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Symposium: Buddhism and Sexual Abuse

  • KarmaHausmeister
  • 17. Juli 2026 um 14:37
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  • Igor07
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    • 21. Juli 2026 um 02:54
    • #51
    Anna Panna-Sati:

    Konkret:

    Geht es um eine spezifische Frage im Kontext Buddhismus, zu der man sich bereits eine Meinung gebildet hat, können natürlich Zitate gesucht werden, welche diese Meinung (mehr oder weniger) stützen, was aber nicht bedeuten muss, dass man - bis ins Detail hinein - alles unterschreiben würde, was das Zitat aussagt.

    Gerade mit Zitaten aus dem Palikanon, der vor über 2000 Jahren entstand, ist Vorsicht angebracht.....

    Liebe Anna Panna-Sati, also wenn ich den ganzen Pali-Kanon durchstöbere, dann bleiben die Grundideen doch identisch, ist das nicht offensichtlich?

    „Alle Triebe“ heißt MN 2, und dort geht es um die Sinneszügelung. Da braucht man keine extremen Fälle, wie diesen mit der Affin. Ich kann nicht begreifen, was hier so verkehrt ist.

    Um das Ganze zu veranschaulichen, können wir die Bedingte Entstehung unter die Lupe nehmen. Im Grundwerk von P. A. Payutto treffe ich den Kern der Sache:


    Zitat

    Begehren entspringt der Unwissenheit: da die Menschen die voneinander
    abhängige Natur der Dinge nicht verstehen, kommt ein grundlegender Fehler
    zustande. Sie betrachten die Dinge entweder als substanziell, als einen stabilen
    und dauerhaften Kern eines Selbst besitzend oder sie betrachten die Dinge als
    „für eine gewisse Zeit in einer stabilen, substanziellen Weise existierend und sich
    schließlich auflösend“.

    Also, man redet über das Begehren, wie dem auch sei, ich stehe dazu. Was hier jemand über meine eigene Sexualität sagt, ist mir echt wurscht, denn es geht um das korrekte Verstehen.


    Auf der gesellschaftlichen Ebene schildert der Autor die Dynamik entsprechend:


    Zitat

    In der Gesellschaft führt das Verlangen jedoch zu diesen alternativen Faktoren:
    Begierde → Suche → Aneignung → Bewertung → passionierte
    Anhänglichkeit → Besessenheit → Geiz → Verteidigung, Streit,
    Auseinandersetzungen, Dispute usw. = soziale Probleme [209]

    Was ist hier denn nicht klar? Ich kann das leider nicht begreifen. Man kann sich das Ganze darum herumdrehen, aber diese Triebe, egal welche, sind die Wurzeln, dass wir leiden. Also Unwissenheit und Begehren hängen zusammen, auf die normale Sprache übersetzt. Und das ist der Buddhismus, keine Extreme.


    Gerade soziale Probleme entstehen deswegen, weil der normale Mensch (was ist normal, das wäre die andere Frage) sich im Besitz/en/ von etwas wähnt, das ihm als ob gehört, wie auch eines festen innewohnenden Kerns in den Phänomenen oder Dingen, aber so etwas gibt es nicht.

    Lange Rede, aber kurzer Sinn: Am Ende der Kette stehen, wie man sieht, die Besessenheit, Streit und alle möglichen sozialen Konflikte, es tut mir echt leid.

    „Ich“ und „Mein“ sind die magischen Illusionen, die uns vernarren. Wir sind so von der biologischen Evolution vorprogrammiert, um als Homo sapiens zu überleben, nicht um zu Er-wachen. Deswegen geht der Buddhismus gegen den Strom oder gegen den Strich, wie es Kay Zumwinkel ausdrückt.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

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    Buddh. Richtung
    Zen
    • 21. Juli 2026 um 13:27
    • #52

    Im Buddhismus gibt es Leute, die Gelübte ablegen auf Sexualität zu verzichten das sind Ordinierte oder einige Laien.


    Und dann gibt es Laienanhänger und für diese ist die Aufgabe die ihre Sexualität möglichst heilsam und verantwortungsvoll zu leben. Und da ist es nicht so, dass einen ein Unterdrücken von Sexualität hilfreich sein muß - gerade wenn man dies nicht schafft dann kann das ja zu einem ganz unnötigen inneren Konflikt führen.


    Das ist ja wie beim Laufen.Wenn sich jemand der gut trainiert hat und körperlich fit ist für einen Marathon anmeldet ist das was anderes als jemand, der sich nur etwas beweisen will und dann seinem Körper nichts Gutes tut.

  • Igor07
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    • 21. Juli 2026 um 15:08
    • #53

    In der zweiten edlen Wahrheit geht es nicht um die Sexualität per se, es geht um das,--Trishna Der Begriff "Trishna" was uns alle durch Samsara treibt. Denn jeder Durst entsteht aufgrund der Unwissenheit über die Bedingtheit der Dinge. Und so war es auch in meinem letzten Beitrag gemeint.


