Es ist ja nicht so, dass sich mit Gelassenheit nichts erreichen lässt, Gleichmut ist nicht Gleichgültigkeit. Als Beispiel fällt mir der reiche Kaufmann Anathapindika ein, der ein Schüler des Buddha wurde und wegen seiner Großzügigkeit am Ende arm, aber glücklich war. Nicht Zwang und Gewalt, sondern die Einsicht führt zu einem fundierten, dauerhaften Wandel.
Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus
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Wenn ich mit Mike Tyson in den Ring steigen will, wäre es aus meiner Sicht schon etwas verrückt, zur Vorbereitung meine Trainingsgeräte zu zerstören und eine Fastenkur zu machen und dabei drei Schachteln Zigaretten am Tag zu rauchen, auch wenn Mike Tyson mittlerweile schon ein älterer Herr ist.
Falls fasten und rauchen das ist, was Dich glücklich macht, ist da nichts verrücktes dran. Da Du den ersten Punch von Tyson eh nicht überstehen wirst, kannst Du es Dir auch gut gehen lassen.
(nur halb als Scherz gemeint)
Liebe Grüße,
Aravind.
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Falls fasten und rauchen das ist, was Dich glücklich macht, ist da nichts verrücktes dran. Da Du den ersten Punch von Tyson eh nicht überstehen wirst, kannst Du es Dir auch gut gehen lassen.
Das Thema wird emotional ergreifend dargestellt in der Monace Franze - Folge "Ein ernsthafter älterer Herr": Der "Schrecken von Schwabing" steigt in den Ring gegen den "Stier von Sendling".
Ich denke man darf den Franz in dieser Folge als verrückt bezeichnen, ohne ihm zu nahe zu treten.
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Falls fasten und rauchen das ist, was Dich glücklich macht, ist da nichts verrücktes dran. Da Du den ersten Punch von Tyson eh nicht überstehen wirst, kannst Du es Dir auch gut gehen lassen.
Das Thema wird emotional ergreifend dargestellt in der Monace Franze - Folge "Ein ernsthafter älterer Herr": Der "Schrecken von Schwabing" steigt in den Ring gegen den "Stier von Sendling".
Ich denke man darf den Franz in dieser Folge als verrückt bezeichnen, ohne ihm zu nahe zu treten.
Ellaestra beschreibt es doch super:
Ich erkläre mir das dadurch, dass die meisten Menschen andere Prioritäten haben als ich. Aus ihrer Sicht ist es womöglich nicht verrückt, was sie tun, sondern mit ihren Zielen kompatibel.
Der Punkt ist doch, dass der Monaco Franzen Probleme mit seinem Alter hat und statt wie früher als cool , als Draufgänger und als Begehrenswert rüberzukommen sich auf einmal als "ernsthafter älterer Mann" sieht. Von daher unternimmt er solche Versuche wie Verhältnisse mit jungen Frauen und das Boxen. Dies ist natürlich letztendlich vergeblich aber es löst kurzfristig bestimmte emotionale Probleme. Ich
finde das mit "verblendet" und "tragisch" viel besser beschrieben als mit "verrückt". Die Identität kommt abhanden und sie festzuhalten lässt man sich kloppen.
Vielleicht hilft es, wenn man sich statt von einer verrückten Welt umgeben sieht das so diese rührenden tragischen Gestalten sieht - die aus ihrerer Verletzung und Verblendung heraus sich und andere verletzten.
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Der sich nicht als Verblendeter erkennende oder der sich bewusst verblendende, werden meistens von der Gemeinschaft, in der er sozialisiert wurde, als ver-rückt erkannt.
Das ist ein Schutzwall der Gemeinschaft, um ihre Verblendung als normal beizubehalten. Es können Individuen entstehen, die ihre Verblendung erkennen und zu sich Verblendende werden, weil sie nicht von der Gemeinschaft ver-rückt werden möchten.
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Von daher unternimmt er solche Versuche wie Verhältnisse mit jungen Frauen und das Boxen. Dies ist natürlich letztendlich vergeblich aber es löst kurzfristig bestimmte emotionale Probleme. Ich
finde das mit "verblendet" und "tragisch" viel besser beschrieben als mit "verrückt".
