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Symposium: Buddhism and Sexual Abuse

  • KarmaHausmeister
  • 17. Juli 2026 um 14:37
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  • Thorsten Hallscheidt
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    • 18. Juli 2026 um 11:08
    • #26
    GermanViking:

    Ich sagte, dass Hormone und andere Botenstoffe einen großen Teil des menschlichen Verhaltens steuern.

    Das Verhalten von Menschen ist das Ergebnis von unendlich komplexen Wechselwirkungen zwischen dem sogenannten Innen und dem sogenannten Außen. Botenstoffe und Hormone sind dabei nur vermittelnde Teile dieser Prozesse.


    Ein sehr einfaches Beispiel: Wenn mich ein Mensch freundlich anspricht, fühle ich mich wahrscheinlich wohler, als wenn er oder sie mich unfreundlich anspricht. Die Freundlichkeit des Gegenübers ist also ebenso ursächlich für mein Empfinden, wie frühere Erlebnisse, die mich diese Erfahrung einordnen lassen. Hormone und Botenstoffe übermitteln und repräsentieren Informationen, bzw. den daraus sich ergebenden Zustand des Systems, sind aber nicht diese Informationen.


    Die Menge aller Taten, Worte, Gedanken und Informationen, die wir aufnehmen und wieder in die Welt entlassen, steuern unser Verhalten und das des Gegenübers und bedingen dadurch maßgeblich die Wirklichkeit mit und in der wir leben.


    Deine Behauptung, Hormone und Botenstoffe würden einen großen Teil des menschlichen Verhaltens steuern, lässt außer Acht, dass alle Wesen in dieses komplexe Gefüge aus Wechselwirkungen eingebunden sind, bei dem chemischen Botenstoffen eine vermittelnde aber keine letztlich ursächliche Bedeutung zukommt. Ihre Kausalität ist, wenn auch mit einer gewissen Trägheit des Gesamtsystems Körper, abgeleitet und eingebettet, nicht autonom.

    Kurz: Hormone und Botenstoffe haben keine eigenständige Steuerungsfähigkeit. Ihre Ausschüttung, Konzentration, Wirkung und nicht zuletzt Interpretation ergibt sich aus den Wechselwirkungen zwischen Mensch, Umwelt, Biografie und aktuellem Körper- oder Systemzustand.

    Das ist denn doch nur der Abendwind, der heute mit ordentlich verständlichen Worten flüstert.

    3 Mal editiert, zuletzt von Thorsten Hallscheidt (18. Juli 2026 um 11:19)

  • Igor07
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    • 18. Juli 2026 um 12:00
    • #27
    GermanViking:

    Sexualität an sich ist kein Problem

    Aus der Sicht des Buddhismus ist sie jedoch das Problem, denn dort geht es um Sinneszügelung und das Versiegen der Triebe. Das mag jemandem nicht gefallen, aber dann sollte man das bitte nicht auf den Buddhismus beziehen.


    Zur Veranschaulichung:


    Zitat

    Das Versiegen der Triebe (āsavānaṁ khayā) ist das höchste Ziel in der Schulung des Buddha. Es ist die Voraussetzung dafür, Nirvana zu erlangen. Mit der Erkenntnis über die Vernichtung der Triebe (asavakkhaya nana) wird man zum Arahant!

    Die ursprünglichen Lehren des historischen Buddha


    Sex ist der primäre Trieb. Das ist für die Evolution notwendig, rein biologisch betrachtet, aber nicht für die Befreiung, wie sie der Buddhismus versteht. Ist eigentlich sehr einfach.


    Am Rande bemerkt: Es geht nicht um das Ausleben dieser blinden Triebe und auch nicht darum, sie zu veredeln. MN 1 sieht die Befriedigung als die Wurzel des Leidens. Genauso sah es auch A. Schopenhauer. Und das ist der Buddhismus, seine Wurzeln. Es lohnt sich auch, MN 13 zu zitieren:


    Zitat

    11. "Wiederum, mit Sinnesvergnügen als Ursache, Sinnesvergnügen als Quelle, Sinnesvergnügen als Grundlage, weil die Ursache davon schlicht Sinnesvergnügen sind, streiten Könige mit Königen, Adelige mit Adeligen, Brahmanen mit Brahmanen, Haushälter mit Haushältern; die Mutter streitet mit dem Kind, das Kind mit der Mutter, der Vater mit dem Kind, das Kind mit dem Vater; der Bruder mit der Schwester, die Schwester mit dem Bruder, der Freund mit dem Freund. Und in ihrem Streit, ihrem Zank, ihrer Auseinandersetzung, greifen sie sich mit Fäusten, Erdklumpen, Stöcken oder Messern an, wodurch sie sich den Tod oder tödliches Leid zuziehen. Nun ist auch dies eine Gefahr im Fall der Sinnesvergnügen, eine Masse von Dukkha, die hier und jetzt sichtbar ist, die Sinnesvergnügen als Ursache hat, Sinnesvergnügen als Quelle hat, Sinnesvergnügen als Grundlage hat, weil die Ursache davon schlicht Sinnesvergnügen sind."

    Das bedeutet nichts anderes, als dass der Buddhismus alle Streitereien, Konflikte und Kriege als Folge des Sinnesvergnügens sieht.

