"Dass wir vergänglich sind und sterben, sollten wir persönlich nehmen, damit wir uns auf die Vorstellung, dass wir den morgigen Tag oder den nächsten Monat nicht mehr erleben, wirklich einlassen." (Khen Rinpoche Geshe Pema Samten)
Im Udarnavaga I.7 heißt es:
Am Morgen sieht man viele Menschen,
doch am Abend sieht man manche nicht;
am Abend sieht man viele Menschen,
doch am Morgen sieht man manche nicht.
Das ist die Perspektive auf die anderen Menschen anhand derer wir Tod und Vergänglichkeit erfassen. Wir sollten diese Perspektive aber auch auf uns selbst beziehen, um uns unserer eigenen Sterblichkeit bewusst zu werden und bewusst zu bleiben. Uns unserer eigen Sterblichkeit bewusst zu sein ist wichtiger als über die Sterblichkeit anderer nachzudenken.
Wir sind uns sicherlich intellektuell der Tatsache bewusst, dass wir irgendwann sterben werden, aber sind wir uns auch bewusst, dass wir jederzeit sterben könnten, weil es im Menschenbereich keine Gewissheit über den Todeszeitpunkt gibt? Wir könnten in einer Stunde tot sein, aber sind wir uns dessen wirklich bewusst, dass dies passieren kann? Heute morgen traf uns unser Nachbar noch, aber heute Nachmittag sieht er uns nicht mehr.