    Zitat

    Tanhā (Pali: Taṇhā, Sanskrit: Tṛṣṇā, Chin: 愛) kann mit Begehren, Verlangen, Gier, Durst oder Wollen übersetzt werden, der „Ich-will“- oder „Ich-will-nicht“-Geist. Tanhā, die „Gier“, gilt im Buddhismus als Ursache allen Leidens (Dukkha) die den Menschen an den Kreislauf der Wiedergeburten (Samsara) fesselt. Mit Tanha sind alle Formen des Verlangens gemeint, ob sie sich auf Nahrung, Leben, Sex, oder irgendein anderes Objekt richten. Als Nährboden für Tanha gilt die Illusion eines festen Wesenskerns, erst wer diese Illusion überwunden hat (Anatta), kann auch Tanha überwinden.

    So Wikipedia.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Anna Panna-Sati
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    • 21. Juli 2026 um 16:29
    • #54

    Lieber Igor07 ,


    geht es um ein Missverständnis? Du rennst bei mir offene Türen ein...;)

    Anna Panna-Sati:

    u.a. die Art der Maßregelung lehne ich allerdings ab...

    Igor07:

    „Alle Triebe“ heißt MN 2, und dort geht es um die Sinneszügelung. Da braucht man keine extremen Fälle, wie diesen mit der Affin. Ich kann nicht begreifen, was hier so verkehrt ist.

    In der Sache ist natürlich nichts verkehrt, der Buddha lehrte Sinneszügelung als eine Voraussetzung, um letztendlich Befreiung zu erreichen. Was mich, als Mensch von heute, nur stört, sind die groben Worte, die fast ordinäre Art und Weise, wie der Missetäter gemaßregelt wurde.

    (Bei jedem Anderen würde man einen Verstoß gegen die "rechte Rede" konstatieren....:?)


    Die "Erziehungsmethoden" des Buddha wirken heute (teilweise) hinterfragenswert/fragwürdig, damals waren sie - angesichts drakonischer (Folter-)Strafen für Verbrechen wie Vergewaltigung (Abhacken von Fingern oder der ganzen Hand, bis hin zur Todesstrafe) - vermutlich angemessen. :shrug:


    Dennoch verstanden wohl viele (der oft jüngeren) Mönche nicht wirklich, was exakt der Buddha mit "Befreiung von den Trieben" meinte und tendierten zu Verdrängung sowie Unterdrückung gerade des mächtigen Sexualtriebes.

    Triebe einfach nur zu unterdrücken, kann sie bekanntlich schlimmstenfalls nur noch umso heftiger und intensiver hervorbrechen lassen, was dann auch zu so perversen Abreaktionen am "falschen Objekt" führen kann, wie im vorgestellten Sutta.


    Einsicht ist eminent wichtig, damit jene Triebe allmählich versiegen können, was sich im Übrigen ja -normalerweise- auch mit fortschreitendem Alter von selbst vollzieht...


    Man muss aber genau hinschauen: Oft, wenn das sexuelle Begehren - scheinbar - erloschen ist, hat es sich in Wirklichkeit nur auf andere Bereiche verlagert...(Esssucht, Rauchen, -heute-:Internetsucht, Sucht nach geistigen Genüssen aller Art,...), das unruhige, leidenschaftliche, übermäßige Begehren/Verlangen, an sich, ist das Problem.


    Konkret zm Thread-Thema:


    (Buddhistische) Klöster waren (sind?) früher sicherlich auch Anlaufstellen und Zufluchtsorte für Menschen, die sich in der jeweiligen Gesellschaft nicht wirklich angenommen und zu Hause fühlten... ->

    Besser ins Kloster, als heiraten müssen, wenn man z.B. homosexuell veranlagt war. Auch Asexuelle u.A. fühlten sich womöglich dort hingezogen.


    War/ist dies aber der einzige Grund für den Eintritt in einen buddhistischen Orden, sind Probleme vorprogrammiert, ebenso, wie bei Kindern, deren Eltern sie - viel zu jung - aus Armutsgründen in Klöster "abschieben".

    Zitat

    A.V.105 Wohlbefinden im Orden I - 5. Phāsuvihāra Sutta

    Fünf Arten des Wohlbefindens gibt es, ihr Mönche. Welche fünf?


    Da erweist sich, ihr Mönche, ein Mönch gegen seine Ordensbrüder, ob bemerkt oder unbemerkt,

    liebevoll in Taten, liebevoll in Worten, liebevoll in Gedanken.


    Was aber jene Sittenregeln betrifft, die ungebrochenen, unverletzten, unbefleckten, unverdorbenen, befreienden, von Verständigen gepriesenen, unbeeinflußten, die geistige Sammlung fördernden,

    in diesen Sittenregeln stimmt er mit seinen Ordensbrüdern überein, ob bemerkt oder unbemerkt.

    Und in jener edlen, erlösenden Erkenntnis, die den danach Handelnden zum völligen Leidensende führt, in dieser Erkenntnis stimmt er mit seinen Ordensbrüdern überein, ob bemerkt oder unbemerkt. Diese fünf Arten des Wohlbefindens gibt es, ihr Mönche.


    https://www.palikanon.com/angutt/a05_101-110.html

    Alles anzeigen

    - Sollte man den missbrauchenden Mönchen unterstellen, dass sie

    "nicht /wussten/wissen, was sie da tun"??

