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  1. Buddhaland Forum
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Meditation der Grundpfeiler der buddhistischen Praxis ?

  • Matthie
  • 16. April 2026 um 07:25
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  • Matthie
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    • 16. April 2026 um 07:25
    • #1

    Liebe Forumsmitglieder,

    ich bin ja noch nicht solange in diesem Forum.

    Vieles habe ich schon gelernt und Manches gibt mir noch Rätsel auf.

    Mein Zugang zum Buddhismus kam über die Meditation.

    Wenn man schon eine Zeit lang meditiert hat, fängt man natürlich an zu recherchieren.

    Die Großen Orte die man dann findet sind Indien und Japan.

    Ich habe Meditation immer als buddhistische Praxis wahrgenommen.

    Ungefähr so wie das Beten im Christentum.

    Es gibt denke ich keinen praktizierenden Christen der nicht betet.

    Hier lese ich aber das viele aufgehört haben mit dem meditieren ,oder damit nicht klar kamen.

    Ich rede vom Zazen. Natürlich gibt es auch andere Meditationsformen.

    Ist die buddhistische Praxis nicht zwangsläufig verknüpft mit der Meditation?

    Wie das Beten der Christen ?

    Yoga ist zum Beispiel Meditation in Bewegung.

    Ich hätte früher Yoga nicht als Buddhistisch betrachtet.

    Da aber Alle Ihren Ursprung in Indien finden, ist es vielleicht doch eine Buddhistische Praxis ?

    Zazen ist nicht für jeden Geeignet, dass weiß ich mittlerweile.

    Das studieren Buddhas Lehre ist natürlich großer Bestandteil der buddhistischen Praxis.

    Sowie das lesen der Bibel als Christ.

    Aber ohne beten würde das Herz der Christlichen Praxis fehlen.

    Was für buddhistische Praktiken gibt es den außer Zazen für praktizierende Buddhisten ?

  • Qualia
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    • 16. April 2026 um 08:35
    • #2

    Betrachtung des Prozesses des Atmens.

    Wann war oder wird das Betrachten erfolgreich?

    Wenn das Beobachten und die daraus gewonnenen Ergebnisse umgesetzt werden. Wenn man beobachtet, dass die Haltung den Atem behindert, korrigiert man die Haltung. Dann kann der Atem fließen.

    Fließt der Atem, dann kann man ihn betrachten, die Betrachtung macht den Verstand leer, nur noch Gedanken ohne Gedanken machen. Man bemerkt das sich durch das Gedankenmachen die Haltung verändert. Also das Dukkha des Sich-„Gedankenmachens“ erkennen und beenden.


    Alle labern davon, in den Bauch zu atmen, als ob da die Lunge sitzt. Keiner sagt, wie man mit der Lunge atmet. Sieht man sich in einem Anatomiebild an, wo seine Lunge sitzt, sollte man anfangen, den Brustkorb so zu halten das die ganze Lunge, vor allem im oberen Bereich, gefüllt werden kann. Plötzlich richtet sich die Wirbelsäule ein. Sie richtet sich nicht auf, sondern so ein, wie sie gehört. Man bekommt Unmengen an Luft, kann den Atem vergessen und bemerkt das auch der Bauch zu atmen scheint. Lass dich nicht davon abbringen das der Bauch nie atmet, immer nur die Lunge und der Brustkorb. Der Bauch kann sich nur besser um seine Arbeit kümmern, das macht ihn glücklich. Im Bauch ist ein „Gehirn“ mit grauer Substanz, er kann also unwohl ablegen.


    Ich habe Meditation selbst gelernt, indem ich jeden mystischen oder metaphysischen Unsinn weggeübt habe, ganz besonders die Handlungsvorschriften, denn die treffen nur auf den zu der sie aufgeschrieben hat. Mein Körper atmet ganz von allein, solange ich mir keine Sorgen mache, wie ich nach Ansicht anderer atmen sollte. Mein Körper macht das schließlich schon sehr viele Jahre, ohne dass ich selbst überhaupt wusste, was er da macht.


    Das Anapanasati-Sutra zeigt das Befreien seines Atmens. Wenn das gekonnt wird, kann man sich um das Satipatthana-Sutra kümmern. Denn erst jetzt kann man wirklich die vier Pfeiler betrachten, weil man den Pfeiler Körper nicht mehr betrachten muss. Mit dem Satipanna-Sutra anfangen kann nur zum Scheitern, also zur Unruhe führen.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

    3 Mal editiert, zuletzt von Qualia (16. April 2026 um 09:00)

  • Qualia
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    • 16. April 2026 um 09:13
    • #3

    Dazu kann man Copilot auch benutzen. Das schaffe ich nicht, aber es entspricht meinem Studieren und meinen Meditationserfahrungen.


