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  1. Buddhaland Forum
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  3. Allgemeines zum Buddhismus

Freigebigkeit - nein Danke ... ?

  • Helmut
  • 17. Dezember 2025 um 15:20
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    Helmut
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    • 17. Dezember 2025 um 15:20
    • #1

    Meine These:


    Freigebigkeit ist doch schädlich

    Gruß Helmut

    Als Buddhisten schätzen wir das Leben als höchst kostbares Gut.

  • pano
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    • 17. Dezember 2025 um 15:22
    • #2

    Die These ist so abstrakt man weiß nicht was gemeint ist

  • Samten
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    • 17. Dezember 2025 um 15:56
    • #3
    Helmut:

    Meine These:


    Freigebigkeit ist doch schädlich

    warum dann das "?" überm Eingang ??

  • Online
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    Buddh. Richtung
    Zen
    • 17. Dezember 2025 um 16:13
    • #4

    Im Mahayana buddhistischen Kontext geht es bei Freigebigkeit um "dana patamita" . Diese TNH nahe Seite geht darauf ein:

    Achtsame Wirtschaft:

    Großzügigkeit (dana) gilt im Buddhismus als eine der sechs höchsten Vollkommenheiten (paramitas). Vollkommene Großzügigkeit (dana paramita) ist die Fähigkeit, von ganzem Herzen und ohne Berechnung und Hintergedanken zu geben und zu schenken – in vollkommener Freiheit und Verbundenheit.


    Die Übung regelmäßigen Gebens weicht unsere Ich-Zentriertheit auf, schwächt unsere Ansprüche und Erwartungen und ermöglicht es uns mit der Zeit immer mehr, die Welt aus der „Wir-Perspektive“ zu betrachten und unheilsame Geisteszustände wie Gier, Ablehnung und Täuschung zu schwächen. Wir betrachten uns zunehmend als Teil der wechselseitigen Abhängigkeit allen Seins – Intersein – und lösen uns von kulturell stark vermittelter Ich-Zentrierung. Stärken wir unsere Achtsamkeit und Konzentration durch Meditation, vertieft sich unser Verständnis ins „Intersein“ immer weiter.

    ...

    Üben wir uns in dana paramita, dann „stretchen“ wir unseren Geist. Wir dehnen unsere Großzügigkeit (aus). Wir schließen immer mehr Menschen und Wesen ein, indem wir unsere Aufmerksamkeit z.B. auf „neutrale“ Menschen erweitern, Menschen, die wir im Alltag kaum wahrnehmen.

    ...

    Unsere zahlreichen Erwartungen und Ansprüche führen uns ins Leiden. Sie bringen auf den verschiedensten Ebenen den freien Fluss der Dinge ins Stocken und werden regelmäßig enttäuscht. Es ist schon fast absurd: Selbst in unserem Lächeln, kann eine Erwartung stecken und wir entlassen unser freundliches Geschenk selten gänzlich frei in die Welt. Denn: Erhalten wir keine Reaktion auf unser „Geschenk“, reagieren wir schnell verärgert, irritiert oder enttäuscht. Doch wir können schrittweise unsere scheinbaren Geschenke befreien.

    Shunryu Suzuki formuliert es radikal:

    „Geben ist Nicht-Anhaften. Das bedeutet, keinem Ding anhaften ist Geben.“

    Alles anzeigen

    Es fällt auf, dass hier nur spirituelle Vorteile aufgezählt werden. Nacht dem kann Dana folgendes leisten, es ....

    • schwächt Ich Zentriertheit
    • vermindert Ansprüche und Erwartungen
    • fördert eine "Wir-Perspektive"
    • vermindert Geistesgifte.
    • erhöht ein Gefühle gegenseitiger Verbundenheit
    • vermindert Anhaftung.


    Was nicht gesagt ist, ist dass es für einen, den anderen oder die Gesellschaft das Beste ist.

    So finde ich es z.B super dass ich als Arbeitnehmer Rechte habe -Krankheitstage, Urlaubstage. Und eben nicht von der Gnade und der Freigiebigkeit meines Arbeitgebers abhängig bin.