Verrückt beschreibt den Schweregrad einer Handlung vielleicht manchmal einfach besser als nur Verblendung oder Tragisch.
Verrückt ist auch Kontext abhängig.
Verblendet kann man sein ganzes Leben sein.
Tragisch hat etwas von Unglück. -
Verrücktsein erkennen nur die anderen und die richten sich nach allgemein anerkannten Verhaltensnormen, wobei sie ihre Verrücktheit für normal halten. Mehrheitsentscheidungen. Minderheitenschutz ist in der Realität der Evolution nicht vorgesehen.
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Verrückt beschreibt den Schweregrad einer Handlung vielleicht manchmal einfach besser als nur Verblendung oder Tragisch.
Verrückt ist auch Kontext abhängig.
Verblendet kann man sein ganzes Leben sein.
Tragisch hat etwas von Unglück.Die Diskussion hier hatte ja ihren Ausgangspunkt in einer Aussage von Tim, der viel an der Welt "verrückt" findet. Von daher sehe ich Frage hier nicht so sehr, was die angemessene Beschreibung ist, sondern was eine konstruktive Haltung ist.
Da das Verrückte etwas ist, dem man nicht so trauen kann, ist die Haltung eher eine der Angst und der Entfremdung. Im Verrückten findet man keinen Sinn und verzweifelt daran.
Nehmen wir Angulimala. Für die meisten Leute war er einfach ein durcheknallter Massenmörder. Ein Verrückter vor dem man sich in Acht nimmt. Aber Buddha hatte keine Angst und wich ihm nicht aus. Und sah in ihm die tragische und verblendete Gestalt. Jemand der wegen eines blöden Vertrauens in einen Guru auf dem abwegige Idee kam, er müsse 1000 menschliche Finger sammeln. Ganz und gar unnötig.
Die Haltung Buddhas war eine konstruktive Haltung. Die Haltung von Bauer X der in Angulimala eine irrationale Bedrohung - einen Terror sieht ist vielleicht auch angemessen und zutreffen - gerade im Sinne des Selbstschutzes - aber Buddhas Haltung ist die heilsamere.
Der Unterschied ist vielleicht mit wieviel Angst und Entfremdung und wie viel Mitgefühl man auf den gleichen "Wahn" blickt.
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Der Unterschied ist vielleicht mit wieviel Angst und Entfremdung und wie viel Mitgefühl man auf den gleichen "Wahn" blickt.
Und inwiefern man dem täglich ausgeliefert ist…
Der Buddha ist ja deshalb angeblich immer mal wieder allein in den Wald zurück für geraume Zeit, um mal wieder „in der Leerheit zu verweilen“, sich neu zu zentrieren…
Er brauchte auch keine Arbeit, Geld, er konnte betteln gehen.Und zur Not stand da immer noch der Palast wo er wenn alles schief laufen würde wieder zurück konnte. Bzw. er schlief draussen.
Und gehen wir auch mal davon aus er hatte eine gute Kindheit. Nicht noch mit Altlasten zu kömpfen.
Zudem war er täglich mit Gleichgesinnten bzw. Gleich Interessierten umgeben.
Der moderne Mensch der in der Arbeitswelt gefangen ist, sich den Job nicht aussuchen kann, der auf Geld angewiesen ist, der nicht täglich von einer Sangha umgeben ist, der noch mit Trauma oder anderer Krankheit belastet ist, für den ist das ungleich schwerer, auch wenn das „buddhistische Prinzip“ bleibt.
Und wenn dann noch hinzu kommt, das sich in relativ kurzer Zeit ziemlich viel ziemlich schnell in der Welt ändert, und man mit bekommt, der Mensch fällt gefühlt wieder mehr zurück als das er sich weiter entwickelt, dann kann man auch „etwas ist verrückt“ oder „verrückter geworden“, besser verstehen.
