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Majjhima Nikāya 48, Kosambiya Sutta

  • Upasaka Dhammavicayo
  • 26. August 2026 um 19:42
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    Upasaka Dhammavicayo
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    • 26. August 2026 um 19:42
    • #1

    „So habe ich gehört. Zu einer Zeit weilte der Erhabene bei Kosambi, in der Gartenstiftung. Zu jener Zeit nun war unter den Mönchen von Kosambi Zank und Streit ausgebrochen, sie haderten miteinander und scharfe Wortgefechte fanden statt. Sie konnten sich nicht versöhnen und wiesen eine Versöhnung ab, sie konnten sich nicht verständigen und blieben der Verständigung unzugänglich.“


    Ich habe mir diese Geschichte immer als einen Spiegel für den eigenen Kopf vorgestellt. Da streiten sich Mönche in Kosambi, wer jetzt die bessere Regelauslegung hat, und die ganze Zeit fliegen nur Vorwürfe hin und her. Der Buddha kommt dazu und sagt im Grunde: Hört auf, euch gegenseitig zu zerlegen. Es geht nicht darum, wer Recht hat.


    Für mich fällt bei diesem Sutta alles an dem Punkt zusammen, den ich immer wieder in Gedanken prüfe. Wenn ich auf einen anderen treffe, besonders wenn einer mir auf den Keks geht, dann schaue ich nicht auf seine Fehler. Die Frage ist, was tue ich gerade? Ist meine Handlung, mein Wort, mein Gedanke gerade mit einem freundlichen Hintergrund versehen? Und zwar nicht nur, wenn alle zuschauen, sondern auch, wenn keiner hinschaut. Das ist für mich der große Test.


    Der Buddha nennt diese sechs Punkte.

    Wenn ich mit jemandem zusammenlebe oder zusammenarbeite, und mein Verhalten ist offen oder versteckt von einer wohlwollenden Grundhaltung getragen, dann kann der Streit gar nicht erst so richtig Wurzeln schlagen. Wenn mir das nicht gelingt, weiß ich, dass ich noch nacharbeiten muss.


    Und dann kommt dieser Teil mit den sieben Dingen, an denen man sich selbst prüft. Das ist für mich der entscheidende Knackpunkt. Ich checke mich selber. Habe ich dieses innere Vertrauen in die klare Ausrichtung der Lehre? Passt mein Verhalten zu dem, was ich für richtig halte?

    Wenn ich das ehrlich bei mir durchgehe, dann merke ich oft, dass der Ärger über den anderen nur ein lauter Ablenker ist. Die eigentliche Baustelle bin immer ich selbst. Wer das einmal klar gesehen hat, der verschwendet keine Energie mehr damit, den anderen von seiner Sicht überzeugen zu wollen. Das ist reine Zeitverschwendung. Lieber schaue ich, dass meine eigenen sieben Punkte stimmen. Dann findet sich die Eintracht von ganz alleine, ohne dass ich dafür kämpfen müsste. 🙏

  • Samadhi1876
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    • 26. August 2026 um 20:18
    • #2

    Manchmal


    Ist es nur Unzufriedenheit mit sich selbst allein


    Sich nicht mehr „in Ordnung“


    Sich Nicht mehr geliebt und verstanden fühlen


    Von sich selbst zuerst


    Und wenn man sich selbst nicht mehr von sich selbst allein in Ordnung geliebt und verstanden und in Frieden fühlt


    Dann erwartet man Das oft umso mehr von anderen


    Oder etwas Anderes


    Außerhalb


    Von sich selbst

  • biophil
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    • 26. August 2026 um 20:24
    • #3

    Netter & aufschlussreicher Text. Allerdings sprichst du hier mehr oder weniger Lappalien an, die man gut durch sich selbst lösen kann.


    Die Kosambi-Mönche haben ja auch erst klein beigegeben, nachdem die Laien die Almosen verweigert haben.


    Was ist aber, wenn es um etwas geht? Beim Buddha war das zB seine Lehre. Da ging es für ihn um etwas. Wer da was Falsches erzählte, den machte er fertig. Wie zB Sati.

  • Samadhi1876
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    • 26. August 2026 um 20:53
    • #4
    biophil:

    Was ist aber, wenn es um etwas geht?

    Es geht manchmal auch einfach nur um gegenseitiges Mitgefühl…


    Mitgefühl ist manchmal durch nichts anderes zu ersetzen, möchte ich einen gemeinsamen Konsens und besser verstehen erreichen…


    Auch durch die „reine Lehre Buddhas“ nicht…


    Klar kann es selbst mit Mitgefühl auch sein, das man letztendlich nur noch etwas loslassen kann…


    Aber Dialog und Mitgefühl zeigen…

    Sollte man nie vergessen…

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    Upasaka Dhammavicayo
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    • 26. August 2026 um 21:18
    • #5

    biophil

    Ob es um kleine Angelegenheiten oder um die Lehre selbst geht..der Ursprung jedes Streits ist das Festhalten an der eigenen Ansicht und dem Gefühl eines „Ich“.

