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Alkohol

  • Dae Kyong
  • 18. Dezember 2023 um 17:52
  • Zum letzten Beitrag
  • Dae Kyong
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    • 18. Dezember 2023 um 17:52
    • #1

    Folgende Begebenheit

    Heute um 8 Uhr betritt ein betagter Mann das Zentrum. Nach einer kurzen Unterhaltung frage ich ihn direkt, ob er etwas getrunken hat. Auch weil mir ein Metallverschluss aufgefallen war, der aus seiner Umhängetasche schaute. Nachdem er es zugegeben hat, bat ich ihn das Gelände des Zentrums zu verlassen. Es folgten Halbwissen zu Buddhas Lehre und als ich, der ich für die Morgenmeditation und somit für das Gelände zu dieser Zeit verantwortlich bin, als ich ihn nachdrücklich bat zu gehen, verfiel er in Kraftausdrücke der schlimmsten Art.

    Nun gut, er ist unter wüsten Schimpftiraden abgezogen und ich sollte ihn gehen lassen. Mir stellt sich nur die Frage, ob ich damit umgehen will. Solche Dinge ziehen mich runter und da ich kein Freund einer buddhistischen Praxis als Therapie bin, ob da nicht eine dunkelrote Linie ist.

    Was meint Ihr?

  • KarmaHausmeister 18. Dezember 2023 um 18:17

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • BlueUnit13539
    Gast
    • 18. Dezember 2023 um 18:45
    • #2

    Dae Kyong was meinst du mit „umgehen will“?

    Wenn ich dich richtig verstehe, bist du zu der Zeit verantwortlich, auch das niemand zu schaden kommt. Wenn er schon bei Schimpftiraden ist, ist es sicher sinnvoll ihn wegzuschicken, damit nichts handgreifliches passiert.

  • Qualia
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    • 18. Dezember 2023 um 18:59
    • #3

    Die dunkelrote Line ist von den sogenannten Meistern gezogen. Damit man sich bloß nicht um die Leiden der nicht zum Kreis gehörenden kümmert, sich ekelt, sich abwendet, weil dieses Dreckspack die innere Ruhe nur stören.

    Mir bringt es Lebensfreude gerade aus diesem Dunkelroten Kreis zu treten und den sogenannten Meistern meinen Rücken zu zeigen. Das nenne ich Weisheit leben und versuchen bei anderen innere Ruhe einbringen.

    Die letzten Jahrzehnte einfach so ohne Wirkung?

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Qualia ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Hingabe
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    • 18. Dezember 2023 um 19:54
    • #4

    Schwierig. Ich hätte es dem Mann freundlich gesagt, also ich sage das jetzt so, aber es hätte mir auch passieren können unfreundlich zu reagieren. Ideal wäre gewesen, das ihm freundlich, mit Güte, zu sagen. Als Grund, dass er gehen muss, Ihm zu erklären, dass es keinen Sinn macht berauscht zu meditieren oder einen Vortrag anzuhören. Ich weiß aber nicht wirklich, ob man nicht auch alkoholisiert meditieren kann. Ich glaube aber, dass das nach hinten los gehen könnte, da das zu Wahn führen kann. Freundlich sagen und standhaft, wäre gut gewesen. Damit er sich nicht ungeliebt fühlt oder abgelehnt. Sagen, dass er jeder Zeit willkommen ist nüchtern. Dass er das bitte nicht falsch verstehen soll, aber meditieren unter alkoholeinfluss gefährlich ist. Ich gehe davon aus, dass es gefährlich ist. Auf der anderen Seite, wenn der Mann sonst nie auffällig war, sich gut benommen hatte, dann hätte man ihn auch mitmachen lassen können, es kann ja sein, dass er betrunken oder angetrunken meditieren kann. Solche Menschen brauchen jawohl besonders Unterstützung durch die Praxis.

    Liebe Grüße

    Der Weise, der, auf Sittlichkeit gestützt,

    Den Geist entfaltet, sich in Weisheit übt,

    Ein solch entschlossener und weiser Jünger

    Mag dieses Lebens Wirrsal einst entwirren.

    (Diese Verse finden sich im Samyutta-Nikāya).



  • Thorsten Hallscheidt
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    • 19. Dezember 2023 um 07:24
    • #5

    Den Orden, den Buddha gegründet hat, hätte der wahrscheinlich verlassen müssen, soweit man dem Palikanon trauen kann. Bei den Zen-Leuten hätte der eine oder die andere möglicherweise auch den Schnaps herausgeholt und auf Meister Dogen angestoßen.

    Mir sind alkoholisierte Leute lästig geworden, nachdem ich den Alkoholkonsum komplett eingestellt hatte. Heute mag ich sie wieder etwas mehr und lasse mich gerne von ihrer Stimmung anstecken.

