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  1. Buddhaland Forum
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Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

  • Tim1
  • 29. November 2023 um 23:20
  • Zum letzten Beitrag
  • Aravind
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    • 7. November 2025 um 08:35
    • #1.051
    Tim1:

    Aber es zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben, daher bitte um Verständnis

    Kein Problem! Wer ein Problem hat, muss es ja nicht lesen.


    Tim1:

    Mir fällt in letzter Zeit immer stärker auf, dass man vieles nicht mehr sagen kann, ohne dass es gleich Konsequenzen hat.

    Stimmt. Handlungen haben Konsequenzen.

    Tim1:

    Man darf ja reden, aber nicht alles sagen, und wenn man’s tut, zahlt man halt den Preis.

    Das widerspricht etwas Deiner ersten Aussage. Du willst alles aus Deiner Sicht sagen können, ohne dass es Konsequenzen hat. Das wäre doch etwas viel verlangt. Das ist ja Deine persönlich Sicht, "das etwas falsch läuft". Andere haben natürlicherweise eine andere Position. Völlig unabhängig davon, was jeweils richtig oder falsch ist, und ob es in der Situation überhaupt richtig oder falsch gibt.


    Der einzige Fall, wo das so funktioniert, ist, wenn Du Deinem Gegenüber völlig egal bist, und er/sie Dich ignoriert.


    Tim1:

    Man kann ehrlich bleiben, auch wenn man schweigt. Und man kann das Herz offen halten, selbst wenn man das Außen nicht verändern kann.

    Das ist IMHO ein Teil des Wegs zum Glück.


    Liebe Grüße,

    Aravind.

  • Qualia
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    • 7. November 2025 um 08:47
    • #1.052

    Handlungen haben Konsequenzen. Karma hat eine Wirkung.

    Auch wenn ich nicht vorher weiß, welche Wirkungen oder Konsequenzen ich habe, kann ich nicht aufhören mit Handlung, Karma.

    Stell dir vor, dein Herz hat die gleiche Angst, was der nächste Herzschlag bewirken wird. Es wäre genauso gelähmt wie du in deiner Angst vor ganz normaler Wirkung oder Konsequenz. Verstehe: Angst frisst nicht nur die Seele, sie zerstört Leben.

    Wenn es dafür eine Quelle gibt, bin ich es.

    Ansonsten gibt es unaufzählbar viele Quellen.

  • Tim1
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    • 7. November 2025 um 10:46
    • #1.053

    Qualia
    Interessant, was du schreibst, Qualia.


    Ich verstehe, was du meinst mit dem Sprechen in der Höhle. Vielleicht reden wir alle von dort aus, nur mit unterschiedlichem Echo.


    Manchmal glaube ich, dass nicht das Schweigen das Problem ist, sondern die Erwartung, dass Worte etwas bewegen müssen.


    Ich habe für mich gelernt, dass Kommunikation nicht unbedingt Austausch bedeutet. Oft ist sie nur ein Spiegel – jeder sieht, was er sehen kann.


    Das Schweigen, von dem ich sprach, ist daher kein Verstummen, sondern eher ein inneres Zurücktreten, um den Klang der eigenen Worte nicht zu überschreien.


    Du sagst, Schweigen sei dir unmöglich, weil du ein Mensch bist.


    Ich denke, gerade darin liegt das Üben: menschlich zu bleiben, auch wenn man schweigt.
    Vielleicht ist das der Punkt, an dem Reden und Schweigen gar keine Gegensätze mehr sind.

  • Tim1
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    • 7. November 2025 um 10:58
    • #1.054

    pano
    Immer die Wahrheit zu sagen ist wie du richtig anmerkst, schwer, es kann anderen Menschen schaden.


    Dein Beispiel aus der Arbeitswelt ist gut, das sehe ich mittlerweile ähnlich. Dort ist die Sinnlosigkeit jeglicher Form von Wortspende umsonst und verändert genau Nichts.


    Das ist mein schwierigstes Übungsfeld, denn ich werde den ganzen Tag genau mit diesem Klagen konfrontiert.


    Wie du korrekt erwähnt hast, egal ob Dinge nun richtig oder falsch sind, es ändert sich nichts, daher versuche ich zu schweigen. (Wiederholung von oben).


    Wenn ich die Wahrheit ausspreche, schade ich anderen Menschen und das möchte ich nicht, ob sie nun richtig oder falsch handeln. Das ist nicht mein Thema.

