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  1. Buddhaland Forum
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Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

  • Tim1
  • 29. November 2023 um 23:20
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    • 21. Dezember 2025 um 09:33
    • #1.126

    ICH lebe im inneren bedingten Entstehen und im äußeren bedingten Entstehen. Das, was ich glaube zu sein, ist das Innere Ich-bin und wie mich andere erkennen, das Äußere.

    Das Ich lebe, das Innere und das Äußere ist das ganze Universum, ohne zuviel oder zuwenig. Was gibt es abzugeben und was zu gewinnen?

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Tim1
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    • 21. Dezember 2025 um 14:54
    • #1.127

    Der Kern meiner Aussagen, der sich wie ein roter Faden durch meine Beiträge gezogen hat, ist:


    "Ich beobachte eine zunehmende Verhärtung im Umgang der Menschen miteinander und ziehe daraus Konsequenzen für mein eigenes Leben."


    Ich bin auf einem Punkt, wo Worte nicht mehr etwas sortieren, sondern beschreiben, was entschieden ist.

    Jetzt ist auch der Punkt erreicht, wo ich das nicht mehr möchte!


    Es ist keine Verbitterung, sondern ich möchte einfach viel Neues ausprobieren. Ich brauche Menschen, wie Ärzte, Handwerker, die konstruktive Zusammenarbeit in der Arbeit, aber sonst wird sich so ziemlich alles ändern.


    Das ist keine ad hoc Entscheidung sondern eine lange gereifte bewusste Veränderung.


    Schön endlich eine Form von Freiheit zu spüren.

  • Rimi Dalv
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    • 21. Dezember 2025 um 19:18
    • #1.128

    Tim1

    Nach dem Kennenlernen des Dhamma musste ich nicht ganz schmerzfrei den Umgang mit Menschen neu lernen. Dabei waren ein Paar Punkte schwer zu akzeptieren. Zum einen die Hilfsbereitschaft ist nur gefragt gut, nicht ungefragt. Sonst erzeugt man ein Konflikt. Das andere war: jemandem garantiert die richtigste und edelste Ansicht ungefragt aufzuzwingen ist eine Form von Gewalt. Noch das andere: alle Wesen dürfen falsche Ansichten pflegen und auch sich falsch verhalten, das ist deren und auch meine Freiheit. Und noch eines: ich kann die Welt nur verändern indem ich mich verändere, und das kann ich an den Menschen und auch Tieren in meinem Umfeld bereits nach einiger Zeit beobachten.


    Falls das am Thema vorbei ging, bitte ich um Verzeihung. Irgendwie hatte ich das Bedürfnis meinen Senf dazugeben.

    ...seid euch selbst die Zuflucht ... die Lehre sei euch Zuflucht, habt keine andere Zuflucht (DN16)

  • Bernd
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    • 21. Dezember 2025 um 20:47
    • #1.129
    Rimi Dalv:

    Falls das am Thema vorbei ging, bitte ich um Verzeihung. Irgendwie hatte ich das Bedürfnis meinen Senf dazugeben.

    weise Worte.

    Danke.

  • Tai
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    • 24. Dezember 2025 um 10:48
    • #1.130
    Rimi Dalv:

    Das andere war: jemandem garantiert die richtigste und edelste Ansicht ungefragt aufzuzwingen ist eine Form von Gewalt. Noch das andere: alle Wesen dürfen falsche Ansichten pflegen und auch sich falsch verhalten, das ist deren und auch meine Freiheit.

    Wirklich eine weise und wichtige Botschaft, wie ich finde. Wie könnte ich, wenn ich das nicht akzeptiere, in meiner eigenen Praxis jemals wirklich loslassen? Und zweitens: Wie könnten, wenn sie nicht ihre eigenen "Fehler" machen dürfen, andere jemals etwas nachhaltig lernen?


