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Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

  • Tim1
  • 29. November 2023 um 23:20
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  • pano
    Ohrensessel-Buddhist
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    • 28. November 2024 um 09:43
    • #676
    Michael Haardt:

    Und man muss es nicht hinnehmen. Ich weiß nicht, welches Jahr man in dieser Reihe ergänzen wird, aber lange kann es nicht mehr dauern: 1880, 1923, 1933, 1949–1961. Zu diesen Zeiten sind viele Deutsche ausgewandert, ohne je zurückzukehren. Die Antwort unserer Regierung ist die neue Wegzugsteuer, ein geistiger Nachfahre der Reichsfluchtsteuer, und an ihrem Menschenbild der Bürger als Untertanen hat sich seitdem nichts geändert.

    Man liest dich schon länger hier im Forum von Auswanderung schreiben. Ich denke es ist auch nur eine Anhaftung, das Gras ist anderswo immer grüner, ist man auf der anderen Weide, so entdeckt man plötzlich die mageren Halme und den Sauerampfer.

    Glaube, Liebe, Hoffnung

    Von den dreien, sind zwei einfach nur Dinge die man sich selbst einer Karottenangel-gleich vors Maul hält um sich einem Esel gleich anzutreiben. Das kann nur in der Erschöpfung münden.

  • Online
    Aravind
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    • 28. November 2024 um 09:48
    • #677
    Michael Haardt:

    Es ist in dem Zusammenhang bemerkenswert, dass EU-Europäern seit einigen Jahren bereits der Zugang zum Handel mit weltweiten ETFs unter dem Deckmantel des Verbraucherschutzes verwehrt ist, womit ihre volle Geschäftstüchtigkeit eingeschränkt ist.

    Na, da bin ich ja froh, dass meine Depot-Bank nichts von dieser Regel weiß.

    Michael Haardt:

    "Es entsteht ein fiktiver Gewinn (Differenz zwischen Marktpreis und Anschaffungskosten), der zu versteuern ist. Problematisch kann dabei sein, dass keine ausreichenden liquiden Mittel vorhanden sind, da kein tatsächlicher Gewinn entstanden ist."

    Bei Aktienbeteiligungen ist das ja extrem einfach: Sich freistellen, Steuern bezahlen, umziehen, Aktien im Zielland wieder kaufen.

    Warum genau sollte dieser Zugewinn nicht in Deutschland versteuert werden? (außer, man will Steuern vermeiden, was ich, wie gesagt, gut verstehen kann).

    Liebe Grüße,

    Aravind.

  • Michael Haardt
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    Buddh. Richtung
    • 28. November 2024 um 10:48
    • #678

    Aravind Versuche mal, TLT zu kaufen (20Y US Treasury Bond ETF, in USD notiert, vermutlich einer der weltweit größten ETFs für US Anleihen). Oder KBWD (ISIN US46138E6106, ein ETF auf den KBW Nasdaq Financial Sector Dividend Yield Index). Beides seriöse, international beliebte ETFs. Die wirst Du als Privater bei keinem europäischen Broker kaufen können, auch wenn Du sie in der Auswahl siehst (MiFID 2). Als geschäftlicher Investor bekommst Du sie. Du kannst einen TLT-ähnlichen ETF kaufen, aber in EUR notiert, in EUR gelagert und hat das Risikoprofil des europäischen Emittenten. Das ist nur oberflächlich das Gleiche! Im Detail ist es sehr verschieden.

    Wenn Aktien oder ETFs die Deckung von Verbindlichkeiten sind, kannst Du die nicht verkaufen. Du hast noch nicht verstanden, dass man eine künstliche Isolierung eines Teils eines Gesamtgeschäfts vornimmt, dessen negativer Teil nicht berücksichtigt wird. Genau darum werden ja hin und wieder neue, nicht untereinander verrechenbare, Einkommensarten definiert. Ich will nicht weiter darauf eingehen, das ist wirklich off topic hier.

    pano Den heiligen Gral gibt es nicht. Ich befasse mich sehr tiefgehend datenbasiert mit meiner Umwelt, weil ich es interessant finde, wie Dinge funktionieren. Ich sah die Inflation in den Daten ein Jahr vorher kommen und habe dafür wenig schmeichelhafte Reaktionen im Netz bekommen. Ich bin noch nicht weg, weil noch etwas Geld fehlt. Mein Ziel passt für mich und ist nichts für jeden. Wer nach Abwägung der Fakten seinen besten Ort hier sieht, hat alles richtig gemacht.

    Was hat das mit Buddha zu tun? Nicht Glauben, sondern Verstehen, auch wenn es Arbeit ist. Er hatte sicher zu Lebzeiten Kritiker, aber er hat sie nicht gehasst. Er hat nicht zu einer Revolution angestiftet, die letztlich viel Leid angerichtet hätte, und in der er schnell zu denen geworden wäre, die er bekämpft hätte. Er hat nicht den Kopf in den Sand gesteckt, weil es Leid gibt. Er hat geteilt, was er verstand. Mich beeindruckt am Meisten, wie weit sein reflektives Denken ging.

  • Leonie
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    • 28. November 2024 um 11:15
    • #679
    Michael Haardt:

    Mein Ziel passt für mich und ist nichts für jeden.

    On the long run, we're all are dead. J.M. Keynes

    Er meinte das zwar als Kritik an der langfristig-orientierten Ökonomie, aber letztlich gilt das für jede zeitliche Planungspersektive - das Ziel mag passen, aber bereits im nächsten Moment kann sich alles grundsätzlich ändern.

    Deshalb sind Ziele nur grobe Richtlinien und es ist fraglich, wie tief man da in Details einsteigen sollte - mit Buddhismus und Buddha hat es wenig zu tun. Man muss Kritiker oder Gegner nicht hassen, wenn man sehen kann, wie es endet. Und diesen Durchblick hatte Buddha - da kann man dann ja auch sehr gelassen sein, was die Börsen und die Steuern anbelangt. Am Ende kann niemand was mitnehmen - und wer weiß das schon, vielleicht ist es schon da, das Ende.

    :zen:

  • Tim1
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    • 28. November 2024 um 13:56
    • #680

    Ich bin nur bei Privatärzten, aber die brauchen genau gleich lange zum Administrieren, vermutlich Absicht, damit sie mehr verrechnen können.