  • Tim1
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    • 7. November 2025 um 11:02
    • #1.055
    Zitat

    Aravind
    Das widerspricht etwas Deiner ersten Aussage. Du willst alles aus Deiner Sicht sagen können, ohne dass es Konsequenzen hat. Das wäre doch etwas viel verlangt. Das ist ja Deine persönlich Sicht, "das etwas falsch läuft". Andere haben natürlicherweise eine andere Position. Völlig unabhängig davon, was jeweils richtig oder falsch ist, und ob es in der Situation überhaupt richtig oder falsch gibt.


    Der einzige Fall, wo das so funktioniert, ist, wenn Du Deinem Gegenüber völlig egal bist, und er/sie Dich ignoriert.

    Da will ich Dir nicht widersprechen. Menschen, wo ich weiß, sie ignorieren mich, da vermeide ich Konversation, denn es interessiert sie ohnedies nicht.

    Liebe Grüße

  • mukti
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    • 7. November 2025 um 13:10
    • #1.056
    Tim1:

    Wenn ich die Wahrheit ausspreche, schade ich anderen Menschen und das möchte ich nicht, ob sie nun richtig oder falsch handeln.


    Es kann unhöflich sein, die Wahrheit zu sagen:

    Zitat

    Wer möchte diesen Erdenball
    Noch fernerhin betreten,
    Wenn wir Bewohner überall
    Die Wahrheit sagen täten.

    Ihr hießet uns, wir hießen euch
    Spitzbuben und Halunken,
    Wir sagten uns fatales Zeug
    Noch eh wir uns betrunken.

    Und überall im weiten Land,
    Als langbewährtes Mittel,
    Entsproßte aus der Menschenhand
    Der treue Knotenknittel.

    Da lob ich mir die Höflichkeit,
    Das zierliche Betrügen.
    Du weißt Bescheid, ich weiß Bescheid;
    Und allen macht’s Vergnügen.


    Wilhelm Busch

    Alles anzeigen


    Wer unhöflich ist, schadet nicht nur Anderen, sondern auch sich selber:

    Zitat

    Höflichkeit ist Klugheit; folglich ist Unhöflichkeit Dummheit: sich mittels ihrer unnötiger- und mutwilligerweise Feinde machen ist Raserei, wie wenn man sein Haus in Brand steckt.


    Arthur Schopenhauer


    Zitate statt eigene Worte, weil ich es nicht besser ausdrücken kann.

    Mit Metta, mukti.


  • void
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    • 7. November 2025 um 18:15
    • #1.057
    Tim1:



    Mir fällt in letzter Zeit immer stärker auf, dass man vieles nicht mehr sagen kann, ohne dass es gleich Konsequenzen hat.


    Ob im Beruf oder privat – wer ehrlich ist, steht schnell allein da.


    Ich habe das akzeptiert, ohne Groll, aber manchmal ist es schon eigenartig, in so einer Welt zu leben.

    Meinungsfreigeit bedeutet, dass man seine Meinung frei äußern kann und da kann es sein, dass andere dem widersprechen und einen dann meiden. Aber dies war doch schon immer so.


    Es fällt einem nur umso weniger auf, je mehr man mit denen die einen umgeben einer Meinung ist. Was genau ist denn eigenartig?

  • Monikamarie
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    • 7. November 2025 um 18:41
    • #1.058

    Die Meinung, es gäbe keine Meinungsfreiheit mehr, ist mir abwegig.

    Es gab schon immer diese Empfindlichkeiten, wenn jemand Kritik nicht vertrug.


    Wirst Du, lieber Tim, verfolgt deswegen, musst Du befürchten, verhaftet zu werden oder rechtlich belangt?


    Dass jemand für seine Meinung vielleicht verprügelt wird, hängt ja auch mit seinem Umgang zusammen.


    Es geht auch um Respekt, u.a. Andersdenkenden oder Minderheiten gegenüber.


    Was oder wem nützt das, was ich meine, ehrlich ausspucken zu müssen?

    Warum habe ich das Bedürfnis überhaupt.


    Mein Verständnis von der Lehre Buddhas ist, dass ich weder an Meinungen noch an Rechthaberei oder Klagen über diese "schreckliche Welt" hänge.


    Übrigens: der Buddha hat alle Meinungen aufgegeben.

    Warum wohl?


    Lass einfach los, dann lässt Du unnötiges Leiden los.