Der, den das selbst nicht betrifft, täglich nicht so erfährt, der kann das auch an sich gelassener sehen, und es kommt ihm vor der andere würde „nur übertreiben“. Er kann es nur irgendwie nachempfinden. Aber es löst nicht denselben Stress aus, wie in demjenigen, der täglich damit konfrontiert wird, oder ist, und auch wenige andere Möglichkeiten hat, dem so einfach zu entkommen, wie andere. -
Alles anzeigen
Der Buddha ist ja deshalb angeblich immer mal wieder allein in den Wald zurück für geraume Zeit, um mal wieder „in der Leerheit zu verweilen“, sich neu zu zentrieren…
Er brauchte auch keine Arbeit, Geld, er konnte betteln gehen.Und zur Not stand da immer noch der Palast wo er wenn alles schief laufen würde wieder zurück konnte. Bzw. er schlief draussen.
Und gehen wir auch mal davon aus er hatte eine gute Kindheit. Nicht noch mit Altlasten zu kömpfen.
Zudem war er täglich mit Gleichgesinnten bzw. Gleich Interessierten umgeben.
Der moderne Mensch der in der Arbeitswelt gefangen ist, sich den Job nicht aussuchen kann, der auf Geld angewiesen ist, der nicht täglich von einer Sangha umgeben ist, der noch mit Trauma oder anderer Krankheit belastet ist, für den ist das ungleich schwerer, auch wenn das „buddhistische Prinzip“ bleibt.
Und wenn dann noch hinzu kommt, das sich in relativ kurzer Zeit ziemlich viel ziemlich schnell in der Welt ändert, und man mit bekommt, der Mensch fällt gefühlt wieder mehr zurück als das er sich weiter entwickelt, dann kann man auch „etwas ist verrückt“ oder „verrückter geworden“, besser verstehen.
Der, den das selbst nicht betrifft, täglich nicht so erfährt, der kann das auch an sich gelassener sehen, und es kommt ihm vor der andere würde „nur übertreiben“. Er kann es nur irgendwie nachempfinden. Aber es löst nicht denselben Stress aus, wie in demjenigen, der täglich damit konfrontiert wird, oder ist, und auch wenige andere Möglichkeiten hat, dem so einfach zu entkommen, wie andere.Ich sehe Buddha nicht als jemand der von der Wellnessblase des verwöhnten Prinzens in die Wellnessblase des sorglosen Mönches gefallen ist, sondern im Gegenteil als jemand der sich der Realität aussetzte. Eben auch so traumatischen und durchgeknallten Leuten wie Angulimala oder Kisagotami die über den Tod ihres Kindes außer sich vor Schmerz war. Aber er hat diesen Verzweifelten und Verstörten nicht dadurch geholfen, dass er aus Solidarität auch verzweifelt und verstört wurde. Sondern er setzte einen Kontrapunkt der Geduld. Zu dem dann die Verzweifelten und Verstörten Zuflucht nehmen konnten
Ich denke nicht dass wir da heute belaster sind als Kisagotami Idee Angulimala und das unsere Probleme erster und schwerwiegende sind. Auch die Leute vor hundert oder zweihundert Jahren - sagen wir Mark Twain oder Mary Shelly reagierten auf den Tod ihrer Kinder mit Fassungslosigkeit. Ob es den Eifelturm oder Smartphones gibt ist da nur Hintergrundrauschen.
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Verrückt beschreibt den Schweregrad einer Handlung vielleicht manchmal einfach besser als nur Verblendung oder Tragisch.
Um nochmal Filmfiguren heranzuziehen:
Der Monaco Franz ist eine liebenswert tragische Figur, er richtet keinen nennenswerten Schaden an, eher im Gegenteil, seine Frau hat ihn sich ja bewusst als Partner gewählt, obwohl sie mehrere Herren der besseren Gesellschaft als Dauer-Verehrer hatte.
Jack Nicholson in "Shining" flüchtet in eine Wahnwelt und rottet seine Familie aus.
Das ist schon eine andere Nummer.
Oder Peter Ustinov als Kaiser Nero in "Quo Vadis" mit seinen letzten Worten:
"Oh wie öde und trist wird das Leben für die Menschen sein ohne Nero ?
Wie können sie leben in einer Welt ohne mich ?
Wie können sie es darin aushalten ?"
Der Gegenpol Mr. Spock.
Ist der Vulkanier als strenger Logiker das Gegenteil eines Verrückten ?
Ist er gar erleuchtet ?