    Die Gier ist leider überall. Leider hatte ich einen Rückfall, jetzt lege ich mich hin, nachdem das Krankenhaus mich nicht mehr nehmen wollte. Egal.

  • Schneelöwin
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    • 28. November 2024 um 14:25
    • #681
    Tim99:

    Leider hatte ich einen Rückfall, jetzt lege ich mich hin, nachdem das Krankenhaus mich nicht mehr nehmen wollte. Egal.

    Wenn es nicht aushaltbar ist, dann hast Du die Möglichkeit den Notarzt anzurufen 116117 und er entscheidet dann alles Weitere. Wenn es sich lebensbedrohlich anfühlt Feuerwehr 112. Gute Besserung, Tim, und spüre, was Du brauchst.

    Liebe Grüße Schneelöwin

    "All is always now"


  • Anna Panna-Sati
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    • 28. November 2024 um 16:05
    • #682
    JoJu91:

    Bei meinem Hausarzt war es nicht die Gier, sondern die Verzweiflung über die Bürokratie, die ihn veranlasst hat, seine Kassenzulassung zurückzugeben und nur noch Privatpatienten und Selbstzahler zu behandeln.

    Ja, so wird es immer erzählt....

    JoJu91:

    Auch dieser gute Arzt, warum soll er die Schikanen der Behörden über sich ergehen lassen, wenn ihm sein Einkommen genügt ?

    Ein "guter Arzt" ist einer, bei dem das Wohl der Patienten an erster Stelle steht, für den der Arztberuf "Berufung" ist und sozialer Status, Einkommen, etc. nachrangig sind.

    Entsprechend könnte man deine Frage beantworten: Warum..? Weil ihm die Patienten am Herzen liegen, speziell die Schwächeren, die es sich schlicht nicht leisten können, Behandlungen selbst zu bezahlen.

    Ich kannte/kenne solche Ärzte noch, sie sind selten geworden und entsprechend begehrt bei Patienten, was sie u.U. irgendwann veranlassen wird, aus Selbstschutzgründen kürzer zu treten - mit einem kranken Arzt ist auch niemandem gedient...

    Auf der anderen Seite beobachte ich, wie es sich Ärzte immer "bequemer" machen und ihren Protest gegen "Behördenschikanen", in einer Art "Bummelstreik"/"Dienst nach Vorschrift" - Haltung, im Stillen - letztlich - auf dem Rücken der (schwächsten) Patienten und verantwortungsbewusster(er) Arztkollegen austragen...

    - Keine Hausbesuche bei schwerkranken Alten, die sich in die Praxis schleppen müssen

    - Immer kürzere Sprechzeiten

    - Freitagnachmittags haben fast alle ihre Praxen dichtgemacht (bei uns hat nur eine von ca. 15 Praxen geöffnet, die dann die kranken Patienten der anderen "auffangen" muss - wie lange werden die dortigen, engagierten, Mediziner und Mitarbeiter diese Belastung noch aushalten?? ) .......

    JoJu91:

    Viele junge Ärzte verlassen unser Land und suchen ihr Glück in der Schweiz, Norwegen oder anderen Ländern mit besseren Bedingungen. Wer kann es ihnen verdenken ?

    Niemand, der genauso denkt....Egoismus first... 8)

    Mein Cousin gehörte auch zu jenen "Auswanderern"....Viele Jahre arbeitete er in der Schweiz, bis das Klima dort unfreundlicher wurde, die Atmosphäre umschlug und er aufgrund dessen nach Deutschland zurückkehrte.

    Es ist m.E. ziemlich undankbar, sich erst in Deutschland aufwendig ausbilden zu lassen (alle Vorteile zu genießen), um dann in anderen reichen (!) Ländern zu praktizieren, aber natürlich ist es ihr gutes Recht und stellt i.d.R. kein Problem dar - außer, es herrscht ein eklatanter Mangel an Ärzten...

    Tatsächlich (und glücklicherweise) werden aber auch Menschen Ärzte, denen in erster Linie das Wohl der Mitmenschen am Herzen liegt, jene, die sich nach dem Studium z.B. dort engagieren, wo ärztliche Hilfe am dringendsten benötigt wird, etwa bei Organisationen wie "Ärzte ohne Grenzen" u.ä. - das finde ich sehr anerkennenswert.

    Der "gefühlte" Ärztemangel in Deutschland hat jedenfalls viele Ursachen, u.a.:

    Zitat

    „Die jungen Ärzte sehen es nicht mehr ein, wie ihre Chefs 60 bis 80 Stunden die Woche zu arbeiten“, sagte Schneider zur „Welt“. Noch in den 1990ern hätten Ärzte aufgrund einer Schwemme an Mediziner um Arbeitsplätze gebuhlt. Heute wüssten junge Mediziner, dass sie den Arbeitgeber einfach wechseln können, wenn dieser nicht flexibel genug ist. ......

    Generell würden viele Ärzte lieber keine eigene Praxis mehr eröffnen. „Freiberuflichkeit ist nicht mehr so attraktiv“, erklärte der Gesundheitsökonom Stefan Greß von Hochschule Fulda gegenüber der „Welt“. „Junge Ärzte wollen mehr Planungssicherheit, weniger Überstunden und am besten kein ökonomisches Risiko.“


    Quelle: https://www.focus.de/gesundheit/erk…_260293295.html

    Ein Grund für die vielen Teilzeit-Ärzte liegt sicher auch darin begründet, dass es sich um Frauen mit Kindern oder Kinderwunsch handelt... Ich bezweifle, dass diese "Familenmanagerinnen" Bereitschaft zeigen, Vollzeit zu arbeiten, solange die Kinder noch zur Schule gehen - das wäre einfach zu stressig.

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • Tim1
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    • 28. November 2024 um 17:56
    • #683

    Schneelöwin

    Ja, danke dir für die Ermutigung. Ich wurde noch nie so schlecht behandelt, so kalt, wobei diese Erfahrung mache ich nun fast durchgehend. Bei normalen Ärzten bekomme ich gar keine Termine zeitnah und bei den Privaten muss man ordentlich zahlen und das obwohl ich ja seit Jahren tausende Euro pro Jahr in das Gesundheitssystem bzw. Sozialsystem einzahle.