    Auch die Hirnforschung der letzten Jahre und Jahrzehnte bestätigt, dass Lernen keineswegs ein passiv empfangender, sondern stets ein aktiver Gehirnprozess ist. Das alte Lernmodell davon, jemandem etwas beibringen zu können, gilt daher auch als überholt. Im pädagogischen Konzept des Konstruktivismus spricht man auch davon, dass der Lernende den Lerninhalt als eigenständigen Prozess im Gehirn aktiv konstruieren muss. Der Lehrende wird damit zum Ko-Konstrukteur, der Bedingungen schafft, Lehrinhalte bereitstellt und Lernschritte anbietet bzw. vorlebt. Mehr können wir (nach meinem Verständnis) auch als Buddhisten nicht tun.


    Oder, wie man im Zen sagt: Du kannst die Kuh zum Wasser führen, aber trinken muss sie von allein.

  • Igor07
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    • 24. Dezember 2025 um 11:02
    • #1.131
    Rimi Dalv:

    Und noch eines: ich kann die Welt nur verändern indem ich mich verändere,

    Meine innere Welt, oder meine eigene Einstellung, aber nicht mehr.

    Die Welt bleibt so, wie sie ist.

    Meine eigene Wahrnehmung jedoch kann ich bestimmt beeinflussen.

    So:


    https://www.palikanon.com/khuddaka/dhp/dhp.html#Yamaka


    Zitat

    1
    Den Dingen geht der Geist voran; der Geist entscheidet:
    Kommt aus getrübtem Geist dein Wort und dein Betragen.
    So folgt dir Unheil, wie dem Zugtier folgt der Wagen.
      
    2
    Den Dingen geht der Geist voran; der Geist entscheidet:
    Entspringen reinem Geist dein Wort und deine Taten,
    folgt das Glück dir nach, unfehlbar wie dein Schatten.

    Alles anzeigen

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Rimi Dalv
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    • 24. Dezember 2025 um 11:35
    • #1.132
    Igor07:
    Rimi Dalv:

    Und noch eines: ich kann die Welt nur verändern indem ich mich verändere,

    Die Welt bleibt so, wie sie ist.

    Das ist eigentlich richtig, aber nur eigentlich, oder gilt für einen angenommenen „externen“ Betrachter. Meine Welt (so wie ich sie erfahre) hat sich verändert. Die, die so geblieben ist, ist für mich nicht mehr zugänglich, außer in abstrakten Gedanken.

    ...seid euch selbst die Zuflucht ... die Lehre sei euch Zuflucht, habt keine andere Zuflucht (DN16)

  • Igor07
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    • 24. Dezember 2025 um 12:53
    • #1.133
    Rimi Dalv:

    Meine Welt (so wie ich sie erfahre) hat sich verändert.

    Ja, deine innere Erfahrung, dein Erlebnis, aber nicht zu verwechseln mit der Welt "da draußen".

    Wenn der Krieg tobt oder jemand anderswo etwas Schlimmes tut, können wir es nicht ändern.

    Also, um das Ganze abzurunden: fast Immer lese ich von TE, dass die Leute nicht so gut sind, also bleibt es beim Eskapismus. Aber der Buddhismus ist keine "innere "Flucht vor der Realität.

    So, wie ich es verstanden habe.:shrug::taube:_()_

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • Rimi Dalv
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    • 24. Dezember 2025 um 15:29
    • #1.134
    Igor07:
    Rimi Dalv:

    Meine Welt (so wie ich sie erfahre) hat sich verändert.

    Ja, deine innere Erfahrung, dein Erlebnis, aber nicht zu verwechseln mit der Welt "da draußen".

    Wenn der Krieg tobt oder jemand anderswo etwas Schlimmes tut, können wir es nicht ändern.

    Also, um das Ganze abzurunden: fast Immer lese ich von TE, dass die Leute nicht so gut sind, also bleibt es beim Eskapismus. Aber der Buddhismus ist keine "innere "Flucht vor der Realität.

    So, wie ich es verstanden habe.:shrug::taube:_()_

    Wir sind uns eigentlich einig und versuchen das gleiche mit unterschiedlichen Worten zu umschreiben.

    ...seid euch selbst die Zuflucht ... die Lehre sei euch Zuflucht, habt keine andere Zuflucht (DN16)

  • Tim1
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    • 2. Januar 2026 um 22:53
    • #1.135

    In meiner eigenen Arbeit an mir ist mir etwas deutlich geworden:
    Es geht mir weniger um die Frage, ob früher alles besser war, sondern um die Art, wie wir heute miteinander umgehen – und was das innerlich mit mir macht.