    Anapanasatisutra MN 118 – Rekonstruktion des wahrscheinlich ursprünglichen Wortlauts
    (Alltagssprache, technische Begriffe in Klammern, keine Interpretation)


    „Da setzt sich ein Mensch an einen ruhigen Ort, richtet den Körper auf und hält die Aufmerksamkeit beim Ein‑ und Ausatmen.

    Beim Einatmen weiß er: ‚Ich atme ein.‘
    Beim Ausatmen weiß er: ‚Ich atme aus.‘

    Wenn der Atem lang ist, weiß er: ‚lang‘.
    Wenn der Atem kurz ist, weiß er: ‚kurz‘.

    Er nimmt den ganzen Atemprozess wahr (kāya‑saṅkhāra).
    Er beruhigt den Atemprozess.

    Er nimmt Freude (pīti) wahr.
    Er nimmt Wohlgefühl (sukha) wahr.
    Er nimmt die geistige Aktivität wahr (citta‑saṅkhāra).
    Er beruhigt die geistige Aktivität.

    Er erkennt den Zustand des Geistes (citta).
    Er sammelt den Geist.
    Er stabilisiert den Geist.
    Er beruhigt den Geist.

    Er erkennt Vergänglichkeit (anicca).
    Er löst sich von den Vorgängen.
    Er lässt los (vossagga).“

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

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  • Gylfie
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    • 16. April 2026 um 09:32
    • #4
    Qualia:

    Alle labern davon, in den Bauch zu atmen, als ob da die Lunge sitzt. Keiner sagt, wie man mit der Lunge atmet. Sieht man sich in einem Anatomiebild an, wo seine Lunge sitzt, sollte man anfangen, den Brustkorb so zu halten das die ganze Lunge, vor allem im oberen Bereich, gefüllt werden kann.

    Natürlich ist die Lunge nicht im Bauch sondern im Brusrkorb, aber diese Vorstellung kann helfen, entspannt zu atmen. Wenn wir wirklich entspannt sind sollte beim einatmen der Bauch nach aussen gehen und beim ausatmen nach innen. Wenn wir jedoch gestresst sind dreht sich dieser Rythmus um und wir atmen flach. Die Beschreibung von "in den Bauch atmen" ist wohl eteas unglücklich gewählt, kommt anatomisch aber auch nicht von irgendwo. Ja, unser Körper weiss, wie atmen funktioner. Diese 'Alltagsatmen' ist jedoch nicht unbedingt optimal, sich beim meditieren darauf zu fokusieren, kann enorm helfen.

  • Qualia
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    • 16. April 2026 um 09:41
    • #5
    Gylfie:

    aber diese Vorstellung kann helfen, entspannt zu atmen

    Keine einzige Vorstellung kann die Realität abbilden, nur verblenden. Die Vorstellungen erkennen und entzaubern ist der einzige Weg, der achtfache Weg.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

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    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

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  • Qualia
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    • 16. April 2026 um 10:09
    • #6

    Satipatthana-Sutra – funktionale Textfassung meiner Erfahrungen durch die KI: Copilot. Von mir korrigiert und ergänzt. Gerade an diesem Sutra habe ich meine Verwirrung erkennt die durch hinzugefügte Vorstellungen ausgelöst worden ist. Intuitiv verstand ich sofort, doch mein Verstehen kam immer in Konflikt mit den buddhistischen Schulen.


    Satipaṭṭhāna beschreibt vier Bereiche, in denen Aufmerksamkeit stabilisiert wird, damit Achtsamkeit wirken kann. In allen Bereichen gilt derselbe Ablauf: Erscheinungen erkennen, (nach dem Entstehen und vor dem Vergehen) benennen, nicht eingreifen, Veränderung sehen, nicht als „das ist mein, das bin ich, das ist mein Selbst-Sein“ identifizieren.


    Der Körper (kāya) wird nicht als Ding verstanden, sondern als Sinnesfeld, in dem Druck, Temperatur, Bewegung und Haltung erscheinen. (Im Anapannasati-Sutra wird der Körper als Körper gesehen, nicht als Sinnesfeld. rupa von nama-rupa, im Satipatthana wird nur nama gesehen.


