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Tod und Vergänglichkeit

  • Helmut
  • 15. Januar 2026 um 15:33
  • Zum letzten Beitrag
  • Helmut
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    • 15. Januar 2026 um 15:33
    • #1

    "Dass wir vergänglich sind und sterben, sollten wir persönlich nehmen, damit wir uns auf die Vorstellung, dass wir den morgigen Tag oder den nächsten Monat nicht mehr erleben, wirklich einlassen." (Khen Rinpoche Geshe Pema Samten)


    Im Udarnavaga I.7 heißt es:


    Am Morgen sieht man viele Menschen,

    doch am Abend sieht man manche nicht;

    am Abend sieht man viele Menschen,

    doch am Morgen sieht man manche nicht.


    Das ist die Perspektive auf die anderen Menschen anhand derer wir Tod und Vergänglichkeit erfassen. Wir sollten diese Perspektive aber auch auf uns selbst beziehen, um uns unserer eigenen Sterblichkeit bewusst zu werden und bewusst zu bleiben. Uns unserer eigen Sterblichkeit bewusst zu sein ist wichtiger als über die Sterblichkeit anderer nachzudenken.


    Wir sind uns sicherlich intellektuell der Tatsache bewusst, dass wir irgendwann sterben werden, aber sind wir uns auch bewusst, dass wir jederzeit sterben könnten, weil es im Menschenbereich keine Gewissheit über den Todeszeitpunkt gibt? Wir könnten in einer Stunde tot sein, aber sind wir uns dessen wirklich bewusst, dass dies passieren kann? Heute morgen traf uns unser Nachbar noch, aber heute Nachmittag sieht er uns nicht mehr.

    Gruß Helmut

    Als Buddhisten schätzen wir das Leben als höchst kostbares Gut.

  • Monikamarie
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    • 15. Januar 2026 um 15:46
    • #2

    Ja, ich bin mir bewusst, besonders seit vor 3 Jahren mein Mann gestorben ist - sang- und klanglos, einfach so ...


    Da ich alles geregelt habe, es nichts mehr zu sein und zu tun gibt, nichts zu verlieren oder zu bereuen, nichts zu vergeben ...

    kann ich jederzeit gehen.


    In Dankbarkeit _()_

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    Qualia
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    • 15. Januar 2026 um 15:52
    • #3

    Als hilfreich habe ich es erlebt, am Morgen zu denken: Woher bin ich heute gekommen und wohin bin ich vor dem Einschlafen gegangen?

    Das macht Vergänglichkeit und Wiedererscheinen klar.


    Das vor dem Einschlafen bedenken: Wohin gehe ich, wenn ich einschlafe? Habe ich erst wieder gemacht, als ich das Vergehen, durch die Morgenandacht, mit Mitgefühl hinnehmen konnte.

    Bei mir führte die Abendandacht über Vergänglichkeit zum Nichteinschlafen können und zur Angst davor.


    Die Abendandacht löste die Morgenandacht ab und ich konnte mich dem Nichts hingeben und am Morgen ohne Bedenken wiedergeboren werden und mich freuen über den Neuen.

    Immer wieder am Tag über meine Vergänglichkeit nachzudenken, hat mich eine Zeit lang fast bis zu Depression gelähmt. Auf diese Fessel der angeblich Weisen, auch der des Buddhas, falle ich nicht mehr herein. Lehrer, die Vergänglichkeit immer wieder zu bedenken als elementar ansehen, höre ich ab da nicht mehr zu oder lese nicht weiter. Buddha zeigt mir die Fessel, die ich mir anlegen kann, später erkennt man den Witz. Lehrer wollen mich fesseln.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

    Einmal editiert, zuletzt von Qualia (15. Januar 2026 um 15:58)

  • mukti
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    • 15. Januar 2026 um 19:38
    • #4
    Helmut:

    Wir könnten in einer Stunde tot sein, aber sind wir uns dessen wirklich bewusst, dass dies passieren kann?