    Ich bin immer ganz schokiert davon, dass viele Amerikaner sich z.B die Krebsbehandlung ihres Kindes nicht leisten können und dann bei so einem "Freigiebigkeitsportal" wie gofundme betteln gehen und bei anderen auf die Tränendrüse drücken müssen. Das ist traurig und irgendwie unwürdig.

  • mukti
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    • 17. Dezember 2025 um 16:48
    • #5
    Helmut:

    Meine These:


    Freigebigkeit ist doch schädlich

    Kommt darauf an, z.B. das Finanzieren von Terrorakten schon.

    Mit Metta, mukti.


  • Online
    Helmut
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    • 17. Dezember 2025 um 17:18
    • #6

    Das fängt doch schon sehr viel kleiner an:


    Freigebigkeit schadet meinem Geiz und meinem mühsam erworbenen Besitz. Womöglich werde ich selber auch noch arm durch Freigebigkeit. Das sind doch schädigende Wirkungen der Freigebigkeit.

    Gruß Helmut

    Als Buddhisten schätzen wir das Leben als höchst kostbares Gut.

  • Monikamarie
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    • 17. Dezember 2025 um 17:19
    • #7
    Helmut:

    Meine These:


    Freigebigkeit ist doch schädlich

    Das klingt enttäuscht Helmut. Hat sich jemand undankbar gezeigt?

    _()_Monika

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    Helmut
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    • 17. Dezember 2025 um 17:31
    • #8
    Monikamarie:
    Helmut:

    Meine These:


    Freigebigkeit ist doch schädlich

    Das klingt enttäuscht Helmut. Hat sich jemand undankbar gezeigt?

    _()_Monika

    Das hat überhaupt nichts mit Enttäuschung oder Undankbarkeit zu tun. Freigebigkeit schädigt bestimmte Dinge wie Geiz, Anhaften an Besitz usw. Sind wir uns dessen wirklich bewusst und akzeptieren wir dies? Oder blenden wir diesen Aspekt aus, weil es sich gut anfühlt, freigebig zu sein?

    Gruß Helmut

    Als Buddhisten schätzen wir das Leben als höchst kostbares Gut.

  • Anna Panna-Sati
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    • 17. Dezember 2025 um 18:08
    • #9
    Helmut:

    Freigebigkeit schädigt bestimmte Dinge wie Geiz, Anhaften an Besitz usw. Sind wir uns dessen wirklich bewusst und akzeptieren wir dies? Oder blenden wir diesen Aspekt aus, weil es sich gut anfühlt, freigebig zu sein?

    Ach, der arme geschädigte Geiz....;)


    Freigebig kann ja nur sein, wer etwas zu geben hat (und sich dessen bewusst ist) - also jemand, der über Werte, Wertsachen und/oder Güter verfügt, bzw. diese "besitzt".

    Da man in unserem Kulturkreis schon früh den Spruch hört "Geben ist seliger als nehmen" und meist auch verinnerlicht hat, freut man sich i.d.R. über Gelegenheiten, freigiebig zu sein.


    Mir ist da kürzlich etwas Kurioses passiert:


    Mein Mann und ich hatten mittags noch ziemlich viel übrig von einem (leckeren!) selbstgemachten Kartoffelsalat und ich schlug vor, unserer 90-jährigen Nachbarin eine Schüssel davon vorbeizubringen.

    (Absicht: Beglücken/Erfreuen!:))


    Um sicherzugehen, dass diese "Gabe" auch willkommen ist, rief ich sie an und fragte nach.

    Ihre Reaktion überraschte mich total:

    Sie freute sich zwar sehr, bestand aber - recht energisch und nachdrücklich - darauf, den Salat zu bezahlen!

    Nur unter dieser Bedingung wollte sie ihn annehmen...


    Meine Beteuerungen, das seien doch nur "Reste" und wir hätten auch schon andere Nachbarn "gefüttert", fruchteten nicht.

    Ich hätte es wissen müssen, für diese Frau gibt es nichts Schlimmeres, als das Gefühl, "jemand etwas schuldig zu sein".

    Mein Mann brachte ihr dann die Schüssel und sie stopfte ihm 5 Euro (!) in die Hosentasche...


