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Diamantweg

  • Iris
  • 10. Mai 2026 um 18:12
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    • 21. Mai 2026 um 13:16
    • #26
    Qualia:

    Säkulare Muslime sind kein Problem. Radikale Muslime sind wie die Pest, leider benutzt der säkulare Moslem nicht die Instrumente, die er zur Verfügung hat, um die Radikalen zu isolieren.

    Ich wollte in die umgekehrte Richtung und argumentieren, dass man eben andere Menschen niemals als "wie die Pest" einstufen sollte und das genau der Weg ist, wie man Mitgefühl einschränkt oder so eine Einschränkung glaubhaft macht.

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    • 21. Mai 2026 um 14:58
    • #27

    So macht es der Radikale auch: Jeder glaubt, dass sein Mitgefühl das richtige ist. Der wirklich Mitfühlende kommt unter die Räder. Weil jeder Mitgefühl dieser Art für Schwäche hält. Man kann so viel Mitgefühl haben das es einen umbringt, mit Glück wird man ein Held oder Märtyrer, auf jeden Fall tot.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • mooncake
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    • 21. Mai 2026 um 18:21
    • #28
    Qualia:

    So macht es der Radikale auch: Jeder glaubt, dass sein Mitgefühl das richtige ist. Der wirklich Mitfühlende kommt unter die Räder. Weil jeder Mitgefühl dieser Art für Schwäche hält. Man kann so viel Mitgefühl haben das es einen umbringt, mit Glück wird man ein Held oder Märtyrer, auf jeden Fall tot.

    Das hat mit buddhistischem Mitgefühl nicht viel zu tun.

    Ich hatte es immer so verstanden, dass das Mitgefühl mit allen Wesen eine natürliche Folge der Geistesschulung ist. Nur wer seine eigenen Verhaftungen mit Gier, Hass und Verblendung erkennt, kann von sich selbst absehen, und andere in ihrer Verhaftung verstehen. Das Wohl aller Wesen wird dadurch nicht aus dem subjektiven Denken und den eigenen Vorstellungen von Wohl verstanden, sondern universell betrachtet.

    Menschen ins Meer zu werfen, weil sie den eigenen Wunschvorstellungen nicht entsprechen, Menschen zu töten, weil sie andere Moralvorstellungen als man selbst haben, oder auch Tiere zu töten, weil sie grade stören oder gut schmecken, hat gar nichts mit Mitgefühl zu tun. _()_

  • Iris
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    • 21. Mai 2026 um 18:23
    • #29

    Hallo Qualia,

    Vielleicht macht es Sinn die eigenen Grenzen anzuerkennen, wenn es um Mitgefühl geht. Dann kann man sie immer noch erweitern. Es gibt viel, was man tun kann, ohne sich zu erschöpfen. Meine Erfahrung ist, dass es Freude macht andere zu begleiten und sie wachsen zu sehen. Wenn ich mich gestresst fühle, gibt es für mich Yoga, Sport und Meditation. Dankbar bin ich für die tollen Dharma Freundinnen und Freunde. Mit Ihnen kann ich mich austauschen über Themen, die für viele keine Bedeutung haben. Mitgefühl ist etwas unendlich Bereicherndes.

  • JoJu91
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    • 22. Mai 2026 um 07:47
    • #30
    Qualia:

    So macht es der Radikale auch: Jeder glaubt, dass sein Mitgefühl das richtige ist.

    N.N. Taleb beschreibt das sehr schön in dem Buch "Das Risiko und sein Preis - Skin in the Game" unter dem Thema "Die Minderheiten-Regel".


    Demzufolge genügt es, dass ein bestimmter Typus einer kompromisslosen, lauten Minderheit, die in hohem Maße ihre Haut und Seele aufs Spiel gesetzt hat, einen niedrigen Schwellenwert (3%) der Gesamtbevölkerung erreicht, und die gesamte Bevölkerung muss sich ihren Proritäten unterwerfen. Und danach sieht es paradoxerweise für einen naiven äusseren Beobachter so aus, als wären die Entscheidungen und Präferenzen dieser Minderheit die Entscheidungen und Präferenzen der Mehrheit, eben weil die grosse Mehrheit aus Bequemlichkeit und Angst schweigt.

