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  1. Buddhaland Forum
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Mensch

  • Netsrot
  • 19. Oktober 2026 um 20:51
  • Zum letzten Beitrag
  • Netsrot
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    • 19. Oktober 2026 um 20:51
    • #1

    Liebe Gemeinschaft

    Seit Langem schreibe ich hier mal wieder. Vor Jahren absolvierte ich ein Fernstudium über die verschiedenen Schulen des tibetischen Buddhismus. Viel wurde über Heilsam und Unheilsam geredet über Beflecktes und nicht Beflecktes. Viel habe ich meditiert ,viel gelesen. Die Schule vermittelte mir eine Grundkenntniss der buddhistischen Sichtweise. Eine Lehre mit der ich konform gehen konnte und kann.

    Wie das Sprichwort “wie Schuppen von den Augen fallen“. So erging es mir oft. Ich bin sehr dankbar dafür das ich diese Wissen erfahren durfte. Die Lehrer die es gekonnt vermittelt haben natürlich nicht zu vergessen. Mindestens 15 Jahre ist das her. Im Laufe der Zeit bin ich zum Erkennen gekommen das die Ausrichtung wie am Anfang beschrieben mit heilsam ,unheilsam ,befleckt nicht befleckt mit Vorsicht zu genießen ist. Das pochen auf diese Aspekte kann eine Art Abrichtung ,Ausrichtung , Verhaltenszwang bewirken der Scham da erzeugt wo er nicht hingehört. Wir sind ,ich verallgemeinere einfach mal , durch Kultur ,lange Weile, Konditionierungen, Disziplin,das darf man und das nicht, genug gehemmt und gefangen. Michael Jackson beschreibt das gut in seinem Lied „ Will you be There“ . Wir sind Menschen behaftet mit Fehlern und Unzulänglichkeit. Es bringt mich nicht weiter künstlich ein Guter Mensch sein zu wollen. Ich muß den Mensch den ich darstelle erkennen ,mit seiner Menge an vielleicht Unsicherheiten ,Unvermögen ,Fehlern ,Beinlichkeiten. Ich bin nicht nur gut und kann es auch nicht werden . Ich bin ein Mensch. Sch….auf unheilsam und heilsam .Ich lass los und ich nehme mich so wie ich bin und akzeptiere das . Ich werd nicht besser und nicht schlechter aber ich kann mir alles verzeihen.

    Wie seht ihr das ? Fühlt jemand so wie ich?

  • Monika
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    • 19. Oktober 2026 um 21:58
    • #2

    Naja, die Illusionen scheinen verschwunden, lieber Netsrot


    Ich sehe es so: wir werden nicht heilig, wir werden "echt" - Menschen eben.

    Was aber nicht in Trotz enden sollte, sondern es wäre schön - in Mitgefühl - für sich selbst und damit auch für andere.


    Von Herzen Monika

  • Qualia
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    • 19. Oktober 2026 um 22:17
    • #3
    Netsrot:

    Ich muß den Mensch den ich darstelle erkennen ,mit seiner Menge an vielleicht Unsicherheiten ,Unvermögen ,Fehlern ,Beinlichkeiten. Ich bin nicht nur gut und kann es auch nicht werden . Ich bin ein Mensch. Sch….auf unheilsam und heilsam

    Das führte mich aus dem Buddhismus mit seinen Schulen direkt zu Buddha und seine Lehre.

    Ich bin ein Mensch und das lasse ich mir nicht von Meistern, Lehrern oder Weisen nehmen.

    Die glauben an den achtfachen Weg des rechten Handelns. Ich glaube an den mittleren Weg, der durch rechtes und unrechtes Handeln an seinen Ergebnissen erkannt wird.

    Ja, ich muss unrecht und recht gehandelt haben, um den mittleren Weg des Menschen gehen zu können. Da ist Buddhismus oder eine religiöse Glaubensgemeinschaft wie ein Klotz an meinem Bein.


    Ich glaube an mich und daran das ich vollkommen versage in anderen Augen, aber auch wenn ich versage: ich bin zufrieden.

