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  1. Buddhaland Forum
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Geduld

  • KarmaHausmeister
  • 27. Januar 2026 um 10:29
  • Zum letzten Beitrag
  • KarmaHausmeister
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    säk. Buddhismus
    • 27. Januar 2026 um 10:29
    • #1

    Ich frage mich: Wann ist Geduld Weisheit und wann schlicht aufgeschobene Klarheit?

    "Es gibt nur eine falsche Sicht: Der Glaube, meine Sicht ist die einzig richtige."

    Nagarjuna / 塞翁失馬 – 焉知非福

  • Thorsten Hallscheidt
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    • 27. Januar 2026 um 11:53
    • #2

    Geduld und Weisheit sind zwei der sechs Paramita. Geduld allein ist nie Weisheit. Weisheit ohne Geduld ist ebenfalls keine. Bei den Paramita ist entscheidend, dass sie alle in Abhängigkeit zueinander bestehen.


    Das bedeutet, Geduld ist ohne liebende Güte, ohne Weisheit, ohne Tatkraft, ohne Meditation, ohne Ethik nicht vollständig. Das mit einberechnet ist schnell klar, dass Geduld dann in die Irre führen kann, sobald sie aus Gleichgültigkeit entsteht, blind oder unreflektiert ist, aus Trägheit geschieht, ohne meditative Klarheit und Ruhe entstanden ist, ohne Relation zu Ethik ausgeführt wird.

    Das ist denn doch nur der Abendwind, der heute mit ordentlich verständlichen Worten flüstert.

  • Qualia
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    • 27. Januar 2026 um 12:35
    • #3
    Thorsten Hallscheidt:

    Geduld ist ohne liebende Güte, ohne Weisheit, ohne Tatkraft, ohne Meditation, ohne Ethik nicht vollständig.

    Ethik oder Moral ist das, was zu Samsara gehört und somit auf das Floß, damit man sie einsetzen kann, wenn sie gegenüber Alltagsmenschen gebraucht wird. Der Alltagsmensch glaubt sogar, das Ethik und Moral Voraussetzungen für die Brahmavihāra sind und diese ohne Ethik und Moral nicht existieren.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Thorsten Hallscheidt
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    • 27. Januar 2026 um 13:02
    • #4
    Qualia:

    Ethik oder Moral

    Das sind zwei Paar Schuh.

    Das ist denn doch nur der Abendwind, der heute mit ordentlich verständlichen Worten flüstert.

  • Helmut
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    • 27. Januar 2026 um 16:02
    • #5
    KarmaHausmeister:

    Ich frage mich: Wann ist Geduld Weisheit und wann schlicht aufgeschobene Klarheit?

    Geduld kann nicht zur Weisheit werden, Geduld und Weisheit können nicht identisch werden. Sie sind unterschiedlich wie man ihren Definitionen entnehmen kann. Aufgrund des abhängigen Bestehens hängen die sechs Paramitas miteinander zusammen wie alle abhängigen Phänomene. Das bedeutet, dass sie sich gegenseitig fördern und stützen, weil sie in der Dharmapraxis aufeinander bezogen werden.


    Geduld wird dann mit Freigebigkeit, Ethik, Tatkraft, meditativer Konzentration und Weisheit verbunden. Genauso geschieht dies mit den anderen Paramitas.

    Gruß Helmut

    Als Buddhisten schätzen wir das Leben als höchst kostbares Gut.

  • Qualia
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    • 27. Januar 2026 um 16:46
    • #6
    Thorsten Hallscheidt:
    Qualia:

    Ethik oder Moral

    Das sind zwei Paar Schuh.

    und beide haben nichts bei den Brahmavihāra zu suchen!

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Thorsten Hallscheidt
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    • 27. Januar 2026 um 17:01
    • #7
    Qualia:

    und beide haben nichts bei den Brahmavihāra zu suchen!

    Pāramitās = Übungsfelder / Vollkommenheiten auf dem Weg

    Brahmavihāras = Geistesqualitäten / Haltungen, die kultiviert werden


    Ich sprach oben von Pāramitās. Bei den Brahmavihāras gibt es keine Geduld als Kategorie.


    Die Sila sind Übungsfelder, die zu stabilisierten Verhaltensmustern eines Menschen führen können, wenn man sie konsequent einübt. Als Paramita (Vollkommenheit) ist die Ethik mühelos und selbstverständlich.

    Sīla = so leben, dass dein Dasein für andere keine Quelle von Furcht ist.

