1. Übersicht
  2. Forum
  3. Lexikon
    1. Letzte Änderungen
  • Anmelden
  • Registrieren
  • Suche
Dieses Thema
  • Alles
  • Dieses Thema
  • Dieses Forum
  • Seiten
  • Forum
  • Lexikon
  • Termine
  • Erweiterte Suche
  1. Buddhaland Forum
  2. Buddhismus
  3. Allgemeines zum Buddhismus

Leihmutterschaft - aus buddhistischer Sicht...?

  • Anna Panna-Sati
  • 27. Juli 2026 um 16:42
  • Zum letzten Beitrag
  • Anna Panna-Sati
    Themenautor
    Reaktionen
    2.536
    Punkte
    12.061
    Beiträge
    1.865
    Mitglied seit
    27. August 2022
    • 27. Juli 2026 um 16:42
    • #1

    Hallo, ihr Lieben, :)


    dieser Tage beschäftigte das Thema "Leihmutterschaft" vermehrt die Medien, weil sich zwei prominente Politiker - beide mit gleichgeschlechtlichen Partnern lebend - öffentlich dazu bekannten, mittels Leihmutterschaft (in den USA, da in Deutschland verboten!), Väter geworden zu sein.


    Zu Buddhas Zeiten gab es natürlich noch keine Reproduktionsmedizin, das Problem der Unfruchtbarkeit jedoch schon und da half man sich oft, indem Schwager/Schwägerin, Geschwister... "einsprangen", der Mann sich eine Zweitfrau nahm, usw. ...

    Dass diese Aktionen nicht ohne Probleme abgingen, erzählt eine Geschichte, die eigentlich das Thema Lüge/Meineid behandelt:

    Zitat

    PETA-VATTHU

    Buch I - Uraga Vagga

    I,6: Die Menschenfresserin der fünf Kinder - Pañcaputtakhādapetivatthu

    In einem Dorf bei Sāvatthī lebte ein vermögender Mann. Seine Ehefrau war unfruchtbar. Seine Verwandten drängten ihn, eine andere Frau zu nehmen, aber da er sie liebte, wollte er es nicht.

    Da sagte sie zu ihm: "Ich bin unfruchtbar, o Herr. Eine andere Braut muß her, laß die Linie der Familie nicht aussterben. "Als sie ihn so drängte, willigte er schließlich ein und nahm sich eine zweite Frau hinzu. Diese wurde dann bald schwanger.

    Da wurde die erste Frau plötzlich neidisch und fürchtete, daß die zweite Frau nun Herrin im Haus sein würde, während man sie zurücksetzen würde. Übermannt von dieser Eifersucht suchte sie eine Pilgerin auf, die ihr ein Abtreibungsmittel verschaffte, das sie der zweiten Frau beibrachte. Das Folgende schildern die Verse.

    ......

    https://www.palikanon.com/khuddaka/pv/pv_i_06-07.htm

    Zur Entstehung menschlichen Lebens äußerte sich der Buddha im folgenden Sutta (Majjhima Nikaya 38 - Mahatanhasankhaya Sutta):

    Zitat

    ...(Der Daseinskreislauf: Empfängnis bis Reife)

    26. "Ihr Bhikkhus, die Empfängnis eines Embryos im Schoß findet statt, wenn drei Dinge zusammenkommen.

    Wenn die Vereinigung von Vater und Mutter stattfindet, aber die Mutter nicht ihre fruchtbaren Tage hat, und das Wesen, das wiedergeboren werden soll, nicht anwesend ist - in diesem Fall gibt es keine Empfängnis.

    Wenn die Vereinigung von Vater und Mutter stattfindet, und die Mutter ihre fruchtbaren Tage hat, aber das Wesen, das wiedergeboren werden soll, nicht anwesend ist - auch in diesem Fall gibt es keine Empfängnis.


    Aber wenn die Vereinigung von Vater und Mutter stattfindet, und die Mutter ihre fruchtbaren Tage hat, und das Wesen, das wiedergeboren werden soll, anwesend ist - in diesem Fall findet eine Empfängnis durch das Zusammenkommen dieser drei Dinge statt.