    Buddha sei Dank für seine Lehre.

    Erscheinungen sind annica unbeständig, dukkha unbefriedigend, anatta ohne Selbstsein, immer allein, doch nie einsam, denn alles ist eigenständig erscheinend, aber nichts ist eigenständig bestehend.

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    • 20. Oktober 2026 um 11:06
    • #4

    Ein Schüler könnte ja auch im Matheunterricht sehr starke Ängste entwickeln und sich sehr schämen, wenn er etwas falsch gerechnet hat.


    In so einem Fall würde man ihn helfen eben an dieser Scham zu arbeiten, so dass er lernt Ergebnisse nicht persönlich und tragisch zu nehmen. Nicht mehr zu verzeifeln, wenn die Rechnung mal nicht aufgeht.


    Was man aber nicht machen würde, wäre zu dem Mathelehrer zu gehen und ihn aufzufordern, die Regeln der Mathematik aufzuweichen, so dass 2+2 eben nicht unbedingt 4 sein muß sondern 5 genauso richtig ist.

  • mukti
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    • 20. Oktober 2026 um 12:21
    • #5
    Netsrot:

    Wir sind Menschen behaftet mit Fehlern und Unzulänglichkeit. Es bringt mich nicht weiter künstlich ein Guter Mensch sein zu wollen. Ich muß den Mensch den ich darstelle erkennen ,mit seiner Menge an vielleicht Unsicherheiten ,Unvermögen ,Fehlern ,Beinlichkeiten. Ich bin nicht nur gut und kann es auch nicht werden . Ich bin ein Mensch. Sch….auf unheilsam und heilsam .Ich lass los und ich nehme mich so wie ich bin und akzeptiere das . Ich werd nicht besser und nicht schlechter aber ich kann mir alles verzeihen.

    Wie seht ihr das ? Fühlt jemand so wie ich?

    Ich will nicht künstlich ein guter Mensch sein, es ist mir ein natürliches Bedürfnis. Selbstanklage hilft da nicht weiter, Einsicht, Verständnis, Geduld und Bemühung schon.

    Mit Metta, mukti.


  • Netsrot
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    • 20. Oktober 2026 um 14:22
    • #6

    Noch einige Bemerkungen zum Themenanfang des Beitrags. Der unbemerkten Beeinflussung die ev. dazu beiträgt nicht den eigenen Wünschen und Bestrebungen nachzuforschen.Wer reagiert in den verschiedensten Situationen noch so wie er im tiefsten Inneren reagieren würde? Wie weit loben wir das Mitgefühl weil es uns die Lehre nahelegt?Funktionieren wir nur so ,und weil es uns dieses System eintrichtert (nämlich höher, weiter schneller)?Es gibt den Spruch „schaffe schaffe Häusle baue“ .Ja wer danach lebt ist wohl ein guter Menschen?Gerade in der heutigen schwierigen Zeit wird missbilligend gegen Leute vorgegangen die nicht im üblichen Trott ihr Leben fristen .Sind da nicht eine Menge Unterschiede die gemacht werden?Beständige Einteilungen in Gut und Böse. Wie weit sind wir durch TV und Internet nicht mehr wir und merken es gar nicht?Nicht falsch verstehen, ich sehe da keinen wirklich Schuldigen .Es ist einfach eine Dynamik die sich da aufschaukelt. Uns wird beigebracht. Der Mensch hat sich in tausenden Jahren zu Höherem entwickelt,hat er das?Ich glaube nein. Warum muß er zum Mars? Warum zettelt er so viele Kriege an wie nie zuvor?Wissen Wissen über alles ,ach wie schlau sind wir doch.Sind wir das ?Das alles ist Konditionierung.Wieviel davon bleibt bei mir stecken ohne das ich es bemerke und beeinflusst meine Handlungen?Ich verweise da auf Rilke mit seinem wunderbaren Gedicht „ Die Dinge singen hör ich so gern“. Besser kann man es nicht ausdrücken.