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Samadhi1876
Ich finde deine Gedanken sehr hilfreich, weil sie etwas ansprechen, das in der modernen Lebensrealität oft übersehen wird. Die Lehre bleibt zeitlos – aber die Rahmenbedingungen, unter denen wir praktizieren, könnten unterschiedlicher kaum sein.Der Buddha hatte Rückzugsmöglichkeiten, eine unterstützende Gemeinschaft und einen Lebensstil, der – trotz der damaligen Härten – eine klare Ausrichtung erlaubte.
Viele Menschen heute leben dagegen in einer Welt, die stark verdichtet ist: hohe berufliche und gesellschaftliche Anforderungen, wenig Raum für Stille, zunehmende soziale Härte, wirtschaftlicher Druck und nicht selten gesundheitliche Einschränkungen oder alte Verletzungen, die mitgetragen werden müssen.
Wenn man zugleich in Strukturen eingebunden ist, in denen man wenig Gestaltungsspielraum hat und große Verantwortung trägt, aber kaum darüber sprechen darf oder kann, entsteht eine Art innerer Stau. Dieser Stau ist nicht „Jammern“, sondern ein realer Teil des menschlichen Erlebens. Er wirkt sich auf Körper, Geist und Herz aus. Und er lässt sich nicht einfach „abschalten“, nur weil man buddhistische Prinzipien kennt.
Gerade dann wird deutlich, wie anspruchsvoll Achtsamkeit und Gleichmut in unserer Zeit geworden sind. Für manche ist es ein täglicher Kraftakt, überhaupt inneren Abstand zu finden – besonders wenn chronische Krankheit, Einsamkeit oder ökonomischer Druck mitschwingen. Die Welt verändert sich schnell, oft rau, und es fühlt sich manchmal an, als würden die feinen Fäden des Mitgefühls in der Gesellschaft dünner werden.
Daher finde ich es wichtig, dass man anderen nicht vorschnell vorwirft, sie würden „übertreiben“. Die äußeren Bedingungen sind eben nicht für alle gleich. Was für den einen eine kleine Welle ist, kann für den anderen ein Sturm sein, weil die Ressourcen unterschiedlich sind.
Und manchmal bleibt einem nur, unter schwierigen Umständen so würdevoll wie möglich weiterzugehen – mit der Praxis als Orientierungshilfe, auch wenn die Schritte schwer sind.
Gerade deshalb ist Austausch wertvoll: nicht um sich zu beklagen, sondern um zu verstehen, wie unterschiedlich die Belastungen sein können. Das schafft Mitgefühl – und genau davon bräuchte die Welt aktuell wieder mehr.
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Jetzt brauch ich mal "Luft".
Aus besonderen Gründen war ich letzte Woche in drei verschiedenen Gegenden in guten Restaurants essen. Es war gerammelt voll und offenbar fühlten sich alle wohl.
Die junge Frau, die ich u.a eingeladen hatte, hat ähnlich gesprochen wie Du Tim. Sie findet die AFD gut, ist ohne Arbeit, aber bekommt Unterstützung vom Jobcenter?
Glaubt eigentlich irgendjemand, dass diese Unterstützung, das Bürgergeld oder andere soziale Leistungen weitergezahlt werden, wenn die Faschisten an der Regierung sind?
Glaubt irgendjemand, dass Menschen mit psychischen Störungen dann nicht trotzdem zur Arbeit gezwungen werden, um die Schulden des Staates und der Krankenversicherung zu begleichen?
Dein Denken Tim und der jungen Frau verhilft mir nicht zu mehr Mitgefühl.
Komischerweise wird es gerade von denen befeuert, die unsere Solidargemeinschaft am nötigsten haben.
Sorry, aber ich kann diese Verblendung kaum noch aushalten.
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Dein Denken Tim und der jungen Frau verhilft mir nicht zu mehr Mitgefühl.
Was ist an Tims Meinung zu hinterfragen?
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Monikamarie
Monika, ich möchte nur ein kleines Missverständnis aufklären.
Übrigens ich arbeite seit über 40 Jahren durchgehend, also dein Vergleich mit Menschen, die den Staat benötigen verstehe ich nicht ganz.