    Die Kosambi-Mönche gaben beim Essen nach. Das war äußerer Zwang. Der Buddha lehrte sie die Prüfung des eigenen Geistes. Diese Prüfung gilt immer, nicht nur bei Streit.

    Der Buddha tadelte Sati. Das geschah nicht aus persönlicher Kränkung. Ein Erwachter hat kein Ego zu schützen. Er zeigte Sati den Irrtum auf, um ihn vor Leid zu bewahren. Das ist Klarheit und Mitgefühl.

    Wenn ma die sieben Punkte bei sich ehrlich prüft, erkennt man, das Problem sitzt im eigenen Anhaften, nicht im Gegenüber. Ob klein oder groß..dieser Maßstab bleibt gleich. Dann wird selbst ein klares Wort zur Hilfe, nicht zum Angriff. 🙏

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    • 27. August 2026 um 08:38
    • #6
    Samadhi1876:

    Es geht manchmal auch einfach nur um gegenseitiges Mitgefühl…

    Das entspricht meiner Erfahrung. Besteht gegenseitiges Mitgefühl, kann ich ohne jeden Dagegen-Gedanken/keinen Widerstand handeln.


    Die Skandhas/„Unterbewusstsein“ bemerken viel schneller das da kein Mitgefühl beim Gegenüber ist. Nur das: Da ist kein Mitgefühl, kein mein Wohl-wollen.

    Bald, hoffentlich, interpretiert mein Bewusstsein, was es bisher nur fühlt: Mitleid, Missachten, Ignorieren, Desinteresse oder sogar: „Werde ausgenutzt.“


    Auch hier bei mir kein Widerstand. Ich muss nicht kooperieren. Wenn kein gegenseitiges Mitgefühl besteht, dann eben nur Rolle.

    Einfacher: Wenn ich mich in der Resonanz nicht wohlfühle, sondern unangenehm oder gar nicht fühle, gehe ich meine Wege, sei es Trennung oder mein Rollenspiel.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Qualia ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • biophil
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    • 27. August 2026 um 08:49
    • #7
    Upasaka Dhammavicayo:

    Dann wird selbst ein klares Wort zur Hilfe, nicht zum Angriff.

    Das sehe ich auch so.


    Falls du auf dieses Forum reflektierst, so ist dessen Natur der Streit, verdeckt oder offen. Es geht im Kern um recht haben, Selbstdarstellung etc, Durchdrücken seiner Ansichten, aber auch um Hilfe. Natürlich alles in schöne Worttapeten gekleidet. Wenn man sich in solch ein Forum begibt, sollte man das wissen. Und als Mod sollte man das Spiel vollständig beherrschen. Ich nehme nicht an, du betrachtest deine Rolle als vom Geierberg predigend?


    Ich betrachte mich manchmal sehr wohl als predigend, allein um meine ungewöhnlichen Ansichten unter die Leute zu bringen. Da bin ich ganz offen. Ist auch schon mein dritter Account hier. So langsam grooved man sich ein. 😉

  • Samadhi1876
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    • 27. August 2026 um 10:54
    • #8

    Wenn ich an den Alltag denke, kommt vielleicht noch eine Sache hinzu, oder danach, etwas folgt daraus, zb Gehen oder bleiben?


    Falls keine beiderseitige Klärung möglich ist, der andere weiter auf seine Ansicht beharrt, selbst wenn ich meine eigene Verblendung (mal wieder) und die des anderen erkannt habe.


    Und inwieweit bin ich aber weiterhin auf den anderen angewiesen. Oder wieviele andere sind es. Dh. wie lange muss ich die anderen Ansichten täglich neu ertragen. Dh. wie ausdauernd und stabil kann ich dabei jeden Tag neu sein.

    Welche Alternativen habe ich. Muss ich bleiben. Kann ich einfach gehen.


    Wann sollte ich gehen, wenn ich könnte. Zb. beruflich bedingter Natur, Verhältnis Arbeiternehmer, Arbeitgeber. Oder zwischen Arbeitnehmern.

    Bei privaten Beziehungen ist das auch oft ein Thema: ich kann dann natürlich auch alles einfach über mich ergehen lassen.

    Im Thread „Gelassenheit/Ignoranz Buddhismus“ wurde ähnliches schon mal diskutiert.


    Der Buddha war da vielleicht in einer anderen Position. Und Muho arbeitet auch als Selbständiger, „Freiberufler“.


    Also ganz so einfach ist es nicht immer:

    Wie oft und wie lange werde ich täglich neu herausgefordert von anderen.

    Und was habe ich dabei außerdem zu verlieren (Beruf, Partner, Freunde, etc.)

    Kann ich auch davon einfach loslassen: von Beruf, Partner, Freunde


    Selbst wenn man weiß wie mit etwas umzugehen.

    Und sich selbst dabei prüft.

    Den anderen versucht zu verstehen.

    Also ganz abgesehen vom Dialog und einander besser verstehen an sich.


    Das kann bedeuten, auch mit weniger als zuvor auskommen zu müssen.

    Weniger Geld, vielleicht sogar ohne Wohnung, obdachlos werden, keine Freunde mehr haben.