    Wenn ich mir dessen vollkommen bewusst wäre, würde ich nur nach Befreiung streben und nach nichts Anderem.


    "Schwinden muss jede Erscheinung, unermüdlich mögt ihr da kämpfen."

    (Die letzten Worte des Buddha, D.16.6.5)

    Mit Metta, mukti.


  • Monikamarie
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    • 15. Januar 2026 um 19:59
    • #5

    Das glaube ich Dir nicht, lieber mukti.

    Denn Du strebst doch danach, Du bist aber kein Mönch.

    _()__()__()_

  • Railex
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    • 3. Februar 2026 um 11:31
    • #6

    In der Morgenmeditation, meist mit meiner Lebenspartnerin, spreche ich immer die 4 täglichen Bewusstmachungen und da gehört 1. das Todesbewusstsein bzw. unsere Vergänglichkeit mit dazu, neben 2. der Freude darüber, den Dharma kennen und praktizieren zu können, was 3. beinhaltet das Gesetz von Ursache und Wirkung anzuerkennen um 4. im Hinblick auf die Intensität und Allgegenwärtigkeit des Leidens aller fühlenden Lebewesen, zu begreifen, dass es Notwendig ist und die Möglichkeit besteht ,heilsame Absichten in Gedanken, Worten und Taten zu verwirklichen.


    Desweiteren haben mich in der Philosophie der Existenzialismus, speziell die Seins-Untersuchungen von Martin Heidegger sehr geprägt, die den Tod ernst nimmt und die Verantwortlichkeit des Menschen herausstellt, um ein authentisches Leben zu führen.

  • mukti
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    • 3. Februar 2026 um 12:12
    • #7

    Je älter man wird, desto näher rückt der Tod. Als Kind scheint er in weiter Ferne. Alle sterben, "Onkel, Tante, Großpapa, aber ich bin immer da!" (Wilhelm Busch).

    Trotzdem wird der Tod auch im Alter meistens nicht vollkommen bewusst, bis man schließlich doch "dran glauben" muss.

    Im Mahabharata wird einem sterbenden Helden die Frage gestellt, was das Seltsamste ist, das ihm in der Welt begegnet ist? "Das Seltsamste ist, dass um einen herum ständig Menschen sterben, aber selber denkt man, ich werde nicht sterben".

    Im Palikanon wird von einer Mutter erzählt, die den Buddha bittet, ihr verstorbenes Kind wieder zum Leben zu erwecken. Der Buddha willigt ein, falls die Frau jemand nennen kann, dem noch nie ein nahestehender Mensch gestorben ist. Sie fragt alle im Dorf, kann aber so jemand nicht finden. So fügt sie sich in das unabänderliche Schicksal.

    Der Buddha hat sich nicht damit abgefunden sondern alles aufgegeben, um das Todlose zu finden. Ich denke wir werden es nicht finden, wenn wir nicht alles aufgeben. Innerlich, versteht sich. Familie, Wohnung und Computer natürlich nicht, es geht ja nur darum, nicht anzuhaften. Ob ich in einer Höhle sitze oder beim Schreibtisch, innerlich bin ich gleichermaßen frei und wunschlos glücklich, sagt so mancher und es gibt immer jemanden, der ihm das glaubt. Tja, wenn es einfach wäre.

    Mit Metta, mukti.


  • Helmut
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    • 3. Februar 2026 um 16:01
    • #8

    In Udanavarga 1.7 wurde die Gewissheit des Todes angesprochen. In den nachfolgenden Versen geht es dann darum, dass der Zeitpunkt unseres Todes ungewiss ist. So heißt es zum Beispiel in den Versen 9 und 10:


    " Manche sterben schon im Mutterleib,
    manche sterben schon im Haus der Amme,
    manche sterben schon als kleines Kind,

    manche, wenn sie ihre ersten Schritte tun.