    Also, es tut mir leid, das ist keine höhere Mathematik.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Qualia
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    • 18. Juli 2026 um 12:07
    • #28

    Wenn man sexuelle Lust mit den Augen des Buddha sieht, ist sie einfach nicht der Rede wert, davon spricht er auch nicht. Buddha spricht von sexueller Gier und Hass und Aus-Verblendung der Sila. Buddha war eben kein Minnedichter, warum sollte er auch, da gab es zu seiner Zeit sicher genug Profis.

    Ich ist nicht leer oder tot.

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  • GermanViking
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    • 18. Juli 2026 um 14:59
    • #29
    Igor07:

    Das mag jemandem nicht gefallen, aber dann sollte man das bitte nicht auf den Buddhismus beziehen

    Von mir aus 🤷‍♂️


    Bin mir aber auch nicht sicher ob alle Buddhisten deine Meinung teilen.

    Igor07:

    Aus der Sicht des Buddhismus ist sie jedoch das Problem, denn dort geht es um Sinneszügelung und das Versiegen der Triebe.

    Also ist der Buddhismus eine Art Todeskult?

  • Igor07
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    • 18. Juli 2026 um 15:21
    • #30
    GermanViking:

    Also ist der Buddhismus eine Art Todeskult?

    Es kommt darauf an, wie DU den Buddhismus verstehst. Dann wäre auch der historische Buddha nicht viel wert, wenn er diese Todlosigkeit, diese Unsterblichkeit, so, wie du es ausgedrückt hast, gesehen hätte. Das kann jeder, der wirklich ernsthaft die sehr verschiedenen Quellen studiert, vergleicht und dazu viele Sprachen beherrscht, ein wenig dazu sagen.

    Es wäre schier vermessen von mir zu behaupten, dass ich etwas weiß. Aber alle möglichen Quellen aus dem Pali-Kanon, Visuddhimagga und Abhidhamma sagen etwas Ähnliches, was ich zitiert habe.

    Wenn es für dich als Todeskult erscheint, dann ist das nicht mein Problem.

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    Sokrates

    Einmal editiert, zuletzt von Igor07 (18. Juli 2026 um 15:29)

  • SilentSea14282
    Gast
    • 18. Juli 2026 um 16:31
    • #31
    GermanViking:

    Also ist der Buddhismus eine Art Todeskult?

    Könnte man meinen. Nur bringt dich der Tod leider nicht aus dem Rad der Wiedergeburten heraus, sondern ins nächste Leben hinein - nach damaligen Vorstellungen. Deshalb trifft Verlöschungskult besser. Leben an sich ist einfach Leiden. :roll:

  • Anna-Lyse Dhamma
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    • 18. Juli 2026 um 17:35
    • #32
    GermanViking:

    Das potentielle Erliegen des Sexualtriebs durch Alter, Krankheit, usw. ist nicht “normal”, sondern eine Degenerationserscheinung bei dem der normale Betrieb des Körpers zum Erliegen kommt.

    Völliges Erliegen des Sexualtriebs im Alter ist sicher nicht mehr "normal", aber ein Wandel, der sich in einem Rückgang sexueller Aktivitäten und allgemein abnehmendem Interesse an Sex zeigen kann - schon.

    Das schleichende Verringern des sexuellen Verlangens im Alter ist ein natürlicher, völlig normaler Prozess, der nicht nur mit der Absenkung des Hormonpegels (Testosteron bei Männern, Östrogen bei Frauen) zusammenhängt, sondern auch noch andere biologische/physische sowie psychische und psychosoziale Ursachen hat. Dies alles verändert auch vielfach die Art und den Stellenwert des sex. Lustempfindens.


    ABER: Das Klischee des "alten Lustmolchs" kommt auch nicht von ungefähr:

    Was mancher Alternde an "Manneskraft" einbüßte, macht er durch "Machtgefälle" wieder wett, indem er seine Machtposition, seinen Status und finanziellen Wohlstand oder auch sein überlegenes Wissen, Klugheit und seine spirituelle Weisheit einsetzt, um sich für - vornehmlich jüngere Personen - interessant und anziehend zu machen.

    Die scheinbar (!) überragende Weisheit, fast Allwissenheit, mancher "Dharmalehrer" beeindruckt die SchülerInnen und macht es den "Molchen" dementsprechend leicht, ihre niederen Triebe auszuleben...

    (umso mehr bei arglosen Kindern/Kindermönchen....:(:sick:)

    Igor07:

    Es geht um eine rein persönliche Unterstellung in einem gesellschaftlichen Forum. Dann lies bitte die AGB. Und es war nicht das erste Mal. Da frage ich mich, warum die Moderation das duldet.

    Wenn die Einhaltung einfacher Nutzungsregeln in einem (buddhistischen!) Forum schon so schwer durchzusetzen scheint, braucht man sich wirklich nicht über gelegentliche Grenzüberschreitungen der anspruchsvollen Vinaya Pitaka-Regeln durch Mönche (früher und erst recht heute im 21. Jhdt.) zu wundern...


    Und alle sehen zu, oder.....? :nosee:

    Zitat

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    ....- Mobbing, Stalking, Belästigung oder andere Formen der Schädigung anderer Mitglieder;

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    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • GermanViking
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    • 18. Juli 2026 um 17:41
    • #33
    Anna Panna-Sati:

    Völliges Erliegen des Sexualtriebs im Alter ist sicher nicht mehr "normal", aber ein Wandel, der sich in einem Rückgang sexueller Aktivitäten und allgemein abnehmendem Interesse an Sex zeigen kann - schon.