    Wie das dann wirklich ist, wie sich das wirklich anfühlt, weiß man auch erst wenn es soweit ist.


    Und es bedeutet im Extremfall auch, wie weit bin ich wirklich bereit, jeden Augenblick alles loslassen zu können, und augenblicklich zu sterben.


    Mit Angst, mit Schmerzen, mit Trauer ertragen zu können…

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    Upasaka Dhammavicayo
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    • 27. August 2026 um 18:26
    • #9

    biophil

    Du hast mir einen guten Spiegel vorgehalten. Ja, das Forum ist ein Abbild des üblichen Treibens. Wer hier schreibt, sucht meist Bestätigung oder kämpft für seine Version der Wahrheit. Auch ich.

    Die Frage vom Geierberg nehme ich ernst. Predigen tue ich gerne, das gebe ich zu. Aber das Prüfende ist für mich nicht der Inhalt meiner Worte, sondern der Zustand, aus dem sie kommen. Wenn ich deinen Beitrag lese und sofort eine innere Verteidigung aufbaue, habe ich das Sutta nicht verstanden. Wenn ich ihn lese und einfach sehe, was er ist (ein ehrlicher Hinweis aus einem anderen Kopf), dann passt es.

    Du sagst, du nutzt mehrere Accounts und schiebst deine Ansichten. Das finde ich erfrischend offen. Nur, wem nützt das? Deiner Klarheit oder deinem Ehrgeiz? Diese Frage stelle ich mir bei mir genauso. Ich prüfe mein Schreiben hier nicht auf Wirkung nach außen, sondern darauf, ob es mich innerlich ruhiger oder unruhiger macht.

    Die verdeckten Kämpfe, die du ansprichst, existieren. Sie sind das Material. Meine Aufgabe als Mod ist nicht, darüber zu stehen. Das wäre Hochmut. Meine Aufgabe ist, sie bei mir zu erkennen, sobald sie aufsteigen. Du hast mich nicht getroffen mit deinem Hinweis. Du hast mich an meine eigene Übung erinnert. Dafür danke ich dir.

    Was deine Ansichten betrifft...sie sind deine Übung. Meine Übung ist, sie wirken zu lassen, ohne sie vereinnahmen zu wollen. Wenn wir beide das schaffen, gibt es hier keinen Streit, den wir schlichten müssten. Auch ohne Versöhnungsrituale. 🙏

  • biophil
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    • 27. August 2026 um 18:46
    • #10

    Erfrischend! Der Mensch erscheint!


    Ich finde, dass du durchaus was zu sagen hast und mir da auch immer eine freundliche Art entgegen scheint.👍


    Nee, ich habe nur einen Account, diesen hier. Ich hatte vorher weitere Accounts, die mehr oder weniger gescheitert sind. Auch ich verändere mich. 😉

  • Samadhi1876
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    • 27. August 2026 um 21:24
    • #11

    Im Forum ist ja auch Unterschiedliches dabei:


    Manche haben einfach Fragen

    Manche teilen daraufhin ihre eigenen Erfahrungen
    Manche teilen unaufgefordert etwas das ihnen im Moment wichtig erscheint, anderen vielleicht auch helfen könnte, oder auch nur aus „Sendungsbewusstsein“ (von anderen gesehen werden wollen)


    Manche wollen andere warnen (s.a. Missbräuche)

    Darauf teilen manche halt auch ihre eigene Erfahrung und Ansicht

    Auch wenn es manchmal nicht allen passt


    Es geht auch glaube ich nicht um andere unbedingt von etwas überzeugen zu wollen


    Aber manchmal doch um einfach mehr von anderen gehört zu werden

    „Als auf der Straße“


    Vor allem für die „Einzelgänger“

    Die nicht in einer „Sangha“ leben

    Und sich dort austauschen können


    Im Grunde ist es nur ein Ort über bestimmte Themen miteinander zu reden

    Über die man eben nicht mit allen „Normalbürgern“ reden kann


    Stellt Euch vor:

    Wie das war als es noch kein Inet gab…


    Durch all die vielseitigen verschiedenen Ansichten

    Erfährt man auch einfach mehr von anderen Menschen


    Von viel mehr Menschen


    Und auch

    Wo unterschiedliche Ansichten bestehen

    Und warum


    Manchmal fühlt man sich auch verstanden von anderen

    Manchmal nicht


    Im Grunde ist es ein „soziales Netzwerk“


    Wo jeder etwas für sich auch lernen kann

    2 Mal editiert, zuletzt von Samadhi1876 (27. August 2026 um 21:40)

  • Samadhi1876
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    • 27. August 2026 um 21:51
    • #12

    Konflikte zwischen Menschen

    Entstehen manchmal auch nur durch Missverstehen, oder einseitigen Anschauungen und daran anzuhaften.


