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  1. Buddhaland Forum
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  3. Allgemeines zum Buddhismus

Achtsam geht die Welt zugrunde.

  • Thorsten Hallscheidt
  • 5. Juli 2026 um 13:45
  • Zum letzten Beitrag
  • Thorsten Hallscheidt
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    • 5. Juli 2026 um 13:45
    • #1

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    Zitat

    Was, wenn Achtsamkeit nicht befreit, sondern befriedet? Die Podcasterin und Buchautorin Kathrin Fischer argumentiert gegen den Trend, individuelles Verhalten zu optimieren, statt gesellschaftliche Verhältnisse zu verändern. Anknüpfend an Michel Foucaults «Technologien des Selbst» zeigt sie, wie Achtsamkeit im neoliberalen Kontext zur Selbstdisziplinierung wird – von betrieblichen Angeboten für gestresste Mitarbeiter bis zur Fünf-Minuten-Meditation, die man sich in einer kurzen Pause reinziehen kann, um den Stresspegel zu senken. Auch wenn Achtsamkeit vermarktet und als Mittel zur Ruhigstellung missbraucht wird – können entsprechende Kurse und Apps nicht auch hilfreich sein? Und vermag nicht auch Stille die Welt zu verändern?

    Das ist denn doch nur der Abendwind, der heute mit ordentlich verständlichen Worten flüstert.

  • pano
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    • 5. Juli 2026 um 14:19
    • #2

    Siehe auch Rezension: Jacob Schmidt Viel Lärm um Achtsamkeit Oder warum es so schwer ist, in unserer Gesellschaft ein gutes Leben zu führen

  • Igor07
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    • 5. Juli 2026 um 15:51
    • #3
    Thorsten Hallscheidt:

    Bemerkenswert:

    Ja, ich habe es schon früher gehört. Sehr interessante Gedanken. Damit können wir das ganze Übel der Welt nicht weg-meditieren. Das ist nicht mehr als Eskapismus, also eine Flucht aus der Realität, wie sie ist. Echt Hammer, als ob jemand meine eigenen Gedanken zum Ausdruck gebracht hätte.

    Toll!:like:

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Qualia
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    • 5. Juli 2026 um 16:13
    • #4

    Achtsamkeit ist keine Handlung. Sie kann zu achtsamerem Handeln führen, doch selbst bewirkt sie nur Stillstand oder sich in sich zurückziehen.


    Das mag nützlich sein, im Augenblick der Überlastung, um Abstand zu finden, damit eine Entscheidung getroffen werden kann und diese in Handlung umgesetzt wird. Aber Achtsamkeit schafft nur eine Pause, um sich entscheiden zu können, was getan wird, darum heißt es „rechte Achtsamkeit“, nicht „andauernde“.

    Die Absicht zur Handlung ist dann schon Handeln, Achtsamkeit sicher nicht. Das ist keine Absicht mehr, sondern Nichthandeln, ausschalten nicht teilhaben wollen. Als Übung zum Selbstzweck schafft sie Lähmung, die als Entspannung gesehen wird. Das ist nicht der mittlere Weg.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Monikamarie
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    • 5. Juli 2026 um 17:25
    • #5

    Lieber Qualia , Du hast bei mir den Nagel auf den Kopf getroffen.


    Diese Lähmung habe ich beobachtet und mich in letzter Zeit darauf konzentriert Hier und Jetzt wach zu sein und mich wieder einzubringen, anstatt mich hinter einem scheinbar friedvollen Zustand zu verstecken.


    Ein laaaanger Weg ...

    _()_ ❤️

  • Qualia
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    • 5. Juli 2026 um 18:56
    • #6

    War auch mein Problem: Wovon bist du müde und brauchst Ruhe? Du hast nichts Anstrengendes gemacht. Raus jetzt, mindestens 10 KM dann kannste müde sein. Bin ich aber nicht sondern wunderbar munter.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

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    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

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  • Monikamarie
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    • 6. Juli 2026 um 11:54
    • #7

    Im Moment fällt es mir schwer, meine Achtsamkeit umzusetzen. Ich tue es, aber fühle Groll.


    Mich nerven zur Zeit all die scheinbar wissenden Weisen, die von den 4 Edlen Wahrheiten und somit Ursachen zur Beendigung ihres Leidens keine Ahnung haben, meinen aber, sich schon seit zig Jahren damit zu beschäftigen und sind auch nicht interessiert, das nähergebracht zu bekommen. Sie sagen ICH WEIß ICH WEIß...