    Das schleichende Verringern des sexuellen Verlangens im Alter ist ein natürlicher, völlig normaler Prozess, der nicht nur mit der Absenkung des Hormonpegels (Testosteron bei Männern, Östrogen bei Frauen) zusammenhängt, sondern auch noch andere biologische/physische sowie psychische und psychosoziale Ursachen hat. Dies alles verändert auch vielfach die Art und den Stellenwert des sex. Lustempfindens.

    Normal im Sinne von es passiert häufig im Alter: Ja. Aber es passiert nicht aus normativen Gründen oder einer Entwicklung, sondern den Abbau körperlicher Funktionen. Igor feiert das hier aber. Der Buddha beschrieb Alter und Krankheit als Teil des Leidens. Igor scheint gleiches aber zu feiern. Daher auch meine Frage an ihn ob er das Ganze als eine Art Todeskult betreibt.

  • GermanViking
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    • 18. Juli 2026 um 17:47
    • #34
    Anna Panna-Sati:

    ABER: Das Klischee des "alten Lustmolchs" kommt auch nicht von ungefähr:

    Was mancher Alternde an "Manneskraft" einbüßte, macht er durch "Machtgefälle" wieder wett, indem er seine Machtposition, seinen Status und finanziellen Wohlstand oder auch sein überlegenes Wissen, Klugheit und seine spirituelle Weisheit einsetzt, um sich für - vornehmlich jüngere Personen - interessant und anziehend zu machen.

    Die scheinbar (!) überragende Weisheit, fast Allwissenheit, mancher "Dharmalehrer" beeindruckt die SchülerInnen und macht es den "Molchen" dementsprechend leicht, ihre niederen Triebe auszuleben...

    (umso mehr bei arglosen Kindern/Kindermönchen.... :( :sick: )

    Das Problem entsteht aber eben durch die Intransparenz von Machtverhältnissen und durch eine repressive Sexualmoral. Nicht weil Menschen eine Sexualität haben. Die einzelne Verfehlung ist sicher eine Charakterschwäche vor, aber im großen Maßstab liegt da ein Problem im System vor.


    Ich glaube diese Unterscheidung zwischen waking up und growing up war von Ken Wilbur.

  • Qualia
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    • 18. Juli 2026 um 17:47
    • #35

    Wer Quellen zitiert, bezeugt automatisch das er der gleichen Meinung ist wie die Quelle, die er zitiert.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Qualia ist offen und frei,

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  • void
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    • 18. Juli 2026 um 18:16
    • #36
    Moderation

    Bitte rein auf die Sache gehen

  • Igor07
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    • 18. Juli 2026 um 18:42
    • #37
    Qualia:

    Wer Quellen zitiert, bezeugt automatisch das er der gleichen Meinung ist wie die Quelle, die er zitiert.

    Na gut, aber was ist so schlimm an den offiziellen Quellen aus dem Pali-Kanon? Ich trage keine persönliche Verantwortung dafür, wenn es so in den Texten steht. Alles Gute, es wird bestimmt gelöscht.

    Ja, ich bin Theravada. Sexualität wird dort eindeutig nicht besonders positiv interpretiert. Aber es ist nicht meine Schuld.


    GermanViking


    Wie kann jemand Alter oder Krankheit feiern? Diese Argumentation entbehrt jeder Logik.

    Sollte ich meinen eigenen Tod dann auch feiern? Das geht doch nicht.

    Der Buddha, also ich meine Theravada, also die traditionelle Interpretation, sagt, dass Krankheit, Alter und Sterben unvermeidlich, also unausweichlich sind, wie alle bedingten Phänomene.

    Das bedeutet, dass der erste Pfeil bestehen bleibt: Ja, ich als Igor sterbe bestimmt. Todsicher.

    Der zweite Pfeil bedeutet, dass ich mich mit den vergänglichen Skandha-s nicht identifiziere, also meine eigene Einstellung dazu.

    Mit einem Todeskult hat das nichts zu tun. Das ist das korrekte Verständnis.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

    Einmal editiert, zuletzt von Igor07 (18. Juli 2026 um 19:00)

  • Igor07
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    • 18. Juli 2026 um 19:57
    • #38
    GermanViking:

    . Igor scheint gleiches aber zu feiern. Daher auch meine Frage an ihn ob er das Ganze als eine Art Todeskult betreibt.

    Nochmal mit sehr einfachen Worten: Das deutsche Wort „Leiden“ ist hier bestimmt irreführend. Denn egal, was ich mache, mein Körper wird mit jedem Augenblick älter, zerbrechlicher, und dann landet er unter der Erde. Das ist aber Fakt, ich kann nichts dafür. Wer an das Leben nach dem Tod glaubt, bitte schön, ich gehöre nicht dazu. Und das ist nicht der Kern der Sache.

    Wenn Theravada über die Sinneszügelung und das Versiegen der Triebe spricht, bedeutet das nur, dass ich mich bemühe, das, was vergänglich ist, so gerade zu sehen und nicht in magische Luftschlösser zu ziehen.

    Der junge Prinz Siddhartha sah Alter, Krankheit und Tod. Dann hatte er realisiert, dass es auch ihn persönlich betrifft und dass er davor nicht fliehen kann. Nicht möglich.