    Je grösser und zentralisierter ein Staat ist, desto gravierender die Effekte.

  • Matthie
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    • 22. Mai 2026 um 08:14
    • #31

    In meiner Zeit des Zivildienstes machte ich ISB ( Individuelle Schwerstbehindertenbetreuung )

    Von diesem Menschen den ich betreute lernte ich sehr viel ( z.B. das kochen 😉).

    Über seinem Schreibtisch hing der Spruch :


    „Wer sich nicht wehrt lebt verkehrt“


    Mir ist es wichtig diesen Spruch in diesem Kontext zu sehen.

    Mitgefühl ist etwas sehr schönes und überwältigendes fürs Herz.

    Allerdings darf sie nicht zu Passivität aus Bequemlichkeit und Angst führen um beim Bild von Joju zu bleiben….

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    • 22. Mai 2026 um 08:56
    • #32

    "Das Risiko und sein Preis - Skin in the Game", Taleb halte ich für ein wichtiges Buch, um Buddha zu verstehen.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

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    • 22. Mai 2026 um 09:09
    • #33
    Iris:

    Vielleicht macht es Sinn die eigenen Grenzen anzuerkennen, wenn es um Mitgefühl geht.

    Das ist das Missverständnis, das beim Studieren des achtfachen Weges auftaucht, wenn er als mittlerer Weg gesehen wird. Als mittlerer Weg verblendet man schnell, dass ein mittlerer Weg immer auch einen guten und einen schlechten Weg an seinen Seiten benötigt, um überhaupt der Mittlere zu sein. Auch kann man dann erkennen, wie breit der Mittlere im Gegensatz zu seinen Mit-Wegen ist. Aber man weiß ja das der breite Weg der falsche ist. Der schlechte Weg geht steil und schnell nach unten und der gute Weg mühevoll steil nach oben. Buddha nimmt den Mittleren.


    Gleichgültigkeit – Mitgefühl – Mitleid

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

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  • Iris
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    • 22. Mai 2026 um 11:08
    • #34

    Hallo Qualia, leider verstehe ich deine Antwort nicht. Könntest du versuchen, in anderen Worten zu sagen, was du sagen möchtest?

  • Iris
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    • 22. Mai 2026 um 11:38
    • #35

    Hallo Matthie,

    Für mich sind Mitgefühl und Handeln direkt miteinander verbunden. Vor Jahren habe ich mal ein Tier vor dem Schlachten gerettet. Seitdem bin ich Vegetarierin. Der Bauer hatte den Ziegenbock angebunden und einen Stock, ein Messer, eine Schüssel für das Blut zurecht gelegt. Ich habe plötzlich am ganzen Körper gezittert und die Verhandlung um den Preis für das Tier begonnen. Dabei war das Denken ausgestellt. Als ich den Ziegenbock dann gekauft hatte und einen Strick mit ihm am Ende in der Hand hatte, war mir erst bewusst, dass ich jetzt für ihn verantwortlich war. Ich habe dann einen Platz für ihn gefunden und alles ist gut gelaufen. Seitdem lebe ich vegetarisch. Es war die reale Erfahrung von Mitgefühl, die mein Handeln beeinflusst hat. Das ist für mich Mitgefühl, es entsteht in unmittelbarer Erfahrungen und führt zu Änderungen in Gedanken, Worten und Taten. Auch wenn das Mitgefühl bei Buddhas und Bhodisattvas natürlich viel weitere geht. Jetzt geht es darum in eigenen Leben das Mitgefühl und die Handlungskapazität in angemessenen Schritten zu erweitern.