    Ich habe gelernt, genauer zu unterscheiden:
    Was liegt in meiner Verantwortung – und was nicht.
    Ich kann die Gesellschaft nicht verändern, aber ich kann meinen Umgang mit ihr klären.

    Was ich als belastend erlebe, ist weniger „die Welt“, sondern bestimmte Entwicklungen im Miteinander:


    Gespräche sind oft flüchtig, Rückmeldungen bleiben aus, Verantwortung wird schneller abgegeben, Konflikte entweder vermieden oder scharf ausgetragen. Vieles wirkt indirekt, ungeklärt, passiv-aggressiv. Das kostet Energie.


    Meine Konsequenz daraus ist keine Anklage, sondern eine innere Ordnung:
    Tempo reduzieren.


    Denken und Reden trennen.
    Gespräche auf ihren Kontext beschränken.
    Keine unnötige Komplexität.
    Keine Energie in Austausch investieren, der nicht nährt oder klärt.


    Gerade deshalb erscheint mir diese innere Arbeit wichtig:
    Ordnung im eigenen Handeln zu schaffen – dort, wo ich tatsächlich Verantwortung trage.


    Tim

  • Tim1
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    • 27. Januar 2026 um 19:16
    • #1.136

    Hallo,


    In den letzten Monaten mehren sich weltweit politische Entwicklungen, die mich nachdenklich stimmen. Besonders in den USA zeigen sich Tendenzen einer zunehmenden Macht Konzentration staatlicher Behörden, etwa im Umgang mit Migration und innerer Sicherheit.


    Berichte über schwere Menschenrechtsverletzungen, bis hin zu Todesfällen in staatlichem Gewahrsam, werfen Fragen nach Rechtsstaatlichkeit und Kontrolle auf.


    Parallel dazu ist zu beobachten, dass sich die USA zunehmend auch in europäische politische Diskurse einmischen, unter anderem durch offene Unterstützung rechter Parteien. Umgekehrt bleibt die politische Reaktion Europas auf diese Entwicklungen vergleichsweise verhalten.

    Besorgniserregend ist zudem die Entwicklung der Meinungsfreiheit in einzelnen westlichen Demokratien.


    Besonders in Großbritannien gibt es Berichte über eine deutlich zunehmende strafrechtliche Verfolgung politischer Äußerungen, vor allem im Zusammenhang mit sozialen Medien. Dabei geht es nicht ausschließlich um Aufrufe zu Gewalt, sondern teils auch um politische Meinungsäußerungen, was eine legitime Debatte über die Grenzen von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und freier Rede aufwirft.


    Natürlich sind autoritäre Entwicklungen auch aus Russland oder China bekannt. Neu ist jedoch, dass ähnliche Tendenzen zunehmend auch aus Ländern kommen, die bislang als stabile demokratische Bezugspunkte galten. Das verändert globale Machtverhältnisse und Verlässlichkeit.


    Im buddhistischen Kontext begegnet man solchen Entwicklungen oft mit Gelassenheit oder dem Rückzug auf das rein Persönliche. Achtsamkeit bedeutet für mich jedoch nicht Wegsehen, und Gleichmut ist nicht gleich Verantwortungslosigkeit. Zu sagen, man könne ohnehin nichts ändern, ist nicht automatisch Weisheit.


    Mein Anliegen ist daher kein politischer Aktivismus, sondern ein Hinweis darauf, dass ethische Wachheit und gesellschaftliche Aufmerksamkeit auch Teil einer verantwortungsvollen Haltung sein können.

  • Monikamarie
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    • 27. Januar 2026 um 19:44
    • #1.137

    Und was schlägst Du vor, Tim?

    _()_Monika

  • Tim1
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    • 27. Januar 2026 um 20:10
    • #1.138

    Liebe Monika,


    Ich plädiere dafür, Gelassenheit nicht mit Wegsehen zu verwechseln.
    Achtsamkeit schließt für mich ethische Wachheit ein – mehr wollte ich nicht sagen.