    27. "Die Mutter trägt dann voller Ängstlichkeit den Embryo neun oder zehn Monate in ihrem Schoß - eine schwere Last. Dann, am Ende von neun oder zehn Monaten gebiert sie voller Ängstlichkeit - eine schwere Last.

    Wenn dann das Kind geboren ist, nährt sie es mit ihrem eigenen Blut; denn die Muttermilch wird in der Disziplin des Edlen Blut genannt.


    https://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m038z.htm

    Alles anzeigen

    Der Buddha schloss im Achtfachen Pfad bereits Tierhandel als "rechten Lebenserwerb" aus , was würde er wohl zum heute praktizierten Handel mit Kindern sagen?


    Mich würde interessieren, wie ihr, als Praktizierende und Buddhismus-Interessierte, die Thematik seht:


    1. Existiert ein "Recht auf ein Kind" für jedermann/frau?
    2. Glaubt ihr den Beteuerungen mancher Leihmütter, sie trügen aus Liebe und Mitgefühl/Altruismus ein Kind für Andere aus?
    3. Wie steht ihr zu dem Argument, zahlungskräftige/"reiche" Paare/Männer/Frauen beuteten notleidende, arme Frauen als "lebende Brutkästen" aus?
    4. Angeblich ließen gewisse (weibliche) Hollywood-Stars (Sarah Jessica Parker, Kim Kardashian,....) ihre Kinder durch Leihmütter austragen (um ihre "edlen Körper" zu schonen, die Figur zu halten...?)

      - eine Form des Missbrauchs oder ethisch in Ordnung?

      ....


    Rechtfertigt das innige Bedürfnis nach einem ("eigenen"!) Kind dieses Vorgehen?

    (Zumal es weltweit bedürftige Kinder in Heimen und Waisenhäusern gibt, die auf liebende (Ersatz-) Eltern warten?)


    Einige Videos zum Thema:

    Externer Inhalt youtu.be
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklärst du dich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.

    Externer Inhalt youtu.be
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklärst du dich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.

    Externer Inhalt youtu.be
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklärst du dich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • void
    Globale Moderation
    Reaktionen
    7.602
    Punkte
    62.987
    Beiträge
    10.948
    Mitglied seit
    6. August 2009
    Buddh. Richtung
    Zen
    • 27. Juli 2026 um 18:01
    • KI
    • #2

    Ich denke, beim Thema Leihmutterschaft kommt man leicht in eine Diskussion "natürlich/unnatürlich" aber in Wirklichkeit ist da doch der Unterschied zwischen Freiwilligkeit ( Ich helfe schwulen Freunden eine Familie zu haben) und Ausbeutung viel wichtiger.


    Zu Buddhas Zeiten gab es keine Leihmütter - aber Ammen. Ammen müssen ja um Milch zu geben, eigene Kinder haben, die dann aber natürlich weniger abbekommen. Die tiefe Traurigkeit darüber wird häufig in Wiegenliedern ausgedrückt.


    Externer Inhalt youtu.be
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklärst du dich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.


    "All the Pretty little Horses" ist ein Wiegenlied wo eine schwarze Sklavin ihren weißen Babies alles mögliche verspricht, während sie weiß dass ihre eigenen Kinder verzweifelt nach ihr schreien.


    Externer Inhalt youtu.be
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklärst du dich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.


    Im Itsuki Lullaby geht es um arme Mädchen aus Itsuki die als Kindermädchen zu reichen Familien geschickt werden und ( wie die Geister der Toten ) nur einmal im Jahr zum O-Bon zu ihrer Familie dürfen - eine KI Übersetzung:

    Zitat
    • Es wird bis zum Sommer dauern, danach werde ich nicht mehr hier sein. Wenn der Sommer früher käme...
    • Ich bin ein armer Mensch. Die anderen Leute tragen schöne Kleider, schöne Obi (Gürtel) und schöne Kimonos.
    • Wenn ich sterbe, wer wird dann um mich weinen? Auf dem hinteren Kiefernberg weinen nur die Zikaden.
    • Es ist keine Zikade, es ist meine kleine Schwester. Weine nicht, kleine Schwester, du machst mir Sorgen

