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Wie meditiert ihr über Vergänglichkeit ? Habt ihr Tipps ?

  • Kaiman
  • 13. November 2025 um 21:03
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  • Kaiman
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    • 13. November 2025 um 21:03
    • #1

    Einen schönen Guten Abend zusammen,


    Ich habe einen Vortrag von Ayya Khema gehört und sie meinte das es gerade für Anfänger schwierig ist den Geist zur Ruhe zu bringen. Deswegen ist es oftmals leichter über ein Daseinsmerkmal zu kontemplieren.

    Übt sich jmd in dieser Praxis speziell jetzt mit Vergänglichkeit als Objekt.

    Wie macht ihr das ? Beobachtet ihr die Gedanken Gefühle Stimmungen wie sie sich wandeln oder nehmt Ihr eher Objekte die Außerhalb von euch liegen z.b wie eine schöne Blume verwelkt und abstirbt.

    Wie geht Ihr vor ?


    Viele Grüße Kaiman

  • mukti
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    • 14. November 2025 um 14:10
    • #2

    Die Vergänglichkeit des Körpers versuche ich mir jeden Morgen kurz bewusst zu machen - er wird eine Leiche werden, zerfallen und verschwinden. Irgendwann wird sich niemand mehr daran erinnern, als hätte es mich nie gegeben.

    Auch tagsüber macht die Besinnung auf die Vergänglichkeit alles leichter, es ist ja alles nicht so wichtig, wie es scheint. Außer eben darüber bewusst zu werden, dass alles vergehen wird, was entstanden ist und dass ich nichts davon bin und nichts mein ist.

    Zitat

    Hast du einer Welt Besitz verloren, sei nicht in Leid darüber, es ist nichts.
    Hast du einer Welt Besitz gewonnen, sei nicht erfreut darüber, es ist nichts.
    Vorüber gehn die Schmerzen und die Wonnen, geh' an der Welt vorüber, es ist nichts.


    Anwari Soheili

    Mit Metta, mukti.


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    • 14. November 2025 um 16:21
    • #3

    Das Problem ist das es keine Vergänglichkeit gibt, sie ist ein Gedankensystem um vergangenes zu bedenken und möglich Zukünftiges auszudenken.


    Gegangener Weg, gehen des Weges und zu gehender Weg sind nicht real. Real ist nur gehen. Gehen weiß nichts von Weg, gegangen oder noch zu gehen. Gehen weiß auch nichts vom Gehenden.


    Schlussfolgerung ist das Körper geht und sein Geist weiß gegangen, gehend, noch zu gehen, sogar wenn Körper sitzt.


    Das hat mich mal sehr beschäftigt*. Ergebnis ist, das ich über Vergänglichkeit reden kann, aber in mir weiß das es nur Realität gibt. Dieses Erkennen führte dazu das es Vergänglichkeit nur dann gibt, wenn ich mit Menschen spreche oder handle. Erinnerungen sind immer vergangen, selbst wenn sich das Denken mit der Zukunft beschäftigte.


    Das ergreifen und festhalten von Vergangenen und daraus auf Zukünftiges zu schließen ohne das Reale zu erkennen, führt zu Problemen mit dem Realen und dem verfangen in Verlangen, wie das Reale zu erscheinen hat. Das Reale ist immer ohne Eigenschaften, Eigennatur (Leerheit). Eigenschaften und Eigennatur werden immer vom Geist gegeben oder wahrgenommen, sind nie real.

    *Nāgārjuna MMK 2. Kapitel.

    Wenn es dafür eine Quelle gibt, bin ich es.

    Ansonsten gibt es unaufzählbar viele Quellen.

  • Helmut
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    • 14. November 2025 um 18:06
    • #4

    Wenn es keine Vergänglichkeit gibt, dann ist es auch nicht möglich, dass wir sterben. Weil wir aber sterben, gibt es Vergänglichkeit. Dass es Vergänglichkeit gibt, erkennen wir auch daran, dass wir immer wieder etwas in unserer Wohnung zu reparieren haben.