Ich habe keinerlei politische Tendenz oder Nähe zu irgendeiner Fraktion. Politik spielt in meinem Leben keine Rolle mehr, und ich möchte auch nicht in politische Kategorien eingeordnet werden. Meine Haltung zu Themen ist rein persönlich und aus meinem eigenen Lebensweg entstanden, nicht aus einer Ideologie.Meine Werte sind schlicht menschlich: Respekt, Frieden, Gleichberechtigung, Fairness und ein gutes Miteinander. Ich habe nichts gegen andere Herkunft, andere Lebensweisen oder andere Meinungen.
Wenn ich bestimmte Entwicklungen kritisch wahrnehme, dann aus persönlicher Betroffenheit – nicht aus einem politischen Blickwinkel.
Ich wünsche mir daher einfach, dass wir uns gegenseitig ohne solche Zuschreibungen begegnen. Man kann unterschiedliche Erfahrungen haben, ohne dass dahinter eine politische Haltung stehen muss.
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Die junge Frau, die ich u.a eingeladen hatte, hat ähnlich gesprochen wie Du Tim. Sie findet die AFD gut, ist ohne Arbeit, aber bekommt Unterstützung vom Jobcenter?
Ist es nicht ungerecht gegenüber Tim1 - seine Haltung mit dieser Frau in einen Topf zu werfen?
Wenn Angst erst einmal entstanden ist - die Gründe können ja ganz nachvollziehbar sein - dann entwickelt sie leicht ein Eigenleben. Angst befördert Rückzug und Misstrauen. Man ist leichter überfordert und weniger offen - gerade gegenüber Unbekanntem, Neuen und Fremden. Man traut anderen weniger aber dafür erwartet man eher negatives. Dies ist ja gut erforscht.
Und dann wird man natürlich anfälliger für alle die eine Botschaft der Angst verkünden. Sie drücken das aus was man fühlt. Und die Botschaft weniger Solidarität zu üben - gegenüber den Fremden, den Kaputten, den Armen folgt genau der Logik der Angst und des Rückzugs. Sogar wenn man selber zu den Nutznießern staatlicher Leistungen gehört.
Viele der Beiträge von Tim1 strahlen eine tiefe Besorgnis aus die ihn für rechte Parolen zum Zielpublikum machen. Aber dies bedeutet dich nicht, dass man dieser Versuchung erliegt. Und es gibt ja auch sehr viele AfD Wähler die aus Protest und Frust wählen ohne sich Programm und Inhalte zu eigen zu machen.
Wie geht man mit der Spirale der Angst um?
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Dein Denken Tim und der jungen Frau verhilft mir nicht zu mehr Mitgefühl.
Ich denke, das muss es nicht. Man kann es einfach so stehen lassen.
Sorry, aber ich kann diese Verblendung kaum noch aushalten.
Die Verblendung des eigenen Geistes kann man sehr gut mit dem Dharma durchdringen. Dabei löst sich meiner Erfahrung nach auch die Frage nach der Verblendung der Mitmenschen auf.
mit Metta
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Ihr habt ja Recht.
Und lieber Tim, es war nicht fair, Dich mit der jungen Frau und auf Deinen Thread so zu reagieren.
Meine Verblendung wurde mir bewusst.
Bitte verzeih Tim. Ich wollte Dich nicht verletzen, ich habe mein Genervtsein auf Dich übertragen.
Alles Gute auf Deinem Weg. ❤️
Monika
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Wir Menschen
Haben halt Gedanken, Emotionen, Erinnerungen…
Die es uns manchmal einfach nur schwerer machen…
Etwas einfach geschehen zu lassen…
Oder einfach zu lassen…
Loszulassen… -
void
Danke für deine Worte.
Manchmal formuliere ich hier etwas zurückhaltender, weil mein berufliches Umfeld generell einen achtsamen Umgang mit öffentlichen Äußerungen erfordert. Das ist nichts Dramatisches – ich möchte nur sicherstellen, dass ich Verantwortung für meinen Arbeitsplatz und meine eigene Situation übernehme. Darum schreibe ich manchmal vorsichtiger, als es vielleicht notwendig erscheint.Was mich im Alltag stärker prägt, sind gesundheitliche Einschränkungen und der Umstand, dass ich vieles allein stemmen muss. Das lässt mich manche Dinge sensibler wahrnehmen. Es ist aber keine Opferhaltung – eher eine Lebenssituation, in der ich stetig versuche, ruhig und klar zu bleiben.