    Manche trifft es, wenn sie alt sind,

    manche trifft es, wenn sie jung sind,

    manche, wenn sie voll im Leben stehen -

    wenn die Zeit kommt, gehen sie fort,

    wie die reife Frucht vom Stengel fällt.

    Gruß Helmut

    Als Buddhisten schätzen wir das Leben als höchst kostbares Gut.

  • Railex
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    • 3. Februar 2026 um 16:42
    • #9

    Dass der Tod jederzeit eintreten kann, ist die eigentliche Bewusstmachung der aufgeführten 4 täglichen Bewusstmachungen, wie ich sie gelernt habe und in Beitrag #6 erwähnte.


    Bekannt ist auch der lateinische Sinnspruch, den man noch häufiger auf Friedhöfen oder Kirchen findet: "vigilate, quia nescitis diem neque horam"- wachet, denn ihr wisst weder Tag noch Stunde.


    In der Barockzeit spielt die Bewusstmachung der Vanitas (Vergänglichkeit) ebenfalls eine größere Rolle und formulierte sich in dem Sinnspruch: memento mori, carpe diem- eingedenk des Todes, nutze den Tag.


    mukti , die von dir erwähnte Illusion, dass man glaubt, es träfe einen nicht, ist mMn. ähnlich wundersam, wie der Glaube, man hätte unendlich Zeit.


    Ich vermute es ist psychologisch sogar eine sinnvolle Verdrängung, die den "Normalsterblichen" hilft, das Leben im Alltag unbeschwert zu genießen.


    Die Bewusstmachung der Vergänglichkeit und des ständig drohenden Todes, hat für Buddhisten aber eine andere Komponente, nämlich die Erkenntnis, dass vergängliches auf Dauer nicht befriedigen kann, inkl. unserer eigenen Person und die Dringlichkeit, diese Erkenntnis zu verwirklichen, um Befreiung vom Leiden zu erreichen.

  • Igor07
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    • 3. Februar 2026 um 19:54
    • #10
    Railex:

    Ich vermute es ist psychologisch sogar eine sinnvolle Verdrängung, die den "Normalsterblichen" hilft, das Leben im Alltag unbeschwert zu genießen.

    Hi, Railex , wer ge-nießt, der ver-gisst, steht irgendwo im Pali-Kanon.

    Mit deinen Interessen an M.Heidegger kann ich raten, die existenzielle Psychotherapie von Yalom zu lesen; sie hat mich total beeindruckt.Wikipedia:like:


    Zitat

    Leben oder Tod (mortality): Es gehört nach Yalom zu den kindlichen Entwicklungsaufgaben, mit den Ängsten vor der eigenen Vernichtung (z. B. als Folge des Todes einer wichtigen Bezugsperson) umgehen zu lernen. Gelingt dies nicht oder wird die Frage verdrängt, kann es zu Störungen der Persönlichkeitsentwicklung kommen.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Kaiman
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    • 12. Februar 2026 um 19:05
    • #11

    Was ich mich manchmal Frage ist der Wunsch lange zu leben um Dharma zu praktizieren ein heilsamer oder ein leidbringender Gedanke. Entsteht dadurch Anhaftung an das Leben. Oder sind Raum und Zeit im Buddhismus gänzlich anders zu betrachten ?


    Viele Grüße

  • Wetering
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    • 2. März 2026 um 08:13
    • #12

    Tag für Tag


    Morgen

    Mittag

    Abend

    Nacht


    Morgen

    Mittag

    Abend

    Nacht


    Morgen

    Mittag

    Abend

    Nacht


    Ad finitum

  • AndreasM
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    • 2. März 2026 um 10:00
    • #13
    Kaiman:

    Was ich mich manchmal Frage ist der Wunsch lange zu leben um Dharma zu praktizieren ein heilsamer oder ein leidbringender Gedanke. Entsteht dadurch Anhaftung an das Leben.

    Kommt drauf an, ob du nur den Dharma praktizierst, um länger zu leben oder andersrum.