    _()_:heart:Monika

  • Anna Panna-Sati
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    • 7. November 2025 um 19:59
    • #1.059

    Hallo, lieber Tim1 , :)

    Tim1:

    Ich merke, dass Schweigen oft mehr bewirkt als Reden. Nicht, weil man Angst hat, sondern weil man versteht, dass Worte nur dann Sinn haben, wenn jemand sie wirklich hören will.

    Schweigen ist allemal besser, als zu lügen (und sei es aus Höflichkeit), allerdings mag es Situationen geben, wo ein ehrliches, klares Wort - zur rechten Zeit und aus einer mitfühlenden Haltung heraus - Gutes bewirken kann.

    Tim1:

    Manchmal glaube ich, dass nicht das Schweigen das Problem ist, sondern die Erwartung, dass Worte etwas bewegen müssen.

    Ja, überhaupt die - mehr oder weniger - hoffnungsvolle Erwartung, dass man, sei es durch Reden oder Schweigen, bei(m) Anderen etwas erreichen kann, z.B eine Meinungs- oder Gesinnungsänderung, die günstigenfalls zu Verhaltensanpassungen führt.


    (Schweigen, obwohl es unrechte Rede vermeidet, könnte jedoch auch als Zustimmung (miss)gedeutet werden...)


    Tim1:

    Darum konzentriere ich mich auf das, was ich beeinflussen kann – ruhig zu bleiben, meinen Teil gut zu machen, Mitgefühl zu bewahren, wo es geht.

    :like::heart:


    Der Buddha gibt auch Antworten auf diese Fragen:


    Zitat

    A.V.198 Das wohlgesprochene Wort - 8. Vācā Sutta

    Ein Wort, ihr Mönche, das fünf Eigenschaften besitzt, ist wohlgesprochen, nicht schlecht gesprochen, untadelig, kann von Verständigen nicht getadelt werden. Welches sind diese fünf Eigenschaften?


    Wenn ein Wort zur rechten Zeit gesprochen wird, wenn es wahr, höflich, zweckmäßig ist und aus liebevoller Gesinnung kommt.


    https://www.palikanon.com/angutt/a05_181-200.html#a_v198


    Zitat

    Majjhima Nikāya 58

    An Prinz Abhaya - Abhayarājakumāra Sutta


    ...6."Ehrwürdiger Herr, würde ein Tathāgata Worte äußern, die anderen unwillkommen und unangenehm sind?"


    "Darauf gibt es keine eindeutige Antwort, Prinz."


    8. "Ebenso, Prinz, Worte, die der Tathāgata als unwahr, falsch und nicht nützlich erkennt, und die auch anderen unwillkommen und unangenehm sind: solche Worte äußert der Tathāgata nicht.


    Worte, die der Tathāgata als wahr und richtig, aber nicht nützlich erkennt, und die auch anderen unwillkommen und unangenehm sind: solche Worte äußert der Tathāgata nicht.


    Worte, die der Tathāgata als wahr, richtig und nützlich erkennt, aber die anderen unwillkommen und unangenehm sind:

    für den Gebrauch solcher Worte kennt der Tathāgata den richtigen Zeitpunkt.


    Worte, die der Tathāgata als unwahr und falsch erkennt, aber die anderen willkommen und angenehm sind:

    solche Worte äußert der Tathāgata nicht.


    Worte, die der Tathāgata als wahr und richtig, aber nicht nützlich erkennt, und die anderen willkommen und angenehm sind:

    solche Worte äußert der Tathāgata nicht.


    Worte, die der Tathāgata als wahr, richtig, und nützlich erkennt, und die anderen willkommen und angenehm sind:

    für den Gebrauch solcher Worte kennt der Tathāgata den richtigen Zeitpunkt.


    Warum ist das so?

    Weil der Tathāgata Mitgefühl für die Wesen hat."


    https://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m058z.html

    Alles anzeigen

    Ein ganz wichtiger Faktor ist also die freundlich-mitfühlende Gesinnung, die sich oft auch im Tonfall, sowie Gestik und Mimik, dem Gesprächspartner mitteilt.

    (Viele verfügen da über feine Wahrnehmungs-Antennen, spüren latente Ablehnung, Manipulationsabsichten oder unterschwelligen Ärger und blocken schlimmstenfalls daraufhin alles ab...)


    Und der Zeitpunkt muss passen:

    Beispielsweise macht eine Unterredung "zwischen Tür und Angel" oder in emotional aufgeladenen Situationen meist wenig Sinn...

    (Das Gegenüber sollte, in gewisser Weise, "aufnahmebereit" sein.)

    pano:

    Ehrlichkeit ist ein Wert.