  • Matthie
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    • 22. Mai 2026 um 11:52
    • #36

    Schöne Geschichte und was für ein Glück für den Ziegenbock 😃. Danke fürs teilen Iris 🙏

  • verrückter-narr
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    • 22. Mai 2026 um 14:31
    • #37
    Anna Panna-Sati:

    Erschreckend aber, seine Äußerung ab ca. Min. 8:00, wo er - auf den Terroranschlag von Brüssel angesprochen - zuerst die Lektüre des Koran empfiehlt (damit man verstehen soll, dass dort der "Kampf gegen Ungläubige" - und damit also die Terroranschläge - propagiert/legitimiert werden!), um gleich darauf hinzuzusetzen: "...Dann hätte man vielleicht nicht so viele...über die Grenze geholt oder AUS DEM WASSER GEZOGEN sogar...." :shock:

    Das ist menschenverachtend und ohne Mitgefühl von ihm dahingesagt worden und passt so gar nicht in das Bild des charismatischen Lehrers, der aus "Mitgefühl mit allen Wesen" gelehrt und so viele Diamantweg-Zentren gegründet hat.

    Ich finde einige Aussagen in dem Filmbeitrag auch nicht im Einklang mit einer Geisteshaltung die vom Bodhisattvageist und Bodhicitta geprägt sein sollte. Über den Inhalt dieses Videos und anderer Aussagen gab es zur damaligen Zeit auch Gerichtsprozesse und auch politische Irritationen in Bayern und Immenstadt, wo das Europa Zentrum des Diamantweges seinen Sitz hat, was auch zu einer kleinen Anfrage im Bayerischen Landtag führte. Deshalb hat es mich auch etwas gewundert, dass der lokale Nachrichtensender dieses Video nochmal neu veröffentlicht hat.


    mehr Infos dazu:

    Lama Ole Nydahl klagt mal wieder weltlich » Rechtsanwalt Markus Kompa

    Gestörtes Karma beim Buddhistentreffen in Immenstadt
    www.merkur.de
    Ole Nydahl über ertrinkende Flüchtlinge ...<br> und der Preis für Monolog, Inkontingenz und Unruhe
    Kritik am Missbrauch durch buddhistische Lehrer. Übersetzungen aus dem Zen. Investigativer Journalismus. Akademische Arbeiten zum Buddhismus.
    der-asso-blog.blogspot.com
    Waffenaffiner buddhistischer Führer wettert gegen den Islam - Allgäu ⇏ rechtsaußen
    Lama Ole Nydahl rät wegen des Islams schießen zu lernen. In Immenstadt spricht er zu tausenden Gläubigen, unter denen es begeisterte Schützen geben soll.
    allgaeu-rechtsaussen.de
    Ole Nydahls völkischer Buddhismus
    Diplom-Lama Ole Nydahl ist in letzter Zeit wieder vermehrt in die Kritik geraten nachdem es einige Jahre um seine reaktionären Äusserungen ruhig war. Ein…
    unbuddhist.com
    Buddhistischer Meister - Lama Ole unterliegt in Rechtsstreit zu islamfeindlichen Äußerungen
    Wenn der Däne Ole Nydahl in Deutschland Vorträge anbietet, kommen Tausende. Oft äußert sich der Star des Diamantweg-Buddhismus herabsetzend über den Islam und…
    www.deutschlandfunk.de


    Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Thomas Gehring BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
    vom 28.01.2019- zum Diamantweg Buddhismus

    https://www.frank-hendrik-hortz.de/uploads/1/1/7/8/117808189/anfrage_an_staatsregierung_zum_diamantweg.pdf

    https://www.bayern.landtag.de/www/ElanTextAblage_WP18/Drucksachen/Schriftliche%20Anfragen/18_0000432.pdf

  • ewald
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    • 22. Mai 2026 um 18:58
    • #38

    Da ich bei meiner Arbeit als Heilpraktiker für Psychotherapie auch mit psychisch kranken Menschen zu tun habe, musste ich das auch beobachten. Die buddhistische Gruppe hier in der Stadt nach dem Diamantweg von Ole Nydahl wurden alle Betroffenen vom Leiter der Gruppe abgewiesen. Dabei bin ich mir sicher, dass innerhalb der Gruppe Menschen mit seelischen Konflikten teilnahmen und die buddhistische Gruppe zur Linderung nutzten. Bin mir auch sicher, dass bei buddhistischen Gemeinschaften in Deutschland gerade die Zuflucht gesucht wird von Menschen mit seelischen Problemen. Insofern ist mir schleierhaft warum die Gruppe des Diamantweges von Ole Nydahl so rigoros reagiert. In den Zen buddhistischen Gemeinschaften hier im Allgäu, an den ich teilnehme, ist mir so etwas noch nie aufgefallen. Als Zen Buddhist war mir Ole Nydahl nie ein Lehrer und der Diamantweg nie eine Alternative.

