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  1. Buddhaland Forum
  2. Buddhismus
  3. Allgemeines zum Buddhismus

Buddhistische Werte vs. AfD

  • KarmaHausmeister
  • 30. November 2025 um 11:33
  • Geschlossen
  • Zum letzten Beitrag
  • Thorsten Hallscheidt
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    • 1. Dezember 2025 um 19:37
    • #26
    Michael Haardt:

    Aristoteles sah Demokratie, also die zu wählen, die am Beliebtesten sind, als durchaus problematisch an

    Das ist ja nicht das Wesen der Demokratie. Ich wähle die Partei, von der ich glaube, dass sie meine Interessen, Ziele und Bedürfnisse berücksichtigt. Das klappt allerdings immer weniger, denn im globalen Kontext gibt es viel mehr Bedingungen als Spielräume für Richtungsentscheidungen, sodass sich Parteiprogramme immer seltener in reale Politik umwandeln lassen. Zudem sind die Zusammenhänge so komplex geworden, dass kleine Änderungen, zum Beispiel eines Gesetzes, weitreichende und kaum zu überblickende Auswirkungen haben. Das Wort von der Alternativlosigkeit der Politik ist leider zutreffender, als manche Leute wahrhaben wollen, die sich nach einer Alternative (für Deutschland) sehnen. Das ist kein Versagen der Politik – oder nicht nur –, sondern auch Zeichen einer strukturellen Schieflage globalen Niveaus. Merz führt die Politik von Scholz fort, nicht aus politischer Nähe, sondern aus Mangel an Optionen. Die AfD betreibt Augenwischerei, wenn sie behauptet, sie hätte Alternativen zu bieten.

    Das ist denn doch nur der Abendwind, der heute mit ordentlich verständlichen Worten flüstert.

  • Samadhi1876
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    Buddh. Richtung
    • 1. Dezember 2025 um 21:15
    • #27

    Manche Menschen
    Empfinden nichts


    Wenn Gefangene Menschen dursten

    Und den Morgentau von den Gräsern lecken

  • void
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    Buddh. Richtung
    Zen
    • 1. Dezember 2025 um 21:20
    • #28
    Michael Haardt:

    .


    Wir sehen eine der letzten Phasen einer Kultur. Ich finde es hier ganz gut zusammengefasst:


    https://blog.adw.org/2016/10/eight-…-civilizations/

    Das ist aber schon ein seltsamer Text. Der Autor ist einer dieser ganz konservativen Christen die für die lateinische Messe eintreten - und auf was er hinaus will ist das Imperien kommen und gehen aber das Christentum eine ewige Wahrheit ist. Die Idee von acht Stadien der Zivilisation hat er von Ted Flynn dessen neuester Buchtitel "The Great Reset – The Globalist Plan vs. Heaven’s Victory.” noch seltsamer klingt. Und die Idee von den acht Stadien hat er angeblich von Alexander Tyler ( 1774-1813) vor mehr 200 Jahren. Aber in Wirklichkeit ist das Zitat wie Demokratie in Despotismus umschlägt, wohl erst seit dem Jahr 2000 in Umlauf, was ihm viel an prophetischer Wucht nimmt:

    Snopes:

    „Eine Demokratie ist immer nur vorübergehender Natur; sie kann einfach nicht als dauerhafte Regierungsform existieren. Eine Demokratie wird so lange bestehen bleiben, bis die Wähler entdecken, dass sie sich großzügige Geschenke aus der Staatskasse wählen können. Von diesem Moment an wählt die Mehrheit immer die Kandidaten, die die meisten Vorteile aus der Staatskasse versprechen, was dazu führt, dass jede Demokratie schließlich aufgrund einer lockeren Finanzpolitik zusammenbricht, worauf immer eine Diktatur folgt.“


    „Das Durchschnittsalter der größten Zivilisationen der Welt seit Beginn der Geschichte beträgt etwa 200 Jahre. Während dieser 200 Jahre durchliefen diese Nationen stets die folgende Abfolge:


    Von der Knechtschaft zum spirituellen Glauben; vom spirituellen Glauben zu großem Mut; vom Mut zur Freiheit; von der Freiheit zum Überfluss; vom Überfluss zur Selbstzufriedenheit; von der Selbstzufriedenheit zur Apathie; von der Apathie zur Abhängigkeit; von der Abhängigkeit zurück in die Knechtschaft.“

    Auch wenn Tyler ein Feind der Demokratie war, ist das Zitat nicht von ihm.


    Es handelt sich um sehr reaktionäres Gedankengut und ich vermute mal, dass der Grossteil der AFD demoktratischere Positionen vertritt.


    Die Idee des "Tyler-Zyklus" , nach dem alle. großen Zivilisationen ein Durchschnittsalter von 200 Jahren haben, ist doch auch voll komisch. Erklär da mal einen Chinesen. Und dass seine Zivilisation wegen zu viel Demokratie nicht alt wurde.

