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  1. Buddhaland Forum
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  3. Allgemeines zum Buddhismus

Schmerzen (Probleme) um anderer Willen auf sich nehmen als Weg, das Leiden zu überwinden.

  • Thorsten Hallscheidt
  • 13. August 2026 um 09:11
  • Zum letzten Beitrag
  • Thorsten Hallscheidt
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    • 13. August 2026 um 09:11
    • #1

    In dem Buch von David Steindl-Rast Credo (sehr interessantes Buch, für alle, die sich für eine Vermittlung zwischen Christentum und Buddhismus interessieren, oder auch nur verstehen wollen, was die Christen da eigentlich treiben ;)) zitiert der Autor den Dalai Lama während eines Treffens im Green Gulch Zen Zentrum in San Francisco. Ein Teilnehmer stellte folgende Frage: "Buddhisten lehren den weg, das Leid zu überbinden. Was hat ihre Heiligkeit da den Christen zu sagen, die sich seit 2000 Jahren im Leiden suhlen?"


    "Schon gut, schon gut.", sagte der Dalai Lama," aber wir dürfen nicht vergessen, dass nach buddhistischer Lehre das Leiden nicht einfach dadurch überwunden wird, dass man die Schmerzen einfach hinter sich lässt, sondern dadurch, dass man sie um anderer willen auf sich nimmt."

    Das ist denn doch nur der Abendwind, der heute mit ordentlich verständlichen Worten flüstert.

  • Helmut
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    • 13. August 2026 um 13:35
    • #2
    Thorsten Hallscheidt:

    ... sondern dadurch, dass man sie um anderer willen auf sich nimmt."

    Das ist lediglich eine Vorstellung, die ein Teil von Tonglen, das Austauschen von Selbst und Anderen, ist. Faktisch ist das nämlich nicht möglich.

    Gruß Helmut

    Als Buddhisten schätzen wir das Leben als höchst kostbares Gut.

  • Sodann
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    • 13. August 2026 um 18:45
    • #3

    Wieso man glaubt, dass die Christen sich seit 2000 Jahren im Leid suhlen, wird mir nicht ganz schlüssig. Sie haben eben eine andere Methode als die Buddhisten.

    Wenn ich hier daran denke, wieviel Wohltätigkeit und Leidlinderung die Christen in diversen Organisationen wie Caritas, Diakonie und vielen andere übernehmen, ganz konkret und praktisch, dann bin ich schon oft dankbar dafür, auch wenn sie dafür Steuermittel erhalten. Sie übernehmen mit ihrer Hilfe auch Aufgaben des Staates.

    Im Buddhismus wird das Leid eher an der Wurzel gepackt, dem Glauben an das beständige Selbst. Bei den Christen hat ein Stellvertreter die Befreiung vom Leid übernommen. Wer an ihn glaubt, und nach christlichen Prinzipien tätige Nächstenliebe übt, wird irgendwie auch befreit, zur Not im Jenseits.

    _()_

  • Monikamarie
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    • 13. August 2026 um 19:05
    • #4

    Ich war seit meiner Jugend überzeugte Christin. Vom "in Leid sudeln" war mir da nichts bekannt, lediglich wie hilfreich die Lehre Jesu für mich war.


    Auch als Christin fühlte ich meine eigene Verantwortung. Lediglich die Gnade Gottes kam hinzu.


    Als ich hier im Forum auf den Palikanon aufmerksam wurde, wunderte ich mich, dass auch im Buddhismus ein Glaube an Himmel und Hölle herrscht. Was mich zunächst abschreckte.


    Aber auch hier gehen eben die Schulen eigene Wege, nicht anders als Katholiken und Protestanten die Bibel unterschiedlich auslegen.

    Und die "eingeborenen Buddhisten" in Asien sind nicht anders als die unwissenden "eingeborenen Christen". Wer weiß denn heute noch, was Pfingsten bedeutet ...

    In Asien wird Buddha als Gott um Hilfe gebeten.