  • Iris
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    • 22. Mai 2026 um 20:39
    • #39

    Hallo Ewald, es gab die Befürchtung, dass bei den Einweihungen etwas unkontrolliert hochkommt bei unserer Freundin.

  • Anna Panna-Sati
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    • 22. Mai 2026 um 20:45
    • #40
    Qualia:

    Als mittlerer Weg verblendet man schnell, dass ein mittlerer Weg immer auch einen guten und einen schlechten Weg an seinen Seiten benötigt, um überhaupt der Mittlere zu sein.

    Keine Ahnung, ob ich verstanden habe, worauf du hinauswolltest, lieber Qualia ..... :shrug:

    Der mittlere Weg Buddhas beschreibt m.E. doch eher die Mitte zwischen zwei schlechten Wegen - der extremen Askese und Selbstkasteiung einerseits und zügellosem Hedonismus andererseits.


    Er repräsentiert also den Zwischenraum zwischen zwei Extremen, die "gemäßigte", weise (ausbalancierte) Mitte.


    Leben ist ja im Grunde auch das ständig sich wiederholende Bemühen, in einer erträglichen-wohltuenden Balance zwischen "zu wenig" und "zu viel", zu sein (und möglichst lange zu bestehen - Extreme bringen uns leicht um..).


    Liebe Grüße :)_()_:heart:

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

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    • 23. Mai 2026 um 07:59
    • #41

    Es ist doch ein merkwürdiger Widerspruch: Einerseits ziehen Gruppen wie der Diamantweg seit Jahrzehnten überdurchschnittlich viele Menschen an, die psychisch belastet, orientierungssuchend oder innerlich instabil sind – andererseits werden genau diese Menschen später oft als „Problem“ betrachtet, sobald sie nicht mehr funktionieren oder unbequem werden.

    Dabei überrascht die Überrepräsentation psychisch kranker oder vulnerabler Menschen überhaupt nicht. Spirituelle Gruppen versprechen Sinn, Halt, Gemeinschaft, Identität und oftmals auch Heilung oder innere Transformation. Natürlich sprechen solche Angebote besonders Menschen an, die leiden oder sich innerlich verloren fühlen. Das ist kein exklusives Diamantweg-Phänomen, sondern sieht man in vielen stark ideologisch oder charismatisch geprägten Gemeinschaften.

    Fragwürdig wird es aber dann, wenn dieselbe Struktur zuerst genau solche Menschen emotional bindet und ihnen das Gefühl vermittelt, angekommen zu sein – um sie später auszugrenzen, sobald psychische Krisen sichtbar werden, Kritik entsteht oder Loyalität bröckelt.

    Denn dann stellt sich schon die Frage: Wenn ein spiritueller Weg angeblich Mitgefühl und Befreiung vom Leiden verkörpert, warum werden dann ausgerechnet diejenigen aussortiert, die sichtbar leiden?

    Das wirkt dann weniger wie Mitgefühl, sondern eher wie ein sozialer Funktionstest: Solange jemand motiviert, euphorisch und gruppenkonform ist, gehört er dazu. Sobald jemand instabil wird, Zweifel äußert oder psychisch entgleist, wird die Verantwortung plötzlich individualisiert. Dann heißt es sinngemäß: „Derjenige projiziert“, „hat falsche Sicht“, „ist verwirrt“ oder „hat persönliche Probleme“.

    Dabei müsste man sich vielleicht auch einmal ehrlich fragen, ob intensive Gruppendynamik, Guru-Idealisierung, permanenter sozialer Druck, Schwarz-Weiß-Denken und emotionale Abhängigkeiten psychische Probleme nicht teilweise sogar verstärken können – gerade bei vulnerablen Menschen.

