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Symposium: Buddhism and Sexual Abuse

  • KarmaHausmeister
  • 17. Juli 2026 um 14:37
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  • Thorsten Hallscheidt
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    • 18. Juli 2026 um 11:08
    • #26
    GermanViking:

    Ich sagte, dass Hormone und andere Botenstoffe einen großen Teil des menschlichen Verhaltens steuern.

    Das Verhalten von Menschen ist das Ergebnis von unendlich komplexen Wechselwirkungen zwischen dem sogenannten Innen und dem sogenannten Außen. Botenstoffe und Hormone sind dabei nur vermittelnde Teile dieser Prozesse.


    Ein sehr einfaches Beispiel: Wenn mich ein Mensch freundlich anspricht, fühle ich mich wahrscheinlich wohler, als wenn er oder sie mich unfreundlich anspricht. Die Freundlichkeit des Gegenübers ist also ebenso ursächlich für mein Empfinden, wie frühere Erlebnisse, die mich diese Erfahrung einordnen lassen. Hormone und Botenstoffe übermitteln und repräsentieren Informationen, bzw. den daraus sich ergebenden Zustand des Systems, sind aber nicht diese Informationen.


    Die Menge aller Taten, Worte, Gedanken und Informationen, die wir aufnehmen und wieder in die Welt entlassen, steuern unser Verhalten und das des Gegenübers und bedingen dadurch maßgeblich die Wirklichkeit mit und in der wir leben.


    Deine Behauptung, Hormone und Botenstoffe würden einen großen Teil des menschlichen Verhaltens steuern, lässt außer Acht, dass alle Wesen in dieses komplexe Gefüge aus Wechselwirkungen eingebunden sind, bei dem chemischen Botenstoffen eine vermittelnde aber keine letztlich ursächliche Bedeutung zukommt. Ihre Kausalität ist, wenn auch mit einer gewissen Trägheit des Gesamtsystems Körper, abgeleitet und eingebettet, nicht autonom.

    Kurz: Hormone und Botenstoffe haben keine eigenständige Steuerungsfähigkeit. Ihre Ausschüttung, Konzentration, Wirkung und nicht zuletzt Interpretation ergibt sich aus den Wechselwirkungen zwischen Mensch, Umwelt, Biografie und aktuellem Körper- oder Systemzustand.

    Das ist denn doch nur der Abendwind, der heute mit ordentlich verständlichen Worten flüstert.

    3 Mal editiert, zuletzt von Thorsten Hallscheidt (18. Juli 2026 um 11:19)

  • Igor07
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    • 18. Juli 2026 um 12:00
    • #27
    GermanViking:

    Sexualität an sich ist kein Problem

    Aus der Sicht des Buddhismus ist sie jedoch das Problem, denn dort geht es um Sinneszügelung und das Versiegen der Triebe. Das mag jemandem nicht gefallen, aber dann sollte man das bitte nicht auf den Buddhismus beziehen.


    Zur Veranschaulichung:


    Zitat

    Das Versiegen der Triebe (āsavānaṁ khayā) ist das höchste Ziel in der Schulung des Buddha. Es ist die Voraussetzung dafür, Nirvana zu erlangen. Mit der Erkenntnis über die Vernichtung der Triebe (asavakkhaya nana) wird man zum Arahant!

    Die ursprünglichen Lehren des historischen Buddha


    Sex ist der primäre Trieb. Das ist für die Evolution notwendig, rein biologisch betrachtet, aber nicht für die Befreiung, wie sie der Buddhismus versteht. Ist eigentlich sehr einfach.