Was politische Themen betrifft: Ich fühle mich keiner Richtung verbunden und meide extreme Positionen. Meine Werte sind ganz allgemein menschlich – Respekt, Fairness, friedliches Miteinander –, nicht politisch motiviert.
Monikamarie
Deine Worte haben mich im ersten Moment überrascht, weil ich mich darin nicht wiedererkannt habe. Aber ich weiß, dass du es nie böse meinst, und ich nehme dir nichts übel. Es ist leicht, bei geschriebenen Worten etwas hineinzuinterpretieren, was gar nicht so gemeint war – das passiert uns allen.Mir ist nur wichtig klarzustellen, dass meine Sichtweisen keine politische Grundlage haben. Sie entstehen aus meinen persönlichen Erfahrungen und aus der Art, wie ich die Welt wahrnehme. Mehr steckt da nicht dahinter.
Ich schätze unsere Gespräche hier sehr, gerade weil sie meist von gegenseitigem Verständnis geprägt sind.
Liebe Grüße
Tim -
Hallo zusammen,
dieser Beitrag ist kein positiver.
Die letzten Wochen haben mich in meinen Begegnungen mit Menschen nachdenklich und ehrlich gesagt auch traurig gemacht. Ich erlebe viel Aggression, wenig Zuhören und kaum Bereitschaft, selbst sachliche Kritik anzunehmen. Gespräche kippen schnell in Abwehr.Für mich bestätigt sich dadurch etwas, das ich zunehmend übe: Weniger Worte, mehr Schweigen.
Nicht aus Gleichgültigkeit, sondern aus Klarheit. Zu viel Erklären, Rechtfertigen oder Offenheit führt derzeit eher zu Distanz als zu Verständnis. Kürze ist für mich zu einer Form von Selbstschutz geworden.Ich habe mich schon lange zurückgezogen, reduziere nun aber weiter auf das Notwendige. Auch im beruflichen Umfeld spüre ich mehr Kälte. Ich registriere das ohne Drama, aber nicht ohne Betroffenheit.
Was mich irritiert: Wie wenig darüber gesprochen wird, wie stark sich der Umgang miteinander in kurzer Zeit verändert hat. Positives nehme ich kaum wahr. Über vieles lässt sich ohnehin nicht offen sprechen. Meine Haltung bleibt dabei unverändert: unpolitisch, Extremismus fern, am Menschenmaß orientiert.
Der Buddhismus ist für mich ein Weg von Klarheit, Ruhe und innerer Ordnung. Vielleicht zeigt sich gerade jetzt, wie sehr diese Ruhe im Inneren verankert sein muss – weil sie im Außen kaum noch zu finden ist.
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Ich habe mich schon lange zurückgezogen, reduziere nun aber weiter auf das Notwendige. Auch im beruflichen Umfeld spüre ich mehr Kälte. Ich registriere das ohne Drama, aber nicht ohne Betroffenheit.
Soziale Kälte erscheint ja vielleicht als eine Atmosphäre die sich wie Raureif über all gleichsam legt und überall zu weniger Empathie und Solidarität führt. Im Jahr 2000 gab es im Bezug auf die Situation in Amerika das Buch "Bowling alone" dass die Auflösung des sozialen Gewebes beschrieb:
Bowling alone heißt seine einflussreiche Studie, die leider und unverständlicherweise nie in deutscher Übersetzung erschienen ist. Darin stellt er eine soziale Welt dar, deren Kitt mürbe geworden ist. Das im Jahr 2000 erstmals erschienene Buch geht auf einen Aufsatz Putnams zurück, den er schon fünf Jahre vorher im Journal of Democracy unter dem Titel »Bowling Alone: America's Declining Social Capital« veröffentlicht hatte. Putnam schildert hier wie dort die Auswirkungen des freiwilligen Rückzugs der Individuen aus dem Gemeinschaftsleben. Sozialwissenschaftlich gut belegt zeigt Putnam das auf, was er selbst »soziales Disengagement« nennt: Seit den 50er Jahren hat das Engagement der US-Bürgerinnen und -Bürger in zivilen Organisationen stark nachgelassen: Ob religiöse Gemeinschaften oder Gewerkschaften, ob politische Parteien oder Sportvereine, ob Veteranenorganisationen oder die Pfadfinder, die Mitgliederzahlen kennen nur eine Richtung, nämlich nach unten
Aber dies ist die Perspektive eines Politologen der auf das Ganze sieht. Die Ursache ist ja der Rückzug des Einzelnen, der die soziale Distanz zwischen den Menschen erhöht. Und es gibt Leute die die andere Richtung gehen und auch dafür einsetzten, zusammenzukommen. In Sport vereinen, in Chören, in buddhistischen und christlichen Gruppen. Es ist also möglich Wärme und Nähe zu fördern.