  • mukti
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    • 20. Oktober 2026 um 17:21
    • #7
    Netsrot:

    Wie weit loben wir das Mitgefühl weil es uns die Lehre nahelegt?

    Besser wir loben das Mitgefühl weil wir es in unseren Herzen finden, nicht weil es in Büchern steht.

    Mit Metta, mukti.


  • Igor07
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    • 20. Oktober 2026 um 20:01
    • #8
    mukti:

    Besser wir loben das Mitgefühl weil wir es in unseren Herzen finden, nicht weil es in Büchern steht.

    Das aufrichtige Mitgefühl kann eigentlich nur durch und dank der unmittelbaren direkten inneren Erfahrung entstehen, die auf nicht begrifflicher oder logischer Erfahrung gründet, und zwar geht es um das klare Sehen der Phänomene, wie sie sind, aber nicht, wie sie uns erscheinen. Im Pali-Kanon gibt es den Begriff „pervertierte Wahrnehmung“, das ist die deutsche Übersetzung.

    Nur als Folge daraus entsteht dieses Mitgefühl als die innigste Verbundenheit mit allen leidenden Wesen. Keine Bücher schaffen es. Und kein trockenes Wissen. Aber nur als der Hinweis, also die Karte, aber kein Land, das ich mit den eigenen Füßen gehe.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • mukti
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    • 21. Oktober 2026 um 09:46
    • #9
    Igor07:
    mukti:

    Besser wir loben das Mitgefühl weil wir es in unseren Herzen finden, nicht weil es in Büchern steht.

    Das aufrichtige Mitgefühl kann eigentlich nur durch und dank der unmittelbaren direkten inneren Erfahrung entstehen, die auf nicht begrifflicher oder logischer Erfahrung gründet, und zwar geht es um das klare Sehen der Phänomene, wie sie sind, aber nicht, wie sie uns erscheinen. Im Pali-Kanon gibt es den Begriff „pervertierte Wahrnehmung“, das ist die deutsche Übersetzung.

    Nur als Folge daraus entsteht dieses Mitgefühl als die innigste Verbundenheit mit allen leidenden Wesen. Keine Bücher schaffen es. Und kein trockenes Wissen. Aber nur als der Hinweis, also die Karte, aber kein Land, das ich mit den eigenen Füßen gehe.

    Das wäre wohl Mitgefühl auf der höchsten Stufe der Vollendung, wie es z.B. der Buddha hatte. Die Verbundenheit mit allen Wesen zeigt sich auch schon vorher, indem man Mitgefühl mit anderen hat, weil man Leid an sich selber erfährt. Nur das eigene Leid zu sehen oder sich gar am Leid anderer zu erfreuen ist schon eine krasse egoistische Trennung.

    Oft richtet sich das Mitgefühl nur auf solche Menschen und manchmal auch Tiere, die einem etwas bedeuten, man kann aber auch für alle Wesen Güte und Mitgefühl empfinden, wenn man das zu einem Grundsatz macht. Schließlich sind wir mit allen verbunden, indem wir alle im selben Boot sitzen.

    Mit Metta, mukti.


  • Qualia
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    • 21. Oktober 2026 um 10:25
    • #10

    Mein Mitgefühl zeigt sich im Verzeihen.

    Meine Erinnerung zeigt sich darin, dass ich die erfahrene Schädigung nicht vergesse.

    Verzeihen bedeutet nicht Vergessen. Wer Verzeihen mit Vergessen verwechselt oder gleichsetzt, macht dieselbe Erfahrung wahrscheinlich erneut.

    Das habe ich tatsächlich erfahren, dieses Gleichsetzen von verzeihen und vergessen. Und was ist geschehen? Ich wurde wieder geschädigt, weil ich vergessen habe.

    Erscheinungen sind annica unbeständig, dukkha unbefriedigend, anatta ohne Selbstsein, immer allein, doch nie einsam, denn alles ist eigenständig erscheinend, aber nichts ist eigenständig bestehend.