    Ich habe mich heute auch massiv beschwert, was das soll, dass wenn ich stationär eine Einweisung habe, insgesamt 7 Stunden an ambulanten Untersuchungen hatte, die ich auch noch privat bezahlen musste, trotz Zusatzversicherung.

    Klar, wenn man nicht krank ist, hat man all diese Probleme nicht!

    Leider habe ich meine guten Ärzte alle verloren, weil sie halt älter waren und in Rente sind und das was nachkam war ein Desaster, wobei klar ein paar gute wird es geben, aber die Gier spielt leider in allen Berufen eine massive Rolle. Je mehr jemand verdient desto gieriger, das ist auch meine Erfahrung in der Arbeit.

    Ich hoffe, dass die Komplikationen weg gehen, sonst muss ich mich in ein "normales" Krankenhaus einliefern lassen, womit ich auch kein Problem hätte, weil die arbeiten wenigstens 24/7 zumindest bei Notfällen.

    Ich sehe es übrigens kritisch, wenn man Kliniken zumacht, gerade bei Menschen, die rasch ein Krankenhaus brauchen, wie Schlaganfall, da zählt jede Minute und wenn man dann statt 10 min. 45 min. fahren muss, kann man sich ausrechnen wie sich das auswirkt. Ich finde das ein gutes Beispiel für den Verbleib bestehender Kliniken auch in ländlichen Bereichen.

  • JoJu91
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    • 29. November 2024 um 08:09
    • #684
    Anna Panna-Sati:

    Es ist m.E. ziemlich undankbar, sich erst in Deutschland aufwendig ausbilden zu lassen (alle Vorteile zu genießen), um dann in anderen reichen (!) Ländern zu praktizieren,

    Das macht Deutschland angeblich oder tatsächlich in grossem Stil genauso, wenn es Fachkräfte aus Dritte-Welt-Ländern oder auch nur aus Rumänien, Albanien ... anlockt, die dann dort fehlen.

    Anna Panna-Sati:

    Auf der anderen Seite beobachte ich, wie es sich Ärzte immer "bequemer" machen und ihren Protest gegen "Behördenschikanen",

    Die Behördenschikanen sind real.

    Ein Arzt möchte Patienten behandeln und nicht immer mehr Formulare ausfüllen.

    Ein Altenpfleger möchte Alte pflegen und nicht immer mehr Dokumentationen erstellen.

    Man kann es aber so sehen, wie ein befreundeter pensionierter Gymnasial-Lehrer:

    "Was regt der Arzt sich auf, die Dokumentationen macht doch nicht er, dafür hat er doch seine Angestellten ..."

    Der Satz war keine Satire, sondern ernst gemeint.

    Die Pointe hat er nicht gecheckt, er meint allen Ernstes Ärzte sind Unternehmer und Unternehmer verdienen so gigantisch viel Geld, dass sie unbegrenzt neues Personal für Verwaltungsarbeiten einstellen können.

    In der Corona-Zeit meinte er:

    "Wenn ein Gastwirt keine Rücklagen gebildet hat, um mal ein Jahr ohne Umsatz auszukommen, ist er ein schlechter Kaufmann und gehört vom Markt gefegt ..."

    Die Praxisferne vieler staatsnaher Akademiker ist erschütternd.

    :nosee: :cry:

  • Qualia
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    • 29. November 2024 um 09:20
    • #685

    Antifragilität, Nassim Nicholas Taleb

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Anna Panna-Sati
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    • 29. November 2024 um 13:10
    • #686
    JoJu91:
    Anna Panna-Sati:

    Es ist m.E. ziemlich undankbar, sich erst in Deutschland aufwendig ausbilden zu lassen (alle Vorteile zu genießen), um dann in anderen reichen (!) Ländern zu praktizieren,

    Das macht Deutschland angeblich oder tatsächlich in grossem Stil genauso, wenn es Fachkräfte aus Dritte-Welt-Ländern oder auch nur aus Rumänien, Albanien ... anlockt, die dann dort fehlen.

    Ja, das stimmt wohl, aber es ist ja ethisch etwas fragwürdig, ein Übel mit einem anderen zu rechtfertigen...

    (Die Lebens- und Arbeitsbedingungen jener Ärzte sind oft derart schlecht, dass die Auswanderung als einzige Alternative erscheint.

    Tatsächlich kehren viele dieser ausländischen Ärzte dann doch irgendwann, z.B. aus familiären Gründen, in ihre Heimat zurück.)

    Zitat

    Junge Ärzte verdienen absurd niedrige Gehälter

    Nach dem EU-Beitritt 2007 hatten in Rumänien allein bis 2015 über 14.000 Ärzte das Land verlassen – die Zahl der abgewanderten Pflegekräfte wird von heimischen Gewerkschaftern auf das Dreifache geschätzt. Die absurd niedrigen Gehälter von Jungärzten hat Bukarest 2018 von 344 auf 902 Euro netto aufgestockt. Doch im Land mit den geringsten Gesundheitsausgaben der EU halten in der Provinz oft nur noch pensionierte Ärzte das löchrige System leidlich aufrecht.

    Quelle: https://www.tagesspiegel.de/politik/bloss-…at-4157098.html

    Man sieht auch hier - die alten Mediziner stellen sich der Verantwortung, weil die jungen aufgrund der niedrigen Gehälter und schlechter Arbeitsbedingungen das Weite suchen...

    Hätten die Pensionäre die Mentalität des Nachwuchses, würden sie sich irgendwo zur Ruhe setzen, schließlich haben sie lange genug Dienst am Patienten geleistet.

    Kurzes Video zur Situation in Rumänien:

    Rumänien: Ärzte wandern ab - Die ganze Doku | ARTE
    Seit dem EU-Beitritt 2007 sollen rund 22.000 rumänische Ärzte ihr Land verlassen haben. Ihr bevorzugtes Ziel: westliche EU-Länder wie Frankreich und…
    www.arte.tv
    JoJu91:

    Die Behördenschikanen sind real.

    Ein Arzt möchte Patienten behandeln und nicht immer mehr Formulare ausfüllen.