  • Michael Haardt
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    Buddh. Richtung
    • 1. Dezember 2025 um 22:44
    • #29

    Ja, das war nicht die beste Quelle. Ich weiß nicht mehr, wo ich das mit den Phasen eigentlich gelesen hatte.


    China fällt in der Tat in diversen Modellen raus. Aber es geht ja um westliche Länder und da kann man die Phasen schon erkennen.


    Darum sagte ich, die Sache wird fassbarer, wenn man sich an wirtschaftliche Metriken hält, sofern man mit Zahlen denken kann. Viele Leute haben die Inflationsphase mit den 70er Jahren verglichen, weil sich daran noch genug Leute erinnern und speziell in Europa auch eine Energiekrise herrschte. Fiskalisch ist das aber gar nicht vergleichbar. Damals war die Inflation nachfragegetrieben und nicht durch Angebotsknappheit, wie in der Pandemie. Entsprechend war klar, dass Zinsen jetzt kein hilfreiches Steuerinstrument wären, aber es gibt für die Zentralbanken sonst keins. Die fiskalische Dominanz ungeheurer Schulden hatten wir zuletzt in den 40er Jahren durch die Rüstungsorientierung. Wir erleben jetzt nicht die 40er wieder, aber wirtschaftlich gibt es Ähnlichkeiten und gesellschaftlich deswegen auch, wenn man sich die Feindlichkeit gegenüber beliebigen Minderheiten anschaut.


    Ein großer Unterschied ist natürlich, dass der Kipppunkt der Demographie in der Pandemie passierte und damit unbemerkt.


    Ich will nicht verschweigen, dass es die Hoffnung gibt, durch eine neue tief ausbeutbare Resource nochmal einen Wachstumsschub zu bekommen. Die Besiedelung der USA war der vorletzte Schub, der Letzte dann Öl, und jetzt liegt die Hoffnung auf AI. Mit viel Wachstum steigt das BIP und bietet einen Gegenwert zur Geldmenge. Und wir haben wieder Zeit gewonnen. Aber bisher sieht es nicht toll aus. Ein großer Teil der Firmen, die sagt wegen AI Mitarbeiter zu entlassen, stellt billiger Ausländer ein oder macht gleich Outsourcing ins Ausland. Darum sinken die Gehälter und darum steigen die Gewinne, und nicht wegen AI. Die Gretchenfrage: Bricht nicht alles zusammen, wenn die Verbraucher flächendeckend ausfallen. Nein. In den USA werden 80% der Verbraucherumsätze von den wohlhabendsten 20% geleistet. Entsprechend braucht man eine rigide Kontrolle, damit die 80% nicht auf dumme Gedanken kommen, wenn sie weiter verarmen. Genau das sieht man dort in den Nachrichten.


    Vor mehr als 30 Jahren hatte Vietnam nach OECD Richtlinien > 95% Armut. Jetzt sind es < 5%. Da begreift kein Mensch die Weltuntergangsstimmung hier. Ich möchte den Bau von Stuttgart 21 oder dem Berliner Flughafen mit dem Bau von Ciudad Cayalá in Guatemala vergleichen. Revolutionäre Idee, geplant, gemacht, und ist eine sagenhafte Stadt, deren Einnahmen dem Staat erheblich helfen und viele Arbeitsplätze bedeuten. Leider zu teuer für mich. Vor etlichen Jahren hat das goldene Visum für Panama 5000 USD gekostet. Jetzt 500.000 USD, weil es so beliebt ist. Die Staatsbürgerschaften diverser Karibikstaaten werden jedes Jahr teurer. Zugleich gibt es steigende Migrationsströme von Menschen, die das auch alles sehen. Ich glaube, letztes Jahr oder so haben mehr Millionäre UK verlassen, als China verließen. Es verlassen netto mehr gebürtige Deutsche das Land als je zuvor in der BRD. Hat bei uns irgendwie Tradition.


    Das ist meine kurze Antwort darauf, was man als Buddha zugewandter Mensch zur AfD sagen kann, warum es sie gibt, und warum sie Zuspruch findet. Die Gegenwart ist die Folge der Vergangenheit, nicht vom Himmel gefallen, und folgt sachlichen Entwicklungen. Vermutlich sagt irgendwer jetzt bedingtes Entstehen. Das geht solange, bis wir vor einer Wand stehen, und aktuell ist die Politik der Ansicht, wir müssten nur schneller laufen.

  • Samadhi1876
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    Buddh. Richtung
    • 2. Dezember 2025 um 02:16
    • #30
    Michael Haardt:

    Ich will nicht verschweigen, dass es die Hoffnung gibt, durch eine neue tief ausbeutbare Resource nochmal einen Wachstumsschub zu bekommen.

    Die Ressourcen der Erde (wichtige Rohstoffe) gehen langsam zur Neige. Egal was: Wachstum ist immer irgendwie natürlich begrenzt.


