Ich kenne Buddhaland seit vielen Jahren. Mein Eindruck war früher, dass der Diamantweg dort einen deutlich stärkeren Einfluss hatte. Es gab mehrere Moderatoren oder sehr aktive Nutzer, die Ole Nydahl ausgesprochen loyal gegenüberstanden. Kritische Diskussionen wirkten dadurch häufig unausgewogen. Heute empfinde ich das Forum als wesentlich differenzierter. Es gibt mehr Raum für unterschiedliche Sichtweisen, und das halte ich für eine positive Entwicklung.
Gerade der Diamantweg hat aus meiner Sicht über Jahre versucht, seine Außendarstellung sehr aktiv zu steuern. Tenzin Peljor hat immer wieder darauf hingewiesen, dass Kritik häufig nicht mit Argumenten beantwortet wurde, sondern mit Gegenkampagnen, juristischen Schritten oder einer starken Präsenz im Internet. Auch die umfangreiche Online-Kommunikation des Diamantwegs und die Auseinandersetzungen um Wikipedia und andere Plattformen wurden vielfach diskutiert.
Das eigentliche Problem sehe ich jedoch nicht in einzelnen Internetdebatten, sondern in der Kultur des Diamantwegs. Aus meiner Sicht entstand dort ein starkes Wir-und-die-Denken: Wer Ole Nydahl kritisierte, galt schnell als Gegner. Das widerspricht für mich dem buddhistischen Ideal, Kritik offen zu prüfen und den Dharma über die Loyalität zu einer einzelnen Person zu stellen.
Deshalb halte ich Tenzin Peljors Arbeit für wichtig. Man muss nicht jede seiner Schlussfolgerungen teilen, aber er hat viele problematische Entwicklungen dokumentiert und eine Diskussion angestoßen, die lange vermieden wurde. Die Auseinandersetzung sollte sich am Dharma orientieren – nicht an der Verteidigung einer charismatischen Persönlichkeit.