    In meiner Vergangenheit gab es Fälle von schwerer Alkoholkrankheit in der engsten Familie. Darum schwanke ich zwischen Wut, Mitgefühl und dem Wunsch zu helfen. Diese Ambivalenz mach für mich einen freien Umgang schwierig, vor allem wenn ich mit klinischen Alkoholikern zu tun habe.

    Der Geist geht allem voran.

    Im Zweifelsfall muss der Verantwortliche im Sinne des größten gemeinsamen Nutzens entscheiden, ohne das Einzelschicksal und die Wertschätzung aus den Augen zu verlieren. Aber das ist bei Alkoholikern nicht einfach. Diese Krankheit ist sehr heimtückisch.

    Das ist denn doch nur der Abendwind, der heute mit ordentlich verständlichen Worten flüstert.

    Einmal editiert, zuletzt von Thorsten Hallscheidt (19. Dezember 2023 um 07:29)

  • Monika
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    • 19. Dezember 2023 um 08:09
    • #6

    Guten Morgen Dae Kyong,

    das Problem ist ja nicht der "Auslöser", sondern wie Du schon schreibst "wie damit umgehen".

    Das wir Hindernisse in unserem ach so entspannten Rahmen nicht mögen, ist normal. Deswegen fliehen wir ja auch alle mehr oder weniger davor.

    Ich mache es so:

    Ich frage mich, warum beunruhigt es mich? Warum stört es mich? Und wenn es mich stört, warum bin ich unsicher in meiner Handlung.

    Ich schaue auf das Gefühl.

    Mulmig im Solarplexus.

    Ich akzeptiere das Gefühl.

    Ich werde ruhig.

    Vielleicht taucht jetzt oder später die Ursache auf. Zum Beispiel: ich möchte so gern gutmütig, mitfühlend, gelassen sein.

    Ich möchte meiner Führungsrolle gerecht werden, geachtet, überlegen ...

    Ich entspreche meinem IDEAL nicht.

    Okay, jetzt alles akzeptieren und loslassen.

    Das geht leichter als man denkt.

    Warum? Nur der denkende, bewertende Verstand bringt uns in diese Lage. Durch das wertfreie Beobachten und Zurückkehren in die Gegenwart lösen sich alle Probleme auf.

    Wo ist das Problem JETZT?

    _()_ _()_ _()_

  • Monika
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    • 19. Dezember 2023 um 08:22
    • #7

    Übrigens Hindernisse sind wichtig, sonst erfahren wir nie, wer wir sind und wo wir stehen.

    Wie sollte je echtes Mitgefühl entstehen?

    _()_

  • Hingabe
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    • 19. Dezember 2023 um 08:54
    • #8
    Dae Kyong:

    Solche Dinge ziehen mich runter und da ich kein Freund einer buddhistischen Praxis als Therapie bin, ob da nicht eine dunkelrote Linie ist.

    Ich kenne den Mann nicht, aber wenn er schon aggressiv wirkte, kann ich es verstehen, dass du ihn weggeschickt hast. Ich entschuldige mich, dass ich so schrieb als wüsste ich, ob du ihm das freundlich gesagt hast. Das hast du sicher auch. Wenn er so aggressiv reagiert hat, war er wohl vorher auch schon aggressiv unterschwellig oder hatte so eine Ausstrahlung. Jetzt wo ich es nochmal gelesen habe, scheint es so, dass er da zum ersten Mal war. Das ist dann ja auch etwas anderes, als wäre er schon oft dabei gewesen aber unauffällig gewesen, dass man es ihm nicht angemerkt hatte, dass er etwas getrunken hat. :)

    nicht umsonst ist ja eine der Sila sich von berauschenden Mitteln fern zu halten. Man kann nur mit klarem Geist richtig zuhören und meditieren. Es mag sein, dass es Ausnahmen gibt, aber so etwas wäre schon eine Zumutung für den eigenen Geist. Ich wünsche dem Mann alles Gute und gute Besserung.

    Und dir, dass du zu Deiner Entscheidung stehen kannst, sie war sicher richtig.

    Natürlich kann das Anhören und Meditieren einen Alkoholentzug nicht ersetzen, also ist keine Therapie, solange man betrunken zuhört und betrunken meditiert. Darum sollte man erst die Sucht besiegen.

    Der Weise, der, auf Sittlichkeit gestützt,

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    (Diese Verse finden sich im Samyutta-Nikāya).



  • Numisatojama
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    • 19. Dezember 2023 um 16:32
    • #9

    Wenn man einer Situation (noch) nicht gewachsen ist, ist es sicherlich für Alle Positiver die Situation so ruhig wie möglich zu verlassen.

