Aristoteles sah Demokratie, also die zu wählen, die am Beliebtesten sind, als durchaus problematisch an
Das ist ja nicht das Wesen der Demokratie. Ich wähle die Partei, von der ich glaube, dass sie meine Interessen, Ziele und Bedürfnisse berücksichtigt. Das klappt allerdings immer weniger, denn im globalen Kontext gibt es viel mehr Bedingungen als Spielräume für Richtungsentscheidungen, sodass sich Parteiprogramme immer seltener in reale Politik umwandeln lassen. Zudem sind die Zusammenhänge so komplex geworden, dass kleine Änderungen, zum Beispiel eines Gesetzes, weitreichende und kaum zu überblickende Auswirkungen haben. Das Wort von der Alternativlosigkeit der Politik ist leider zutreffender, als manche Leute wahrhaben wollen, die sich nach einer Alternative (für Deutschland) sehnen. Das ist kein Versagen der Politik – oder nicht nur –, sondern auch Zeichen einer strukturellen Schieflage globalen Niveaus. Merz führt die Politik von Scholz fort, nicht aus politischer Nähe, sondern aus Mangel an Optionen. Die AfD betreibt Augenwischerei, wenn sie behauptet, sie hätte Alternativen zu bieten.