    Und ich musste feststellen, dass ich mich leicht angesäuert fühlte, die Freude des Gebens war verflogen durch dieses "Theater"....:roll:


    Also auch ein Nachteil der Freigebigkeit:

    Der Beschenkte fühlt sich u.U. genötigt, "auszugleichen", das Nicht-Annehmen-Können von Gaben scheint gar nicht so selten zu sein...:?


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • Qualia
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    • 17. Dezember 2025 um 18:15
    • #10

    Freigebigkeit ist ja nicht frei. Sie hat einen Zweck.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Anna Panna-Sati
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    • 17. Dezember 2025 um 18:35
    • #11
    Qualia:

    Freigebigkeit ist ja nicht frei. Sie hat einen Zweck

    Dana ist - im Idealfall -

    Geben ohne Anhaftung an Ergebnis und Anerkennung, damit wäre es zweckfrei.


    Tatsächlich, in der Praxis, ist das Geben, Schenken, Übereignen, allerdings oft nicht frei von Erwartungen - und sei es "nur" die Freude beim/am Geben selbst.


    Am schlimmsten sind wohl die "vergifteten" Geschenke", bei denen berechnend kalkuliert wird, dass sich der Beschenkte in irgendeiner Weise erkenntlich zeigen wird ("muss").


    Denke, dass solches meiner Nachbarin in der Vergangenheit widerfahren ist, es würde ihre Reaktion erklären....

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

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    • 17. Dezember 2025 um 19:14
    • #12

    Traditionelle Gesellschaften sind vom Prinzip der "Gabe" durchdrungen. Gerade das scheinbar selbstlos gegebene - trägt in sich eine Aufforderung seinerseits selbstlos zu geben und führt so zu einem Netz der Verpflichtungen und Erwartungen


    Die Eltern in ihrer Güte schenken den Kinder das Leben und von diesen wird dann erwartet, dass sie genauso freigiebig sind und ihre Rolle erfüllen. Ebenso bereit zu sein die eigenen Wünsche und Bedürfnisse aufzugeben. Vom der Frau wird erwartet dass sie sich dem Mann hingibt und von Mann dass er freigiebig der Familie gibt. Von den Kinder dass sie brav sind und von den Untertanen dass sie nicht aufmucken. Alles eine harmonische Familie wo jeder sich selber gibt und jeder beschenkt wird.


    Der Anthropologe Marshall Sahlins hat in Polynesien erforscht wie sich das Häuptlingstum entwickelte. Es gibt dabei eine Vorform nicht erblicher "großen Männer"( Big Men) Um zum Big Man zu werden bedarf es vor allem des Rufs des Großmütigkeit und Verlässlichkeit. Man lässt niemanden unbewirtet verschenkt potenziell alles und gewinnt so die Herzen und die Loyalität der anderen. Geschenke und die aus ihnen erwachsenden gegenseitige. Verpflichtungen sind der Kit der Gesellschaft.


    Während dem Buddhismus anfangs ein Ausstieg aus dem Netz der Gesellschaft hin zu Hauslosigkeit und Besitzlosigkeit als Ideal sag, betont das Bodhisattva Ideal das Gemeinsame und Gesellschaftliche.

  • Monikamarie
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    • 17. Dezember 2025 um 19:20
    • #13

    Was ist denn mit Buddhas Empfehlung, großzügig zu sein?


    Ich gebe gerne, darin sehe ich meinen Sinn, da ich genug habe zum Leben.


    Ich selbst habe in meinem ganzen Leben durch die Großzügigkeit "überlebt". Ohne die Gebefreude und Hilfe hätte mein Leben anders ausgesehen. Und darum gebe ich das heute weiter.

    _()_Monika

  • Hingabe
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    • 17. Dezember 2025 um 22:33
    • #14

    Hallo ihr Lieben,


    ich habe einen Freund, der dazu neigt zu viel Materielles anderen zu geben - zu verschenken manchmal auch seine Zeit oder andere Formen der Hilfe. Meine Gedanken zu der Behauptung ( wie kamst du Helmut eigentlich auf diese Aussage ? ) :

    Gautama Buddha riet oder ermahnte die Mitmenschen, ihr Hab und Gut nicht einfach so herzugeben, sondern darauf aufzupassen.