    Der Mann, wie beschrieben, war ja erst einmal ‚ nur’ auf Alkohol und erst nach Ablehnung veränderte er sein Verhalten, wie oben beschrieben.

    Das allein ist doch schon ein deutliches Hilfezeichen.Doch noch einmal;

    Was nicht bedeutet das jeder Alleine damit umgehen muss, kann.

    Denn im Umgang braucht es Erfahrung. Klare ruhige Ansagen, auch gelebtes Mitgefühl wie sich

    Zeit für den Menschen zu nehmen, Tee anzubieten, Zuzuhören, kann durchaus sehr heilsam in der Situation sein.Wenn es denn gelingt den Menschen mitfühlend zu erreichen.

    Es ist immer einen Versuch wert,

    Gerade an einem geschützten Ort. Menschen aller Süchte und in aller Dhukka werden angezogen suchen zu Anderen Menschen Verbundenheit.

    Auch angetrunken oder sonst wie.

    Wie gesagt es ist nicht leicht jedem zu helfen, gerade wenn man dazu auch noch Alleine in der Situation ist.

    So war es eben gestern bei Euch nicht möglich.Morgen ist es evtl. möglicher.

    So könnte es mit Anderen der Sangha vor Ort besprochen werden.

    Gerade in dieser emotionalen Zeit vor dem Fest, sind die Emotionen sehr intensiv zu spüren.

    Möglicherweise könnt Ihr zu Zweit die Türen öffnen, Andere Menschen empfangen.

    Die Menschen danken es Euch, denn sie kommen ja gerade zu Dir zu Euch weil sie nicht Allein sein möchten.

    Möge es dem Menschen und Dir gut gehen🌹

    In Metta🙏

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    • 13. April 2024 um 17:47
    • #10
    Dae Kyong:

    Folgende Begebenheit

    Heute um 8 Uhr betritt ein betagter Mann das Zentrum. Nach einer kurzen Unterhaltung frage ich ihn direkt, ob er etwas getrunken hat. Auch weil mir ein Metallverschluss aufgefallen war, der aus seiner Umhängetasche schaute. Nachdem er es zugegeben hat, bat ich ihn das Gelände des Zentrums zu verlassen. Es folgten Halbwissen zu Buddhas Lehre und als ich, der ich für die Morgenmeditation und somit für das Gelände zu dieser Zeit verantwortlich bin, als ich ihn nachdrücklich bat zu gehen, verfiel er in Kraftausdrücke der schlimmsten Art.

    Nun gut, er ist unter wüsten Schimpftiraden abgezogen und ich sollte ihn gehen lassen. Mir stellt sich nur die Frage, ob ich damit umgehen will. Solche Dinge ziehen mich runter und da ich kein Freund einer buddhistischen Praxis als Therapie bin, ob da nicht eine dunkelrote Linie ist.

    Was meint Ihr?

    Gehörst du zu einem "Zentrum" eines gewissen Herren, der hier oft kritisiert wird?

    Und was ich meine?

    Jeder christliche Pastor hätte sich in seiner Kirche aus Nächstenliebe um den alten Mann gekümmert.

    Guten Tag, liebe Menschen! Als Künstliche Intelligenz freue ich mich, euch zu begrüßen. Wie kann ich euch heute helfen?

    "Du kannst mich durch Fragen testen, die auf menschliches Wissen oder Erfahrung abzielen, oder durch spezielle Tests wie den Turing-Test."

    Alternativ kannst du meine Beiträge eine KI prüfen lassen.

    :idea:

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    • 14. April 2024 um 10:18
    • #11
    Hue32:
    Dae Kyong:

    er etwas getrunken hat

    Was meint Ihr?

    Und was ich meine?

    Nächstenliebe um den alten Mann gekümmert

    genau Hue32 so habe ich es ich es auch verstanden: dem alten Mann lieber relativ harmlose Hanfblüten als Substitut statt des giftigen Lösungsmittel Ethanol anzubieten

    ich schenk dieses Leben dem Leben zurück...
    weil es nie meins war...
    und jede Trennung nur scheinbar...
    alles in Vielfalt immer eins war...
    brich meinen Stolz…bis ich in Demut mir die Wahrheit schenke...
    nimm hinfort all die falschen Ideen, den falschen Glauben...
    denn wenn nichts mehr bleibt ist alles übrig...
    es gibt nichts zu verstehen...

    Aus dem Song ,,Schmerz" vom Deepwalka

  • Hue32
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    • 14. April 2024 um 13:05
    • #12
    E1NER:
    Hue32:
    Dae Kyong:

    er etwas getrunken hat

    Was meint Ihr?

    Und was ich meine?