    Es sind keine Freundinnen im Sinne Buddhas, aber durchaus gute Menschen.


    Ich müsste also dem Nashorn gleich alleine "weiterziehen".

    Oder dieses Verhalten tolerieren und mich nicht damit identifizieren, damit ich Mitgefühl anstatt Groll fühle.


    Ja, ich "arbeite" daran ...

    Nur ich kann mich ändern. Ich war schon mal weiter ...

    Monika ❤️ _()__()__()_

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    • 6. Juli 2026 um 12:15
    • #8

    Ein solches Nashorn identifiziert sich mit seinem „Keiner geht mit mir“: Identifikation mit Alleingelassen.


    Du könntest sagen: Vor dir ist ein Gully offen. Wenn er reifällt nicht dein Problem, ihm da herauszuhelfen, schon. Ist er da raus, geh deinen Weg. Er vertraut deinen Worten nicht, warum sollte er deinen Taten trauen?

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

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  • Monikamarie
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    • 6. Juli 2026 um 12:43
    • #9

    Die sind aber schon seit Jahrzehnten in diesem Gully 8)

  • Qualia
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    • 6. Juli 2026 um 12:53
    • #10

    Dann ist doch alles gut, sie fühlen sich wohl. Man muss ihnen Leid nicht erklärenn sie wissen das sie nicht leiden.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

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    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Anna Panna-Sati
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    • 6. Juli 2026 um 18:26
    • #11

    Hallo, lieber Thorsten Hallscheidt , :)


    zuerst reagierte ich wenig begeistert :roll: auf den Buchtitel

    ("Schade um die Bäume, die für dieses Werk gefällt werden müssen.."), weil es irgendwie Mode geworden zu sein scheint, alles, auch das Gute, ständig - gerne in Buchform - zu hinterfragen, bevorzugt, wenn etwas derart gehypt wird, wie z.B. Achtsamkeit.

    Bringt garantiert Aufmerksamkeit und lässt sich sicherlich gut vermarkten....:?


    Das eingestellte Gespräch Kathrin Fischers mit Barbara Bleisch erwies sich dann allerdings als sehr inspirierend. :like:


    Frau Fischer betont ja wiederholt, dass sie nicht gegen Achtsamkeitspraxis -an sich- wäre, sie stört sich vielmehr vorwiegend


    - am Missbrauch von Achtsamkeitspraxis als "Wellness-Programm" zum Erhalt oder zur Wiederherstellung von (überdurchschnittlicher) Arbeitsfähigkeit durch Politik, Arbeitgeber, Institutionen...


    - an der, durch Achtsamkeitspraxis, unterstützten Individualisierung und Verantwortungsübernahme für (Unwohl-) Befinden, dessen Ursachen sie klar im "Außen" verortet, was dazu führe, sich nur noch um sich selbst zu kümmern und soziales oder politisches Engagement zu unterlassen.


    .....


    Klar, Ärgernisse, wie hohe Mieten, lassen sich nicht "wegmeditieren", aber durch noch so viele Diskussionen und Demos i.d.R. auch nicht wegdiskutieren bzw. "wegdemonstrieren". :shrug:

    Ebensowenig, wie es hilfreich ist, sich im stehengebliebenen Zug über die Missstände bei der Bahn groß zu echauffieren - das treibt im akuten Fall nur den Blutdruck hoch und verstärkt die Ungeduld.

    Wer da gelassen "nach innen gehen" kann, ist in solchen Akutsituationen definitiv im Vorteil...


    Zwei Aussagen in dem Audio finde ich besonders diskussionswürdig:

    1. Welche Funktion hat Achtsamkeit in unserer Gesellschaft?

    2. Warum werden nicht die "Unachtsamen" kritisiert? (Zumal diese mutmaßlich die Mehrheit stellen?)


    Dass "Achtsamkeit ohne Ethik "nichts" ist, dürfte jedem (Buddhisten) bewusst sein.


    Im Buddhismus wird der Fokus auf den eigenen Geist, dessen Läuterung und Befreiung, gelenkt/gelegt, was -mit der Zeit- geduldiger und gleichmütiger unvermeidliche Widrigkeiten ertragen lässt, aber auch die Entwicklung von Mitgefühl für Andere und sich selbst fördert.