    Wie sieht denn deine Praxis aus?

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    • 2. März 2026 um 10:15
    • #14
    AndreasM:
    Kaiman:

    Was ich mich manchmal Frage ist der Wunsch lange zu leben um Dharma zu praktizieren ein heilsamer oder ein leidbringender Gedanke. Entsteht dadurch Anhaftung an das Leben.

    Kommt drauf an, ob du nur den Dharma praktizierst, um länger zu leben oder andersrum.


    Wie sieht denn deine Praxis aus?

    Was bezeichnet Dharma? Was soll praktiziert werden? Wie soll das unbestimmte Dharma bestimmt – womit – praktiziert werden?

    In all den Jahren hier hat mir keiner klar gesagt, was Dharma ist und wie es praktiziert werden soll. Kann natürlich auch mein Missverständnis sein, denn „praktizieren“ bedeutet für mich, mit Erfahrung zu handeln.


    (Bedeutungen: praktizieren: transitiv: etwas in die Praxis umsetzen, etwas in der Praxis anwenden; etwas ausüben.)

    Leider kann ich nicht glauben, dass Praktizieren bewegungslos Sitzen ist und Dharma nur Nicht-Gedanken-machen ist. Das bringt mich letztlich um: Askese, Suizid, Depression.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Igor07
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    • 2. März 2026 um 10:32
    • #15
    AndreasM:

    Kommt drauf an, ob du nur den Dharma praktizierst, um länger zu leben oder andersrum.

    Wenn jemand Dharma praktiziert, um länger zu leben, sollte man dann zum Seelenklempner gehen, denn es hat mit dem Buddhismus nichts zu tun und auch nicht zu suchen.

    Tod-sicher!

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • AndreasM
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    • 2. März 2026 um 12:34
    • #16
    Qualia:

    Was bezeichnet Dharma? Was soll praktiziert werden? Wie soll das unbestimmte Dharma bestimmt – womit – praktiziert werden?

    In all den Jahren hier hat mir keiner klar gesagt, was Dharma ist und wie es praktiziert werden soll. Kann natürlich auch mein Missverständnis sein, denn „praktizieren“ bedeutet für mich, mit Erfahrung zu handeln.

    Naja, der Buddha gab da ja haufenweise Anweisungen, neben den Silas zB die Jhanas praktizieren.


    Ganz allgemein würde ich sagen, Leidvoll in Leidlos umzuwandeln. Also zu schauen, zB in deinen Beziehungen, wo ist da das Problem, und dann langsam versuchen, das Pendel zur Ruhe zu bringen. Damit löst es sich auf. Meiner Meinung nach wird viel zu viel abstrahiert. Dabei liegt das Leid vor unseren Füssen.

  • Railex
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    • 2. März 2026 um 13:47
    • #17
    Igor07:
    AndreasM:

    Kommt drauf an, ob du nur den Dharma praktizierst, um länger zu leben oder andersrum.

    Wenn jemand Dharma praktiziert, um länger zu leben, sollte man dann zum Seelenklempner gehen

    ein leidbefreites Leben durch Dharma Praxis, ist die beste Suizidprävention und ermöglicht vielleicht ein erfüllteres,glücklicheres und gesünderes Leben, weil durch den Wegfall von Stress, Gram und Drogen ja weniger Krankheiten verursacht werden.

    Ein längeres Leben ist vielleicht nicht der Hauptzweck, aber ein durchaus möglicher Nebeneffekt.

    Halte ich nicht für pathologisch zu praktizieren, um gesund/länger zu leben.

    In den chinesischen Volksreligionen, wo Taoismus und Buddhismus sich vermischt haben, war ein verlängertes Leben sogar erklärtes Ziel.


    Andersherum?

    Warum sollte ich den Dharma praktizieren, um kürzer zu leben?:?

    Fällt mir kein Argument ein..