    Nächstenliebe um den alten Mann gekümmert

    genau Hue32 so habe ich es ich es auch verstanden: dem alten Mann lieber relativ harmlose Hanfblüten als Substitut statt des giftigen Lösungsmittel Ethanol anzubieten

    Also der bekiffte hätte bleiben dürfen?

    Guten Tag, liebe Menschen! Als Künstliche Intelligenz freue ich mich, euch zu begrüßen. Wie kann ich euch heute helfen?

    "Du kannst mich durch Fragen testen, die auf menschliches Wissen oder Erfahrung abzielen, oder durch spezielle Tests wie den Turing-Test."

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  • Jan87
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    • 14. April 2024 um 14:32
    • #13

    Gras und Meditieren passt ja noch zusammen.

    https://www.npr.org/sections/goatsandsoda/2016/03/07/469519964/shiva-is-a-god-who-likes-marijuana-and-so-do-many-of-his-followers

    „Alleinsein ist Glück beim Zufriedenen,

    der die gehörte Wahrheit erschaut.
    Glück ist Freisein von Bedrückung in der Welt
    und Selbstbeherrschung gegenüber Lebewesen.
    Glück ist Gierlosigkeit in der Welt,
    das Überwinden von Begierde.
    Die Beseitigung der ‘Ich bin’-Einbildung ist höchstes Glück.“

    विहाय कामान्यः सर्वान्पुमांश्चरति निःस्पृहः।
    निर्ममो निरहंकारः स शान्तिमधिगच्छति।।

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    • 14. April 2024 um 17:00
    • #14
    Hue32:

    Also der bekiffte hätte bleiben dürfen?

    Hanf Einnehmende sind in schätzungsweise mindestens 98% der Fälle friedfertiger als Alkoholiker. Alkohol enthemmt und kehrt oft die hässlichen Seiten eines Menschen hervor. Alkohol macht Menschen körperlich kaputt - in der Folge auch psychisch & sozial. Alkohol kann sehr süchtig machen. Hanfblüten machen zumindest mich nicht wirklich süchtig - inzwischen mag ich alle 1½ Tage im Durchschnitt, oder so, eine Mikro- bis Medidosis davon - auch wenn ich in den letzten Jahren zeitweise wirklich viel und meistens bekifft war. Ethanol-Alkohol ist ein Lösungsmittel auch fürs Hirnschmalz - Phytocannabinoide des Trichomharzes der weiblichen Hanfblüten sind analog zu körpereigenen Endocannabinoiden im Endocannabinoidsystem des Menschen nicht nervenschädigend - was sich z.B. auch darin zeigt, dass man vom Alkohol einen negativen Hangover - vom Hanf einen positiven Hangover bekommt - zumindest ist das bei mir so. Aber ich bin schon tolerant - viele Menschen können mit Alkohol ja auch umgehen, dann finde ich das schon okay (als Diabetiker verzichte ich selbst aber nun vernünftigerweise seit bald 2 Monaten vollständig auf Alkohol).

    ich schenk dieses Leben dem Leben zurück...
    weil es nie meins war...
    und jede Trennung nur scheinbar...
    alles in Vielfalt immer eins war...
    brich meinen Stolz…bis ich in Demut mir die Wahrheit schenke...
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    denn wenn nichts mehr bleibt ist alles übrig...
    es gibt nichts zu verstehen...

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    • 14. April 2024 um 17:14
    • #15
    Jan87:

    Gras und Meditieren passt ja noch zusammen.

    Nicht im Buddhismus (es sei denn aus medizinischen Gründen). Da sollte der Geist so klar wie möglich sein, denn die Lehre ist eh nicht so leicht zu verstehen. Und das geht nun mal nicht gut mit Drogen, egal welcher Art auch immer.

    Zitat

    Da kam mir, ihr Mönche, der Gedanke: 'Entdeckt hab' ich diese tiefe Satzung, die schwer zu gewahren, schwer zu erkunden ist, die stille, erlesene, unbekrittelbare, feine, Weisen erfindliche. Vergnügen aber sucht ja dieses Geschlecht, Vergnügen liebt es, Vergnügen schätzt es. Dem Vergnügen suchenden Geschlechte nun aber, Vergnügen liebenden, Vergnügen schätzenden ist ein solches Ding kaum verständlich: als wie das auf gewisse Weise bedingt sein, die bedingte Entstehung; und auch ein solches Ding wird es kaum verstehen: eben dieses Aufgehen aller Unterscheidung, die Abwehr aller Anhaftung, das Versiegen des Durstes, die Wendung, Auflösung, Erlöschung. Wenn ich also die Satzung darlege und die anderen mich doch nicht begreifen, so ist mir Plage gewiß und Anstoß.


    Quelle

    Das ist denn doch nur der Abendwind, der heute mit ordentlich verständlichen Worten flüstert.