    Zitat

    Da verwirft der edle Jünger das Töten (Stehlen, Lügen etc...), steht ab vom Töten (Stehlen, Lügen etc...). Dadurch aber, daß er vom Töten (Stehlen, Lügen etc...) absteht, gewährt er unermeßlich vielen Wesen die Gabe der Furchtfreiheit, der Freiheit von Feindschaft und Bedrückung. Indem er aber unermeßlich vielen Wesen die Gabe der Furchtfreiheit gibt, der Freiheit von Feindschaft und Bedrückung, wird ihm selber Freiheit von Furcht, Feindschaft und Bedrückung zuteil.


    Quelle

    Und diese Haltung, sowie deren Wirkung auf andere, ist eine der sechs Paramitas (nicht der vier Brahmavihāras)

    Das ist denn doch nur der Abendwind, der heute mit ordentlich verständlichen Worten flüstert.

    11 Mal editiert, zuletzt von Thorsten Hallscheidt (27. Januar 2026 um 17:43)

  • Anna Panna-Sati
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    • 27. Januar 2026 um 19:57
    • #8
    KarmaHausmeister:

    Ich frage mich: Wann ist Geduld Weisheit und wann schlicht aufgeschobene Klarheit?

    Es kann weise sein, Geduld walten zu lassen

    (beispielsweise im Sinne von Nachsicht bei unterlaufenen Fehlern oder beim Ertragen unangenehmen körperlichen Befindens), allerdings ist es auch möglich, dass zu große, länger anhaltende, Geduld - insbesondere im Sinne von Duldung unheilsamer Zustände, die sich z.B. durch Tatkraft beseitigen ließen - negative Folgen nach sich zieht.


    Es kommt also zum einen auf den Kontext an, zum anderen steht Geduld, wie hier schon erwähnt, in abhängiger Verbindung mit den übrigen Paramita/Parami und erweist sich, komplett isoliert von diesen, oft als nicht ausreichend.


    (Auch Schafen unterstellt man ja eine "Schafsgeduld", die ihnen oft zum Nachteil gereicht...;))


    Grundsätzlich ist m.E. dennoch eine Haltung der Geduld, die sich ja auch gut (ein)üben lässt, sicherlich immer heilsamer, als Ungeduld, welche oft durch Stress bedingt, entsteht und infolgedessen wiederum Stress (auch bei Anderen) erzeugt.

    Thorsten Hallscheidt:

    Das bedeutet, Geduld ist ohne liebende Güte, ohne Weisheit, ohne Tatkraft, ohne Meditation, ohne Ethik nicht vollständig.

    Ja, das kann man so sehen, wobei Liebende Güte wohl nicht zu den 6 Paramita im Mahayana zählt, dafür noch Freigebigkeit (Dana paramita).


    Im Theravada existieren 10 Parami/Vollkommenheiten, außer den 5 (mit dem Mahayana) gemeinsamen Paramita ("Meditation" fehlt hier), noch liebende Güte/Metta, Entsagung/freiwilliger Verzicht, Standhaftigkeit/Entschlossenheit, Wahrhaftigkeit und Gleichmut.


    Nach meinem Empfinden kommt der Gleichmut dabei der Geduld am nächsten, ein gleichmütiger Mensch zeigt sich oft auch sehr geduldig.

    Qualia:

    Der Alltagsmensch glaubt sogar, das Ethik und Moral Voraussetzungen für die Brahmavihāra sind und diese ohne Ethik und Moral nicht existieren.

    Ich denke eher, dass - umgekehrt - die Brahmavihara der Ethik sehr förderlich sind, denn ein von liebender Güte und Mitgefühl erfüllter Geist, wird anderen Wesen (und sich selbst) nicht nur keinen Schaden zufügen (können), sondern vielmehr hilfreich und heilsam wirken (wollen).


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • void
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    • 31. Januar 2026 um 16:26
    • #9
    KarmaHausmeister:

    Ich frage mich: Wann ist Geduld Weisheit und wann schlicht aufgeschobene Klarheit?

    Vielleicht denke ich zu einfach, aber für mich ist Geduld in erster Linie das Gegenteil des Geistesgiftes Hass(dosa). Geduld ist Nicht-Hass.


    Und dazu braucht es Weisheit und es äußert sich - da Verblendung wegfällt- in Klarheit. Aber weil es ja noch die anderen Geistesgifte gibt, ist es nur die halbe Miete.