    Liebe Grüße Tim

  • void
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    • 27. Januar 2026 um 20:21
    • #1.139

    Buddhismus lehrt ja, wie man auch unter negativen Umständen heiter bleiben kann.

    Aber gleichzeitig gibt es so einen Imperativ, dass man angesichts negativer Umstände nicht heiter bleiben sollte, sondern "nachdenklich" und "besorgt" sein soll. Leiden soll man unter den Mißtständen , den nur wer leidet hat den Leidensdruck etwas zu verbessern.


    Aber ist es dann sinnvoll, dass sich über möglichst viel Gedanken und Sorgen machen? Das man sich so eine Liste macht und dann so alle fünf Minuten zwischen Trump, Faschismus, Klima, Artensterben wechselt und so zur vollen Stunde über die deutsche Bahn sorgen?

  • Tim1
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    • 28. Januar 2026 um 19:31
    • #1.140

    Ich habe weder gefordert, permanent zu leiden, noch eine Art Sorgen-Marathon zu veranstalten. Und ich habe auch nicht behauptet, man müsse die Welt retten oder fertige Lösungen liefern.


    Das ist eine Verkürzung meines Beitrags, die ich so nicht stehen lassen möchte.


    Mein Punkt war ein anderer: Gelassenheit ist keine Ausrede für Wegsehen. Achtsamkeit bedeutet nicht, sich über reale Entwicklungen ironisch hinwegzusetzen. Zwischen hysterischer Dauerempörung und buddhistischer Gleichgültigkeit gibt es einen Raum – und genau dort bewegt sich meine Kritik.


    Nachdenklichkeit ist nicht dasselbe wie Selbstquälerei. Besorgnis ist nicht gleich Panik. Und Verantwortung beginnt nicht erst dort, wo man perfekte Antworten hat, sondern dort, wo man bereit ist, unbequeme Fragen überhaupt zuzulassen.

  • Monikamarie
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    • 28. Januar 2026 um 19:49
    • #1.141
    Tim1:

    Liebe Monika,


    Ich plädiere dafür, Gelassenheit nicht mit Wegsehen zu verwechseln.
    Achtsamkeit schließt für mich ethische Wachheit ein – mehr wollte ich nicht sagen.


    Liebe Grüße Tim

    Dem stimme ich zu, lieber Tim.


    Ich schaue nicht weg, "ziehe mir aber auch nichts rein" und erhöhe damit den "Leidpegel".


    Nur, was kann ich tun mit meiner Wachheit?

    _()_:heart:Monika

  • Tim1
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    • 28. Januar 2026 um 19:55
    • #1.142

    Liebe Monika,


    für mich geht es weniger um Tun als um Nicht-Abstumpfen.


    Wachheit heißt, wahrzunehmen, ohne wegzusehen oder zynisch zu werden.


    Manchmal besteht das „Tun“ einfach darin, Haltung zu bewahren und Dinge beim Namen zu nennen – auch wenn die äußeren Möglichkeiten begrenzt sind.


    Mehr wollte ich nicht sagen.


    Liebe Grüße
    :heart:Tim

  • Monikamarie
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    • 28. Januar 2026 um 20:25
    • #1.143

    Das stimmt. Ich war nicht ganz wach und hatte den Tunnelblick.:erleichtert: Danke für Deine Hartnäckigkeit :D


    Aber im sogenannten ALLtag nenne ich die Dinge beim Namen. Ich muss dabei aufpassen, dass ich auf oberflächliche und dumme Äußerungen meiner mich umgebenden Mitmenschen nicht zu scharf reagiere.


    Deshalb übe ich mich vorallem in der Mäßigung und Akzeptanz. Es handelt sich hierbei um ältere Damen (Mitte 80), die nichts mehr dazulernen wollen.


    Warum habe ich zu denen Kontakt? Wir gehen freitags zum Schwimmen und klönen danach noch im Bistro. Soziale Kontakte eben, die ich auch pflegen möchte.

    Aber die Herausforderungen sind groß.