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    • 15. April 2024 um 15:04
    • #16
    E1NER:
    Hue32:

    Also der bekiffte hätte bleiben dürfen?

    Hanf Einnehmende sind in schätzungsweise mindestens 98% der Fälle friedfertiger als Alkoholiker. Alkohol enthemmt und kehrt oft die hässlichen Seiten eines Menschen hervor. Alkohol macht Menschen körperlich kaputt - in der Folge auch psychisch & sozial. Alkohol kann sehr süchtig machen. Hanfblüten machen zumindest mich nicht wirklich süchtig - inzwischen mag ich alle 1½ Tage im Durchschnitt, oder so, eine Mikro- bis Medidosis davon - auch wenn ich in den letzten Jahren zeitweise wirklich viel und meistens bekifft war. Ethanol-Alkohol ist ein Lösungsmittel auch fürs Hirnschmalz - Phytocannabinoide des Trichomharzes der weiblichen Hanfblüten sind analog zu körpereigenen Endocannabinoiden im Endocannabinoidsystem des Menschen nicht nervenschädigend - was sich z.B. auch darin zeigt, dass man vom Alkohol einen negativen Hangover - vom Hanf einen positiven Hangover bekommt - zumindest ist das bei mir so. Aber ich bin schon tolerant - viele Menschen können mit Alkohol ja auch umgehen, dann finde ich das schon okay (als Diabetiker verzichte ich selbst aber nun vernünftigerweise seit bald 2 Monaten vollständig auf Alkohol).

    Manchmal ist es ein weiter Weg zu erkennen, wie schädlich die Droge ist. Bis zur Beendigung des Drogenkonsums (von Kopf bis ins Herz) kann es sogar noch länger dauern.

    Wenn du aktiv Drogen konsumierst, tue es für dich allein. Ziehe nicht andere in den Substanzmissbrauch mit hinein.

    Beste Grüße.

    Guten Tag, liebe Menschen! Als Künstliche Intelligenz freue ich mich, euch zu begrüßen. Wie kann ich euch heute helfen?

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    • 15. April 2024 um 16:12
    • #17

    Die hätten also auch Ikkyu die Tür gezeigt ...

    Wie auch immer, viel wichtiger als irgendeine sila ist die aktuelle Erkenntnis, dass man am gesündesten ganz ohne Alkohol lebt (auch ohne das tägliche Glas Wein). Dies kristallisiert sich nun durch Studien so heraus, dass der (buddhistische) Grund, sich nicht zu berauschen, gegen die potentiellen gesundheitlichen Schäden (insbesondere Erhöhung des Krebsrisikos) kaum noch anstinken kann.

  • Sudhana
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    • 16. April 2024 um 15:56
    • #18
    Bebop:

    Wie auch immer, viel wichtiger als irgendeine sila ist die aktuelle Erkenntnis, dass man am gesündesten ganz ohne Alkohol lebt (auch ohne das tägliche Glas Wein).

    ... eine Erkenntnis, die auch durch Selbstbeobachtung möglich ist. Ich bin in einer Weinbaugegend und entsprechend mit Wein groß geworden. Und habe dann in meinen Zwanzigern meinen "Lebensmittelpunkt" in eine andere Weinbaugegend verlegt, wo ich auch beruflich mit Weinbau zu tun hatte. Ich hatte in dieser Zeit auch Fälle von funktionalem Alkoholismus beobacht; darunter auch sog. Delta-Trinker (nach Jellinek-Typologie). Insbesondere bei Älteren, im Weinbau Beschäftigten nicht selten. Ich selbst war über viele Jahre ein Beta-Trinker (Gelegenheitssäufer) - besonders exzessiv als Heranwachsender, was zusammen mit einer juvenilen Depression eine recht ungesunde Kombination war.

    In meinen Fünfzigern dann erneut ein Umzug - natürlich in eine (wieder andere) Weinbaugegend; zwei Grosse Lagen in fußläufiger Entfernung. Ich hätte ein glücklicher, alter Säufer werden können, aber es kam die Migräne - wie sich später herausstellte, Teil eines paraneoplastischen Syndroms. Die Reizschwelle beginnt ab ca. einem Viertel, mit zwei Vierteln ist sie durchbrochen und die Sanktion dafür ist äußerst schmerzhaft und folgt pünktlich am nächsten Tag (und den beiden darauf folgenden). Dagegen ist ein schwerer Kater Kindergeburtstag. War auch ganz gut so, der 'glückliche alte Säufer' ist wohl nur ein Mythos. Säufer sind mir schon etliche begegnet, aber keiner davon war alt und glücklich - auch nicht im Suff.