    Dieser Inhalt wurde ganz oder teilweise mithilfe von KI erstellt.
  • Online
    Qualia
    Reaktionen
    3.006
    Punkte
    21.921
    Beiträge
    3.705
    Blog-Artikel
    12
    Mitglied seit
    24. Oktober 2023
    Wohnort
    Essen Dellwig
    Buddh. Richtung
    Lehre Buddha, Chan
    Geburtstag
    21. Mai 1954 (72)
    • 27. Juli 2026 um 18:52
    • #3

    Das Verlangen nach einem eigenen Kind ist normal, und es erfüllt sich oder eben nicht. Gier nach einem eigenen Kind ist ein Fall für den Psychiater. Gleichgeschlechtliche Paare könnten leicht ein Kind adoptieren, wenn die Politiker nicht so dogmatisch auf Mann/Frau = Familie festbetoniert wären.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Monikamarie
    Reaktionen
    6.508
    Punkte
    47.193
    Beiträge
    8.084
    Mitglied seit
    2. Oktober 2025
    Wohnort
    Hamburg
    Buddh. Richtung
    Theravada
    Geburtstag
    21. November 1948 (77)
    • 27. Juli 2026 um 18:54
    • #4

    Liebe Anna, ich verstehe Buddhas Aussagen so, dass es besser ist, gar keine Kinder in die Welt zu setzen. Denn so vermeiden wir vorallem Leid.

    Sein Sohn hieß ja auch Rahula "Fessel".


    Wieso also sollte der Buddha Leihmutterschaft gutheißen.


    Wenn Pasre sich ein Kind wünschen, sollten sie eins adoptieren. Die Gesetzesgrundlagen in Deutschland müssen unbedingt geändert werden.


    _()_Monika ❤️

  • Online
    Matthie
    Reaktionen
    153
    Punkte
    908
    Beiträge
    146
    Mitglied seit
    27. Februar 2026
    • 27. Juli 2026 um 19:20
    • #5
    Anna Panna-Sati:

    Existiert ein "Recht auf ein Kind" für jedermann/frau?

    Zu diesem Punkt möchte ich einen anderen Gedanken ins Spiel bringen.Ein guter Freund von mir wohlgemerkt Kinderlos fordert immer wieder das es einen Führerschein für Eltern geben sollte.

    Es gibt zuviele schlecht behandelte und emotional verwahrloste Kinder und überforderte Eltern, dass ich diesen Gedanken auch irgendwie verstehe.

    Recht auf ein Kind ?
    Ich denke nein. Im Idealfall ist es ein Privileg und Geschenk einen Menschen begleiten zu dürfen bis er groß ist und man trägt die Verantwortung für dieses Lebewesen.

    Ein Recht darauf gibt es nicht…

    Die Realität vieler Kinder sieht leider oft ganz anders aus.

    Anna Panna-Sati:

    Glaubt ihr den Beteuerungen mancher Leihmütter, sie trügen aus Liebe und Mitgefühl/Altruismus ein Kind für Andere aus?

    Ich habe da auch mal einen ausführlichen Bericht gesehen. Die meisten Leihmütter kommen demnach aus USA und Indien.

    Gerade für die indischen Frauen ist das schon auch eine lukrative Einnahmequelle.

    In dem Bericht haben sie die verschiedenen Situationen beleuchtet.
    Es gibt durchaus auch Leihmütter die dann ihr (Leih-) Kind nicht mehr so leicht abgeben können, das sie eine emotionale Verbindung aufgebaut haben.

    Dann gibt es Leihmütter die noch eine Beziehung zu dem Paar und Kind aufrechterhalten.Das Schwule Paar in dem Bericht nannten Sie so auch Mutter oder a-Mutter oder so ähnlich und besuchten Sie einmal im Jahr.


    Schwierige Entscheidung.

    Denn Wunsch in einer Homosexuellen Beziehung ein auch leibliches Kind zu haben kann ich sehr gut nachvollziehen .