    Das ist das Leben, wie es ist. Sollte er dann einen Todeskult betrieben haben?

    Wie Anālayo sehr knapp und klar merkt: Der Buddha hatte keine Angst mehr vor dem Tod, aber er wird sterben wie alle Leute. Er war sich dessen klar. Das ist so einfach, dass man dazu keine Karma, Wiedergeburt und was auch immer braucht.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • verrückter-narr
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    • 19. Juli 2026 um 07:30
    • #39
    AndreasM:

    Das ist schon heftig:


    Anders als in anderen Theravada-Ländern gelte in Sri Lanka die Ordination des Kindes als lebenslang, weshalb ein Austritt als Verrat, moralisches Versagen und unheilvoll empfunden werde. Wer gehe, trage oft eine Last der Scham und verberge seine klösterliche Vergangenheit.


    Und dann noch Missbrauch durch alte Männer obendrauf. Im mittelalterlichen Japan gab es das auch, aber offiziell. Da hat der Senior Mönch den Junior quasi in die Materie eingeführt, musste aber für ihn sorgen. Aber einem bestimmten Alter war Schluss.

    Es gab zwar sexuelle Beziehung zwischen älteren Männern und jungen Jugendlichen in Japan, dies wurde dort aber nie als missbräuchliche Beziehung gesehen, sondern war damals gesellschaftlich akzeptiert, genauso wie es dies damals und auch noch heute in vielen anderen Kulturen und Ländern gab und gibt. Bei dem Thema sollte man versuchen, nicht unsere heutigen kulturellen Bewertungen und Prägungen auf historische Ereignisse in anderen Ländern und Kulturen anzuwenden.


    Homosexualität ist in Japan ein seit mindestens dem 10. Jahrhundert bis heute akzeptiertes sexuelles Verhalten. In früheren Zeiten wurde Liebe zwischen Männern sogar als die reinste Form der Liebe überhaupt betrachtet. Zu keiner Zeit wurde Homosexualität in der japanischen Gesellschaft und Religion (vor allem Shintoismus und Buddhismus) als eine Sünde angesehen; jedoch hat die moderne Sexualwissenschaft und der Wunsch, „zivilisiert“ zu erscheinen, auch in Japan die Auffassungen von gleichgeschlechtlicher Liebe beeinflusst.

    Ursprünglich waren Shudō, Wakashudō und Nanshoku die bevorzugten Begriffe für Homosexualität. Gegenwärtig sind Dōseiai (同性愛) – Anfang des 20. Jahrhunderts in Anlehnung an das deutsche Wort Homosexualität geprägt – und davon abgeleitet Dōseiaisha (wörtlich: „gleichgeschlechtlich liebende Person“) neben dem englischen Fremdwort Gay die einzigen verfügbaren Begriffe geworden.


    Buddhistische Klöster scheinen im alten Japan bereits früh Zentren homosexueller Aktivität gewesen zu sein. Der Volksmund schreibt Kūkai, dem Gründer der buddhistischen Shingon-Sekte, zu, Nanshoku in Japan eingeführt zu haben, nachdem er im 9. Jahrhundert aus dem China der Tang-Dynastie zurückgekehrt war. Jedoch erörtert er dieses Thema in keinem seiner größeren Werke. Es sollte auch angemerkt werden, dass die Vinaya, die klösterliche Disziplin, jede sexuelle Aktivität ausdrücklich verbot; und Kukai war ein enthusiastischer Unterstützer der Vinaya. Gleichzeitig wurde jedoch der Berg Kōya-san, der Sitz von Kukais Kloster, zum Beinamen für gleichgeschlechtliche Liebe.

    Hingegen enthalten weder Shintō noch die japanische Lesart des Konfuzianismus irgendwelche Verbote. Genügend Mönche scheinen der Ansicht gewesen zu sein, dass ihr Keuschheitsgelübde sich nicht auf gleichgeschlechtliche Beziehungen erstreckte, so dass Geschichten, die von den Affären zwischen Mönchen und jungen Schülern erzählen, unter dem Namen Chigo Monogatari relativ populär waren. Solche Affären wurden milde bespöttelt, solange die Leidenschaften nicht bis zu körperlicher Gewalt eskalierten, was durchaus nicht ungewöhnlich war. Jesuiten berichteten entsetzt über die Verbreitung der „Sodomie“ unter buddhistischen Mönchen.


    Homosexualität in Japan – Wikipedia

    Sex im feudalen Japan & Shogunat | Suki Desu
    Saiba como era a sexualidade no Japão feudal, incluindo práticas culturais, papéis de gênero, influências religiosas e registros históricos sobre o...
    skdesu.com
  • SilentSea14282
    Gast
    • 19. Juli 2026 um 07:54
    • #40
    verrückter-narr:

    sondern war damals gesellschaftlich akzeptiert

    So war es von mir auch gemeint. Man sollte nicht seine eigenen Maßstäbe anlegen. Andere Zeiten/Länder, andere Sitten.


    Wo ich allerdings intolerant werde ist, Kinder in Mönchskutten zu pressen und ein Leben lang nicht mehr rauszulassen.

  • Anna-Lyse Dhamma
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    • 19. Juli 2026 um 15:00
    • #41
    Qualia:

    Wer Quellen zitiert, bezeugt automatisch das er der gleichen Meinung ist wie die Quelle, die er zitiert.