    Erst durch meine eigenen Erfahrungen, das Prüfen der Lehre (wie Buddha empfahl) fand ich meinen "eigenen" Weg.


    "Viele Wege führen nach Hause"


    _()_

  • Helmut
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    • 13. August 2026 um 20:30
    • #5
    Monikamarie:

    In Asien wird Buddha als Gott um Hilfe gebeten


    _()_

    So wie viele pauschale Aussagen meist nicht zutreffen so trifft auch deine pauschale Aussage nicht zu.

    Gruß Helmut

    Als Buddhisten schätzen wir das Leben als höchst kostbares Gut.

  • JoJu91
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    • 15. August 2026 um 09:06
    • #6
    Thorsten Hallscheidt:

    dass nach buddhistischer Lehre das Leiden nicht einfach dadurch überwunden wird, dass man die Schmerzen einfach hinter sich lässt, sondern dadurch, dass man sie um anderer willen auf sich nimmt."

    Um den Zen-Weg überhaupt zu beginnen, sind für die meisten Menschen das Erleben einer gewaltigen Menge an Schmerzen, Leid, Frustration notwendig, mit der Erkenntnis, dass alle bisherigen "weltlichen" Versuche gescheitert sind.


    Der Zen-Weg, im nächsten Schritt, ernsthaft und konsequent praktiziert, ist automatisch mit jeder Menge physischen, emotionalen, mentalem Schmerz verbunden, das ist der Preis der Läuterung.


    Die Läuterung, also die tiefgreifende Veränderung des eigenen Charakters, hat automatisch Auswirkungen auf die Umwelt und damit "die anderen".

    Ich beginne bei mir und es ändert sich "die Welt".


    Wenn die Vorstellung oder der Vorsatz "ich praktiziere für die anderen" hilft und motiviert, ist das völlig o.k., die geschickte Wahl der eigenen "Incentives" ist durchaus wichtig.

  • Schneelöwin
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    • 15. August 2026 um 10:04
    • #7
    Thorsten Hallscheidt:

    "Schon gut, schon gut.", sagte der Dalai Lama," aber wir dürfen nicht vergessen, dass nach buddhistischer Lehre das Leiden nicht einfach dadurch überwunden wird, dass man die Schmerzen einfach hinter sich lässt, sondern dadurch, dass man sie um anderer willen auf sich nimmt."

    Ich lese diese Aussage des Dalai Lama immer mal wieder, weil im Grunde ist sie nicht eindeutig sondern mehrdeutig.

    Fast wie ein Koan 😀


    Wie ich "Bruder David" so einschätze wird er auch noch im Anschluss sein Statement dazu abgegeben haben.?


    Die Antworten im Forum werden dahingehen, was individuell beim Einzelnen angesprochen wird.


    Beispiel Das man nicht nur danach strebt sein eigenes Leid zu überwinden, sondern das man trotz seines eigenen Leids auch für das Leid der anderen noch da ist. . . "also um anderer Willen auf sich nimmt" (Kommt mir dem Dalai Lama ((als Bodhisattva)) am Nächsten es geht ihm um Mitgefühl und Befreiung aller fühlenden Wesen


    Oder das Leid um anderer Willen auf sich nimmt, um wirklich an sich zu arbeiten ohne das Leid weiter in die Welt zu tragen. . .


    Es gibt vielleicht noch mehr Möglichkeiten, adhoc sehe ich gerade schon mal diese Beiden . . . man muss ja auch noch die Verbindung oder Unterscheidung zum Christentum berücksichtigen.

    Liebe Grüße Schneelöwin

    "All is always now"


  • Qualia
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    • 15. August 2026 um 10:27
    • #8
    Schneelöwin:
    Thorsten Hallscheidt:

    "Schon gut, schon gut.", sagte der Dalai Lama," aber wir dürfen nicht vergessen, dass nach buddhistischer Lehre das Leiden nicht einfach dadurch überwunden wird, dass man die Schmerzen einfach hinter sich lässt, sondern dadurch, dass man sie um anderer willen auf sich nimmt."