    Die Dokumentationspflicht soll eben u.a. gewährleisten, dass der Patient angemessen behandelt wird:

    Zitat

    Aus dem Behandlungsvertrag mit einem Patienten ergibt sich für den Arzt die Verpflichtung zur Dokumentation des Behandlungsverlaufes. Die verschiedenen normativen Vorgaben hierzu haben sowohl haftungs- und sozial- als auch berufsrechtlichen Hintergrund und bezwecken insbesondere die Sicherheit des Patienten. So dient die Dokumentation dem Arzt und nachgeordneten Personal als Gedächtnisstütze, weiterbehandelnden Kollegen als Informationsquelle. Zudem ist sie Grundlage für die Abrechnung der Vergütung und sie ist im Fall eines Behandlungsfehlervorwurfs als Beweis zulässig.

    Quelle: https://www.aerzteblatt.de/archiv/186348/…ntieren-muessen

    Sicherlich gibt es auch überflüssige Bürokratie, die man abschaffen sollte.

    Tim99:

    ...sonst muss ich mich in ein "normales" Krankenhaus einliefern lassen, womit ich auch kein Problem hätte, weil die arbeiten wenigstens 24/7 zumindest bei Notfällen.

    Wer weiß, wie lange noch...?

    (Im Übrigen hoffe ich, dass deine Heilung voranschreitet - GUTE BESSERUNG!)


    Ärzte sind auch (nur) Menschen, die glücklich sein und Leid vermeiden wollen.

    Um das "Ärzteglück" kümmern sich bereits Unternehmensberatungen wie das Folgende:

    Entspanntester Facharzt: mit wenig Stress zur Weiterbildung | Ärzteglück - Ärztevermittlung, Unternehmens- und Praxisberatung, Coaching für Ärzte und vieles mehr
    Sie werden erfahren, welche Facharztrichtung Ihnen verhältnismäßig wenig Stress bereitet und daher die Chance besitzt, als entspanntester Facharzt zu gelten.…
    aerzteglueck.de
    Zitat

    Welcher Arzt arbeitet am wenigsten?

    • Aktualisiert am 19. November 2024

    Der Assistenzarzt mit den Augenringen – kennen Sie ihn noch aus Ihrem Praktischen Jahr? Er ist stets gestresst, überarbeitet und frustriert. Damit Ihre Zeit als Assistenzarzt anders verläuft, sollen Sie unbedingt diesen Beitrag lesen.

    Sie werden erfahren, welche Facharztrichtung Ihnen verhältnismäßig wenig Stress bereitet und daher die Chance besitzt, als entspanntester Facharzt zu gelten.

    Sie werden sehen, dass zwischen den Fachrichtungen große Unterschiede bestehen und einige Fachärzte deutlich entspannter sind als andere. Schließlich werden Sie herausfinden, wie Sie genau die Weiterbildungsstelle finden, bei der Sie dauerhaft glücklich sind.

    ...........

    Das Arbeitszeitgesetz scheint für Assistenzärzte mancher medizinischer Fachrichtungen angesichts Unmengen an Überstunden in Krankenhäusern nicht zu gelten. Infolgedessen droht bei vielen Ärzten ein Burn-out. Wer als Facharzt mit guter Work-Life-Balance gesegnet sein will, sollte daher ein besonderes Augenmerk auf das gewählte Fachgebiet legen. Insbesondere die Chirurgie ist wegen außerplanmäßiger Operationen, unzähliger Bereitschaftsdienste und einem zunehmenden Ärztemangel für ihre anspruchsvollen Arbeitszeiten bekannt:

    FacharztrichtungDeutliche Arbeitszeitbelastung
    Chirurgie31,6 %
    Gynäkologie22,1 %
    Urologie20,8 %
    Innere Medizin17,3 %
    Neurologie14,1 %
    Kinder- und Jugendmedizin13,1 %
    Anästhesie9,2 %
    Radiologie4,9 %
    Psychiatrie und Psychotherapie3,8 %
    Sonstige16,5 %

    Wenn man sich das so ansieht, steht zu befürchten, dass es künftig deutlich mehr Psychiater und Radiologen geben wird, zuungunsten der Chirurgen, Gynäkologen und Internisten.

    Der Patient wird nur noch "durchleuchtet" und "durchschaut" ... :? :shrug:

    (Um ERleuchtung muss er sich eh schon selbst kümmern... ;) )

    Aber im Ernst:

    (Buddhistische) Gelassenheit hilft im desaströsen Gesundheitssystem allen Beteiligten.


    Liebe Grüße, Anna :) _()_ :heart:

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • Michael Haardt
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    Buddh. Richtung
    • 29. November 2024 um 19:58
    • #687

    Wenn ich Buddha wörtlich nehme, dann scheint mir Spekulation über Motivation und Persönlichkeit anderer Menschen , deren Verhalten einem nicht gefällt, weit weg von rechter Rede.

    Die Kommentare von Ärzten unter diesem Artikel sprechen Bände, woher die Probleme kommen:

    Ärztemangel: Mehr als 60.000 Ärzte in Praxen arbeiten in Teilzeit
    Der Rückgang bei den Hausarztpraxen ist gestoppt. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Kassenärzte wieder. Doch nicht alle Mediziner arbeiten auch in…
    www.zeit.de

    Michael

  • Tim1
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    • 29. November 2024 um 20:01
    • #688

    Ich bin ratlos, ich habe gestern Nacht hohes Fieber bekommen, trotz Antibiotika und fiebersenkenden bzw. schmerzstillenden Mitteln.

    Heute war es unter Tags besser, jetzt steigt das Fieber schon wieder bzw. die Probleme.

    Mein Chirurg war nur genervt, er müsse operieren und ich müsse halt Geduld haben.

    Auch meine anderen Ärzte waren nur unfreundlich, die gaben mir nicht mal einen Rat, nur aggressiv und unfreundlich.

    Gut, könnte man sagen normal, aber die haben im Laufe der Jahre ordentliche Summen mit mir verdient und alle samt haben sich zum Negativen verändert.

    Ich habe zwei verschiedene Antibiotika im Einsatz, Schmerzmittel, in den letzten Tagen Opiatpräparate, nichts half.