    Selbst einfach nur zu Schweigen kann für andere missverständlich oder ignorant oder sogar verletzend erscheinen:

    Fünf Worte des Schweigens
    Wir reden, um uns mitzuteilen – und oft auch nur, um uns selbst nicht begegnen zu müssen. Doch was geschieht, wenn die Worte verstummen?
    www.neuronensturm.de
  • mukti
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    • 28. August 2026 um 11:09
    • #13
    Upasaka Dhammavicayo:

    Und dann kommt dieser Teil mit den sieben Dingen, an denen man sich selbst prüft. Das ist für mich der entscheidende Knackpunkt. Ich checke mich selber.

    Vielen Dank für diese Lehrrede, mit der ich mich noch kaum befasst habe. Sie wurde zu Mönchen gesprochen, aber auch als Laie kann man sich ja gemäß seiner Situation auf diese Weise selber prüfen. Ich habe die sieben Dinge mal kurz zusammengefasst, nach der Übersetzung auf palikanon com, M.48:


    1. 'Gibt es irgendeine Besessenheit, die in mir noch nicht überwunden wurde, die meinen Geist in Besitz nehmen könnte, so dass ich die Dinge nicht der Wirklichkeit entsprechend wissen und sehen kann?'
    Besessenheiten: Sinnesbegierde, Übelwollen, Trägheit und Mattheit, Rastlosigkeit und Gewissensunruhe, Zweifel, Spekulationen über diese und die andere Welt, Streit und Zank, in Streitgespräche vertiefen, bei denen man andere verletzt.


    2. 'Wenn ich dieser Ansicht nachstrebe, sie entfalte und übe, erlange ich dann für mich selbst innere Ruhe, erlange ich für mich selbst Gelassenheit?'


    3.'Gibt es irgendeinen anderen Mönch oder Brahmanen außerhalb (der Lehre des Buddha), der eine Ansicht besitzt, wie ich sie besitze?'


    4. 'Besitze ich den Charakter einer Person, die richtige Ansicht besitzt?'
    Einen Regelverstoß dem Lehrer oder den weisen Gefährten im heiligen Leben bekennen und sich in Zurückhaltung für die Zukunft üben.


    5. 'Besitze ich den Charakter einer Person, die richtige Ansicht besitzt?'
    Obwohl man in verschiedenen Angelegenheiten für seine Gefährten aktiv sein mag, nimmt man doch starke Rücksicht auf die Übung höherer Sittlichkeit, Geistesschulung und Weisheit.


    6.'Besitze ich die Stärke einer Person, die richtige Ansicht besitzt?'
    Wenn das Dhamma und die Disziplin, die vom Tathāgata verkündet wurde, gelehrt wird, beachtet man sie, schenkt ihr Aufmerksamkeit, beschäftigt sich damit mit ganzem Herzen, hört das Dhamma als einer, der zuhorcht.


    7.'Besitze ich die Stärke einer Person, die richtige Ansicht besitzt?'
    Wenn das Dhamma und die Disziplin, die vom Tathāgata verkündet wurde, gelehrt wird, erlangt man Inspiration in der Bedeutung, erlangt Inspiration im Dhamma, erlangt Freude, die mit dem Dhamma verbunden ist.

    Mit Metta, mukti.


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    • 28. August 2026 um 17:18
    • #14

    Samadhi1876

    Das ist ein tiefer Schmerz, von dem die Antwort spricht. Dieses Gefühl, nicht in Ordnung zu sein. Nicht geliebt. Nicht verstanden.

    Doch wer den Pfad wirklich geht, sieht es anders.

    Dieses Gefühl der Unzulänglichkeit ist nichts anderes als ein weiterer Zustand im Geist. Er kommt. Er geht. Er ist nicht du.

    Die feste Zuflucht liegt nicht darin, von anderen geliebt oder verstanden zu werden. Diese Sicherheit bröckelt. Sie ist nicht beständig.

    Die wahre Sicherheit ist das Vertrauen in den eigenen Übungspfad. Dieses Vertrauen braucht keine Bestätigung von außen.

    Deine Selbstprüfung (diese sieben Punkte) das ist der Weg. Du prüfst dein Verhalten. Deine Worte. Deine Gedanken. Du fragst: Passt das zu dem, was ich als richtig erkannt habe?

    Wenn du das ehrlich tust, wirst du ruhig. Der Ärger über den anderen verliert seinen Halt. Du musst ihn nicht überzeugen. Du musst ihn nicht ändern.

    Du beobachtest. Du prüfst dein eigenes Herz. Und wenn dein Herz in dieser klaren Ausrichtung steht, ist das genug.

    Die Eintracht entsteht von selbst. Sie muss nicht erkämpft werden. Die Erwartungen an andere fallen ab. Sie sind überflüssig.

    Du hast noch Gefühle. Du hast noch Wünsche. Aber du siehst sie. Du hältst sie nicht mehr für das, was du bist.

    Du bist nicht das Gefühl der Unzulänglichkeit

    Du bist der, der es bemerkt!

    In diesem Bemerken liegt die Freiheit. Und diese Freiheit ist deine eigene, unabhängige Wirklichkeit.

    Darauf kommt es an. 🙏

  • Anna-Lyse Dhamma
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    • 29. August 2026 um 13:58
    • #15

    Lieber Upasaka Dhammavicayo ,

    herzlichen Dank für deine wertvollen, erhellenden Beiträge. _()_:heart:

    Derzeit "hänge" ich an einem Problem fest, das ich irgendwie nicht mehr loslassen kann, denn es geht um andere, leidende Wesen....