    Innerhalb eines sozialen Gefüges muss das aber gegen andere Werte abgewogen werden.

    Ein ganz saloppes Beispiel, wenn man mir ganz ehrlich sagt "Die ist aber dick" hat man vielleicht die Wahrheit gesagt, aber wie es interpretiert wird ist eine ganz andere Frage.

    Ohne Ehrlichkeit kommt es zu einem Verlust an Vertrauen.

    ("Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht und wenn er auch die Wahrheit spricht.")


    Aus Höflichkeit zu lügen (und dazu gehört auch ungerechtfertigte Schmeichelei) ist natürlich weit verbreitet und soll für eine angenehme, friedliche Atmosphäre sorgen - es ist manchmal schwierig, da immer 100 % Ehrlichkeit zu bewahren, mit etwas Taktgefühl aber nicht unmöglich...


    Eine solche Äußerung, wie in deinem Beispiel, ist häufig nur scheinbar (und vorgeblich) "ehrlich", im Grunde handelt es sich um eine schlicht taktlose (manchmal gar verdeckt aggressive) Bewertung, die nicht selten ungefragt (!) verbalisiert und daher als übergriffig erlebt wird.


    Es stellt sich die Frage:

    Auch, wenn die obige "Beurteilung" höchstwahrscheinlich die wahrheitsgemäße Meinung/Einschätzung des Betreffenden widergibt - aus welchem Grund sollte diese - ungefragt - verkündet werden?

    pano:

    Es tut manchmal gut sich nicht nur zu überlegen: Was ist die Wahrheit, sondern auch "wie wirkt das was ich für die Wahrheit halte auf die denen ich es mitteilen möchte".

    _()_ :heart:


    Liebe Grüße, Anna :):heart:_()_

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • Samadhi1876
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    • 7. November 2025 um 21:26
    • #1.060

    Ich würde Dir gerne helfen…


    Aber in der Zen Schule haben wir Nichts…


    Ikkyū

  • Tim1
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    • 8. November 2025 um 07:35
    • #1.061

    Anna Panna-Sati
    Danke, Anna, für die schönen Zitate und die Erklärung dazu.


    Ich sehe das ähnlich – Worte brauchen nicht nur Wahrheit, sondern auch den richtigen Moment und die innere Haltung dahinter.


    Mir fällt oft auf, dass selbst wahre Worte verletzen können, wenn sie nicht aus Ruhe und Mitgefühl kommen. Dann wird das Gesagte schnell zur Waffe, auch wenn es nicht so gemeint war.


    Darum versuche ich, bevor ich spreche, kurz innezuhalten und zu spüren, ob es hilfreich ist oder nur mein Bedürfnis, recht zu haben.


    So gesehen ist Schweigen manchmal die ehrlichste Form der Rede.


    Liebe Grüße,
    Tim

  • Tim1
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    • 8. November 2025 um 07:41
    • #1.062

    Liebe Monika,


    ich verstehe gut, dass du das aus deiner Erfahrung und deiner jetzigen Lebenssituation anders siehst. Du hast die Möglichkeit, dich mit Themen zu beschäftigen, die wirklich nähren und frei machen – und das ist etwas sehr Kostbares.

    Ich freue mich ehrlich, dass du das leben kannst.


    Bei mir ist es anders, weil ich noch mitten in einer Welt stehe, in der ich funktionieren und mit Menschen zusammenarbeiten muss, die oft ganz andere Werte vertreten. Ich kann mir mein Umfeld nicht aussuchen, und genau dort liegt für mich die tägliche Übung – im Aushalten, im Prüfen, im Loslassen, wo es möglich ist.


    Kritik nehme ich durchaus an, ich prüfe sie, und wenn sie berechtigt ist, bin ich dankbar dafür. Aber wenn Worte ungerecht oder verletzend sind, dann bleibt es eine Herausforderung, ruhig zu bleiben. Verbale Angriffe sind real – auch wenn man sie nicht sieht.


    Was du schreibst über das Nicht-Hängen an Meinungen und Rechthaberei, das teile ich vollkommen. Ich versuche, das in meinem Leben umzusetzen, so gut ich kann. Nur dort, wo weltliche Regeln mich zwingen, Stellung zu beziehen, kann ich mich nicht einfach entziehen – und das kostet manchmal Kraft.


    Ich schätze deine Sichtweise sehr, Monika, weil sie mich immer wieder daran erinnert, wohin der Weg führt: zu mehr Frieden im Inneren. Ich bin noch unterwegs dorthin – mitten im Lärm der Welt.