    Am Rande bemerkt: Es geht nicht um das Ausleben dieser blinden Triebe und auch nicht darum, sie zu veredeln. MN 1 sieht die Befriedigung als die Wurzel des Leidens. Genauso sah es auch A. Schopenhauer. Und das ist der Buddhismus, seine Wurzeln. Es lohnt sich auch, MN 13 zu zitieren:


    Zitat

    11. "Wiederum, mit Sinnesvergnügen als Ursache, Sinnesvergnügen als Quelle, Sinnesvergnügen als Grundlage, weil die Ursache davon schlicht Sinnesvergnügen sind, streiten Könige mit Königen, Adelige mit Adeligen, Brahmanen mit Brahmanen, Haushälter mit Haushältern; die Mutter streitet mit dem Kind, das Kind mit der Mutter, der Vater mit dem Kind, das Kind mit dem Vater; der Bruder mit der Schwester, die Schwester mit dem Bruder, der Freund mit dem Freund. Und in ihrem Streit, ihrem Zank, ihrer Auseinandersetzung, greifen sie sich mit Fäusten, Erdklumpen, Stöcken oder Messern an, wodurch sie sich den Tod oder tödliches Leid zuziehen. Nun ist auch dies eine Gefahr im Fall der Sinnesvergnügen, eine Masse von Dukkha, die hier und jetzt sichtbar ist, die Sinnesvergnügen als Ursache hat, Sinnesvergnügen als Quelle hat, Sinnesvergnügen als Grundlage hat, weil die Ursache davon schlicht Sinnesvergnügen sind."

    Das bedeutet nichts anderes, als dass der Buddhismus alle Streitereien, Konflikte und Kriege als Folge des Sinnesvergnügens sieht.

    Also, es tut mir leid, das ist keine höhere Mathematik.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

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    • 18. Juli 2026 um 12:07
    • #28

    Wenn man sexuelle Lust mit den Augen des Buddha sieht, ist sie einfach nicht der Rede wert, davon spricht er auch nicht. Buddha spricht von sexueller Gier und Hass und Aus-Verblendung der Sila. Buddha war eben kein Minnedichter, warum sollte er auch, da gab es zu seiner Zeit sicher genug Profis.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Beitrag von Igor07 (18. Juli 2026 um 12:50)

    Dieser Beitrag wurde von void aus folgendem Grund gelöscht: Personliches (18. Juli 2026 um 18:15).
  • GermanViking
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    • 18. Juli 2026 um 14:59
    • #30
    Igor07:

    Das mag jemandem nicht gefallen, aber dann sollte man das bitte nicht auf den Buddhismus beziehen

    Von mir aus 🤷‍♂️


    Bin mir aber auch nicht sicher ob alle Buddhisten deine Meinung teilen.

    Igor07:

    Aus der Sicht des Buddhismus ist sie jedoch das Problem, denn dort geht es um Sinneszügelung und das Versiegen der Triebe.

    Also ist der Buddhismus eine Art Todeskult?

  • Igor07
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    • 18. Juli 2026 um 15:21
    • #31
    GermanViking:

    Also ist der Buddhismus eine Art Todeskult?

    Es kommt darauf an, wie DU den Buddhismus verstehst. Dann wäre auch der historische Buddha nicht viel wert, wenn er diese Todlosigkeit, diese Unsterblichkeit, so, wie du es ausgedrückt hast, gesehen hätte. Das kann jeder, der wirklich ernsthaft die sehr verschiedenen Quellen studiert, vergleicht und dazu viele Sprachen beherrscht, ein wenig dazu sagen.

    Es wäre schier vermessen von mir zu behaupten, dass ich etwas weiß. Aber alle möglichen Quellen aus dem Pali-Kanon, Visuddhimagga und Abhidhamma sagen etwas Ähnliches, was ich zitiert habe.

    Wenn es für dich als Todeskult erscheint, dann ist das nicht mein Problem.

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    Sokrates

    Einmal editiert, zuletzt von Igor07 (18. Juli 2026 um 15:29)

  • SilentSea14282
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    • 18. Juli 2026 um 16:31
    • #32
    GermanViking:

    Also ist der Buddhismus eine Art Todeskult?

    Könnte man meinen. Nur bringt dich der Tod leider nicht aus dem Rad der Wiedergeburten heraus, sondern ins nächste Leben hinein - nach damaligen Vorstellungen. Deshalb trifft Verlöschungskult besser. Leben an sich ist einfach Leiden. :roll:

  • Beitrag von GermanViking (18. Juli 2026 um 17:34)

    Dieser Beitrag wurde von void aus folgendem Grund gelöscht: Personliches (18. Juli 2026 um 18:15).
  • Anna Panna-Sati
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    • 18. Juli 2026 um 17:35
    • #34
    GermanViking:

    Das potentielle Erliegen des Sexualtriebs durch Alter, Krankheit, usw. ist nicht “normal”, sondern eine Degenerationserscheinung bei dem der normale Betrieb des Körpers zum Erliegen kommt.