    Kaiman:

    Was ich mich manchmal Frage ist der Wunsch lange zu leben um Dharma zu praktizieren ein heilsamer oder ein leidbringender Gedanke. Entsteht dadurch Anhaftung an das Leben. Oder sind Raum und Zeit im Buddhismus gänzlich anders zu betrachten ?


    Viele Grüße

    Den Dharma zu praktizieren, kann tatsächlich so viel Freude bereiten, dass man deswegen Gier/Anhaftung an Sein entwickelt und ja, die Vorstellung kann Leid erzeugen, wenn man daran denkt z.b. nicht mehr lange genug zu leben, um noch mehr Befreiung zu erreichen.


    Heilsam ist es hingegen dennoch die Befreiung zu genießen und sich glücklich zu schätzen den Dharma zu kennen und praktizieren zu dürfen solange man lebt.

    Da die Stunde des Todes ungewiss ist und Befreiung sich bei rechter Praxis zügig einstellt, ist es am besten nicht weiter zu zögern und loszulegen.:):rad:


    Edith: Raum und Zeit in diesem Zusammenhang ,würde ich als Zeit und Raum zum praktizieren betrachten.

    Einmal editiert, zuletzt von Railex (2. März 2026 um 14:17)

  • Anna Panna-Sati
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    • 2. März 2026 um 16:39
    • #18
    Railex:

    Andersherum?

    Warum sollte ich den Dharma praktizieren, um kürzer zu leben? :?

    Fällt mir kein Argument ein..

    Ich glaube, mit " andersherum" war hier gemeint, lange zu leben, um möglichst lange den Dharma praktizieren zu können. :)

    Warum?


    Darum:

    Zitat

    (S.N.4.5)....prediget, ihr Bhikkhus, die wahre Lehre, die

    am Anfang schön ist, die in der Mitte schön ist, die am Ende schön ist, inhaltsreich und formvollendet [393]. .......


    https://www.palikanon.com/samyutta/sam04_10.html

    Statt mit "schön", könnte man auch mit "heilsam" übersetzen, denn ein ernsthaft Praktizierender bewirkt Gutes/Heilsames nicht nur für sich, sondern auch für sein Umfeld.

    Im Theravada beginnt man mit Einhaltung der 5 Ethikregeln/Sila, es folgen Ruhe-/Einsichtsmeditation (Samatha/Vipassana), welche den Geist beruhigen und Erkenntnisse vermitteln, die irgendwann in Nibbana/Nirvana münden (können)....

    Railex:

    Da die Stunde des Todes ungewiss ist und Befreiung sich bei rechter Praxis zügig einstellt, ist es am besten nicht weiter zu zögern und loszulegen. :) :rad:

    :like::)

    (..."Befreiung sich bei "rechter Praxis zügig einstellt" -

    Nun ja, lieber Railex , da braucht es i.d.R. doch viel Geduld, denn gewisse Bedingungen müssen erfüllt, Voraussetzungen "reif" sein, um wirklich (vollständige) Befreiung/Nibbana zu erlangen...

    Zumindest im Theravada reicht ein Leben dafür selten aus. :shrug:

    Wobei ich das gerne wie L.A. Seneca sehe:

    "Fang jetzt zu leben an und ZÄHLE JEDEN TAG ALS EIN LEBEN FÜR SICH.";))


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • AndreasM
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    • 2. März 2026 um 17:33
    • #19
    Anna Panna-Sati:

    Ich glaube, mit " andersherum" war hier gemeint, lange zu leben, um möglichst lange den Dharma praktizieren zu können. :)

    Bingo! ;)

  • Railex
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    • 2. März 2026 um 17:58
    • #20
    AndreasM:
    Kaiman:

    Was ich mich manchmal Frage ist der Wunsch lange zu leben um Dharma zu praktizieren ein heilsamer oder ein leidbringender Gedanke. Entsteht dadurch Anhaftung an das Leben.

    Kommt drauf an, ob du nur den Dharma praktizierst, um länger zu leben oder andersrum.