    In manchen Fällen scheint die Leihmutterschaft auch ethisch vertretbar und es läuft für alle Beteiligten gut ab und das Paar kann ihren Familienwunsch leben.

    In anderen Fällen aber nicht und das kann man auch nicht vorhersehen was da passiert.

    Anna Panna-Sati:

    Angeblich ließen gewisse (weibliche) Hollywood-Stars (Sarah Jessica Parker, Kim Kardashian,....) ihre Kinder durch Leihmütter austragen (um ihre "edlen Körper" zu schonen, die Figur zu halten...?)

    Gerücht oder wahr ?
    Aber definitiv nicht vertretbar.

    Und in diesem Fall würde ich die Idee des Elternführerscheins gerne umsetzen.

  • pano
    Reaktionen
    1.830
    Punkte
    9.360
    Beiträge
    1.432
    Blog-Artikel
    2
    Mitglied seit
    4. Dezember 2022
    • 27. Juli 2026 um 19:36
    • #6

    Es wird ja auch oft auf die Möglichkeit zur Adoption verwiesen. Auch das ist ja teils schwierig für Homosexuelle Paare und gerade auslandsadoptionen sind auch nicht ohne ethische Probleme. (Wenn eine Mama aus Peru ihre Familie nicht durchfüttern kann, ist es dann ethischer ihr Kind zu adoptieren oder vielleicht doch besser Patenschaften zu übernehmen ?).


    Am Ende wird mit Kindern und Müttern geschachert. Regulierte Leihmutterschaft im Inland gäbe vielleicht noch die Möglichkeit zur Steuerung.

    Das Modell eine Leihmutter im Ausland zu engagieren und dann das Kind in Deutschland anerkennen zu lassen, wirkt für mich nach einer der schlechtesten Optionen.


    Nicht alles was unethisches ist muss verboten sein.

  • Schneelöwin
    Reaktionen
    1.057
    Punkte
    9.922
    Beiträge
    1.754
    Mitglied seit
    1. Februar 2018
    • 27. Juli 2026 um 20:57
    • #7

    Ich kann mich mit dieser Idee einer Leihmutterschaft überhaupt garnicht anfreunden.

    Wenn das Geschenk eines Kindes, warum auch immer, ausbleibt, eine Adoption manchmal schon nicht mehr möglich ist, gibt es noch weitere Überlegungen:

    sich z.B. Kindern zuwenden die wirklich Hilfe benötigen, in welcher Lage auch immer sie sind bis hin zu einer Stiftungsgründung.

    Liebe Grüße Schneelöwin

    "All is always now"


  • Anna Panna-Sati
    Themenautor
    Reaktionen
    2.536
    Punkte
    12.061
    Beiträge
    1.865
    Mitglied seit
    27. August 2022
    • 28. Juli 2026 um 19:47
    • #8

    Vielen Dank für eure bedenkenswerten Beiträge, die viele neue Aspekte und Sichtweisen in die Diskussion einfließen lassen. _()_:heart:

    void:

    Ich denke, beim Thema Leihmutterschaft kommt man leicht in eine Diskussion "natürlich/unnatürlich" aber in Wirklichkeit ist da doch der Unterschied zwischen Freiwilligkeit ( Ich helfe schwulen Freunden eine Familie zu haben) und Ausbeutung viel wichtiger.

    Ob eine Methode, die zur Erfüllung "natürlicher", sehr dominanter Fortpflanzungswünsche (dieser Trieb ist bekanntlich, neben dem Selbsterhaltungstrieb, der stärkste) dient, selbst noch "natürlich" ist, spielt bei diesem hochemotionalen Thema vermutlich eine eher untergeordnete Rolle - manche tun ja tatsächlich (fast) "alles", um ein "eigenes" Kind zu bekommen.


    Wenn natürliches Verlangen sich zu Gier, bis hin zur Obsession steigert (wie Qualia es anführt), die "über Leichen geht", wird es allerdings schnell mal unethisch und damit leidvoll...


    Du sprichst die sogenannte "altruistische Leihmutterschaft" an, also einen Deal zwischen einem unfruchtbaren oder gleichgeschlechtlichen Paar mit Kinderwunsch und einer Frau, die sich aus Mitgefühl/Altruismus bereit erklärt - ohne Bezahlung - deren Kind auszutragen.