    Atmung wird als Einatmen und Ausatmen erkannt. Körperhaltungen wie Gehen, Stehen, Sitzen oder Liegen werden als das gesehen, was sie sind. Bewegungen wie Heben, Senken, Drehen oder Greifen werden als Bewegungsabläufe erkannt, ohne Geschichte. Körperteile und Elemente (dhātu) werden als Funktionsbereiche gesehen: Festigkeit, Flüssigkeit, Temperatur, Bewegung. Die Vergänglichkeit des Körpers wird als ständige Veränderung der Erscheinung und die Nicht‑Kontrolle erkannt. Der Körper wird so als prozesshafte Oberfläche sichtbar, nicht als „Ich“ oder als materieller Körper.


    Gefühle (vedanā) sind Tönungen: angenehm, unangenehm, neutral. Sie werden als Reaktionen erkannt, nicht als Eigenschaften einer Person. Angenehm wird als angenehm erkannt, unangenehm als unangenehm, neutral als neutral. Entstehen und Vergehen der Erscheinungen werden beobachtet. Dadurch wird sichtbar, dass vedanā Auslöser von Reaktionsprogrammen (saṅkhāra, Konditionierungen) ist. Durch Erkennen verliert sie ihre automatische Steuerkraft.


    Der Geist (citta) wird als Zustand verstanden, nicht als Subjekt. Begehrender Geist wird als begehrend erkannt, abstoßender als abstoßend, verwirrter als verwirrt. Gesammelter Geist wird als gesammelt erkannt, zerstreuter als zerstreut. Klarheit, Trägheit und Aufgeregtheit werden jeweils als das erkannt, was sie sind. Zustände werden so als Zustände gesehen, nicht als „mein Zustand“.


    Vorstellungs‑Bereiche (dhammā) sind Funktionsgruppen, keine metaphysischen Objekte. Hindernisse (nīvaraṇa) wie Sinnesgier, Widerwillen, Trägheit, Unruhe und Zweifel werden erkannt, wenn sie da sind, und erkannt, wenn sie verschwinden. Die fünf Gruppen (skandha, nama) – Form (rūpa) (nicht Der Körper), Gefühl (vedanā), Wahrnehmung (saññā), Reaktionsprogramme (saṅkhāra, Konditionierung), Bewusstsein (viññāṇa) – werden als Prozesse gesehen. Sinnesfelder (āyatana) zeigen die Abfolge Auge–Form, Ohr–Klang usw., Kontakt (phassa) und Gefühl (vedanā). Bedingtes Entstehen (paṭiccasamuppāda) wird als funktionale Abhängigkeit sichtbar. Die vier Wahrheiten werden als Funktionsbeschreibung gesehen: Belastung (dukkha), Ursache (tanhā), Aufhören, Weg.


    Gesamtfunktion von Satipaṭṭhāna
    Satipaṭṭhāna ist kein Ritual, sondern eine Operator‑Logik:
    Ein Operator, mit dem logische Ausdrücke verglichen werden und der als Ergebnis wahr oder falsch ausgibt.

    1. Erscheinung erkennen (ohne Geschichte)
    2. Benennen (nur funktional)
    3. Nicht eingreifen (kein Ziehen, kein Wegdrücken)
    4. Veränderung sehen (Vergänglichkeit)
    5. Nichtidentifikation (kein „Das ist mein“, „Das bin ich.“ „So bin ich.“)

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

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    2 Mal editiert, zuletzt von Qualia (16. April 2026 um 10:32)

  • Mahasi
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    • 16. April 2026 um 12:18
    • #7
    Matthie:

    Ist die buddhistische Praxis nicht zwangsläufig verknüpft mit der Meditation?

    Ist sie nicht. Die grundlegende buddhistische Praxis ist das Einüben in den 5 Tugendregeln. Formale Meditation kann irgendwann in die eigene buddhistische Praxis integriert werden, aber falls nicht ist es auch gut.

  • Samadhi1876
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    • 16. April 2026 um 12:34
    • #8

    Du kannst das „kleine Fahrzeug“ oder „große Fahrzeug“ nehmen

  • pano
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    • 16. April 2026 um 12:39
    • #9
    Matthie:

    Liebe Forumsmitglieder,

    ich bin ja noch nicht solange in diesem Forum.

    Vieles habe ich schon gelernt und Manches gibt mir noch Rätsel auf.

    Mein Zugang zum Buddhismus kam über die Meditation.

    Wenn man schon eine Zeit lang meditiert hat, fängt man natürlich an zu recherchieren.

    Die Großen Orte die man dann findet sind Indien und Japan.

    Ich habe Meditation immer als buddhistische Praxis wahrgenommen.

    Ungefähr so wie das Beten im Christentum.

    Es gibt denke ich keinen praktizierenden Christen der nicht betet.

    Hier lese ich aber das viele aufgehört haben mit dem meditieren ,oder damit nicht klar kamen.