    Völliges Erliegen des Sexualtriebs im Alter ist sicher nicht mehr "normal", aber ein Wandel, der sich in einem Rückgang sexueller Aktivitäten und allgemein abnehmendem Interesse an Sex zeigen kann - schon.

    Das schleichende Verringern des sexuellen Verlangens im Alter ist ein natürlicher, völlig normaler Prozess, der nicht nur mit der Absenkung des Hormonpegels (Testosteron bei Männern, Östrogen bei Frauen) zusammenhängt, sondern auch noch andere biologische/physische sowie psychische und psychosoziale Ursachen hat. Dies alles verändert auch vielfach die Art und den Stellenwert des sex. Lustempfindens.


    ABER: Das Klischee des "alten Lustmolchs" kommt auch nicht von ungefähr:

    Was mancher Alternde an "Manneskraft" einbüßte, macht er durch "Machtgefälle" wieder wett, indem er seine Machtposition, seinen Status und finanziellen Wohlstand oder auch sein überlegenes Wissen, Klugheit und seine spirituelle Weisheit einsetzt, um sich für - vornehmlich jüngere Personen - interessant und anziehend zu machen.

    Die scheinbar (!) überragende Weisheit, fast Allwissenheit, mancher "Dharmalehrer" beeindruckt die SchülerInnen und macht es den "Molchen" dementsprechend leicht, ihre niederen Triebe auszuleben...

    (umso mehr bei arglosen Kindern/Kindermönchen....:(:sick:)

    Igor07:

    Es geht um eine rein persönliche Unterstellung in einem gesellschaftlichen Forum. Dann lies bitte die AGB. Und es war nicht das erste Mal. Da frage ich mich, warum die Moderation das duldet.

    Wenn die Einhaltung einfacher Nutzungsregeln in einem (buddhistischen!) Forum schon so schwer durchzusetzen scheint, braucht man sich wirklich nicht über gelegentliche Grenzüberschreitungen der anspruchsvollen Vinaya Pitaka-Regeln durch Mönche (früher und erst recht heute im 21. Jhdt.) zu wundern...


    Und alle sehen zu, oder.....? :nosee:

    Zitat

    5.1 Grundlegende Verhaltensregeln
    Wir setzen einen respektvollen und freundlichen Umgang voraus. Beleidigungen, Anfeindungen und ähnliche Verhaltensweisen werden nicht toleriert und führen zu Sanktionen.

    Bitte respektiere, wenn ein Mitglied bestimmte Themen nicht besprechen möchte.

    5.2 Sprache
    - Im Forum ist ausschließlich die deutsche Sprache erlaubt.


    Folgende Inhalte und Verhaltensweisen sind untersagt:

    ....- Mobbing, Stalking, Belästigung oder andere Formen der Schädigung anderer Mitglieder;

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    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • Beitrag von GermanViking (18. Juli 2026 um 17:39)

    Dieser Beitrag wurde von void aus folgendem Grund gelöscht: Personliches (18. Juli 2026 um 18:15).
  • GermanViking
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    • 18. Juli 2026 um 17:41
    • #36
    Anna Panna-Sati:

    Völliges Erliegen des Sexualtriebs im Alter ist sicher nicht mehr "normal", aber ein Wandel, der sich in einem Rückgang sexueller Aktivitäten und allgemein abnehmendem Interesse an Sex zeigen kann - schon.

    Das schleichende Verringern des sexuellen Verlangens im Alter ist ein natürlicher, völlig normaler Prozess, der nicht nur mit der Absenkung des Hormonpegels (Testosteron bei Männern, Östrogen bei Frauen) zusammenhängt, sondern auch noch andere biologische/physische sowie psychische und psychosoziale Ursachen hat. Dies alles verändert auch vielfach die Art und den Stellenwert des sex. Lustempfindens.