    Das Problem begann mit dem Setzen des Katheders - ich kann nichts mehr nehmen, echt ratlos, was ist das? Es brennt wie Feuer.

    Jetzt werde ich mal wirklich persönlich und sauer, weil das ist mittlerweile keine Einzelerfahrung mehr, ich erlebe das sehr häufig, man ist denen egal und es geht nur ums Geld und selbst das ist keine Motivation mehr, weil sie haben ja mehr Patienten als sie unterbekommen, heißt jetzt können sie es sich aussuchen.

    Dann bekomme ich noch einen Vorwurf, was ich mir erwarte, wenn ich mich in einer Privatklinik operieren lasse, dass mich dann ein öffentliches Krankenhaus aufnehmen würde, das hätte ich mir vorher überlegen müssen. Fakt ist das private Krankenhaus ist überfordert, die schicken die Leute dann in normale Kliniken.

    Aber meine Botschaft ist nicht nur jetzt, wo ich wirklich schwach bin und mir nicht helfen, dass ich einfach merke, wie gleichgültig die Menschen Großteils mit anderen umgehen. Es herrscht vielerorts eine Unkultur des Narzissmus, Egoismus, Hass, Gier und eben Unwissenheit.

    Man wird da komplett allein gelassen, so eine Kälte unglaublich. Wie gesagt mein Chirurg war nur unfreundlich und sagte mir er habe keine Zeit, also quasi schau selbst wie du weiterkommst.

    Ich hoffe, das ihr bessere Erfahrungen machen werdet, wenn ihr Hilfe benötigt.

  • Anna Panna-Sati
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    • 29. November 2024 um 21:18
    • #689

    Hallo @Tim99 ,

    was du gerade erlebst, ist wirklich sehr deprimierend,

    Die Unfreundlichkeit der Ärzte könnte - außer von ihrem hohen Stresslevel - eventuell daher rühren, dass du die Klinik früher verlassen hast, als (vielleicht?) vorgesehen, das wird nicht so gern gesehen (mein Vater, Privatpatient, hatte sich auch mal selbst aus einer Uniklinik "entlassen", weil er die Krankenhausatmosphäre so belastend fand und stieß auf ziemliches Unverständnis...).

    Ich hoffe, dein Körper schafft es letztlich (mit oder ohne Hilfe durch die Antibiotika), mit der (vermutlichen) Infektion fertigzuwerden, ansonsten, bei anhaltend hohem Fieber oder/und sich verstärkender (Schmerz-) Symptomatik müsstest du notfalls den Rettungsdienst anrufen, der dich dann in ein Krankenhaus transportieren wird.

    Alles Gute und vor allem schnelle Genesung! :klee:

    Liebe Grüße, Anna _()_ :heart:

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • Tim1
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    • 29. November 2024 um 22:14
    • #690

    Ich bin nicht wirklich vorzeitig ausgetreten, ein Leistenbruch ist in vielen Krankenhäuser eine Tagesaufnahme, ich war 2 Tage dort.

    Und man hat mich mit einem 90jährigen zusammengelegt, der die ganze Nacht herum gegangen ist und laut geschnarcht hat. Also das ist für mich keine Erholung und die Zusammenstellung der Zimmer ist fragwürdig. Das habe ich auch offen kritisiert, was das soll, ich habe nicht eine Minute geschlafen.

    Mein Leben ist mir zu kostbar um herumzuliegen umsonst, ich dachte natürlich es würde besser werden zu Hause ohne Stress.

    Als ein Elternteil vor Jahren von mir starb kam ich 2 Wochen später in eine Klinik, da legte man mich mit einem ähnlichen älteren Mann zusammen, der im Sterben lag, geht es noch? Was ist mit denen los gewesen, mein Arzt hat das gewusst.

    Ich bleibe bei meiner wirklich mittlerweile harten Kritik und habe keinerlei Einsicht, dass ich das Problem in diesen Fällen war und bin. Liebe Grüße und ich werde es jetzt einfach laufen lassen, es ist mir egal was passiert, wenn sie es so wollen, dann gut, dann werde ich das so hinnehmen.

  • Tai
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    • 30. November 2024 um 09:55
    • #691

    Ich bin vor ein paar Jahren auch mit Leistenbruch operiert worden. Die Frage der Entlassung richtete sich danach, ab wann die Nachblutungen im Bauchraum soweit nachgelassen hatten, dass man den Katheter entfernen konnte. Bei mir waren das vier Tage, so dass ich dann am fünften Tag wieder nach Hause konnte.

    Doch auch danach hatte ich weiterhin starke Schmerzen und Probleme. Letztlich kam ich zu der Überzeugung, dass wahrscheinlich entweder die O.P. nicht so gut gelaufen war oder es in der sensiblen Phase kurz nach der O.P. zu einem neuen Leistenbruch gekommen sein musste. Mein Hausarzt empfahl mir eine Schmerztherapie, für die ich erstmal monatelang auf einer Warteliste stand. Diese Therapie hat dann zwar kurzfristig ein bisschen geholfen, aber auch neue Probleme verursacht, da die Einspritzungen innere Blutergüsse mit entsprechenden Beschwerden verursacht haben.

    Fazit: Heute bin sicher, dass die O.P. erfolgreich war, genau wie es die Ärzte ursprünglich behauptet hatten. Meine Leiste ist wieder voll belastbar und verursacht keine Schmerzen mehr. Es hat einfach so lange gedauert (Schmerzgedächtnis, durch die O.P. verletztes Gewebe, durch das eingesetzte Netz beschädigte oder gereizte Nervenenden, Infektion und Entzündungen etc.). Ein Arzt erklärte mir mal, dass Schmerzen, die innerhalb des ersten Jahres nach einer O.P. verblieben (ode auftauchten) i.d.R. wieder verschwänden, man also mindestens ein Jahr warten müsse, um zu beurteilen, ob eine O.P. erfolgreich war.

    Ich stelle mir manchmal vor, wie mein Leben ohne diese O.P. weiter gelaufen wäre und bin sehr dankbar dafür, diese Chance bekommen zu haben. Klar, heutzutage ist das eine der häufigsten Routineoperationen. Aber es ist noch nicht so lange her, da gab es diese O.P.s noch nicht und viele Menschen in anderen Teilen der Welt haben keinen Zugang zu dieser Art von Hilfe. (P.s.: Ich schildere nur meine Haltung und will damit nicht etwa sagen, dass du das ähnlich empfinden solltest. Doch vielleicht helfen dir meine Erfahrungen, ein wenig Mut zu fassen und nicht zu sehr zu verzweifeln.)