    Aber wird da wirklich niemand ausgebeutet/ "benutzt"?

    - Die körperlichen Risiken einer Schwangerschaft und Geburt (bis hin zum Tod von Mutter und/oder Kind) blenden die Beteiligten gerne aus, ebenso die psychischen.

    - Was geschieht, wenn das Kind behindert zur Welt kommt oder die Mutter Schaden nimmt?

    - Was tun, wenn, statt einem Kind, Mehrlinge zur Welt kommen?

    .....


    Ich finde dieses (z.B. in den Niederlanden erlaubte) Vorgehen nur in Ordnung, wenn die austragende Mutter dann auch ihren Platz (und ggf. Unterstützung) in der Familie findet, für die sie das Kind ausgetragen hat.


    Bei Frauen, die eine regelrechte Berufung darin sehen, Kinder für Andere auszutragen, hätte ich ernsthafte Zweifel, ob sie wirklich wissen, was sie tun... - die Kinder-"Empfänger" würden sie indessen wohl eher für eine Art "Engel" halten...?

    Und die Kinder - welche Rolle würde die Leihmutter für diese später mal spielen, wenn sie beginnen, Fragen zu stellen?


    Eine Befürworterin der Legalisierung von Leihmutterschaft in Deutschland, die Rechtswissenschaftlerin und Professorin für öffentliches Recht, Frauke Brosius-Gersdorf, äußerte sich folgendermaßen:

    Zitat

    "Man darf eine Frau nicht -gegen ihren Willen- vor sich selbst schützen."

    (In meinen Ohren klingt das fast etwas zynisch....)


    Wenn bezahlte Leihmutterschaft von Frauen in wirtschaftlichen Nöten angeboten wird, kann man nur noch von Kinderhandel sprechen, mittlerweile ein Riesengeschäft weltweit, mit stetig steigender Tendenz.

    Zitat

    Insgesamt gebe es "keinen gesamteuropäischen Trend", , stellt Anika König fest, Soziologin an der FU Berlin. Die Regelungen unterschieden sich "sehr, sehr stark".

    Aber, sagt sie im ARD Europa-Podcast punktEU


    "Es gibt zwar keine wirklich verlässlichen und repräsentativen Zahlen.

    Aber alle Marktanalysen zeigen ganz deutlich, dass die Industrie rund um Leihmutterschaft massiv wächst.

    Es gibt ein riesengroßes jährliches Wachstum und dies wird auch in Zukunft so weitergehen."


    https://www.tagesschau.de/ausland/europa…schaft-100.html

    Alles anzeigen

    Man darf annehmen, dass Leihmutterschaft zunehmend legalisiert und mit der Zeit von den meisten Menschen als "normal" betrachtet werden wird - genau, wie es sich beim Thema Prostitution zeigte:

    Heute will man dieses Gewerbe vielfach als "ganz normale" (Sex-) Arbeit gesehen wissen.

    void:

    Zu Buddhas Zeiten gab es keine Leihmütter - aber Ammen. Ammen müssen ja um Milch zu geben, eigene Kinder haben, die dann aber natürlich weniger abbekommen. Die tiefe Traurigkeit darüber wird häufig in Wiegenliedern ausgedrückt.

    Danke für das Einbringen dieses Aspektes - genau, zu Buddhas Zeiten und danach, war eine Amme oft die einzige Chance, einen Säugling zu retten, dessen Mutter verstorben war oder die ihn nicht stillen konnte/wollte (Letzteres häufig in "besseren Kreisen").


    Der Unterschied zur ausgebeuteten Leihmutter besteht darin, dass

    es hier um Leben und Tod für ein bereits geborenes Baby ging, und die Amme dadurch als Lebensretterin (nicht -spenderin) fungierte.


    Auch der Buddha wurde ja von einer Amme großgezogen...