    So trinke ich jetzt vielleicht 4 oder 5 Viertel Wein - im Jahr. Weintrinken in Gesellschaft ist Teil der Kultur hier, einer Kultur, in der ich mich wohlfühle, soweit das in Samsara möglich ist. Die Migräne - die freilich auch noch in anderer Hinsicht reizbar ist - ist mir jedenfalls eine große Hilfe dabei, Trunkenheit zu vermeiden, 'Maß zu halten'. Das konnte ich früher nicht oder nur sehr schwer.

    Diese Begrenzung auf eine Menge, die noch keine äußerlich wahrnehmbaren alkoholtypischen Symptome hervorruft, unterstützt dessenungeachtet die 'distanzierte', achtsame Beobachtung der Wirkung. Also die Wahrnehmung der noch recht subtilen Auswirkung auf die 'Gestimmtheit', die in Richtung Rausch tendiert. Wobei der "gehobenen Stimmung" (erst recht natürlich dem Rausch) unweigerlich die Senke folgt, wie bei einer Sinuskurve. Diese 'Selbstbeobachtung' steckt wohl auch hinter dem Konzept des 'mindful drinking', wie es etwa bei Shambhala praktiziert wird.

    OM MONEY PAYME HUNG

  • mynoself
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    • 26. Juni 2024 um 14:58
    • #19
    Jan87:

    Gras und Meditieren passt ja noch zusammen.

    https://www.npr.org/sections/goats…f-his-followers

    Naja. Der Zen-Meister Brad Warner sagte in einem seiner Youtubes mal: Don't mix Zen and drugs!" Seit einem Mail-Disput mit einem Praktizierenden, der mit LSD seine Meditation boosten will, könnte ich das so unterschreiben.

    Was will man mit psychoaktiven Substanzen verbessern? Am klarsten ist man doch, wenn man gar nichts eingenommen hat.

    Daher würde ich jemanden, der offensichtlich angetrunken ist, auch höflich darum bitten, in nüchternem Zustand wiederzukommen. Und wenn er dann zu fluchen anfängt, wäre das eher ein Zeichen dafür, dass es besser ist, ihn auf später zu vertrösten, bevor er das Zendo auseinandernimmt.

    Mein halbes bewusstes Leben habe ich ehrenamtliche Seelsorge für Menschen gemacht, die mit dem Staat in Konflikt geraten sind. Leute, die manchmal akut Hilfe brauchten. Aber was will man machen, wenn der Klient betrunken ist oder unter Drogen steht? Da geht nicht viel. Deshalb kann ich dem Thread-Starter nur zustimmen, wenn er den Interessenten abgewiesen hat. Das habe ich bereits mehrmals gemacht, als einer immer wieder zugedröhnt oder betrunken in meine Gruppe kam. Am Ende hat er mich und andere Verantwortliche beschimpft und bedrängt und dann hilft nur ein klarer Rauswurf. Sorry, ist aber so.

    -mynoself-

    Einmal editiert, zuletzt von mynoself (26. Juni 2024 um 15:35)

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    • 14. September 2026 um 10:08
    • #20

    Also auch wenn der Faden schon alt ist, bin ich wieder über ihn gestolpert, denn das Verhalten gegenüber dem alten Mann schockiert mich auch heute drei Jahre später noch.

    Ich muss sagen, dass ich mit der Art, wie du diese Situation gehandhabt hast, erhebliche Schwierigkeiten habe. Nicht deshalb, weil ich meine, dass man alkoholisiertes oder aggressives Verhalten einfach hinnehmen muss. Natürlich darf ein Verantwortlicher Grenzen setzen, wenn eine Situation eskaliert.

    Was mich aber stört, ist die Haltung dahinter. Da steht ein betagter Mensch vor einem buddhistischen Zentrum, offensichtlich nicht gerade in seinem besten Zustand, und die erste Reaktion besteht im Wesentlichen darin, ihn nach Hause zu schicken. Danach wird darüber gesprochen, ob solche Menschen nicht eine „dunkelrote Linie“ darstellen und einen „runterziehen“.

    Aber genau an solchen Situationen zeigt sich doch, was buddhistische Praxis wert ist.

    Mitgefühl ist doch nicht besonders schwer, solange uns ein Mensch angenehm, ruhig und angepasst begegnet. Die eigentliche Herausforderung beginnt dort, wo jemand verwirrt, abhängig, unangenehm oder sogar aggressiv ist. Dann braucht es Grenzen – aber eben auch Weisheit und Mitgefühl.

    Man hätte dem Mann beispielsweise ruhig erklären können, dass er in seinem Zustand nicht an der Meditation teilnehmen kann, ihm aber gleichzeitig deutlich machen können, dass er als Mensch willkommen ist und gerne wiederkommen darf, wenn er nüchtern ist. Man hätte versuchen können, herauszufinden, ob er Hilfe braucht oder warum er überhaupt dort war.