    Liebe Grüße
    Tim

  • Tim1
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    • 8. November 2025 um 07:46
    • #1.063

    void
    Ob es immer schon so war, kann ich nicht sicher sagen. Vielleicht hat sich nicht die Welt verändert, sondern nur unsere Wahrnehmung – weil heute alles unmittelbarer auf uns einströmt.


    Was mir auffällt, ist die Einseitigkeit vieler öffentlicher Diskussionen. Wer Dinge hinterfragt, wird schnell in eine Schublade gesteckt, und das empfinde ich als Verlust von Vielfalt und Offenheit.


    Mir fehlt oft die ruhige Stimme der Vernunft – der Raum, in dem unterschiedliche Sichtweisen nebeneinander bestehen dürfen, ohne gleich bewertet zu werden.


    Vielleicht wäre schon viel gewonnen, wenn wir wieder lernen würden, einfach nur zuzuhören.

  • Monikamarie
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    • 8. November 2025 um 09:40
    • #1.064

    Lieber Tim, ich bin genauso von der Welt betroffen wie Du und habe Jahre der Angst und Mobbig im Büro hinter mir.


    Diese Jahre waren dennoch die spirituell förderiichsten, haben mir viel Fortschritt gebracht, denn durch diese tägliche Konfrontation war ich gezwungen, "an mir zu arbeiten".


    Heute habe ich andere Herausforderungen, die mich "abgleiten lassen" - Alter, Krankheit und - worüber ich froh bin - den Tod.

    Bedingt natürlich durch den Verlust meines Mannes.


    Ich kämpfe täglich gegen "Einsamfühlen", wenn ich nichts vorhab.


    Glaub man nicht, dass das leichter ist.


    Dennoch habe ich viel Grund zur Dankbarkeit und erinnere mich auch oft daran, wenn ich "absteige".


    _()_Monika

  • void
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    • 8. November 2025 um 10:35
    • #1.065
    Tim1:

    Was mir auffällt, ist die Einseitigkeit vieler öffentlicher Diskussionen. Wer Dinge hinterfragt, wird schnell in eine Schublade gesteckt, und das empfinde ich als Verlust von Vielfalt und Offenheit.

    Der Eindruck von Normalität kann ja auch dadurch entstehen, dass du früher eher mit der allgemeinen Meinung übereingestimmt hast und dich jetzt in einer Außenseiterposition befindest.


    Aber abweichende Meinung werden doch immer ausgegrenzt. Nehmen wir mal die Zeugen Jehovas - seit ich ein Kind war haben die die Leute versucht zu Gott zu führen , und die Leute haben die Augen verdreht und sie komisch gefunden. Und seit ich ein Kind war haben die CSU Chefs komische Sache gesagt. Und früher wurde sogar mehr gegen Minderheiten gehetzt als heute.

  • Tim1
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    • 8. November 2025 um 10:56
    • #1.066

    Liebe Monika,


    ich weiß, dass auch du in deinem Berufsleben schwere Zeiten hattest – mit Mobbing, Ungerechtigkeiten und vielem, was einen innerlich erschüttern kann.


    Und du hast etwas sehr Wichtiges gesagt: dass diese Zeit dich im Rückblick wachsen ließ. Das empfinde ich ähnlich. Die schwierigsten Phasen sind oft die lehrreichsten, weil sie uns zeigen, wer wir wirklich sind und was in uns trägt.


    Mit Alter, Krankheit und Tod bin auch ich konfrontiert – wenn auch ein paar Jahre jünger als du. Ich habe ebenfalls schmerzhafte Verluste erlebt und lebe schon lange mit gesundheitlichen Einschränkungen. In letzter Zeit spüre ich das Älterwerden stärker und frage mich manchmal, wie die kommenden Jahre wohl sein werden.


    Doch immer öfter halte ich mich an den Gedanken: Es gibt keine wirkliche Zukunft – nur diesen Moment. Und aus ihm versuche ich das Beste zu machen.


    Ich weiß, dass dein Leben kein leichtes war und dass der Verlust deines Partners dich tief getroffen hat. Das tut mir sehr leid. Auch wenn die Lehre des Buddha hilft, mit dem Leid zu gehen, bleibt die Trauer doch ein stiller Begleiter.