    (https://de.wikipedia.org/wiki/Mahapajapati_Gotami)


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • Online
    Qualia
    Reaktionen
    3.006
    Punkte
    21.921
    Beiträge
    3.705
    Blog-Artikel
    12
    Mitglied seit
    24. Oktober 2023
    Wohnort
    Essen Dellwig
    Buddh. Richtung
    Lehre Buddha, Chan
    Geburtstag
    21. Mai 1954 (72)
    • 28. Juli 2026 um 21:23
    • #9

    Ich bin keine Frau und kann es mir nur erdenken, durch Schwangere betrachten und begleiten. Wenn ich dann sehe, wie sich diese, gerade in den letzten zwei Monaten der Schwangerschaft, über dieses Ding in sich betrüben.

    Wenn sie sich so sehr bemühen muss, ihr Leben einigermaßen auf die Reihe zu bekommen, und die Freude auf das Kind immer wieder gewinnt, frage ich mich echt, ob eine Frau ihr Kind ohne Schwierigkeiten abgeben kann. Schwangerschaft ist nur zu ertragen, wenn man weiß: Ich bekomme ein Kind als Belohnung. Frauen sind am Sichtbarsten gerade nach einer Geburt. Alles vergessen, nur zufrieden mit dem Leben.


    Wenn ich schon dieses „Muttersein“ für meine Geschwister nie wieder überwinden konnte, kann ich mir nicht vorstellen das eine Frau nicht viel mehr darunter leidet, ein Kind zu verlieren oder sich nicht um es sorgen kann. Ganz egal, was sie mir für Geschichten erzählt: Ver-Ausblendung.


    Ich finde es Barbarisch eine „Leihmutter“ zu benutze nur um meine Gier nach einem Säugling zu befriedigen. Aber das ist meine Entscheidung, andere sollen machen, was sie möchten, ich bin der letzte der verurteilt. Jeder erschafft sich sein Leiden selbst, egal ob Leihmutter oder Leihmutterbenutzer.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Michael Haardt
    Reaktionen
    252
    Punkte
    967
    Beiträge
    141
    Mitglied seit
    25. April 2024
    Buddh. Richtung
    • 29. Juli 2026 um 20:50
    • #10

    Ich denke, man sollte dazu vor allem die Leihmütter fragen, so wie man bei Diskussionen um Prostitution die Sexarbeiterinnen fragen sollte. Die Diskussion sollte von der betroffenen Gruppe geführt werden, anstatt über sie zu sprechen.

  • Anna Panna-Sati
    Themenautor
    Reaktionen
    2.536
    Punkte
    12.061
    Beiträge
    1.865
    Mitglied seit
    27. August 2022
    • 30. Juli 2026 um 00:55
    • #11
    Monikamarie:

    ich verstehe Buddhas Aussagen so, dass es besser ist, gar keine Kinder in die Welt zu setzen. Denn so vermeiden wir vorallem Leid.

    Ja, danke, liebe Monika, das kann man so interpretieren, Kinder sind schon eine gewaltige Fessel, man fühlt sich lebenslänglich in gewisser Weise gebunden, auch, wenn das Band "Liebe" genannt wird...

    Monikamarie:

    Wenn Paare sich ein Kind wünschen, sollten sie eins adoptieren. Die Gesetzesgrundlagen in Deutschland müssen unbedingt geändert werden.

    Das sehe ich ähnlich wie du, allerdings sind die Kriterien für Adoptionen (zurecht) wirklich hart, z.B. darf man nicht an körperlichen oder psychischen Krankheiten leiden, muss finanziell gut gestellt/abgesichert sein (Beamter vs. Selbstständiger- da ahnt man, wer dieses Kriterium besser erfüllt...;)), die Paarbeziehung sollte absolut stabil sein, u.v.m. ..

    Des Weiteren sind es meist ältere, oft traumatisierte, Kinder, die in den Heimen warten - deren Annahme/Aufnahme sich wohl viele Paare mit Sehnsucht nach einer (heilen...) Familie nicht recht zutrauen...

    pano:

    gerade auslandsadoptionen sind auch nicht ohne ethische Probleme. (Wenn eine Mama aus Peru ihre Familie nicht durchfüttern kann, ist es dann ethischer ihr Kind zu adoptieren oder vielleicht doch besser Patenschaften zu übernehmen ?).