    Liebe Anna Panna-Sati ,danke für deinen Beitrag _()_, aber da "länger" schon aufgeführt ist, war hier vermute ich mit "andersherum" eher das Gegenteil, nämlich "kürzer" gemeint.

    Aber ehrlich gesagt, finde ich die Antwort von AndreasM auf Kaiman s Frage auch etwas schwer verständlich, sry AndreasM , vielleicht erklärst du es nochmal, wenn du möchtest, was du mit "andersherum" meinst._()_


    Anna Panna-Sati:
    Railex:

    Da die Stunde des Todes ungewiss ist und Befreiung sich bei rechter Praxis zügig einstellt, ist es am besten nicht weiter zu zögern und loszulegen. :) :rad:

    :like::)

    (..."Befreiung sich bei "rechter Praxis zügig einstellt" -

    Nun ja, lieber Railex , da braucht es i.d.R. doch viel Geduld, denn gewisse Bedingungen müssen erfüllt, Voraussetzungen "reif" sein, um wirklich (vollständige) Befreiung/Nibbana zu erlangen...

    Zumindest im Theravada reicht ein Leben dafür selten aus. :shrug:

    Wobei ich das gerne wie L.A. Seneca sehe:

    "Fang jetzt zu leben an und ZÄHLE JEDEN TAG ALS EIN LEBEN FÜR SICH.";))


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

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    Also nach meiner Erfahrung haben sich zügig befreiende Effekte eingestellt,sobald ich wieder ernsthaft und entschlossen praktiziert habe und das motiviert mich enorm den 8fachen Pfad weiterzugehen und meine Partnerin erlebt das ebenso.:rad:

    Geduld,Bedingungen, Voraussetzungen, all dies kann ich mit beeinflussen :klee:


    Völligst unabhängig von "vollständiger Befreiung/Nibbana", weil es nämlich absolut genau so ist, wie in dem von dir zitierten Sutta" S.N.4.5....." die wahre Lehre ,die am Anfang,Mitte,Ende schön/heilsam ist.:rad:


    Liebe Grüße zurück :heart::taube:

  • AndreasM
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    • 2. März 2026 um 18:08
    • #21
    Railex:

    Aber ehrlich gesagt, finde ich die Antwort von AndreasM auf Kaiman s Frage auch etwas schwer verständlich, sry AndreasM , vielleicht erklärst du es nochmal, wenn du möchtest, was du mit "andersherum" meinst. _()_

    Die Frage war, ob man nicht am Leben anhaftet, wenn man lange leben will, um den Dharma zu praktizieren.


    Ich fand die Frage selbst schon grenzwertig, deshalb meine etwas flopsige Antwort.

  • Railex
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    • 2. März 2026 um 18:16
    • #22
    AndreasM:
    Railex:

    Aber ehrlich gesagt, finde ich die Antwort von AndreasM auf Kaiman s Frage auch etwas schwer verständlich, sry AndreasM , vielleicht erklärst du es nochmal, wenn du möchtest, was du mit "andersherum" meinst. _()_

    Die Frage war, ob man nicht am Leben anhaftet, wenn man lange leben will, um den Dharma zu praktizieren.


    Ich fand die Frage selbst schon grenzwertig, deshalb meine etwas flopsige Antwort.

    O.k., danke_()_ aber wie schon gesagt, ich kann nachvollziehen, dass Menschen unter der Vorstellung leiden, nicht mehr genug Zeit zu haben, um ausreichend zu praktizieren, weil sie alt oder krank sind oder gar die Vorstellung haben, die kostbare menschliche Existenz nicht ausreichend genutzt zu haben und deswegen Gier und Anhaftung ans Dasein entwickeln.

    Ich hatte diese Gedanken tatsächlich schon selber :angel: aber kam zum Schluss, umso eifriger zu praktizieren, als einzige Lösung des Problems. :)


    Edith: außerdem kann man auch deshalb Anhaftung ans Dasein entwickeln, weil ein leidbefreites-leidverringertes Leben unter der Praxis ,tatsächlich mehr Spaß macht.