    _()_Monika :heart:

  • void
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    • 28. Januar 2026 um 21:27
    • #1.144

    Viel der Besorgnis die die Medienkanäle durchlfließt ist letztendlich nur Besorgnis um das "Eigene" - um das dem mit dem man sich sich mehr oder weniger identifiziert. Die Wurzel der Besorgnis ist ja das "Sorgen". Die Vogelmutter sorgt sich um ihre Nestlingen - dass sie genug zu essen haben, dass sie sicher bleiben, dass das Nest sauber bleibt. Und sobald etwas nicht mehr stimmt wird man "besorgt" bis es wieder stimmt. Für die Würmer ist man als Vogel nicht besorgt und für die Kätzchen auch nicht. Nur für das was einen am Herzen liegt und was das Herz dann du runter zieht.


    Von daher ist es wichtig sich genau anzusehen was einen umtreibt und besorgt und was nicht. Die Situation in der USA treibt einem um, weil die USA als Garant der Ordnung galt mit der man aufwuchs. Sie ist uns wichtig. Die Wirtschaft macht einem Sorgen, der Rechtsruck. Die Situation von Chinesen und Afghanen oder Venezuelanern eher nicht. Nur die Nestlingen nicht all die Würmer und Kätzchen und fühlenden Wesen. Aber der Bodhisattva ist keine Vogelmutter. Ihm ist die deutsche Wirtschaft nicht näher als die von Ruanda. Der Wurm nicht weiter weg als der Nestling.


    Auch ich mache mir natürlich um vieles Sorgen. Um die Zukunft meiner Kinder, um die Demokratie, um den Rechtsruck, um den Klimawandel, um das Artensterben, die Pünktlichkeit der Bahn und um meinen Muskelkater.

  • Tim1
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    • 28. Januar 2026 um 22:31
    • #1.145

    Liebe Monika,


    das klingt sehr nachvollziehbar.


    Mäßigung und Akzeptanz sind in solchen Situationen vermutlich tatsächlich die klügste Praxis – nicht aus Gleichgültigkeit, sondern aus Selbstschutz.


    Wachheit heißt ja nicht, überall zu korrigieren, sondern zu spüren, wo und wie man reagieren möchte, ohne sich selbst zu verlieren.


    Danke für deine Offenheit.


    Liebe Grüße
    Tim

  • Tim1
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    • 28. Januar 2026 um 22:32
    • #1.146

    Hallo Void,


    das Bild mit der Vogelmutter und den Nestlingen ist sehr treffend.


    Es zeigt gut, wie selektiv unsere Sorge oft ist – und wie schwierig es ist, diesen Rahmen zu weiten.

    Genau in dieser Spannung bewege ich mich: zwischen menschlicher Bindung und dem Versuch, nicht nur bei der Sorge um das Eigene stehen zu bleiben.


    Danke für diese Einordnung.
    Tim

  • Samadhi1876
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    • 28. Januar 2026 um 22:53
    • #1.147

    Solange man selbst nicht in seiner ruhende Mitte (wieder) verweilen kann

    Zuerst für sich ganz allein nur


    Inneren Frieden und Gleichgewicht (wieder) finden kann

    In Stille ganz allein


    Ist auch Gelassenheit und das Leiden anderer zu erblicken und zu ertragen

    Und einfach nur Mitgefühl mit ihnen und den Ursachen ihrer Leiden zu haben oft schwieriger


    Es bedingt oft

    Zuerst Mitgefühl mit sich selbst

    Wieder ankommen bei sich selbst


    Und auch zu erkennen

    Das man andere Menschen und die (ganze) Welt nie ändern kann


    Erst wenn wir wieder unsere innere Mitte (wieder) gefunden haben


    Können wir auch öfter freundlicher zu uns selbst und anderen sein


    Das Leiden anderer besser verstehen


    Und ihnen auch unser Mitgefühl einfach nur schenken


    Auch wenn die Welt und andere Menschen noch so „chaotisch“ oder widersprüchlich erscheinen