  • Tim1
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    • 3. Dezember 2024 um 13:38
    • #692
    Zitat

    ich werde es jetzt einfach laufen lassen, es ist mir egal was passiert, wenn sie es so wollen, dann gut, dann werde ich das so hinnehmen.

    Das habe ich am Fr. nach 22 Uhr geschrieben. Ist leider nicht gelungen, weil um 2 Uhr bekam ich heftige Schmerzen und eine Harnsperre, heißt Notfallambulanz. Rettung angerufen. Rettung kam, Fahrer war nicht nur unfreundlich, sondern schon grenzwertig, weil er meinte, warum fahren sie nicht mit dem Taxi, ich habe dann gesagt, weil ich erst vor Tagen operiert worden bin, aber wenn sie wollen schicken sie mir eine Rechnung. Also der Beginn war schon verheißungsvoll.

    Dann angekommen in der Klink, kein Patient um 3 Uhr da, überraschend für mich, weil normal sind da immer Patienten auch in der Nacht.

    Dann bin ich auf die Urologie gekommen, da waren dann zwei "nette" Herren, die eher wie Türsteher aussahen, Tattoos überall und rosa Bart, aber gut, andere Zeit.

    Dann kam eine verschlafene junge Ärztin in Ausbildung, die meinte, da müssen wir einen Harn Katheder setzen, was sie auch tat, ich habe vor Schmerzen ... und dann haben sie mich mit dem Taxi wieder nach Hause geschickt, Anmerkung der Ärztin vielleicht benötigen sie den Katheder ihr Leben lang.

    Ich hatte heftige Schmerzen und ich kam mit der Situation gar nicht klar, wie das gehen soll.

    In meiner Verzweiflung, habe ich in der Klinik angerufen, wo ich operiert wurde und habe die Nachtärztin angefleht, dass ich kommen darf, weil ich zu Hause keinerlei Hilfe habe.

    Ich hatte Glück, sie nahm mich, obwohl das unüblich ist.

    Gut, um es kurz zu machen, jetzt war ich von Sa. früh bis jetzt in dieser Klinik, der Katheder wurde gleich entfernt und der Urologe dort, meinte Schwachsinn, brauche ich nicht und wurde mit Medikamenten behandelt, da die Entzündungswerte sehr hoch waren und auch das Fieber.

    Übrigens einen Tag vorher war ich beim Chirurgen, der mich operiert hat und er meinte alles toll...

    Der Aufenthalt? War okay, außer, dass sie nur Blutwerte machten, also keinerlei Bildgebung.

    Ich hatte gestern Nachts noch Fieber und starke Schmerzen im Unterleibsbereich, der Urologe meinte ich sehe gut aus, und wenn ich frühstücke, dann muss es mir ja gut gehen.

    Heute habe ich ihm erneut von Schmerzen erzählt in der Nacht bzw. dass ich da seit Monaten eine Entzündung habe und er meinte darauf, ja, er habe auch immer mal Schmerzen irgendwo, sehr empathisch und kompetent, der mochte mich...

    Zusammenfassung: Man hat sich zwar bemüht, aber kaum Untersuchungen gemacht, das kann ich wieder ambulant bezahlen und machen. 90% der Ärzte sind nicht von hier, beim Rest sind es ca. 70%, wobei das will nicht negativ bewerten, aber war neu für mich. Was man halt merkt ist, dass die Mentalität etwas anders ist.

    Also, wenn das die Zukunft ist, dann gute Nacht. Und nein, ich bin nicht undankbar, aber sehr aufschlussreich war das alles nicht.

    Der Chirurg meinte er habe 5.000 solche OPs gemacht, aber so eine "Komplikation" hatte er noch nie.

    Gut, ich hoffe das Beste, habe aber keine Ahnung, ob die Probleme weg sind.

    Wie gesagt, es gab durchaus positive Moment und ich war sehr dankbar, dass ich dort 4 Tage bleiben durfte - das bleibt eigentlich für mich.

    Wobei der war wenigstens freundlich.

    Ich dachte zwischendurch wirklich, also wenn das Leben jetzt so ist, das möchte ich nicht und nein, das ist keine Suizid Drohung, weil das mache ich nicht.

    Wie gesagt, passt zwar gar nicht her ins Forum, aber meine Erfahrungen in den letzten Monaten sind desaströs und kurioserweise haben die Mitarbeite auch in der Klinik das Großteils geteilt, weil auch Ärzte und Schwestern bewegen sich ja im normalen Leben und machen ihre leidvollen Erfahrungen.

  • Hingabe
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    • 3. Dezember 2024 um 21:18
    • #693

    Tim

    Ich muss auf mich aufpassen, ich bin für meine Gesundheit verantwortlich. Die Ärzte sollen und dürfen mir helfen, wenn ich es alleine nicht mehr kann. Aber ansonsten nehme ich meine Gesundheit selbst in die Hand.

    Du kannst andere Menschen nicht kaufen. Auch wenn du Geld gezahlt hast, heißt es nicht, dass die Ärzte dir jeden Wunsch erfüllen müssen, sie können nur soweit helfen, wie ihre Kompetenz es erlaubt, ihnen ermöglicht. Oder wie die Kapazitäten es erlauben. Sie können ja auch oft nichts für, dass sie nicht genug Zeit haben für ein Gespräch. Gemeine, uneinfühlsame Menschen gibt es überall. Es gibt aber ja auch liebe, einfühlsame Ärzte, wobei wenn sie so viel Zeitdruck haben und andere Sorgen, werden sie auch oft gereizter.

    Darum erwarte nicht zu viel, und versuch mehr selbst für deine Gesundheit zu tun, sofern es möglich ist. Bei seelischen aber auch bei körperlichen Beschwerden, helfen auch homöopathische Mittel sehr gut oder Bachblüten, aber die muss ein guter Heilpratiker für dich aussuchen.