    Aktuell wird versucht möglichst schnell irgendwie viel Geld zu machen. Sieht man fast in allen Bereichen des Lebens. Auch dem Sport.


    Wenn ich eine Partei wähle, kann ich meist nur das kleinere Übel wählen. Wobei ich vorher nicht mal genau weiss, was nach der Wahl aus den „Versprechen“ wird. Und ob die anderen Wähler „genauso schlau sind wie ich“ (s.a Demokratie).


    Gefühlt „dreht sich heute alles viel schneller“. Bedingt vor Allem durch die Technologien denke ich mal.

    Viele Menschen wollen möglichst lange leben.


    Usw.


    Aber irgendwie wird das mehr ignoriert.

    Auch nach dem Motto: jeder denkt zuerst an sich.

    Hat also auch viel mit Gier zu tun.

    Und Angst etwas zu verlieren (oder weniger als der andere zu haben).


    Womit wir wieder bei Buddhas genannten Ursachen für Leiden wären:


    Angst, Begehren und Unwissenheit.


    Und das ist nun mal etwas, womit der Sapiens so seine Probleme hat.

    Manche Arten sterben früher oder später aus.


    Aus verschiedensten Gründen:

    Die Dinosaurier ja angeblich auf Grund einer Naturkatastrophe.


    Das Klima war auch schon mal ganz anders.
    Ohne den Menschen.


    Aber der Mensch hat halt (noch) grossen Einfluss auf die Natur.


    Am meisten tut es mir für die Kinder bzw. jüngeren Menschen Leid.

    Bzw. die noch geboren werden.


    Die Reichen schicken ihre Kinder bereits auf Internate.

    Haben sich „eine Insel gekauft“.

    Für die nächsten Jahre nur besser abgesichert.


    Falls nicht auch ein Waldbrand wie in Kalifornien auch sie unerwartet trifft.


    Vor etwas mehr als 80 Jahren sah es auf der Welt für viele sehr schlimm aus. Es gab auch immer abwechselnde Phasen:


    Friedvollere, weniger Friedvollere.


    Mögen alle Menschen Frieden finden

    Mit sich selbst

    Miteinander

    2 Mal editiert, zuletzt von Samadhi1876 (2. Dezember 2025 um 02:53)

  • Qualia
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    • 2. Dezember 2025 um 08:43
    • #31

    Als die Grünen in den Bundestag einzogen, habe ich sie gewählt. Weil ich überzeugt war, dass Umweltschutz zu Gesetzen führen muss.


    Ich habe sie nie wieder gewählt. Werde sie wiederwählen, wenn sie sich wieder Umweltschutz, Umweltsicherheit und Anpassung an den Klimawandel auf die Fahnen schreiben. Die Grünen haben maßgeblich dafür gesorgt, dass Umweltschutz und Umweltreparatur vollkommen untergegangen sind. Es ging der Partei um Zukunftsangst, nicht um Gegenwartsbewältigung. Bei den anderen Parteien war ich das gewohnt.

    Darauf hatte ich gehofft, dass die Grünen für die Gegenwart Umweltschutz, Umweltsicherheit und Umweltreparatur befeuern. Nicht die Industrie zerstören und die Lebensweisen der Menschen ins Verbrennungsmotorenfreie Mittelalter bringen wollen.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Aravind
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    • 2. Dezember 2025 um 16:52
    • #32
    mukti:

    Da mag sich die Frage stellen, ob das wirklich ein sehr guter Buddhist ist.

    IMHO: Die Frage vorher ist doch: Was um Maras Willen sollte ein "guter Buddhist" sein?


    Liebe Grüße, Aravind.

  • mukti
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    • 2. Dezember 2025 um 17:06
    • #33
    Aravind:
    mukti:

    Da mag sich die Frage stellen, ob das wirklich ein sehr guter Buddhist ist.

    IMHO: Die Frage vorher ist doch: Was um Maras Willen sollte ein "guter Buddhist" sein?


    Liebe Grüße, Aravind.

    Um Buddhas Willen ist das jemand, "der mit unbeirrbarer Klarheit dem Erwachten, der Lehre, der Jüngerschaft und den Tugenden nachfolgt".

    S.55

    Mit Metta, mukti.


  • void
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    • 2. Dezember 2025 um 17:31
    • #34
    mukti:

    Um Buddhas Willen ist das jemand, "der mit unbeirrbarer Klarheit dem Erwachten, der Lehre, der Jüngerschaft und den Tugenden nachfolgt".

    S.55

    Ich sehe es so, dass Buddhismus nicht mit Gier und Hass kompatibel ist. Aber vielleicht mit Unwissenheit im Bezug auf Dinge die nichts mit Buddhismus zu tun haben. Ein Buddhist kann genauso gut glauben dass die Erde rund ist wie das sie flach ist. Und genauso gut dass eine Gesellschaft dann prosperiert, wenn alle mitreden wie das eine Gesellschaft einen König oder starken Mann braucht. Buddhismus hilft ja nur gegen ganz bestimmte Arten des Unwissens.