Während die Logik der Distanzierung ja ein Teufelskreis ist. Die anderen sind einem zuviel, der Umgang mit ihnen erfordert Kraft und Geduld, sie sind oft nervig, dumm und oberflächlich und von daher zieht man sich zurück, die anderen ziehen sich zurück. Und alles wird kälter. Man trinkt Salzwasser und wird bei jedem Schluck durstiger.
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Heute morgen habe ich folgenden Artikel gelesen:
Wie wir im Jahr 2026 mit dem Schwarzmalen aufhörenDiese Kolumne begibt sich in ihrer letzten Ausgabe dieses Jahres auf eine unmögliche Mission: Sie sucht im düsteren Dezember nach einem Lichtblick.www.n-tv.deInteressant auch, wenn darin geschrieben wird, das man in den 20ern tanzen und feiern ging, um sich gemeinschaftlich von der grossen Krise abzulenken.
Oft „Gefeiert“ wird heute aber anscheinend nicht mehr so viel.
Wie man manchmal lesen kann.
Mehr Netflix und digitale Medien stattdessen.Mehr privater Individualismus statt Gemeinsamkeit.
Am Ende des Artikels ist auch von „Das Glück liegt (auch) in eigenen Händen“ zu lesen.
Die Suche des Menschen nach Lösungen war schon immer Da.Die Lebensumstände waren schon immer mal einfach, mal schwierig.
Gestern habe ich ein Puzzle fertig gestellt:Am Ende fehlten mir vier Teile.
Die Verpackung schien unvollständig.
Hmh dachte ich, das hatte ich auch noch nie.
Egal dachte ich mir, dann hänge den van Gogh auch mit den fehlenden Teilen an die Wand auf, oder male die fehlenden Stellen aus.Als ich den Millenium Falcon wieder auf seinen Platz stellte, mit dem ich diese Erde mal verlassen wollte, bemerkte ich das drei fehlende Teile unter seinen Füssen klebten.
Ich war erfreut, damit hatte ich schon nicht mehr gerechnet.Es kam mir vor wie ein Geschenk des Universums.
Als hätte es mich und „was mir fehlte“ bemerkt.
Nun fehlte tatsächlich nur noch ein Teil. Aber ein dunkles schwarzes unten rechts, das aber nicht so auffällt.
Ich finde es ist auch wichtig, sich auch über etwas freuen zu können, mal wieder spontan über etwas lachen zu könne, dankbarkeit zu empfinden, sich gesehen und gefühlt fühlen, wenn auch manchmal nur vom Universum ganz allein.
Aber dafür braucht es oft erst mal wieder mehr Besinnung.Eine kleine Auszeit.
Und weniger Erwartungen.
Besonders wenn ich gestresst von der Arbeit oder von anderen stressigen Begegnungen jeder Art (Auch Nachrichten in den Medien) wieder zurück komme.
Die Lebensumstände eine jeden Einzelnen, sowie Charaktere, sind auch immer unterschiedlich.
Der eine ist reich, der andere ist arm.Der eine ist allein, der andere nicht.
Der eine hat helle Hautfarbe, der andere dunkele.
Von „Links extrem“ bis „rechts extrem“ denkende
Eine Vielfalt mit der der Einzelne, je nachdem wo er sich selbst da gerade befindet, mehr oder weniger einfach „mit dem anderen“ auch umgehen kann.