    Ja, lieber pano , danke für den wichtigen Hinweis, aber man adoptiert Kinder ja nicht "direkt von der Mutter weg" - Mütter in Not, z.B. in Peru, würden ihr Kind wohl zunächst in eine staatliche Einrichtung bringen, welche dann, zusammen mit staatlichen Ämtern/Behörden, Adoptionen genehmigen muss.


    Patenschaften sind sicherlich eine gute Sache, stillen aber nicht den Wunsch nach eigenen Kindern und Familie.

    (Überdies könnten sie einen Anreiz für arme Eltern darstellen, trotz Armut, weitere Kinder in die Welt zu setzen.)

    pano:

    Das Modell eine Leihmutter im Ausland zu engagieren und dann das Kind in Deutschland anerkennen zu lassen, wirkt für mich nach einer der schlechtesten Optionen.


    Nicht alles was unethisches ist muss verboten sein.

    Also würdest du eine Legalisierung der Leihmutterschaft in Deutschland befürworten? Nur die altruistische oder auch die kommerzielle?


    Es stimmt: Viele unethische Handlungen sind nicht verboten, sondern die Menschen können (mehr oder weniger) frei (nach eigenem Gewissen) entscheiden, ob sie unethische Taten begehen oder unterlassen wollen.

    Bei Buddhisten würde man annehmen, dass sie zumindest bemüht sind, die 5 Sila einzuhalten.

    Matthie:

    Recht auf ein Kind ?
    Ich denke nein. Im Idealfall ist es ein Privileg und Geschenk einen Menschen begleiten zu dürfen bis er groß ist und man trägt die Verantwortung für dieses Lebewesen.

    Danke, lieber Matthie , für die Erinnerung daran, dass ein ("eigenes") Kind keine Selbstverständlichkeit ist, sondern gewissermaßen ein "Geschenk" (in meiner kath. Herkunftsfamilie sagte man früher "Geschenk Gottes") und eine große (in manchen Fällen lebenslängliche) Verantwortung bedeutet.


    Ein Kind oder mehrere Kinder zu haben, heißt (oder sollte heißen...), dass man in erster Linie Liebe GEBEN, nicht Liebe bekommen, möchte.

    Schneelöwin:

    Wenn das Geschenk eines Kindes, warum auch immer, ausbleibt, eine Adoption manchmal schon nicht mehr möglich ist, gibt es noch weitere Überlegungen:

    sich z.B. Kindern zuwenden die wirklich Hilfe benötigen, in welcher Lage auch immer sie sind bis hin zu einer Stiftungsgründung.

    Vielen Dank, liebe Schneelöwin , ich denke auch, dass man als kinderliebender Mensch tatsächlich vielerlei Möglichkeiten finden könnte, sich Kindern liebevoll zu widmen (sogar kommerziell, z.B. als Tagesmutter/-vater), wobei ein unfreiwilliger Verzicht auf eigene Kinder sicherlich immer ein wenig schmerzlich für die betroffenen Paare bleibt...


    Was sich viele dieser stark vom Kinderwunsch beseelten Menschen nicht vorstellen können (und teilweise wollen), ist aber die Tatsache, dass Elternschaft - bei aller Liebe, allem Freudvollen und Wunderbaren - auch oft sehr schmerzlich und voller Sorgen und Nöte verlaufen kann...

    (Sich dies zu vergegenwärtigen, könnte eventuell tröstlich für kinderlose Paare sein, ebenso - gerade für Buddhisten - die Erkenntnis, dass der Sinn des Lebens nicht darin besteht, Kinder in die Welt zu setzen....)


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • Anna Panna-Sati
    Themenautor
    Reaktionen
    2.536
    Punkte
    12.061
    Beiträge
    1.865
    Mitglied seit
    27. August 2022
    • 30. Juli 2026 um 01:53
    • #12
    Michael Haardt:

    Ich denke, man sollte dazu vor allem die Leihmütter fragen, so wie man bei Diskussionen um Prostitution die Sexarbeiterinnen fragen sollte.