    Verdrängen/Beiseitelegen wäre ev. möglich, aber dies würde ich weder als mitfühlend, noch sinnvoll erachten - es fühlt sich schlicht falsch an, wie eine Art "Im-Stich-Lassen".

    Upasaka Dhammavicayo:

    Die feste Zuflucht liegt nicht darin, von anderen geliebt oder verstanden zu werden. Diese Sicherheit bröckelt. Sie ist nicht beständig.


    Die wahre Sicherheit ist das Vertrauen in den eigenen Übungspfad.

    Dieses Vertrauen braucht keine Bestätigung von außen.

    _()_ Ja, auf die Liebe und/oder das Verständnis Anderer kann man bestenfalls hoffen, aber darf es nicht erwarten.


    Genau dieser Punkt - Vertrauen in den eigenen Übungspfad - kann m.E. jedoch ein nicht zu unterschätzendes Problem darstellen, solange man sich noch nicht als "in den Strom eingetreten" erlebt, weil eben noch manchmal Zweifel aufkommen und dementsprechend der Wunsch, von Anderen verstanden zu werden.


    Da hilft wohl nur geduldiges (Weiter-) Üben...

    Upasaka Dhammavicayo:

    Deine Selbstprüfung (diese sieben Punkte) das ist der Weg. Du prüfst dein Verhalten. Deine Worte. Deine Gedanken. Du fragst: Passt das zu dem, was ich als richtig erkannt habe?

    Wenn du das ehrlich tust, wirst du ruhig. Der Ärger über den anderen verliert seinen Halt.

    Mir ist es kürzlich passiert, dass ich mich über jemanden ärgerte, den ich nicht mal persönlich kenne (und er mich noch viel weniger) - einen YouTube-Kanalbetreiber, der Videos vom Leben auf seinem Selbstversorgerhof sendet.


    Viele Zuschauer sahen/sehen, ebenso wie ich, Missstände bei der Tierhaltung - die Tiere leiden teilweise stark unter schmutzigen, zu kleinen, Ställen, mangelnder Pflege, Verzicht auf tierärztliche Behandlungen im Krankheitsfall usw. - und prangerten dies in ihren Kommentaren an. Leider teilweise recht aggressiv und persönlich herabsetzend/beleidigend.


    (Andere Kommentarschreiber stellten sich dagegen hinter die Kanalbetreiber und rechtfertigten deren Umgang mit Tieren damit, dass es ja "nur Tiere" seien, zum Aufessen bestimmt, und man selbst, bzw. die Vorfahren, würden die Tiere genauso halten und behandeln...)


    Ich war, wie die Erstgenannten, gleichfalls emotional angefasst, nahm dies auch bewusst wahr und beruhigte meinen aufgeregten Geist, bevor ich mich bemühte, in einem Kommentar, ruhig, sachlich und konstruktiv darzulegen, was verbesserungswürdig wäre...


    Dann geschah es, dass im folgenden Video, nicht nur der wohlmeinende Kommentar total verrissen, meine Kompetenz infragegestellt wurde, sondern betrüblicherweise auch keinerlei Einsicht, bzw. auch nur Interesse, für das Leiden ihrer Tiere vorhanden war.


    Mit dem Ärger durch die "Kränkung" wurde ich recht schnell fertig, er verschwand mit dem entwickelten Mitgefühl für den YouTuber (der reichlich nervös-gereizt wirkte), aber das Problem mit den leidenden Tieren besteht nun weiterhin....

    Upasaka Dhammavicayo:

    Du musst ihn nicht überzeugen. Du musst ihn nicht ändern.

    Tja. Mit dem innigen Wunsch, dass es den Tieren UND dem Tierhalter wohlergehen möge und unfähig, ggf. selbst, vor Ort, helfend tätig zu werden (der Hof befindet sich im Ausland, ca. 1500 km entfernt), fällt es schwer, diese zwei Sätze zu akzeptieren.


    Nur, wenn es ausschließlich um "mein" Leiden ginge, könnte ich ihn unterschreiben - hier sind aber "Dritte" involviert und, wohl daher, fällt das Loslassen so schwer.:shrug:


    Mittlerweile hat sich der YouTuber entschuldigt für seine "Beleidigungen" gegenüber den Kommentierenden (der Ton wurde gemäßigter) und versprochen, sich künftig "sachlich" mit den Kommentaren zu befassen, aber auch klargemacht, dass ansonsten - mit den Tieren - alles so weiterlaufen würde, wie bisher. :shrug:


    (Vielleicht noch zu erwähnen, dass der YouTuber und seine Frau "Zeugen Jehovas" sind, von denen ich weiß, dass sie die Vorstellung/den Glauben pflegen, dass Gott/Jehova die Tiere ausschließlich zum Nutzen und der Freude der Menschen geschaffen und diesen anvertraut hätte.)


    Sorry, für die Ausschweifung...