  • Netsrot
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    • 21. Oktober 2026 um 16:00
    • #11
    Qualia:

    Verzeihen bedeutet nicht Vergessen

    Mit dem Verzeihen ist das so ne Sache und wenn es sich um Dinge handelt die persönlich in einen eingreifen sehr besonders . Denn da ist ja noch das nicht Vergessen. Selbst wenn du wolltest geht das nicht,es ist gespeichert und wenn es tragisch kommt wird die damalige Situation zum Trauma für dich .Tja so ist das mit dem Nicht-Ich. Wie sagt man so schön .Es gibt diese Person nicht auch Phänomene existieren nicht wahrhaft und trotzdem verbrenne ich mir die Hände wenn ich mit der heißen Herdplatte in Berührung komme.

  • Samadhi1876
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    • 22. Oktober 2026 um 06:09
    • #12
    Netsrot:

    Wieviel davon bleibt bei mir stecken ohne das ich es bemerke und beeinflusst meine Handlungen?

    Der Mensch ist ein ziemlich komplexes Wesen:

    Ständige Anpassung: Die Evolution des Menschen hat nie aufgehört
    Nach wie vor ist der Mensch evolutionären Veränderungen unterworfen
    www.spektrum.de


    Im Grunde geht es ja auch hier wieder um Leiden, und um Befreiung von Leiden.

    Psychischen und körperlichen Leiden.


    Und je nachdem wo ich lebe, in einer spirituellen selbst versorgendenden Gemeinschaft ohne Inet, oder nicht: in einem kapitalistischen system gefangen.


    Wir alle sind irgendwie natürliche Menschen. Aber haben unsere Natürlichkeit auch verloren. Bzw eigentlich sind wir noch immer auf "Jäger und Sammler" eingestellt, während die Erfindungen der Menschen ein ganz anderes Lebensumfeld erschaffen haben, und die Evolution "nicht hinterher kommt", oder umgekehrt: der mensch wird früher oder später an seinen vielen neuen errungenschaften scheitern oder gar zu grunde gehen.

    Kein Mensch ist perfekt und kann es auch nie sein. Und die Natur ist auch nicht perfekt.

    Sie lebt vom "kommen und gehen". Von Veränderungen. Anders als der Mensch beklagt sie sich nicht mit Worten.


    Viele Menschen in der heutigen modernen Gesellschaft leiden mehr an der modernen Gesellschaft an sich.


    Was kann ich für mich selbst tun?


    Gibt es noch ungelöste Altlasten die mich unterbewusst vielleicht noch bedrücken, kann ich vielleicht die Umgebung wechseln in der ich lebe, arbeite, gibt es etwas das ich gerne machen würde, das meinem Leben mehr Sinn gibt, ich gerne tun würde, oder möchte ich gewisse Dinge einfach nur nicht akzeptieren oder loslassen...


    Wenn ich inneren Frieden nur im Aussen suche, werde ich inneren Frieden nie finden:


    Denn inneren Frieden kann man nur in seinem tiefstem Innern (wieder) finden...


    Eben flog eine Sternschnuppe blitzschnell vorbei...


    Welch eine Überraschung, welch ein Wunder...


    So empfinden wir seltene Dinge die uns erscheinen. Bei anderen alltäglichen sagen wir oft: oh das kenne ich doch schon. Wie langweilig. Oder manches beginnt sogar zu nerven.

    Manchmal möchten wir auch einfach zuviel. Etwas Zuviel oder wie es uns (Ego) besser passt.

    Statt im Hier und Jetzt zu sein. Mit dem was erscheint. Mit mehr Demut und Dankbarkeit:


    Ohne Meditation ist das manchmal auch schwieriger als mit Meditation.


    Manchmal sind es auch einfach nur Momente fehlender Liebe und Mitgefühl zu uns selbst.

    2 Mal editiert, zuletzt von Samadhi1876 (22. Oktober 2026 um 07:02)

  • Netsrot
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    • 23. Oktober 2026 um 17:13
    • #13
    Samadhi1876:

    Gibt es noch ungelöste Altlasten die mich unterbewusst vielleicht noch bedrücken, kann ich vielleicht die Umgebung wechseln in der ich lebe, arbeite, gibt es etwas das ich gerne machen würde, das meinem Leben mehr Sinn gibt, ich gerne tun würde, oder möchte ich gewisse Dinge einfach nur nicht akzeptieren oder loslassen...