    Gerade muss ich an einen Buchtitel denken, der mich vor Jahren mal erheiterte: "Liebe dich selbst und es ist egal, wen du heiratest."(::erleichtert:

    Übertragen auf die buddhist. Praxis könnte man sagen:

    "Befreie dich selbst und es ist egal, in welchen Verhältnissen/in welcher Welt du lebst (oder ob du überhaupt noch leben kannst)."


    Alles egal, Hauptsache, (DU bist) im Zustand inneren Friedens (sein)..?

    }:-)}:-):sick:}:-)^^:mediw::evil:}:-):sick::virus:


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • void
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    Zen
    • 6. Juli 2026 um 21:27
    • #12

    Der Begriff des "Vomärz" beschreibt in Deutschland ja eine Epoche des extremen Umbruchs: Politisch, sozial, ökonomisch - alles ist im Umbruch. Gleichzeitig gibt es für die gleiche Periode aber noch einen anderen Begriff: "Biedermeier". Man entzieht sich all dem Chaos rundherum, und zieht sich in den gemütlichen, privaten Rahmen zurück. Von Spitzweg gibt es beispielsweise das Bild "Der Kakteenfreund":

    Wikipedia:

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da du keine Berechtigung hast, diesen Inhalt zu sehen.

    Der Kakteenfreund kann alles rundherum ignorieren - all die Nachrichten von Unruhen, Eisenbahnen, Sozialisten und Kolonien und freut sich an seinem Kaktus.


    Im Buddhismus besteht die Funktion von Sati ja letztendlich darin, sich der Entstehung von Gier und Hass und Verblendung zu vergegenwärtigen um die zu besiegen.


    Eine falsch verstandene "Achtsamkeit" ist eben genau wie die Biedermeier-Betulichkeit des Kakteenfreund ein Weg der Weltvergessenheit.

  • Aravind
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    • 7. Juli 2026 um 09:47
    • #13
    Monikamarie:

    meinen aber, sich schon seit zig Jahren damit zu beschäftigen

    Das kann ja gut sein. ;)


    Monikamarie:

    Oder dieses Verhalten tolerieren und mich nicht damit identifizieren, damit ich Mitgefühl anstatt Groll fühle.

    Den Weg kennst Du ja.


    Monikamarie:

    Nur ich kann mich ändern. Ich war schon mal weiter ...

    Was immer das heißt. 8) Vielleicht warst Du "damals" gar nicht gleichmütig, sondern es war dir wurst, zum Beispiel. Je mehr man praktiziert, desto mehr automatische Schutzmechanismen fallen weg. Ich denke, das ist einer der Gründe, warum Metta so wichtig ist. Ich glaube Pema Chödrön hat mal geschrieben, Achtsamkeitspraxis ohne Metta ist Krieg.


    Es spricht iniges dafür, dass man sich in in Kreisen bewegt, und mit der Praxis tauchen Dinge immer wieder auf, bis man sie "gelöst" hat. Im Prinzip ist das ja das, was im Visuddhimagga, dem Weg der Reinigung, beschrieben wird.


    Liebe Grüße und ganz viel Metta,

    Aravind.

  • Aravind
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    • 7. Juli 2026 um 10:28
    • #14
    void:

    Eine falsch verstandene "Achtsamkeit" ist eben genau wie die Biedermeier-Betulichkeit des Kakteenfreund ein Weg der Weltvergessenheit.

    Gibt es das denn falsch verstandene Achtsamkeit?


    Achtsamkeit ist Achtsamkeit, daran ist nichts richtig und nichts falsch.


    In so weit finde ich dein Biedermeier-Bild ganz treffend.


    "Achtsamkeit" ist ja nur ein Label, das Fischer einem Trend überstülpt, um ihre Ideologie zu stützen: Die Welt muss verändert werden, der Neoliberalismus muss bekämpft werden, unpolitisch-sein und Rückzug sind schlecht. (Ideologie meine ich hier neutral, nicht abwertend.)


    Ich habe zwei Kontrollfragen zu solchen Themen:


    * Stimmt das mit der Achtsamkeit?