    Gibt es eine Lösung dieses "Streitfalles"?


    Liebe Grüße, Anna-Lyse :)_()_:heart:

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

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    • #16

    Anna-Lyse Dhamma

    Liebe Anna-Lyse, dein Brief berührt mich tief. Ich erkenne das ehrliche Ringen in deinen Worten.

    Deine Handlung war rein. Du hast gesehen, hast Mitgefühl empfunden, hast deinen Geist beruhigt und dann sachlich gesprochen. Das ist ein vollständiger Kreislauf des rechten Handelns. Diese Pflicht hast du erfüllt.

    Ich sehe es so: Der Schmerz, der jetzt bleibt, kommt nicht von den Tieren. Dieser Schmerz kommt von dem innigen Wunsch, dass der Hofbetreiber anders denken und handeln möge. Diesen Wunsch trägst du wie einen schweren Stein um den Hals.

    Die Tiere haben ihren eigenen Weg. Dieser Mensch hat seinen Weg. Seine Weltanschauung ist sein fester Unterschlupf. Du musst diese Ansicht nicht teilen. Du musst sie nicht erschüttern. Deine Aufgabe ist nicht, ihn zu bekehren.

    Was bleibt dir? Du kannst täglich stille, warme Gedanken senden. Du kannst dir vorstellen, wie Wohlgefühl und Sicherheit diese Tiere umgeben. Das ist kein Im-Stich-Lassen. Das ist das Geben des Besten, was du besitzt: dein unerschütterliches Wohlwollen ohne Bedingungen.

    Vielleicht darfst du aufhören, diese Videos anzuschauen. Deine Augen haben genug gesehen. Deine Stimme hat gesprochen. Jedes weitere Schauen nährt nur die Unruhe in dir. Es hilft keinem Lebewesen.

    Ein weiser Geist sieht das Elend der Welt und bleibt offen. Er fällt aber nicht hinein. Er weiß: Diese Tiere sind nicht deine Rettungsaufgabe. Dein eigenes Herz ist deine einzige Rettungsaufgabe.

    Der Besitzer hat sich für den Ton entschuldigt. Das ist ein kleiner Gewinn für die Höflichkeit. Nimm das an. Sein Festhalten an den alten Gewohnheiten ist sein Kamma. Dein friedvolles Loslassen ist dein Karmma.

    Loslassen fällt dir schwer, weil du es mit Gleichgültigkeit verwechselst. Das ist ein Irrtum. Loslassen bedeutet, dass du deinen inneren Frieden bewahrst, während du die Tränen der Welt siehst. Nur mit einem stillen, klaren Herzen kannst du echte Hilfe sein. Ein aufgewühltes Herz kann nichts heilen.

    Wenn der Drang aufkommt, doch etwas verändern zu müssen, atme tief ein. Atme aus. Sprich leise: "Ich wünsche allen Wesen Wohlergehen." Das ist vollständig. Das ist genug.

    Die Lösung deines Streites findest du nicht auf jenem fernen Hof. Sie liegt in dem Raum zwischen deinem Ein- und Ausatmen. In diesem Raum darf der Hofbetreiber falsch liegen. In diesem Raum dürfen die Tiere leiden. Du musst das nicht gutheißen. Du darfst es einfach als die harte Wahrheit dieses Augenblicks stehen lassen.

    Deine Liebe ist echt. Deine Wut war echt. Jetzt übe dich in der Gelassenheit, die nichts mehr hinzufügt und nichts mehr wegstößt. Das ist der reife Umgang mit einer Welt, die nicht nach unseren Vorstellungen läuft.

    Geh mit diesem Frieden. Er ist dein sicherer Boden. 🙏

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    • 29. August 2026 um 16:06
    • #17

    Ganz herzlichen Dank, Upasaka Dhammavicayo , für Deine weise und liebevolle Antwort.


    Ich bin tief berührt. Da ich auch mal "Zeugin Jehovas" war, war ich sehr gespannt, was Du auf Anna-Lyse Dhamma Beitrag geschrieben hast.

    _()_Monika ❤️

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    • 30. August 2026 um 09:52
    • #18

    Liebe Anna,
    mir hilft da auch der Gedanke an das bedingte Entstehen. Wenn mein Handeln immer nur eine Bedingung unter vielen ist, kann ich zwar meinen Teil beitragen, aber niemals den Ausgang bestimmen. Vieles liegt da einfach außerhalb meiner Reichweite.

    DON'T HATE, MEDITATE.

  • Andreas
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    • 30. August 2026 um 10:16
    • #19

    Liebe Anna,


    danke für dein Mitgefühl mit den Tieren und auch deinem ehrlichen Versuch, dem Halter gegenüber Mitgefühl zu bewahren. Das ist sehr wertvoll.


    Ich sehe keinen Grund dafür, dass du aufgrund deiner Verstörung an der Richtigkeit deines Übungsweges zweifelst. Zwischen Gleichmut und Gleichgültigkeit gibt es einen erheblichen Unterschied - und der Sturm wird auch auf einem tiefen See Wellen werfen. Das ist völlig in Ordnung, solange nicht die aufgepeitschten Wellen die Basis deines Handelns sind, sondern der tiefe, ruhige und klare Grund.