    Mit Erdulden hat es nur bedingt zu tun. Man kann Sachen Erdulden während man innerlich Hass fühlt und man kann aus Feigheit Unrecht erdulden. All dies führt für mich eher in die falsche Richtung.

  • Helmut
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    • 31. Januar 2026 um 17:02
    • #10
    void:

    Vielleicht denke ich zu einfach, aber für mich ist Geduld in erster Linie das Gegenteil des Geistesgiftes Hass(dosa). Geduld ist Nicht-Hass.

    Das ist meines Erachtens nicht zu einfach gedacht. Sicherlich ist Geduld das Gegenmittel gegen Ärger und Hass.


    Aber wodurch ist die Geisteshaltung der Geduld gekennzeichnet? Ich denke, sie besteht darin, dass der eigene Geist angesichts von Schädigungen, die man erlebt, ruhig und ausgeglichen bleibt. Man bleibt ruhig und ausgeglichen, wenn man Probleme und Schädigungen durch andere Menschen erfährt; wenn man Krankheiten erlebt; wenn man bei der Dharmapraxis auf Schwierigkeiten trifft.


    Die Geisteshaltung der Geduld ist nicht einfach zu verwirklichen. Das zeigt sich ja schon daran, dass sie die dritte Paramita ist. Freigebigkeit und Ethik schaffen die Voraussetzungen für ihre Entwicklung und Weisheit ist auch wichtig.

    Gruß Helmut

    Als Buddhisten schätzen wir das Leben als höchst kostbares Gut.

  • void
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    • 31. Januar 2026 um 17:28
    • #11

    Ich für hte, ich verstehe die Ausgangsfrage des KarmaHausmeister nicht:

    KarmaHausmeister:

    Ich frage mich: Wann ist Geduld Weisheit und wann schlicht aufgeschobene Klarheit?

    Was habe ich mir unter "Geduld als aufgeschobene Klarheit" vorzustellen?

  • KarmaHausmeister
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    • 31. Januar 2026 um 17:56
    • #12
    void:

    Ich für hte, ich verstehe die Ausgangsfrage des KarmaHausmeister nicht:

    KarmaHausmeister:

    Ich frage mich: Wann ist Geduld Weisheit und wann schlicht aufgeschobene Klarheit?

    Was habe ich mir unter "Geduld als aufgeschobene Klarheit" vorzustellen?


    Geduld ist weise, wenn die Situation objektiv noch nicht entscheidungsreif ist. Geduld als „aufgeschobene Klarheit“ bedeutet: Geduld wird problematisch, wenn sie dazu dient, unangenehme Entscheidungen zu vermeiden.

    "Es gibt nur eine falsche Sicht: Der Glaube, meine Sicht ist die einzig richtige."

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  • void
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    • 31. Januar 2026 um 18:05
    • #13
    KarmaHausmeister:

    Geduld ist weise, wenn die Situation objektiv noch nicht entscheidungsreif ist. Geduld als „aufgeschobene Klarheit“ bedeutet: Geduld wird problematisch, wenn sie dazu dient, unangenehme Entscheidungen zu vermeiden.

    Vielleicht sind es unterschiedliche Definitionen. Im Deutschen bedeutet Geduld "Fähigkeit, etw. ruhig und ohne Murren zu ertragen, mit Nachsicht zu dulden" Und so eine Nachsicht kann ja aus den unterschiedlichsten Mir Nationen heraus erfolgen. Aus Konfliktscheue, Verzagtheit oder Harmoniebedürfnis


    Dies hat mit der buddhistischen Definition von Geduld wenig zu tun. Hier bedeutet Geduld dagegen die Fähigkeit von Hass abzustehen und Leid auszuhalten. Eben auch das Leid das entsteht wenn man anderen etwas Unangenehmes sagen muß. Das ist vielleicht etwas anderes.


    Mir fällt da die Stelle ein wo Buddha furchtlos und geduldig dem durchgeknallten Massenmörder Angulimala - der Buddha töten will - sagt dass er auf dem falschen Dampfer ist. Dies würde man hier statt Geduld vielleicht eher "heroische Standfestigkeit" nennen.

  • Igor07
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    • 1. Februar 2026 um 09:13
    • #14
    void:

    Dies hat mit der buddhistischen Definition von Geduld wenig zu tun. Hier bedeutet Geduld dagegen die Fähigkeit von Hass abzustehen und Leid auszuhalten. Eben auch das Leid das entsteht wenn man anderen etwas Unangenehmes sagen muß. Das ist vielleicht etwas anderes.