    Die Meditation über den Tod ist sehr gut geeignet, Vergänglichkeit zu verstehen: Wir wissen zwar, dass wir sterben werden, aber wir wissen nicht, wann wir sterben werden.


    Beim ersten Punkt, dass wir sterben werden, machen wir uns bewusst, dass der Tod mit Sicherheit kommt und dass es nicht möglich ist, ihn verhindern. Mit der Geburt treten wir in dieses Leben ein und weil wir sterben werden, ist es vergänglich.


    Beim zweiten Punkt, dass der Zeitpunkt des Todes ungewiss ist, verdeutlichen wir uns, dass unser Tod jederzeit eintreten kann und dass es viele Umstände gibt, die zu unserem Tod beitragen, aber nur wenige, die unser Leben aufrecht erhalten. Menschen sterben im Mutterleib bevor sie geboren wurden. In den Kinderhospizen gibt es Kinder und Jugendlichen, die nach ein paar Monaten oder Jahren sterben. Manche sterben bevor sie eingeschult werden können, andere erreichen zwar ein jugendliches Alter, aber sterben bevor sie ins Berufsleben einsteigen können.

    Gruß Helmut

    Als Buddhisten schätzen wir das Leben als höchst kostbares Gut.

  • Qualia
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    • 14. November 2025 um 22:40
    • #5
    Helmut:

    Wenn es keine Vergänglichkeit gibt, dann ist es auch nicht möglich, dass wir sterben.

    Sterben ist sterben, ich werde es merken, wenn es so weit ist. Gerade ist Sterben nicht möglich. Wenn ich weiß, dass der Tod mich irgendwann sicher trifft, warum sollte ich mir vorher Gedanken machen? Warum sich verrückt machen mit etwas, das sicher ist? Womöglich über den eigenen Tod hinaus. Man kann sich das Leben echt super versauen. Dukkha nennt Buddha das.

    Wenn es dafür eine Quelle gibt, bin ich es.

    Ansonsten gibt es unaufzählbar viele Quellen.

  • Kianga
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    • 15. November 2025 um 00:07
    • #6
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    Gerade ist Sterben nicht möglich.

    Und was ist mit Dein Zellen, die jede Sekunde sterben, auch jetzt gerade, wobei auch Neue wieder entstehen?

    In welcher Welt ist das, was der andere mir gerade sagt, wahr? In welche Welt passt es hinein und ist es plausibel?

    Aus einem Gespräch mit Bernhard Pörksen.

  • Qualia
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    • 15. November 2025 um 00:49
    • #7
    Kianga:
    Qualia:

    Gerade ist Sterben nicht möglich.

    Und was ist mit Dein Zellen, die jede Sekunde sterben, auch jetzt gerade, wobei auch Neue wieder entstehen?

    Na und Zellen sterben und Zellen werden geboren. Sterben mehr als geboren werden, sterbe ich, das geht schon einige Jahrzehnte so und kann noch lange dauern.

    Wenn es dafür eine Quelle gibt, bin ich es.

    Ansonsten gibt es unaufzählbar viele Quellen.

  • verrückter-narr
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    • 15. November 2025 um 07:40
    • #8

    Im Vimuttimagga und Visuddhimagga, 2 wichtige Kommentare aus dem Anfang des Buddha Dharma, finden sich einige Hinweise und Erklärungen zu den verschiedenen Meditationsobjekten, die ich sehr hilfreich finde

    Visuddhimagga and Vimuttimagga in PDF

    The Visuddhimagga and Vimuttimagga in PDF / Free Download

    https://www.palikanon.com/visuddhi/vis00.html, https://www.palikanon.com/visuddhi/vis01.html

  • Thorsten Hallscheidt
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    • 15. November 2025 um 09:01
    • #9

    Relevante Vergänglichkeit bemerke ich daran, dass ich bewusst oder unbewusst versuche, ihr auszuweichen, einen blinden Fleck an dieser Stelle habe oder sie nur theoretisch, nicht aber praktisch als Wirklichkeit akzeptieren kann. Relevante Vergänglichkeit nehme ich an den Geistesgiften wahr, die sie erzeugt, weil ich an diesem oder jenem anhafte oder dieses oder jenes ablehne.