    Normal im Sinne von es passiert häufig im Alter: Ja. Aber es passiert nicht aus normativen Gründen oder einer Entwicklung, sondern den Abbau körperlicher Funktionen. Igor feiert das hier aber. Der Buddha beschrieb Alter und Krankheit als Teil des Leidens. Igor scheint gleiches aber zu feiern. Daher auch meine Frage an ihn ob er das Ganze als eine Art Todeskult betreibt.

  • Beitrag von Igor07 (18. Juli 2026 um 17:45)

    Dieser Beitrag wurde von void aus folgendem Grund gelöscht: Personliches (18. Juli 2026 um 18:15).
  • GermanViking
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    • 18. Juli 2026 um 17:47
    • #38
    Anna Panna-Sati:

    ABER: Das Klischee des "alten Lustmolchs" kommt auch nicht von ungefähr:

    Was mancher Alternde an "Manneskraft" einbüßte, macht er durch "Machtgefälle" wieder wett, indem er seine Machtposition, seinen Status und finanziellen Wohlstand oder auch sein überlegenes Wissen, Klugheit und seine spirituelle Weisheit einsetzt, um sich für - vornehmlich jüngere Personen - interessant und anziehend zu machen.

    Die scheinbar (!) überragende Weisheit, fast Allwissenheit, mancher "Dharmalehrer" beeindruckt die SchülerInnen und macht es den "Molchen" dementsprechend leicht, ihre niederen Triebe auszuleben...

    (umso mehr bei arglosen Kindern/Kindermönchen.... :( :sick: )

    Das Problem entsteht aber eben durch die Intransparenz von Machtverhältnissen und durch eine repressive Sexualmoral. Nicht weil Menschen eine Sexualität haben. Die einzelne Verfehlung ist sicher eine Charakterschwäche vor, aber im großen Maßstab liegt da ein Problem im System vor.


    Ich glaube diese Unterscheidung zwischen waking up und growing up war von Ken Wilbur.

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    • 18. Juli 2026 um 17:47
    • #39

    Wer Quellen zitiert, bezeugt automatisch das er der gleichen Meinung ist wie die Quelle, die er zitiert.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Beitrag von GermanViking (18. Juli 2026 um 17:50)

    Dieser Beitrag wurde von void aus folgendem Grund gelöscht: Personliches (18. Juli 2026 um 18:15).
  • Beitrag von Igor07 (18. Juli 2026 um 17:53)

    Dieser Beitrag wurde von void aus folgendem Grund gelöscht: Personliches (18. Juli 2026 um 18:15).
  • Beitrag von GermanViking (18. Juli 2026 um 18:05)

    Dieser Beitrag wurde von void aus folgendem Grund gelöscht: Personliches (18. Juli 2026 um 18:15).
  • void
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    • 18. Juli 2026 um 18:16
    • #43
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    Bitte rein auf die Sache gehen

  • Igor07
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    • 18. Juli 2026 um 18:42
    • #44
    Qualia:

    Wer Quellen zitiert, bezeugt automatisch das er der gleichen Meinung ist wie die Quelle, die er zitiert.

    Na gut, aber was ist so schlimm an den offiziellen Quellen aus dem Pali-Kanon? Ich trage keine persönliche Verantwortung dafür, wenn es so in den Texten steht. Alles Gute, es wird bestimmt gelöscht.

    Ja, ich bin Theravada. Sexualität wird dort eindeutig nicht besonders positiv interpretiert. Aber es ist nicht meine Schuld.


    GermanViking


    Wie kann jemand Alter oder Krankheit feiern? Diese Argumentation entbehrt jeder Logik.

    Sollte ich meinen eigenen Tod dann auch feiern? Das geht doch nicht.

    Der Buddha, also ich meine Theravada, also die traditionelle Interpretation, sagt, dass Krankheit, Alter und Sterben unvermeidlich, also unausweichlich sind, wie alle bedingten Phänomene.

    Das bedeutet, dass der erste Pfeil bestehen bleibt: Ja, ich als Igor sterbe bestimmt. Todsicher.

    Der zweite Pfeil bedeutet, dass ich mich mit den vergänglichen Skandha-s nicht identifiziere, also meine eigene Einstellung dazu.