    Wenn man es geschickt formuliert: Ja. Geschickt im Sinne von: Man sucht den Rückzug aus der Welt. Und benutzt Achtsamkeit als Werkzeug. Das Problem in ihrem Sinne wäre ja der Rückzug, nicht die Achtsamkeit.


    * Ist das relevant?

    Da habe ich meine Zweifel. Klar, es gibt unendlich viele Angebote. Aber wie viele Menschen praktizieren denn tatsächlich längerfristig Achtsamkeitstechniken? Ich tipp mal auf einen niedrigen einstelligen Prozentsatz.


    Viel relevanter finde ich Rückzug durch Überkonsum von sozielen Medien und materiellen Konsum im allgemeinen (der ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein :) ). Darüber kann man aber kein Buch mehr schreiben, das sich gut vermarkten lässt.


    Fun fact: Die letzten Tage habe ich ein kleines Video von Tolle zu dem Thema gesehen (natürlich in den soziale Medien).


    Sinngemäß: "Stell dir vor, du liegst im Bett und Wasser tropft von der Decke, aus der Wohnung über dir. Vielleicht kommt dir dann in den Sinn: 'Der Tolle hat gesagt, du sollst solche Dinge mit Gleichmut betrachten, ich bleib einfach liegen.' Das ist natürlich Unsinn. Was du mit Gleichmut betrachten kannst, sind dein Ärger und deine Ängste, die da entstehen. Aber natürlich stehst du auf und tust das, was getan werden muss."


    Liebe Grüße, Aravind.

  • void
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    Zen
    • 7. Juli 2026 um 11:23
    • #15
    Aravind:
    void:

    Eine falsch verstandene "Achtsamkeit" ist eben genau wie die Biedermeier-Betulichkeit des Kakteenfreund ein Weg der Weltvergessenheit.

    Gibt es das denn falsch verstandene Achtsamkeit?


    Achtsamkeit ist Achtsamkeit, daran ist nichts richtig und nichts falsch.

    Der buddhistische Begriff der meistens mit "Achtsamkeit" übersetzt wird ist ja sati:

    Schatztruhe Palikanon:

    Die Funktion von Sati besteht darin, relevante Aspekte der Lehre (dhammas) – heilsame und unheilsame Qualitäten, förderliche und hinderliche Geisteszustände – ins Bewusstsein zu rufen (apilāpana), um eine Bewertung und angemessene Reaktion zu ermöglichen. Sati ist somit eine notwendige Voraussetzung für das Entstehen und die Anwendung von Weisheit (Paññā); beide Geistesfaktoren arbeiten eng zusammen. Durch Sati wird es möglich, die bedingte Natur der Phänomene (Paṭiccasamuppāda) und die Eigenschaften von Geist und Materie, wie die Geistesformationen (Saṅkhāras), zu erkennen.

    In vielen landläufige Definitionen von "Achtsamkeit" ist das nicht abgedeckt.

  • Monikamarie
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    • 7. Juli 2026 um 12:21
    • #16
    Aravind:
    Monikamarie:

    meinen aber, sich schon seit zig Jahren damit zu beschäftigen

    Das kann ja gut sein. ;)

    Nein, denn ich kenne eine schon mehr als 50 ... sie lehnt jede Glaubensform ab.

    Die andere ist älter als ich und kennt Buddhismus nur von ihren Urlauben in Thailand ... und sie leidet am selben Thema wie vor 30 Jahren, das aber nach Geistesschulung kein Problem wäre.

    Aravind:
    Monikamarie:

    Oder dieses Verhalten tolerieren und mich nicht damit identifizieren, damit ich Mitgefühl anstatt Groll fühle.

    Den Weg kennst Du ja.

    Ja, deshalb darf ich jetzt eigentlich nicht weiter schreiben. Aber ich möchte Deine Sicht etwas erweitern. Vielleicht auch vermessen von mir ;)

    Aravind:
    Monikamarie:

    Nur ich kann mich ändern. Ich war schon mal weiter ...

    Was immer das heißt. 8) Vielleicht warst Du "damals" gar nicht gleichmütig, sondern es war dir wurst, zum Beispiel. Je mehr man praktiziert, desto mehr automatische Schutzmechanismen fallen weg. Ich denke, das ist einer der Gründe, warum Metta so wichtig ist. Ich glaube Pema Chödrön hat mal geschrieben, Achtsamkeitspraxis ohne Metta ist Krieg.