    Ich lese diese Aussage des Dalai Lama immer mal wieder, weil im Grunde ist sie nicht eindeutig sondern mehrdeutig.

    Fast wie ein Koan 😀


    Wie ich "Bruder David" so einschätze wird er auch noch im Anschluss sein Statement dazu abgegeben haben.?


    Die Antworten im Forum werden dahingehen, was individuell beim Einzelnen angesprochen wird.


    Beispiel Das man nicht nur danach strebt sein eigenes Leid zu überwinden, sondern das man trotz seines eigenen Leids auch für das Leid der anderen noch da ist. . . "also um anderer Willen auf sich nimmt" (Kommt mir dem Dalai Lama ((als Bodhisattva)) am Nächsten es geht ihm um Mitgefühl und Befreiung aller fühlenden Wesen


    Oder das Leid um anderer Willen auf sich nimmt, um wirklich an sich zu arbeiten ohne das Leid weiter in die Welt zu tragen. . .


    Es gibt vielleicht noch mehr Möglichkeiten, adhoc sehe ich gerade schon mal diese Beiden . . . man muss ja auch noch die Verbindung oder Unterscheidung zum Christentum berücksichtigen.

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    Das ist doch das Problem jeder auf den Mitmenschen gerichteten Religion. Man kann nicht mehr erkennen das es immer um das eigene Leid/dukkha geht.

    Es wird ein dukkha ermöglicht, nämlich das mich gleich machen mit dem Leid des anderen und der Glaube, dass dadurch mein persönliches Leid vermindert wird.

    Geteiltes Leid ist eben nicht halbes Leid, sondern dukkha, egal wem es „gehört“.

    Geteilte Freude ist doppelte Freude, Euphorie, die vergeht, und dukkha ist, weil man sich nach Freude sehnt, egal ob doppelte oder einfache.


    Weil ich mein dukkha schnell erkennen und beseitigen kann, ist es mir möglich, das des anderen zu sehen. Ich zeige es nur noch, sehen und vernichten muss es der andere, dem ich es zeige.

    Mein Zeigen kann für den anderen unrechte Rede sein, doch genau diese Kritik zeigt mir das ich sein dukkha mit rechter Rede gezeigt habe. Nun ist von mir nichts Weiteres zu sagen.
    Erkennt der andere sein dukkha kann ich ihm mit ausgetauschten Argumenten helfen, soweit es geht. Es bleibt meistens ein Rest seines dukkha erhalten, der kommt meist später dran.

    Kann er sein dukkha erlösen werden sich unsere Wege trennen. Warum? Was benötigt man einen Helfer, wenn er sein Werk getan hat? Das ist mein Dank, er kann selbstständig gehen, und ich verweigere jedes emotionale Anhängen an mir.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Qualia ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

    5 Mal editiert, zuletzt von Qualia (15. August 2026 um 10:39)

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    Buddh. Richtung
    Zen
    • 15. August 2026 um 18:19
    • #9
    Sodann:

    Wieso man glaubt, dass die Christen sich seit 2000 Jahren im Leid suhlen, wird mir nicht ganz schlüssig.

    Wenn ein Christ einen Jesus am Kreuz betrachtet, dann symbolisiert das einerseits das erlösende Opfer Jesus aber auch das Gott auch im größten Leid immer da ist. Es ist ein Symbol der Hoffnung.


    Für viele asiatische Buddhisten ist das sehr fremd. In einem Buch über Buddhismus und Christentum schreibt Thich Nhat Hanh dass die Christen statt Jesus immer am Kreuz darzustellen, eher so eine friedvolle, lächelnde Darstellung wählen sollten. Weil so eine Darstellung im Betrachter eher Liebe und Zuversicht erzeugt, statt ihn mit Angst, Schmerz und Leid zu konfrontieren. Die Darstellung von Leid erscheint unnötig.

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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