    Mit einem Todeskult hat das nichts zu tun. Das ist das korrekte Verständnis.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

    Einmal editiert, zuletzt von Igor07 (18. Juli 2026 um 19:00)

  • Igor07
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    • 18. Juli 2026 um 19:57
    • #45
    GermanViking:

    . Igor scheint gleiches aber zu feiern. Daher auch meine Frage an ihn ob er das Ganze als eine Art Todeskult betreibt.

    Nochmal mit sehr einfachen Worten: Das deutsche Wort „Leiden“ ist hier bestimmt irreführend. Denn egal, was ich mache, mein Körper wird mit jedem Augenblick älter, zerbrechlicher, und dann landet er unter der Erde. Das ist aber Fakt, ich kann nichts dafür. Wer an das Leben nach dem Tod glaubt, bitte schön, ich gehöre nicht dazu. Und das ist nicht der Kern der Sache.

    Wenn Theravada über die Sinneszügelung und das Versiegen der Triebe spricht, bedeutet das nur, dass ich mich bemühe, das, was vergänglich ist, so gerade zu sehen und nicht in magische Luftschlösser zu ziehen.

    Der junge Prinz Siddhartha sah Alter, Krankheit und Tod. Dann hatte er realisiert, dass es auch ihn persönlich betrifft und dass er davor nicht fliehen kann. Nicht möglich.

    Das ist das Leben, wie es ist. Sollte er dann einen Todeskult betrieben haben?

    Wie Anālayo sehr knapp und klar merkt: Der Buddha hatte keine Angst mehr vor dem Tod, aber er wird sterben wie alle Leute. Er war sich dessen klar. Das ist so einfach, dass man dazu keine Karma, Wiedergeburt und was auch immer braucht.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • verrückter-narr
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    • 19. Juli 2026 um 07:30
    • #46
    AndreasM:

    Das ist schon heftig:


    Anders als in anderen Theravada-Ländern gelte in Sri Lanka die Ordination des Kindes als lebenslang, weshalb ein Austritt als Verrat, moralisches Versagen und unheilvoll empfunden werde. Wer gehe, trage oft eine Last der Scham und verberge seine klösterliche Vergangenheit.


    Und dann noch Missbrauch durch alte Männer obendrauf. Im mittelalterlichen Japan gab es das auch, aber offiziell. Da hat der Senior Mönch den Junior quasi in die Materie eingeführt, musste aber für ihn sorgen. Aber einem bestimmten Alter war Schluss.

    Es gab zwar sexuelle Beziehung zwischen älteren Männern und jungen Jugendlichen in Japan, dies wurde dort aber nie als missbräuchliche Beziehung gesehen, sondern war damals gesellschaftlich akzeptiert, genauso wie es dies damals und auch noch heute in vielen anderen Kulturen und Ländern gab und gibt. Bei dem Thema sollte man versuchen, nicht unsere heutigen kulturellen Bewertungen und Prägungen auf historische Ereignisse in anderen Ländern und Kulturen anzuwenden.


    Homosexualität ist in Japan ein seit mindestens dem 10. Jahrhundert bis heute akzeptiertes sexuelles Verhalten. In früheren Zeiten wurde Liebe zwischen Männern sogar als die reinste Form der Liebe überhaupt betrachtet. Zu keiner Zeit wurde Homosexualität in der japanischen Gesellschaft und Religion (vor allem Shintoismus und Buddhismus) als eine Sünde angesehen; jedoch hat die moderne Sexualwissenschaft und der Wunsch, „zivilisiert“ zu erscheinen, auch in Japan die Auffassungen von gleichgeschlechtlicher Liebe beeinflusst.

    Ursprünglich waren Shudō, Wakashudō und Nanshoku die bevorzugten Begriffe für Homosexualität. Gegenwärtig sind Dōseiai (同性愛) – Anfang des 20. Jahrhunderts in Anlehnung an das deutsche Wort Homosexualität geprägt – und davon abgeleitet Dōseiaisha (wörtlich: „gleichgeschlechtlich liebende Person“) neben dem englischen Fremdwort Gay die einzigen verfügbaren Begriffe geworden.