    Das lese ich aus deiner Beschreibung der Umstände auch heraus 👍.


    Upasaka Dhammavicayo:

    Sprich leise: "Ich wünsche allen Wesen Wohlergehen." Das ist vollständig. Das ist genug

    Nein, ist es nicht.

    Anna-Lyse Dhamma:

    Gibt es eine Lösung dieses "Streitfalles"?

    Ja, und ich glaube, im Grunde kennst du sie bereits: das Leid der Tiere wiegt schwerer als das in-Ruhe-gelassen-werden des Halters. Du kannst vor Ort nicht einschreiten. Die zuständigen Behörden des Landes schon, oder auch eine lokale Tierschutz-Organisation.


    Das ist kein „petzen“. Es geht um den aktiven Schutz der Tiere. Und selbst in Deutschland und der EU sind die Mindestbedingungen der Nutztierhaltung zum Haare raufen, aber wenigstens die müssen eingehalten werden. Punkt.

    Und wenn der Halter das nicht von sich aus tut oder dann irgendwann einsichtig wird, dann darf er eben keine Tiere mehr halten.


    Wenn du nichts tun kannst, tue, was du tun kannst: Schicke eins seiner Videos an die zuständigen Behörden - oder an zum Beispiel PETA - und kündige das, wenn du mit dem „Shitstorm“ umgehen kannst - auch in den Kommentaren an. Beispiel geben muss kein Ego-Trip sein.

    Falls du das nicht möchtest, schick mir gerne den YT Link per pn, dann mache ich das.


    Herzliche Grüße

    Andreas

  • Anna-Lyse Dhamma
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    • 30. August 2026 um 18:57
    • #20

    Lieber Upasaka Dhammavicayo , von ganzem Herzen danke ich dir für deine mitfühlende, liebevolle, tiefe Weisheit, mit der du auf meine (ausgesprochenen und unausgesprochenen ;)) Fragen geantwortet hast. _()_:heart:

    Du hast mir mitten ins Herz geschaut und eine Lösung, dem Dhamma gemäß, aufgezeigt, die einen Weg aus dem Dilemma/Dukkha weist.


    Tiere und speziell Tiere, die durch menschliches Fehlverhalten leiden, sind tatsächlich (m)ein "wunder Punkt" von Jugend an (als ich noch aktiv im Tierschutzverein tätig war, solange bis ich merkte, dass ich a) das Leid nicht mehr aushalten konnte und b) mich langsam zur Misanthropin entwickelte).


    Der Dhamma lehrt, wie ich "mein" Leiden verringere/beseitige, wozu sicherlich auch das "Leiden am Leiden Anderer" gehört, welches größtenteils auf Empathie/Identifikation beruht: -"mein" Leid <=> das (insbesondere unnötige, vermeidbare) Leid von "fühlenden Wesen".

    Die Umwandlung, bzw. Weiterentwicklung von Mitleid zu Mitgefühl ist ein wichtiger Ansatz, an dem ich, besonders in puncto Tiere/Tierleid, noch arbeiten muss.


    Daher:

    Upasaka Dhammavicayo:

    Ich sehe es so: Der Schmerz, der jetzt bleibt, kommt nicht von den Tieren. Dieser Schmerz kommt von dem innigen Wunsch, dass der Hofbetreiber anders denken und handeln möge.

    Diesen Wunsch trägst du wie einen schweren Stein um den Hals.

    Leider sowohl, als auch. Ja, es belastet, wie 2 schwere Steine um den Hals.

    Upasaka Dhammavicayo:

    Loslassen fällt dir schwer, weil du es mit Gleichgültigkeit verwechselst. Das ist ein Irrtum.

    Loslassen bedeutet, dass du deinen inneren Frieden bewahrst, während du die Tränen der Welt siehst.

    Nur mit einem stillen, klaren Herzen kannst du echte Hilfe sein. Ein aufgewühltes Herz kann nichts heilen.

    Ich denke, aus der Perspektive der Tiere heraus, dass mein Loslassen für sie, eventuell, bedeuten würde, dass eine Chance auf Besserung ihrer Lebensumstände vertan ist und frage mich, in diesem Kontext, außerdem, ob "steter Tropfen" nicht letztendlich doch "den Stein höhlt"...:?


    Buddha Shakyamuni ließ die streitenden Mönche von Kosambi allerdings schließlich zurück (also gewissermaßen los) und begab sich an einen anderen Ort, weil all seine Schlichtungsversuche und Belehrungen auf taube, verblendete Ohren stießen (MN 128).


    Er konnte nichts für sie tun, solange sie jeweils derart "verbohrt" an ihren Ansichten festhielten und kein Raum für ehrliche Selbstreflexion, lieb. Güte und Mitgefühl mehr zu existieren schien.

    Der Eindruck entsteht:

    Nicht einmal das stille, klare Herz des Buddha konnte hier seine heilende Wirkung entfalten.