    Wenn ich auf mein eigenes Leben zurückblicke, sehe ich ebenfalls vieles, wofür ich dankbar bin – auch meine Arbeit, die mir seit fast 30 Jahren ein sicheres Auskommen ermöglicht hat, trotz der schwierigen Umstände. Dafür empfinde ich heute große Wertschätzung.


    Alles Gute weiterhin, liebe Monika.


    Ich weiß, dein Weg war nie einfach – und gerade deshalb bist du für mich ein Beispiel von Stärke und innerer Reife.


    Tim

  • Tim1
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    • 8. November 2025 um 11:03
    • #1.067

    void


    Ja, das stimmt – was du über die Zeugen Jehovas sagst, habe ich ganz ähnlich erlebt. Da ist man chancenlos, sobald man versucht, eine sachliche Diskussion zu führen.


    Ich nehme die Ausgrenzung heute nur stärker wahr, weil sich die Welt verändert hat. Früher gab es weniger Medien und weniger ständige Reize – heute wird man beinahe überflutet davon.


    Dadurch fällt vieles deutlicher auf und manches wirkt extremer, auch wenn es das vielleicht gar nicht mehr ist als früher.

  • Aravind
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    • 8. November 2025 um 13:05
    • #1.068
    Tim1:

    Ich nehme die Ausgrenzung heute nur stärker wahr, weil sich die Welt verändert hat. Früher gab es weniger Medien und weniger ständige Reize – heute wird man beinahe überflutet davon.

    Da möchte ich doch widersprechen.


    Niemand "wird überflutet". Wir überfluten uns, und das ist tatsächlich viel leichter als früher. So viel Verantwortung für die eigene psychische Gesundheit sollte schon sein.


    Schönes Wochenende!

    Aravind.

  • Monikamarie
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    • 8. November 2025 um 13:30
    • #1.069

    Ja, genau, Du Tim hast es doch selbst in der Hand.


    Die Zufluchtnahme ist ein innerer Ort. Dort kannst Du Dich inmitten des Getriebes zurückziehen, wenn Du ihn lokalisiert hast.


    Versuch es - immer wieder.

    :heart:_()_Monika

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    • 8. November 2025 um 13:43
    • #1.070

    Im Pali Kanon wird übrigens gelehrt die „sinnestore zu bewachen“. Es ist also kein neues Phänomen dass uns die Sinne teils überfrachten.


    Leigh Brasington behandelt das auch in seinem Buch über das Gradual Training (anupubbasikkhā)

  • Michael Haardt
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    Buddh. Richtung
    • 8. November 2025 um 13:50
    • #1.071

    Mir fällt auf, dass zwei Begriffe oft verwechselt werden: Meinungsfreiheit und Redefreiheit. Das kann einem jetzt gefallen oder nicht, aber Deutschland garantiert in GG 5 nur die Meinungsfreiheit, und das ist keine unglückliche Formulierung, sondern inzwischen mehrfach gerichtlich bestätigt. Es gibt keine Redefreiheit! Die Regierung behält sich vor, zu entscheiden, was Meinungen sind, und was nicht. Das ist bemerkenswert, weil die allgemeinen Menschenrechte Redefreiheit garantieren und Deutschland sie ratifiziert hat. Diese Ratifikation bedeutet jedoch juristisch nichts. Es gibt Länder, die die Menschenrechte in ihre Verfassung aufgenommen haben. Deutschland hat das nicht getan.


    Eine Verfassung reflektiert die Grundwerte einer Kultur. Inzwischen ist der Zeitgeist, öffentliche Äußerungen etwas enger zu verfolgen, aber grundsätzlich begab man sich damit in Deutschland schon immer auf dünnes Eis. Heute halt etwas mehr als vor ein paar Jahrzehnten. Das bedeutet nicht, dass andere Länder mit einer freiheitlicheren Verfassung real mehr böten, aber es zeigt, dass die gelebte Einschränkung öffentlicher Rede bei uns legitim ist.


    Der achtfache Pfad ist als Vereinigung gemeint, nicht einzeln. Wenn "Rechte Rede" Leid erzeugt, und sei es nur einem selbst, dann ist es keine rechte Rede mehr.


    "Man wird doch wohl noch seine Meinung sagen dürfen!"