    Also generell und in dieser Ausschließlichkeit würde ich das nicht bestätigen wollen, es kann ja im Rahmen einer Diskussion oder eines Diskurses mehrere Gründe für das Zitieren externer Quellen geben und man teilt durchaus nicht immer (automatisch) die Meinung, welche das Zitat zum Ausdruck bringt.


    Beispiele:

    • Wenn man ein Thema von verschiedenen Seiten aus "beleuchten" möchte und dazu Zitate verwendet, die nicht die eigene Meinung widerspiegeln
    • Wenn man aktuelle Forschungsergebnisse zitiert, um alle Teilnehmer einer Diskussion auf den gleichen Wissensstand zu bringen
    • Wenn etwas zitiert wird, um es anschließend in Frage zu stellen, zu analysieren, zu kritisieren oder zu widerlegen

      ....

    Konkret:

    Geht es um eine spezifische Frage im Kontext Buddhismus, zu der man sich bereits eine Meinung gebildet hat, können natürlich Zitate gesucht werden, welche diese Meinung (mehr oder weniger) stützen, was aber nicht bedeuten muss, dass man - bis ins Detail hinein - alles unterschreiben würde, was das Zitat aussagt.

    Gerade mit Zitaten aus dem Palikanon, der vor über 2000 Jahren entstand, ist Vorsicht angebracht.....


    Auf das Thema dieses Threads angewendet, könnte ich ein Zitat aus dem Vinaya Pitaka V (Bhikkhu-Vibhanga) verwenden, in dem der Buddha sehr drastische Worte gegenüber einem Mönch gebraucht, der Geschlechtsverkehr mit einer Äffin ausübte.

    Ich bin jedoch nur im Grundsatz der Meinung, dass es ein Fehlverhalten war, u.a. die Art der Maßregelung lehne ich allerdings ab (wobei ich mir vorstellen könnte, dass manch eine(r) im Stillen denkt, man solle mit jenen Kinderschändern mal in ähnlicher Weise reden....

    Das wäre allerdings dann der Ausdruck des Geistesgiftes "Hass".).:

    Zitat

    Die Sache mit der Äffin

    ....Habe ich nicht, du törichter Mensch, auf mannigfache Weise die Lehre dargelegt zur Vernichtung der Leiden­schaft, zur Demütigung des Hochmutes, zur Zügelung des Dürstens, zur Ausro­dung des Begehrens, zur Beendigung des Daseinskreislaufes, zur Zerstörung des Dürstens, zur Entreizung, zur Vernichtung (der Neigungen) und habe ich denn nicht zum [letztendlichen] Verlöschen die Lehre dargelegt!


    Habe ich nicht, du törichter Mensch, auf mannigfache Weise von der Vernichtung der Sinneslust gepredigt, vom vollen Verständnis der Sinneswahrnehmungen gepredigt, von der Tilgung des Dürstens der Sinne gepredigt, von der Beseitigung der Sinneslust­gedanken gepredigt, von der Beruhigung des Fieberns der Sinne gepredigt!


    Besser wäre es für dich törichten Menschen gewesen, hättest du dein Geschlechtsteil in den Rachen einer giftigen und gefährlichen Schlange gesteckt, anstatt es in das Geschlechtsteil dieser Äffin zu stecken. Besser wäre es für dich törichten Men­schen gewesen, hättest du dein Geschlechtsteil ins Maul der schwarzen Schlange gesteckt, anstatt es in das Geschlechtsteil dieser Äffin zu stecken. Besser wäre es für dich törichten Menschen gewesen, hättest du dein Geschlechtsteil in einen Haufen glühender Kohle gesteckt, es in Brand gesetzt, es in Flammen stehen lassen, es ausglühen lassen, anstatt es in das Geschlechtsteil dieser Äffin zu ste­cken.


    Und warum?

    Dann wärest du törichter Mensch deswegen zu Tode gekom­men oder hättest tödliche Schmerzen erlitten, aber du wärest [wenigstens] nicht nach dem Zerfall des Körpers, nach dem Tod in die Unterwelt, in den Untergang, in Abgründe, in die Hölle gelangt.

    Aber eben deswegen, du törichter Mensch, wirst du nach dem Zerfall des Körpers, nach dem Tod in die Unterwelt, in den Unter­gang, in Abgründe, in die Hölle gelangen. Durch diese Tat bist du, du törichter Mensch, hineingeraten in ungute Lehre, in Dorflehre, in niedriggesinnte Lehre, in Obszönität, in Abwaschung, in Geheimniskrämerei, hast den Paarungsstatus erreicht.


    Das, du törichter Mensch, ist nicht erfreulich für die, die [noch] nicht [an der Lehre] erfreut sind, noch vermehrt es die Zahl derer, die erfreut sind. Jedoch bleiben, du törichter Mensch, die [noch] Unerfreuten unerfreut, die Anzahl derer wird geringer, die an der Lehre erfreut sind und so manchen macht es schwan­kend.“


    https://www.palikanon.com/vinaya/3-bhu-v…-083.htm#para40

    Alles anzeigen

    Eindeutig klingt an, dass der Buddha den Mönch letztlich aus Mitgefühl so herunterputzt, nicht nur mit dem Täter selbst, sondern auch (und vordringlich) mit allen, die durch Kenntnis dieser Missetat Schaden nahmen (u.a. Zweifel an der Lehre entwickelten).