    Gerade in vielen der sehr unsicheren Gesellschaften der Vergangenheit wünschten sich ja die Leute Sicherheit und Stabilität - dass es kein Räuber und Wegelager gibt, dass Bauern ackern und Händler verkaufen können und für diese Stabilität waren die bereit viel an Ungerechtigkeit und Unfreiheit zuzulassen, an Unterdrückung und engen Rollen. Hauptsache alles ist stabil und man bleibt von Krieg, Bürgerkrieg, Aufständen, Hunger und Seuchen bewahrt. Der Buddhismus war die neuste Zeit williger Teil solcher Gesellschaften.


    Während man jetzt ja viel an Sicherheit und Stabilität als gegeben setzt und von daher viel höhere Messlatte an Menschenwürde, Demokratie und Zumutbarkeit hat. Aber immer wenn dies alles zusammenbericht oder man nur das Gefühl tiefer Bedrohung hat - dann fallen auch die Leute zurück und wünschen sich wieder vor allem Stabilität und Sicherheit und opfern dafür vieles andere.


    Ich glaube viele AfD Anhänger fühlen sich zutiefst bedroht und aus dieser wahrgenommen Bedrohung erwächst die Bereitschaft zu opfern. Meistens eher andere Leute.

  • Bebop
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    Buddh. Richtung
    Chan
    • 2. Dezember 2025 um 18:04
    • #35

    Ich werde diese Beiträge gnadenlos sezieren. Es geht hier darum, eine bestimmte politische Meinung mittels Buddhismus zu stützen, nicht um einen tatsächlichen Abgleich dessen, was passiert ist.


    Zitat

    all das, was im Buddhismus grundlegend ist – wird von der AfD regelmäßig mit Füßen getreten.

    Das herausragende Ereignis bei dieser Gründungsveranstaltung war die Gewalt von Linken. 50 verletzte Polizisten, Blockaden von Rettungswegen etc. Regelmäßig wird also von Linksextremen buddhistische Ethik (oder Polizisten usw.) mit Füßen getreten. In der Rhetorik von KarmaHausmeister findet bereits eine Verschiebung der tatsächlichen Ereignisse dort statt.


    Zitat

    Wer in Not ist, wird zur Bedrohung erklärt.

    Zur Bedrohung erklärt werden Gewalttäter, nicht diejenigen, die von ihnen in Not gebracht werden.

    Zitat

    Die AfD lebt davon, Angst zu produzieren. Sie funktioniert nur, wenn Menschen sich bedroht fühlen

    Im Gegenteil will die AfD Angst vor Russland nehmen. Hingegen haben die regierenden Parteien während Corona massiv Angst geschürt, Frau Merkel ist auf die Panik nach Fukushima aufgesprungen usw. Es ist nicht zu erkennen, dass andere Parteien weniger mit Angst arbeiten, sie haben sogar perfide die Unwissenheit der Bevölkerung (etwa zu Viren, der Sicherheit von Atomkraftwerken usw.) ausgenutzt.


    Die AfD bekommt deshalb Zulauf, weil sie die tatsächlichen und nicht künstlich erzeugten Ängste der Bevölkerung am besten thematisiert. Das ist der Alltag z. B. von Menschen, die nachts durch Großstädte ziehen, insbesondere von Frauen, oder auch durch kleinere Städte, in denen sie sich nicht mehr heimisch fühlen.

    Zitat

    Ein Buddhist kann deshalb nie ein AFD-Sympathisant sein!

    Das liest sich bestenfalls wie ein kindisches Manifest für mich. Ein Buddhist kann alles sein, wenn er dafür gute Gründe findet. Mich kotzt eher an, dass man die Liberalen geschasst hat, die noch am ehesten für das stehen könnten, was man im Buddhismus einen mittleren Pfad nennen könnte. Aber auch das ist nur eine Meinung.


    Alle in diesem Kurz-Manifest genannten Argumente kann man auch den Grünen und anderen Parteien vorwerfen, Nicht-Loslassen von weitgehend abgelehnten Ideen (Heizungsgesetz), Angstmache (Impfpflicht), Abgrenzung (Russland, China), Spaltung (Migration).


    Interessant ist dabei, dass man die Linke kaum dafür gewinnen könnte, die Ukraine endlich mit Taurus auszustatten und Trump so unter Druck zu setzen, dass sie tatsächlich mit US-Hilfe ihre Gebiete zurückerobern kann. Ja, da regt sich gleich vehementer Widerspruch, aber diese Idee soll hier nur exemplarisch zeigen, wie vielfältig die Meinungen sind und auseinandergehen, und dass ja eigentlich hier die Rechten weniger faschistisch agieren mit ihrer Sympathie für Russland (verkehrte Welt?) als Grüne, Sozialisten, Konservative und manche Liberale. So komplex ist die Angelegenheit geworden. Da nun auch Merz enttäuscht (keine Festnahme Netanyahus z.B.), kann ich mir nur vorstellen, dass die AfD, nachdem alle anderen den Karren an die Wand gefahren haben (in ca. 5 Jahren ist unser Sozialstaat am Abnippeln, wenn nix passiert) vielen als letzte Hoffnung gilt. Das ist auch für mich eher tragisch, aber das Versagen der anderen zu offensichtlich, und ihre unfassbare Feigheit und Halbherzigkeit (zu Zeiten der Masseneinwanderung, in Bezug auf Corona und die Ukraine).