    Danke für diese Antwort,

    Du sprichst mir aus dem Herzen. Ja ich habe viele Sachen in meinem Leben erlebt die nicht schön gewesen sind , in denen ich auch große Fehler gemacht habe . Diese rückgängig zu machen ist mir nicht möglich . Viel habe ich darüber gegrübelt . Viel Meditation und unwillkürliches darüber nachdenken hat mich davon zumindest ein Stück befreit. Ich kann mich davon nicht vollständig lossagen, aber das muß ich auch nicht. Wenn ich diese meine Fehler betrachte, sehe ich ebend diesen Mensch mit Fehlern behaftet der aber geprägt von unserer Kultur, unseren Vorgaben der Gesellschaft, des Elternhauses,der Schuhle usw. usw.

    So viele Einflüsse. Ich bin im Internet über Vorträge einer Ilan Stephani gestolpert. Kurz gefasst sagt sie ,es ist gut Wut zu haben und diese vielen Unheimlichkeiten rauszuschreien,die Trauer und Alles ebenso

  • Netsrot
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    • 23. Oktober 2026 um 17:39
    • #14

    Nachtrag

    Gerade im Mahajana Buddhismus wird man darauf getrimmt gute Geistesfaktoren zu entwickeln und schlechte zu eliminieren. Wut und Zorn zählen zu den unheilsamen grundlegenden Geistesfaktoren. Ich glaube mittlerweile das ist undifferenziert und entspricht nicht der allgemeingültigen Wahrheit. Für manche währe es gut das alles Rausschreien zu können. Wenn ich kein Zugang zu meinem eigenem Leben habe, nicht indem ich alles begründen kann ,das ist nicht möglich, aber indem ich es rauslassen kann was stört. Aber wir glauben das würde uns disqualifizieren, nein das würde es nicht ,ich glaube das Gegenteil würde passieren. Ich kann nur loslassen und nicht mehr gestalten wenn ich selber tief merke ja ich habe viele Unzulänglichkeiten. Und die Schlussfolgerung daraus ich bin ok so wie ich bin und das ist normal und richtig so. Es ist falsch alles in gut und böse einzuteilen. Leider hören wir auf diese ständigen Stimmen die uns das weis machen wollen

  • Samadhi1876
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    • 23. Oktober 2026 um 20:48
    • #15
    Netsrot:

    Wut und Zorn zählen zu den unheilsamen grundlegenden Geistesfaktoren. Ich glaube mittlerweile das ist undifferenziert und entspricht nicht der allgemeingültigen Wahrheit.

    Es kommt darauf an:


    Sofern noch etwas Unverarbeitetes aus der Kindheit offen ist, wo man lernen musste Wut zu unterdrücken, oder auf Grund Trauma nicht konnte, so ist es heilsam das zu erkennen und aufzuarbeiten: und die unterdrückte Wut von damals, genauso wie die unterdrückte Traurigkeit, heute nachzuholen.


    Denn:


    Ein Kind befindet sich noch in der Entwicklung. Und gesunde Entwicklung bedeutet alle Gefühle zulassen zu dürfen. Fliessen zu lassen. Wird das blockiert entstehen Verhaltenstörungen oder psychosomatische Beschwerden. Bis hin zu Disregulierung des Nervensystems.


    Man kann Kinder in der Entwicklung auch nicht mit gesund entwickelten Erwachsenen vergleichen.


    Und so fern tatsächlich noch etwas altes unerkanntes unterbewusst in einem Erwachsenen schlummert, im Alltag hier und Da angetriggert wird, dann kann man auch vergeblich spirituell versuchen das aufzulösen:


    Es wird immer wieder erscheinen. Weil noch unterbewusst und unerkannt. Noch nicht an der Wurzel und wirklichen Ursache behandelt.