    Liebe Grüße _()_:heart:

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • Qualia
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    • 19. Juli 2026 um 15:54
    • #42

    Man verhält sich aber unrecht, wenn ... :shrug::shrug::shrug:

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Qualia ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Igor07
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    • 21. Juli 2026 um 02:54
    • #43
    Anna Panna-Sati:

    Konkret:

    Geht es um eine spezifische Frage im Kontext Buddhismus, zu der man sich bereits eine Meinung gebildet hat, können natürlich Zitate gesucht werden, welche diese Meinung (mehr oder weniger) stützen, was aber nicht bedeuten muss, dass man - bis ins Detail hinein - alles unterschreiben würde, was das Zitat aussagt.

    Gerade mit Zitaten aus dem Palikanon, der vor über 2000 Jahren entstand, ist Vorsicht angebracht.....

    Liebe Anna-Lyse Dhamma, also wenn ich den ganzen Pali-Kanon durchstöbere, dann bleiben die Grundideen doch identisch, ist das nicht offensichtlich?

    „Alle Triebe“ heißt MN 2, und dort geht es um die Sinneszügelung. Da braucht man keine extremen Fälle, wie diesen mit der Affin. Ich kann nicht begreifen, was hier so verkehrt ist.

    Um das Ganze zu veranschaulichen, können wir die Bedingte Entstehung unter die Lupe nehmen. Im Grundwerk von P. A. Payutto treffe ich den Kern der Sache:


    Zitat

    Begehren entspringt der Unwissenheit: da die Menschen die voneinander
    abhängige Natur der Dinge nicht verstehen, kommt ein grundlegender Fehler
    zustande. Sie betrachten die Dinge entweder als substanziell, als einen stabilen
    und dauerhaften Kern eines Selbst besitzend oder sie betrachten die Dinge als
    „für eine gewisse Zeit in einer stabilen, substanziellen Weise existierend und sich
    schließlich auflösend“.

    Also, man redet über das Begehren, wie dem auch sei, ich stehe dazu. Was hier jemand über meine eigene Sexualität sagt, ist mir echt wurscht, denn es geht um das korrekte Verstehen.


    Auf der gesellschaftlichen Ebene schildert der Autor die Dynamik entsprechend:


    Zitat

    In der Gesellschaft führt das Verlangen jedoch zu diesen alternativen Faktoren:
    Begierde → Suche → Aneignung → Bewertung → passionierte
    Anhänglichkeit → Besessenheit → Geiz → Verteidigung, Streit,
    Auseinandersetzungen, Dispute usw. = soziale Probleme [209]

    Was ist hier denn nicht klar? Ich kann das leider nicht begreifen. Man kann sich das Ganze darum herumdrehen, aber diese Triebe, egal welche, sind die Wurzeln, dass wir leiden. Also Unwissenheit und Begehren hängen zusammen, auf die normale Sprache übersetzt. Und das ist der Buddhismus, keine Extreme.


    Gerade soziale Probleme entstehen deswegen, weil der normale Mensch (was ist normal, das wäre die andere Frage) sich im Besitz/en/ von etwas wähnt, das ihm als ob gehört, wie auch eines festen innewohnenden Kerns in den Phänomenen oder Dingen, aber so etwas gibt es nicht.

    Lange Rede, aber kurzer Sinn: Am Ende der Kette stehen, wie man sieht, die Besessenheit, Streit und alle möglichen sozialen Konflikte, es tut mir echt leid.

    „Ich“ und „Mein“ sind die magischen Illusionen, die uns vernarren. Wir sind so von der biologischen Evolution vorprogrammiert, um als Homo sapiens zu überleben, nicht um zu Er-wachen. Deswegen geht der Buddhismus gegen den Strom oder gegen den Strich, wie es Kay Zumwinkel ausdrückt.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • void
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    Buddh. Richtung
    Zen
    • 21. Juli 2026 um 13:27
    • #44

    Im Buddhismus gibt es Leute, die Gelübte ablegen auf Sexualität zu verzichten das sind Ordinierte oder einige Laien.


    Und dann gibt es Laienanhänger und für diese ist die Aufgabe die ihre Sexualität möglichst heilsam und verantwortungsvoll zu leben. Und da ist es nicht so, dass einen ein Unterdrücken von Sexualität hilfreich sein muß - gerade wenn man dies nicht schafft dann kann das ja zu einem ganz unnötigen inneren Konflikt führen.


    Das ist ja wie beim Laufen.Wenn sich jemand der gut trainiert hat und körperlich fit ist für einen Marathon anmeldet ist das was anderes als jemand, der sich nur etwas beweisen will und dann seinem Körper nichts Gutes tut.

  • Igor07
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    • 21. Juli 2026 um 15:08
    • #45

    In der zweiten edlen Wahrheit geht es nicht um die Sexualität per se, es geht um das,--Trishna Der Begriff "Trishna" was uns alle durch Samsara treibt. Denn jeder Durst entsteht aufgrund der Unwissenheit über die Bedingtheit der Dinge. Und so war es auch in meinem letzten Beitrag gemeint.