    Zitat

    Wenn eine Partei systematisch Gruppenwürde relativiert

    Das geschah kürzlich durch Sätze wie "Pandemie der Ungeimpften". In sozialen Medien findet man Zusammenschnitte all derer, die durch die etablierte Parteienlandschaft hinweg eine solche Ausgrenzung vornahmen und sich verschätzten, bis hin zu den hinzugezogenen Experten (Drosten, Statistiker usw.).


    Wie gesagt, all das nur meine kurz gefassten Ansichten, aber ich sehe mich da nicht als Zen-Praktizierender im Widerspruch. Meine Aufgabe ist in dieser Weltlage, mich zu fragen, wie ich bei all dem meine Geistesruhe bewahre und mich ggf. effektiv einbringen kann. Weniger, irgendwelche Leute ins Aus zu schreiben, die noch keine Chance hatten, wirklich zu zeigen, ob sie es können. Bei der italienischen PM hat man sich bereits getäuscht, Urban aus Ungarn hat immerhin den Mut, als einziger aufzustehen - Mut ist nicht die Sache unserer Politiker gewesen, und vielleicht auch eher bei den Samurai als den reinen Buddhisten zu finden.


    Void macht es mit seinen Gleichsetzungen nicht viel besser, unterstellt gleich Rechtsradikalität und dass die Einschränkung von Migration auch ein Vernachlässigen der Schwachen, Behinderten usw. bedeuten müsse. Dabei sind es die anderen Parteien, die unseren Sozialstaat in Gefahr gebracht haben.


    Und wenn mukti den Buddhisten definiert, kann man nur feststellen, dass es offenbar keinen in der Politik gibt bzw. sich das ausschließt. Und so steht es ja auch im Ordenskodex, man treffe sich nicht mit Mächtigen (d. h. Machtgierigen) länger als irgend nötig.

    Einmal editiert, zuletzt von Bebop (2. Dezember 2025 um 18:10)

  • Monikamarie
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    • 2. Dezember 2025 um 18:23
    • #36

    Nun ham wir den Salat.


    Ich bin für Schließen des Threads, KarmaHausmeister.

  • mukti
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    • 2. Dezember 2025 um 18:30
    • #37
    void:

    Ich sehe es so, dass Buddhismus nicht mit Gier und Hass kompatibel ist. Aber vielleicht mit Unwissenheit im Bezug auf Dinge die nichts mit Buddhismus zu tun haben. Ein Buddhist kann genauso gut glauben dass die Erde rund ist wie das sie flach ist. Und genauso gut dass eine Gesellschaft dann prosperiert, wenn alle mitreden wie das eine Gesellschaft einen König oder starken Mann braucht. Buddhismus hilft ja nur gegen ganz bestimmte Arten des Unwissens.

    Meines Erachtens hilft der Buddhismus insbesondere gegen das Unwissen über die vier edlen Wahrheiten und alles was damit zusammenhängt. Je mehr eine Regierung darüber bewusst ist, desto weniger Fehler macht sie wohl bei der Verwaltung des Staates.


    Politische Systeme ändern sich gemäß den Umständen, auch Sicherheit und Wohlstand haben keinen Bestand. Die Wahrheit bleibt zwar immer dieselbe, aber das Interesse daran bleibt nicht gleich.

    Überhaupt: "Die Weisen der Welt haben stets dasselbe gesagt und die Mehrheit der Menschen hat stets das Gegenteil getan." (Schopenhauer)


    In einer Demokratie sehe ich nur die Möglichkeit, das geringste Übel zu wählen. Und von Rechtsnationalisten ist doch oft sehr großes Übel ausgegangen.

    Mit Metta, mukti.


  • Qualia
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    • 2. Dezember 2025 um 18:36
    • #38
    Monikamarie:

    Nun ham wir den Salat.


    Ich bin für Schließen des Threads, KarmaHausmeister.

    Selbstverständlich Schließen!!!

    Das kann ja wohl nicht wahr sein???

    Jetzt geht es mal um Allgemeines UND Buddhismus, da muss man selbstverständlich schließen. Keine unrechtmäßige Rede, usw. nur weil einem das nicht passt. Einfach nicht lesen, ein Vorschlag, der mal von der Moderation gemacht wurde. Gilt auch für Moderatoren, haben ja genug davon, schreibt hier sogar einer mit.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

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  • Qualia
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    • 2. Dezember 2025 um 18:39
    • #39
    mukti:

    Und von Rechtsnationalisten ist doch oft sehr großes Übel ausgegangen.

    glöscht

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

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    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Aravind
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    • 2. Dezember 2025 um 18:41
    • #40
    mukti:

    Um Buddhas Willen ist das jemand, "der mit unbeirrbarer Klarheit dem Erwachten, der Lehre, der Jüngerschaft und den Tugenden nachfolgt".

