Alles anzeigenSeine wesentlichen Thesen und Kritikpunkte zur Sexualität im tibetischen Buddhismus lassen sich wie folgt zusammenfassen:
## 1. Instrumentalisierung von Frauen (Tantrische Rituale)
* Frauen als reine Werkzeuge: Goldner kritisiert scharf, dass in den fortgeschrittenen Ritualen des Vajrayana-Buddhismus sexuelle Energie zur Erlangung der Erleuchtung genutzt werden soll. Frauen (oft als Mudras oder „Siegel“ bezeichnet) dienen in diesen patriarchalischen Strukturen aus seiner Sicht lediglich als spirituelle „Katalysatoren“ oder Werkzeuge für den männlichen Praktizierenden, um dessen Erleuchtungsprozess voranzutreiben. [1, 4]
* Sexuelle Ausbeutung: Er wirft Lamas und Gurus vor, das hierarchische Gefälle auszunutzen, um weibliche Schülerinnen unter dem Deckmantel „spiritueller Instruktionen“ gefügig zu machen und sexuell zu missbrauchen. [4, 5]
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## 2. Tabuisierung und das „Zurückhalten von Elixieren“
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* Die Doktrin des Vajrayana: Goldner verweist darauf, dass nach tibetischer Geheimlehre die physische Vereinigung auf hoher Stufe „kein normaler Sex“ sei. Die Doktrin besagt, dass der männliche Praktizierende das Sperma (das „männliche Elixier“) nicht ejakulieren darf, sondern im Körper zurückhalten und mit dem „weiblichen Elixier“ energetisch verschmelzen lassen muss. [6]
* Skurrilität und Doppelmoral: Aus psychologischer Sicht bewertet Goldner diese Praktiken als repressiv, magisch-religiösen Wahnwitz und reine Spiegelfechterei, die lediglich dazu diene, die normale Sexualität der Mönche umzudefinieren und auszublenden. [6, 7]
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## 3. Transgression und unreine Substanzen
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* Überschreitung von Tabus: Goldner hebt hervor, dass auf bestimmten Stufen des Tantra bewusste Tabubrüche (Transgressionen) gefordert werden, um das dualistische Denken von „Rein“ und „Unrein“ zu überwinden. Dazu gehört laut seinen Ausführungen neben dem rituellen Verzehr von Fleisch (unter Umständen symbolisch oder historisch sogar Menschenfleisch) auch der rituelle Konsum von Körpersäften wie Sexualsekreten, Menstruationsblut und Urin. [1]
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## Zusammenfassung
Für Colin Goldner ist die Sexualität im tibetischen Buddhismus kein Weg zu universeller Liebe, sondern ein durch hierarchische Machtstrukturen geprägtes System, das Frauen benachteiligt und missbraucht. Er sieht in den tantrischen Sexualpraktiken archaische, magische Rituale, die mit moderner, aufgeklärter Sexualität und Gleichberechtigung unvereinbar sind. [4]
Möchten Sie mehr darüber erfahren, wie andere Kritiker oder buddhistische Gelehrte selbst auf diese Vorwürfe reagieren, oder interessieren Sie sich für ein bestimmtes Kapitel aus seinem Buch?
In den tantrischen Schriften und Lehren gibt es zwar einige schriftliche Hinweise auf diese Dinge, aber leider haben Colin Goldner und andere Kritiker nicht verstanden und begriffen, dass es sich bei diesen schriftlichen Erwähnungen nur um Dinge handelt die in der Zwielichtsprache sāndhyābhāṣā (Sanskrit: saṃdhyā-bhāṣā :'Sprache von Licht und Dunkelheit' ; chinesisch gongpe-ke) beschrieben sind und es tatsächlich um völlige andere Dinge und im innere Prozesse für den Yogin geht.
Urin, Kot, Gehirn, Sperma und Blut stellen die fünf verschmutzten Aggregate (Skandhas) dar, die in der Meditation gereinigt werden sollen. Sie sind Form, Gefühl, Wahrnehmung, karmische Impulse und Bewusstsein. Die fünf Fleischsorten symbolisieren die fünf Täuschungen, nämlich Verwirrung, Geiz, Anhaftung, Eifersucht und Selbstergreifung. Bei den tantrischen Ritualen und Praktiken konsumiert also niemand wirklich Urin, Kot, Gehirn, Sperma und Blut oder auch kein Menschenfleisch oder andere Dinge.
Auch die manchmal erwähnten 5 Panchamakara oder Panchatattwa (Sanskrit: पञ्चतत्त्व pañcatattva n.) die fünf Elemente: Madhya (Alkohol), Mānsā (Fleisch), Matsya (Fisch), Mudra (Getreide) und Maithuna (Geschlechtsverkehr) sind nur Symbole, die in einzelnen tantrischen Traditionen unterschiedliche Bedeutung haben können wie zB.
ZitatMamsa (Fleisch) ist der Vorgang, in welchem der Aspirant all sein Tun und Handeln Gott weiht.
Matsya (Fisch) ist jenes sattwige Wissen, in dem der Sadhaka die Freude und das Leid aller Lebewesen nachempfindet.
Mudra ist der Akt, alle Vorstellungen von Bosheit und Übel, die nur zu Knechtschaft führen, aufzugeben.
Wein steht für Feuer, Fleisch für Luft, Fisch für Wasser, Zerealien für Erde und sexuelle Vereinigung für Äther.
Milch[1], Ghee, Honig gelten als Ersatz für Wein. Salz, Ingwer, Sesam, weiße Bohnen und Knoblauch können Fleisch ersetzen. Weiße Aubergine, roter Rettich, Masur (eine Getreideart) und roter Sesam sind Ersatz für Fisch. Ungeschälter und weißer Reis, Weizen und Getreide sind Mudra. Und wenn man Blumen opfert und die Hände mit einer besonderen Mudra-Geste formt, so ist das Maithuna.
ZitatMadea, Wein, ist Amrita, der heilige Nektar, der aus den Drüsen im Gehirn auf die Zungenspitze tropft, kann mit Khechari Mudra eingefangen werden
Mamsa-Fleisch-Sprachkontrolle. Es symbolisiert Khechari Mudra, bei dem die Zunge verschluckt wird, um das Essen von Fleisch zu simulieren.
Matsya Fish Ida und Pingala Nadis werden durch Pranayama kontrolliert. Sie werden als eine achtförmige Struktur visualisiert, die wie zwei Fische ineinander verschlungen ist.
Mudra- getrocknete Körner- Spirituelle Gesellschaft, Satsang; Gesten der Hände und des Körpers, während die Kundalini aktiviert wird und durch den zentralen Kanal, das Sushumna Nadi, fließt.
Maithuna- Geschlechtsverkehr oder weibliche Sexualsekrete, Erhöht Kundalini zum Sahasrara-Chakra.
Panchamakara – HiSoUR Kunst Kultur Ausstellung
ZitatMudra – das Korn, das yogische Stadium der Konzentration
Matsya – der Fisch, Ida (Mondstrom) und Pingala (Sonnenstrom)
Madya- der Wein, den Rausch, der durch die Weisheit des Tantra erzeugt wird
Mamsa – das Fleisch, die Kontrolle der Sprache
Maithuna – die Vereinigung , repräsentiert das Gebet an die Schöpfung.