    Ich rede vom Zazen. Natürlich gibt es auch andere Meditationsformen.

    Ist die buddhistische Praxis nicht zwangsläufig verknüpft mit der Meditation?

    Wie das Beten der Christen ?

    Yoga ist zum Beispiel Meditation in Bewegung.

    Ich hätte früher Yoga nicht als Buddhistisch betrachtet.

    Da aber Alle Ihren Ursprung in Indien finden, ist es vielleicht doch eine Buddhistische Praxis ?

    Zazen ist nicht für jeden Geeignet, dass weiß ich mittlerweile.

    Das studieren Buddhas Lehre ist natürlich großer Bestandteil der buddhistischen Praxis.

    Sowie das lesen der Bibel als Christ.

    Aber ohne beten würde das Herz der Christlichen Praxis fehlen.

    Was für buddhistische Praktiken gibt es den außer Zazen für praktizierende Buddhisten ?

    Alles anzeigen

    Meditation ist eine Übung die insbesondere in der westlichen Adaption des Buddhismus sehr populär geworden ist. Weite Teile traditioneller buddhisten meditieren nicht, rezitieren Mantras, nehmen an Ritualen Teil, es gibt auch Praktiken die Gebeten ähneln.


    für mich aber zentral für den Buddhismus ist die Einsicht dass das Leben leidvoll ist und dass die Ursachen der leidvollen Erfahrungen nicht die offensichtlichen sind, man das Leid aber an der Wurzel packen kann wenn man erkennt dass Gier, anhaftung, etc die Quelle sind.


    Oder um es mit den Buddha Worten su sagen (AN 8.6)

    Zitat

    Daher halten Gewinn und Verlust, Ruhm und Schande, Tadel und Lob, Glück und Schmerz seinen Geist nicht gefangen. Weder bevorzugt er Gewinn, noch weist er Verlust zurück. Weder bevorzugt er Ruhm, noch weist er Schande zurück. Weder bevorzugt er Lob, noch weist er Tadel zurück. Weder bevorzugt er Glück, noch weist er Schmerz zurück. Da er Bevorzugen und Zurückweisen aufgegeben hat, ist er befreit von Wiedergeburt, von Alter und Tod, von Kummer, Klage, Schmerz, Traurigkeit und Bedrängnis. Er ist befreit vom Leiden, sage ich. Das ist der Unterschied zwischen einem gebildeten edlen Schüler und einem ungebildeten gewöhnlichen Menschen.

    Zitat

    Gewinn und Verlust, Ruhm und Schande, Tadel und Lob, Glück und Schmerz: Diese Dinge sind unbeständig unter Menschen, sind zeitlich und müssen zugrunde gehen.

    Ein verständiger und achtsamer Mensch erkennt diese Dinge und sieht, dass sie zugrunde gehen müssen. Erwünschte Dinge erregen seinen Geist nicht, noch wehrt er unerwünschte ab.

    Bevorzugen und Zurückweisen sind beseitigt und vergangen, sie sind nicht mehr. Er kennt den unbefleckten Zustand, wo kein Kummer herrscht, er versteht richtig und ist über die Wiedergeburt hinausgegangen.“

    bevor der Buddha solche Ansichten hatte war er fortgeschrittener meditator bei angesehenen meditationslehrern in die Schule gegangen. Aber erst die Einsicht hat ihn befreit.


    Die Meditation ist also garnicht alleiniger Weg zur Befreiung sondern es gehört Einsicht dazu.

    Ich meditiere derzeit nicht profitiere aber von vielen buddhistischen Einsichten die es mir helfen leidvolle Empfindungen zu reduzieren.


    Würde ich nur meditieren wüsste ich nicht ob ich weniger leidvoll empfinden würde.


    Würde ich meditieren und Einsicht üben dann - wer weiß - wäre ich vielleicht noch weiter auf dem buddhistischen Pfad.


    Für mich ist dieser Pfad aber auch kein Wettrennen.

  • Matthie
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    • 16. April 2026 um 14:40
    • #10

    Danke für die Antworten.

    Das ist schon überraschend für mich.

    Meine ersten Erfahrungen mit Meditation sind 30 Jahre her.

    Damals war das Tao Te King von Laotse mein liebster Wegbegleiter.

    In den Versen wurde aber schnell klar, dass man Sie mit dem Verstand nur schwer erfassen kann.

    Über Kampfsport bin ich dann zum Zen gekommen.

    Die Koan Schule funktioniert ja auch eher über das meditieren über eine Koan.

    Ich habe das aber eher abgelehnt und mich eher zur Soto Schule hingezogen gefühlt.