    Klingt haarspalterisch, aber da habe ich Einwände. Als Buddha gelebt hat, gab es keine Buddhisten. Man könnte diese Worte auf "Praktizierender" oder "Lernender"oder Mönch statt auf "Buddhist" anwenden. Aber das klingt dann doch sehr viel mehr nach Weg als nach "gut sein".

    Ein guter Praktizierender zu sein, und politischen Extremen das Wort zu reden, das geht durchaus. Bedeutet Praxis doch Untersuchung und Entwicklung, nicht "schon perfekt sein".


    Liebe Grüße,

    Aravind.

  • Aravind
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    • 2. Dezember 2025 um 18:43
    • #41
    Bebop:

    Ich werde diese Beiträge gnadenlos sezieren.

    Nichts weniger hätten wir von Dir erwartet! ;)

  • mukti
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    • 2. Dezember 2025 um 18:59
    • #42
    Aravind:
    mukti:

    Um Buddhas Willen ist das jemand, "der mit unbeirrbarer Klarheit dem Erwachten, der Lehre, der Jüngerschaft und den Tugenden nachfolgt".

    Klingt haarspalterisch, aber da habe ich Einwände. Als Buddha gelebt hat, gab es keine Buddhisten. Man könnte diese Worte auf "Praktizierender" oder "Lernender"oder Mönch statt auf "Buddhist" anwenden. Aber das klingt dann doch sehr viel mehr nach Weg als nach "gut sein".

    Unter "Buddhist" verstehe ich jemand, der den Weg praktiziert, der vom Buddha gelehrt wurde. Aber man kann natürlich dieses Wort auch etwas anders verstehen.

    Aravind:


    Ein guter Praktizierender zu sein, und politischen Extremen das Wort zu reden, das geht durchaus. Bedeutet Praxis doch Untersuchung und Entwicklung, nicht "schon perfekt sein".

    Wenn die Untersuchung und Entwicklung allmählich von Extremen weg und zum mittleren Weg hinführt, ist es eine gute Praxis, würde ich sagen.

    Mit Metta, mukti.


  • Michael Haardt
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    Buddh. Richtung
    • 2. Dezember 2025 um 19:42
    • #43
    Monikamarie:

    Nun ham wir den Salat.


    Ich bin für Schließen des Threads, KarmaHausmeister.

    Was würde Buddha zu dem Artikel sagen? Das schließt ein, vielleicht nichts zu sagen, wenn man das für sinnvoll hält.


    Buddhas Rat braucht keine behütete Umgebung.

  • Samadhi1876
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    Buddh. Richtung
    • 2. Dezember 2025 um 22:09
    • #44

    Ein Meinungsaustausch an sich


    Ist immer hilfreich und gut


    Und erweitert sowohl die eigenen als auch die anderen Blickwinkel und Perspektiven


    Für die man selbst


    Oder Andere


    „Noch blind ist“


    Ganz egal


    „Wie etwas ausgeht“


    Oder ob ein anderer


    Genau derselben Meinung ist


    Ganz unabhängig auch manchmal


    Vom „rein buddhistischen Prinzip“


    Möge jeder Mensch


    Innerlich daran wachsen


    Und innerlich


    Frieden finden

  • pano
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    • 3. Dezember 2025 um 10:43
    • #45

    Tatsächlich merke ich, ich habe wenig Lust auf politischen Austausch sofern nicht als Prämisse gesetzt ist, dass Grundgesetz und darin festgehaltene Menschenrechte Grundlage des politischen Handelns im Land sein sollte. Das muss zum demokratischen Minimalkonsens gehören.


    meine Einstellungen sind allgemein ziemlich links, aber diesen minimalkonsens erwarte ich von allen Seiten. Also auch von links. Ich messe da die AFD mit dem gleichen Maß.


    Wer auf Grundlage des Grundgesetzes konservativ sein möchte darf das gerne und dann gibt es Debattenfenster. Die AFD öffnet dieses aber nicht. Das ist ihre Entscheidung und liegt nicht in meiner Hand.

  • Igor07
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    • 3. Dezember 2025 um 12:05
    • #46
    Michael Haardt:

    Buddhas Rat braucht keine behütete Umgebung.

    Man kann den Thread natürlich schließen, aber das Problem bleibt bestehen. Das ist keine Lösung. Den Kopf in den Sand zu stecken widerspricht den Werten des Buddhismus, ganz gleich in welcher Richtung.

    Mir persönlich gefällt der engagierte Buddhismus von Bhikkhu Bodhi. Sein Buch „Die Lehren des Buddha zu einer sozialen und harmonischen Gesellschaft“ kann ich empfehlen.