    Das ist zumindest meine eigene Erfahrung, nachdem ich zuerst positive Erfahrungen spiritueller Hinsicht erfahren haben, mit der Zeit aber erkannte, da ist immer noch etwas, und das kann ich rein spirituell auch nicht (auf)lösen.

  • Netsrot
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    • 23. Oktober 2026 um 21:27
    • #16

    Es gibt Menschen ,die sind von sich aus und nach außen hin glücklich. Guckt man aber hinter die Fassade ist es zwar nicht gespielt ( weil großes Glück im Leben ,vernünftige Familie, gutes Aussehen, schönen Partner ,mehr als genug Geld, gewisse Ausstrahlung ).Nur wehe es bricht dann irgend ein Schicksal über sie herein ,dann bricht eine Welt zusammen . Weil sie konditioniert sind und der Raum in dieser Konditionierung bisher immer zum Erfolg führte. Die Konditionierung ist aber da und der bisherige Erfolg einfach nur Glück im Leben. Da spielt Trauma ehr keine Rolle. Ich will damit sagen, da muß kein Trauma nötig sein. Ich muß mich fragen ob wir nicht mehr oder weniger alle in so einer Art Matrix leben.

  • Samadhi1876
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    • 24. Oktober 2026 um 05:59
    • #17
    Netsrot:

    Nur wehe es bricht dann irgend ein Schicksal über sie herein ,dann bricht eine Welt zusammen .

    Ja das stimmt genauso.


    Solange etwas (nur) gut (weiter) läuft "ist alles ok". Und Es gibt auch welche die weniger traumarisch (vor) belastet sind.


    Gewisse Lebensumstände erleichtern nur das Leben, und andere erschweren es.


    Gewisse Lebensumstände machen erst auf etwas aufmerksam das man vorher (noch) nicht (so) erlebt hat.


    Geht es einen gut sieht man oft auch nicht (mehr) das "Bedürfnis", nachdem man sich zuvor gesehnt hat.

    Droht etwas vertrautes verloren zu gehen und man weiss nicht wie es weitee geht entsteht oft auch Angst.


    Das Leben selbst (einschliesslich Menschen) ist meist der oder das einen selbst (oft auch unerwartet) prüft, oder testet, wie gut man eigentlich damit umgehen kann.

    Und auch nicht alles im leben kann man selbst bestimmen, ewig behalten, oder sich erkaufen.


    Manche menschen werden mehr oder öfter damit konfrontiert. Andere weniger.


    Oft liegt das Glück einfach nur darin, wie gut man (gelernt hat) mit etwas im Leben umgehen kann.

    Egal was.

    Einmal editiert, zuletzt von Samadhi1876 (24. Oktober 2026 um 06:28)

  • Netsrot
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    • 24. Oktober 2026 um 10:03
    • #18
    Samadhi1876:

    Und auch nicht alles im leben kann man selbst bestimmen, ewig behalten, oder sich erkaufen

    Ich bin der Überzeugung , du kannst dein Leben nur in sehr sehr begrenzter Weise irgendwie bestimmen ev. gar nicht. Gerade im Buddhismus wird oft gesagt das alles was dir im Leben wiederfährt du dir selber zuzuschreiben hast. Das stimmt nicht, denn hier haben wir eine der Leerheiten, nämlich die der Unabhängigkeit . Genau das ( Unabhängig )bist du eben nicht. Da gibt es dieses bescheuerte Sprichwort „ Jeder ist seines Glückes Schmied“.Ich find das unglaublich blöd. In dieser Denkweise ( Jeder ist seines Glückes Schmied) ist potentiell viel späteres Leid gespeichert. Dummer Weise funktioniert diese ganze kapitalistische Gesellschaft so , höher, weiter und schneller, ja wirklich ne freie Marktwirtschaft und die Menschen sind noch Stolz darauf.

  • Qualia
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    • #19
    Netsrot:

    „ Jeder ist seines Glückes Schmied

    Jeder Mensch ist seines Glückes Schmied.