    Sonst nichts


    Es fängt immer


    Bei uns selbst an…


    Und wenn uns jemand anraunzt…


    Oder uns beklaut…


    Anlügt…


    Oder Einen Krieg beginnt…


    So wissen wir doch warum…


    Und das das nicht unseres ist…


    Und auch das wir bei uns selbst allein bleiben können…


    Wenn wir helfen können…


    Mögen wir helfen…


    Aber wir sollten auch nicht Zuviel dabei erwarten…


    immer Erfolg dabei erwarten…


    Sondern einfach nur etwas tun…


    Oder etwas nicht tun…


    Auch wenn das nicht immer einfach fällt…


    Aber aus einer ruhenden inneren Mitter heraus…


    Befreit von eigenen Verblendungen und Verlangen…


    Gelingt dies oft am Besten…

  • Aravind
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    • 29. Januar 2026 um 08:39
    • #1.148
    void:

    Viel der Besorgnis die die Medienkanäle durchlfließt ist letztendlich nur Besorgnis um das "Eigene" - um das dem mit dem man sich sich mehr oder weniger identifiziert.

    Und genau das ist es, wie "Medien" funktionieren. Das, was in der Welt passiert, verstärken und als potentielle Katastrophe darstellen, um möglichst viel Aufmerksamkeit zu bekommen, auch wenn die Auswirkungen auf den Einzelnen meist minimal sind. Und es muss "sensationell" sein (Sensation = das Gefühl ansprechend).


    Und nein, das ist auch keine neue Entwicklung. Menschen wollen sich gruseln, siehe Bänkelsänger. Das ist ein uraltes und erfolgreiches Geschäftsmodell.


    Was sich geändert hat, ist die Dichte der Informationen, die man konsumieren kann, und die die meisten Menschen konsumieren. Niemand zwingt einen, jede Nachricht in das eigene Bewusstsein zu lassen. Hygiene mit sozialen Medien wird immer wichtiger.


    Ich bin ein Informationsjunkie. Das ist beruflich gut und ein wichtiger Teil meines Jobs.


    Privat arbeite ich daran, das zu vermindern. Ich lese meine beiden wichtigsten Zeitungen mittlerweile nur noch elektronisch. Ich markiere zuerst, was mich interessiert. Und dann fange ich mit den markierten Artikeln an, und entscheide mit so viel Verstand und so wenig Bauchgefühl wie gerade möglich: Will ich das jetzt lesen, spielt das überhaupt eine Rolle? Und wenn es wichtig wäre, und ich lese es nicht, taucht das dann die nächsten Tage nicht sowieso wieder in den Nachrichten auf? Dann fällt locker mehr als die Hälfte weg. Das spart mir Zeit und Aufregung. Und ich merke es an meinem (fehlenden :) ) Gleichmut, wenn ich das nicht tue.


    Liebe Grüße,

    Aravind.

  • Monikamarie
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    21. November 1948 (77)
    • 29. Januar 2026 um 09:17
    • #1.149
    Tim1:


    Mäßigung und Akzeptanz sind in solchen Situationen vermutlich tatsächlich die klügste Praxis – nicht aus Gleichgültigkeit, sondern aus Selbstschutz.

    Moin Tim, nicht aus Selbstschutz, sondern um kein unnötiges Leid zu verursachen, vorallem bei meinem Gegenüber.


    Ich unterscheide dabei, wen ich vor mir habe.

    _()_Monika

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    21. Mai 1954 (71)
    • 29. Januar 2026 um 09:52
    • #1.150
    Monikamarie:
    Tim1:


    Mäßigung und Akzeptanz sind in solchen Situationen vermutlich tatsächlich die klügste Praxis – nicht aus Gleichgültigkeit, sondern aus Selbstschutz.

    Moin Tim, nicht aus Selbstschutz, sondern um kein unnötiges Leid zu verursachen, vorallem bei meinem Gegenüber.


    Ich unterscheide dabei, wen ich vor mir habe.

    _()_Monika

    Doch ob ich Leid beim Gegenüber erzeuge, weiß ich erst durch Gleichmut aus dem Wissen, dass ich es nie weiß, bevor das Gegenüber reagiert. Ich darf nicht schweigen, nur weil ich glaube, mein Gegenüber könnte verletzt sein.


    Wobei klar ist, dass die rechte Rede, meine Ansicht sagen und die Tugend/Sila von mir beachtet werden, niemanden gewollt und hintertreibend verletzen zu wollen.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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