    Aber wenn du einem Heilpratiker keine Chance gibt, kann er / sie dir auch nicht helfen.

    Du musst daran glauben, dass es welche gibt, die dir gut helfen können.

    Viel Glück dir bei der Suche. :) :)

    Der Weise, der, auf Sittlichkeit gestützt,

    Den Geist entfaltet, sich in Weisheit übt,

    Ein solch entschlossener und weiser Jünger

    Mag dieses Lebens Wirrsal einst entwirren.

    (Diese Verse finden sich im Samyutta-Nikāya).



    2 Mal editiert, zuletzt von Hingabe (3. Dezember 2024 um 21:59)

  • Tim1
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    • 3. Dezember 2024 um 22:22
    • #694

    Sorry, ich kann nur kurz antworten, auch wenn ich heute schon länger geschrieben habe, aber Sitzen macht Schmerzen.

    Ich bin verantwortlich für meine Gesundheit und ich muss um grundsätzliche Dinge kämpfen, die ich nicht machen kann, wie bildgebende Untersuchungen.

    Dass mich Ärzte nicht heilen können ist klar, aber ich brauche eine qualifizierte Diagnose und keine Ärzte, die nur von Gier, Stress getrieben sind und aggressiv.

    Ich behandle mich wenn es ging immer selbst, aber bei einer Harnsperre, versuch dir mal selbst zu helfen.

    Wie gesagt, ich antworte, sobald ich das Gefühl habe, dass wieder eine Stabilität da ist, im Moment arbeite ich nicht mal zu Hause, alles steht in meiner Firma, erstmals seit 15 Jahren, weil meine Arbeit auf die schnelle keiner machen kann.

    Gut, vielen Dank für Eure Hilfe, aber es ist wirklich "kalt" geworden da draußen. Und ich weiß, ich habe nichts zu erwarten, trotzdem lasse ich mich nicht wie Dreck behandeln, die Ärzte, die ich kenne, sind privat und getrieben von Gier und somit Stress, so wie viele Menschen, wie gesagt ohne Gesundheit ist alles nichts, danke dass ich über diese Sachen überhaupt schreiben darf.

  • Anna Panna-Sati
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    • 3. Dezember 2024 um 23:16
    • #695

    Lieber @Tim99 ,

    Mensch, du hast ja einiges mitgemacht in den letzten Tagen... - wenn du es erlaubst, würde ich dich mal kurz (gezwungenermaßen virtuell) in den Arm nehmen... :hug:

    Hoffe, du hast nun das Schlimmste hinter dir und bist auf dem Weg der Genesung/Heilung - ich wünsche es dir von Herzen! :klee:

    Alles Gute und liebe Grüße _()_ :heart: :)

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • Schneelöwin
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    • 4. Dezember 2024 um 10:12
    • #696

    Ich habe auch die Einstellung, dass weitgehend die Gesundung im Körper liegt und sage dann, wenn ich nach einem Arzt befragt werde, bei mir heilt der geadeltete "Herr von Selbst".

    Dann gibt es aber Momente, die man sehr genau einschätzen sollte, dass man weitere Hilfe dazu benötigt, meist wenn es ohne chirugische Maßnahmen garnicht geht oder Komplikationen wie eben eine Harnsperre eintreten und dann würde ich mir einen sachlich, beruhigenden verständnisvollen Berater als Arzt wünschen, der in den 5 Minuten, die manchmal vielleicht nur Zeit sind, dann aber sein Bestes gibt.

    Liebe Grüße Schneelöwin

    "All is always now"


  • Tim1
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    • 4. Dezember 2024 um 11:28
    • #697

    Alle Ärzte, die ich lange Jahre kannte und "normal" bis nett waren. Die haben alle keine Zeit mehr und sind aggressiv geworden, frag mich nicht warum, wobei für mich eine gesellschaftliche Entwicklung, die ich nicht pauschalieren will, aber mein Wunsch nach Menschen hält sich immer mehr in Grenzen.

    Ich muss leider immer zu Privatärzten, weil da geht es nicht nur ums Geld sondern die Qualität ist meist wirklich höher wertig, da wird nämlich erklärt und richtig versucht zu diagnostizieren. Es gibt auch sehr faire Ärzte, die von Haus aus zugeben, tut mir leid, ich kann ihnen nicht helfen. Ist mir lieber als irgendwelche Experimente.

    Mein Eindruck ist schon so, dass sich das Gesundheitswesen massiv verändert hat in den letzten Jahren, warum so stark weiß ich nicht, als ob es doppelt so viele Patienten gäbe und halb so viele Ärzte und die Richtlinien werden auch immer strenger.

    Als ich in der Klinik war hat mir ein Pfleger gesagt, er sei 7 Jahre dort und bei Prothesen hat sich die Dauer in der Klinik um 1/3 zeitlich vermindert.

    Was ich auch sagen kann, unser Öffentliches Krankenhaus, dem würde ich 0 Sterne geben und der privaten Klinik 3. Aber um nicht Missverständnisse zu verursachen, ich war unglaublich dankbar, dass die mich in der Nacht aufgenommen haben, normal bei Privatkliniken ist das nicht üblich und da ich alleine zu Hause gewesen wäre ohne Hilfe, war ich froh, abgesehen davon, dass sie mich von dem Katheder befreit haben, weil mit dem habe ich fast durchgedreht.

  • Samadhi1876
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    • 5. Dezember 2024 um 21:46
    • #698
    Tim99:

    Mein Eindruck ist schon so, dass sich das Gesundheitswesen massiv verändert hat in den letzten Jahren, warum so stark weiß ich nicht, als ob es doppelt so viele Patienten gäbe und halb so viele Ärzte und die Richtlinien werden auch immer strenger.

    Das ist auch meine Erfahrung.

    Liegt wahrscheinlich am Geld, das oft überall an erster Stelle steht.

    Und das manche nie genug davon bekommen können.

    Obwohl es eigentlich auch reichen dürfte wenn sie weniger hätten.

    Krankenhäuser sind heutzutage wie Wirtschaftsunternehmen.

    Da geht es erst einmal um Gewinn!

    Ist leider so.

    Man kann nur hoffen gesund zu bleiben.

