, dass es nur ganz selten jemanden geben kann, der etwas Neues ent-deckt hat, also wie Siddharta die 4 Edlen Wahrheiten.


    Er hatte sich auf die Suche nach den Ursachen des Leides gemacht - und gefunden


    Es gibt Leiden

    Es gibt eine Ursache des Leidens

    Es gibt ein Ende des Leidens - und

    Es gibt einen Weg daraus


    Dadurch wurde Siddharta zum Buddha, eine Bezeichnung für Erwachte.


    Wir können erwachen, aber keine Buddhas werden, denn wir haben das Erwachen durch die Lehre eines Buddhas erfahren.


    So sehe ich das

    ❤️ Monika

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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