    Den Atem freilassen wie Qualia sagt finde ich durchaus auch hilfreich.

    Trotzdem können Atemübungen wie z.B

    4 Schläge Einatmen

    6 Schläge Luft Anhalten

    8 Schläge Ausatmen

    Nachweislich das limbische System beruhigen und warum dieses Wissen nicht nutzen.

    Ich muss mir noch mehr Überblick über die buddhistischen Richtungen und deren Traditionen und Rituale verschaffen.

    Dann wird es hoffentlich klarer …

  • Samadhi1876
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    • 16. April 2026 um 15:25
    • #11
    Matthie:

    Trotzdem können Atemübungen wie z.B

    4 Schläge Einatmen

    6 Schläge Luft Anhalten

    8 Schläge Ausatmen

    Nachweislich das limbische System beruhigen und warum dieses Wissen nicht nutzen.

    Ja, das kann sehr gut das autonome Nervensystem beruhigen…


    In Sekidas Buch „Zen Training“ wird auch näher auf Atemtechnik und Kensho eingegangen und fand ich persönlich sehr hilfreich neben dem Buch „Anfängergeist“ von Suzuki.

  • Aravind
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    • 17. April 2026 um 01:42
    • #12
    Matthie:

    Nachweislich das limbische System beruhigen und warum dieses Wissen nicht nutzen.

    Hm, weil es, wie hier schon mehrfach gesagt wurde, nicht darum geht, irgendwas zu beruhigen. Sondern um Beobachtung und Einsicht. Und zwar in das, was gerade da ist. Ungeschminkt.


    Das Ana Pana Sati-Sutra wurde als Beispiel ja schon zitiert:

    "1. Bei langem Einatmen weiß ich: »Ich atme lang ein.« Bei langem Ausatmen weiß ich: »Ich atme lang aus.«

    2. Bei kurzem Einatmen weiß ich: »Ich atme kurz ein.« Bei kurzem Ausatmen weiß ich: »Ich atme kurz aus.«"


    Da wird nichts beruhigt, sondern so beobachtet, wie es ist.


    Warum reite ich darauf rum? Weil der Verzicht darauf, ein Ziel auf einen Zustand zu verfolgen, ein wichtiges Eingangstor für Erkenntnis sind, wie sinngemäß auch schon Monikamarie und Qualia angemerkt haben.


    Es ist ein Unterschied, ob man sich hinsetzt und denkt: "Jetzt beruhige ich mich erst mal", oder ob man so heran geht: "Mal sehen, was ich heute spannendes über meinen Atem/meine Gedanken/meine Empfindungen heraus finde."

    pano:

    Die Meditation ist also garnicht alleiniger Weg zur Befreiung sondern es gehört Einsicht dazu.

    Der Gegensatz kommt mir gerade etwas konstruiert vor. Vipassana Bhavana bedeutet doch gerade "Einsichtsmeditation". Auch wenn ich die Übersetzung "Übung" für Bhavana deutlich sinnvoller halte als den westlichen Begriff "Meditation".


    Liebe Grüße,

    Aravind.

  • Matthie
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    • 17. April 2026 um 06:33
    • #13
    Aravind:

    Hm, weil es, wie hier schon mehrfach gesagt wurde, nicht darum geht, irgendwas zu beruhigen. Sondern um Beobachtung und Einsicht. Und zwar in das, was gerade da ist. Ungeschminkt.

    Mit einem Wissen nutzen, ich glaube es kommt aus dem Yoga meinte ich für mich in Stresssituationen .

    Auch Ängsten.

    Ich bin gar kein Freund der Atemkontrolle.

    Aber nehme ich mal an ich leide an leichten Ängsten, ausgelöst durch Veränderung, emotionale Auseinandersetzungen oder andere Dinge.

    Dann nutze ich dieses Wissen durchaus.

    Manchmal muss man sich bewusst beruhigen um wieder klar denken zu können.

    Natürlich Wichtig: Ich rede hier nicht von pathologischen Symptomen.

    Hier wäre alles andere als eine professionelle Begleitung fehl am Platz.

    Aber jeder Mensch hat Situationen die einen an die Grenze bringen können.

    Das darf man auch genauso wahrnehmen wie es eben ist.

    Und Hilfe von außen oder Sebsthilfe.

    Zum Beispiel Entspannungstechniken sind sinnvoll und gehen nicht am Weg vorbei.