    Jeder Mensch ist seines Unglückes Schmied.

    „Dumme“ Sprüche erwarten, dass man den Umkehrschluss selbst findet.


    Kein Lebewesen ist unabhängig vom anderen oder von der unbelebten Welt.

    Der Mensch allein ist der Schmied seines Glücks oder Unglücks.

    Denn er hat die freie Entscheidung, was und wie er handelt.

    Doch hat er keinen freien Willen.

    Der freie Wille ist unmöglich, denn der glaubt das er unabhängig von den anderen Lebewesen und der unbelebten Welt ist.

    Die freie Entscheidung sagt: Ich mache das mal so.

    Der freie Wille sagt: So will ich, dass es wird.

    Schlechte Politiker wollen das es so wird.

    Gute Politiker machen es mal auf andere Art.


    „Er kann entscheiden, wie er handelt. Er kann aber nicht bestimmen, was daraus wird.“


    Das, was unabänderlich eintrifft, ist, dass ich immer der einzige Erbe meiner Taten bin: Glück oder Unglück. Egal ob durch meine freie Entscheidung oder durch den Glauben, mit Willen bestimmen zu können, wie es wird.

    Erscheinungen sind annica unbeständig, dukkha unbefriedigend, anatta ohne Selbstsein, immer allein, doch nie einsam, denn alles ist eigenständig erscheinend, aber nichts ist eigenständig bestehend.

    3 Mal editiert, zuletzt von Qualia (24. Oktober 2026 um 10:37)

  • Samadhi1876
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    • 24. Oktober 2026 um 10:32
    • #20
    Netsrot:

    Ich bin der Überzeugung , du kannst dein Leben nur in sehr sehr begrenzter Weise irgendwie bestimmen ev. gar nicht.

    Die Abhängigkeiten von anderen Menschen ist immer Da. Selbst Elon Musk kann nicht alles selber herstellen was er zum Leben braucht. Oder sich selbst operieren falls das mal wirklich notwendig ist. (vielleicht ist das aber sein Ziel).


    Manche werden reich und schön geboren. Andere nicht.


    Ich hatte im Leben auch viele Wünsche. Ich glaube das ist normal. Das man Wünsche hat und davon träumt, oder versucht sie sich irgendwie zu erfüllen.


    Im Grunde habe ich viele dieser Wünsche mir irgend wann (genau zeitlich erzwingen konnte ich das nie) erfüllen können. Aber sie haben nie lange gehalten. Nicht länger als wenige Jahre. Wenn man ein Land bereist das man schon immer gerne sehen wollte im Leben, ist das ähnlich. Man bereist es und staunt darüber, das man es geschafft hat, das man das erleben darf, und natürlich auch über das Land selbst. Danach bleiben nur Erinnerungen.


    Trotz aller schönen Erlebnisse, gab es Momente, da hatte ich auf einmal gefühlt nichts mehr. Nur noch das Notwendigste zum Leben. Aber in diesem Augenblick habe ich erst wieder etwas erkennen können, das ich schon sehr lange vergessen hatte, oder mir noch nie so bewusst war, wie in diesem Moment mit gefühlt „Nichts“.

    Es war wie ein Wunder. Ein anderes Wunder. Auch Ein Gefühl zu wissen, zu erfahren, ich brauche gar nicht so viel wie ich immer meinte. Und sich mehr darüber zu wundern was gerade hier und jetzt da ist und zu staunen. Irgendwie fiel in dem Moment auch eine große Last von mir ab, nicht mehr so viel haben zu müssen, oder genauso viel wie andere, oder ähnliches haben zu müssen wie andere.


    Natürlich ist man immer auf eine gewisse Grundversorgung angewiesen. Und natürlich ist man im kapitalistischen System eingespannt, das nur noch nach der Regel immer weiter, immer schneller, immer höher, immer mehr zuerst für die Mächtigen und was abfällt für die Kleinen, eingespannt.

    Und auch weiterhin von anderen Mächten bedroht.