    Das ist denn doch nur der Abendwind, der heute mit ordentlich verständlichen Worten flüstert.

  • JoJu91
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    • 15. November 2025 um 09:13
    • #10
    Kaiman:

    Übt sich jmd in dieser Praxis speziell jetzt mit Vergänglichkeit als Objekt.

    Wie macht ihr das ? Beobachtet ihr die Gedanken Gefühle Stimmungen wie sie sich wandeln oder nehmt Ihr eher Objekte die Außerhalb von euch liegen z.b wie eine schöne Blume verwelkt und abstirbt.

    Wie geht Ihr vor ?

    Die Vergänglichkeit der Außenwelt war (und ist) erschreckend genug für mich.


    Die Beobachtung der Gedanken, Gefühle, Stimmungen war neu für mich, das Neue bei der Begegnung mit dem Lehre des Buddha.


    JoJus Ego-Geist erlebt die faszinierende und schaurige Achterbahnfahrt "seiner" Gedanken, Gefühle, Stimmungen als seine reale Welt, sein reales Paradies oder sein reales Gefängnis.


    Der Betrachter-Geist beobachtet JoJus Ego-Geist wie in einem Kino bei seiner Achterbahnfahrt.


    Das Betrachter-Bewusstsein "hervorzubringen" war ein erster, entscheidender Schritt, spannend wie ein Krimi.


    Auch das das Betrachter-Bewusstsein loszulassen, heisst, in die wache Lücke zwischen den Gedanken, Gefühlen und feinsten geistigen Bewegungen zu gehen, dorthin, wo der Wahre Geist sich zeigt, die Quelle aller Erscheinungen.


    In der Praxis hilft mir das Betrachter-Bewusstsein insbesondere in den Dämonen-Stunden vor Morgengrauen, wenn nach den nächtlichen Alpträumen die bösen Gedanken und Emotionen kommen ...


    :medim::mediw:

  • Samten
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    • 15. November 2025 um 11:41
    • #11
    JoJu91:

    Auch das das Betrachter-Bewusstsein loszulassen, heisst, in die wache Lücke zwischen den Gedanken, Gefühlen und feinsten geistigen Bewegungen zu gehen, dorthin, wo der Wahre Geist sich zeigt, die Quelle aller Erscheinungen.

    :rad::like::like:

  • tammi
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    • 15. November 2025 um 18:06
    • #12

    Das Sterben unserer Zellen ist doch Vergänglichkeit, Auflösung pur, egal, ob sich neue bilden. Das Ungleichverhältnis endet mit dem Tod. Aber ich denke, Zellen verkörpern das Materielle eher als den Geist.

  • mooncake
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    • 15. November 2025 um 18:42
    • #13
    Kaiman:

    Ich habe einen Vortrag von Ayya Khema gehört und sie meinte das es gerade für Anfänger schwierig ist den Geist zur Ruhe zu bringen. Deswegen ist es oftmals leichter über ein Daseinsmerkmal zu kontemplieren.

    Übt sich jmd in dieser Praxis speziell jetzt mit Vergänglichkeit als Objekt.

    Wie macht ihr das ? Beobachtet ihr die Gedanken Gefühle Stimmungen wie sie sich wandeln oder nehmt Ihr eher Objekte die Außerhalb von euch liegen z.b wie eine schöne Blume verwelkt und abstirbt.

    Wie geht Ihr vor ?


    Ich betrachte die Gedanken und Gefühle und nehme wahr, wie sie sich permanent wandeln. Das hilft mir sehr, den Geist zu beruhigen und seine Unruhe zu verstehen. Wenn ich das lange genug tue, wird er von alleine ruhig. Je öfter ich das praktiziere, desto weniger Unruhe entsteht dort irgendwann. Es dauert halt ein wenig.