    Das ist Empörung, eine spezielle Form von Wut, und damit beharrt man auf der Trennung von Identität und Leben, und auf der Überlegenheit durch Rechtschaffenheit. Vielleicht ist es noch mehr, aber das reicht, um zu sehen, dass es keine rechte Rede ist. Man kann das natürlich sagen und auch darauf beharren. Buddha schaut einen dann nicht überlegen an und sagt "Hab ich dir vorher gesagt", wenn es Verdruss gibt. Er hat's aber vorher gesagt. :)


    Jenseits von landesspezifischer Kultur und Zeitgeist kann man rechte Rede vielleicht so verstehen, wie die Unterhaltungen der griechischen Philosophen, in denen sie versuchten, die Wahrheit zu einem Thema zu ergründen. Verschiedener Meinung, aber mit offenem Ohr und Verstand. Und dort findet man bei Aristoteles Erklärungen, was gesellschaftlich gerade passiert. Er sah Demokratie als die schlechteste der guten Regierungsformen an, weil regiert, wer am sich am beliebtesten macht, nicht, wer es am besten könnte. Eine Demokratie wird sich in die Oligarchie verwandeln. Der erbitterte Streit, welche Wahlkampfspenden legal sind, drückt klar aus: Wahlen werden mit Geld gewonnen.


    Die einzige Angst in einer Oligarchie ist, dass das Volk sich erhebt. Dazu muss man die öffentliche Meinung eng führen und eben das passiert in vielen westlichen Kulturen. Ein beliebtes Mittel ist, durch rigide Ermittelungen zu bestrafen, weil man dafür kein Gerichtsverfahren braucht. Eine Hausdurchsuchung mit Beschlagnahme vieler Gegenstände, die es dann in 5 Jahren nach Einstellung des Verfahrens zurückgibt, ist eine effektive Drohung. Wer GG 5 mal selbst gelesen hat, weiß das aber vorher.


    Aristoteles kam durch sein Studium der Geschichte zu seinen Ansichten, welche politischen Strukturen und welche Zyklen es gibt. Mir scheint, dass sich seitdem nichts geändert hat. Insbesondere postuliert er eine beständige Veränderung jeder Kultur im Rahmen dieser Zyklen. Buddha sprach ebenfalls über die beständige Veränderung der Welt. Das ist alles schon lange her, aber die Probleme sind noch aktuell und der Rat von beiden ist damit auch heute noch anwendbar.

  • Tim1
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    Buddh. Richtung
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    • 8. November 2025 um 14:38
    • #1.072

    Aravind

    Ich verstehe deinen Einwand, aber in der Praxis ist es gar nicht so einfach, sich dem allen zu entziehen.


    Ich habe nur normales Fernsehen – keine Zusatzpakete. Und was dort läuft, ist meist seichte Unterhaltung oder immer wieder die gleichen Nachrichten. Nur wenige Sender wie 3sat oder Arte bieten Inhalte, die wirklich Tiefe haben.


    Am Arbeitsplatz ist mein Browser so vor eingestellt, dass automatisch msn.com startet – das kann ich nicht ändern, und dort erscheinen ständig Schlagzeilen, oft mit sehr ähnlicher Ausrichtung.


    Selbst wenn ich versuche, mich fernzuhalten, werde ich von einem Strom negativer Meldungen erreicht – und das zermürbt auf Dauer.


    Dazu kommt, dass sich die Gesellschaft stark verändert. Die Töne sind rauer geworden, das Mitgefühl seltener. Ich spüre diese Umbrüche im Alltag, im Beruf, eigentlich überall.


    Monikamarie

    In der Theorie klingt es leicht, einfach weniger aufzunehmen – in der Realität ist das kaum möglich.


    Meine Arbeit bringt viele belastende Eindrücke mit sich, und Diskussionen lassen sich nicht immer vermeiden.


    Ein Kollege zum Beispiel, sehr freundlich, aber stark religiös geprägt, versucht oft, mich von seiner Sicht zu überzeugen. Ich versuche dann, ruhig die buddhistische Haltung einzubringen – doch meist habe ich das Gefühl, dass er gar nicht wirklich zuhört.


    Da empfinde ich großen Respekt für den buddhistischen Weg:
    Er missioniert nicht. Er versucht nicht zu überzeugen.
    Er erinnert nur still daran, achtsam zu bleiben – auch dann, wenn die Welt laut ist.

  • Monikamarie
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    • 8. November 2025 um 16:40
    • #1.073

    Ich begreife nicht, wieso heute geglaubt wird, der Ton wäre rauer geworden.


    Das Gegenteil ist der Fall. Wir wurden in den letzten Jahrzehnten immer wieder zu mehr Empathie und Achtsamkeit aufgefordert und sensibilisiert.

    Deshalb fällt es heute so auf, wenn jemand grober spricht.