    Na ja …:? Als der Buddha durch die Spaltung des Ordens von Devadatta verletzt wurde, hatte er die Schmerzen klar und bewusst er-tragen. Ge-duld ist verwandt mit der" Duldung", also etwas Flüchtiges, Provisorisches, Vergängliches, wie das Leben selbst, das keine Garantie gewährleistet, aber bestimmt tod-sicher ist.
    Geduld scheint mir mit der Weisheit zu tun zu haben, also mit der Fähigkeit, die Dinge so zu sehen, wie sie wirklich sind.
    Oder anders ausgedrückt: Man kann alles er-tragen, er-dulden, wenn man in allem diese innewohnende Vergänglichkeit sieht, also so die Welt wahrnimmt. Und das stellt die Voraussetzung für die korrekte Entscheidung dar, entsprechend der Situation, also ohne rosa Brille der Illusionen.

    Ein Leben ohne Selbsterforschung verdiente gar nicht gelebt zu werden.

    Sokrates

  • void
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    • 1. Februar 2026 um 09:21
    • #15

    Natürlich hat Geduld mit Erdulden zu tun. Zu Erdulden erfordert die Fähigkeit etwas nicht aus zu agieren. Aber der Umkehrschluss dass ein Erdulden immer mit der Tugend des Nicht-Hasses korreliert stimmt nicht. Man kann eben auch aus anderen Gründen- aus Freiheit, Konfliktscheue, Faulheit etwas erdulden.

  • Qualia
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    • 1. Februar 2026 um 09:50
    • #16

    Geduld ist, wenn eine Krise gesehen wird, so lange zu warten, bis es nur noch eine Entscheidungsmöglichkeit gibt. Die Entscheidung zeigt sich darin, das sie, ohne die Sila zu verbiegen oder zu brechen, gehandelt werden kann.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • void
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    • 1. Februar 2026 um 09:58
    • #17
    Qualia:

    Geduld ist, wenn eine Krise gesehen wird, so lange zu warten, bis es nur noch eine Entscheidungsmöglichkeit gibt.

    Das ist doch eher ein Rezept für Entscheidungsschwäche: Wenn du überlegst welche von zwei Frauen du daten sollst, einfach so lange warten bis keine mehr Bock hat. Wenn du überlegst ob du mit der SBahn, der UBahn besser zum Ziel kommst, einfach wartest bis beide weg sind und dann zur Fuß gehen.

  • pano
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    • 1. Februar 2026 um 10:19
    • #18
    void:
    Qualia:

    Geduld ist, wenn eine Krise gesehen wird, so lange zu warten, bis es nur noch eine Entscheidungsmöglichkeit gibt.

    Das ist doch eher ein Rezept für Entscheidungsschwäche: Wenn du überlegst welche von zwei Frauen du daten sollst, einfach so lange warten bis keine mehr Bock hat. Wenn du überlegst ob du mit der SBahn, der UBahn besser zum Ziel kommst, einfach wartest bis beide weg sind und dann zur Fuß gehen.

    Ein Anhaften am Zaudern?

  • mukti
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    • 1. Februar 2026 um 11:10
    • #19
    KarmaHausmeister:

    Ich frage mich: Wann ist Geduld Weisheit und wann schlicht aufgeschobene Klarheit?

    Eine interressante Definition von Geduld habe ich gelesen: Geduld bedeutet warten können. Wenn man sich sehr um Klarheit bemüht, aber sie will sich einfach nicht einstellen, ist es oft besser die Bemühung einstweilen fallenzulassen und auf geeignetere Bedingungen zu warten, die Klarheit ermöglichen. So gesehen ist Geduld immer mit Weisheit verbunden.

    Mit Metta, mukti.


  • Qualia
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    • 1. Februar 2026 um 11:41
    • #20
    void:
    Qualia:

    Geduld ist, wenn eine Krise gesehen wird, so lange zu warten, bis es nur noch eine Entscheidungsmöglichkeit gibt.

    Das ist doch eher ein Rezept für Entscheidungsschwäche: Wenn du überlegst welche von zwei Frauen du daten sollst, einfach so lange warten bis keine mehr Bock hat. Wenn du überlegst ob du mit der SBahn, der UBahn besser zum Ziel kommst, einfach wartest bis beide weg sind und dann zur Fuß gehen.