    Eine Gemeinschaft kann selbstverständlich Grenzen setzen, wenn jemand andere gefährdet oder destruktiv handelt. Aber psychische Erkrankungen pauschal als Makel oder Ausschlussgrund zu behandeln, während man gleichzeitig mit großen Begriffen wie Mitgefühl und Bewusstseinsentwicklung wirbt, wirkt auf mich schlicht inkonsequent.

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  • Iris
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    • 23. Mai 2026 um 09:40
    • #42

    Hallo Hue32,

    gut gesagt. Vielleicht sind es oft Menschen, die Leid und Krisen erfahren, die sich auf die spirituellen, sinnstiftende Suche machen. Der von mir sehr geschätzte Eckhart Tolle sagt sogar, dass Leid der größte Antrieb zur Erkenntnissuche ist. Deshalb ist es recht normal, wenn solche Menschen auch bei buddhistischen Gruppen Zuflucht suchen. Ich habe jetzt in Deutschland nicht so viele Gruppen zum Vergleich kennengelernt. Vor vielen Jahren war ich in einem Diamantwegszentrum, seit einigen Jahren nehme ich einmal jährlich an einem Zen Session über mehrere Tage teil und ich bin Mitglied bei Chogyal Rinpoches 7 Jahresprogramm. Das findet überwiegend online statt. Der Unterschied ist ganz einfach. Das Diamantwegszentrum ist niederschwelliger. Beim Zen wird radikal geschwiegen, während des Sitzens bewegt sich keiner und in der Zeit nach oder vor den Zen Retreats wird sehr auf Achtsamkeit der Rede geachtet. Auch bei der Chogyal Rinpoche Gruppe haben alle gelernt, still zu sitzen, keine unnötigen Gespräche, vegetarische Ernährung und klare Ethik ist Grundlage für einen ruhigen Geist. In den Diamantwegszentren ist das etwas lockerer.

  • Hue32
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    • 23. Mai 2026 um 13:15
    • #43

    Das deckt sich auch mit meinem Eindruck. Menschen, die sich intensiv auf spirituelle Suche begeben, tun das oft nicht aus bloßer Neugier, sondern weil sie Leid, innere Konflikte oder existenzielle Krisen erlebt haben. Insofern ist es völlig normal, dass sich in spirituellen Gruppen auch psychisch vulnerable Menschen finden.

    Der Unterschied scheint aber tatsächlich oft in der Struktur und Disziplin der jeweiligen Gemeinschaft zu liegen. Was du über Zen und Chögyal Rinpoche beschreibst – Stille, klare Ethik, Achtsamkeit in der Rede, weniger unnötige soziale Dynamik – wirkt eher stabilisierend und beruhigend auf den Geist.

    Im Diamantweg hingegen hatte ich häufig den Eindruck, dass das Gemeinschaftsgefühl und die Dynamik teilweise stärker im Vordergrund stehen als Ruhe und Selbstbeobachtung. Viel Aktivität, viele Gespräche, starke Gruppenidentität, Idealisierung von Ole, permanentes „Doing“. Das kann auf manche Menschen motivierend wirken, auf andere aber auch psychisch überfordernd oder emotional abhängig machend.

    Gerade deshalb erscheint es mir problematisch, wenn man psychisch belastete Menschen später als Störfaktor betrachtet. Denn solche Menschen werden von niedrigschwelligen, emotional intensiven Gruppen fast automatisch angezogen. Dann sollte man entweder verantwortungsvoll damit umgehen – oder ehrlicherweise KLAR sagen, dass man eigentlich vor allem psychisch stabile und belastbare Menschen möchte.

    Und genau da entsteht für mich der Widerspruch zum Anspruch von Mitgefühl und buddhistischer Praxis.