    Weil das soziale Miteinander und Teilen und Mitgefühl zwischen Menschen schwieriger geworden ist. Das man zumindest in der eigenen Familie erfährt, oder mal erfahren hat, wenn man Glück hat, oder hatte.


    Ein anderes Glück, als das Glück zu wissen wie man mit dem Leben an sich umgehen kann.

    Man kann es auch irgendwie mit dem Begriff Freiheit versuchen zu definieren: was ist Freiheit? Oder was ist wahre Freiheit…

  • Samadhi1876
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    • 24. Oktober 2026 um 10:53
    • #21

    Spätestens ab Corona hat sich auch vieles gewandelt in der Welt. Viele neue Krisen. Große Krisen. Für mich war 2016 die Welt „irgendwie noch mehr in Ordnung“ als heute. Und für viele andere sicher auch. Und manche Krisen betreffen auch alle, selbst die Reichen und Mächtigen.

    Letztens habe ich hier im Forum eine Konservation von 2013 gelesen: da wurde einfach mehr locker miteinander gescherzt. Was man zuletzt weniger gesehen hat. Da taucht mehr die Ernsthaftigkeit auf. Zweifel. Ungewissheit. Weil heute mehr ernstere Situationen, über die man auch nicht einfach mehr (nur) scherzen kann.


    Und (globale oder Landes) Krisen bergen auch immer eine gewisse Ungewissheit und Zweifel und Fragen: wie werden sie wohl ausgehen…


    Das ist auch irgendwie natürlich. Ungewissheit über das weitere Leben zu haben…

  • Samadhi1876
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    • 24. Oktober 2026 um 11:15
    • #22

    Selbst der Buddha Shakyamuni war nicht ganz frei von Sorgen.


    Zumindest schreibt S.Suzuki im „Anfängergeist“:


    „Der Buddha war ein Mensch wie wir. Als sein Land vom Krieg bedroht wurde machte er sich große Sorgen.“


    Kodo Sawaki antwortete auf die Frage von Ushiyama ob Za Zen einen anderen Menschen aus uns machen würde: „Nein“.


    Wir sind und bleiben eben immer Menschen mit Gefühlen.

  • Online
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    • 25. Oktober 2026 um 08:04
    • #23

    Ich bin seit einiger Zeit davon abgekommen, im großen Rahmen an eine Entwicklung zum "Höheren" zu glauben. Vor ein paar Jahren, hat mich eine Theorie wie Spiral Dynamics noch überzeugt, aber man muss ja nur ein paarmal Nachrichten schauen: Gesellschaften, Regierungen, Länder entwickeln sich (z.Z.) nicht zum Besseren und Höheren.

    Die Ursachen sind bekannt (global und individuell): Gier, Hass und Verblendung.

    Und jetzt?

  • Upasaka Dhammavicayo
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    • 25. Oktober 2026 um 08:29
    • #24

    Wetering

    Deine Beobachtung teile ich. Die Nachrichten zeigen oft Stillstand oder Rückschritt. Die drei Gifte wirken weiter, im Großen wie im Kleinen. Große Theorien ändern daran nichts. Jetzt hilft nur eines: im eigenen Alltag achtsam sein. Wo Gier aufkommt, sie erkennen. Wo Hass aufkommt, ihn erkennen. Wo Verblendung ist, sie erkennen. Das ist die Arbeit. Sie ist klein und konkret. Sie verändert nicht die Welt. Aber sie befreit den Geist.

  • Monika
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    • 25. Oktober 2026 um 09:06
    • #25

    Vor vielen Jahren war ich auch von der positiven Entwicklung des Menschen überzeugt, vorallem durch Gorbatschow, auch noch bei Obama.


    Es ändert sich nichts, die Geistesgifte bleiben, werden immer wieder durch Kriege und Ungerechtigkeit erzeugt.


    Das hat auch der Buddha nicht geglaubt, er prophezeite sogar den Untergang der Lehre.


    Nur jede/r einzelne kann Frieden finden - in sich selbst.

    _()_Monika

Ausgabe №. 137: „Sorgen entsorgen?"

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