    :heart:

  • Kaiman
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    • 15. November 2025 um 18:46
    • #14

    Ich habe nur manchmal Schwierigkeiten mit Langeweile bei der Meditation , da sehe ich die Vergänglichkeit gar nicht . Da sich die Langeweile konstant hält.

    Ist wahrscheinlich dann keine richtige Meditation.

  • mooncake
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    • 15. November 2025 um 19:12
    • #15
    Kaiman:

    Ich habe nur manchmal Schwierigkeiten mit Langeweile bei der Meditation , da sehe ich die Vergänglichkeit gar nicht . Da sich die Langeweile konstant hält.

    Ist wahrscheinlich dann keine richtige Meditation.

    Und in der Langeweile entstehen Gedanken? (Ich muss jetzt noch dies und das tun, statt hier herum zu sitzen) und Gefühle (das Knie schmerzt, ich vermisse meine Freundin), dann bist Du auf dem richtigen Weg. Wenn da keine Gedanken und Gefühle wahrnehmbar sind, bist Du entweder erleuchtet, oder nicht bei der Sache. :)

  • Kaiman
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    • 15. November 2025 um 19:25
    • #16
    mooncake:

    Und in der Langeweile entstehen Gedanken? (Ich muss jetzt noch dies und das tun, statt hier herum zu sitzen) und Gefühle (das Knie schmerzt,

    Du triffst es auf dem Punkt.:)

  • Samadhi1876
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    • 15. November 2025 um 19:58
    • #17
    Kaiman:

    Ich habe nur manchmal Schwierigkeiten mit Langeweile bei der Meditation , da sehe ich die Vergänglichkeit gar nicht . Da sich die Langeweile konstant hält.

    Ist wahrscheinlich dann keine richtige Meditation.

    Das ist normal…

    Es gibt nichts zu erreichen…

    Ausser einfach So sein…


    Alles andere geschieht mit der Zeit von selbst:

    Gedanken werden weniger, Pausen zwischen Gedanken werden grösser

    Dann kommen die Gedanken wieder, manchmal auch mehr Emotionen…


    Ich konzentriere mich selbst anfangs nur auf den Atem und Körperhaltung. Sonst nichts. Und wenn mir auffällt ich schweife wieder ab, kehre ich einfach wieder dorthin zurück. Sonst nichts.


    jeder Atemzug ist ja auch vergänglich…


    Für mich macht es dabei aber einen Unterschied ob:


    - Ganz allein oder nicht

    - Augen geschlossen oder offen und nach unten gerichtet

    - Vor einer Wand oder oder offenen Raum

    - Atmen in den Bauch (Kosmisches Mudra der Hände) oder nicht

    - Langsam einatmen, Atem 5s halten und ganz langsam ausatmen oder normal atmen

    - Dauer

    - Wiederholung

    - Stille oder nicht (mit Strassenlärm zusammen mal meditieren)


    Die Atemmethode mit dem Atem im Bauch halten, reguliert übrigens auch das autonome Nervensystem gut. Findet man mittlerweile auch in manche Wartezimmern von Arztpraxen auf dem Bildschirm 🙂


    Mit offenen Augen zu meditieren verhindert eher „einzuschlafen“ oder zu dissozieren: allerdings fängt man anfangs an zu schielen, das Bedarf etwas Übung den Blick unscharf zu stellen…

    Und erhöht meiner Meinung nach später besser die Konzentration auf das Hier und Jetzt im Alltag…


    Körper und Geist werden zwischendurch mehr oder weniger unruhiger:

    Das nenne ich immer „das wilde Pferd“ das kommt….


    Ab Minute 40 hat sich das Pferd aber meist wieder beruhigt…😉

    Einmal editiert, zuletzt von Samadhi1876 (15. November 2025 um 20:15)

  • mukti
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    • 16. November 2025 um 12:58
    • #18

    Alles was auftaucht, vergeht wieder - ich bemühe mich, über diese Tatsache bewusst zu werden.