  • pano
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    • 17. April 2026 um 07:49
    • #14
    Aravind:

    Der Gegensatz kommt mir gerade etwas konstruiert vor. Vipassana Bhavana bedeutet doch gerade "Einsichtsmeditation". Auch wenn ich die Übersetzung "Übung" für Bhavana deutlich sinnvoller halte als den westlichen Begriff "Meditation

    Ich habe da nicht ganz glücklich formuliert. „Meditation ohne Einsicht ist nicht der Weg zur Befreiung“ ist was ich ausdrücken wollte. So wie der Buddha als Samatha übender ohne Einsicht noch nicht erwacht war.


    Meditation ist kein präziser Begriff, Übung von X ist besser.

  • JoJu91
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    • 17. April 2026 um 08:03
    • #15
    Matthie:

    Ist die buddhistische Praxis nicht zwangsläufig verknüpft mit der Meditation?

    Für mich persönlich ja.


    Einer meiner Mentoren sagte oft "Mit dem Verstand begreift Du es nicht ...".


    Der Verstand ist ein guter Diener, aber auch ein raffinierter Verführer, Tyrann und Zauberkünstler.


    Der Mensch hat Zugang zu Bewusstseinsebenen oberhalb des Verstandes.

    Im Zen manchmal "Hishiryo-Bewusstsein" genannt, im Theravada die Jhanas.

    Dieses Bewusstsein ist wesentlich intelligenter als der Verstand.

    Denken ohne zu Denken, oder "Denken ohne Nachzudenken", wie Qualia kürzlich formulierte.

    Beobachter der eigenen Gedanken (und Emotionen) zu werden, also das "Betrachter-Bewusstsein" entwickeln, ist der Anfang.


    :zen:

  • Qualia
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    • 17. April 2026 um 08:27
    • #16
    Matthie:
    Aravind:

    Hm, weil es, wie hier schon mehrfach gesagt wurde, nicht darum geht, irgendwas zu beruhigen. Sondern um Beobachtung und Einsicht. Und zwar in das, was gerade da ist. Ungeschminkt.

    Mit einem Wissen nutzen, ich glaube es kommt aus dem Yoga meinte ich für mich in Stresssituationen .

    Auch Ängsten.

    Ich bin gar kein Freund der Atemkontrolle.

    Aber nehme ich mal an ich leide an leichten Ängsten, ausgelöst durch Veränderung, emotionale Auseinandersetzungen oder andere Dinge.

    Dann nutze ich dieses Wissen durchaus.

    Manchmal muss man sich bewusst beruhigen um wieder klar denken zu können.

    Natürlich Wichtig: Ich rede hier nicht von pathologischen Symptomen.

    Hier wäre alles andere als eine professionelle Begleitung fehl am Platz.

    Aber jeder Mensch hat Situationen die einen an die Grenze bringen können.

    Das darf man auch genauso wahrnehmen wie es eben ist.

    Und Hilfe von außen oder Sebsthilfe.

    Zum Beispiel Entspannungstechniken sind sinnvoll und gehen nicht am Weg vorbei.

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    Ich habe Meditation angewendet, um vom Gedankenkreislauf frei zu werden. Dabei entsteht das, was andere Beruhigung nennen, ohne dass ich das als Ziel hatte.

    Mich mit Meditation zu beruhigen, scheitert immer scohn weil meine Beunruhigung durch meine ängstlichen Gedankenläufe ausgelöst wurde und das Meditieren zur Beruhigung unmöglich machte. Einfach hinsetzen und genau betrachten, was in diesem Hirn los ist, hilft.


    Inhalt anzeigen

    rupa = der Körper kann überhaupt nicht denken, er nimmt nur Unwohlsein wahr.

    nama = Das Wahrnehmende des Unwohlseins kann erst entscheiden, was der Körper tun muss, um dieses zu beenden.


    Das Geistige, das durch das Erscheinen von rupa-nama bedingt erscheint, kann sich Gedanken machen um die Folgen einer Tat gegen das Unwohlsein, und damit verfängt es sich in Bedenken, Ängsten und Konsequenzen. Das steigert das Unwohlsein in das Verlangen, Ablehnung, Ignorieren des Realen zugunsten der Vorstellung des Ich bin.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

    2 Mal editiert, zuletzt von Qualia (17. April 2026 um 08:40)

  • Samadhi1876
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    • 17. April 2026 um 09:50
    • #17

    Za Zen hat verschiedene Aspekte:


    Das Atmen „rauf und runter“ zwischen Kopf und Hara regelt auch wieder den Energiefluss, die Lebensenergie Ki an sich. Und verlagert den Schwerpunkt wieder mehr aus dem Kopf in die Körpermitte.


    Längere Phasen der Meditation, des stillen Sitzens, entwickeln Joriki, Konzentration auf das Hier und Jetzt, die man nach dem Aufstehen auch in den Alltag mit hinein nimmt.