    Wo bitte schön ist das eine Krise, die eine Entscheidung fordert? Die Beispiele sind was für Bedenkenträger und nicht für Entscheider, mit der Geduld zu handeln, wenn es wirklich NOTwendig ist.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Monikamarie
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    • 1. Februar 2026 um 11:58
    • #21
    mukti:
    KarmaHausmeister:

    Ich frage mich: Wann ist Geduld Weisheit und wann schlicht aufgeschobene Klarheit?

    Eine interressante Definition von Geduld habe ich gelesen: Geduld bedeutet warten können. Wenn man sich sehr um Klarheit bemüht, aber sie will sich einfach nicht einstellen, ist es oft besser die Bemühung einstweilen fallenzulassen und auf geeignetere Bedingungen zu warten, die Klarheit ermöglichen. So gesehen ist Geduld immer mit Weisheit verbunden.

    Danke mukti,

    "wenn Sie nicht wissen, was Sie tun sollen, dann machen Sie wohl nichts" J. Krishnamurti.


    Nach dieser Devise handel ich schon seit zig Jahren.

    Und ich bekomme immer die richtige "Antwort", völlig frei von Gedankenquälerei.


    Natürlich nicht immer leicht zu warten.

    _()_Monika

  • mukti
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    • #22
    Monikamarie:

    "wenn Sie nicht wissen, was Sie tun sollen, dann machen Sie wohl nichts" J. Krishnamurti.


    Nach dieser Devise handel ich schon seit zig Jahren.

    Und ich bekomme immer die richtige "Antwort", völlig frei von Gedankenquälerei.


    Natürlich nicht immer leicht zu warten.

    _()_Monika

    Alles anzeigen

    Das erinnert mich an "Siddharta" von Hemann Hesse. Als sich Siddharta für eine Anstellung bei einem Kaufmann beworben hat, gab er drei Fähigkeiten an: "Ich kann warten, ich kann fasten, ich kann beten". Da gilt das Warten als besondere Fähigkeit, die nicht so leicht zu erlangen ist.

    Mit Metta, mukti.


  • void
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    • 1. Februar 2026 um 18:10
    • #23
    Qualia:

    Geduld ist, wenn eine Krise gesehen wird, so lange zu warten, bis es nur noch eine Entscheidungsmöglichkeit gibt. Die Entscheidung zeigt sich darin, das sie, ohne die Sila zu verbiegen oder zu brechen, gehandelt werden kann.

    Sorry für meine Flappsigkeit. Mir geht es darum auf die Frage von KarmaHausmeister zu antworten und der zentrale Punkt dabei erscheint mir, den Unterschied zwischen dem buddhistischen Konzept Geduld und dem deutschen Wort Geduld herauszuarbeiten .


    Und da ist es so, dass das buddhistische Konzept Geduld einfach das Gegenteil von Hass ist. Es sagt NICHTS darüber aus, ob man schnell handelt oder langsam, ob man wartet oder nicht.


    Von daher erscheint mir die dir genannte Idee "zuzuwarten' bis sich etwas ergibt, eher aus der deutschen Bedeutung des Wortes Geduld zu erwachsen ( "Gut Ding will Weile haben" , "Was lange währt wird endlich gut" )

  • Helmut
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    • 1. Februar 2026 um 18:21
    • #24
    void:

    Und da ist es so, dass das buddhistische Konzept Geduld einfach das Gegenteil von Hass ist.

    Das ist sicherlich richtig, mehr noch: Geduld ist das Gegenmittel gegen Hass; Geduld überwindet den Hass. Aber warum ist Geduld ein Gegenmittel gegen Hass? Durch welche Charakteristika ist denn die Paramita Geduld ausgezeichnet, ein Gegenmittel zu sein, das Hass überwindet?

    Gruß Helmut

    Als Buddhisten schätzen wir das Leben als höchst kostbares Gut.

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    • 1. Februar 2026 um 19:13
    • #25

    Geht es denn hier um das Pāramitā "khanti"? Das bedeutet Duldsamkeit im Sinne von Nachsicht (gegen Verfehlungen).


    Ich sehe in den Beiträgen von KarmaHausmeister nur das deutsche Wort "Geduld". Er hat geschrieben:

    KarmaHausmeister:

    Geduld ist weise, wenn die Situation objektiv noch nicht entscheidungsreif ist. Geduld als „aufgeschobene Klarheit“ bedeutet: Geduld wird problematisch, wenn sie dazu dient, unangenehme Entscheidungen zu vermeiden.

    Also entweder ein weises oder unweises Abwarten. Da mag es Überschneidungen mit khanti geben, es ist aber nicht dasselbe.

    Mit Metta, mukti.


Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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