    Buddhistische Klöster scheinen im alten Japan bereits früh Zentren homosexueller Aktivität gewesen zu sein. Der Volksmund schreibt Kūkai, dem Gründer der buddhistischen Shingon-Sekte, zu, Nanshoku in Japan eingeführt zu haben, nachdem er im 9. Jahrhundert aus dem China der Tang-Dynastie zurückgekehrt war. Jedoch erörtert er dieses Thema in keinem seiner größeren Werke. Es sollte auch angemerkt werden, dass die Vinaya, die klösterliche Disziplin, jede sexuelle Aktivität ausdrücklich verbot; und Kukai war ein enthusiastischer Unterstützer der Vinaya. Gleichzeitig wurde jedoch der Berg Kōya-san, der Sitz von Kukais Kloster, zum Beinamen für gleichgeschlechtliche Liebe.

    Hingegen enthalten weder Shintō noch die japanische Lesart des Konfuzianismus irgendwelche Verbote. Genügend Mönche scheinen der Ansicht gewesen zu sein, dass ihr Keuschheitsgelübde sich nicht auf gleichgeschlechtliche Beziehungen erstreckte, so dass Geschichten, die von den Affären zwischen Mönchen und jungen Schülern erzählen, unter dem Namen Chigo Monogatari relativ populär waren. Solche Affären wurden milde bespöttelt, solange die Leidenschaften nicht bis zu körperlicher Gewalt eskalierten, was durchaus nicht ungewöhnlich war. Jesuiten berichteten entsetzt über die Verbreitung der „Sodomie“ unter buddhistischen Mönchen.


    Homosexualität in Japan – Wikipedia

    Sex im feudalen Japan & Shogunat | Suki Desu
    Saiba como era a sexualidade no Japão feudal, incluindo práticas culturais, papéis de gênero, influências religiosas e registros históricos sobre o...
    skdesu.com
  • SilentSea14282
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    • 19. Juli 2026 um 07:54
    • #47
    verrückter-narr:

    sondern war damals gesellschaftlich akzeptiert

    So war es von mir auch gemeint. Man sollte nicht seine eigenen Maßstäbe anlegen. Andere Zeiten/Länder, andere Sitten.


    Wo ich allerdings intolerant werde ist, Kinder in Mönchskutten zu pressen und ein Leben lang nicht mehr rauszulassen.

  • Anna Panna-Sati
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    • 19. Juli 2026 um 15:00
    • #48
    Qualia:

    Wer Quellen zitiert, bezeugt automatisch das er der gleichen Meinung ist wie die Quelle, die er zitiert.

    Also generell und in dieser Ausschließlichkeit würde ich das nicht bestätigen wollen, es kann ja im Rahmen einer Diskussion oder eines Diskurses mehrere Gründe für das Zitieren externer Quellen geben und man teilt durchaus nicht immer (automatisch) die Meinung, welche das Zitat zum Ausdruck bringt.


    Beispiele:

    • Wenn man ein Thema von verschiedenen Seiten aus "beleuchten" möchte und dazu Zitate verwendet, die nicht die eigene Meinung widerspiegeln
    • Wenn man aktuelle Forschungsergebnisse zitiert, um alle Teilnehmer einer Diskussion auf den gleichen Wissensstand zu bringen
    • Wenn etwas zitiert wird, um es anschließend in Frage zu stellen, zu analysieren, zu kritisieren oder zu widerlegen

      ....

    Konkret:

    Geht es um eine spezifische Frage im Kontext Buddhismus, zu der man sich bereits eine Meinung gebildet hat, können natürlich Zitate gesucht werden, welche diese Meinung (mehr oder weniger) stützen, was aber nicht bedeuten muss, dass man - bis ins Detail hinein - alles unterschreiben würde, was das Zitat aussagt.

    Gerade mit Zitaten aus dem Palikanon, der vor über 2000 Jahren entstand, ist Vorsicht angebracht.....


    Auf das Thema dieses Threads angewendet, könnte ich ein Zitat aus dem Vinaya Pitaka V (Bhikkhu-Vibhanga) verwenden, in dem der Buddha sehr drastische Worte gegenüber einem Mönch gebraucht, der Geschlechtsverkehr mit einer Äffin ausübte.