    Freigebigkeit darf nicht mit Dummheit verwechselt werden.


    Wie Qualia schrieb, muss das Geben ohne Anhaftung geschehen. Es soll nicht weh tun. Was wiederum bei Menschen, die zu viel geben, nichts mit weh tun zu tun haben muss- oder da ist das weh tun so unterschwellig oder wird verdrängt. Es soll einem selbst nicht schaden. Sonst wäre das Selbstaufopferung, die jedoch negative Folgen hat ( zB jemand hat selbst dann nichts mehr zu essen ).


    Wenn jemand an dem was er gibt nicht anhaftet, kann es ihm nicht weh tun und ist kein Schaden für ihn. :) Das kann ja möglich sein, dass man in dem Moment alles weg geben könnte. Aber ich bezweifel es. Selbstfürsorge wird dabei nicht abegstellt, schätze ich.

    Die Gebefreudigkeit muss ohne weh tun geschehen. Dann ist es keine Dummheit oder Selbstaufopferung.

    Liebe Grüße

    Der Weise, der, auf Sittlichkeit gestützt,

    Den Geist entfaltet, sich in Weisheit übt,

    Ein solch entschlossener und weiser Jünger

    Mag dieses Lebens Wirrsal einst entwirren.

    (Diese Verse finden sich im Samyutta-Nikāya).



    Einmal editiert, zuletzt von Hingabe (17. Dezember 2025 um 22:39)

  • mukti
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    • 17. Dezember 2025 um 23:33
    • #15
    Monikamarie:

    Was ist denn mit Buddhas Empfehlung, großzügig zu sein?

    Da gibt es interessante Lehrreden, z.B.:

    Zitat

    Acht Gaben eines guten Menschen

    1. Reines gibt er,
    2. Auserwähltes gibt er,
    3. zur rechten Zeit gibt er,
    4. Erlaubtes gibt er,
    5. mit Überlegung gibt er,
    6. häufig gibt er,
    7. beim Geben erheitert sich sein Herz und
    8. nach dem Geben fühlt er sich zufrieden.

      A.VIII.37

    Zitat

    Acht Arten des Gebens gibt es.

    1. Aus Liebe (chandā; K: pemena, d.i. aus persönlicher Zuneigung) gibt man Gaben;
    2. im Ärger gibt man Gaben;
    3. aus Verblendung gibt man Gaben;
    4. aus Furcht gibt man Gaben;
    5. oder man gibt im Gedanken: 'Was da früher vom Großvater gegeben und getan wurde, von diesem alten Familienbrauche darf ich nicht abgehen';
    6. oder man gibt im Gedanken: 'Wenn ich diese Gabe gebe, werde ich beim Zerfall des Körpers, nach dem Tode auf guter Fährte, in himmlischer Welt wiedererscheinen';
    7. oder man gibt im Gedanken: 'Wenn ich diese Gabe gebe, erheitert sich mein Herz, und Zufriedenheit und Frohsinn steigen in mir auf';
    8. oder der Herzensveredlung, der Herzensläuterung wegen gibt man Gaben.

      A.VIII.33

    Mit Metta, mukti.


  • Aravind
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    • 18. Dezember 2025 um 08:07
    • #16
    Helmut:

    Meine These:


    Freigebigkeit ist doch schädlich

    Meine persönliche Erfahrung: Dana ist für mich so ein erdender Teil meiner Praxis, einfach in den Alltag integrierbar, und VIEL einfacher als lange auf dem Kissen zu sitzen, das übe ich schon aus egoistischen Gründen gerne.


    Liebe Grüße,

    Aravind.

  • Qualia
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    • 18. Dezember 2025 um 08:47
    • #17
    Aravind:
    Helmut:

    Meine These:


    Freigebigkeit ist doch schädlich

    Meine persönliche Erfahrung: Dana ist für mich so ein erdender Teil meiner Praxis, einfach in den Alltag integrierbar, und VIEL einfacher als lange auf dem Kissen zu sitzen, das übe ich schon aus egoistischen Gründen gerne.


    Liebe Grüße,

    Aravind.