  • Tim1
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    • 6. Dezember 2024 um 06:25
    • #699

    Samadhi1876

    Es ist leider ein Teil auch die Gier, nicht ein Teil, sondern es ist die Gier.

    Schau, ich habe keine Ahnung, wie viel Ärzte in normalen Krankenhäusern verdienen, aber da sie viele Stunden machen, gehe ich davon aus genug.

    Ich kenne wenig Ärzte, die nicht zusätzlich noch eine Privatordination haben.

    Bei den Privatärzten, die ich habe, liegt das geschätzte monatliche Nettoeinkommen bei ca. 30.000 - 70.000 Euro. Warum? Weil Sie Leitungsfunktionen in Privatkliniken haben, dort zusätzlich während ihrer Arbeitszeit teils 30 Patienten privat machen pro Tag und dann noch operieren in einer anderen Klinik (mein Augenarzt zum Beispiel).

    Das ist ein Teil - der zweite Teil ist, dass viele Ärzte in andere Länder gehen, weil sie dort besser bezahlt werden und die neue junge Generation will eben mehr Work-Life-Balance haben. Heißt, die arbeiten nur privat und meist 20 Stunden und nicht 60 wie gewisse Kassenärzte.

    Mein Kassenradiologe und Bekannter, denn ich seit 40 Jahren kenne, sagte mir zuletzt, dass er allein 42 Stunden pro Woche Sonographien machen muss, Wartezeit 3 Monate. Dann muss er noch alles befunden usw. - also der kommt locker auf 60 Stunden.

    Die Kassenärzte verstehe ich, weil das was sie für ihre Leistung bekommen ist ein Witz im Vergleich zu anderen Ärzten, daher müssen sie viele Patienten machen, was auf die Qualität geht und die meisten nehmen gar keine Patienten mehr, also neue Patienten.

    Und ich fürchte, dass jetzt viel mehr Menschen zu Ärzten laufen, die vielleicht keinen bräuchten. Daher wäre mein Vorschlag Selbstbehalt rauf, Versicherungsprämie runter. Ich zahle lieber 30-50 Euro einem Kassenarzt - als 200 Euro einem Privaten.

    Wobei das müsste sozial gestaffelt sein, heißt die nichts haben, zahlen nichts und Menschen wie ich eben bis zu 50 Euro, wobei auch mit einer Obergrenze pro Jahr.

    Diese Idee teilen übrigens sowohl die Kassenärzte mit denen ich sprach wie auch die Privaten.

    Übrigens die Zwei- oder Dreiklassenmedizin hat Konsequenzen.

    Ich bekam und ich glaube das habe ich geschrieben aufgrund Probleme im Unterleibsbereich einen Harnkatheder gesetzt in einem öffentlichen Krankenhaus, weil es war Nacht und da gibt es nur diese Möglichkeit. Ich wurde echt unfreundlich und fast brutal behandelt.

    Am nächsten Morgen "bettelte" ich um in eine Privatklinik zu kommen, die haben den Katheder sofort entfernt und auch gemeint, verstehen sie nicht, weil gar nicht notwendig.

    Das war traumatisch für mich diese Erfahrung, weil ich mir dachte, so von einer Sekunde auf die andere bin ich komplett eingeschränkt bzw. ich konnte mir nicht vorstellen, wie ich damit bitte leben soll, weil im Krankenhaus meinten sie 3 Wochen vermutlich, kann aber auch für immer sein, was mein Urologe gar nicht nachvollziehen konnte, weil es handelte sich um eine Komplikation aufgrund meiner Leisten-OP, daher war der ganze Unterleibsbereich verändert vorübergehend.

    Was ich damit sagen will, hätte ich nicht das "Glück" eine stationäre Privatversicherung zu haben, hätte ich damit "leben" müssen und das war eine krasse Fehlbehandlung.

  • Michael Haardt
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    • 6. Dezember 2024 um 11:46
    • #700

    Ich könnte viel zu Fakten und Zusammenhängen sagen, die begründen, warum die Dinge so sind, wie sie sind, und bin mir dennoch sicher, aus dem Stegreif dennoch nicht zu einem geschlossenen Modell zu kommen, oder gar zu einer Lösung. Und es wäre fernab vom Thema und auch allgemein nicht hilfreich.

    Der intensive Wunsch nach einer fiktiven Zukunft, in der alles so läuft, wie Du es als gut erkannt hast, klingt nicht nach Buddhas Rat. Du hast am Anfang gefragt: "Ist es wirklich die Lösungsstrategie sich von all dem zurück zu ziehen und zu sagen, das kann ich alles nicht beeinflussen, das ist nicht mein Thema, das belastet mich nur?"

    Nein. Buddha riet nie dazu, sich nur zurück zu ziehen.

    Ich kann Deine Wut verstehen und sehe die Probleme im Gesundheitssystem natürlich auch. OK, was kann man tun?

    Die Vergangenheit ist geschehen, aber in der Gegenwart kann man sie immer noch verstehen. Bist Du der Ansicht, dass Deine Handlungen insgesamt Deinem Wohlergehen dienten? Ich fange mal hinten an: Wirst Du glücklicher oder gesünder, wenn Du über Deine Ärzte, ihre Gier und ihre Unfähigkeit schimpfst? Buddha riet nicht dazu, seitenweise schlecht über andere Menschen zu sprechen, weil es kein Leid verringert. Nicht mal Deins. In moderner Terminologie und mit mehr Worten klingt es etwas anders, aber es kommt auf's Gleiche raus:

    Constructivism part 3
    How mental models can break
    michaelhaardt.substack.com

    Buddhas Rat ist, die Dinge zu verstehen, und damit meint er auch die eigenen Handlungen. Das ist komplex und viel Arbeit. Es ist kein Rückzug, keine Passivität - kein bisschen. In modernen Worten würde man sagen, besseres Verständnis führt zu einem besseren mentalen Wohlbefinden und besseren Entscheidungen.

    "Psycho-Blabla. Das ist keine Einstellungssache. Mir ging's besser, wenn die verdammte Dreckswelt nicht voller gieriger Idioten wäre."

    Zweifellos. Buddha formulierte es etwas neutraler. "Es gibt Leid." Wenn man sich an der Aussage festhält, kommt man aber nicht zu seinen Ratschlägen.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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