    Neben dem Effekt möglicherweise zu „Erwachen“…


    Ist anscheinend auch im Zusammenhang mit Kampfsport damals entstanden (Bodhidharma), wo Konzentration auf das Hier und Jetzt allein wichtig sind , Bewertungen des Gegners (unterscheidender Geist) eher hinderlich sind, und man sich stattdessen mehr auf seine Intuition und ursprünglich reinen Geist beim Handeln verlässt.

  • Qualia
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    • 17. April 2026 um 10:12
    • #18

    Der unterscheidende Geist macht uns zu Menschen. Zu Personen macht uns der durch Benennungen, Bewertungen unterscheidende Geist und nur dieser lenkt von hier und jetzt ab. Dieser Geist führt in einer Kampfsituation schnell zum eigenen Tod. Bestenfalls nur zum Tod seiner eigenen Meinungen.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Samadhi1876
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    • 17. April 2026 um 11:42
    • #19

    Beispiel „Kampfkunst“ AiKiDo („Meditation in Bewegung“)

    Kurze Zusammenfassung mit AI:


    Aikido ist eine moderne, japanische Kampfkunst, die auf Verteidigung, Harmonie und Konfliktlösung ohne Gewalt ausgelegt ist. Der Begründer Morihei Ueshiba (1883-1969) entwickelte sie, um Angriffe durch Ausweichen, Würfe und Hebeltechniken zu neutralisieren, anstatt Kraft gegen Kraft zu wenden. Es wird oft als "Meditation in Bewegung" beschrieben.


    Hier sind die wichtigsten Aspekte des Aikido:

    • Kein Wettkampf: Es gibt keine Turniere oder Sieger, der Fokus liegt auf der Entwicklung von Technik, Harmonie und Koordination.
    • Prinzipien:

      Aikido (合気道) übersetzt sich als „Weg zur Harmonie der Kräfte“ (Ai=Harmonie, Ki=Energie, Do=Weg). Die eigene Kraft wird mit der Energie des Gegners vereint, um diesen zu kontrollieren, ohne ihn zu verletzen.

      • Techniken: Das Training besteht primär aus Partnerübungen (Wurf- und Haltetechniken) und intensiver Fallschule.
      • Selbstverteidigung: Es ist eine effektive Selbstverteidigung, die unabhängig von Größe und Gewicht ausgeübt werden kann.
      • Philosophie: Aikido wird oft als "Friedenskunst" bezeichnet, da es darauf abzielt, die feindselige Absicht des Angreifers zu brechen.

    Aikido ist für Menschen jeden Alters geeignet und verbindet körperliche Fitness mit geistiger Ruhe.

  • Matthie
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    • 18. April 2026 um 10:15
    • #20

    Da gibt es tatsächlich eine interessante Parallele.


    Japanische Kampfkünste wie Aikido,Karatedo,Judo,Taekwando… haben ja schon in Ihrem Namen (das Do ) einen Hinweis darauf das Sie ein Stückweit dem Zen zugehören.


    Wenn man ( sehr stark vereinfacht ) den Ursprung der japanischen Kampfkünste zurückverfolgt ,landet man schnell in China.

    Viele Elemente des Shaolin KungFu finden sich noch heute in den jap.Kampfsportarten.

    Geht man noch weiter zurück, landet man in Indien.

    Letztendlich beim Yoga als wahrscheinlich die älteste Bewegungsschule. ( Ich weiß natürlich auch geistige Schule 😉).


    Der Weg des Zen startet in Indien beim Buddhismus . In China traf er soweit ich weiß

    ( unter anderem)auf den Konfuzionismus und landete in Japan wo sich eine der starken Zen Linien heute befindet.


    Siddhartas Verwandlung zum Buddha gilt ja als Ursprung des Buddhismus.

    Aber Siddharta hat die Praktiken der Meditation nicht erfunden.

    Er bediente sich des alten Yogischen Wissen.


    Für mich ist das eine sehr interessante Parallele.

    Der Ursprung befindet sich in Indien.

    Leider bin ich weder Historiker noch Religionswissenschaftler und kann es somit nur sehr grob beschreiben und schon gar nicht belegen … 🙈

  • Aravind
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    • 19. April 2026 um 10:19
    • #21
    Matthie:

    Zum Beispiel Entspannungstechniken sind sinnvoll und gehen nicht am Weg vorbei.

    Es ist nichts falsch an Entspannungstechniken, es ist nur nicht der Weg.


    Solche Atemübungen verhalten sich zu buddhistischer Praxis wie Entspannungsübungen zu Psychotherapie. Bei ersterem geht es um momentane Erleichterung, bei zweitem geht es ans Eingemachte.