    Alles anzeigen

    Dana ist das, was Buddha meint, nicht die Freigebigkeit, die mich selbst schädigt. Freigebigkeit, die von mir verlangt, etwas zu geben, das über mein mir bekanntes Maß hinausgeht.

    Buddha weiß, dass ich nichts mehr liebe als mein Leben. Ist mein Leben gefährdet, durch Dana oder Freigebigkeit in jeder Form, sind sie Selbstvernichtung, führen zu Askese und Stolz auf Askese.


    Als naiv werde ich nur von einem Gegenüber bezeichnet, entweder weil ich seiner Meinung nach zu viel (Wieso glaubtest du, dass du was zurückbekommst?) oder zu wenig gegeben habe. (Du glaubst doch nicht wirklich, dass das reicht?)

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

  • Samadhi1876
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    Buddh. Richtung
    • 18. Dezember 2025 um 10:14
    • #18
    Helmut:

    Freigebigkeit schadet meinem Geiz und meinem mühsam erworbenen Besitz. Womöglich werde ich selber auch noch arm durch Freigebigkeit. Das sind doch schädigende Wirkungen der Freigebigkeit.

    Je weniger man besitzt, oder besitzen möchte, sowohl geistig als auch materiell, umso weniger kann man verlieren:


    ZB wenn das Haus plötzlich abbrennt. Oder wenn ein Dieb kommt.

    Oder wenn man auf einmal viel Geld warum auch immer hat, und man sich deshalb mehr sorgen darum macht man können es wieder verlieren. Oder die Frau oder der Mann soll nicht weg laufen. Usw.


    Anfangs ist der Gedanke etwas mehr zu haben oft erfreulich, bis man sich wieder mehr beginnt zu sorgen, man könne etwas wieder verlieren.


    Eine gewisse ständige Grundversorgung wünscht sich natürlicherweise jeder.


    Was ich zuviel habe, kann ich anderen schenken.

    Das kann ich aber erst wenn ich mehr besitze als ich brauche.


    Und anderen mit Worten und Weisheit und Liebe und Mitgefühl und Achtsamkeit an sich angemessen helfen kann ich auch nur, wenn ich selbst innerlich! voll davon bin, zumindest nicht ganz leer, und weiss wie ich mich ganz allein ohne irgend was ständig neu wieder damit (er)füllen kann.

  • mukti
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    • 18. Dezember 2025 um 11:26
    • #19

    Geben aus Mitgefühl ist eigentlich nicht egoistisch. Z.B. wenn jemand nichts zu essen hat, oder keine Unterkunft, nicht einmal einen Schlafsack und selber hat man viel mehr als man braucht, dann möchte man ihm doch ein wenig helfen, einfach damit er nicht soviel leiden muss. Was wäre das für eine Welt, wenn es kein Mitgefühl gäbe.

    Mit Metta, mukti.


  • Online
    Helmut
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    • 18. Dezember 2025 um 13:55
    • #20
    Hingabe:

    wie kamst du Helmut eigentlich auf diese Aussage ?

    Ich beschäftige mich seit einiger Zeit mittels eines umfangreichen Textes mit den Vollkommenheiten der Freigebigkeit, Ethik, Geduld, Tatkraft, Konzentration und Weisheit. Da wird auch darauf eigegangen, dass die Vollkommenheiten Gegenmittel sind. Dadurch erinnerte ich mich eines Seminars mit einer Dharmalehrerin, die auch übersetzt. Sie erzählte zwischendurch von einer Belehrung, die sie übersetzen sollte, die damit begann, dass der Lehrer sagte: "Buddha ist schlecht." Die Irritation der Zuhörer*innen war natürlich groß. Dann erklärte der Lehrer aber, dass kein Phänomen aus sich heraus dieses oder jenes ist, sondern es hängt von Umständen und Bedingungen ab, ob ein Phänomen dieses oder jenes ist.


    Das passt auch auf die Freigebigkeit. Wenn sie ein Gegenmittel ist, kann sie es nur sein, wenn sie etwas schädigt, überwindet, aus unserem Geist beseitigt. Die Freigebigkeit ist ein Gegenmittel gegen unseren Geiz, unser Anhaften. Für diese ist die Freigebigkeit schädlich.