    Ich bin in Hamburg-Eimsbüttel in den 50er Jahren aufgewachsen.

    Schau Dir Dokus an aus der Zeit. Dann weißt Du, was rau ist.


    Aber ich will Deinen Wunsch nach Frieden nicht missachten.

    Es tut mir leid, dass Du es so schwer hast.


    _()_Monika

  • Samadhi1876
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    Buddh. Richtung
    • 8. November 2025 um 18:24
    • #1.074
    Tim1:

    Aravind

    Ich verstehe deinen Einwand, aber in der Praxis ist es gar nicht so einfach, sich dem allen zu entziehen.


    Ich habe nur normales Fernsehen – keine Zusatzpakete. Und was dort läuft, ist meist seichte Unterhaltung oder immer wieder die gleichen Nachrichten. Nur wenige Sender wie 3sat oder Arte bieten Inhalte, die wirklich Tiefe haben.


    Am Arbeitsplatz ist mein Browser so vor eingestellt, dass automatisch msn.com startet – das kann ich nicht ändern, und dort erscheinen ständig Schlagzeilen, oft mit sehr ähnlicher Ausrichtung.


    Selbst wenn ich versuche, mich fernzuhalten, werde ich von einem Strom negativer Meldungen erreicht – und das zermürbt auf Dauer.


    Dazu kommt, dass sich die Gesellschaft stark verändert. Die Töne sind rauer geworden, das Mitgefühl seltener. Ich spüre diese Umbrüche im Alltag, im Beruf, eigentlich überall.


    Monikamarie

    In der Theorie klingt es leicht, einfach weniger aufzunehmen – in der Realität ist das kaum möglich.


    Meine Arbeit bringt viele belastende Eindrücke mit sich, und Diskussionen lassen sich nicht immer vermeiden.


    Ein Kollege zum Beispiel, sehr freundlich, aber stark religiös geprägt, versucht oft, mich von seiner Sicht zu überzeugen. Ich versuche dann, ruhig die buddhistische Haltung einzubringen – doch meist habe ich das Gefühl, dass er gar nicht wirklich zuhört.


    Da empfinde ich großen Respekt für den buddhistischen Weg:
    Er missioniert nicht. Er versucht nicht zu überzeugen.
    Er erinnert nur still daran, achtsam zu bleiben – auch dann, wenn die Welt laut ist.

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    Das hört sich für mich mehr so an, als würdest Du erwarten, die Medien sollten passend auf Dich zugeschnitten werden, und man solle Dir zuhören. Das Du Zuviel von außerhalb erwartest.


    Und auch nach Reizüberflutung…


    Das funktioniert aber leider nicht (immer).

    Schalte doch die Kiste mal eine Woche ganz aus und höre auf zu erwarten andere würden Dir zuhören…


    Meditiere stattdessen: davon lese ich wenig von Dir.

    Denn Gedanken können sich manchmal allein durch Gedanken nicht (mehr) beruhigen.


    Kann auch einfach nur 4-5-7 Meditation sitzend oder liegend sein.

    Lies ein Buch statt fern zu sehen.

    Geh zum Yoga oder einem anderen Kurs.

    Such Dir ein Hobby oder geh in den Wald.

    Lerne Kochen…


    Es gibt so viele andere Möglichkeiten als Medienkonsum oder „die Menschen sollen bitte so sein“…


    Sich nicht in jede Meldung die im Browser aufpoppt zu verfangen kann man auch trainieren….


    Aber man muss selbst was tun…

    Von selbst ändert sich meist nichts…


    Der digitale Tsunami - Die ganze Doku | ARTE
    Wie verändert sich unsere Welt, wenn KI Entscheidungen über Leben und Tod trifft, Maschinen uns beraten und Kinder mit Bildschirmen groß werden? Der…
    www.arte.tv
  • JoJu91
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    • 10. November 2025 um 07:50
    • #1.075

    Angeblich gab es mal eine Gesprächsrunde mit Karlfried Graf Dürckheim und Pater Lasalle, bei dem "Schweigen" ein Thema war:


    Graf Dürckheim:

    "Ich kann reden. Aber ich rede oft auch dann, wenn ich schweigen sollte."


    Darauf Pater Lasalle:

    "Ich kann schweigen. Aber ich ich schweige oft auch dann, wenn ich reden sollte."


    :?

    3 Mal editiert, zuletzt von JoJu91 (10. November 2025 um 08:02)

Ausgabe №. 134: „Keine Angst vor der Angst"

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