    Dies zu erkennen, nimmt mir etwas den Druck, etwas erreichen zu müssen, wodurch das "pitbullmäßige Verbeißen" in die jeweiligen Themen, zumindest gelockert und späterhin innerer Frieden überhaupt möglich wird....

    (Wobei meist die Resignation, die Einsicht, nichts ausrichten zu können, der Akzeptanz/ Annahme - und damit dem Loslassen - vorausgeht.)

    Upasaka Dhammavicayo:

    Die Lösung deines Streites findest du nicht auf jenem fernen Hof. Sie liegt in dem Raum zwischen deinem Ein- und Ausatmen.

    In diesem Raum darf der Hofbetreiber falsch liegen.

    In diesem Raum dürfen die Tiere leiden. Du musst das nicht gutheißen.

    Du darfst es einfach als die harte Wahrheit dieses Augenblicks stehen lassen.

    Autsch:nosee::cry:, diese Sätze tun weh, wie eine schmerzhafte medizinische Heilbehandlung...

    Ich spüre körperlich meinen inneren Widerstand und weiß doch ganz genau, dass dort, in dieser Haltung, die Lösung - der Frieden - zu finden ist.:shrug:

    Upasaka Dhammavicayo:

    Vielleicht darfst du aufhören, diese Videos anzuschauen. Deine Augen haben genug gesehen. Deine Stimme hat gesprochen.

    Jedes weitere Schauen nährt nur die Unruhe in dir. Es hilft keinem Lebewesen.

    _()_ Danke, ja, mindestens eine (temporäre) Pause ist angebracht.

    Vor Jahren hatte ich auch schon mal fast 2 Jahre ausgesetzt, dann aber doch wieder nachgeschaut, wie es den Leuten und Tieren geht....

    Upasaka Dhammavicayo:

    Ein weiser Geist sieht das Elend der Welt und bleibt offen. Er fällt aber nicht hinein.

    Er weiß: Diese Tiere sind nicht deine Rettungsaufgabe.

    Dein eigenes Herz ist deine einzige Rettungsaufgabe.

    Wirklich? Die einzige Rettungsaufgabe?

    Momentan könnte ich (als "Anna ohne Panna" ;) ) akzeptieren:

    Ja, die vordringliche (Rettungs-) Aufgabe.., aber, wenn - nebenbei - noch Hilfe für andere Wesen möglich ist, wird man eh automatisch helfen.


    Das Elend der Welt sehen und nicht daran zu zerbrechen, erfordert bei "Unbefreiten", im Rahmen der buddhistischen Praxis, die heilsam und hilfreich ist, heutzutage vermehrt Aktivitäten, wie:

    - Helfen/Unterstützen "Bedürftiger" im näheren Umfeld/Einflussbereich

    - Dana für Hilfsorganisationen aller Art

    - Ablenkung mit Erfreulichem/Hinwendung zu den "Sonnenseiten" des Lebens -ohne Anhaftung daran- d.h., im Bewusstsein ihrer Vergänglichkeit....

    - Im Schlechten das Gute wahrnehmen ("Dukkha als Lehrmeister")


    Bei jedem Streit, Disput, der sich anbahnt, könnte man - bei mehr Achtsamkeit/Bewusstheit - den Anfängen wehren und die Fortsetzung verhindern.


    Kl. Anekdote:

    Mein Mann ist im Grunde ein sehr geduldiger Mensch, aber er gleicht einem Vulkan, der friedlich vor sich hinblubbert, bis er urplötzlich ausbricht - es kracht dann gewaltig!

    Ich habe irgendwann gemerkt, dass es immer dann passiert, wenn es uns beiden schlecht geht, weil dann der jeweils Andere nicht mehr fähig ist, ausgleichend und deeskalierend zu wirken.


    Vor einigen Monaten begann ich, die Ausbrüche/Dispute - natürlich angekündigt - mit dem Handy zu filmen (ursprünglich zwecks nachträglicher Analyse)...

    Und siehe da: Alles verlief danach kontrollierter, friedlicher, gemäßigter. :D

    Sehr amüsant dann das spätere gemeinsame Anschauen der Videos, wenn der Streit geschlichtet war: Selten so gelacht.....wenn man sich da so selbst im Zorn sieht....:eek::lol::rofl:

    Upasaka Dhammavicayo:

    Jetzt übe dich in der Gelassenheit, die nichts mehr hinzufügt und nichts mehr wegstößt.

    Das ist der reife Umgang mit einer Welt, die nicht nach unseren Vorstellungen läuft.

    Geh mit diesem Frieden. Er ist dein sicherer Boden.

    _()_:heart::taube: Amen.


    Dafür, dass ich anfangs "sprachlos" war, habe ich doch wieder ziemlich viel geschrieben...(:

    (Und dabei hatte ich doch "Post vom Buddha"...;)_()_)


    Liebe, dankbare Grüße, Anna-Lyse :):heart:_()_

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

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    • 30. August 2026 um 19:13
    • #21

    Anna-Lyse Dhamma

    ich danke dir aus tiefstem Herzen für deine offenen Worte!!

    Theruwan Saranai 🙏

Ausgabe №. 137: „Sorgen entsorgen?"

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