    Sinneswahrnehmungen sind mit drei Arten Gefühlen verbunden: angenehm, unangenehm oder neutral. Wenn ich nicht über die Vergänglichkeit bewusst bin, schließe ich mich an die Gefühle an, begehre das Angenehme, hasse das Unangenehme und bleibe in Unwissenheit beim Neutralen.

    Also bemühe ich mich, sowohl die Gefühle sowie Gier, Hass und Verblendung und damit verbundene Gedanken, kurz alles was auftaucht, zu beobachten bzw. nur wahrzunehmen ohne mich anzuschließen. Mit der Einsicht, dass dieses Anschließen immer zu Leid führt, weil es kein körperliches oder geistiges Phänomen gibt, das ein "Ich" wäre oder mir gehört. So hängt die Einsicht in die Vergänglichkeit mit der Einsicht in das Leid und in die Selbstlosigkeit zusammen.

    Die Erinnerung an diese drei Daseinsmerkmale dukkha, anicca und anatta wird gefördert durch die formale Meditation, Sammlung, Beruhigung und Kontemplation. So dass die Erinnerung, diese spezielle Sati oder Achtsamkeit, tagsüber immer öfter stattfindet bis sie irgendwann ununterbrochen gegenwärtig ist. Das wird aber noch ein Weilchen dauern, hoffentlich keine Äonen.

    Mit Metta, mukti.


  • Qualia
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    • 16. November 2025 um 18:55
    • #19
    mukti:

    Alles was auftaucht, vergeht wieder - ich bemühe mich, über diese Tatsache bewusst zu werden.

    Diese Tatsache wurde bewusst und hat die Erkenntnis zurückgelassen, dass es weder Vergehen noch Auftauchen gibt, es gibt nur jetzt, so erscheinen das Reale, ohne Eigenschaften oder Eigennatur.

    Wenn es dafür eine Quelle gibt, bin ich es.

    Ansonsten gibt es unaufzählbar viele Quellen.

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    • 16. November 2025 um 21:02
    • #20
    Kaiman:

    Einen schönen Guten Abend zusammen,


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    Viele Grüße Kaiman

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    Wenn ich in der Meditation irgendein Objekt betrachte, also z.B den Atem oder Gedanken, dann kann ich da feststellen, dass sie sich wandeln und vergänglich sind.


    Aber Vergänglichkeit selber ist kein Objekt sondern eine Abstraktion. Und eine Abstraktionen als Meditationsobjekt ist nicht gut, weil es eher zu noch mehr Gedanken führt.


    Von daher beobachte ich zunächst meinen Atem und dann meinen Körper. Da habe ich genug an Vergänglichkeit.

  • mukti
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    • 17. November 2025 um 11:12
    • #21
    Qualia:
    mukti:

    Alles was auftaucht, vergeht wieder - ich bemühe mich, über diese Tatsache bewusst zu werden.

    Diese Tatsache wurde bewusst und hat die Erkenntnis zurückgelassen, dass es weder Vergehen noch Auftauchen gibt, es gibt nur jetzt, so erscheinen das Reale, ohne Eigenschaften oder Eigennatur.

    Das ist die höchste Frucht der Bemühung, die letztendliche Erkenntnis, das vollkommene Erwachen, die Versiegung aller Triebe, das Ende des Pfades, der Arahat: "Getan ist, was zu tun war, nichts ist mehr nach diesem."

    Mit Metta, mukti.


  • Qualia
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    • 17. November 2025 um 14:39
    • #22

    Die höchste Frucht einmal erlangen und man kann frei als Mensch leben. Im Augenblick des Sterbens eines Lebensbereichs ist sie in vollem Glanz da und die Geburt in den neuen Abschnitt wird ganz leicht und beschwingt. Der Arahat ist immer da und stört kein bisschen.:):hug:

    Wenn es dafür eine Quelle gibt, bin ich es.

    Ansonsten gibt es unaufzählbar viele Quellen.

Ausgabe №. 134: „Keine Angst vor der Angst"

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