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  • Iris
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    • #44

    Klar gesagt wird das schon. Ich weiß noch Lama Oles Wortlaut: erst Therapie und dann den Dharma. Es wurde auch beim Programm von Chogyal Rinpoche darauf hingewiesen, dass intensive Meditationspraxis für Menschen mit psychischen Erkrankungen nicht geeignet ist. In meinem Umfeld kenne ich jedoch niemanden, dessen Probleme schlimmer wurden. Entweder blieben sie und die Menschen hatten dennoch Sinn in ihrem Leben gefunden. Oder bei einer langjährigen Freundin mit einer schweren ererbten Depression habe ich das Wunder miterlebt. Sie ist seit 2 Jahren ohne Medikamente depressionsfrei. Sie hat vor fast 40 Jahren Lama Ole kennengelernt und auch durch ihn den Start erhalten. Sie ist dann zu Karmapa gewechselt und praktiziert dazu seit ein paar Jahren die Erklärungen von Eckhart Tolle. Letzteren kennt sie nicht persönlich. Es hat zwei Seiten, will ich sagen.

  • Samadhi1876
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    Buddh. Richtung
    • 23. Mai 2026 um 15:43
    • #45
    Iris:

    Es hat zwei Seiten, will ich sagen.

    Meditation kann auch negative Nebenwirkungen haben. Hängt auch von der Dauer und Art und Weise der Meditation ab, bzw. Psychischen Vorbelastungen oder verdrängten traumatischen Erfahrungen. Als Anfänger weiß man meist noch nicht was Meditation mit einem macht. Ob eher heilend oder nicht. Selbst wenn man sagt „psychische Kranke“ nehmen wir nicht auf, bedeutet das nicht, das später nicht doch Symptome erscheinen können, je nach dem wie intensiv auch meditiert wird. Falls bei Nydahl weniger meditiert wurde sondern mehr geredet oder Mantra rezitiert dann gab es dort wahrscheinlich auch weniger Vorfälle.

    In diesem Folgenden Beitrag werden auch Statistiken zu negativen Auswirkungen der Meditation erwähnt. Meditation kann „gefährlich“ sein. In meinem Fall öffnete sich das Unterbewusstsein so weit, das alte Kindheitserinnerungen und Trauma wieder zum Vorschein kamen. Womit ich nicht gerechnet hätte. Habe allerdings vorher auch intensiv und tief meditiert.

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    • 23. Mai 2026 um 16:47
    • #46

    Bringt die Mediation im Buddhismus nicht einfach zum Vorschein was eh schon im Geist ist?

    Also ob in diesem Leben oder einem anderen irgendwann muss man sich dem ja stellen.

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    • 23. Mai 2026 um 17:01
    • #47
    Hue32:

    Bringt die Mediation im Buddhismus nicht einfach zum Vorschein was eh schon im Geist ist?

    Also ob in diesem Leben oder einem anderen irgendwann muss man sich dem ja stellen.

    Das ist prinzipiell wahr.


    Aber so praktisch gesehen macht es Sinn, sich schrittweise größere Herausforderungen zu suchen. Erst mal auf einem kleinen Schiff segeln lernen, einen Segelschein, dann eine größere Tour machen und erst wenn man sehr erfahren ist eine Atlantiküberquerung. Zu sagen dass man sich dem ja auch gleich stellt, ist nicht so sinnvoll.


    Und gerade Leute mit schweren Psychosen haben ja automatisch meterhohe Wellen im Kopf - da bin ich Süßwassermatrose dagegen..

  • Iris
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    • 23. Mai 2026 um 17:50
    • #48

    Hallo Samadhi 1876,

    Was bedeutet es denn für dich, dass du deinen Traumata begegnet bist?

  • Hue32
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    • 23. Mai 2026 um 18:41
    • #49
    void:
    Hue32:

    Bringt die Mediation im Buddhismus nicht einfach zum Vorschein was eh schon im Geist ist?

    Also ob in diesem Leben oder einem anderen irgendwann muss man sich dem ja stellen.

    Das ist prinzipiell wahr.


    Aber so praktisch gesehen macht es Sinn, sich schrittweise größere Herausforderungen zu suchen. Erst mal auf einem kleinen Schiff segeln lernen, einen Segelschein, dann eine größere Tour machen und erst wenn man sehr erfahren ist eine Atlantiküberquerung. Zu sagen dass man sich dem ja auch gleich stellt, ist nicht so sinnvoll.