    Zitat

    Tanhā (Pali: Taṇhā, Sanskrit: Tṛṣṇā, Chin: 愛) kann mit Begehren, Verlangen, Gier, Durst oder Wollen übersetzt werden, der „Ich-will“- oder „Ich-will-nicht“-Geist. Tanhā, die „Gier“, gilt im Buddhismus als Ursache allen Leidens (Dukkha) die den Menschen an den Kreislauf der Wiedergeburten (Samsara) fesselt. Mit Tanha sind alle Formen des Verlangens gemeint, ob sie sich auf Nahrung, Leben, Sex, oder irgendein anderes Objekt richten. Als Nährboden für Tanha gilt die Illusion eines festen Wesenskerns, erst wer diese Illusion überwunden hat (Anatta), kann auch Tanha überwinden.

    So Wikipedia.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Anna-Lyse Dhamma
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    • 21. Juli 2026 um 16:29
    • #46

    Lieber Igor07 ,


    geht es um ein Missverständnis? Du rennst bei mir offene Türen ein...;)

    Anna Panna-Sati:

    u.a. die Art der Maßregelung lehne ich allerdings ab...

    Igor07:

    „Alle Triebe“ heißt MN 2, und dort geht es um die Sinneszügelung. Da braucht man keine extremen Fälle, wie diesen mit der Affin. Ich kann nicht begreifen, was hier so verkehrt ist.

    In der Sache ist natürlich nichts verkehrt, der Buddha lehrte Sinneszügelung als eine Voraussetzung, um letztendlich Befreiung zu erreichen. Was mich, als Mensch von heute, nur stört, sind die groben Worte, die fast ordinäre Art und Weise, wie der Missetäter gemaßregelt wurde.

    (Bei jedem Anderen würde man einen Verstoß gegen die "rechte Rede" konstatieren....:?)


    Die "Erziehungsmethoden" des Buddha wirken heute (teilweise) hinterfragenswert/fragwürdig, damals waren sie - angesichts drakonischer (Folter-)Strafen für Verbrechen wie Vergewaltigung (Abhacken von Fingern oder der ganzen Hand, bis hin zur Todesstrafe) - vermutlich angemessen. :shrug:


    Dennoch verstanden wohl viele (der oft jüngeren) Mönche nicht wirklich, was exakt der Buddha mit "Befreiung von den Trieben" meinte und tendierten zu Verdrängung sowie Unterdrückung gerade des mächtigen Sexualtriebes.

    Triebe einfach nur zu unterdrücken, kann sie bekanntlich schlimmstenfalls nur noch umso heftiger und intensiver hervorbrechen lassen, was dann auch zu so perversen Abreaktionen am "falschen Objekt" führen kann, wie im vorgestellten Sutta.


    Einsicht ist eminent wichtig, damit jene Triebe allmählich versiegen können, was sich im Übrigen ja -normalerweise- auch mit fortschreitendem Alter von selbst vollzieht...


    Man muss aber genau hinschauen: Oft, wenn das sexuelle Begehren - scheinbar - erloschen ist, hat es sich in Wirklichkeit nur auf andere Bereiche verlagert...(Esssucht, Rauchen, -heute-:Internetsucht, Sucht nach geistigen Genüssen aller Art,...), das unruhige, leidenschaftliche, übermäßige Begehren/Verlangen, an sich, ist das Problem.


    Konkret zm Thread-Thema:


    (Buddhistische) Klöster waren (sind?) früher sicherlich auch Anlaufstellen und Zufluchtsorte für Menschen, die sich in der jeweiligen Gesellschaft nicht wirklich angenommen und zu Hause fühlten... ->

    Besser ins Kloster, als heiraten müssen, wenn man z.B. homosexuell veranlagt war. Auch Asexuelle u.A. fühlten sich womöglich dort hingezogen.


    War/ist dies aber der einzige Grund für den Eintritt in einen buddhistischen Orden, sind Probleme vorprogrammiert, ebenso, wie bei Kindern, deren Eltern sie - viel zu jung - aus Armutsgründen in Klöster "abschieben".

    Zitat

    A.V.105 Wohlbefinden im Orden I - 5. Phāsuvihāra Sutta

    Fünf Arten des Wohlbefindens gibt es, ihr Mönche. Welche fünf?


    Da erweist sich, ihr Mönche, ein Mönch gegen seine Ordensbrüder, ob bemerkt oder unbemerkt,

    liebevoll in Taten, liebevoll in Worten, liebevoll in Gedanken.


    Was aber jene Sittenregeln betrifft, die ungebrochenen, unverletzten, unbefleckten, unverdorbenen, befreienden, von Verständigen gepriesenen, unbeeinflußten, die geistige Sammlung fördernden,

    in diesen Sittenregeln stimmt er mit seinen Ordensbrüdern überein, ob bemerkt oder unbemerkt.

    Und in jener edlen, erlösenden Erkenntnis, die den danach Handelnden zum völligen Leidensende führt, in dieser Erkenntnis stimmt er mit seinen Ordensbrüdern überein, ob bemerkt oder unbemerkt. Diese fünf Arten des Wohlbefindens gibt es, ihr Mönche.


    https://www.palikanon.com/angutt/a05_101-110.html

    Alles anzeigen

    - Sollte man den missbrauchenden Mönchen unterstellen, dass sie

    "nicht /wussten/wissen, was sie da tun"??

    - Schämen sich die Täter dessen, was sie den Kleinen antaten, gibt es da ein Schuldbewusstsein?