    Wenn wir nicht darüber sprechen, dann tun es andere. Und dann gewinnen sie mit demokratischen Wahlen die Macht. Am Ende könnten wir in einem anderen Land aufwachen. Und warum? Weil wir es selbst zugelassen hätten.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Thorsten Hallscheidt
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    • 3. Dezember 2025 um 12:27
    • #47
    pano:

    Wer auf Grundlage des Grundgesetzes konservativ sein möchte darf das gerne und dann gibt es Debattenfenster. Die AFD öffnet dieses aber nicht. Das ist ihre Entscheidung und liegt nicht in meiner Hand.

    Das Problem ist hier gerade, dass auch von den anderen Parteien, insbesondere von den wirtschaftsnahen Parteien das Grundgesetz sagen wir "flexibel" ausgelegt wird. Ich möchte nur das Pariser Klimaschutzabkommen nennen. Dass Politiker vor der Wahl etwas komplett anderes sagen als nach der Wahl, dass sie Wahl-Versprechen in vielen Fällen einfach nicht halten, dass bestimmte Skandale, Probleme, Ungereimtheiten auch nicht aufgeklärt werden (oder wenn, dann kaum Konsequenzen zeitigen) oder zumindest von unabhängigen Kommissionen untersucht, führt auch nicht gerade dazu, dass das Vertrauen in die Demokratie gestärkt wird, ja, man hat sich einfach auch schon daran gewöhnt und er wartet gar nichts anderes mehr. Und das ist schon massiv frustrierend.

    Das ist denn doch nur der Abendwind, der heute mit ordentlich verständlichen Worten flüstert.

    7 Mal editiert, zuletzt von Thorsten Hallscheidt (3. Dezember 2025 um 12:47)

  • Michael Haardt
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    Buddh. Richtung
    • 3. Dezember 2025 um 13:10
    • #48

    Igor07

    Dem ersten Absatz stimme ich zu, dem Letzten nur sehr bedingt. Sich engagieren oder nicht, und wie? Das ist ein klassisches Problem. Buddhas Antwort liegt in den Grundlagen, im achtfachen Weg, aber die Sache ist mühsam.


    Die erste Frage ist: Was ist denn eigentlich die Situation? Ich habe versucht, dass im Thread so kurz wie möglich darzustellen, was gar nicht so kurz war. Eigentlich ist es noch komplexer. Egal, wieviel Mühe ich mir gebe, muss ich mir bewusst bleiben, dass mein mentales Modell ein Modell bleibt. Vielleicht versaue ich es also trotzdem. Deswegen gibt es Leid auf der Welt. Das befreit mich nicht davon, es wirklich so sehr, wie ich es kann, zu versuchen. Und wenn ich nichts tue, hat auch das eine Konsequenz.


    In dieser Situation kann man in viele Fallen tappen, z.B. "Quatsch nicht, wir müssen jetzt was tun! Is' schon kurz vor 12!"


    Es gibt viele pauschale Antworten wie diese, und jede kann man in ihre vier Ebenen zerlegen (faktisch, Selbstaussage, Beziehungsaussage, Appell), und das entzaubert sie.


    Nochmal: Die AfD ist nicht das Problem, sondern ein Symptom. Die Lebenssituation ist das Problem. Um die zu verstehen, muss man weit zurückgehen. Nicht: Wer hat wann was falsch gemacht, denn wir wollen nicht die Schuldfrage lösen. Sondern: Was ist wann passiert und was war die Folge? Wie begründet sich das? Entspricht es der durchschnittlichen Psyche und ist es eine Erscheinung des Zeitgeistes, wie man die kollektive psychische Reaktion nennt? Oder gibt es tatsächlich eine einzige Ursache? Wer sind die Beteiligten im Konflikt? Was motiviert sie? Wie ist die Drohung strukturiert? Welche Resourcen haben sie? Wieviel Zeit bleibt bis zur Eskalation?


    Ich sagte, das es mühsam ist, aber all das sind Aktivitäten im Sinne des achtfachen Pfads. Das Verstehen der Natur des Leids. Vielleicht auch noch mehr.


    Irgendwann ergibt sich eine Handlung, die all das berücksichtigt. Und der einfache Leitsatz "Es gibt Leid. Mach es nicht schlimmer." wird die Handlung beschreiben. Es wird nicht emotional sein. Man wird die persönliche Motivation der Entscheidung verstehen.


    Wer sich darin verrennt, die Welt mit Macht besser zu machen, den achtfachen Pfad sklavisch zu verfolgen, alles mit irgendwelchen alten Gleichnissen zu begründen, verliert den mittleren Weg. Wer sich in endlosen Abwägungen verrennt, auch. Glaube ich. :)


    Es werden sich nicht alle einig sein. Man weiß vorher nicht, was besser gewesen wäre. Der achtfache Pfad ist keine Garantie, kein Gesetz, sondern liefert im Durchschnitt bessere Ergebnisse, als zu würfeln. Das ist bei Entscheidungen in unsicheren Situationen im Sinne der Spieltheorie sehr viel!