Als wären alle oder alles gleich (denkend und fühlend und liebend).Aber die einen lieben mehr das, und die anderen mehr das.
Man kann auch anfangen den Buddhismus zu lieben.Im Sinne von Interesse dafür zu zeigen.
Es ist ein erster Schritt.
Sich in eine neue Richtung zu öffnen, öffnen zu wollen.Auch weil alles andere zuvor gefühlt irgendwie weniger bis gar nicht geholfen hat.
Aber es ist auch gleichzeitig ein lebenslanger Übungsweg.
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Im Zen
Liegt der Fokus meist nur auf das Hier und JetztEs direkt zu er(leben)
Ohne zu bewerten oder anzuhaften
Und tiefste Freiheit und tiefste Verbundenheit darin zu spürenGenauso wie das reinste Wunder:
Der Morgennebel hat sich gelichtetGeblieben davon
Sind Tropfen an dürren Ästen
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Wenn ich einen Beruf habe, wo ich 8h hauptsächlich mit Problemen anderer Menschen beschäftigt bin, direkt, oder indirekt, sozial oder nicht sozial, zB auch technischer Support, und komme nach Hause, und da ist niemand, dann kann ich meist nicht sofort davon abschalten. Es bleiben ein paar Stunden bis man schon wieder in diesem Hamsterrad gefühlt sitzt.
Ist jemand anders zu Hause, kann ich mich oft einfacher ablenken: der andere erzählt mir was schönes von seinem Tage. Man teilt gemeinsame Interessen, die man auf der Arbeit nicht teilen kann.
Natürlich kann man auch abends raus gehen, sich treffen mit anderen. Aber dann kehrt man irgend wann auch wieder allein zurück. Wenn auch anders als von der Arbeit.
Ich meine heute mehr Menschen allein zu sehen.Manche tun das freiwillig.
Verreisen bewusst ganz allein um mal mehr Ruhe von anderen Menschen zu haben.
Umgekehrt leben viele glaube ich ganz allein, allein mit Kindern, oder allein im Pflegeheim, als früher.
Und je mehr man allein lebt, umso bewusster wird einem wahrscheinlich auch das eigene Individdum und die anderen Individuen und das sich getrennt fühlen.
Man denkt auch mehr über alles Mögliche im Stillen nach. Spricht meht mit sich selbst. Da weniger Gespräche mit anderen Menschen.
Genauso wie der Kapitalismus, Krieg, Armut, stellt auch die gemeinschaftliche Struktur Anforderungen, wie man diese für sich bewältigen kann.
Und die Anforderungen an jeden Einzelnen sind auch immer unterschiedlich.
Dem Einen fällt es deshalb auch einfacher gelassen zu sein, etwas einfach ignorieren zu können, als dem Anderen.
Man muss deshalb auch immer den Menschen und seine Umgebung (mit) verstehen, wenn man ihn verstehen möchte.
Und manche Lösungen sind auch ganz natürliche Lösungen, wo auch der Buddhismus nicht immer helfen kann:
Wenn ich Hunger habe hilft mir der Buddhismus nicht.Wenn ich privat allein ohne Menschen bin, zaubert er mir nicht von selbst andere Menschen herbei.
Gewisse Dinge muss ich ganz ohne Buddhismus selbst tun.
Er füttert mich nicht von alleine mit Nahrung oder Menschen mit denen ich gerne mehr zusammen wäre.
Das muss ich selbst tun.
Er verhilft mir aber zu mehr Klarheit über die Ursachen von Leiden.
Er erweitert meine Sicht auf wie die Dinge wirklich sind.
Meditation ermöglicht mir mehr Achtsamkeit auf das Hier und Jetzt, Gedanken loslassen üben, Demut, Dankbarkeit für das was Da ist
Das muss ich auch selbst tun.
Gestern habe ich mich an den Film „Zusammen ist man weniger allein“ erinnert. Manchmal macht man es sich selbst auch zu kompliziert. Sind die eigenen Erwartungen zu hoch gesteckt, oder unterscheiden sich anfangs zu viel von anderen Menschen, die ein (wieder) zusammen kommen und einfacheres Miteinander anfangs erschweren. -