    Oder wurden da (frühere) Opfer zu (späteren) Tätern, u.a., weil schon lange Zeit solche Verbrechen geschahen und (stillschweigend) toleriert wurden?

    Zitat

    A.V.107-108 Würdig der Verehrung I-II - 7-8. Sīla, Asekha Sutta

    Im Besitze von fünf Eigenschaften, ihr Mönche,

    ist der Mönch würdig der Opfergaben, würdig der Gastspenden, würdig der Gaben, würdig des ehrfurchtsvollen Grußes, ist in der Welt der beste Boden für gute Werke.


    Welches sind diese fünf Eigenschaften?


    (107) Da besitzt, ihr Mönche, der Mönch Sittlichkeit, besitzt geistige Sammlung, besitzt Weisheit, besitzt Befreiung, besitzt den Erkenntnisblick der Befreiung.

    (108) Da besitzt, ihr Mönche, der Mönch

    1. die dem Schulungsledigen (asekha) eigene Fülle der Sittlichkeit, (sīla-kkhandhena)  
    2. die dem Schulungsledigen eigene Fülle der geistigen Sammlung,
    3. die dem Schulungsledigen eigene Fülle der Weisheit,
    4. die dem Schulungsledigen eigene Fülle der Befreiung,
    5. die dem Schulungsledigen eigene Fülle des Erkenntnisblickes.

    Im Besitze dieser fünf Eigenschaften, ihr Mönche, ist der Mönch würdig der Opfergaben, würdig der Gastspende, würdig der Gaben, würdig des ehrfurchtsvollen Grußes, ist der beste Boden für gute Werke in der Welt.


    https://www.palikanon.com/angutt/a05_101-110.html

    Alles anzeigen

    Es gab anscheinend schon zu Buddhas Zeiten "unwürdige Mönche" (man kann es nicht oft genug wiederholen...;)) -

    also heißt es (u.a), aufzupassen, welche Klöster und Mönche man mit Dana unterstützt...


    Liebe Grüße, Anna _()_:heart::)

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

    2 Mal editiert, zuletzt von Anna-Lyse Dhamma (21. Juli 2026 um 16:36)

  • Igor07
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    • 21. Juli 2026 um 18:49
    • #47
    Anna Panna-Sati:

    Einsicht ist eminent wichtig, damit jene Triebe allmählich versiegen können, was sich im Übrigen ja -normalerweise- auch mit fortschreitendem Alter von selbst vollzieht...

    Na ja, ich denke, dieser Begriff „Triebe“, wie ihn das Theravada betrachtet, ist nicht nur sexuell gemeint, sondern stellt den Kern der ganzen Tradition( auch Mahayana ) dar.

    Ich gebe mal ein eigenes Beispiel.


    Wenn ich eine schöne Blume auf der Wiese sehe, dann verinnerliche ich sie, also ich konsumiere sie innerlich. Ich möchte sie ins Herbarium stecken oder jemandem schenken. Diese Blume nehme ich also wahr wie eine Fortsetzung des eigenen Ich. Ich beanspruche sie. Ich bin nicht imstande zu sehen, dass sie nicht aus sich selbst heraus existiert. Sie ist für mich wie eine Ware, wie ein Produkt geworden.


    Wenn ich diese Blume aber als Ausdruck der Vollkommenheit der Natur sehe, dann möchte ich sie gießen, pflegen und düngen, denn alles ist abhängig entstanden, und diese Blume ist nur Ausdruck des Stroms der bedingten Entstehung. Das bedeutet eine andere Einstellung, also eine innere Einsicht: die Dinge so zu sehen, wie sie wirklich sind, und nicht so, wie sie uns erscheinen.


    Kann sein, dass ich mich nicht korrekt ausgedrückt habe, also entschuldige ich mich.


    Unter diesen Trieben nur sexuelles Verlangen zu sehen, ist sehr kurz gefasst.


    Zurück zur Blume:

    Sie entsteht aufgrund von Ursachen (der Same sollte in den Boden eingepflanzt sein).

    Bedingungen: genug Wasser usw.

    Der Inhalt: Die Blume beinhaltet viele Teile.

    Die begriffliche Zuschreibung, also sie kommt durch die Kraft der Benennung zustande. Was für mich als die Blume erscheint, kann für meine Katze etwas anderes sein.

    Bei tiefem Jhāna, also den Versenkungen, ist die normale Wahrnehmung unterdrückt. Es gibt keine Dualität, keine Trennung zwischen Subjekt und Objekt usw. Das wäre eine Voraussetzung für die klare Sicht.

    In diesem Sinne kann ich die Blume anders wahrnehmen, aber nicht blind sie konsumieren, wie auch die anderen Dinge.


    Und das ist verwirrend, wenn der ganze Begriff nur so einseitig betrachtet wird.


    Moderation kann das verschieben, denn das ist hier kein Thema.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Samadhi1876
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    Buddh. Richtung
    • 19. August 2026 um 07:36
    • #48

    Zum Vergleich:


    Über den Umgang mit sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche heute, Machtstrukturen, und Treue Sympathisanten…

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    Rainer Maria Woelki gehört zu den mächtigsten deutschen Kirchenmännern. Am Dienstag ist der Kölner Kardinal 70 Jahre alt geworden.
    www1.wdr.de


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Ausgabe №. 137: „Sorgen entsorgen?"

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