    Buddha hat nie versprochen, dass es nicht besser ginge, sondern hat ganz im wissenschaftlichen Sinne zur kritischen Prüfung aufgerufen. Es ist halt bisher nur noch keiner mit einer besseren Strategie um die Ecke gekommen.

  • Igor07
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    • 3. Dezember 2025 um 14:19
    • #49
    Michael Haardt:

    Igor07

    Dem ersten Absatz stimme ich zu, dem Letzten nur sehr bedingt. Sich engagieren oder nicht, und wie? Das ist ein klassisches Problem. Buddhas Antwort liegt in den Grundlagen, im achtfachen Weg, aber die Sache ist mühsam.

    Und:


    Michael Haardt:

    Nochmal: Die AfD ist nicht das Problem, sondern ein Symptom. Die Lebenssituation ist das Problem. Um die zu verstehen, muss man weit zurückgehen. Nicht: Wer hat wann was falsch gemacht, denn wir wollen nicht die Schuldfrage lösen. Sondern: Was ist wann passiert und was war die Folge? Wie begründet sich das? Entspricht es der durchschnittlichen Psyche und ist es eine Erscheinung des Zeitgeistes, wie man die kollektive psychische Reaktion nennt? Oder gibt es tatsächlich eine einzige Ursache? Wer sind die Beteiligten im Konflikt? Was motiviert sie? Wie ist die Drohung strukturiert? Welche Resourcen haben sie? Wieviel Zeit bleibt bis zur Eskalation?

    Michael, ich kann nur sagen, wie ich es sehe. Ob es stimmt oder nicht, lasse ich dahingestellt.

    Die Regierung unter Herrn Merz bedient im Grunde viele Narrative der AfD – Themen wie Rückmigration oder Stadtbild-Debatten. Eigene Lösungen hat sie nicht, und das Vertrauen befindet sich auf einem historischen Tiefstand. Oder?

    Die AfD sagt im Prinzip dasselbe, aber direkter und unverblümter. Viele Menschen vertrauen schließlich dem Original mehr als einer Kopie – rein psychologisch ist das nachvollziehbar.

    Die Menschen heute sind, vereinfacht gesagt, wie im alten Rom: Sie wollen Brot und Show. Nur wenige denken über Ursachen und Bedingungen nach, so wie es im Buddhismus als bedingte Entstehung betrachtet wird. Das führt zu einer Patt-Situation, beinahe zu einer Sackgasse.

    Es besteht für mich kein Zweifel, dass diese Partei am Ende gewinnen könnte. Aber ist es nicht so, dass die rechte konservative Partei in vielen europäischen Ländern bereits an der Macht ist und es wirtschaftlich trotzdem nicht unbedingt schlecht läuft? Hm?

    Ich würde sogar noch weiter gehen: China ist eine echte Diktatur mit einem totalen Überwachungsapparat, und dennoch führt das Land in vielen Bereichen – und das sehr erfolgreich.

    Ich persönlich sehe keine Lösung. Wer das Land verlassen kann, der tut es oder würde es tun.

    Vielleicht gewinnt einmal ein gemäßigter Flügel innerhalb der AfD an Einfluss. Dann könnten sie etwas Vernünftiges für die Industrie erreichen, auch wenn es den konkreten Menschen selbst kaum hilft. Aber ich zweifle sehr daran.

    Mehr wollte ich zu dem Thema nicht sagen. Das war nur meine persönliche Meinung. Mehr nicht.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Samadhi1876
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    Buddh. Richtung
    • 3. Dezember 2025 um 15:21
    • #50
    Michael Haardt:

    Wer sich darin verrennt, die Welt mit Macht besser zu machen, den achtfachen Pfad sklavisch zu verfolgen, alles mit irgendwelchen alten Gleichnissen zu begründen, verliert den mittleren Weg. Wer sich in endlosen Abwägungen verrennt, auch. Glaube ich. :)

    Ich habe eben auch daran gedacht, man kann Mitgefühl mit hungrigen Wölfen haben, aber geht mein Mitgefühl auch so weit, mich deshalb von ihnen fressen zu lassen…


    Wenn eine Gang einen Obdachlosen bedroht, ich niemanden zu Hilfe rufen kann, schreite ich als Buddhist dann ein, und versuche zu helfen, auf Gefahr hin auch verprügelt oder gar ermordet zu werden weil ich ja auch mein eigenes Dasein durchschaut habe, die Angst vor dem Sterben verloren habe, oder renne ich lieber weg, weil ich mir selbst noch zu kostbar bin, und meine anderswo besser helfen zu können…


    Ist halt nicht immer einfach die richtige Balance, oder den mittleren Weg zu (be)wahren…


    Entscheidungen zu treffen…

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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