    Liebe Grüße,

    Aravind.

  • Mahasi
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    • 19. April 2026 um 11:20
    • #22
    Aravind:
    Matthie:

    Nachweislich das limbische System beruhigen und warum dieses Wissen nicht nutzen.

    Hm, weil es, wie hier schon mehrfach gesagt wurde, nicht darum geht, irgendwas zu beruhigen. Sondern um Beobachtung und Einsicht. Und zwar in das, was gerade da ist. Ungeschminkt.


    Das Ana Pana Sati-Sutra wurde als Beispiel ja schon zitiert:

    "1. Bei langem Einatmen weiß ich: »Ich atme lang ein.« Bei langem Ausatmen weiß ich: »Ich atme lang aus.«

    2. Bei kurzem Einatmen weiß ich: »Ich atme kurz ein.« Bei kurzem Ausatmen weiß ich: »Ich atme kurz aus.«"


    Da wird nichts beruhigt, sondern so beobachtet, wie es ist...

    Alles anzeigen


    Aber gerade im Ānāpānassatisutta geht es doch weiter mit:

    Zitat

    - Er schult sich: ‚Ich werde beim Einatmen den körperlichen Vorgang stillen.‘ Er schult sich: ‚Ich werde beim Ausatmen den körperlichen Vorgang stillen.‘ (Sabbamitta)


    - Er übt sich so: ,Ich werde einatmen und dabei die Gestaltung des Körpers beruhigen‘; er übt sich so: ,Ich werde ausatmen und dabei die Gestaltung des Körpers beruhigen.‘ (Mettiko)


    Wie das zu interpretieren ist, ist sicherlich diskussionswürdig.

  • Aravind
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    • 19. April 2026 um 16:42
    • #23
    Mahasi:

    Wie das zu interpretieren ist, ist sicherlich diskussionswürdig.

    Dankeschön. Das sicher. Es kommt eben nach der neutralen Beobachtung.


    Und auch in diesem Kontext geht es ja mit der offenen Beobachtung weiter (Abschnitte über Vertiefung der Achtsamkeit):

    Zitat

    bei jener Gelegenheit verweilt ein Bhikkhu, indem er X als ein X betrachtet, eifrig, völlig achtsam und wissensklar, nachdem er Habgier und Trauer gegenüber der Welt beseitigt hat.

    X sind dabei verschiedene Atemempfindungen, Körper, Herz usw.


    Tatsächlich sehe ich in diesem Teil eine "Vermischung" von Ana pana sati und Vipassana-Übung.


    Liebe Grüße,

    Aravind.

  • Qualia
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    • 19. April 2026 um 16:53
    • #24

    Ich sehe das diese Vermischung (Anapanasati und Vipassana) ein Verwässern ist. Denn den Atem nur betrachten ist kein Nachdenken über oder Beobachten des Atems. Der Atem ist als rein körperlich zu betrachten, nur dann kehrt er in den Atem zurück, aber nur solange er betrachtet wird. Wird er beobachtet, erscheint sofort der Versuch, den Atem zu beruhigen, was ihn durcheinanderbringt.


    Zitat

    nachdem er Habgier und Trauer gegenüber der Welt beseitigt hat.

    Das ist das Wichtige, erst dann ist Anapanasati möglich. Ich würde meinen, Vipassana löst Habgier und Trauer gegenüber der Welt auf, um betrachten zu können.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • void
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    • 19. April 2026 um 21:27
    • #25
    Matthie:

    Ist die buddhistische Praxis nicht zwangsläufig verknüpft mit der Meditation?

    Wie das Beten der Christen ?

    Der Weg zur Befreiung ist der edle achtfache Pfad:

    1. Rechte Ansicht:
    2. Rechte Gesinnung:
    3. Rechte Rede:
    4. Rechtes Handeln:
    5. Rechter Lebenserwerb:
    6. Rechte Anstrengung:
    7. Rechte Achtsamkeit:
    8. Rechte Sammlung


    Und da ist es ja der letzte Punkt "Rechte Sammlung" die mit Meditation assoziiert wird. Aber es ist halt nur ein Punkt von 8.


    Sammlung lässt sich unterschiedlich erreichen. Sicher durch formale Meditation, aber eben auch durch andere achtsame Tätigkeiten. Aber umgekehrt muß "Sammlung" nicht per se "recht" sein. Ein fokussierter Geist ist nicht nur für Extremsportler hilfreich, sondern auch für Krieger oder Manager. Die Idee Meditation sei per se heilsam oder buddhistisch ist ein Mythos

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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