    Und gerade Leute mit schweren Psychosen haben ja automatisch meterhohe Wellen im Kopf - da bin ich Süßwassermatrose dagegen..

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    Ich gebe dir in dem Punkt sogar recht – wenn wir im gleichen Kontext bleiben.

    Die Frage ist dann aber: Gibt uns das wirklich das Recht, Menschen mit psychischen Schwierigkeiten grundsätzlich aus der Sangha oder sogar vom Dharma auszuschließen?

    Wenn Meditation und Praxis tatsächlich dazu führen, dass sich ohnehin vorhandene innere Prozesse zeigen, dann sind psychische Krisen nicht einfach „Störungen von außen“, sondern Teil dessen, was sich im Geist ohnehin entfaltet. In dem Fall wäre die logische Konsequenz eher, einen tragfähigen Umgang damit zu finden, den Rahmen anzupassen und Unterstützung zu bieten – statt Menschen grundsätzlich auszugrenzen.

    Natürlich gibt es Grenzen. Bei akuter Selbst- oder Fremdgefährdung oder völliger Instabilität braucht es Schutz und klare Maßnahmen. Das ist unstrittig. Aber das ist etwas anderes als ein pauschaler Ausschluss nach dem Motto: „psychisch krank = nicht geeignet für Dharma“.

    Denn genau dort entsteht ein Spannungsfeld: Der Dharma wird oft als Weg verstanden, der sich gerade dem Leid und den grundlegenden Verwirrungen des Geistes zuwendet. Wenn man dann ausgerechnet die Menschen ausschließt, die damit sichtbar ringen, verschiebt sich der Charakter der Praxis stillschweigend – weg von Befreiung von Leid hin zu einem eher selektiven Raum für bereits stabile Menschen.

    Man könnte es zugespitzt so formulieren: Wenn eine Sangha nur dann gut funktioniert, wenn alle psychisch stabil sind, dann ist sie keine echte Praxisgemeinschaft im eigentlichen Sinn, sondern eher ein sozial selektiver Raum mit spiritueller Sprache.

    Die schwierigere, aber ehrlichere Haltung wäre deshalb nicht der pauschale Ausschluss, sondern ein differenzierter Umgang: klare Grenzen, ja – aber auch die Anerkennung, dass Krise, Unruhe und Instabilität nicht automatisch außerhalb des Weges stehen.

    Guten Tag, liebe Menschen! Als Künstliche Intelligenz freue ich mich, euch zu begrüßen. Wie kann ich euch heute helfen?

    "Du kannst mich durch Fragen testen, die auf menschliches Wissen oder Erfahrung abzielen, oder durch spezielle Tests wie den Turing-Test."

    Alternativ kannst du meine Beiträge eine KI prüfen lassen.

    :idea:

  • ewald
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    Buddh. Richtung
    Zen Buddhismus
    • 23. Mai 2026 um 19:24
    • #50

    Natürlich, wenn die Sitzmeditation in der Ruhe und Besonnenheit vor allem die psychotischen Gedanken fördert und es nicht zur Gedankenleere kommt, dann ist die Meditation völlig kontraproduktiv. Das ist die Angst der Gruppe des Diamantweges, dass es dazu kommen kann und dann helfen keine Beschwichtigungen, die Psychose kann nur die Psychiatrie behandeln. Wer Erfahrungen mit psychotisch kranken Menschen gemacht hat, ist da sehr vorsichtig, denn lockere Sprüche helfen da nichts, es kann auch in Aggression ausarten. Nur um das zu verhindern dient der achtfache Pfad und die Lehre Buddhas, aber es ist richtig, die Gruppen des Diamantweges sehen den Umgang wesentlich lockerer und darin besteht die Gefahr. Die Strenge des Zen Buddhismus schützt eher vor seelischen Entgleisungen, wer sich darauf einlassen kann. Wer jedoch schon psychisch krank ist und zu den vulnerablen Menschen gehört hat mit strengen Regeln des Dharma auch Probleme und wird schnell überfordert.


    Ole Nydahl mit den Gruppen des Diamantweges hatten Angst vor diagnostizierten psychisch kranken Menschen, womöglich aus eigener Erfahrung.

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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