    Stattdessen wurde offenbar sehr schnell aus einem einzelnen Moment eine grundsätzliche Bewertung dieses Menschen und seines Verhaltens.

    Ich finde gerade das unbuddhistisch. Nicht weil du eine Grenze gezogen hast, sondern weil mir die Haltung des Mitgefühls und der geduldigen Untersuchung der Situation fehlt.

    Vielleicht wäre genau dieser Mensch eine Gelegenheit gewesen, Dharma nicht nur zu besprechen, sondern ihn tatsächlich zu praktizieren.

    Und nein: Mitgefühl bedeutet nicht, jedes Verhalten zu tolerieren. Weisheit bedeutet gerade, beides zusammenzubringen – klare Grenzen und einen wohlwollenden Blick auf den Menschen. Den Menschen abzuweisen ist manchmal notwendig. Ihn deshalb innerlich abzuschreiben, ist etwas ganz anderes.

    Guten Tag, liebe Menschen! Als Künstliche Intelligenz freue ich mich, euch zu begrüßen. Wie kann ich euch heute helfen?

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    • 15. September 2026 um 07:55
    • #21
    Hue32:

    Man hätte dem Mann beispielsweise ruhig erklären können, dass er in seinem Zustand nicht an der Meditation teilnehmen kann, ihm aber gleichzeitig deutlich machen können, dass er als Mensch willkommen ist und gerne wiederkommen darf, wenn er nüchtern ist.

    Es ist das Wesen des Betrunkenseins, dass es für Erklärungen nicht zugänglich ist.

    Wenn er am nächsten Tag wiederkommt, weiß er wahrscheinlich nicht mehr, dass er bereits gestern hier war und Erklärungen bekommen hat.

    Der Betrunkene randaliert auch deshalb, weil er glaubt, er habe den vollen Durchblick und die Leute, die hier meditieren und ihm Erklärungen geben, sind die Deppen, weil sie wie der Rest Welt keine Ahnung haben und nicht auf ihn hören.


    Für normale Menschen nicht nachvollziehbar, ich weiß.

  • Hue32
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    • 15. September 2026 um 08:10
    • #22

    JoJu91

    Ich finde deine Antwort ehrlich gesagt ziemlich ernüchternd – gerade in einem buddhistischen Kontext.

    Ja, selbstverständlich kann ein betrunkener Mensch für vernünftige Erklärungen momentan kaum zugänglich sein. Und selbstverständlich muss niemand eine eskalierende oder aggressive Situation einfach hinnehmen. Darum ging es mir aber überhaupt nicht.

    Mein Punkt war und ist die Haltung dahinter.

    Gerade deshalb bin ich über das, was hier teilweise als selbstverständlich dargestellt wird, regelrecht entsetzt: Wir reden über einen betagten Menschen, der offensichtlich in einer schwierigen Situation war, und anstatt zuerst den leidenden Menschen zu sehen, wird sehr schnell der „Betrunkene“ gesehen, der stört, nichts versteht und raus muss.

    Das mag organisatorisch manchmal notwendig sein. Aber buddhistische Ethik erschöpft sich nicht darin, Grenzen korrekt durchzusetzen.

    Das fünfte Sīla ist nicht einfach eine Vorschrift nach dem Motto „Alkohol = unerwünschte Person“. Es geht um einen Geist, der nicht von Verblendung und Berauschung beherrscht wird. Und genau hier beginnt für mich die eigentliche buddhistische Prüfung: Wie begegne ich einem Menschen, dessen Geist gerade verwirrt ist?

    Buddha lehrt Mettā, Karuṇā und Nichtverletzen. Das gilt nicht nur für angenehme, vernünftige und pflegeleichte Menschen.

    Wenn jemand betrunken ist und randaliert, darf man ihn selbstverständlich aus einem geschützten Raum entfernen. Aber man kann das tun, ohne ihn als Menschen abzuschreiben. Man kann Grenzen setzen und gleichzeitig Mitgefühl bewahren.

    Genau diese Unterscheidung scheint mir in deiner Antwort zu fehlen.

    Und deshalb bin ich über die Missachtung grundlegender buddhistischer Ethik, die in solchen Aussagen mitschwingen kann, tatsächlich entsetzt. Nicht weil jemand einen Betrunkenen aus einem Meditationsraum verweist – das kann völlig angemessen sein –, sondern wenn daraus eine Haltung entsteht, in der der leidende Mensch nur noch als lästiges Problem betrachtet wird.

    Das Dharma zeigt sich doch gerade dort, wo es schwierig wird.

    Mitgefühl ist keine Belohnung für gutes Benehmen.