    2 Mal editiert, zuletzt von Railex (2. März 2026 um 18:23)

  • AndreasM
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    • 2. März 2026 um 19:18
    • #23

    Man hat ja eigentlich alle Zeit der Welt. Geht halt immer wieder von vorne los, nicht unbedingt als menschliches Wesen.


    Das ändert sich erst mit Stromeintritt (max 7 weitere Leben). Aber dafür muss man Nirodha erreichen (Tod während man lebt, vereinfacht).


    Also wäre mein Ansatz hier die Jhanas zu üben.

  • Igor07
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    • 2. März 2026 um 19:46
    • #24
    Railex:

    Andersherum?

    Warum sollte ich den Dharma praktizieren, um kürzer zu leben? :?

    Fällt mir kein Argument ein..

    Railex

    Du korrigierst mich sehr fleißig, was mir eingefallen ist.

    Aber Dhamma hat nichts ABSOLUT!, also NULL- mit einem längeren Leben zu suchen und heilt keine Krankheiten, außer spirituellen. So meinte Ajahn Buddhadasa, und das bedeutet, dass es keine innere Identifikation mit den Skandhas gibt, und es gibt auch nichts, was mir als „mein“ gehört. Punkt. Alles andere ist bitte nur reine Zeitverschwendung.


    Ich zitiere:


    Zitat

    Wenn wir es in Begriffen der Vier Edlen Wahrheiten ausdrücken: Leiden ist das Auftreten der Empfindungen von „Ich-und-Mein“; die Ursache des Leidens ist „Ich-und-Mein“; die Aufhebung des Leidens, Nibbāna, ist das Erlöschen von „Ich-und-Mein“; der Edle Achtfache Pfad ist die Methode oder das Mittel zur Beseitigung von „Ich-und-Mein“. Soweit es die Bedingte Zusammenentstehung (paticcasamuppāda) betrifft, erklärt der theoretische Teil detailliert, wie die „Ich-und-Mein“-Empfindung entsteht und vergeht; der praktische Teil zeigt, wie man Kontakt (phassa) zu kontrollieren hat, so dass er nicht zu Gefühl führt oder Gefühl so zu steuern, dass es Anhaften, die Wurzelursache für „Ich-und-Mein“, nicht entstehen lässt. Dies ist das wahre Herz der buddhistischen Praxis.

    Die Quelle:


    Texte zu „Ich-und-Mein“ von Buddhadāsa Bhikkhu BGM 2015


    https://www.dhamma-dana.de/files/Dhamma%20Dana/Buecher/buddhadasa/Buddhadasa_Bhikkhu-Auf_den_Punkt_gebracht-Texte_zu_Ich-und-Mein.pdf


    Viel Spaß weiter, würde nicht stören.:taube:

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Matthie
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    • 2. März 2026 um 19:50
    • #25

    Ich muss zugeben, dass mir der Gedanke ich möchte noch lange leben um mehr Zeit zum üben zu haben bekannt vorkommt. Ich dachte mir dann irgendwann, wahrscheinlich bin ich einfach noch nicht bereit zum sterben. Bin ich nicht, denn ich will Leben.

    Bewusstsein über Tod und Vergänglichkeit kann helfen zu leben und für jeden Tag dankbar zu sein. Für mich war aber das zu intensive auseinandersetzen mit dem Tod ab einen Punkt zu groß. Ich habe vor 30 Jahren mal irgendwo den Satz gelesen :


    „Wenn Du die Wahl hättest zwischen Leben und Tod , wäre die Wahl für das Leben die mutigere Wahl.“


    Ich versuche mutig zu sein und mich bewusst immer Neu fürs Leben zu entscheiden. Der Tod ist manchmal ein schleichender Prozess….


    Ich finde auch das üben, praktizieren, wie immer Ihr es auch nennt, hilft auf diesem Weg.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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