    Die andere Seite, und die steht nicht im Widerspruch zur zuvor genannten, ist natürlich, dass unsere Freigebigkeit einen großen Nutzen für uns hat, weil wir durch sie viele heilsame Potenziale in unserem Geist ansammeln, die auf dem Pfad von großen Nutzen sind.


    Aber unsere Freigebigkeit kann uns selbst schaden, wenn wir sie falsch praktizieren. Zum Beispiel wäre es falsch, etwas zu geben mit der Motivation, damit man etwas Gleichwertiges oder gar Höherwertiges zurück bekommt.

    Gruß Helmut

    Als Buddhisten schätzen wir das Leben als höchst kostbares Gut.

  • Samadhi1876
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    • 18. Dezember 2025 um 14:25
    • #21
    mukti:

    Geben aus Mitgefühl ist eigentlich nicht egoistisch. Z.B. wenn jemand nichts zu essen hat, oder keine Unterkunft, nicht einmal einen Schlafsack und selber hat man viel mehr als man braucht, dann möchte man ihm doch ein wenig helfen, einfach damit er nicht soviel leiden muss. Was wäre das für eine Welt, wenn es kein Mitgefühl gäbe.

    Es gibt ja auch öffentliche Sammelstellen für Kleider und Schuhe und Einrichtungen vom DRK wo man Möbel abgeben kann. Öffentliche Vitrinen wo man Bücher abgeben kann. Oder von der Stadt wo man Fahrräder abgeben kann.


    Ich hatte manchmal den Eindruck, je ärmer ein Land umso hilfsbereiter waren die Menschen, weil sie mehr aufeinander angewiesen waren. Das selbstverständlich empfanden.


    Und je reicher je geiziger.


    Allerdings habe ich in USA auch oft von manchen Menschen spontane Hilfsbereitschaft erfahren, die ich in D nie kennengelernt habe. Ich dachte mir vielleicht stammt diese Hilfsbereitschaft noch von den damaligen ersten Siedlern, die gemeinsam einander die Hütten errichtet hatten (steckt in den Genen).

  • Ellaestla
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    • 18. Dezember 2025 um 16:18
    • #22

    Schönes Thema, danke dafür. Und sehr vielfältig.


    Abgesehen von dem ethischen Aspekt finde ich Freigiebigkeit eine wichtige Komponente der Selbstbetrachtung.


    Wann bin ich freigiebig? Womit bin ich freigiebig? Das kann differenziert betrachtet werden und ebenso die Absicht, die dahintersteckt.


    Ich habe zum Beispiel festgestellt, dass ich recht knausrig bin, was meine Zeit betrifft. Lange, ungeplannte Telefonate hinterlassen bei mir das Gefühl, dass meine Zeit "gestohlen" wird.


    Ich bin im allgemeinen eher philosophisch unterwegs, jedoch tue es mir ehrlich gesagt schwer, die Themen radikal zu betrachten. Und irgendwie habe ich öfters das Gefühl, dass es in dem Forum gemacht wird.


    Täuscht mich mein Eindruck? Und wenn nein, wieso? Geht es hauptsächlich darum, eine klare Vorgehensweise zu finden, die einen wie ein Kompass durchs Leben leitet? Buddha hat sich zu vielen Themen geäußert, aber sind seine Worte Gesetz? Ich denke, das würde er nicht wollen......

  • Ellaestla
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    • 18. Dezember 2025 um 16:36
    • #23

    Was mir noch eingefallen ist, ist der Unterschied, ob man wie ein Freund, wie ein Bettler oder wie ein König gibt.

  • Monikamarie
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    • 18. Dezember 2025 um 16:44
    • #24

    Am besten, wenn "man" frei von Gedanken gibt - also SELBT-LOS im wahrsten Sinne.

    So sehe ich das.

    _()_Monika

  • Online
    Helmut
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    • 18. Dezember 2025 um 17:00
    • #25

    Freigebigkeit sollte schon mit Weisheit verbunden sein. Gedankenlos geben kann sehr schnell unheilsam sein. Auch für einen selbst.

    Gruß Helmut

    Als Buddhisten schätzen wir das Leben als höchst kostbares Gut.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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