    Es spricht iniges dafür, dass man sich in in Kreisen bewegt, und mit der Praxis tauchen Dinge immer wieder auf, bis man sie "gelöst" hat. Im Prinzip ist das ja das, was im Visuddhimagga, dem Weg der Reinigung, beschrieben wird.


    Liebe Grüße und ganz viel Metta,

    Aravind.

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    Mir war es damals nicht wurscht, aber dann ging es in diese Richtung, deshalb ist es mir jetzt wieder nicht wurscht.


    Aber, Aravind, Du hast ansonsten Recht. Meine Offenheit bereue ich einerseits jetzt, andererseits habe ich wieder gelernt.


    Danke _()_Monika

  • GermanViking
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    • 7. Juli 2026 um 13:13
    • #17

    Gehen wir mal davon aus, dass der Vorwurf stimmt: Manche oder vielleicht die meisten Menschen, die Achtsamkeitspraktiken im Westen machen, tun dies zum Zwecke der Selbstoptimierung im spätkapitalistischen System.


    Und nun? Was sollen die Leute sonst machen? Yoga? Antidepressiva? Mönch in Asien werden? Hinschmeißen und auf Sozialhilfe oder politischen Radikalismus gehen?


    Für mich schimmert bei solchen Argumentationen immer der alte christliche Welt- und Selbsthass der Leute durch. Was? Die Leute erholen sich da bei was und fühlen sich besser? Die sollen sich schämen und leiden diese sünigen Kreaturen! Ich natürlich nicht, denn ich decke das ja alles auf!

  • Monikamarie
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    • 7. Juli 2026 um 13:19
    • #18

    Gelöscht

    Einmal editiert, zuletzt von Monikamarie (7. Juli 2026 um 13:29)

  • mukti
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    • 7. Juli 2026 um 13:23
    • #19
    Aravind:

    Gibt es das denn falsch verstandene Achtsamkeit?

    Ich denke schon, es gibt rechte Achtsamkeit (sammā-sati) und falsche Achtsamkeit (micchā-sati). Das betrifft alle acht Glieder des Pfades, rechte oder falsche Ansicht, Gesinnung, usw.

    Zitat

    'Der falsche Pfad' ist ein Ausdruck für den falschen achtfachen Pfad, nämlich: falsche Ansicht, falsche Absicht, falsche Rede, falsches Handeln, falsche Lebensweise, falsche Anstrengung, falsche Achtsamkeit und falsche Konzentration.

    'Der sichere und gute Pfad' ist ein Ausdruck für den Edlen Achtfachen Pfad, nämlich: Richtige Ansicht, Richtige Absicht, Richtige Rede, Richtiges Handeln, Richtige Lebensweise, Richtige Anstrengung, Richtige Achtsamkeit und Richtige Konzentration. M.19

    Mit Metta, mukti.


  • Monikamarie
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    • 7. Juli 2026 um 13:34
    • #20

    Also ...

    Die Menschen, die ich meine, halten sich für achtsam, haben aber noch nie damit verbunden, ihre eigenen Gedanken und Gefühle wertfrei zu beobachten - und zwar möglichst ununterbrochen. Unter Achtsamkeit verbinden sie meistens, nicht grob und ausfallend zu werden.

    Aber innerlich schwelt es - so wie letztens bei mir.


    Mir ist bei meiner Übung im Laufe der Jahre aufgefallen, dass ich mich gar nicht kannte. Heute sehe ich es anders und "arbeite" daran.


    Es ist ja nie zu spät :lol:

  • Igor07
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    • 7. Juli 2026 um 14:04
    • #21
    GermanViking:

    Gehen wir mal davon aus, dass der Vorwurf stimmt: Manche oder vielleicht die meisten Menschen, die Achtsamkeitspraktiken im Westen machen, tun dies zum Zwecke der Selbstoptimierung im spätkapitalistischen System.

    In der Selbstoptimierung kann man nicht aussetzen. Aber das verfehlt total das, was der Buddhismus darunter versteht. Ich identifiziere mich nicht mit meinen Skandha-s, denn sie sind bedingt entstanden, also vergänglich. Genauso ist es, wenn ich nach dem „Ich“ oder „Selbst“ suche: Ich kann es am Ende nicht finden. Das ist die Dekonstruktion der sogenannten Persönlichkeit (nach D. Loy), aber keine Optimierung. Das sind zwei verschiedene Schuhe.