    Die Diskussion sollte von der betroffenen Gruppe geführt werden, anstatt über sie zu sprechen.

    Danke für deinen Beitrag, lieber Michael Haardt , ich halte die komplexe Thematik aber durchaus für gesamtgesellschaftlich relevant, weil es m.E. insbesondere auch um den Schutz und das Wohl der Schwächsten, also der Kinder, geht und nicht vorrangig um das Selbstbestimmungsrecht von potenziellen Leihmüttern/Frauen oder/und das Recht auf ein (eigenes) Kind für jedermann/frau.


    Im Übrigen ist es ja durchaus üblich, ethische Diskussionen/Debatten auch ohne die direkt betroffenen Personen (Gruppen) zu führen, weil es um Grundsätzliches wie Menschenwürde, Gesetze (die ggf. geändert werden müssten), Kindeswohl, Gerechtigkeit, Selbstbestimmung, Grenzen persönlicher Freiheit usw. geht, also um Themen, welche im Interesse aller liegen, uns alle angehen...


    Gerechterweise kommen in diversen YouTube-Videos, die - nach meinem Eindruck - in der Mehrzahl eher wohlwollend* über Paare berichten, die eine Leihmutter zur Erfüllung ihrer Kinderwünsche in Anspruch nahmen, i.d.R. auch Letztere ausführlicher zu Wort.


    (*Ausnahme sind Videos, die Leihmütter zeigen, welche aus wirtschaftlicher Not ihren Körper "zur Verfügung stellten" und von zwielichtigen Agenturen ausgebeutet und teilweise mies behandelt wurden, s.o.: Situation in der Ukraine...)


    Solange bei Leihmutterschaft große Geldsummen im Spiel sind, darf man monetäre Interessen unterstellen - nicht nur den Leihmüttern selbst, sondern gleichfalls auch den beteiligten Agenturen, sowie den reproduktionmedizinischen Dienstleistern.

    (Letztere versuchen sich mittlerweile bereits an der "Kreation" von "Designerbabys", "liefern" das verlangte Geschlecht - ganz nach den Wünschen der Auftraggeber....Wo soll das enden?:nosee:)


    Was würde der Buddha dazu sagen?


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • pano
    Reaktionen
    1.830
    Punkte
    9.360
    Beiträge
    1.432
    Blog-Artikel
    2
    Mitglied seit
    4. Dezember 2022
    • 30. Juli 2026 um 07:41
    • #13
    Anna Panna-Sati:

    Ja, lieber pano , danke für den wichtigen Hinweis, aber man adoptiert Kinder ja nicht "direkt von der Mutter weg" - Mütter in Not, z.B. in Peru, würden ihr Kind wohl zunächst in eine staatliche Einrichtung bringen, welche dann, zusammen mit staatlichen Ämtern/Behörden, Adoptionen genehmigen muss.

    Das glaubt man erstmal aber nach meinem aufmerksamen TV Studien ist das oft genug der Fall. Da wurden auch Fälle gezeigt wo Schwangere in eine andere Stadt gebracht wurden dass die Agentur das Kind dann abgreifen kann. „Vater“ hat das Geld eingesteckt. In einem anderen Beispiel wurde die Putzfrau einer im Ausland lebenden deutschen Familie schwanger und man hat sich geeinigt dass die deutsche Familie das Kind übernimmt. Dann ging es zurück nach Deutschland und später suchte das Kind die eltern. Die Sendung ist letztlich keine kritische Dokumentation sondern eine Emptionale die darauf aus ist das Harmoniebedürfnis mit Familienzusammenführungen zu erfüllen. Was ich hier wiedergebe sind also eher meine Beobachtungen, die in der Sendung keineswegs skandalisiert werden. Aber nach ein paar Folgen erkennt man schon die Muster.


    Adoptionen verdamme ich natürlich nicht aber sie haben auch Probleme.

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

  1. Impressum
  2. Datenschutzerklärung
  3. Nutzungsbedingungen
Netzwerk Buddhismus
Community-Software: WoltLab Suite™ 6.2.5
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App bei Google Play
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App im App Store
Download