    - Schämen sich die Täter dessen, was sie den Kleinen antaten, gibt es da ein Schuldbewusstsein?

    Oder wurden da (frühere) Opfer zu (späteren) Tätern, u.a., weil schon lange Zeit solche Verbrechen geschahen und (stillschweigend) toleriert wurden?

    Zitat

    A.V.107-108 Würdig der Verehrung I-II - 7-8. Sīla, Asekha Sutta

    Im Besitze von fünf Eigenschaften, ihr Mönche,

    ist der Mönch würdig der Opfergaben, würdig der Gastspenden, würdig der Gaben, würdig des ehrfurchtsvollen Grußes, ist in der Welt der beste Boden für gute Werke.


    Welches sind diese fünf Eigenschaften?


    (107) Da besitzt, ihr Mönche, der Mönch Sittlichkeit, besitzt geistige Sammlung, besitzt Weisheit, besitzt Befreiung, besitzt den Erkenntnisblick der Befreiung.

    (108) Da besitzt, ihr Mönche, der Mönch

    1. die dem Schulungsledigen (asekha) eigene Fülle der Sittlichkeit, (sīla-kkhandhena)  
    2. die dem Schulungsledigen eigene Fülle der geistigen Sammlung,
    3. die dem Schulungsledigen eigene Fülle der Weisheit,
    4. die dem Schulungsledigen eigene Fülle der Befreiung,
    5. die dem Schulungsledigen eigene Fülle des Erkenntnisblickes.

    Im Besitze dieser fünf Eigenschaften, ihr Mönche, ist der Mönch würdig der Opfergaben, würdig der Gastspende, würdig der Gaben, würdig des ehrfurchtsvollen Grußes, ist der beste Boden für gute Werke in der Welt.


    https://www.palikanon.com/angutt/a05_101-110.html

    Alles anzeigen

    Es gab anscheinend schon zu Buddhas Zeiten "unwürdige Mönche" (man kann es nicht oft genug wiederholen...;)) -

    also heißt es (u.a), aufzupassen, welche Klöster und Mönche man mit Dana unterstützt...


    Liebe Grüße, Anna _()_:heart::)

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

    2 Mal editiert, zuletzt von Anna Panna-Sati (21. Juli 2026 um 16:36)

  • Igor07
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    • 21. Juli 2026 um 18:49
    • #55
    Anna Panna-Sati:

    Einsicht ist eminent wichtig, damit jene Triebe allmählich versiegen können, was sich im Übrigen ja -normalerweise- auch mit fortschreitendem Alter von selbst vollzieht...

    Na ja, ich denke, dieser Begriff „Triebe“, wie ihn das Theravada betrachtet, ist nicht nur sexuell gemeint, sondern stellt den Kern der ganzen Tradition( auch Mahayana ) dar.

    Ich gebe mal ein eigenes Beispiel.


    Wenn ich eine schöne Blume auf der Wiese sehe, dann verinnerliche ich sie, also ich konsumiere sie innerlich. Ich möchte sie ins Herbarium stecken oder jemandem schenken. Diese Blume nehme ich also wahr wie eine Fortsetzung des eigenen Ich. Ich beanspruche sie. Ich bin nicht imstande zu sehen, dass sie nicht aus sich selbst heraus existiert. Sie ist für mich wie eine Ware, wie ein Produkt geworden.


    Wenn ich diese Blume aber als Ausdruck der Vollkommenheit der Natur sehe, dann möchte ich sie gießen, pflegen und düngen, denn alles ist abhängig entstanden, und diese Blume ist nur Ausdruck des Stroms der bedingten Entstehung. Das bedeutet eine andere Einstellung, also eine innere Einsicht: die Dinge so zu sehen, wie sie wirklich sind, und nicht so, wie sie uns erscheinen.


    Kann sein, dass ich mich nicht korrekt ausgedrückt habe, also entschuldige ich mich.


    Unter diesen Trieben nur sexuelles Verlangen zu sehen, ist sehr kurz gefasst.


    Zurück zur Blume:

    Sie entsteht aufgrund von Ursachen (der Same sollte in den Boden eingepflanzt sein).

    Bedingungen: genug Wasser usw.

    Der Inhalt: Die Blume beinhaltet viele Teile.

    Die begriffliche Zuschreibung, also sie kommt durch die Kraft der Benennung zustande. Was für mich als die Blume erscheint, kann für meine Katze etwas anderes sein.

    Bei tiefem Jhāna, also den Versenkungen, ist die normale Wahrnehmung unterdrückt. Es gibt keine Dualität, keine Trennung zwischen Subjekt und Objekt usw. Das wäre eine Voraussetzung für die klare Sicht.

    In diesem Sinne kann ich die Blume anders wahrnehmen, aber nicht blind sie konsumieren, wie auch die anderen Dinge.


    Und das ist verwirrend, wenn der ganze Begriff nur so einseitig betrachtet wird.


    Moderation kann das verschieben, denn das ist hier kein Thema.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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