    Ich bin jedoch nur im Grundsatz der Meinung, dass es ein Fehlverhalten war, u.a. die Art der Maßregelung lehne ich allerdings ab (wobei ich mir vorstellen könnte, dass manch eine(r) im Stillen denkt, man solle mit jenen Kinderschändern mal in ähnlicher Weise reden....

    Das wäre allerdings dann der Ausdruck des Geistesgiftes "Hass".).:

    Zitat

    Die Sache mit der Äffin

    ....Habe ich nicht, du törichter Mensch, auf mannigfache Weise die Lehre dargelegt zur Vernichtung der Leiden­schaft, zur Demütigung des Hochmutes, zur Zügelung des Dürstens, zur Ausro­dung des Begehrens, zur Beendigung des Daseinskreislaufes, zur Zerstörung des Dürstens, zur Entreizung, zur Vernichtung (der Neigungen) und habe ich denn nicht zum [letztendlichen] Verlöschen die Lehre dargelegt!


    Habe ich nicht, du törichter Mensch, auf mannigfache Weise von der Vernichtung der Sinneslust gepredigt, vom vollen Verständnis der Sinneswahrnehmungen gepredigt, von der Tilgung des Dürstens der Sinne gepredigt, von der Beseitigung der Sinneslust­gedanken gepredigt, von der Beruhigung des Fieberns der Sinne gepredigt!


    Besser wäre es für dich törichten Menschen gewesen, hättest du dein Geschlechtsteil in den Rachen einer giftigen und gefährlichen Schlange gesteckt, anstatt es in das Geschlechtsteil dieser Äffin zu stecken. Besser wäre es für dich törichten Men­schen gewesen, hättest du dein Geschlechtsteil ins Maul der schwarzen Schlange gesteckt, anstatt es in das Geschlechtsteil dieser Äffin zu stecken. Besser wäre es für dich törichten Menschen gewesen, hättest du dein Geschlechtsteil in einen Haufen glühender Kohle gesteckt, es in Brand gesetzt, es in Flammen stehen lassen, es ausglühen lassen, anstatt es in das Geschlechtsteil dieser Äffin zu ste­cken.


    Und warum?

    Dann wärest du törichter Mensch deswegen zu Tode gekom­men oder hättest tödliche Schmerzen erlitten, aber du wärest [wenigstens] nicht nach dem Zerfall des Körpers, nach dem Tod in die Unterwelt, in den Untergang, in Abgründe, in die Hölle gelangt.

    Aber eben deswegen, du törichter Mensch, wirst du nach dem Zerfall des Körpers, nach dem Tod in die Unterwelt, in den Unter­gang, in Abgründe, in die Hölle gelangen. Durch diese Tat bist du, du törichter Mensch, hineingeraten in ungute Lehre, in Dorflehre, in niedriggesinnte Lehre, in Obszönität, in Abwaschung, in Geheimniskrämerei, hast den Paarungsstatus erreicht.


    Das, du törichter Mensch, ist nicht erfreulich für die, die [noch] nicht [an der Lehre] erfreut sind, noch vermehrt es die Zahl derer, die erfreut sind. Jedoch bleiben, du törichter Mensch, die [noch] Unerfreuten unerfreut, die Anzahl derer wird geringer, die an der Lehre erfreut sind und so manchen macht es schwan­kend.“


    https://www.palikanon.com/vinaya/3-bhu-v…-083.htm#para40

    Alles anzeigen

    Eindeutig klingt an, dass der Buddha den Mönch letztlich aus Mitgefühl so herunterputzt, nicht nur mit dem Täter selbst, sondern auch (und vordringlich) mit allen, die durch Kenntnis dieser Missetat Schaden nahmen (u.a. Zweifel an der Lehre entwickelten).


    Liebe Grüße _()_:heart:

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

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    • 19. Juli 2026 um 15:54
    • #49

    Man verhält sich aber unrecht, wenn ... :shrug::shrug::shrug:

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Beitrag von SilentSea14282 (19. Juli 2026 um 17:32)

    Dieser Beitrag wurde von KarmaHausmeister aus folgendem Grund gelöscht: Wohlwollende Kommunikation, bitte! (19. Juli 2026 um 20:39).

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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