    Genau so geht es auch bei Anālayo um Sati:


    Zitat

    Diese Grundlage, die durch die Etablierung der Achtsamkeitsbetrachtung des Körpers, der Empfindungen, des Geistes und der Dhammas gelegt wird, soll zur Entwicklung der Einsicht bis hin zur Einsicht in die Vergänglichkeit führen, um das befreiende Potenzial der Achtsamkeitspraxis zu verwirklichen.

    Diese mit der Praxis wachsende innere Einsicht in die Vergänglichkeit ist das Ziel.

    Als Folge nehme ich alles im Leben, was mir passiert, nicht so persönlich. Ich bin kein! Nabel der Welt.

    Und wenn das Ganze korrekt funktioniert, dann kann ich das Ergebnis nicht selbst bestimmen, sondern meine Familie oder meine Freunde.

    Ich mache auch kein Drama, wenn jemand mich hart behandelt oder verletzt. Ich fühle mich durch diese Vergänglichkeit, wenn ich tief in ihr verankert bin, dazu in der Lage, das Ganze loszulassen und Metta zu empfinden, nicht durch Befehl, sondern wegen dieser Einsicht in die bedingte Struktur der Dinge.

    Das wäre der beste Fall.

    Als Folge kann ich besser mit den Aufgaben des Lebens zurechtkommen und sie bewältigen. Und was ich nicht ändern kann, das lasse ich einfach los. Ich übe, das Leben einfach so zu akzeptieren, wie es ist, aber nicht durch die Brille meines „Egos“.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • GermanViking
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    • 7. Juli 2026 um 15:11
    • #22

    Igor07 Ich glaube, du hast meinen Beitrag nicht verstanden.

  • void
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    • 7. Juli 2026 um 16:07
    • #23

    In jeder Situation:

    1. Kann man versuchen, die Umstände zu verbessern auch wenn man daran scheitert.
    2. An der eigenen Wahrnehmung zu arbeiten, so dass man unabhängig von dem Umständen glücklich ist.

    Und natürlich alles dazwischen. Buddhismus ist generell eher mit Option 2 im Bunde. Dies kann man immer in einer Art und Weise sehen, dass Religion als eine Art "Opium des Volkes" wirkt, das mithilft Leiden erträglich zu machen statt Umstände zu ändern. Selbst bei richtig verstanden Buddhismus ohne dass man eine spezielle Motivation unterstellt sich für Märkte zu optimieren.

  • AndreasM
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    • 7. Juli 2026 um 16:40
    • #24
    void:

    An der eigenen Wahrnehmung zu arbeiten, so dass man unabhängig von dem Umständen glücklich ist.

    Wie soll man daran „arbeiten“? Die ist doch einfach da. Und glücklich ist doch auch vergänglich. Warum nicht einfach die Ärmel hochkrempeln und die Ursachen (aka Karma) beseitigen? Dann sollte es nicht mehr in der Wahrnehmung zu auftauchen.

  • Monikamarie
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    • 7. Juli 2026 um 18:10
    • #25

    "Ärmel hochkrempeln und ..." ist doch das Arbeiten.

    Oder?

    Denn die Wahrnehmung ist doch mit der Ursache verknüpft und nicht umgekehrt.


    Ich kann loslassen von meinen mich negativ beeinflussenden Gedanken, dann beunruhigt mich auch nicht mehr die Ursache.

    Es ist einfach wie es ist, aber ich hafte nicht an.


    Zurzeit krempel ich gerade die Ärmel hoch, aber ich beseitige nicht die Trigger, sondern mich nicht mehr triggern zu lassen.


    Die Trigger zeigen mir ja, dass in mir eine Ursache (Resonanz) ist. Bisher konnte ich diese nicht wirklich verabschieden.


    Ich bin überheblich, halte mich für wissend, besser, weil ich durch Buddha die Mittel zur Befreiung kenne und auch überwiegend nutze. Und ich wurde sauer, wenn man mir nicht "gehorcht" (Vorsicht Selbstironie ;)) und mich nicht an-erkennt. :erleichtert:


    Es ist tragisch, aber davon muss ich mich nun leider verabschieden.:cry::eek:


    _()_Monika

    2 Mal editiert, zuletzt von Monikamarie (7. Juli 2026 um 18:32)

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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