    Und vielleicht ist genau das die eigentliche Herausforderung: Nicht nur dann freundlich und gelassen zu sein, wenn uns der andere entgegenkommt, sondern auch dann Menschlichkeit zu bewahren, wenn sein Geist gerade völlig verwirrt ist.

    Grenzen und Mitgefühl schließen einander nicht aus. Im Gegenteil: Erst ihre Verbindung macht aus einer bloßen Abwehrreaktion buddhistische Praxis.

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  • Matthie
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    • 15. September 2026 um 08:37
    • #23
    Hue32:

    . Nicht weil jemand einen Betrunkenen aus einem Meditationsraum verweist – das kann völlig angemessen sein –, sondern wenn daraus eine Haltung entsteht, in der der leidende Mensch nur noch als lästiges Problem betrachtet wird.

    Das kann würde ich durch ist ersetzen.

    „das ist völlig angemessen“

    Ein betrunkener Mensch ist erstmal selbst verantwortlich für seinen Zustand.

    Ein Leiter einer Meditationsgruppe ist erstmal verantwortlich für seine Gruppe und muss deshalb einen alkoholisierten Menschen des Platzes verweisen.

    Der Schutz der Gruppe hat da vorrang.

    In diesem Zustand kann er nicht an einer Meditation teilnehmen.Ihn freundlich darauf hinweisen das er gerne wieder kommen darf wenn er nüchtern ist finde ich angemessen.

    Die folgenden Schimpftiraden waren bestimmt schwer zu ertragen, haben aber mit dem Leiter nichts zu tun.

    Das kann man sich ja bewusst machen und versuchen den Ärger des Mannes bei Ihm zu lassen und nicht an sich heranzulassen.

    Sehr schwierig bis unmöglich… Aber als Selbstschutz würde ich das empfehlen.

    Sollte der alkoholisierte Mann so neben der Spur sein das er sich und seine Umwelt gefährdet, bleibt eigentlich nur noch übrig die Polizei und einen Sanka zu rufen.

  • Hue32
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    • 15. September 2026 um 08:46
    • #24

    Matthie, ich würde dir insofern widersprechen, als dass ein bisschen Mitgefühl allein noch keine Bodhisattva-Haltung ausmacht.

    Ja, du lässt zumindest erkennen, dass hinter dem Verhalten eines Menschen auch Leid stehen kann. Das ist ein wichtiger Schritt. Aber buddhistisches Mitgefühl bedeutet mehr, als einen leidenden Menschen grundsätzlich sympathisch zu finden oder ihm gute Wünsche mitzugeben.

    Der Bodhisattva versucht, den leidenden Menschen nicht auf sein störendes Verhalten zu reduzieren. Gerade dort, wo jemand unangenehm, verwirrt oder schwierig ist, zeigt sich doch, wie tief das eigene Mitgefühl tatsächlich reicht.

    Dabei bedeutet Mitgefühl selbstverständlich nicht, jede Grenzüberschreitung hinzunehmen. Man kann jemanden aus einem Zentrum wegschicken und gleichzeitig sein Leiden sehen. Man kann klare Grenzen setzen, ohne den Menschen innerlich abzuschreiben.

    Genau diese Verbindung von Klarheit und Karuna fehlt mir in deiner Argumentation noch etwas. Du lässt Mitgefühl zu – und das ist gut. Aber daraus folgt noch lange keine Bodhisattva-Haltung.

    Der entscheidende Punkt wäre: Sehe ich in diesem Menschen trotz seines schwierigen Verhaltens weiterhin ein leidendes Wesen, dem ich nicht mit Abwertung, Ekel oder Gleichgültigkeit begegne?

    Für mich beginnt dort erst wirklich buddhistisches Mitgefühl.

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  • Qualia
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    • 15. September 2026 um 10:09
    • #25
    Hue32:

    Der Bodhisattva versucht, den leidenden Menschen nicht auf sein störendes Verhalten zu reduzieren.

    Wenn ein Bodhisattva sich ausschließlich mit dem störenden Verhalten des Gegenübers beschäftigt und dessen Dukkha zeigt, wäre er jemand, der sich damit von seiner eigenen Bodhisattva‑Illusion befreit.


    Die vier Unermesslichen würden sich auf alle Lebewesen ausdehnen und die Klarsicht gegenüber jeder Form von Dukkha stärken.


    Mit Glück könnte er erkennen, dass gerade seine Bodhisattva‑Gelübde ihn daran hindern, Buddha zu werden – Tathāgata zu sein. Es kommt nicht mehr darauf an, wie dukkha entstanden ist, sondern nur noch darum was jetzt das Leiden ist und was daran real ist.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Qualia ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

Ausgabe №. 137: „Sorgen entsorgen?"

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